Author Topic: Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände  (Read 455 times)

Dungeon

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #45 on: October 14, 2013, 11:57:10 PM »
Schnellbusse wären überhaupt ein recht einfaches Mittel um Ziele am Stadtrand zu bedienen. Leider werden die aber eher eingestellt (siehe 260)...

Da die wenigstens Fahrgäste am Gürtel in die U6 einsteigen und am Gürtel wieder aussteigen, halte ich den 8er dort für nicht sehr sinnvoll. Man hätte ihn vielleicht nicht einstellen müssen. Ihn dort wieder zu errichten macht aber auch keinen Sinn. Der 13er oder eine zusätzliche Straßenbahn außerhalb des Gürtels würden die U6 auch entlasten, gleichzeitig aber neue Relationen schaffen.

ziptul

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #46 on: October 15, 2013, 07:23:44 AM »
Schon klar, ich habe weder Daten und Erhebungen, ich habe Beobachtung, Logik und die daraus gewonnen Prognosen. Deshalb bin ich auch nicht Verkehrsplaner.
Allerdings ist meine bescheidene Meinung zum Thema Verkehrsplanung in Wien, dass hier Daten nur teilweise herangezogen werden und Prognosen ausschließlich linear in die Zukunft extrapolierte Fortschreibungen dieser Daten sein können. Wien wird wachsen, bei Besiedlungsprojekten am Stadtrand, an stillgelegten Bahnhöfen und Industriegeländen ist das auch relativ einfach vorhersagbar - bei alten Wohngebieten wie Rudolfsheim, Fünfhaus und Margarethen ist es das eher nicht - diese werden offensichtlich in den Verkehrsplanungen auch konsequent vernachlässigt.
Zweitens bin ich der Meinung, dass sich die Verkehrsplanung überschätzt, ihre Prognosen und Bedarfsanalysen als etwas betrachtet, das in Stein gemeißelt ist - Flexibilität und das Offen-halten von Optionen für eine andere Entwicklung als die angenommene würden mir da besser gefallen: Man muss nicht irgendwo etwas hinbauen, das man dann nie wieder sinnvoll wegbekommt, wenn die Entwicklungen doch anders sind, genauso wenig muss man aus dem selben Grund nicht überall gleich alles wegreißen, das man momentan halt nicht braucht - wie beispielsweise die Gleise der Linie 21.
kurz: Die besten Daten helfen nix, wenn es an Hausverstand mangelt und das Ganze noch mit Selbstüberschätzung gepaart ist.

schaffnerlos

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #47 on: October 15, 2013, 09:47:58 AM »
Schnellbusse müssen einen signifikanten Zeitgewinn gegenüber einer parallel verkehrenden Linie bzw. Alternativrouten (z. B. U-Bahn) bringen.
Schnellbusse bedürfen eines entsprechenden Fahrgastpotenzials zusätzlich zur parallelen "Normalline".
Schnellbusse sollten nicht in Konkurrenz zum Schienenverkehr stehen.

Zu beachten wäre, dass ein alle 7-8 Minuten verkehrender "Normalbus" sicherlich attraktiver ist als je eine im 15-Minuten-Takt verkehrende Normal- und Schnellbus-Linie. Außer der Fahrzeitgewinn der Schnellbuslinie beträgt mindestens 8 Minuten - aber das halte ich in Wien bei den relativ kurzen Distanzen für unrealistisch. Zudem kommt der Schnellbus nur jenen Fahrgästen zugute, welche auch von und zu einer Schnellbushaltestelle wollen.

Wo also würdet ihr in Wien Schnellbusse einsetzen?

Ferry

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #48 on: October 15, 2013, 10:30:34 AM »
Quote from: 'ziptul',index.php?page=Thread&postID=289075#post289075
Also
1. die Politik des U-Bahn statt Straßenbahn endlich aufgeben,
Das ist politisch in Wien nicht umsetzbar. Es geht nur entweder U-Bahn oder Straßenbahn, beides ist nicht drin.

Quote
2. die alten Fehler ausbessern
Das ist noch unmöglicher. Welche Partei gibt schon zu, Fehler gemacht zu haben? Wie soll das außerdem gehen - willst du jetzt parallel zur U-Bahn Straßenbahnstrecken errichten und dafür U-Bahn-Stationen schließen?

Quote
Wenn man so wie bisher weiterhin alles was irgendwie auch nur in der Nähe anstreift in die U-Bahn kanalisiert, dann wird man das Problem auch mit 20 U-Bahn-Linien nicht los.
Das will man auch gar nicht. Denn so bleiben Stadtplaner und Baufirmen immer schön beschäftigt.  :lampe:

29er

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #49 on: October 15, 2013, 10:57:37 AM »
Quote from: 'schaffnerlos',index.php?page=Thread&postID=289152#post289152
Wo also würdet ihr in Wien Schnellbusse einsetzen?
Wirklich viele Linien kämen da eh nicht in Frage. Der 26A wäre zum Beispiel recht gut geeignet wenn es in Groß-Enzersdorf einen großen Pendlerparkplatz gäbe und der Metrobus dann z.b. nur bei den Knotenpunkten mit höherrangigen Verkehrsmitteln (von mir aus auch noch in Eßling und am Siegesplatz) hält. Da könnte man dann aber auch gleich den 391/590 verstärkt (und wieder bis Kagran) führen.

Dungeon

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #50 on: October 15, 2013, 01:14:29 PM »
Quote from: 'schaffnerlos','index.php?page=Thread&postID=289152#post289152'
Schnellbusse müssen einen signifikanten Zeitgewinn gegenüber einer parallel verkehrenden Linie bzw. Alternativrouten (z. B. U-Bahn) bringen.
Schnellbusse bedürfen eines entsprechenden Fahrgastpotenzials zusätzlich zur parallelen "Normalline".
Schnellbusse sollten nicht in Konkurrenz zum Schienenverkehr stehen.

Zu beachten wäre, dass ein alle 7-8 Minuten verkehrender "Normalbus" sicherlich attraktiver ist als je eine im 15-Minuten-Takt verkehrende Normal- und Schnellbus-Linie. Außer der Fahrzeitgewinn der Schnellbuslinie beträgt mindestens 8 Minuten - aber das halte ich in Wien bei den relativ kurzen Distanzen für unrealistisch. Zudem kommt der Schnellbus nur jenen Fahrgästen zugute, welche auch von und zu einer Schnellbushaltestelle wollen.

Wo also würdet ihr in Wien Schnellbusse einsetzen?
Wartezeit bei 15 min Takt: 7,5 min
Wartezeit bei 7,5 min Takt: 3,75 min
Differenz: 3,75 min
Sobald also der Schnellbus 4 Minuten schneller ist, ist er attraktiver. (sofern man an einer Haltestelle wohnt). Abgesehe davon, stellt man sich bei einem 15 Minuten Takt nicht einfach zu Haltestelle, sondern timed das. Schnellbusse wären auch eher am Stadtrand interessant, wo man leicht 4 Minuten gewinnt.
Gut angenommenes Beispiel: 260. Aber der wird leider zwishen Hietzing und Siebenhierten eingestellt.

Josh

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Straßenbahn durch das Nordbahnhofgelände
« Reply #51 on: October 15, 2013, 04:32:42 PM »
Ein Schnellbus muss nicht parallel zu einer normalen Linie fahren und sich mit diesem die Taktzeiten teilen, sondern kann, in ganz normalem Takt, eine ganz andere Route nehmen. Auch Zickzack-Kurse können attraktive Verbindungen schaffen wenn sie wichtige Punkte anfahren. Ob und wo das in Wien möglich ist, muss man halt sehen. Wenn man nicht die Mariahilfer Straße mit aller Gewalt zur Fußgängerzone ausgebaut hätte, dann könnten sie dort dort auf Busspuren bei relativ kurzen Stationsabständen fahren, und ausserhalb davon als Schnellbusse, oder vielleicht auch als ganz normale Busse, aber eben auf Routen von denen viele was haben. Das ist der Vorteil gegenüber Straßenbahnen, man ist nicht auf die Schienen angewiesen sondern kann die Routen nach Bedarf ändern.