Author Topic: Verspätungsentschädigung!  (Read 568 times)

wiener1974

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« on: March 04, 2011, 06:51:20 AM »
In Hamburg bereits Realität(und ja,es funktioniert wirklich!)

Ab jetzt HVV-Garantie: "Pünktlich oder Geld zurück!"

Pünktlichkeit ist für Kundinnen und Kunden des öffentlichen Nahverkehrs eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale. Einen entsprechend hohen Stellenwert nimmt die Pünktlichkeitssicherung beim Hamburger Verkehrsverbund ein. Ab heute untermauert dies die HVV-Garantie mit dem Versprechen: „Pünktlich oder Geld zurück!“

Jeder HVV-Fahrgast, der mit mehr als 20 Minuten Verspätung sein Ziel erreicht, erhält vom Verkehrsverbund 50 Prozent des Fahrpreises, mindestens aber 1,00 Euro, zurück. Bei Zeitkartenkunden errechnet sich der Fahrpreis aus der durchschnittlichen Nutzungshäufigkeit der Zeitkarte, auch hier beträgt der Entschädigungsbetrag mindestens 1,00 Euro.

Dabei ist es vollkommen egal, wodurch eine Verspätung verursacht wird. Ob dichter Verkehr, Betriebsstörungen an Fahrzeugen oder Anlagen, Unfälle, Unwetter oder anderes – die HVV-Garantie gilt immer.

Lutz Aigner, Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes: „Mit der HVV-Garantie wollen wir unseren Fahrgästen zeigen, dass wir ihre Ansprüche an die Zuverlässigkeit unseres Verkehrssystems ernst nehmen.“

Und so kommen Sie an Ihr Geld:

Innerhalb von drei Tagen nach der verspäteten Fahrt melden Sie den Vorfall auf der Internetseite des HVV unter http://www.hvv.de. Hier sind Angaben zur Fahrt, zur genutzten Fahrkarte und zur Person einzutragen. Nach Prüfung der Angaben erhalten Sie per E-Mail einen Beleg mit dem Entschädigungsbetrag und einer Buchungsnummer. Gegen Vorlage dieses Belegs und der genutzten Fahrkarte bekommen Sie in jeder HVV-Servicestelle den Entschädigungsbetrag in bar ausgezahlt.

Der Weg übers Internet ist die beste Möglichkeit, ohne Wartezeiten den Entschädigungsanspruch geltend zu machen. Fahrgäste ohne Internetanschluss können ihre Meldung aber auch telefonisch unter der Nr. (040) 32 88 48 49 abgeben. Sie erhalten den Entschädigungsbeleg per Post zugesendet.


Quelle: Klick hier!

Mit so einer "Garantie" täten sich auch die hiesigen Verkehrsanbieter ein wenig mehr an "Kundenwertschätzung" bestätigen.

Zur Erläuterung: Der HVV ist wie so eine Art VOR bei uns in Wien.
Dort werden die (sämtlichen) Anliegen der Fahrgäste gesammelt, und dann den Verkehrsunternehmen zur Prüfung bzw. Machbarkeit vorgelegt.

Edit: Link eingefügt und Statement meinerseits

Ottakring

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #1 on: March 10, 2011, 09:03:57 PM »
Für den innerstädtischen Bereich kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.Nehmen wir an, ich fahr vom Schuhmeierplatz in die Lobau: 2 zusätzliche Rotphasen am 46er, beim Umsteigen von der U3 in die U1 am Stephansplatz den Anschluß versäumt, weil ein Blader vor mir auf der Rolltreppe steht, in Kagran den 93A verpaßt - schon sind mehr als 20 Min. beisammen. Wenn da jeder, dem das passiert,  eine Mail an den Verbund schickt ist in einer Woche der Speicher aller Computer voll, von der Bearbeitung der Beschwerden gar nicht zu reden.

Zug fährt ab!

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #2 on: March 10, 2011, 09:13:58 PM »
Außerdem wird Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn sich herumspricht, dass Schottentor unten für 20 Minuten dicht war, wird halb Wien just zu dieser Zeit dort gewesen sein.

38ger

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #3 on: March 10, 2011, 09:22:56 PM »
Quote
Original von Zug fährt ab!
Außerdem wird Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn sich herumspricht, dass Schottentor unten für 20 Minuten dicht war, wird halb Wien just zu dieser Zeit dort gewesen sein.

Ja und zufällig hat dann auch halb Wien einen Fahrschein an diesem Datum gezwickt - zu einer Uhrzeit, zu der es realistisch scheint dort gewesen zu sein?

Mir ist schon klar, dass es nicht nur Fahrscheine zum wiscken gibt, aber eine gewisse Beweislast wird man als Fahrgast dennoch haben, so einfach kann man da sicher nicht behaupten, man wäre verspätet gewesen! Und wenn's in Hamburg geht, dann geht's bei uns schon dreimal, denn in Hamburg sind die Intervalle meines Wissens nicht so dicht, wie bei uns!

In der Praxis kommt es ohnehin so gut wie nie vor, dass man mehr als 20 (!!!) Minuten verspätet ist, denn wäre das öfter der Fall, dann gäbe es keine Autofahrer mehr, die Öffis benutzen würden - Geld zurück oder nicht spielt da auch keine Rolle mehr!

Zug fährt ab!

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #4 on: March 11, 2011, 02:00:13 AM »
Quote
Original von 38ger
Ja und zufällig hat dann auch halb Wien einen Fahrschein an diesem Datum gezwickt - zu einer Uhrzeit, zu der es realistisch scheint dort gewesen zu sein?

Mir ist schon klar, dass es nicht nur Fahrscheine zum wiscken gibt, aber eine gewisse Beweislast wird man als Fahrgast dennoch haben, so einfach kann man da sicher nicht behaupten, man wäre verspätet gewesen!

Wie willst du mit einer Jahreskarte beweisen, dass du zu einem gewissen Zeitpunkt irgendwo warst?

ttoommii

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #5 on: March 11, 2011, 07:10:51 AM »
In meinen Augen ist das eher Werbung als eine 'gutmütige' Initiative.
Wer macht sich schon die Mühe, ein langes Formular auszufüllen und seine Fahrt zu beweisen, nur um bis zu 3,8 Euro zurückzubekommen?
Ich sage, da ist der Großteil zu faul dazu. Und denen die es machen, geht es mehr ums Prinzip als ums Geld.

darkweasel

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #6 on: March 11, 2011, 07:25:56 AM »
Quote
Original von Zug fährt ab!
Außerdem wird Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn sich herumspricht, dass Schottentor unten für 20 Minuten dicht war, wird halb Wien just zu dieser Zeit dort gewesen sein.
Ja, da könnten die Sichtungsthreads unseres Forums auf einmal einen riesigen Zuwachs an Betrachtern erleben!

(Bei der 2 Stunden lang blockierten U-Bahn war's doch auch so, dass sich da mehr Leute gemeldet haben, als in eine U-Bahn überhaupt hineinpassen, oder?)

VT 5081

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #7 on: March 11, 2011, 08:29:45 AM »
Quote
Original von darkweasel
(Bei der 2 Stunden lang blockierten U-Bahn war's doch auch so, dass sich da mehr Leute gemeldet haben, als in eine U-Bahn überhaupt hineinpassen, oder?)
Ich hab' was von ca. 800 "Antragstellern" bei einem Viertel tatsächlicher Fahrgäste in Erinnerung - ausgegangen wär' sich's demnach rechnerisch trotzdem. ;-)

Beste Grüße
VT

schaffnerlos

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #8 on: March 11, 2011, 09:54:34 AM »
Da halte ich die ÖBB-Regelung für besser. Es muss in einem Zeitraum ein bestimmter Pünktlichkeitsgrad erfüllt werden; ist das nicht der Fall, erhalten Jahreskartenbesitzer eine Entschädigung - egal ob betroffen oder nicht. Aber es geht ja im NV auch nicht so sehr darum, ob der Fahrgast entschädigt wird, sondern dass dies dem VU so weh tut, dass es auf die Einhaltung der Pünktlichkeit mehr achtet bzw. dass die Politik und Behörden dies auch ermöglichen.

Zug fährt ab!

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #9 on: March 11, 2011, 02:31:11 PM »
Quote
Original von schaffnerlos
Da halte ich die ÖBB-Regelung für besser. Es muss in einem Zeitraum ein bestimmter Pünktlichkeitsgrad erfüllt werden; ist das nicht der Fall, erhalten Jahreskartenbesitzer eine Entschädigung - egal ob betroffen oder nicht.

Nein, man bekommt pro drei Verspätungen, die einen betroffen haben, eine Entschädigung.

38ger

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #10 on: March 11, 2011, 08:28:54 PM »
Quote
Original von darkweasel
Quote
Original von Zug fährt ab!
Außerdem wird Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wenn sich herumspricht, dass Schottentor unten für 20 Minuten dicht war, wird halb Wien just zu dieser Zeit dort gewesen sein.
Ja, da könnten die Sichtungsthreads unseres Forums auf einmal einen riesigen Zuwachs an Betrachtern erleben!

(Bei der 2 Stunden lang blockierten U-Bahn war's doch auch so, dass sich da mehr Leute gemeldet haben, als in eine U-Bahn überhaupt hineinpassen, oder?)

Naja, der Vorfall ereignete sich an einem Werktag und tagsüber und in zwei Stunden gibt es mehr als nur einen Zug, der nicht fährt, das kommt bei einem vier-Minuten-Intervall eher auf 30 je Richtung, wovon also bei je 15 U-Bahn-Garnituren in je zwei Richtungen länger als eine Stunde gewartet haben müssen!
Ich war ebenfalls betroffen, obwohl ich nicht in besagter U-Bahn war, aber die Verspätung ist den nachfolgenden ja auch entstanden, auch wenn in zunehmend geringerem Maße, aber 110, 100, oder 90 Minuten Verspätung sind ja auch genug!

@ Zug fährt ab!
Wenn Du's nicht beweisen kannst, dann wird's in Hamburg wohl auch keine Entschädigung geben!
Aber ich halte derartige Regelungen auch für unnötig aufwändig und im Stadtverkehr auch für unnötig im Gegensatz zu Reisen von etlichen 100 oder 1000 km, bei denen es schon öfter vorkommen kann, dass man ein paar Stunden verspätet ist!

Zug fährt ab!

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #11 on: March 11, 2011, 08:39:03 PM »
Quote
Original von 38ger
Wenn Du's nicht beweisen kannst, dann wird's in Hamburg wohl auch keine Entschädigung geben!

Ich frage mich, wie man in Hamburg als Jahreskartenbesitzer beweist, dort gewesen zu sein. Jedes Mal auf einem Stück Papier stempeln lassen? GPS-Gerät ständig mit sich herumtragen?

darkweasel

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #12 on: March 11, 2011, 08:44:35 PM »
Quote
Original von Zug fährt ab!
Quote
Original von 38ger
Wenn Du's nicht beweisen kannst, dann wird's in Hamburg wohl auch keine Entschädigung geben!

Ich frage mich, wie man in Hamburg als Jahreskartenbesitzer beweist, dort gewesen zu sein. Jedes Mal auf einem Stück Papier stempeln lassen? GPS-Gerät ständig mit sich herumtragen?
Sich selbst am entsprechenden Ort fotografieren, die EXIF-Daten datieren das dann! :D :D :D

wiener1974

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #13 on: March 12, 2011, 12:57:36 AM »
Quote
Original von Zug fährt ab!
Quote
Original von 38ger
Wenn Du's nicht beweisen kannst, dann wird's in Hamburg wohl auch keine Entschädigung geben!

Ich frage mich, wie man in Hamburg als Jahreskartenbesitzer beweist, dort gewesen zu sein. Jedes Mal auf einem Stück Papier stempeln lassen? GPS-Gerät ständig mit sich herumtragen?
Damals (1999; ich war aktiver Buslenker in Hamburg) durften die Fahrgäste nach einer Verspätung von mehr als 20 min. eine Information beim Lenker darüber verlangen, um z.B. Argeitgeber oder Schule über den unglücklichen Umstand der Verspätung in Kenntnis zu setzen.
Diese Information ließ sich mittels EFAD( elektronischer Fahrscheindrucker) übermitteln.
Allerdings wurde ich in meiner dort aktiven Zeit eher selten um einen solchen Ausdruck gebeten, aber möglicherweise ist eine solche Bestätigung heute, sofern noch vorhanden, zwingend erforderlich.
Im Hamburger U-Bahnbereich,der S-Bahn, oder auch bei den Fährschiffen gestaltet sich die Ausgabe einer solchen Bestätigung jedoch sicherlich um einiges schwieriger.

Dan

  • Guest
Verspätungsentschädigung!
« Reply #14 on: March 12, 2011, 04:37:29 AM »
Ich könnte mir ganz gut vorstellen, dass so ein System zur Zahlung von Entschädigungen in Städten mit RFID-basierten Tickets (z.B. Oyster Card) gut funktioniert, weil das die einzig sinnvolle Methode ist, anhand derer der Betreiber den Reiseverlauf nachvollziehen kann. Dass man dem Betreiber und der Polizei diese Möglichkeit normalerweise nicht unbedingt einräumen möchte, liegt auf der Hand.

Es stellt sich halt auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Störungen, die nicht in den Randbereichen bzw. auf Randlinien auftreten kann man durch die Struktur des Netzes ohnehin mit geringem zusätzlichem Zeitaufwand umgehen, indem man andere Linien verwendet und hin und wieder eine Station zu Fuß geht.