Author Topic: Obus einführung in Wien  (Read 3245 times)

E1

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Obus einführung in Wien
« on: August 27, 2011, 03:03:21 PM »
Hallo zusammen!

Da ich ja aus Salzburg komme, und bei uns die Hauptverkehrslast dem Obus überlassen ist, frage ich mich, warum es nicht eine gute Idee wäre, wenn man in Wien wieder den Obus einführen würde.

Zum Beispiel:

-13A
-48A
-11A
-10A

Vorteile:

-Der Obus ist gegenüber der Straßenbahn und dem Bus leiser
-Der Obus ist gegenüber dem Bus umweltfreundlicher (natürlich gibt es das Argument das Strom auch co2 verursacht - das verwendet die Straßenbahn auch)
-Gegenüber der Straßenbahn, kann der Obus bis zu 4,5m von der Oberleitung abweichen.
-Gegenüber des Busses, wird die "Lebenserwartung" auf 25 Jahre gesetzt.
Bei der Anschaffung ist der Obus teurer, dafür haltet er auch länger
-Der Obus ist zum Teil selbstversorger, da er beim Bremsen wie ein Generator wirkt, und den Strom in die Leitung zurückspeißt.

Nachteile:

-Bau und Wartung der Oberleitung (wie bei der Straßenbahn)
-Anschaffungspreis (Dieselbus ca. 500.000€ Obus ca. 750.000)

Das wären mal die Grundlegenden Vor- und Nachteile des Obusses.

Für alle Skeptischen: Man sehe sich nur den Obusbetrieb in Salzburg an.
Nebenbei find ich es seltsam, dass man manche Linien auf Straßenbahnbetrieb umrüsten will, da der Bau und die Wartung, sowie die Anschaffung der Fahrzeuge, ja um vieles teurer ist, als der Obus.

Natürlich, ein drittes System einzuführen ist eine umstellung, aber im ex. Ostblock ist das ja der Alltag (Bratislava, Brno) ebenso, in vielen Städten der Schweiz (Zürich, Bern), und (hat sich) bewährt.

Was meint ihr zu diesem Vorschlag?

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monolith

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Obus einführung in Wien
« Reply #1 on: August 27, 2011, 05:57:50 PM »
Die Wartungskosten von Straßenbahnfahrzeugen sind ganz bestimmt nicht höher, als jene eines Autobusses beliebiger Antriebsart. Der O-Bus ist keine so üble Idee, aber da das Busnetz, so wie es zurzeit ist, schon sehr gut etabliert ist, würde ich einem O-Bus nur wenige Chancen auf Realisierung einräumen. Gut geeignet wäre er noch auf bergigen Strecken, da der O-Bus dort per Elektromotor viel einfacher vom Fleck kommt.
Der Mehrpreis beim Kauf der Fahrzeuge ist vernachlässigbar, den bezahlen wir zurzeit so auch - Flüssiggas sei Dank! ;)

Anid

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Obus einführung in Wien
« Reply #2 on: August 27, 2011, 06:29:18 PM »
Ich halte das für eine äußerst gute Idee - vor allem etablierte Busstrecken deren Linienführung sich in Zukunft nicht allzusehr ändern wird könnte man gut auf Obus unstellen.

Aufgrund des Endes der Flüssiggasbusse müssen die Wiener Linien ohnehin die Antriebsart der Autobusse umstellen. Die geplanten Hybridbusse oder gar Dieselbusse sind schon mittelfristig gesehen absolut nicht sinnvoll, da bereits ab Ende diesen Jahres laut IEA die weltweite Gesamtölfördermenge abnehmen wird und fossile Treibstoffe in wenigen Jahren finanziell nicht mehr tragbar sein werden (Stichwort Peak Oil - einfach mal googlen).

Man sollte also so schnell wie möglich die stark ausgelasteten Buslinien (11A, 13A, 14A, 26A, 48A etc) auf Straßenbahn umrüsten - in Zukunft ist durch besage Ölkriese ein massiver Fahrgastanstieg zu erwarten - und den Rest der mittelmäßig ausgelasteten Linien sukzessive auf Obus umstellen. Für die Linien die nicht über genügend Fahrgäste verfügen oder wo man auf flexiblere Streckeführung angewiesen ist müssen elektrische Busse angeschafft werden.

Dass bereits heute überfüllte Straßenbahnlinien wie der 43er durch eine U-Bahn ergänzt werden sollten versteht sich von selbst - man müsste halt hier einiges an Geld in die Hand nehmen um die Qualität des Nahverkehrs in Wien in Zukunft zu erhalten und noch zu verbessern. An Fahrgästen wird es in Zukunft ganz sicher nicht mangeln.

Daniel

Schienenchaos

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Obus einführung in Wien
« Reply #3 on: August 27, 2011, 06:34:48 PM »
Der Hauptgrund für die Planung zur Umstellungen von Bus auf Bim ist vorallem die Erhöhung der Fahrzeugkapazität.
Das Kostenargument bei der Fahrzeuganschaffung lässt sich durch die von dir angegebene Lebensdauer derselben leicht relativieren. Wenn man bei O-Bussen 25 Jahre rechnet und aktuell NL 205 und NG 235 nach gerade 12 Jahren ausemustert werden, hätte man binnen weniger Dekaden auch den Oberbau herinnen.
Ein interessanter Aspekt bei der Umstellung von Linien wäre die Leistungsdifferenz zwischen Gas- und O-Bussen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man steigungsreiche Linien mit Gewinnen in puncto Fahrzeit und Energieverbrauch betreiben kann.

N1_2888

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RE: Obus einführung in Wien
« Reply #4 on: August 27, 2011, 06:48:41 PM »
Quote
Original von E1
Für alle Skeptischen: Man sehe sich nur den Obusbetrieb in Salzburg an.
Ist das nicht der Betrieb, bei dem die Busse, wie man jüngst Medienberichten entnehmen konnte, trotz ihrer "Flexibilität" vielfach im Stau stecken, weil sich die Politik gegen die Einrichtung von Busspuren sträubt?

E1

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Obus einführung in Wien
« Reply #5 on: August 27, 2011, 07:54:18 PM »
Jap. Das wäre er. Ich verstehe unter flexiblität eines Fahrzeuges nicht dass staufrei fahren kann, sondern dass er 4,5m vom Fahrdraht abweichen kann.

Bei uns ist das Problem dass jeder mit dem Auto durch die Stadt fährt anstatt die öffis zu nutzen. Hinzu kommt dass kein Verkehrsmittel in Salzburg eine Chance hätte staufrei zu fahren, da die umfahrungsstraßen einfach fehlen. Die Politiker reden lieber über die nächste Spar-filliale, anstatt mal was beim verkehr zu tun. Irgendwann wird nichts mehr gehen.
Im übrigen könnte man nicht genug Busspuren bauen, aberwas in Salzburg eine Hauptstraße ist, ist in Wien eine Gasse, mit Urlaubsverkehr.

matboy

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Obus einführung in Wien
« Reply #6 on: August 27, 2011, 08:06:32 PM »
Das Stauproblem eignet sich wahrlich nicht als Argument gegen den Obus.
Ja, ich würde Obuslinien in Wien befürworten - aus den von E1 genannten Gründen. Vor allem auf steigenungsreichen Strecken und bei kurzen Haltestellenabständen hat der Obus gegenüber dem Dieselbus einen entscheidenden Vorteil beim Beschleunigungsverhalten.
Als mögliche Obuslinien wären in Wien eigentlich alle Gelenkbuslinien inklusive 15A geeignet, eventuell auch die Linie 38A. Beim 13A bin ich nach wie vor für eine Straßenbahn.
Ein Zukunftsszenario wäre: Gelenkbusse ausschließlich elektrisch, andere Busse mit Diesel oder Gas

VT 5081

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Obus einführung in Wien
« Reply #7 on: August 27, 2011, 08:09:27 PM »
Quote
Original von E1
[...] Hinzu kommt dass kein Verkehrsmittel in Salzburg eine Chance hätte staufrei zu fahren, da die umfahrungsstraßen einfach fehlen.
Eine unterirdisch Richtung Zentrum verlängerte Lokalbahn könnte das auch nicht? *fg*

Beste Grüße
VT

matboy

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Obus einführung in Wien
« Reply #8 on: August 27, 2011, 08:12:16 PM »
Nein, da der Stau vor allem an anderen Straßen stattfindet. Zwischen Bahnhof und Zentrum gehts relativ problemlos, zumindest bis Makartplatz.

p16

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O-Bus
« Reply #9 on: August 27, 2011, 08:38:24 PM »
JA zu O-Bussen, allerdings sollte sich der O-Bus-Betrieb auf einzelne Gegenden beschränken, um nicht zu sehr mit dem herkömmlichen Busbetrieb bzw. der Straßenbahn zu kollidieren. Die ganzen Radiallinien in Döbling (35A, 38A, 39A) wären beispielsweise recht gut für O-Bus-Betrieb geeignet. Als Depot kann gleich die alte Garage Grinzing reaktiviert werden (oder wurde der Grund dort schon verbaut?).

Nussdorf

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RE: O-Bus
« Reply #10 on: August 27, 2011, 08:42:44 PM »
Ist schon verbaut.

Schienenchaos

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RE: O-Bus
« Reply #11 on: August 27, 2011, 09:07:23 PM »
Die "Bergstrecken" im 19. aber auch z.B. der 10A, 66A etc. würden sich in der Tat gut eignen. Zumindest was die Leistung der Busse angeht. Der Trollino 18 von Solaris etwa besitzt eine Nennleistung von bis zu 250 kW (340 PS). Davon kann man bei den Löwen etc. nur träumen.

Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass der 38A Aufgrund der denkmalgeschützten Höhenstraße umzusetzen wäre.

p16

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RE: O-Bus
« Reply #12 on: August 27, 2011, 09:22:59 PM »
Quote
Original von Schienenchaos
Die "Bergstrecken" im 19. aber auch z.B. der 10A, 66A etc. würden sich in der Tat gut eignen. Zumindest was die Leistung der Busse angeht. Der Trollino 18 von Solaris etwa besitzt eine Nennleistung von bis zu 250 kW (340 PS). Davon kann man bei den Löwen etc. nur träumen.

Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass der 38A Aufgrund der denkmalgeschützten Höhenstraße umzusetzen wäre.
Aber geh, an der Straße selbst muss man ja nichts verändern, und die Oberleitung stört jetzt auch nicht so sehr, die wird halt an den Lichtmasten befestigt und das wars.

Der 10A (aber auch 11A/B) wäre mit seiner Runter-Rauf-Strecke ebenfalls ein Kandidat für O-Busse. Dass der seine Streckenführung in absehbarer Zeit mal ändert, halte ich für sehr unwahrscheinlich, außerdem kommt er mit den "Berglinien" im 19. in Berührung, sodass man alle 4 Linien (mit dem 11A wären es fünf!) in einem gemeinsamen Depot unterbringen kann - ganz im Gegensatz zum 66A, der dann als quasi "Inselbetrieb" geführt werden müsste. Für eine einzige Linie eine separate Betriebsstelle errichten?

Praterstern

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RE: O-Bus
« Reply #13 on: August 27, 2011, 10:51:14 PM »
Quote
Original von p16
... - ganz im Gegensatz zum 66A, der dann als quasi "Inselbetrieb" geführt werden müsste. Für eine einzige Linie eine separate Betriebsstelle errichten?

Ach, den 66A sehe ich nicht so sehr als Inselbetrieb. Erstens einmal würde der Obus in Wien von der bestehenden Stromversorgung von Straßenbahn und U-Bahn profitieren. Und da gibt es entlang des 66A genügend Unterwerke für Bim und U-Bahn, also sehr gute Voraussetzungen für einen "66O".
Und was die Stationierung in der RAX angeht: Ich würde einfach auch den 15A (Steigungsstrecken Bitterlichstraße und Ruckergasse) als Obus führen. Somit sind es schon zwei Gelenkbuslinien in der RAX. Und in Meidling Hauptstraße gibts somit auch eine Verbindung mit dem 10A. Da ist dann auch der 63A ein weiterer Fall für den Obus, ist in der Aichholzgasse auch mit Steigungen gesegnet. Vor allem fährt er in absehbarer Zeit mit NG ...

monolith

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Obus einführung in Wien
« Reply #14 on: August 28, 2011, 12:26:57 AM »
Der 60A eventuell auch...?