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Stadtverkehr Wien => Zukünftiges => Topic started by: wiener1974 on March 04, 2011, 07:01:19 AM

Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 04, 2011, 07:01:19 AM
"Einstieg vorn"

 Ab 7. März heißt es für Sie auf den HVV-Buslinien im Raum Bergedorf und Harburg: Bitte vorne einsteigen und Fahrkarten vorzeigen! Das Pilotprojekt „Einstieg vorn“ ist Teil eines neuen Fahrkarten-Prüfkonzepts, mit dem der Hamburger Verkehrs­verbund die Schwarzfahrerquote senken will.

Dies geschieht auch im Interesse der ehrlich zahlenden Fahrgäste. Pro Jahr entgehen dem Verbund bei einer Schwarzfahrerquote von 3,5 Prozent mehr als 20 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen.

Ausgangslage und neues Prüfkonzept

Anlass für die Entwicklung des neuen Prüfkonzepts waren Kontrollen auf verschiedenen Buslinien im Großbereich Hamburg, bei denen deutlich über­durchschnittliche, teilweise sogar zweistellige Schwarzfahrerquoten festgestellt wurden. Zwar können diese Stichproben nicht als repräsentativ für alle Bus­linien des Verkehrsverbundes gelten, aber sie zeigten Handlungsbedarf für ein systematischeres Vorgehen bei Fahrkartenkontrollen im Busbereich an.

Das neue, gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen entwickelte Konzept sieht 50 Prozent mehr Fahrkartenprüfungen im Busbereich vor. Für jede Linie gibt es Prüfvorgaben, die jeweils nach ermitteltem Schwarzfahreranteil flexibel gestaltet werden. Außerdem arbeiten die Prüfdienste der einzelnen Verkehrs­unternehmen vermehrt zusammen, um besonders bei gemeinsamen Schwer­punktaktionen effektiver vorgehen zu können. Ein weiterer Bestandteil des neuen Prüfkonzepts ist der „Einstieg vorn“, bei dem Sie künftig der Bus­fahrerin oder dem Busfahrer Ihre Fahrkarte vorzeigen.

Bereits seit 2002 steigen die HVV-Busfahrgäste ab 21 Uhr und an Sonntagen ganztags vorne ein und zeigen ihre Fahrkarte. Allein dies führte zu Fahrgeld-Mehreinnahmen von etwa 3 Millionen pro Jahr. In den Außenbereichen des HVV, z. B. in Geesthacht, Ahrensburg, Lüneburg und Stade, wird bisher schon an allen Wochentagen der ganztägige „Einstieg vorn“ praktiziert.

Start des Pilotversuchs „Einstieg vorn“

Am 7. März soll nun der ganztägige „Einstieg vorn“ zunächst als Pilotprojekt im Bergedorfer und Harburger Raum eingeführt werden. Mit Plakaten, Fahrzeugaufklebern und Flyern werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Sie vorne einsteigen und dabei Ihre Fahrkarte vorzeigen sollen. Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator und Fahrrad können selbstverständlich weiterhin durch die hinteren Türen einsteigen. Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass das Ein- und Aussteigen sogar schneller gehen kann, wenn alle Fahrgäste die Regel „Vorne einsteigen, hinten aussteigen“ befolgen.

Zum Start des Projekts wird an viel genutzten Haltestellen zusätzliches Personal für Information und Unterstützung sorgen, um Sie und auch die Fahrrinnen und Fahrer während der Testphase zu unterstützen. Dies gilt zum einen für die Buslinien im Harburger Raum, die hauptsächlich von der Hamburger Hochbahn AG und zum Teil von der KVG Stade betrieben werden, zum anderen auch für die in Bergedorf von der VHH PVG – Unternehmens­gruppe betriebenen Linien. Insgesamt werden rund 150 Servicekräfte für Fragen und Information zur Verfügung stehen.

Quelle: www.hvv.de (http://www.hvv.de/aktuelles/neuigkeiten/2011_02_16_Pruefkonzept_u.Einstiegvorn.php)
Title: RE: "Einstieg vorn"
Post by: Webmaster on March 04, 2011, 08:54:03 AM
@wiener1974:

Wenn du hier bei den Verbesserungsvorschlägen postest, wäre es ganz gut wenn du auch ein paar Zeilen dazuschreibst, was du konkret vorschlägst und nicht einfach nur ganze Artikel reinkopieren  ;) Gilt natürlich auch für den anderen Thread  :achtung:
Title: RE: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 04, 2011, 01:51:13 PM
Quote
Original von Webmaster Gerardo
@wiener1974:

Wenn du hier bei den Verbesserungsvorschlägen postest, wäre es ganz gut wenn du auch ein paar Zeilen dazuschreibst, was du konkret vorschlägst und nicht einfach nur ganze Artikel reinkopieren [...]
Damit wollte ich kundtun, diese "Idee" hätte durchaus in Teilen Wiens eine "Daseinsberechtigung".
Sie gilt nämlich da wie auch hier vor allem eines Ziels:
Minimierung der Schwarzfahrer und die dadurch entstehenden Kosten.
Weiters wird durch diese Maßnahme auch das Gemeinschaftsverhalten verändert, dass Fahren ohne gültigen Fahrausweis nicht einfach ein Kavaliersdelikt ist.
Positiver Nebeneffekt könnte noch werden, dass unsere "stadtlastigen" WiLi dann vielleicht irgendwann einmal wirklich lukrativ wirtschaften können.

Ich halte die bisherigen "Schwerpunktaktionen" der Kontrolleure durch die Bank für falsch, in einem Zeitalter, in dem Handys, Web und Radiosender schneller sind, als das zur Einhaltung der Beförderungsbestimmungen eingesetzte Personal.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 05, 2011, 01:25:14 AM
Finde das nicht gut. Dauert doch ur lange, bis der alle Karten geprüft (!) hat. Er muss ja die Nummer usw. entziffern die aufgedruckt wird. Wer weiß, wissen die Fahrer überhaupt, welche Verschlüsselung das ist. Wenn nicht, dann wären teure Schulungen nötig. Und  nur ein bedruckter Fahrschein von der Weite erkennt man auch nicht, ob es ein aktueller ist, oder nicht...

Der Fahrer würde sich bedanken, wenn er die ganze Zeit nach rechts gucken muss. Dann gibts bald eine neue Berufskrankheit und 3 Mal so viel Krankenstand...

Außerdem geht das nur beim Bus und nicht bei der Straßenbahn.

Ist irgendwie eine dumme Idee. Dass die das pos. darstellen, ist schon klar. Sicher hats Vorteile, aber die halten sich in Grenzen. Die Nachteile überwiegen deutlich, nicht zuletzt am Personalaufwand (Info) und was ist, wenn trotzdem hinten einer einsteigt im Trubel?

gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 05, 2011, 03:25:52 AM
Quote
Original von gehtjanx
Finde das nicht gut. Dauert doch ur lange, bis der alle Karten geprüft (!) hat. Er muss ja die Nummer usw. entziffern die aufgedruckt wird. Wer weiß, wissen die Fahrer überhaupt, welche Verschlüsselung das ist. Wenn nicht, dann wären teure Schulungen nötig. Und  nur ein bedruckter Fahrschein von der Weite erkennt man auch nicht, ob es ein aktueller ist, oder nicht...
Der Fahrer würde sich bedanken, wenn er die ganze Zeit nach rechts gucken muss. Dann gibts bald eine neue Berufskrankheit und 3 Mal so viel Krankenstand...
Außerdem geht das nur beim Bus und nicht bei der Straßenbahn.
Ist irgendwie eine dumme Idee. Dass die das pos. darstellen, ist schon klar. Sicher hats Vorteile, aber die halten sich in Grenzen. Die Nachteile überwiegen deutlich, nicht zuletzt am Personalaufwand (Info) und was ist, wenn trotzdem hinten einer einsteigt im Trubel?
gehtjanx

Erstens:
Das Fahrpersonal,(zumindest vom Autobus) weiß sehrwohl wie eine Entwertung auszusehen hat und kann aus dem Entwerterdruck erkennen, in welche Richtung sich der Fahrgast bewegt.
 Das Grundwissen verschärft sich automatisch, mit der zunehmenden Routine,außer vielleicht bei einigen, langsam aber stetig vom Aussterben bedrohten grantelnden "Oidspatzn". :O
 (Warum wird hier im Forum neuerdings immer diese"WILI-Volltrottel-Fahrpersonal-Mentalität" suggeriert?)

Zweitens:
Krankenstand durch zu langes nach rechts schauen würde dann wohl bald den Entzug der Fahrerlaubnis nach ziehen, da die ein-und aussteigenden Fahrgäste normalerweise zu beobachten sind.
(Ausgenommen hiervon sind Fahrzeuge, bei denen der Innenspiegel so nieder montiert wurde, das beim Fahrerwechsel versehentlich die Hand dran hängen blieb :D )

Drittens:
Wenn einer trotzdem versucht, gegen die allgemein üblichen"Einstiegsregeln" zu verstoßen, werden die im Bus befindlichen, bereits kontollierten Fahrgäste sich wohl sicherlich schon zu helfen wissen ;)

Viertens:
Für eine solche Maßnahme sollte allerdings von Fahrgast-wie von Unternehmensseite Verständnis vorhanden sein, um eine Durchführung den Fahrplangegebenheiten anzupassen.

Fünftens:
Diese sogenannten Sichtkontrollen müssen nicht zwanghaft durchgeführt werden, sollte die Fahrzeit dadurch erheblich ins schleudern geraten.
Auch weitere Kontrollen halte ich persönlich  nach wie vor für sinnvoll und unerläßlich, um ehrlichen, zahlenden Fahrgästen einmal mehr deren richtiges Verhalten anzuerkennen.

Sechstens:
Blöder Vergleich,ist aber so; Wenn Du Dir in einem Restaurant eine Dienstleistung erbringen lässt,z.B. in Form von Speisen-Getränkeanlieferung an Deinem Platz, und Du kannst oder willst nicht zahlen, wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angezeigt.
Bei einer Fahrt mit den Öffis "konsumierst" Du sozusagen den Transport Deiner Person, was eben nur fairerweise genauso bezahlt oder( beim Fahren ohne gültigem Fahrschein) bestraft gehört.

Siebtens:
"Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis, die Fahrscheine schon bereits vor Eintreffen unserer Fahrzeuge bereitzuhalten, damit wir den Fahrtgastwechsel, auch in Ihrem Interesse zügig durchführen können!" Diese Ansage könnte der zügigeren Abfertigung an den Stationen durchaus positiv dienlich sein.

Achtens:
"Oba des homma no nia..."  :rolleyes:
Dann wirds oba Zeit!
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 05, 2011, 10:32:15 AM
Hallo,

Erstens:
Naja, der Fahrer hat ja praktisch nichts damit zu tun, deshalb glaubte ich das. Wurde zumindest noch nie von einem kontrolliert...

Zweitens:
Stimmt nicht. Es ist ein Unterschied, ob du in einen Spiegel siehst, der weiter vorne ist und "dafür gemacht wurde" oder ob du in deiner abgeschlossenen Kabine sitzt und der Fahrgast praktisch neben bzw. sogar hinter dir steht und du was lesen sollst oder den Fahrschein ggf. sogar über das Glas nehmen musst und dann wieder zurückgeben. Weil von außerhalb kann man das wohl nicht lesen. Jahreskarte usw wäre natürlich einfacher.

Außerdem was tun, wenn er erst innen einen Fahrschein kaufen möchte? Dann soll sich der Fahrer das merken?

Probier doch mal nach schräg rechts zu sehen - kein Problem. Und nun schau "so weit rechts du kannst". Und genau so stelle ich mir das kontrollieren vor - unangenehm.

Drittens:
Das wird der Versuch zeigen, aber die paar machen das Kraut auch nicht fett.

Viertens:
Stimme zu

Fünftens:
Ja, schon klar.

Sechstens:
Ich finde es ja auch nicht OK, immerhin arbeiten ja auch im Hintergrund 100erte Leute daran im Hintergrund. Aber das wäre eben nur im Bus

Siebtens:
Willst die Leute mit einem Zuckerl belohnen?  :D

Achtens:
Naja, zumindest versuchen könnte man es. Aber ich glaube, das wird schnell wieder aufgegeben ;)


gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 05, 2011, 12:00:09 PM
Der von mir eingefügte Beitrag stammt aus Hamburg: Einer Stadt, in der sich fast soviele Leute bewegen, wie ganz Österreich Einwohner hat.
Auch die Firmensituation entspricht in etwa derer der WiLi.
(Stadteigen und doch Privat!)
Dort wurde anfangs(ende der 90er) auch gestöhnt, dass sowas nie durchführbar wäre.
Mittlerweile ist es seit über 10 Jahren ab 21 Uhr, sowie Sonn-und Feiertags ganztätig, ein Alltagsbild geworden.
Und es wurden zwar keine speziellen Erhebungen zur Rechtslastigkeit durchgeführt, aber der Krankenstand wurde nach dieser ersten Maßnahme nicht größer.
Und noch etwas unterscheidet unsere Stadt mit Hamburg:
Die Leute sind Neuerungen gegenüber nicht grundsätzlich so negativ eingestellt.
Außerdem liegt der durchschnittliche Linienintervall bei 10 Minuten, in den verkehrsarmen Zeiten sind auch 20min.und größer durchaus keine Seltenheit.
Jedem Menschen müßte irgendwann einmal klar werden, dass die Wiener Fahrgäste mit einem einmaligem Angebot betreffend Intervall versorgt werden.
Wie lange so ein Angebot noch noch als selbstverständlich angenommen werden kann, ohne sich der allgemein üblichen Bedingungen anzupassen, bleibt abzuwarten.
Wien ist anders, hier wird immer gmotschkert, wurscht wie gut es Ihnen im Vergleich zu anderen geht. Das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern, und auch nie vermeiden lassen.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: ÖBB on March 05, 2011, 01:35:31 PM
Man stelle sich doch mal vor, wie lange das dauert  wenn z.B. am 11A all jene Fahrgäste die durch 4 Türen einsteigen, auf eine Tür "komprimiert" werden und dann auch noch jeder seine Karte herzeigen muss. Wenn alles erledigt ist fährt der Bus weiter und eine Minute später (an der nächsten Haltestelle) geht das Szenario von vorne los.

Ausserdem nehmen die Wili durch die Strafen fürs Schwarzfahren, ein nettes Extrasümchen ein.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 05, 2011, 02:10:51 PM
Quote
Original von ÖBB
Man stelle sich doch mal vor, wie lange das dauert  wenn z.B. am 11A all jene Fahrgäste die durch 4 Türen einsteigen, auf eine Tür "komprimiert" werden und dann auch noch jeder seine Karte herzeigen muss. Wenn alles erledigt ist fährt der Bus weiter und eine Minute später (an der nächsten Haltestelle) geht das Szenario von vorne los.

Ausserdem nehmen die Wili durch die Strafen fürs Schwarzfahren, ein nettes Extrasümchen ein.
Es muß ja nicht gerade am "Aushängeschild"  :grin: praktiziert werden.
Ich schrieb eingangs etwas von Randgebieten, in denen das Fahrgastaufkommen nicht jenseits von 60000 Menschen liegt.
Allerdings böte sich in der Region zur Zeit durchaus der 11 B als Pilotprojekt an  8-)
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ezekiel on March 05, 2011, 05:53:34 PM
Ich bin auf alle Fälle dafür eine solche Regelung einzuführen wie sie in Hamburg bis vor kurzem üblich war:
- Mo-Sa bis 21:00 Einstieg bei allen Türen, Kontrollen durch Stichproben wie jetzt
- So & Feiertag ganztägig, sonst ab 21:00: Einstig nur vorne, Kontrolle durch den Fahrer

Eine Kontrolle durch den Fahrer muss nicht zwingend zu einem extremen Zeitverlust führen. Sollten in den Randstunden mal wirklich extrem viele Fahrgäste einsteigen, kann der Fahrer sie ja immer noch durchwinken ohne zu kotrollieren. Die Schwarzkappler schaffen ja zwischen 2 Stationen auch oft nicht den ganzen Wagen.

Mit den Kontrollen würde man auch endlich die de facto Freifahrt am Sonntag abschaffen.

In der HVZ funktioniert so ein System in Wien derzeit sicher nicht, dann würde die Kapazität jedes Busses (egal ob Gelenk- oder Normalbus) auf ~20 Personen sinken, weil die Fahrgäste in Wien einfach nicht in der Lage sind bis nach hinten durch zu gehen :D.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ottakring on March 05, 2011, 07:35:19 PM
Hm - alles schon dagewesen! "Spätgeborene" (Jg 1970 und jünger) werden es halt nicht mehr wissen. Besonders auf den B-Linien war das der Normalzustand (und in den ersten Tagen der Tarifgemeinschaft im Jahre 1967 hatte ich einigemale Probleme mit Fahrscheinmarkierungen die nicht von direkten Anschlußlinien stammten - z.B. 46 oder 10 am 46A). Aber wegen der oft längeren Aufenthalte ging man mit der Zeit davon ab. Auch die WVB-Busse wurden so betrieben. Da waren auf den hinteren Türen sogar Picklerln "Bei Einmannbetrieb bleibt diese Tür geschlossen".
Title: "Einstieg vorn"
Post by: matboy on March 05, 2011, 08:05:34 PM
Quote
Original von Ezekiel

In der HVZ funktioniert so ein System in Wien derzeit sicher nicht, dann würde die Kapazität jedes Busses (egal ob Gelenk- oder Normalbus) auf ~20 Personen sinken, weil die Fahrgäste in Wien einfach nicht in der Lage sind bis nach hinten durch zu gehen :D.

Desöfteren sind sie nicht einmal in der Lage, auch bei weniger frequentierten Türen einzusteigen.
Irgendwie glaube ich, dass wir diese Diskussion hier schon hatten.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 06, 2011, 02:28:34 AM
Hallo,

@ wiener1974:

ich bin Neuerungen nicht negativ eingestellt - wenn sie gut sind. Das ist schlecht und du sagst ja selbst, dass die Bedingungen in Hamburg total anders sind. 10 Minuten Intervall, das ist ja kein Nahverkehrsunternehmen, da fahren bei uns ja mehr Zügevon  der ÖBB auf Nebenbahnen... Dauert 3 Minuten schon ewig lange, wenn der Bus weg fährt und dann ist meist Verspätung, ist das schon unangenehm. Und dann soll man noch die Karte herzeigen, die man vielleicht im Geldbörsel hat oder wie als Student extra. Das Risiko es zu verlieren oder dass es gestohlen wird, steigert sich ENORM.

Da denkt keiner dran. Einfach posten (ist ja OK und interessant). Aber das ist eine Diskussion und nicht jeder muss dieselbe Meinung haben  ?(

gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 06, 2011, 03:23:06 AM
Das wäre aber sicher eine weitere von 101 Ausreden, die nix nützen. 8o
Nur verkennst du die Situation. Die WiLi packen (leider) die Fahrgäste nur allzu oft mit Samthandschuhen an, und verwöhnen obendrein noch mit einem meist mehr als der Nachfrage ausreichendem Intervall, was keinerwegs von mir negativ, jedoch überlegenswert bewertet wird.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Zug fährt ab! on March 06, 2011, 05:01:40 AM
Quote
Original von wiener1974
Die WiLi packen (leider) die Fahrgäste nur allzu oft mit Samthandschuhen an, und verwöhnen obendrein noch mit einem meist mehr als der Nachfrage ausreichendem Intervall, was keinerwegs von mir negativ, jedoch überlegenswert bewertet wird.

Wo kommen wir denn hin, wenn ein Verkehrsbetrieb tatsächlich für seine Fahrgäste da ist? Skandal!
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 06, 2011, 01:22:49 PM
Hallo,

Die Schwarzfahrer sind denen rel. egal. Die paar Tausend oder Mio. (?) Euro die sie da verlieren, nehmen sie in Kauf, weil andere Systeme auch Geld kosten. Und aus den Einnahmen der Strafen usw. relativiert sich das sicher ein wenig. Ich wäre einfach für mehr Kontrollen und härtere Strafen, dann würde sich das etwas ändern.

Eine 100%ige Sicherheit ohne Schwarzfahrer GIBT ES NICHT. Genauso wenig wie auf Diebstahl (siehe Banken, Banktransporte, Automaten usw.). Du glaubst, mit dem ist man alle Probleme los, aber dem ist nicht so.

Wie gesagt, die Schaffner sind abgeschafft worden, weil es zu viel Geld gekostet hat. Dabei nahm man in Kauf, dass es Schwarzfahrer gibt, dass die Busse und Straßenbahnen stärker verschmutzt bzs. zerstört werden und, dass teure Automaten eingebaut wurden. Bei der Euro-Umrüstung wurde das schnell mal gespart und den Busfahrern aufgehalst. Nun noch die Karten kontrollieren und am besten noch die Ansagen, Reinigung, Reparatur. Wäre ja so viel günstiger. Wo kommen wir denn da hin bitte?


Es ist eine interessante Idee, aber ich bleibe dabei, dass das derzeitige System angenehmer ist. Vorteil wäre, dass man Bettler und Obdachlose draußen hätte. Damit wäre es klar attraktiver, aber ist der Vorteil wirklich so groß?


gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ottakring on March 06, 2011, 01:25:45 PM
Auch wenn meine "Hauslinien" (9,46, 48A) ja nicht gerade durch Häufigkeit und Regelmäßigkeit glänzen (speziell die o.g. Buslinie) sind wir in Wien, was die Intervalle betrifft wirklich verwöhnt (wenn sie halbwegs eingehalten werden). In Linz beginnts (20-Min-Intervall den ganzen Sonntagvormittag!) und unsere germanischen Nachbarn bieten da auch manche unangenehme Überraschung (gleichwohl ob ehemals Osten oder Westen). Auch die Tatsache, nicht bei jedem Ein- oder Umstieg die Jahreskarte aus irgendeinem Tascherl ziehen zu müssen, ist nicht nur angenehm - spezeill wenn man vielleicht mit Gepäck oder 2 Einkaufstaschen unterwegs ist - sondern auch ein Schutz vor allfälligen kriminellen Subjekten, die im Gedränge dann einen Anhaltspunkt mehr hätten, den Tascheninhalt der Fahrgäste zu kennen und illegalerweise zu entleeren.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 06, 2011, 01:34:59 PM
Ja, meine Rede. Sehe das auch so.

Was die Intervalle betrifft, zwar bissl OT, ist Wien sicher ganz OK. Für die teils Unregelmäßigkeit hab ich auch Verständnis, immerhin kann man nie planen, was so alles passiert im Oberflächenverkehr. In der U-Bahn ist es dafür ärgerlich, da kann ja nicht viel sein..

Man wird sicher ständig die Intervalle prüfen ob sinnvoll oder zu viel/zu wenig. Ich hab nicht so viel Ahnung, aber vermutlich bräuchte man auf ein paar Linien bzw. Tagen kleinere Intervalle, während auf anderen Linien, ein größeres Intervall ohne Probleme möglich wäre, da die Kapazität der Fahrzeuge kaum genutzt wird.

gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: lachkater on March 06, 2011, 02:36:30 PM
Quote
Original von gehtjanx
Man wird sicher ständig die Intervalle prüfen ob sinnvoll oder zu viel/zu wenig. Ich hab nicht so viel Ahnung, aber vermutlich bräuchte man auf ein paar Linien bzw. Tagen kleinere Intervalle, während auf anderen Linien, ein größeres Intervall ohne Probleme möglich wäre, da die Kapazität der Fahrzeuge kaum genutzt wird.

Die Folgeerscheinungen bei Intervalldehnung werden sicherlich hier jedem bekannt sein. Der Kreislauf  "geringe Kapazitätsnutzung -> Intervalldehnung"  zieht noch geringere Benützung des öffentlichen Angebots nach sich. Sicher wierden sich viele Überlegen, wenn statt in 10 oder 15 Minuten nun in 20 oder 30 Minuten die nächste Möglichkeit zum Fahrtantritt besteht, ob es nicht besser sein würde gleich sich mittels MIV fortzubewegen. Der Schritt zur entgültigen Aufgabe des Verkehrsangebots mangels Bedarfs in jenem Teilabschnitt ist dann nicht mehr allzuweit entfernt. Eventuell wird es mit dem Zauberwort ASTAX abgedeckt.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Dan on March 06, 2011, 04:06:01 PM
In London funktioniert meiner Erfahrung nach (ok, ist auch schon ein paar Jahre her...) das System des vorne einsteigens recht gut und die Verzögerungen halten sich in Grenzen. Allerdings haben diese Busse einen recht breiten Gang von der ersten Türe nach hinten.

Für die Gelenkbusse in Wien kann ich mir diesen Modus operandi nicht vorstellen:
1. ist der Gang zwischen Tür 1 und Tür 2 zu schmal dafür.
2. würde in einem Gelenkbus kaum jemand wegen eines Sitzplatzes von ganz vorne nach ganz hinten gehen, wenn er sich dabei an vielen stehenden Fahrgästen vorbeiquetschen muss. In London gibt's das Problem eher nicht, weil die Sitzplätze im Stock sind und man dort nicht stehen darf, soweit ich mich erinnere.
3. Für den Fahrer ist es quasi unmöglich zu beobachten, ob jemand im Gelenkbus hinten einsteigt.

In den Randbereichen könnte man das durchaus machen. Der 51A und der 46B beispielsweise werden ohnehin von Blaguss bzw. Dr. Richard mit Bussen befahren, die über die entsprechende Innenaufteilung verfügen, nicht zu lang sind (nur 2 Türen, leicht einzusehen), und in denen Schilder bereits darauf hinweisen, dass man bitte hinten aussteigen möge. Es kontrolliert halt kein Lenker die Fahrscheine.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: umweltretter on March 06, 2011, 06:51:13 PM
Quote
Original von Dan
In London funktioniert meiner Erfahrung nach (ok, ist auch schon ein paar Jahre her...) das System des vorne einsteigens recht gut und die Verzögerungen halten sich in Grenzen. Allerdings haben diese Busse einen recht breiten Gang von der ersten Türe nach hinten.
Dort kannst du den meisten Buslenkern allerdings hinhalten, was du willst und sie lassen dich mitfahren.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: gehtjanx on March 06, 2011, 06:52:09 PM
Hallo,

Naja, ein Intervall von >10 Minuten wäre sowieso untragbar. Das geht vielleicht an sehr abgelegenen Linien oder "dass man halt hinkommt", aber dass sowas nicht täglich gerne als Stammlinie verwendet wird, ist irgendwie nachvollziehbar.

Aber ich meine, es gibt sicher Linien wo man 1-3 Minute länger machen könnte (z.B: 6 statt 4) wäre auf wenig frewuentierten Linien oder Zeitpunkten/Tagen durchaus vertretbar. Es geht ja nicht darum, 3 Leute herumzukutschieren, sondern annehmbare Intervalle und Auslastung optimal zu vereinen.

ASTAX ist eine gute Idee, aber ich denke, nicht jeder kennt die Funktionsweise bzw .nutzt dieses Angebot. Meiner Meinung nach kann es nicht überall sinnvoll eingesetzt werden.

Aber im großen und Ganzen funktioniert es eh gut. Klar ist man genervt wenn man in der Kälte ewig warten muss.

gehtjanx
Title: "Einstieg vorn"
Post by: VT 5081 on March 06, 2011, 07:33:46 PM
Quote
Original von gehtjanx
ASTAX ist eine gute Idee, aber ich denke, nicht jeder kennt die Funktionsweise bzw .nutzt dieses Angebot.
Manche Leute nutzen das Angebot auch nicht, gerade weil sie die Funktionsweise kennen (Taxi ist mindestens 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit zu bestellen)... ;-)

Beste Grüße
VT
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 06, 2011, 11:38:42 PM
Quote
Original von VT 5081
Quote
Original von gehtjanx
ASTAX ist eine gute Idee, aber ich denke, nicht jeder kennt die Funktionsweise bzw .nutzt dieses Angebot.
Manche Leute nutzen das Angebot auch nicht, gerade weil sie die Funktionsweise kennen (Taxi ist mindestens 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit zu bestellen)... ;-)

Beste Grüße
VT
Genau diese Einstellung kann ich bestätigen.
Lieber schau ich einmal auf den Fahrplan (oder schnell via Internet), wann dort ein Bus kommt, als mir irgendeinen 7909 xxxx Code ins Telefon, sofern vorhanden, (und/oder betriebsbereit) zu tippen.
Wenn ich dieses Service regelmäßig statt allerdings spontan benutze, schaut die Sache widerum anders aus, da ich ja bereits im Vorfeld über diesen Zustand bescheid weiß bzw. wissen sollte.
@ Einstieg vorn im Gelenkbus:
In einem solchen wäre diese Maßnahme wohl aufgrund des Fahrzeugeinsatzes in der Tat kontraproduktiv.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ferry on March 07, 2011, 10:33:49 AM
Quote
Original von umweltretter
[Dort kannst du den meisten Buslenkern allerdings hinhalten, was du willst und sie lassen dich mitfahren.
Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht; ich wurde einmal sehr höflich, aber deutlich darauf hingewiesen, dass mein Ticket nicht mehr gültig war, der Busfahrer hat das also durchaus geprüft.

In London verwenden viele Fahrgäste die Oyster-Card, mit der sie beim Ein- und Aussteigen berührungslos ein- und auschecken. Der Fahrer wirft nur einen Blick darauf und siehst sofort: Oyster-Card, OK, näheres Hinschauen erübrigt sich.

Richtig ist, dass die Gänge der Busse dort wesentlich breiter sind als bei uns, d.h., es geht viel schneller ins Businnere. Und wenn es sich einmal doch stauen sollte, macht sich die sprichwörtliche Höflichkeit und Gelassenheit der Briten bemerkbar: Niemand käme dann auf die Idee, zu drängen oder herumzuraunzen. Sehr wohltuend!
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ezekiel on March 07, 2011, 05:41:26 PM
In London kann man mit der OysterCard auch bei der 2. Türe einsteigen. Wie die Fahrer mitbekommen sollen wenn sich dort wer durchschummelt ist mir aber ein Rätsel.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ottakring on March 07, 2011, 07:48:33 PM
Quote
Original von Ferry

.. es geht viel schneller ins Businnere. Und wenn es sich einmal doch stauen sollte, macht sich die sprichwörtliche Höflichkeit und Gelassenheit der Briten bemerkbar:
Genau da läge bei uns der Wurm, weil es da ja hierzulande einen hohen Prozentanteil von Fahrgästen gibt, die glauben, es sei eine Vorschrift, sofort nach dem Einsteigen im Türbereich stehenzubleiben :boese:
Title: "Einstieg vorn"
Post by: umweltretter on March 07, 2011, 10:02:43 PM
Quote
Original von VT 5081
Manche Leute nutzen das Angebot auch nicht, gerade weil sie die Funktionsweise kennen (Taxi ist mindestens 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit zu bestellen)... ;-)
Immerhin wurde die Frist bei vielen Linien auf 15 Minuten herabgesetzt.

Quote
Original von Ferry
Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht; ich wurde einmal sehr höflich, aber deutlich darauf hingewiesen, dass mein Ticket nicht mehr gültig war, der Busfahrer hat das also durchaus geprüft.
In London verwenden viele Fahrgäste die Oyster-Card, mit der sie beim Ein- und Aussteigen berührungslos ein- und auschecken. Der Fahrer wirft nur einen Blick darauf und siehst sofort: Oyster-Card, OK, näheres Hinschauen erübrigt sich.
Bei meinen bisherigen Londonbesuchen war's umgekehrt. Ich hab den Fahrern zwar immer das Ticket hingehalten, kaum einer war aber interessiert, es näher anzuschauen.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: The best is the 21er on March 08, 2011, 06:04:07 AM
Also in Eastbourne (1,5 Stunden mit dem Zug von London entfernt) hat man es einfach gemacht. Der Bus hat nur eine Tür.  :D

Zum Thema Gelenkbus:
Also das kann ich mir irgendwie so vorstellen: Der 1. Fahrgast steigt ein, nimmt sich den ersten Sitzplatz. Der 2. Fahrgast kauft sich einen Fahrschein, worauf der 3. Fahrgast entnervt seine Karte zeigt und von links überholt. Der 4. Fahrgast will nicht weit gehen und bleibt auf Höhe der ersten Achse stehen und denkt sich nichts dabei. Danach kommt eine Gruppe von Schülern, es sind sechs Schüler. Alle wollen zusammen bleiben und nehmen sich die Vierer-Sitze zwischen erster und zweiter Tür. Zwei von denen bleiben im Gang stehen. Der 5. Fahrgast kann nicht mehr vorbei, der 6. ist schon völlig entnervt und beginnt unruhig zu werden. Der 7. Fahrgast kann gerade noch im Bus stehen und weitere 20 Fahrgäste stehen draußen und warten darauf das sie endlich rein können.

Ich tippe mal so eine Situation raubt ca. 5 Minuten. Was meint ihr?
Title: "Einstieg vorn"
Post by: captainmidnight on March 08, 2011, 07:47:36 AM
Das könnte man durchaus etwas weiterspinnen:
Der 8. Fahrgast - in einem etwas grell gemusterten Sakko - möchte eine Auskunft:"Entschuldigen Chef, bitte wo Thaliastraße?", darauf der dahinter stehende 9. Fahrgast mit einem grell glitzernden D&G T-Shirt:"Ey gehst Du weiter!"
Der 10 Fahrgast - in einem etwas weniger grell gemusterten Sakko:"Gusch es zwa Flohdackn". Nummer 8 dreht sich zu Nummer 10 um, stellt auch ihm diese Frage - die Fortsetzung ist ja wohl bekannt  :D
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 08, 2011, 01:52:02 PM
Nochmal: Bei Gelenkbuslinien wäre diese Maßnahme sicher keine so gute Idee.
Schließlich werden dort zumeist die Busse eben deshalb eingesetzt, um den Personen schnelleres ein-und aussteigen bzw. ein großzügigeres Platzangebot anbieten zu können.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Jahreskarte on March 08, 2011, 01:59:16 PM
Das hat es doch alles schon mal gegeben und war (offenbar!) nicht praktikabel. Ich kann mich an die DDH erinnern, da durfte man hinten nicht einsteigen, bei den alten Gelenkbussen war auch vorgeschrieben, wo man einzusteigen hatte, sicher auch bei den Normalbussen (gibts sicher alle noch im Straßenbahnmuseum zu bewundern, die Aufkleber). Da wissen die älteren unter uns aber wahrscheinlich besser Bescheid.

Ich persönlich will mir als zahlender Jahreskartenbesitzer nicht vorschreiben lassen, wie ich in einen Bus einzusteigen habe. Außerdem dauert der Fahrgastwechsel insgesamt länger, auch wenns nur am Wochenende ist. Bitte sich sowas mal am 13A plastisch vorzustellen.

Die Schwarzfahrer soll man bitteschön anders zur Strecke bringen, aber nicht, indem man die zahlenden Gäste schikaniert oder ihnen durch solche Maßnahmen das Nutzen des Beförderungsservices vergällt.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ottakring on March 08, 2011, 02:24:43 PM
@Jahreskarte: Du hast völlig recht! Ursprünglich gab es auf allen Bussen Schaffner und den sogenannten "Fahrgastfluß" - Einstieg hinten, Ticketkontrolle bzw. Entwertung durch den Sitzschaffner, Ausstieg bei allen vorderen Türen. War übrigens auf allen Ein-Richtungs-Wagen der Bim genauso. Schließlich mußte ja bis 1967 jeder Umstieg mit der Mako-Zange am Fahrschein markiert werden.
Mit der Einsparung der Schaffner war vorerst die von mir weiter oben beschriebene Regelung (nur Fahrertür war bei Einmannbetrieb benützbar), später bekamen die Busse auch Entwerter und Türtaster für die hinteren Türen.
Noch länger dauerte es bei der Straßenbahn, wo vorerst sogar die Türtaster für "Fließverkehr" (hinten nur ein-, vorne u. Mitte nur aussteigen), bei Schaffnerbetrieb durfte man dann irgendwann auch vorne einsteigen (bei der C1 war bis zu deren Ende bei der Mitteltür "kein Einstieg" angeschrieben. Allerdings kümmerte sich in den letzten paar Jahren der Schaffner nicht mehr drum, genausowenig wie um die Fahrkarten.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: schaffnerlos on March 08, 2011, 02:49:52 PM
Ich halte die Regel "Steige im Wiener Stadtverkehr bei der Türe deiner Wahl ein oder aus" für grundvernünftig und einfach. Gegen Schwarzfahrer helfen hohe Strafen und häufige Kontrollen. Wenn ich realistischerweise nur fünf Mal im Jahr kontrolliert werde, kommt mir das "erhöhte Beföderungsentgelt" billiger als eine Jahreskarte - das gehört genauso abgestellt wie die rechtlich bedenklichen Schwerpunktaktionen bei den Bahnsteigzugängen.
EDIT: fehlende Zeichen ergänzt
Title: "Einstieg vorn"
Post by: The best is the 21er on March 08, 2011, 04:19:49 PM
Quote
Original von schaffnerlos
Ich halte die Regel "Steige im Wiener Stadtverkehr bei der Türe deiner Wahl ein oder aus" für grundvernünftig und einfach. Gegen Schwarzfahrer helfen hohe Strafen und häufige Kontrollen. Wenn ich realistischernur fünf Mal im Jahr kontrolliert werde, kommt mir das "erhöhte Beföderungsentgelt" billiger als eine Jahreskarte - das gehört genauso abgestellt wie die rechtlich bedenklichen Schwerpunktaktionen bei den Bahnsteigzugängen.

Die Schwarzfahrer werden erst dann Fahrscheine kaufen wenn man die Strafe auf so 200 € raufsetzt und die Kontrollen massiv verstärkt!
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ottakring on March 08, 2011, 06:46:11 PM
Ich fände es sowieso gerechtfertigt, wenn pro Bezirk oder  zumindestens pro  Betriebsbahnhof/garage oder Expedit je ein Kontrollor-Duo unterwegs wäre und zwar in einem Radldienst und ganztägig. Da würden die Einnahmen ganz schön in die Höhe schnellen und die nächste Tarifanpassung könnte noch ein bißchen verzögert werden.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: wiener1974 on March 09, 2011, 12:41:45 AM
Quote
Original von The best is the 21er
Quote
Original von schaffnerlos
Ich halte die Regel "Steige im Wiener Stadtverkehr bei der Türe deiner Wahl ein oder aus" für grundvernünftig und einfach. Gegen Schwarzfahrer helfen hohe Strafen und häufige Kontrollen. Wenn ich realistischer nur fünf Mal im Jahr kontrolliert werde, kommt mir das "erhöhte Beföderungsentgelt" billiger als eine Jahreskarte - das gehört genauso abgestellt, wie die rechtlich bedenklichen Schwerpunktaktionen bei den Bahnsteigzugängen.

Die Schwarzfahrer werden erst dann Fahrscheine kaufen,  wenn man die Strafe auf so 200 € raufsetzt und die Kontrollen massiv verstärkt!
Mit dem Preis würde sich fast sogar für "Sozial/Mobilpaß"-Besitzer eine Jahreskarte ausgehen. :lampe:

edit: Fehlerteufelmodus aktiviert
Title: Jetzt im gesamten Netz des HVV:
Post by: wiener1974 on March 08, 2012, 02:46:47 PM
http://www.hvv.de/aktuelles/neuigkeiten/2012_02_20_Einstieg_vorn_2012.php Dieser Link lässt mich als ehemaliger Hamburger geradezu dazu veranlassen, dieses Thema auch für Wien und den VOR zu überdenken.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Öffi Freund on March 12, 2012, 11:03:44 AM
Quote from: 'Ferry','index.php?page=Thread&postID=239653#post239653'
In London verwenden viele Fahrgäste die Oyster-Card, mit der sie beim Ein- und Aussteigen berührungslos ein- und auschecken. Der Fahrer wirft nur einen Blick darauf und siehst sofort: Oyster-Card, OK, näheres Hinschauen erübrigt sich.
Es tut mir leid, dich da berichtigen zu müssen, da ich mich mehr oder minder regelmäßig in London aufhalte und selbst über eine Oystercard verfüge. Also: Erstens checkst du nur bei den Schienenverkehrsmitteln (underground, overground, DLR) ein und aus. Bei den Autobuslinien checkst du nur ein, da hier ein flatfare abgebucht wird. Zweitens "wirft der Fahrer keinen Blick" auf die Oystercard (da gibt es nichts zu sehen) sondern du berührst mit der Oystercard kurz ein Lesegerät (wobei du, wenn die card in einem Schutzumschlag steckt, der auch ruhig undurchlässig sein kann, diesen nicht zu öffnen brauchst, das Gerät erkennt die Karte auch durch den Umschlag). Bei den Schienen Öffis gibt es deshalb die Lesegeräte an den Bahnsteigsperren, in den Autobussen neben dem Fahrersitz.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ferry on March 12, 2012, 11:22:54 AM
Quote from: 'Öffi Freund',index.php?page=Thread&postID=261833#post261833
Es tut mir leid, dich da berichtigen zu müssen, da ich mich mehr oder minder regelmäßig in London aufhalte und selbst über eine Oystercard verfüge. Also: Erstens checkst du nur bei den Schienenverkehrsmitteln (underground, overground, DLR) ein und aus. Bei den Autobuslinien checkst du nur ein, da hier ein flatfare abgebucht wird.
Ah, da ich bis jetzt immer ohne Oyster-Card unterwegs war, habe ich darauf nicht so geachtet. Eine Fahrt kostet also gleich viel, ob ich jetzt nur eine Station oder die gesamte Strecke befahre?

Quote
Zweitens "wirft der Fahrer keinen Blick" auf die Oystercard (da gibt es nichts zu sehen) sondern du berührst mit der Oystercard kurz ein Lesegerät (wobei du, wenn die card in einem Schutzumschlag steckt, der auch ruhig undurchlässig sein kann, diesen nicht zu öffnen brauchst, das Gerät erkennt die Karte auch durch den Umschlag). Bei den Schienen Öffis gibt es deshalb die Lesegeräte an den Bahnsteigsperren, in den Autobussen neben dem Fahrersitz.
Mit der Fahrer wirft einen Blick auf die Oystercard meint ich nur, dass der Fahrer nach einem kurzen Blick erkennt, dass es sich um eine Oystercard handelt und nicht weiter hinsieht - im Unterschied zu einem normalen Fahrausweis, den er sich sehr wohl zeigen lässt (ich wollte einmal, da hinter mir schon ein Gedränge war, nach einem kurzen Hinhalten des Fahrausweises weitergehen, wurde aber vom Fahrer gestoppt, da sich dieser den Fahrausweis genau angesehen hat (wir hatten damals übers Internet noch in Wien Zeitkarten bestellt, und da wollte der Fahrer natürlich sehen, ob die nicht vielleicht schon abgelaufen waren).
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Öffi Freund on March 12, 2012, 11:33:35 AM
Quote from: 'Ferry','index.php?page=Thread&postID=261834#post261834'
im Unterschied zu einem normalen Fahrausweis, den er sich sehr wohl zeigen lässt
Ja, ist ja klar! Es gibt ja auch noch genug andere Fahrausweisarten in London (Einzelfahrscheine, Tagesnetzkarten etc.). Beim Bus wird ein Minimaltarif abgebucht. Hast du übrigends gewusst, dass Jede(r) Londoner(in) ab sechzig automatisch einen Fahrausweis für alle Verkehrsmittel der Stadt GRATIS (auf Lebenszeit) erhält? Das sollte mal den WL einfallen! Sogar der Ohrwaschlkaktus Charles hat einen solchen erhalten (ist ja im Buckingham Palace gemeldet) und soll darüber sehr belustigt gewesen sein.

Gruß Öffi Freund :]
Title: "Einstieg vorn"
Post by: umweltretter on March 12, 2012, 09:48:28 PM
Quote from: 'Ferry','index.php?page=Thread&postID=261834#post261834'
im Unterschied zu einem normalen Fahrausweis, den er sich sehr wohl zeigen lässt (ich wollte einmal, da hinter mir schon ein Gedränge war, nach einem kurzen Hinhalten des Fahrausweises weitergehen, wurde aber vom Fahrer gestoppt, da sich dieser den Fahrausweis genau angesehen hat
Das dürfte aber ein Einzelfall gewesen sein, bei meinen zahlreichen Londonbesuchen war praktisch allen Busfahrern egal, was man ihnen da gezeigt hat.
Title: "Einstieg vorn"
Post by: Ferry on March 13, 2012, 08:57:41 AM
Quote from: 'umweltretter',index.php?page=Thread&postID=261872#post261872
Quote from: 'Ferry','index.php?page=Thread&postID=261834#post261834'
im Unterschied zu einem normalen Fahrausweis, den er sich sehr wohl zeigen lässt (ich wollte einmal, da hinter mir schon ein Gedränge war, nach einem kurzen Hinhalten des Fahrausweises weitergehen, wurde aber vom Fahrer gestoppt, da sich dieser den Fahrausweis genau angesehen hat
Das dürfte aber ein Einzelfall gewesen sein, bei meinen zahlreichen Londonbesuchen war praktisch allen Busfahrern egal, was man ihnen da gezeigt hat.
Bei mir war es auch nicht immer so, aber speziell in der inneren Stadt - wo auch viele Touristen unterwegs sind - dürften zumindest manche Lenker doch genauer hinsehen.