Author Topic: e-ticketing  (Read 793 times)

Nussdorf

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e-ticketing
« Reply #15 on: May 01, 2013, 07:31:02 PM »
Quote from: 'tgv325','index.php?page=Thread&postID=280044#post280044'
Der Vorschlag verursacht nur enorme Kosten und de facto keinen Nutzen, weder für die Fahrgäste noch für die Betreiber. Im Gegenteil, der Fahrgast "darf" dann jedes Mal sein Ticket "entwerten", statt es einfach nur mit zu haben. "ÖV-E-Tickets" sind für kleine Betreiber oder neue Öffi-Systeme sicher eine nette Spielerei, für große Netze wie das Wiener Öffi-Netz mit hervorragend funktionierendem Tarifsystem sind sie aber einfach nur entbehrlich.
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen

67er

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« Reply #16 on: May 01, 2013, 08:41:59 PM »
Quote from: 'Nussdorf','index.php?page=Thread&postID=280087#post280087'
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen
Entschuldige, falls ich diesbezüglich etwas schwerfällig, altmodisch oder umständlich wirken sollte, aber ist es für den Besitzer einer klassischen Zeitkarte derzeit nicht auch schon so, dass er bei häufiger Nutzung für den einzelnen Kilometer weniger als bei seltener Nutzung zahlt? Als Jahreskartenbesitzer kann ich persönlich an dem vorgeschlagenen e-ticketing-System für den Fahrgast noch immer keinen Vorteil  erkennen.

nonscio

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« Reply #17 on: May 01, 2013, 09:05:27 PM »
Quote from: 'Arkadier','index.php?page=Thread&postID=279986#post279986'
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind. Ein e-ticket in Form einer Smartcard hätte hier viele Vorteile, wie z.B.
•   Jeder Kunde sucht sich ein für ihn passendes Grundtarifsystem. Dabei wird ein gewählter Fixbetrag monatlich vom Konto abgebucht.
•   Die Karte wird wie bei den neuen Bankomatkarten über eine NFC-Funktion verfügen. D. h. besteigt der Kunde das Verkehrsmittel oder betritt den U-Bahnsteig, so wird dies im System registriert und gezählt.
•   Je öfter der Kunde die Karte einsetzt, um so geringer wird seine Jahresrechnung. Nach Überschreiten des Jahresstichtages bekommt er entweder eine Gutschrift, oder eine Forderung bezüglich einer Nachzahlung.
•   Gleichzeitig erfolgt eine neue Einstufung für die kommenden monatliche Abbuchungen.
•   Für die Kunden entfällt das lästige Kaufen und/oder die Suche nach dem richtigen Fahrschein.
•   Die Linienbetreiber sparen sich die Fahrschein- und Stempelautomaten – es gibt nur mehr Automaten für das e-ticket.
•   Wegfall des Papier und Druckfarbenverbrauches – abfärbende und/oder unzureichend gestempelte Fahrscheine gehören damit der Vergangenheit an.
•   Jedes e-ticket hat einen eigenen Code. Bei Verlust oder Diebstahl kann dieser Code gesperrt werden.
•   Das e-ticket ist übertragbar, allerdings kann nur jeweils von einer Person verwendet werden.
•   Die Kontrollen gestalten sich ebenso einfach durch NFC. Die Karte wird in die Nähe des Kontrollergerätes (kann stationär oder mobil sein) gehalten, welches die Daten abfragt, z.B. ob sich der Code dieser Karte doppelt im System befindet, die Karte als gestohlen gemeldet ist, etc.
•   Nach einer gewissen Einsatzzeit ist aus Sicherheitsgründen eine neue Karte zu lösen.

System bereits vorhanden, heißt Jahreskarte, seit Jahrzehnten in Gebrauch; keine zusätzlichen Geräte, keine neuen Technologien.
Und für die paar Fahrten im Jahr die ich außerhalb der gewohnten Wege mache kauf ich mir einen Fahrschein, gerne auch im Internet; weil herauszubekommen wieviele Zonen man benötigt ist wirklich unangenehm, das soll mir das Kastl sagen.

never change a running system, ist zwar technologisch interessant aber sowohl die Basisinvestition wie auch die Kosten des laufenden Betriebs sind damit nicht zu verdienen.

tgv325

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« Reply #18 on: May 01, 2013, 09:43:56 PM »
Quote from: '67er',index.php?page=Thread&postID=280098#post280098
Quote from: 'Nussdorf','index.php?page=Thread&postID=280087#post280087'
Naturlich gibt es einen Nutzen für die echten Vielfahrer, aber nur wenn man kilometergenau abrechnet und der Tarif degressiv ist. Dann zahlen die echten Vielfahrer relativ gesehen weniger. Voraussetzung ist neben dem Tarifmodell aber das Entwerten beim Ein- und Aussteigen
Entschuldige, falls ich diesbezüglich etwas schwerfällig, altmodisch oder umständlich wirken sollte, aber ist es für den Besitzer einer klassischen Zeitkarte derzeit nicht auch schon so, dass er bei häufiger Nutzung für den einzelnen Kilometer weniger als bei seltener Nutzung zahlt? Als Jahreskartenbesitzer kann ich persönlich an dem vorgeschlagenen e-ticketing-System für den Fahrgast noch immer keinen Vorteil  erkennen.

Erstens, ja, und zweitens muss doch jedem klar sein, dass für einen Vielfahrer nach einem Jahr genau der Tarif der Jahreskarte bei der Abrechnung rauskommen würde. Verbesserung für Vielfahrer gibt es also keine, dafür darf dann irgendein Karterl ein paar tausend Mal im Jahr an Lesegeräte gehalten werden. Und für den Betreiber kommt im günstigsten Fall genau so viel Geld "herein" wie bisher, aber es müssten zig Millionen in das System investiert werden. Niemand der bei Sinnen ist, kann sich für Wien so ein System wünschen...

67er

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« Reply #19 on: May 02, 2013, 07:21:49 PM »
Quote from: 'tgv325','index.php?page=Thread&postID=280102#post280102'
Und für den Betreiber kommt im günstigsten Fall genau so viel Geld "herein" wie bisher, aber es müssten zig Millionen in das System investiert werden. Niemand der bei Sinnen ist, kann sich für Wien so ein System wünschen...
Und schon kommt die Betriebswirtschaftslehre ins Spiel, die besagt, dass sich Investitionen amortisieren müssen.

Wenn die Investition keine Effizienzsteigerung (höherer Umsatz, geringere Produktionskosten [fixe und variable]) bewirkt, bleibt immer noch das Instrument der Verkaufspreiskalkulation. In der Regel bedeutet das die Erhöhung des Gemeinkostenzuschlags = Anheben des Verkaufspreises, was gleichzeitig aber wieder einen Umsatzrückgang auslösen kann. Naja, im schlimmsten Falle gibt es ja noch ein Zauberwort: Subvention...

Dass sich die Rentabilitätsrechnung der Wiener Linien - die einen Beförderungsleistungs-Auftrag zu erfüllen haben - für die grundsätzliche Infrastruktur nicht nur an den betriebswirtschaftlichen Grundsätzen orientieren kann, das ist schon klar, weniger notwendig erscheinende Investitionen sollten allerdings sehr wohl einer strengen Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden.

john_malkovich

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« Reply #20 on: May 20, 2013, 02:53:02 AM »
Quote from: 'Arkadier','index.php?page=Thread&postID=279986#post279986'
Wann kommt bei den WL bzw. VOR das e-ticket? Langsam wird die Zeit reif für neue Fahrausweise, die am Stand der Technik und auch wesentlich kundenfreundlicher sind.
... vor geraumer Zeit gab es bereits einen thread dazu. die WL betreiben laut einem Bericht in der FUZO ein Projekt in dem gerade ein neues elektronisches Ticketsystem ausgearbeitet wird.
siehe:
[PM] futurezone.at: Neue Funkkarte für Wiener Öffis in Planung

In der obigen Diskussion wurde die technische Lösung eines e-tickets im (funk)Chipformat automatisch mit einer Reform des Tarifmodells verknüpft. Für mich handelt es sich dabei allerdings um zwei paar Schuhe! Nur weil auf ein anderes Fahrkartenformat umgestellt wird, so muss sich nicht gleich automatisch das ganze Tarifsystem ändern. Genauso wenig ändert sich dabei auch irgendetwas am offenen, barrierefreien Zugang ohne Drehkreuz, wie es die Wiener und Wienerinnen gewohnt sind. Irgendwelche "Lese-/Registriergeräte" in Türen zu montieren ist daher ebenso wenig notwendig!


Durch ein e-ticket im (funk)Chipformat ändert sich für den (Jahreskarten)Kunden im Grunde so gut wie gar nichts! Wenn die Karte gültig ist, dann ist sie es auch - da benötigt es weder ein lästiges stempeln an irgendeinem Terminal, noch irgendein zusätzliches Aufladen! Nur im Falle einer stichprobenartigen Fahrscheinkontrolle durch einen Kontrolleur muss man die Karte gegen ein mobiles Lesegerät halten damit die Gültigkeit des Tickets bescheinigt wird. Anstatt eines altbewährten Fahrkartenzwickers mit Tinte, setzt man eben einfach auf ein digitales System via Funkterminal.


Der Mehraufwand hält sich also in Grenzen, denn die alten Ticket Automaten und Fahrscheinentwerter müssen sowieso irgendwann einmal ausgemustert werden. Auch optisch würde sich nicht allzu viel ändern. Anstelle eines Schlitzes in der Mitte werden die Fahrkartenentwerter einfach einen runden Teller aufweisen, der entweder seitlich vertikal oder oben horizontal angebracht ist. Nur Fahrgäste ohne Jahreskarte müssen sich anstelle eines Streifenfahrscheins eine wiederaufladbare RFID (Funkt)Chipkarte zulegen und diese über das Internet (z.B. Paypal) oder an einem Terminal aufladen, um diese am modifizierten Fahrkartenentwerter einzulösen bzw. dagegenzuhalten. Falls nicht genug Guthaben auf der Karten oben ist, dann blickt der Automat rot. Wenn alles passt dann blickt er eben grün. Also im Grunde ist es das selbe Prozedere wie mit einem Streifenticket, nur halt in der digitalen Variante.


Ergo muss sich durch die Implementierung des RFID Modells am System in der Kernzone 100 eigentlich recht wenig ändern.

Bei der Konvertierung dieses Beitrags aus dem alten fpdwl-Forum sind folgende Probleme aufgetreten:
  • Links auf die alte fpdwl.at Seite funktionieren nicht mehr.

umweltretter

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e-ticketing
« Reply #21 on: May 04, 2016, 11:06:37 PM »
In Deutschland ging der BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Technik an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wegen deren kontaktloser Chipkarte, auch „(((eTicket“ genannt.
Details und Hintergründe hier:  ---->  https://bigbrotherawards.de/2016/technik-berliner-verkehrsbetriebe-bvg