Author Topic: e-ticketing  (Read 698 times)

Arkadier

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e-ticketing
« on: April 29, 2013, 06:26:10 PM »
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind. Ein e-ticket in Form einer Smartcard hätte hier viele Vorteile, wie z.B.
•   Jeder Kunde sucht sich ein für ihn passendes Grundtarifsystem. Dabei wird ein gewählter Fixbetrag monatlich vom Konto abgebucht.
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
•   Je öfter der Kunde die Karte einsetzt, um so geringer wird seine Jahresrechnung. Nach Überschreiten des Jahresstichtages bekommt er entweder eine Gutschrift, oder eine Forderung bezüglich einer Nachzahlung.
•   Gleichzeitig erfolgt eine neue Einstufung für die kommenden monatliche Abbuchungen.
•   Für die Kunden entfällt das lästige Kaufen und/oder die Suche nach dem richtigen Fahrschein.
•   Die Linienbetreiber sparen sich die Fahrschein- und Stempelautomaten – es gibt nur mehr Automaten für das e-ticket.
•   Wegfall des Papier und Druckfarbenverbrauches – abfärbende und/oder unzureichend gestempelte Fahrscheine gehören damit der Vergangenheit an.
•   Jedes e-ticket hat einen eigenen Code. Bei Verlust oder Diebstahl kann dieser Code gesperrt werden.
•   Das e-ticket ist übertragbar, allerdings kann nur jeweils von einer Person verwendet werden.
•   Die Kontrollen gestalten sich ebenso einfach durch NFC. Die Karte wird in die Nähe des Kontrollergerätes (kann stationär oder mobil sein) gehalten, welches die Daten abfragt, z.B. ob sich der Code dieser Karte doppelt im System befindet, die Karte als gestohlen gemeldet ist, etc.
•   Nach einer gewissen Einsatzzeit ist aus Sicherheitsgründen eine neue Karte zu lösen.

Ähnliche Systeme werden in einigen Kommunen Europas bereits verwendet oder stehen kurz vor der Einführung.

PS: Ich habe das Forum nach ähnlichen Beiträgen durchsucht, allerdings keinene vergleichbaren Eintrag gefunden. Sollte es doch schon anderswo eine thread mit dem Thema geben, so ersuche ich die Bordadministration, den Beirtag dorthin zu verschieben.

darkweasel

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« Reply #1 on: April 29, 2013, 06:40:23 PM »
Oh ja, das finde ich toll - endlich wird jeder unserer Wege von den WL und somit vom Staat überwacht. :daumenrunter: (Das mit der Londoner Babysitterin ist dir bekannt?) Und endlich muss ich bei jeder Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels darauf achten, dass das mit dem NFC funktioniert hat, sonst ist man ein Schwarzfahrer. :daumenrunter:

Wenn das kommt, sind mich die WL als Fahrgast los - ich habe überhaupt kein Interesse daran, dass die WL wissen, wo ich zu welcher Zeit war. Und durch Datenlücken dann womöglich auch noch der Rest der Welt. :daumenrunter:

Dan

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« Reply #2 on: April 29, 2013, 07:11:44 PM »
Im Gegensatz zu den Fahrscheinen müssen die Smartcards dann bei jeder Fahrt gelesen werden, wodurch der Bedarf an Automaten nicht sinkt, sondern eher steigt (weil man dann an jedem Einstieg bei Bim und Bus einen Entwerter haben muss, anstatt 0-3 pro Fahrzeug). Ähnlich verhält es sich bei den U-Bahn-Eingängen. Die flexible Tarifgestaltung mag nett klingen, aber wenn dann auf einmal die Bäckereiverkäuferin mit ihren 1070€ netto monatlich, die auf die Wiener Linien angewiesen ist, am Ende des Jahres eine Nachforderung von 150€ bekommt, dann schaut das schon wieder ganz anders aus. Und eine Karte, bei der die Jahresrechnung geringer wird, je öfter ich sie einsetze, werde ich mir auf jeden Fall nicht besorgen. Das derzeitige Zeitkartensystem finde ich recht angenehm, es bereitet mir zirka 1,5 Minuten Arbeit pro Jahr: Brief öffnen, Marke auf die Jahreskarte kleben, fertig.

29er

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RE: e-ticketing
« Reply #3 on: April 29, 2013, 07:25:38 PM »
Quote from: 'Arkadier',index.php?page=Thread&postID=279986#post279986
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
Wenn das so gut wie derzeit bei den Supermarkt-Kassen funktioniert, dann Gute Nacht. Ich habe es in den letzten Wochen erlebt, dass die Terminals nicht funktioniert haben - im Supermarkt kann man wenigstens die Kassa wechseln aber was mache ich wenn die Einrichtung am Bahnsteig nicht funktioniert? Ich bin ja kein Schwarzseher aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sowas in Wien funktionieren soll (ich habe jetzt nichts gegen das System selber, aber WL + Technik = ... ).

Ottakring

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« Reply #4 on: April 29, 2013, 09:41:11 PM »
Sowohl vom Gesichtspunkt des Datenschutzes als auch der Umweltverträglichkeit halte ich nichts von der Idee. Zwar kann es mir wurscht sein, ob jemand weiß, daß ich am 15.April vom Schuhmeierplatz nach Heiligenstadt gefahren bin und das jeden 3. Tag mache, aber es geht auch niemand etwas an. Höchstens wenn ich ein Alibi für die Kripo brauche, wäre das vielleicht ein Segen, aber ich nehme nicht an, in so eine Situation zu kommen. Anderseits kursieren ohnehin schon so viele Chipkarten auf der Welt herum, und jede verbraucht irgendwelche wertvolle seltene Rohstoffe; auch der Elektrosmog (dessen Harmlosigkeit respektive Gefährlichkeit ein großes Thema für wissenschaftliche Diskussionen darstellt) würde wieder um eine Facette erweitert.

Schienenfreak

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« Reply #5 on: April 29, 2013, 11:07:44 PM »
Binzwar immer offen für Neues/Modernes, aber das jetztige österreichische/Wiener System finde ich eh gut.

Nussdorf

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« Reply #6 on: April 30, 2013, 08:17:17 AM »
NFC? Vielleicht in 10 Jahren.
Und bis dahin hieße es, beim Ein- und beim Aussteigen "Markieren". Das System gibt es in Südtirol, funktioniert dort auch; in Wien müssten aber massiv Entwerter angeschafft werden, nämlich für jede Türe, und der Ein- und Ausstieg würde sich deutlich verlangsamen. Insgesamt also sicher teurer als jetzt, von der schwierigen Umgewöhnung ganz zu schweigen. Also ein Klares Nein.

schaffnerlos

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« Reply #7 on: April 30, 2013, 09:58:27 AM »
In Wien alleine wäre so ein System sinnlos, für den VOR überlegenswert aber erst bei einer nationalen Einführung würde es die Stärken ausspielen können. Das wäre natürlich ein langfristiges Projekt.

Datenschutzbedenken sind ernst zu nehmen, aber ich weise nochmals darauf hin, dass anonyme Prepaid-Karten als Option eigentlich ein Muss sein sollten.

Arkadier

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« Reply #8 on: April 30, 2013, 10:18:54 AM »
Zum Thema Datenschutz sei angemerkt, dass eigentlich nur die Benützung als solche registriert wird, jedoch keinerlei Ziel. D.h. sollte jemand nur z. B. ein Verkehrsmittel  benützen, wird nur der Fahrtantritt übermittelt. Wo die Person dann aussteigt, ist nicht relevant. Und wer heute in die U-Bahn einsteigt, kann selbst feststellen, das zeitweise fast mehr als 80% ein Handy mitführen und auch benützen. Damit lassen sich weit mehr relevante Bewegungsmuster erfassen, als den meisten wirklich bewußt sein dürfte - aber es scheint niemanden zu stören, den es ist anscheinend ungeheuer wichtig, ständig online zu sein.
Die Lese-/Registriergeräte ließen sich leicht in die Türen integrieren - sicher schöner, als in manchen Einkaufsläden, wo jeder am Ein- und Ausgang von einer "Datenschleuse" kontrolliert wird. Auch hier haben sich die Kunden mehr oder weniger daran gewöhnt.
Das eine Systemumstellung einmal Kosten mit sich bringt, liegt in der Natuir der Sache, allerdings könnte man sich erst einmal Gedanken über den positiven Nutzen machen.

Quote from: 'Dan','index.php?page=Thread&postID=279988#post279988'
Und eine Karte, bei der die Jahresrechnung geringer wird, je öfter ich sie einsetze, werde ich mir auf jeden Fall nicht besorgen.
Eigentlich schade, denn es wäre gut, die Menschen mehr zur Benutzung der Öffis anzuregen und genau dies wäre eine gute Möglichkeit. Ein ähnlicher Effekt wird ja auch bei den Jahreskarten ausgenützt. Allerdings soll es ja auch Leute geben (und derer werden mehr) , die sich mehr Flexibilität wünschen, denn sie können nicht genau für die nächste Woche oder Monat voraussagen, wann sie nun ein Öffi brauchen/nutzen oder nicht, da sie ihre persönlichen Umstände oder Erwebstätigkeit zu dieser Flexibilität zwingt.

29er

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« Reply #9 on: April 30, 2013, 10:47:03 AM »
Quote from: 'Arkadier',index.php?page=Thread&postID=280011#post280011
Eigentlich schade, denn es wäre gut, die Menschen mehr zur Benutzung der Öffis anzuregen und genau dies wäre eine gute Möglichkeit.
Wenn das Angebot nicht passt, bringt so ein Anreiz eher nicht viel wenn die Leute nicht langfristig an die Öffis gebunden werden. Ich würde auch 500 € für die Jahreskarte zahlen, wenn die Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit & Co. stimmen werden aber sowas kann man in Wien auf keinen Fall erwarten.  :(

ibi

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« Reply #10 on: April 30, 2013, 04:24:22 PM »
Das Tarifmodell ist natürlich Unsinn, denn es animiert dazu mit den Öffis im Kreis zu fahren, damit die Rechnung billiger wird.

Die Datenschutzbedenken halte ich für übertrieben, da der überwiegende Großteil ohnehin ein Handy hat. Solange es nicht verpflichtend ist (eben z.B. prepaid-Karten) sehe ich da kein Problem.

Linie 255

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« Reply #11 on: April 30, 2013, 07:15:33 PM »
Ich sag zu diese Idee nur eins wozu brauchen wir sowas wenn das alte Sythem gut funktioniert?
Was mich bei der Smartcard so richtig stört ist von wo soll ich am Schluss wissen wie viel der Spaß gekostet hat? Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen? Ich bin eine Person der mit dem Öffi so gut wie überall hinfährt (ganz Wien) und das mehrmals täglich. Kurz gesagt mit dem jetztigen Sythem weiß ich wenigstens wie viel ich für ein Fahrschein zahle(einen guten preis) mit dem neuen Sythem würde ich in Dunkeln tappen.

Arkadier

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« Reply #12 on: April 30, 2013, 08:15:28 PM »
Quote from: 'Linie 255','index.php?page=Thread&postID=280030#post280030'
Was mich bei der Smartcard so richtig stört ist von wo soll ich am Schluss wissen wie viel der Spaß gekostet hat? Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen?
Das Problem ist eigentlich keines. So wie bei anderen Betrieben oder Versorgungsunternehmen auch, kann man über seinen Account ständig seinen Fahrtenstand abfragen - und damit auch den Stand seiner Vergünstigung. Damit tappt man weniger im Dunkeln als jetzt - oder sammelt jemand seine Fahrscheine über ein Jahr?

Linie 255

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« Reply #13 on: April 30, 2013, 08:42:31 PM »
Quote
Quote
Soll ich jetzt nach jede Fahrt aufschreiben wie viel ich gefahren bin um die Kosten am Schluss auszurechnen?
kann man über seinen Account ständig seinen Fahrtenstand abfragen
Ist das nicht das selbe? (ich muss nachschauen)

tgv325

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« Reply #14 on: April 30, 2013, 11:01:03 PM »
Der Vorschlag verursacht nur enorme Kosten und de facto keinen Nutzen, weder für die Fahrgäste noch für die Betreiber. Im Gegenteil, der Fahrgast "darf" dann jedes Mal sein Ticket "entwerten", statt es einfach nur mit zu haben. "ÖV-E-Tickets" sind für kleine Betreiber oder neue Öffi-Systeme sicher eine nette Spielerei, für große Netze wie das Wiener Öffi-Netz mit hervorragend funktionierendem Tarifsystem sind sie aber einfach nur entbehrlich.