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Sonstiges => ÖV im restlichen Österreich => Topic started by: ziptul on January 08, 2010, 04:44:01 PM

Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: ziptul on January 08, 2010, 04:44:01 PM
Hallo!
Ich hoffe, dass das das richtige Forum ist und die Frage nicht schon irgendwo steht ...

Zitat von http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1046906 (http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1046906) (Absätze von mir)
Quote
Die Zeit ist reif für eine Österreich-Netzkarte!
 8.1.2010
Neue Facebook-Gruppe -mehr als 1000 Mitglieder in 3 Tagen!!  

Vor zwei Jahren war sie noch eine ausgemachte Sache und es wurde nur noch über den Preis gefeilscht. Seit dem Antritt der neuen Regierung ist ein Verhandler (der ehemalige Finanzminister Molterer, ÖVP) abhanden gekommen und der andere (der damalige Verkehrsminister Faymann, SPÖ) ist Bundeskanzler geworden und kann sich an nichts erinnern.
Das Bedürfnis nach einer österreichweiten Netzkarte für alle Öffis ist aber nach wie vor ungebrochen.  Auf mehr als tausend 1000 Mitglieder in bloß 3 Tagen kann die Facebook-Gruppe „Für eine Österreich-Netzkarte für alle Öffis“ verweisen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Stimmung für ein General-Ticket, das auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln in ganz Österreich gilt, abzuchecken. Und das ist ein klares Votum, zumal die Gruppe erst in den Kinderschuhen steckt.
Innerhalb der nächsten 10 Tage soll eine Petition online gehen, die die Einführung einer solchen Jahreskarte fordert. Gerade werden auf der Pinnwand und im Diskussionsforum der Gruppe die Rahmenbedingungen erfasst. Hier gibt es eine breite Palette von Meinungen, dennoch kristallisieren sich folgende Forderungen als mehrheitsfähig heraus:  
1.) Das Ticket soll auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich gelten und eine weitere Ergänzung im System der Monats- und Jahreskarten einzelner Regionen und Verkehrsverbünde sein.  
2.) Der Preis für das Ticket soll für den Einzelnen nicht mehr als € 1490,-/Jahr kosten, denn es soll preislich auf jeden Fall einen Anreiz zur Klimaschonung durch Umstieg vom Auto auf die Öffis geben.  
3.) Es soll eine analoge Regelung wie bei den ÖBB-Vorteils bzw. Österreichcards geben, was für Familien, Kinder, Jugendliche und SeniorInnen eine Gratis- bzw. stark ermäßigte Benützung bedeutet.  
4.) Ein eigener Sozialtarif soll bedürftigen Menschen bzw. Menschen in Ausbildung eine Gratisnützung der Öffis ermöglichen.  5.) Die Jahresgebühr soll - wie bei anderen Jahreskarten - in 10 Raten zahlbar sein.  
6.) Gleichzeitig soll der Ausbau des öffentlichen Verkehrs gefordert werden, damit dieses Angebot für möglichst viele Menschen attraktiv ist.  
Die Einführung vor 2 Jahren scheiterte, laut gleichlautenden Informationen aus dem Verkehrsministerium und dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ), am Preis. Während Minister Faymann von max. € 1.900,- ausging, forderten die eingebundenen Verkehrsverbünde € 2.400,- als Jahresgebühr.
Da der öffentliche Verkehr aber ohnehin subventioniert werden muss und sich in Zeiten wie diesen auch ein Fenster für klimaschonende Maßnahmen auftut, sollte diese Frage nicht die entscheidende sein. Die Mittel müssten aus verschiedenen Quellen zur Verfügung zu stellen sein. Die Zeit ist überreif!  Facebook-Gruppe:http://www.facebook.com/group.php?gid=231617042841&ref=ts  Petition online in Kürze, wir berichten darüber!  Der Autor, Dipl.-Päd. Michael Dräger, geb. 1966, ist Gründer der Gruppe und Direktor der Lernwerkstatt Baden sowie Obmann der Vinzenzgemeinschaft Baden, Supervisor, Trainer und Energethiker.
Kurzfassung: Es geht um eine österreichweite Netzkarte für die Preise zwischen 1500 und 2500 Euro im Raum stehen. Ich würde gerne fragen:
1. was haltet ihr von der Idee?
2. ist das teuer? was ist teuer?
3. welche auswirkungen hätte das auf leute, die mit einzelfahrscheinen unterwegs sind.
bin gespannt auf Meinungen, hab selber kaum eine (außer, dass mich sowas schon interessieren würde, wenn ich es mir leisten könnte, und ich mir vorstellen kann, dass ich bestimmte fahrten schon mit dem Zug machen würde, weil ich jetzt durchaus öfters das Auto auch für Hauptstadtfahrten genommen habe, weil die ÖBB einfach schweineteuer ist - andererseits hab ich heute erlebt, dass ich unter widrigen Bedingungen zur Arbeit mit dem Auto immer noch nicht mehr Zeit brauche als öffentlich der Überdrüberoptimalfall wäre ...)
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: darkweasel on January 08, 2010, 04:53:45 PM
Nicht mehr als 1490 Euronen? Zum Vergleich kostet eine VOR-Jahreskarte (http://www.vor.at/tickets/jahreskarten/) für das ganze Netz mit B-Zonen 1697€ (bei Ratenzahlung) bzw. 1678€ (bei Einmalzahlung). Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sinnvoll ist, für ganz Österreich 1490€ zu verlangen und nur für den ganzen VOR 1678€ ...

edit: Korrektur des URL-Codes
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 13er on January 08, 2010, 05:05:24 PM
Quote
Original von darkweasel
Nicht mehr als 1490 Euronen? Zum Vergleich kostet eine VOR-Jahreskarte (http://www.vor.at/tickets/jahreskarten/) für das ganze Netz mit B-Zonen 1697€ (bei Ratenzahlung) bzw. 1678€ (bei Einmalzahlung). Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sinnvoll ist, für ganz Österreich 1490€ zu verlangen und nur für den ganzen VOR 1678€ ...
Das würde dann natürlich angepasst werden. Preise für öffentliche Verkehrsmittel entstehen nicht vorwiegend nach wirtschaftlichen, sondern nach politischen Erwägungen. Das sollte man nie vergessen.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 29er on January 08, 2010, 06:05:25 PM
1490 € ist eindeutig ein Fantasiepreis - soviel kostet vielleicht eine Jahreskarte für Behinderte, Senioren oder Jugendliche. Der Vollpreis wäre für mich bei rund 2000 € vorstellbar (2500 € für 1.Klasse/First Class mit event. 10 Gratisfahrten in der Premium-Class).
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 13er on January 08, 2010, 06:29:55 PM
Noch einmal - 1490 Euro oder 780 oder 2120 sind eine vollkommen willkürliche Festlegung. Wenn der Staat morgen sagt, ja, öffentlicher Verkehr ist uns etwas wert, dann erhöht er die Subventionen der Verkehrsbetriebe und du bekommst eine Jahreskarte um 200 Euro. Es ist nur eine Frage der Verteilung von Ressourcen, nicht der prinzipiellen Machbarkeit!
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: schaffnerlos on January 08, 2010, 08:37:00 PM
Die 1490 € sind jener Preis, von dem man sich den meisten Nutzen erhofft. Ist die Karte EDIT:teurer, wird sie zu wenig gekauft und der Aufwand ist überproportional hoch. Ist sie billiger, muss man mehr zuschießen. Wie 13er schreibt, ist dies eine rein politische Entscheidung. Man hat ernsthaft erwogen, diese Karte einzuführen, aber derzeit wird das nicht wirklich ernsthaft weiterverfolgt.


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1. was haltet ihr von der Idee?
Sehr viel, wenn es eben nicht zu teuer und zu verwässert ist, also ähnlich dem GA in der Schweiz.


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2. ist das teuer? was ist teuer?
Es wäre meiner Meinung nach angemessen.


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3. welche auswirkungen hätte das auf leute, die mit einzelfahrscheinen unterwegs sind.

Keine, diese Netzkarte ist vor allem für Vielfahrer gedacht und diese sind eher selten mit Einzelfahrscheinen unterwegs. Ausgenommen sind Strecken im Fernverkehr, da es keine wirklich brauchbaren Netzkarten gibt, hier werden sicherlich einige Einzelfahrscheinfahrgäste auf die Österreich-Netzkarte umsteigen.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: VT 5081 on January 08, 2010, 08:48:48 PM
Quote
Original von schaffnerlos
Ist die Karte billiger, wird sie zu wenig gekauft und der Aufwand ist überproportional hoch.
Komische Logik... ;-))

SCNR,
VT
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ottakring on January 09, 2010, 06:45:19 PM
War wohl nur ein Wahlkampfzuckerl - aber ich wäre der Erste, der zugreift. Ein realistischer Preis erscheint mir 1990 Euro.
A propos: Es gibt ja die "Österreich-Card" für die Bahn (um 1790 €) - aber die wird real immer dann teuerer, wenn wieder einmal eine Bahnstrecke durch Busse ersetzt wird, weil sie nur auf Bahnstrecken gilt und somit die nutzbare Streckenlänge sinkt.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Millie on January 27, 2010, 10:38:26 AM
Stimmt, genau das ist wohl der Grund warum wirklich viele so eine allgemeine Jahreskarte willkommen heissen würden, allein wenn man schon bedenkt wenn man nach Wien pendelt samt der Öffis hier - da zahlt man, ich bin gespannt wanns die ÖBB nun endlich wagt!
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: WeSt on January 28, 2010, 10:53:50 AM
Quote
Original von Millie
Stimmt, genau das ist wohl der Grund warum wirklich viele so eine allgemeine Jahreskarte willkommen heissen würden, allein wenn man schon bedenkt wenn man nach Wien pendelt samt der Öffis hier - da zahlt man, ich bin gespannt wanns die ÖBB nun endlich wagt!
Stimmt, für eine Zwei-Außenzonen-plus-Kernzone-Jahreskarte im VOR ist bei mir ein gepflegtes Monatsgehalt draufgegangen... allerdings würde diese Österreich-Card trotzdem noch fast bis über das Doppelte kosten, da muß man schon kräftig in Österreich unterwegs sein, damit sich die lohnt.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Linie 41 on January 28, 2010, 12:16:54 PM
Ein Generalabo in der Schweiz kostet gerade einmal 3100 Franken, das entspricht etwa 2000 Euro. Jetzt möge einmal jeder kurz überlegen, wie gut das öffentliche Verkehrsnetz in der Schweiz ausgebaut ist und wie bei uns (dort sind sogar Seil- und Zahnradbahnen inkludiert!). Dann muß man unweigerlich zum Schluß kommen, daß man in Österreich nicht mehr als 1600 Euro verlangen kann.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Kristal on February 10, 2010, 02:36:22 PM
Für mich persönlich sind auch 2000 Euro jährlich viel zu viel. Der Preis sollte meiner Meinung nach nicht so hoch sein, damit andere von PKW auf Öffis aussteigen.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: moszkva tér on February 10, 2010, 02:58:32 PM
Quote
Original von Kristal
Für mich persönlich sind auch 2000 Euro jährlich viel zu viel. Der Preis sollte meiner Meinung nach nicht so hoch sein, damit andere von PKW auf Öffis aussteigen.

2000 Euro jährlich sind viel Geld. Man sollte aber gegenrechnen, was die Erhaltung eines PKW so kostet. Ich z.B. zahle im Jahr ca. 900 Euro alleine für Steuer+Versicherung, dann noch ca. 160 Euro Parkpickerl und 75 Euro Vignette (letztere beiden sind optional 8-))
Pickerl, Service, Reifenwechsel usw. sind ja auch nicht zu vernachlässigen.

Da ist man schnell in ähnlichen Sphären, ohne noch einen Meter mit dem Wagen gefahren zu sein
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Zug fährt ab! on February 10, 2010, 03:05:53 PM
Eine interessante Variante wäre meiner Meinung nach, einfach Freifahrt einzuführen und stattdessen eine ÖV-Steuer (also eine Art "Pflichtjahreskarte") einzuheben.

Die Steuer sollte vom Bruttoeinkommen und von der Zumutbarkeit abhängen (wer etwa in der Stadt lebt und arbeitet, zahlt etwas mehr).

Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
- Einsparung von Schaffnern, Kontrolleuren, Entwertern, Verkaufsautomaten u.ä.
- Gesteigerte ÖV-Nutzung (für das Auto muss man extra zahlen, für die Öffis nicht)

Zusammen mit Investitionen in das ÖV-Netz und Attraktivitätssteigerungen ist das wohl der beste Weg (wenn auch politisch derzeit nicht umsetzbar).
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: moszkva tér on February 10, 2010, 03:20:55 PM
Quote
Original von Zug fährt ab!
Eine interessante Variante wäre meiner Meinung nach, einfach Freifahrt einzuführen und stattdessen eine ÖV-Steuer (also eine Art "Pflichtjahreskarte") einzuheben.

Die Steuer sollte vom Bruttoeinkommen und von der Zumutbarkeit abhängen (wer etwa in der Stadt lebt und arbeitet, zahlt etwas mehr).

Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
- Einsparung von Schaffnern, Kontrolleuren, Entwertern, Verkaufsautomaten u.ä.
- Gesteigerte ÖV-Nutzung (für das Auto muss man extra zahlen, für die Öffis nicht)

Zusammen mit Investitionen in das ÖV-Netz und Attraktivitätssteigerungen ist das wohl der beste Weg (wenn auch politisch derzeit nicht umsetzbar).

Da wäre ich sofort dafür! :daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:
Aber dann kommt sicher der Aufschrei diverser Gruppen:
Von politisch rechts: "Dann kommen alle Auslender, um bei uns gratis mit der Bann zu fahren. Freifart nuhr mit Verpflichtende Deutschkurse!"
Von den Pensionisten: "Dann gibts ja keine Pensionistenermäßigungen mehr"
Von der Autolobby: "Wir werden eh schon drei mal abgezockt, und jetzt sollen wir auch noch das alles finanzieren?!"
Von Niki Lauda: "Ich habe mich schon bei der EU-Wettbewerbskommission beschwert, weil die ÖBB auf der Strecke VIE-INN mit staatlichen Förderungen ein massives Preisdumping betreibt!"
Was sagen eigentlich Richie Lugner und der Dichand dazu? :D

Aber prinzipiell eine Super Idee!
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: darkweasel on February 10, 2010, 04:08:59 PM
Quote
Original von moszkva tér
Von politisch rechts: "Dann kommen alle Auslender, um bei uns gratis mit der Bann zu fahren. Freifart nuhr mit Verpflichtende Deutschkurse!"
Von den Pensionisten: "Dann gibts ja keine Pensionistenermäßigungen mehr"
Von der Autolobby: "Wir werden eh schon drei mal abgezockt, und jetzt sollen wir auch noch das alles finanzieren?!"
Von Niki Lauda: "Ich habe mich schon bei der EU-Wettbewerbskommission beschwert, weil die ÖBB auf der Strecke VIE-INN mit staatlichen Förderungen ein massives Preisdumping betreibt!"
Was sagen eigentlich Richie Lugner und der Dichand dazu? :D
Lehrergewerkschaft: "Wir werden nicht zwei Stunden mehr eine Stunde mehr Bahn fahren! Stattdessen streichen wir die Urlaubstage für Straßenbahnfahrer." (Warum gibt's den Code hier nicht?)
Geschäftsleute: "Dann muss ja der ÖV ausgebaut werden und es gehen ganze 100 Parkplätze in ganz Wien verloren, da können wir gleich zusperren!"
FPÖ: "Die Fahrkarten sind ein elementarer Bestandteil unserer österreichischen Kultur! Die Grünen haben offenbar nichts dagegen, wenn nigerianische Drogendealer (danke an tramway.at für diese Idee) mit der Bahn fahren und ..."
ÖVP: "Die Fahrkarten müssen aus Wiener Tradition erhalten werden! Es kann nicht sein, dass man irgendwas einfach so ändert!"
Kirche: "Dann müssen die Straßenbahnfahrer sonntags noch mehr arbeiten, der Sonntag muss aber ein Ruhetag sein!"
BI-Reichsratsstraße: "Das geht nicht, denn erstens ist der ÖV dann meistens gar nicht benutzbar und zweitens kostet das viel zu viel und drittens stört das die Anrainer an den Bahnhöfen, wenn da so viele Leute sind und viertens, also äh, das Weltkulturerbe muss erhalten bleiben und fünftens gibt es eine gewisse Anzahl an Alternativen, nämlich - null. Null ist auch eine gewisse Anzahl!"

Zurück zum Ernsten: Natürlich ist diese Idee gut, aber deren Umsetzung wird wohl nicht kommen. Wir können davon nur träumen.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 5er-Franzi on February 10, 2010, 05:13:45 PM
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Original von moszkva tér
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Original von Kristal
Für mich persönlich sind auch 2000 Euro jährlich viel zu viel. Der Preis sollte meiner Meinung nach nicht so hoch sein, damit andere von PKW auf Öffis aussteigen.

2000 Euro jährlich sind viel Geld. Man sollte aber gegenrechnen, was die Erhaltung eines PKW so kostet. Ich z.B. zahle im Jahr ca. 900 Euro alleine für Steuer+Versicherung, dann noch ca. 160 Euro Parkpickerl und 75 Euro Vignette (letztere beiden sind optional 8-))
Pickerl, Service, Reifenwechsel usw. sind ja auch nicht zu vernachlässigen.

Da ist man schnell in ähnlichen Sphären, ohne noch einen Meter mit dem Wagen gefahren zu sein

Das wichtigste und teuerste hast du vergessen. 8-)
----> SPRIT
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: moszkva tér on February 10, 2010, 05:27:39 PM
[
Quote
Original von 5er-Franzi
Das wichtigste und teuerste hast du vergessen. 8-)
----> SPRIT

eben nicht...

Quote
Original von moszkva tér
Da ist man schnell in ähnlichen Sphären, ohne noch einen Meter mit dem Wagen gefahren zu sein

Ich habe nur die Fixkosten betrachtet, keine variablen Kosten. Spritkosten sind variabel, je nachdem, wieviel man fährt.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ferry on February 10, 2010, 05:42:14 PM
Quote
Original von moszkva tér
Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
Und das findest du sozial gerecht?

Quote
(wenn auch politisch derzeit nicht umsetzbar).
Nicht derzeit. Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: matboy on February 10, 2010, 05:47:52 PM
Ich würde deutlich weiter gehen. Warum nur eine gemeinsame Jahreskarte ? Warum nicht gleich ein österreichweiter Verkehrsverbund ? Schluss mit übertriebenen Föderalismus und Tarifdschungel !
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Zug fährt ab! on February 10, 2010, 05:49:52 PM
Die Zitate sind von mir, nicht von "moszkva tér".

Quote
Original von Ferry
Und das findest du sozial gerecht?

Ja. Genau so, wie ich es sozial gerecht finde, dass jemand mit 1.000 Euro Einkommen weniger Lohnsteuer, SV-Abgaben usw. als jemand mit 5.000 Euro Einkommen zahlt.

Gegenfrage: Findest du Halbpreis-, Schüler- und Studententickets sozial gerecht?

Quote
Nicht derzeit. Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?

Beschwerst du dich auch darüber, dass du Arbeitslosenversicherung zahlen musst, obwohl du nicht arbeitslos bist? Dass du Krankenversicherung zahlen musst, obwohl du nicht krank bist? Dass du Unfallversicherung zahlen musst, obwohl du keinen Unfall hattest? Dass du Pensionsversicherung zahlen musst, obwohl du nicht Pensionist bist?
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: moszkva tér on February 10, 2010, 08:43:57 PM
Quote
Original von Ferry
Quote
Original von moszkva tér
Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
dieses Zitat ist nicht von mir, ich habe es selbst nur in meinen Postings zitiert! Das Original ist von Zug fährt ab! Auch wenn ich diese Meinung unterstütze, s. unten

Quote
Original von Ferry
Und das findest du sozial gerecht?
Das ist sozial sicher gerecht. Und auch argumentierbar. Wenn man sagt, Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein Grundrecht und notwendig, dann sollte es auch allen ermöglicht werden. Und der Preis sollte dann sozial gestaffelt sein. Das wäre dann wie die Sozialversicherung - jemand der mehr verdient zahlt auch mehr SV, obwohl er vielleicht genauso oft oder noch weniger krank ist, wie jemand, der weniger verdient. Aber wir lassen halt unsere Ärmsten (noch) nicht vor die Hunde gehen.

Ist denn das jetzige System sozial gerecht? Jemand der mit seinem Hilfshacklerjob auf nicht einmal 1000 Euro im Monat kommt, zahlt dasselbe, um in die Arbeit zu fahren, wie der Abteilungsleiter, der 4500 verdient. Der Pensionist mit 2500 Euro Pension (die gibts auch) kriegt eine Pensionistenermäßigung, aber der Hackler aus vorigem Beispiel zahlt den vollen Preis. Ist das deiner Meinung nach sozial gerecht?

Quote
Original von Ferry
Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?
Glaube mir, 99 % aller Arbeitslosen würden liebend gerne auf die Gratisfahrscheine verzichten, wenn sie dafür eine Arbeit hätten.
Abgesehen davon: Arbeitslosenunterstützung ist eine Versicherungsleistung, die man im Faller der Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen kann, wenn man vorher die Beiträge bezahlt hat. Es ist keine Gnade des Staates, und es ist auch kein Schmarotzen, wenn diese Unterstützung regelkonform ausbezahlt wird. Es ist etwas, was einem unter bestimmten Voraussetzungen einfach zusteht!
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: darkweasel on February 10, 2010, 08:54:42 PM
"Sozial gerecht" ist eine Sache, über die man lang diskutieren kann. Ich denke aber, dass es einen anderen Grund gibt, und zwar den Umweltschutz. Wenn die Leute den ÖV nutzen statt dem Auto, geht es der Umwelt besser, und im Sinne der Zukunft unseres Planeten mache ich mir daher nicht einmal wirklich große Gedanken, was sozial gerechter ist.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ferry on February 11, 2010, 11:33:33 AM
Quote
Original von darkweasel
"Sozial gerecht" ist eine Sache, über die man lang diskutieren kann. Ich denke aber, dass es einen anderen Grund gibt, und zwar den Umweltschutz. Wenn die Leute den ÖV nutzen statt dem Auto, geht es der Umwelt besser, und im Sinne der Zukunft unseres Planeten mache ich mir daher nicht einmal wirklich große Gedanken, was sozial gerechter ist.
Da hast du recht. Der in den vorigen Postings angesprochene Personenkreis dürfte allerdings nicht zu den typischen Autofahrern zählen.

Damit wir uns richtig verstehen: ich finde es in Ordnung, wenn Schüler, Studenten udgl. Leistungen günstiger oder sogar unentgeltlich bekommen, denn sie sind die Zukunft unseres Landes (und dessen künftige Steuerzahler, die - hoffentlich - einst unserer Pension mitfinanzieren werden). Probleme habe ich mit Typen, die mit Mitte 30 arbeitslos sind. Und ich denke mir, dass die Bereitschaft, diesen Zustand zu ändern, umso geringer sein wird, je mehr Leistungen umsonst zu bekommen sind, solange man kein Einkommen hat.

Außerdem beleuchten die von "moszkva tér" und "Zug fährt ab!" vorgebrachten Argumente die Sachlage zu einseitig - seht es doch einmal andersherum: Ihr betreibt ein kleines Busunternehmen. Wer mit euch fahren möchte, muss dafür einen Fahrpreis zahlen - er nimmt eine Leistung in Anspruch, die von euch angeboten wird. Das Unternehme wirft gerade soviel Gewinn ab, dass ihr davon einigermaßen leben könnt.

Und eines Tages kommen zehn erwachsene Personen, erklären, sie sind arbeitslos und haben leider kein Einkommen und wollen daher ab jetzt täglich unentgeltlich hin- und herbefördert werden, denn Mobilität sei ja schließlich eines der Grundrechte unserer Gesellschaft.

Na, was würdet ihr als kleiner Unternehmer jetzt tun? Denkt mal nach!
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: moszkva tér on February 11, 2010, 12:33:44 PM
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Original von Ferry


Außerdem beleuchten die von "moszkva tér" und "Zug fährt ab!" vorgebrachten Argumente die Sachlage zu einseitig - seht es doch einmal andersherum: Ihr betreibt ein kleines Busunternehmen. Wer mit euch fahren möchte, muss dafür einen Fahrpreis zahlen - er nimmt eine Leistung in Anspruch, die von euch angeboten wird. Das Unternehme wirft gerade soviel Gewinn ab, dass ihr davon einigermaßen leben könnt.

Und eines Tages kommen zehn erwachsene Personen, erklären, sie sind arbeitslos und haben leider kein Einkommen und wollen daher ab jetzt täglich unentgeltlich hin- und herbefördert werden, denn Mobilität sei ja schließlich eines der Grundrechte unserer Gesellschaft.

Na, was würdet ihr als kleiner Unternehmer jetzt tun? Denkt mal nach!

Das wäre ja im Falle des diskutierten Modelles "Freifahrt" egal, weil das Busunternehmen ohnehin von woanders das Geld bekommt. Der ÖV würde ja dann über Steuern finanziert werden, die jeder bezahlt, und zwar anteilsmäßig vom Einkommen, analog zur Sozialversicherung.

Und ja, Mobilität ist eine der Grundpflichten unserer Gesellschaft, da man von den Leuten immer mehr Flexibilität erwartet und auch die Bereitschaft erwartet, immer weitere Distanzen zu immer schlechteren Arbeitsplätzen zurückzulegen. Und dafür müssen die Leute selbst bezahlen! Mit diesem vorgeschlagenen Modell würden Leute mehr für Mobilität zahlen, die auch mehr davon profitieren, ich würde das gar nicht so schlecht finden.
Zumindest würde ich es nett finden, hier keinen Neid und keine Missgunst hineinzubringen, wie z.B. da finanziere ich irgendwem eine Fahrt ins Kaffeehaus. Tatsache ist, dass wir alle die Spekulationsverluste der ÖBB&Co finanzieren, und da gehts um ganz andere Summen! Wir sollten eher erkennen, wer die "Bösen" sind und uns nicht untereinander zerfleischen, weil das hilft nur der herrschenden Klasse
(so, jetzt wurde es etwas marxistisch, aber was solls...)

Und diese Aussage, dass Arbeitslose Mitte 30 sowieso nicht arbeiten wollen... ich wünsche Ferry, dass er das Glück hat, nie arbeitslos zu sein. Alternativ kann er sich auch einmal bei den Leuten umhören, die beim AMS warten, wie lustig die das so finden... :rolleyes:
PS: Ich war glücklicherweise noch nie arbeitslos, und ich bin ca. Mitte 30, für mich wäre das, mit oder ohne Freifahrt, sicher keine attraktive Option, meinen Lebensunterhalt zu verdienen!

Das ganze ist aber eine utopische Diskussion, ursprünglich ging es ja um eine Netzkarte für Österreich, und nicht um einen innovativen Zugang, um Mobilität für alle zu leistbaren Preisen zu gewährleisten.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ferry on February 11, 2010, 01:43:20 PM
Quote
Original von moszkva tér
Das wäre ja im Falle des diskutierten Modelles "Freifahrt" egal, weil das Busunternehmen ohnehin von woanders das Geld bekommt. Der ÖV würde ja dann über Steuern finanziert werden, die jeder bezahlt, und zwar anteilsmäßig vom Einkommen, analog zur Sozialversicherung.
Nun ja, aber soweit sind wir eben noch nicht.

Ich habe eben den - vielleicht antiquierten - Standpunkt, dass für eine bestimmte Leistung auch eine Gegenleistung zu erbringen ist, und zwar zunächst von dem, der die Leistung in Anspruch nimmt.

Ich kann heute als Arbeitsloser auch nicht in ein Kleiderhaus gehen und dort einkaufen und behaupten, dass ich alles Gewand umsonst zu bekommen habe, weil ich keine Arbeit und kein Einkommen habe, weil aber das Recht auf Bekleidung eines der Grundrechte jedes Menschen ist (Wer hat eigentlich definiert, dass Mobilität darunterfällt?). Und selbst in den Vinzi-Märkten, die ja genau für jene sozialen Randgruppen gedacht sind, um die es hier (primär) geht, muss für Ware bezahlt werden. Zwar weniger, aber immerhin doch etwas. Weil es eben in unserem Sozialsystem  nicht anders geht.

Quote
Das ganze ist aber eine utopische Diskussion, ursprünglich ging es ja um eine Netzkarte für Österreich, und nicht um einen innovativen Zugang, um Mobilität für alle zu leistbaren Preisen zu gewährleisten.
Richtig, und da ich sichtlich andere Ansichten über dieses Thema habe als die meisten hier, gibt's jetzt von meiner Seite EOT.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 5er-Franzi on February 11, 2010, 04:05:27 PM
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Original von Ferry
Probleme habe ich mit Typen, die mit Mitte 30 arbeitslos sind. Und ich denke mir, dass die Bereitschaft, diesen Zustand zu ändern, umso geringer sein wird, je mehr Leistungen umsonst zu bekommen sind, solange man kein Einkommen hat.

Du unterstellst allen Arbeitslosen Mitte 30 dass sie zu wenig Bereitschaft zeigen einen Job zu finden? Noch dazu in der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt? Dann wünsche ich dir, dass du mal arbeitslos wirst und siehst wie "einfach" es ist heutzutage einen Job zu finden. X(
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Linie 41 on February 11, 2010, 11:14:30 PM
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Original von 5er-Franzi
Dann wünsche ich dir, dass du mal arbeitslos wirst und siehst wie "einfach" es ist heutzutage einen Job zu finden. X(
Ja ohne abgeschlossene Ausbildung ist das nun einmal schwer einen Job zu finden. Und von der Sorte rennen leider genug Leute herum.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ottakring on February 12, 2010, 11:22:05 AM
Quote
Original von Linie 41

Ja ohne abgeschlossene Ausbildung ist das nun einmal schwer einen Job zu finden. Und von der Sorte rennen leider genug Leute herum.
Und mit Ausbildung ist man womöglich "überqualifiziert"  ;(
Die wichtigste Qualifikation ist immer noch "Vitamin P" :boese: das durfte ich als HAK-Absolvent (denen man angeblich die gutbezahlten Jobs nachschmeissen würde) schon vor 40 Jahren erfahren... :boese: :boese:
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Linie 41 on February 12, 2010, 02:25:52 PM
Na das ist eh klar, daß nur der, der wen kennt, was reißt. Denn Netzwerken ist ja bekanntlich wichtiger als Qualifikation. *kotz*
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: 5er-Franzi on February 12, 2010, 03:06:21 PM
Quote
Original von Linie 41
Ja ohne abgeschlossene Ausbildung ist das nun einmal schwer einen Job zu finden. Und von der Sorte rennen leider genug Leute herum.

Auch mit abgeschlossener Ausbildung, also Lehrabschluss oder so.

Quote
Original von Ottakring
Und mit Ausbildung ist man womöglich "überqualifiziert"  ;(
Nein, da fehlt dir dann die "mehrjährige" Praxis in der entsprechenden Abteilung, wo du halt hin möchtest.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: umweltretter on August 03, 2013, 12:32:01 AM
Quote from: 'KURIER.at','http://kurier.at/politik/inland/wahlkampf-gruener-wunsch-um-1095-euro-mit-oeffis-durchs-ganze-land/21.319.982?utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_term=daily_kurier&utm_campaign=daily%20kurier%202013-08-02'
Mobiles Österreich: Um 3 Euro pro Tag soll man im ganzen Land alle Öffis nutzen dürfen – sagen die Grünen.
Grüner Wunsch: Um 1095 Euro mit Öffis durchs Land
Auch die Grünen setzen nun auf das Thema „Mobilität“. Ihr Wunsch: Ein Österreich-Ticket.
   
Die Formel, mit der Eva Glawischnig reüssieren will, ist bestechend einfach: Wer einen Euro am Tag ausgibt, der soll in einem Bundesland alle Öffis benützen können; für zwei Euro gibt’s ein zweites Bundesland dazu – besonders interessant für Pendler; und mit täglich drei Euro sollte jeder im ganzen Land alle Öffis ein Jahr lang benutzen dürfen – das „Österreich-Ticket“ um 1095 Euro.

Am Donnerstag präsentierten die Grünen ihre Ideen zur „Verkehrswende“. Was in Wien (Öffi-Ticket um 365 € / Jahr), Vorarlberg (365-€-Ticket ab 2014), Tirol und Salzburg (365-€-Ticket im Regierungspakt) möglich sei, das müsse so auch im Rest des Landes gelten. „Es darf nicht von der Postleitzahl abhängen, wie viel jemand für das Pendeln oder den öffentliche Verkehr bezahlt“, sagte Glawischnig. Finanzieren will sie das Modell durch eine Anhebung der Lkw-Maut, das Streichen von Steuer-Zuckerln bei Dienst- und Firmenwagen sowie eine Reform der Pendlerpauschale.

Zickzack der SPÖ

In einem ist sich die Grünen-Chefin mit der ÖVP einig: Was die Mobilität anlangt, sind die SPÖ und ihre Verkehrsministerin Doris Bures völlig unglaubwürdig.

Erst am Mittwoch hatte die Kanzlerpartei ein kostenloses, österreichweites Öffi-Ticket (http://'http://kurier.at/politik/inland/gratis-oeffis-lockmittel-fuer-die-jungwaehler/21.194.603')für alle Jugendlichen und Studenten gefordert, den Wunsch aber noch am Abend korrigiert: Gratis werde es wohl doch nicht gehen, befand SPÖ-Klubchef Josef Cap – vermutlich hat er die Kalkulationen von Reinhold Mitterlehner studiert: Der ÖVP-Familienminister beziffert die zusätzlichen Kosten für ein Gratis-Jugend-Ticket mit 1,3 Milliarden Euro (der KURIER berichtete), auch er befundet der SPÖ einen „Zickzackkurs“.

Bundeskanzler Werner Faymann sieht das naturgemäß anders. „Unsere endgültigen Forderungen werden erst beim Bundesparteirat fixiert“, sagte der SPÖ-Chef gestern. Die Botschaft: Wir haben nur laut nachgedacht, das Wahlprogramm kommt erst am Samstag.

Fest steht derweil: Das „Top-Jugend-Ticket“ (Um 60 Euro können Schüler und Lehrlinge alle Öffis benutzen) wird in den nächsten Monaten von Wien, NÖ, und dem Burgenland aufs ganze Land ausgeweitet, das ist laut Mitterlehner beschlossen. Und die Studenten? Dieses Thema könne man seriöserweise erst nach der Wahl verhandeln.
(kurier) Erstellt am 01.08.2013, 17:44
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: umweltretter on August 03, 2013, 08:20:33 PM
Quote from: 'HEUTE.at','http://www.heute.at/news/politik/art23660,909831'
01.08.2013
60-€-Jahreskarte
Offi-Ticket für Junge: Koalition vor Einigung


Öffi-Verkehr als Wahlkampfthema! Verkehrsministerin Doris Bures (SP) präzisiert im "Heute"-Gespräch die Forderung der SPÖ: Alle unter 24-Jährigen in Ausbildung sollen in ganz Österreich günstig Öffi fahren. Ähnliches will die VP.

Nach dem Wirbel um den SP-Plan zu Gratis-Öffis für Junge (http://'http://www.heute.at/news/politik/art23660,908895') geht die SPÖ von ihrer Maximalforderung ab. Verkehrsministerin Bures sagt, welche Forderungen nun im SP-Wahlprogramm stehen:

    "Das Top-Jugendticket des Verkehrsverbundes Ost Region soll auf alle unter 24 Jahren in Ausbildung ausgeweitet werden." Heißt: Auch Studenten sollen wie bisher Schüler und Lehrlinge um 60 Euro jährlich Öffi fahren.
    Und: "Alle sieben Verkehrsverbünde Österreichs sollen ein Ticket in dieser Größenordnung anbieten." Gespräche würden bereits laufen. Kosten: 127 Mio. €.


Auch VP-Jugendminister Mitterlehner hatte die Ausweitung auf Studenten gefordert. Steht also eine Einigung der Koalition kurz bevor? Bures: "Bei gutem Willen ist eine Einigung vor der Wahl noch möglich."

Grüne: Um 1.095 € durchs Land
Die Grünen setzen bei ihrem Verkehrspaket auf eine Tarif-Reform: Ein Jahrestikket soll in jedem Bundesland maximal 365 € kosten, für zwei Länder das Doppelte. Um den dreifachen Preis (1.095 €) gibt es die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich.

Ähnlich wie die Vorschläge von VP und SP klingt die Forderung für Junge: Ein Ticket für alle Verkehrsmittel um 60 € im Jahr. Grünen-Chefin Glawischnig übt scharfe Kritik an der SP: "Der öffentliche Verkehr wurde kaputtgespart." Und: Der "große Wurf" fehle.
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: umweltretter on August 06, 2013, 04:06:08 PM
Quote from: 'KURIER.at','http://kurier.at/politik/inland/wer-anschafft-muss-auch-zahlen/21.546.822'
Wer anschafft, muss auch zahlen
Verkehrsministerin Bures verspricht
ÖBB-Chef Kern Geld für günstige Jugendtickets.


Sie ist seit 2008
Verkehrsministerin, er seit 2010 Chef der Österreichischen Bundesbahnen.
Bei einer Zugfahrt im modernen Railjet sprachen Doris Bures und
Christian Kern im KURIER-Doppelinterview über billige Jugend-Tickets,
teure Investitionen und den bevorstehenden Wahlkampf.


KURIER: Frau Minister, die SPÖ hat erst ihre Forderung nach
einem Gratis-Öffi-Ticket für Jugendliche präsentiert, dann auf
vergünstigte Tickets abgeschwächt. War das klug?



Doris Bures: Die genaue Formulierung der Forderung wurde am Samstag beim Bundesparteirat (http://'http://kurier.at/politik/inland/faymann-warnt-vor-schwarz-blau/21.527.525')beschlossen.
Bis dahin gab es eine rege Diskussion. Unsere Ziel ist, dass Mobilität
leistbar ist. So wie das Top-Jugendticket in der Ostregion (um 60
€/Jahr) wollen wir in allen Verkehrsverbünden in ganz Österreich ein
günstiges Jahresticket haben. Und wir wollen es für Studierende
erweitern.


Herr Kern, werden die ÖBB das finanziell unterstützen?


Christian Kern: Wir begrüßen alles, was junge
Menschen an die Bahn heranführt. Wir stehen Gewehr bei Fuß. Wir sind
aber ein Unternehmen und können keine Sozialleistungen finanzieren.
Daher ist klar, dass wir die Leistung abgegolten bekommen müssen.


Bures: Wenn die Politik Leistungen bestellt, muss
das den Unternehmen abgegolten werden. Die Zeiten sind vorbei, in denen
Politiker Verkehrsträgern ausgerichtet haben, dass bestimmte
Personengruppen gratis fahren auf Kosten der Firmen.


Herr Kern, wie stehen Sie zur Forderung der Grünen (http://'http://kurier.at/politik/inland/wahlkampf-gruener-wunsch-um-1095-euro-mit-oeffis-durchs-ganze-land/21.319.982') nach einem Österreich-Ticket um 1095 Euro?


Kern: Die ÖBB haben eine eigene Österreich-Card, mit
der man bereits ab drei Euro pro Tag das gesamte ÖBB-Zugangebot nutzen
kann. Das belohnt Vielfahrer. Wir sind gerne bereit für die Umsetzung
weiterer Maßnahmen, aber es braucht dafür die Finanzierung – im
konkreten Fall einen dreistelligen Millionenbetrag.


Frau Minister, Ende September wird gewählt. Sie werden
offenbar immer stärker zum zweiten SPÖ-Wahlkampfmanager. Fürchten Sie
nicht, dass die ÖBB damit in den Wahlkampf hineingezogen werden?




Bures: Wenn man in den Mittelpunkt stellt, was in den
letzten fünf Jahren bei den ÖBB gelungen ist, habe ich nichts dagegen.
Wir haben mit einer ÖBB-Reform begonnen. Und heute sehen wir, dass wir
auf gutem Weg sind. Wir haben Zuwächse bei den Passagierzahlen,
Verbesserungen bei der Pünktlichkeit und bei Infrastrukturinvestitionen
eine professionelle Abwicklung. Wir liegen bei allen Projekten exakt im
Zeit- und Kostenplan.

Ein kleines Scharmützel gab es bereits: Die SPÖ fordert im
Wahlprogramm eine Beschränkung der Vorstandsgagen im öffentlichen
Bereich. Die ÖVP meint, man solle gleich bei den ÖBB anfangen.



Bures: Wir haben ein klares System bei den Gagen von
Geschäftsführern. Aber ich halte nichts von Zurufen. Jeder soll seinen
Bereich so optimal wie möglich aufstellen.


Herr Kern, die ÖBB waren immer ein Politikum, etwa bei Postenbesetzungen. Ist es mühsamer als in anderen Firmen?


Kern: Die ÖBB haben eine enorme Aufmerksamkeit. Es
erscheinen jährlich rund 25.000 gedruckte Artikel über die ÖBB. Ruhe
gibt es nie. Aber ich würde meinen, dass Aufsichtsrat und Vorstand
genauso professionell geführt werden wie in jedem anderen Unternehmen
auch.


Die ÖBB haben für 2012 einen Vorsteuergewinn von 66,5
Millionen vermeldet. Kann man von Gewinn sprechen, wenn der Steuerzahler
jährlich 2,5 Milliarden Euro in die ÖBB steckt?



Kern: Selbstverständlich. Wir erhalten vom
Steuerzahler Geld für den Ausbau der Infrastruktur oder nehmen es mit
Staatsgarantie auf den Kapitalmärkten auf – rund zwei Milliarden pro
Jahr. Das hat keinen Einfluss auf unseren Gewinn. Zusätzliches Geld
erhalten wir für die Verkehrsbereitstellung auf Strecken, die man nicht
gewinnbringend betreiben kann. Das ist international üblich – selbst der
Euro-Tunnel von London nach Paris macht trotz 80 Prozent Marktanteil
Verluste.


Auf der Weststrecke hat sich gezeigt, dass die ÖBB dank
Konkurrenz besser geworden sind. Wäre eine Konkurrenz auf der Südbahn
nicht sinnvoll?



Bures: 2025 planen wir die Verkehrsfreigabe der
Südbahn. Wenn sie wie geplant ausgebaut wird, gehe ich davon aus, dass
private Mitbewerber kommen.


Kern: Derzeit wäre es für einen privaten Anbieter
aber Kamikaze, auf der Südbahn zu fahren. Selbst auf der Westbahn ist es
schwer, Geld zu verdienen.


Herr Kern, stört es Sie, wenn das Finanzministerium
aufschlüsselt, dass jeder Österreicher 4,4 Prozent seiner Steuern für
die ÖBB zahlt?



Kern: Die Rechnung ist nicht korrekt. In dieser Zahl
stecken etwa die Pensionszahlungen an Ex-ÖBB Mitarbeiter. Die hält man
anderen Bundes-Unternehmen nicht vor. Zudem muss angerechnet werden,
dass wir der größte Steuerzahler des Landes sind und jährlich 800
Millionen Steuern zahlen.


Frau Minister, die ÖBB weisen derzeit 18 Milliarden Euro an Schulden auf. Wie sollen die abgebaut werden?


Bures: Das sind nicht Schulden, sondern
Investitionen in Werte. Weil wir Weitblick beweisen, werden noch unsere
Ururenkel die Infrastruktur nutzen. Und es gibt ein Finanzrahmengesetz,
wo wir bis zum Jahr 2074 definiert haben, wie sich die Investitionen in
die Infrastruktur auswirken.


Das heißt, wir zahlen bis 2074 die ÖBB-Schulden zurück?


Bures: 2074 haben wir alle Investitionen in die
großen Bahnkorridore finanziert. Der Nutzen reicht aber noch viele
Jahrzehnte darüber hinaus.


Kern: Volkswirtschaftlich werden Werte für
Generationen geschaffen. Das Geld der Steuerzahler wurde nicht von
hungrigen Eisenbahnern verfrühstückt, sondern sinnvoll investiert.


Anders als etwa beim Flughafen Wien hat die ÖBB bei ihren
Großbaustellen noch keinen Baukosten-Skandal gehabt. Wird das so
bleiben?



Kern: Wir bauen keine Fertigteilhäuser. Das sind
hochkomplexe Projekte. Aber die Kosten-Abweichung über alle Projekte im
Rahmenplan liegt bei einem Prozent. Wir haben international einen
hervorragenden Ruf.


Frau Minister, die Regierung hat drei Konjunkturpakete
geschnürt und immer in die Bahn investiert. Wird da nicht
überdurchschnittlich viel in Schienen und Beton investiert statt in
Bildung oder Forschung?



Bures:Nein. Für die Forschung haben wir letztes Jahr
ein Paket von 110 Millionen Euro geschnürt. Bei den Konjunkturpaketen
2008 haben wir gesehen, dass genau die Schieneninvestitionen für
Wachstum sorgen. Fast 80 Prozent der Wertschöpfung aus Bahninvestitionen
landen bei kleinen und mittleren Unternehmen. Es geht nicht darum,
Stahl und Beton in die Landschaft zu legen. Wir werden Verkehr
ermöglichen, werden noch Züge kaufen und das Angebot erweitern.


Eine Großbaustelle ist auch der Brennerbasistunnel. Wie sieht die Finanzierung aus?


Bures: Der Brennerbasistunnel wird einmal der
längste Eisenbahntunnel der Welt. Wir rechnen mit Kosten von zehn
Milliarden Euro, die sich Italien und Österreich teilen. Von den fünf
Milliarden für Österreich soll ein Drittel aus EU-Förderung kommen, ein
Drittel aus der Querfinanzierung von der Straße und ein Drittel aus dem
Budget.


Herr Kern, Sie haben zuletzt geklagt, dass nach dem Aus für
Frühpensionierungen das Durchschnittsalter ihrer Mitarbeiter kräftig
steigt. Droht den ÖBB die Überalterung?



Kern: Unser Altersschnitt liegt bei 43 Jahren – und
wird bis 2020 auf 47 Jahre steigen. Daher wollen wir versuchen, unsere
Mitarbeiter länger gesund und leistungsfähig im Unternehmen zu halten.


Braucht die Bahn eine Einstellungswelle?


Kern: Das wird rechtzeitig passieren müssen. Aber genauso müssen wir in ältere Mitarbeiter investieren.


Frau Minister, sind Sie zufrieden mit ÖBB-Chef Kern?


Bures: Wir haben die Schwerpunkte für die
Verkehrspolitik klar festgelegt. Die Umsetzung wird vom Vorstand
professionell erledigt. Ich denke, dass wir gut aufgestellt sind. Die
Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.


Ihnen wird immer wieder ein Wechsel in die Wiener Landespolitik nachgesagt. Lust auf Tapetenwechsel?


Bures: Ich habe vor fünf Jahren dieses interessante
Ressort übernommen. Hier kann man etwas bewegen und verändern. Wenn ich
wieder die Chance bekomme, würde ich gerne Verkehrsministerin bleiben.



ÖBB
Bahn kommt langsam auf Schiene

Mitarbeiter
2012 sank die Zahl der Mitarbeiter erstmals knapp unter die Marke von 40.000. Zusätzlich bilden die ÖBB 1800 Lehrlinge aus.

Schwarze Zahlen
Die ÖBB konnten 2012 endlich wieder schwarze Zahlen schrei- ben: Nach
-27,9 Mio. Euro 2011 drehte das Vorsteuerergebnis auf 66,5 Mio. Alle
drei Teilkonzerne (Personenverkehr, Güterverkehr und Infrastruktur)
schafften ein Plus.

Personen- und Güterverkehr
Die Bahn beförderte 2012 rund 224 Millionen Passagiere (+7 %). Mit
dem ÖBB-Postbus fuhren zusätzlich 240 Millionen Kunden. Die noch nicht
ganz sanierte Rail Cargo Austria (RCA) beförderte im Vorjahr 113
Millionen Tonnen auf der Schiene.

(kurier)
Erstellt am 04.08.2013, 08:00
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: Ottakring on August 06, 2013, 05:50:08 PM
Quote from: 'umweltretter','index.php?page=Thread&postID=284219#post284219'
Braucht die Bahn eine Einstellungswelle?

Ein Wort, das im Konnex mit der ÖBB sehr zweideutig ausgelegt werden kann  :(
Title: Jahreskarte für Österreich
Post by: umweltretter on September 13, 2016, 02:25:57 AM
Quote from: 'matboy','index.php?page=Thread&postID=200335#post200335'
Ich würde deutlich weiter gehen. Warum nur eine gemeinsame Jahreskarte ? Warum nicht gleich ein österreichweiter Verkehrsverbund ? Schluss mit übertriebenen Föderalismus und Tarifdschungel !
Das fordert jetzt auch die Bahngewerkschaft:  ----> Streit über regionale Verkehrsverbünde - help.ORF.at (http://'http://help.orf.at/stories/2796185/')