fpdwl Forenarchiv

Stadtverkehr Wien => Zukünftiges => Topic started by: Arkadier on April 29, 2013, 06:26:10 PM

Title: e-ticketing
Post by: Arkadier on April 29, 2013, 06:26:10 PM
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind. Ein e-ticket in Form einer Smartcard hätte hier viele Vorteile, wie z.B.
•   Jeder Kunde sucht sich ein für ihn passendes Grundtarifsystem. Dabei wird ein gewählter Fixbetrag monatlich vom Konto abgebucht.
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
•   Je öfter der Kunde die Karte einsetzt, um so geringer wird seine Jahresrechnung. Nach Überschreiten des Jahresstichtages bekommt er entweder eine Gutschrift, oder eine Forderung bezüglich einer Nachzahlung.
•   Gleichzeitig erfolgt eine neue Einstufung für die kommenden monatliche Abbuchungen.
•   Für die Kunden entfällt das lästige Kaufen und/oder die Suche nach dem richtigen Fahrschein.
•   Die Linienbetreiber sparen sich die Fahrschein- und Stempelautomaten – es gibt nur mehr Automaten für das e-ticket.
•   Wegfall des Papier und Druckfarbenverbrauches – abfärbende und/oder unzureichend gestempelte Fahrscheine gehören damit der Vergangenheit an.
•   Jedes e-ticket hat einen eigenen Code. Bei Verlust oder Diebstahl kann dieser Code gesperrt werden.
•   Das e-ticket ist übertragbar, allerdings kann nur jeweils von einer Person verwendet werden.
•   Die Kontrollen gestalten sich ebenso einfach durch NFC. Die Karte wird in die Nähe des Kontrollergerätes (kann stationär oder mobil sein) gehalten, welches die Daten abfragt, z.B. ob sich der Code dieser Karte doppelt im System befindet, die Karte als gestohlen gemeldet ist, etc.
•   Nach einer gewissen Einsatzzeit ist aus Sicherheitsgründen eine neue Karte zu lösen.

Ähnliche Systeme werden in einigen Kommunen Europas bereits verwendet oder stehen kurz vor der Einführung.

PS: Ich habe das Forum nach ähnlichen Beiträgen durchsucht, allerdings keinene vergleichbaren Eintrag gefunden. Sollte es doch schon anderswo eine thread mit dem Thema geben, so ersuche ich die Bordadministration, den Beirtag dorthin zu verschieben.
Title: e-ticketing
Post by: darkweasel on April 29, 2013, 06:40:23 PM
Oh ja, das finde ich toll - endlich wird jeder unserer Wege von den WL und somit vom Staat überwacht. :daumenrunter: (Das mit der Londoner Babysitterin ist dir bekannt?) Und endlich muss ich bei jeder Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels darauf achten, dass das mit dem NFC funktioniert hat, sonst ist man ein Schwarzfahrer. :daumenrunter:

Wenn das kommt, sind mich die WL als Fahrgast los - ich habe überhaupt kein Interesse daran, dass die WL wissen, wo ich zu welcher Zeit war. Und durch Datenlücken dann womöglich auch noch der Rest der Welt. :daumenrunter:
Title: e-ticketing
Post by: Dan on April 29, 2013, 07:11:44 PM
Im Gegensatz zu den Fahrscheinen müssen die Smartcards dann bei jeder Fahrt gelesen werden, wodurch der Bedarf an Automaten nicht sinkt, sondern eher steigt (weil man dann an jedem Einstieg bei Bim und Bus einen Entwerter haben muss, anstatt 0-3 pro Fahrzeug). Ähnlich verhält es sich bei den U-Bahn-Eingängen. Die flexible Tarifgestaltung mag nett klingen, aber wenn dann auf einmal die Bäckereiverkäuferin mit ihren 1070€ netto monatlich, die auf die Wiener Linien angewiesen ist, am Ende des Jahres eine Nachforderung von 150€ bekommt, dann schaut das schon wieder ganz anders aus. Und eine Karte, bei der die Jahresrechnung geringer wird, je öfter ich sie einsetze, werde ich mir auf jeden Fall nicht besorgen. Das derzeitige Zeitkartensystem finde ich recht angenehm, es bereitet mir zirka 1,5 Minuten Arbeit pro Jahr: Brief öffnen, Marke auf die Jahreskarte kleben, fertig.
Title: RE: e-ticketing
Post by: 29er on April 29, 2013, 07:25:38 PM
Quote from: 'Arkadier',index.php?page=Thread&postID=279986#post279986
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
Wenn das so gut wie derzeit bei den Supermarkt-Kassen funktioniert, dann Gute Nacht. Ich habe es in den letzten Wochen erlebt, dass die Terminals nicht funktioniert haben - im Supermarkt kann man wenigstens die Kassa wechseln aber was mache ich wenn die Einrichtung am Bahnsteig nicht funktioniert? Ich bin ja kein Schwarzseher aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sowas in Wien funktionieren soll (ich habe jetzt nichts gegen das System selber, aber WL + Technik = ... ).
Title: e-ticketing
Post by: Ottakring on April 29, 2013, 09:41:11 PM
Sowohl vom Gesichtspunkt des Datenschutzes als auch der Umweltverträglichkeit halte ich nichts von der Idee. Zwar kann es mir wurscht sein, ob jemand weiß, daß ich am 15.April vom Schuhmeierplatz nach Heiligenstadt gefahren bin und das jeden 3. Tag mache, aber es geht auch niemand etwas an. Höchstens wenn ich ein Alibi für die Kripo brauche, wäre das vielleicht ein Segen, aber ich nehme nicht an, in so eine Situation zu kommen. Anderseits kursieren ohnehin schon so viele Chipkarten auf der Welt herum, und jede verbraucht irgendwelche wertvolle seltene Rohstoffe; auch der Elektrosmog (dessen Harmlosigkeit respektive Gefährlichkeit ein großes Thema für wissenschaftliche Diskussionen darstellt) würde wieder um eine Facette erweitert.
Title: e-ticketing
Post by: Schienenfreak on April 29, 2013, 11:07:44 PM
Binzwar immer offen für Neues/Modernes, aber das jetztige österreichische/Wiener System finde ich eh gut.
Title: e-ticketing
Post by: Nussdorf on April 30, 2013, 08:17:17 AM
NFC? Vielleicht in 10 Jahren.
Und bis dahin hieße es, beim Ein- und beim Aussteigen "Markieren". Das System gibt es in Südtirol, funktioniert dort auch; in Wien müssten aber massiv Entwerter angeschafft werden, nämlich für jede Türe, und der Ein- und Ausstieg würde sich deutlich verlangsamen. Insgesamt also sicher teurer als jetzt, von der schwierigen Umgewöhnung ganz zu schweigen. Also ein Klares Nein.
Title: e-ticketing
Post by: schaffnerlos on April 30, 2013, 09:58:27 AM
In Wien alleine wäre so ein System sinnlos, für den VOR überlegenswert aber erst bei einer nationalen Einführung würde es die Stärken ausspielen können. Das wäre natürlich ein langfristiges Projekt.

Datenschutzbedenken sind ernst zu nehmen, aber ich weise nochmals darauf hin, dass anonyme Prepaid-Karten als Option eigentlich ein Muss sein sollten.
Title: e-ticketing
Post by: Arkadier on April 30, 2013, 10:18:54 AM
Zum Thema Datenschutz sei angemerkt, dass eigentlich nur die Benützung als solche registriert wird, jedoch keinerlei Ziel. D.h. sollte jemand nur z. B. ein Verkehrsmittel  benützen, wird nur der Fahrtantritt übermittelt. Wo die Person dann aussteigt, ist nicht relevant. Und wer heute in die U-Bahn einsteigt, kann selbst feststellen, das zeitweise fast mehr als 80% ein Handy mitführen und auch benützen. Damit lassen sich weit mehr relevante Bewegungsmuster erfassen, als den meisten wirklich bewußt sein dürfte - aber es scheint niemanden zu stören, den es ist anscheinend ungeheuer wichtig, ständig online zu sein.
Die Lese-/Registriergeräte ließen sich leicht in die Türen integrieren - sicher schöner, als in manchen Einkaufsläden, wo jeder am Ein- und Ausgang von einer "Datenschleuse" kontrolliert wird. Auch hier haben sich die Kunden mehr oder weniger daran gewöhnt.
Das eine Systemumstellung einmal Kosten mit sich bringt, liegt in der Natuir der Sache, allerdings könnte man sich erst einmal Gedanken über den positiven Nutzen machen.

Quote from: 'Dan','index.php?page=Thread&postID=279988#post279988'
Und eine Karte, bei der die Jahresrechnung geringer wird, je öfter ich sie einsetze, werde ich mir auf jeden Fall nicht besorgen.
Eigentlich schade, denn es wäre gut, die Menschen mehr zur Benutzung der Öffis anzuregen und genau dies wäre eine gute Möglichkeit. Ein ähnlicher Effekt wird ja auch bei den Jahreskarten ausgenützt. Allerdings soll es ja auch Leute geben (und derer werden mehr) , die sich mehr Flexibilität wünschen, denn sie können nicht genau für die nächste Woche oder Monat voraussagen, wann sie nun ein Öffi brauchen/nutzen oder nicht, da sie ihre persönlichen Umstände oder Erwebstätigkeit zu dieser Flexibilität zwingt.
Title: e-ticketing
Post by: 29er on April 30, 2013, 10:47:03 AM
Quote from: 'Arkadier',index.php?page=Thread&postID=280011#post280011
Eigentlich schade, denn es wäre gut, die Menschen mehr zur Benutzung der Öffis anzuregen und genau dies wäre eine gute Möglichkeit.
Wenn das Angebot nicht passt, bringt so ein Anreiz eher nicht viel wenn die Leute nicht langfristig an die Öffis gebunden werden. Ich würde auch 500 € für die Jahreskarte zahlen, wenn die Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit & Co. stimmen werden aber sowas kann man in Wien auf keinen Fall erwarten.  :(
Title: e-ticketing
Post by: ibi on April 30, 2013, 04:24:22 PM
Das Tarifmodell ist natürlich Unsinn, denn es animiert dazu mit den Öffis im Kreis zu fahren, damit die Rechnung billiger wird.

Die Datenschutzbedenken halte ich für übertrieben, da der überwiegende Großteil ohnehin ein Handy hat. Solange es nicht verpflichtend ist (eben z.B. prepaid-Karten) sehe ich da kein Problem.
Title: e-ticketing
Post by: Linie 255 on April 30, 2013, 07:15:33 PM
Ich sag zu diese Idee nur eins wozu brauchen wir sowas wenn das alte Sythem gut funktioniert?
Was mich bei der Smartcard so richtig stört ist von wo soll ich am Schluss wissen wie viel der Spaß gekostet hat? Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen? Ich bin eine Person der mit dem Öffi so gut wie überall hinfährt (ganz Wien) und das mehrmals täglich. Kurz gesagt mit dem jetztigen Sythem weiß ich wenigstens wie viel ich für ein Fahrschein zahle(einen guten preis) mit dem neuen Sythem würde ich in Dunkeln tappen.
Title: e-ticketing
Post by: Arkadier on April 30, 2013, 08:15:28 PM
Quote from: 'Linie 255','index.php?page=Thread&postID=280030#post280030'
Was mich bei der Smartcard so richtig stört ist von wo soll ich am Schluss wissen wie viel der Spaß gekostet hat? Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen?
Das Problem ist eigentlich keines. So wie bei anderen Betrieben oder Versorgungsunternehmen auch, kann man über seinen Account ständig seinen Fahrtenstand abfragen - und damit auch den Stand seiner Vergünstigung. Damit tappt man weniger im Dunkeln als jetzt - oder sammelt jemand seine Fahrscheine über ein Jahr?
Title: e-ticketing
Post by: Linie 255 on April 30, 2013, 08:42:31 PM
Quote
Quote
Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen?
kann man über seinen Account ständig seinen Fahrtenstand abfragen
Ist das nicht das selbe? (ich muss nachschauen)
Title: e-ticketing
Post by: tgv325 on April 30, 2013, 11:01:03 PM
Der Vorschlag verursacht nur enorme Kosten und de facto keinen Nutzen, weder für die Fahrgäste noch für die Betreiber. Im Gegenteil, der Fahrgast "darf" dann jedes Mal sein Ticket "entwerten", statt es einfach nur mit zu haben. "ÖV-E-Tickets" sind für kleine Betreiber oder neue Öffi-Systeme sicher eine nette Spielerei, für große Netze wie das Wiener Öffi-Netz mit hervorragend funktionierendem Tarifsystem sind sie aber einfach nur entbehrlich.
Title: e-ticketing
Post by: Nussdorf on May 01, 2013, 07:31:02 PM
Quote from: 'tgv325','index.php?page=Thread&postID=280044#post280044'
Der Vorschlag verursacht nur enorme Kosten und de facto keinen Nutzen, weder für die Fahrgäste noch für die Betreiber. Im Gegenteil, der Fahrgast "darf" dann jedes Mal sein Ticket "entwerten", statt es einfach nur mit zu haben. "ÖV-E-Tickets" sind für kleine Betreiber oder neue Öffi-Systeme sicher eine nette Spielerei, für große Netze wie das Wiener Öffi-Netz mit hervorragend funktionierendem Tarifsystem sind sie aber einfach nur entbehrlich.
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen
Title: e-ticketing
Post by: 67er on May 01, 2013, 08:41:59 PM
Quote from: 'Nussdorf','index.php?page=Thread&postID=280087#post280087'
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen
Entschuldige, falls ich diesbezüglich etwas schwerfällig, altmodisch oder umständlich wirken sollte, aber ist es für den Besitzer einer klassischen Zeitkarte derzeit nicht auch schon so, dass er bei häufiger Nutzung für den einzelnen Kilometer weniger als bei seltener Nutzung zahlt? Als Jahreskartenbesitzer kann ich persönlich an dem vorgeschlagenen e-ticketing-System für den Fahrgast noch immer keinen Vorteil  erkennen.
Title: e-ticketing
Post by: nonscio on May 01, 2013, 09:05:27 PM
Quote from: 'Arkadier','index.php?page=Thread&postID=279986#post279986'
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind. Ein e-ticket in Form einer Smartcard hätte hier viele Vorteile, wie z.B.
•   Jeder Kunde sucht sich ein für ihn passendes Grundtarifsystem. Dabei wird ein gewählter Fixbetrag monatlich vom Konto abgebucht.
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
•   Je öfter der Kunde die Karte einsetzt, um so geringer wird seine Jahresrechnung. Nach Überschreiten des Jahresstichtages bekommt er entweder eine Gutschrift, oder eine Forderung bezüglich einer Nachzahlung.
•   Gleichzeitig erfolgt eine neue Einstufung für die kommenden monatliche Abbuchungen.
•   Für die Kunden entfällt das lästige Kaufen und/oder die Suche nach dem richtigen Fahrschein.
•   Die Linienbetreiber sparen sich die Fahrschein- und Stempelautomaten – es gibt nur mehr Automaten für das e-ticket.
•   Wegfall des Papier und Druckfarbenverbrauches – abfärbende und/oder unzureichend gestempelte Fahrscheine gehören damit der Vergangenheit an.
•   Jedes e-ticket hat einen eigenen Code. Bei Verlust oder Diebstahl kann dieser Code gesperrt werden.
•   Das e-ticket ist übertragbar, allerdings kann nur jeweils von einer Person verwendet werden.
•   Die Kontrollen gestalten sich ebenso einfach durch NFC. Die Karte wird in die Nähe des Kontrollergerätes (kann stationär oder mobil sein) gehalten, welches die Daten abfragt, z.B. ob sich der Code dieser Karte doppelt im System befindet, die Karte als gestohlen gemeldet ist, etc.
•   Nach einer gewissen Einsatzzeit ist aus Sicherheitsgründen eine neue Karte zu lösen.

System bereits vorhanden, heißt Jahreskarte, seit Jahrzehnten in Gebrauch; keine zusätzlichen Geräte, keine neuen Technologien.
Und für die paar Fahrten im Jahr die ich außerhalb der gewohnten Wege mache kauf ich mir einen Fahrschein, gerne auch im Internet; weil herauszubekommen wieviele Zonen man benötigt ist wirklich unangenehm, das soll mir das Kastl sagen.

never change a running system, ist zwar technologisch interessant aber sowohl die Basisinvestition wie auch die Kosten des laufenden Betriebs sind damit nicht zu verdienen.
Title: e-ticketing
Post by: tgv325 on May 01, 2013, 09:43:56 PM
Quote from: '67er',index.php?page=Thread&postID=280098#post280098
Quote from: 'Nussdorf','index.php?page=Thread&postID=280087#post280087'
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen
Entschuldige, falls ich diesbezüglich etwas schwerfällig, altmodisch oder umständlich wirken sollte, aber ist es für den Besitzer einer klassischen Zeitkarte derzeit nicht auch schon so, dass er bei häufiger Nutzung für den einzelnen Kilometer weniger als bei seltener Nutzung zahlt? Als Jahreskartenbesitzer kann ich persönlich an dem vorgeschlagenen e-ticketing-System für den Fahrgast noch immer keinen Vorteil  erkennen.

Erstens, ja, und zweitens muss doch jedem klar sein, dass für einen Vielfahrer nach einem Jahr genau der Tarif der Jahreskarte bei der Abrechnung rauskommen würde. Verbesserung für Vielfahrer gibt es also keine, dafür darf dann irgendein Karterl ein paar tausend Mal im Jahr an Lesegeräte gehalten werden. Und für den Betreiber kommt im günstigsten Fall genau so viel Geld "herein" wie bisher, aber es müssten zig Millionen in das System investiert werden. Niemand der bei Sinnen ist, kann sich für Wien so ein System wünschen...
Title: e-ticketing
Post by: 67er on May 02, 2013, 07:21:49 PM
Quote from: 'tgv325','index.php?page=Thread&postID=280102#post280102'
Und für den Betreiber kommt im günstigsten Fall genau so viel Geld "herein" wie bisher, aber es müssten zig Millionen in das System investiert werden. Niemand der bei Sinnen ist, kann sich für Wien so ein System wünschen...
Und schon kommt die Betriebswirtschaftslehre ins Spiel, die besagt, dass sich Investitionen amortisieren müssen.

Wenn die Investition keine Effizienzsteigerung (höherer Umsatz, geringere Produktionskosten [fixe und variable]) bewirkt, bleibt immer noch das Instrument der Verkaufspreiskalkulation. In der Regel bedeutet das die Erhöhung des Gemeinkostenzuschlags = Anheben des Verkaufspreises, was gleichzeitig aber wieder einen Umsatzrückgang auslösen kann. Naja, im schlimmsten Falle gibt es ja noch ein Zauberwort: Subvention...

Dass sich die Rentabilitätsrechnung der Wiener Linien - die einen Beförderungsleistungs-Auftrag zu erfüllen haben - für die grundsätzliche Infrastruktur nicht nur an den betriebswirtschaftlichen Grundsätzen orientieren kann, das ist schon klar, weniger notwendig erscheinende Investitionen sollten allerdings sehr wohl einer strengen Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden.
Title: e-ticketing
Post by: john_malkovich on May 20, 2013, 02:53:02 AM
Quote from: 'Arkadier','index.php?page=Thread&postID=279986#post279986'
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind.
... vor geraumer Zeit gab es bereits einen thread dazu. die WL betreiben laut einem Bericht in der FUZO ein Projekt in dem gerade ein neues elektronisches Ticketsystem ausgearbeitet wird.
siehe:
[PM] futurezone.at: Neue Funkkarte für Wiener Öffis in Planung (http://'http://fpdwl.at/forum/wiener-linien/allgemeines/11851-pm-futurezone-at-neue-funkkarte-f-r-wiener-ffis-in-planung/')

In der obigen Diskussion wurde die technische Lösung eines e-tickets im (funk)Chipformat automatisch mit einer Reform des Tarifmodells verknüpft. Für mich handelt es sich dabei allerdings um zwei paar Schuhe! Nur weil auf ein anderes Fahrkartenformat umgestellt wird, so muss sich nicht gleich automatisch das ganze Tarifsystem ändern. Genauso wenig ändert sich dabei auch irgendetwas am offenen, barrierefreien Zugang ohne Drehkreuz, wie es die Wiener und Wienerinnen gewohnt sind. Irgendwelche "Lese-/Registriergeräte" in Türen zu montieren ist daher ebenso wenig notwendig!


Durch ein e-ticket im (funk)Chipformat ändert sich für den (Jahreskarten)Kunden im Grunde so gut wie gar nichts! Wenn die Karte gültig ist, dann ist sie es auch - da benötigt es weder ein lästiges stempeln an irgendeinem Terminal, noch irgendein zusätzliches Aufladen! Nur im Falle einer stichprobenartigen Fahrscheinkontrolle durch einen Kontrolleur muss man die Karte gegen ein mobiles Lesegerät halten damit die Gültigkeit des Tickets bescheinigt wird. Anstatt eines altbewährten Fahrkartenzwickers mit Tinte, setzt man eben einfach auf ein digitales System via Funkterminal.


Der Mehraufwand hält sich also in Grenzen, denn die alten Ticket Automaten und Fahrscheinentwerter müssen sowieso irgendwann einmal ausgemustert werden. Auch optisch würde sich nicht allzu viel ändern. Anstelle eines Schlitzes in der Mitte werden die Fahrkartenentwerter einfach einen runden Teller aufweisen, der entweder seitlich vertikal oder oben horizontal angebracht ist. Nur Fahrgäste ohne Jahreskarte müssen sich anstelle eines Streifenfahrscheins eine wiederaufladbare RFID (Funkt)Chipkarte zulegen und diese über das Internet (z.B. Paypal) oder an einem Terminal aufladen, um diese am modifizierten Fahrkartenentwerter einzulösen bzw. dagegenzuhalten. Falls nicht genug Guthaben auf der Karten oben ist, dann blickt der Automat rot. Wenn alles passt dann blickt er eben grün. Also im Grunde ist es das selbe Prozedere wie mit einem Streifenticket, nur halt in der digitalen Variante.


Ergo muss sich durch die Implementierung des RFID Modells am System in der Kernzone 100 eigentlich recht wenig ändern.

Bei der Konvertierung dieses Beitrags aus dem alten fpdwl-Forum sind folgende Probleme aufgetreten:
Title: e-ticketing
Post by: umweltretter on May 04, 2016, 11:06:37 PM
In Deutschland ging der BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Technik an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wegen deren kontaktloser Chipkarte, auch „(((eTicket“ genannt.
Details und Hintergründe hier:  ---->  https://bigbrotherawards.de/2016/technik-berliner-verkehrsbetriebe-bvg