Author Topic: Strategieplan 2050  (Read 547 times)

5er-Franzi

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Strategieplan 2050
« Reply #15 on: May 19, 2014, 03:22:55 PM »
Als ich noch am Land gewohnt habe bin ich auch bei jedem Wetter mit dem Rad zum Bahnhof gefahren (1 km). Aber ich hätte niemals damit in die Arbeit fahren können, weil das Rad eben niemals ein vollwertiges Verkehrsmittel sein kann. Dazu brauche ich ein Auto oder ein öffentliches Verkehrsmittel. In der Stadt braucht man kein Rad um zum nächsten Bahnhof zu gelangen, da man ein dichtes Öffi-Netz hat. Ich würde daher niemals auf die Idee kommen mit dem Rad zu fahren. Selbst wenn es von der Strecke hier zumutbar wäre, wenn es regnet muss ich erst wieder ausweichen auf andere Verkehrsmittel.

Schienenfreak

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Strategieplan 2050
« Reply #16 on: May 19, 2014, 03:33:01 PM »
Quote from: '5er-Franzi','index.php?page=Thread&postID=305930#post305930'
Ich bin auch dagegen, den Radfahrer-Anteil zu erhöhen. Das Fahrrad ist für mich eher ein Freizeit-Verkehrsmittel, aber wird niemals ein Ersatz fürs Auto oder Öffentliche Verkehrsmitteln sein können. Sollen lieber die Öffis ausbauen.

Meine Reihung in der Prioritätenliste ist folgendermaßen.

1. Fußgänger

2. Öffis

3. Autos

4. Fahrräder

 Das Problem bei Fahrrädern ist auch, dass sie eine eigene Verkehrsfläche benötigen. Gehsteige und Straßen gibt es überall, aber Radwege muss man erst bauen.
:daumenhoch:
Abgesehen davon, dass ich die Öffis an die erste Stelle stellen würde und die Autos an die letzte, geb ich dir Recht!

5er-Franzi

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Strategieplan 2050
« Reply #17 on: May 19, 2014, 03:35:55 PM »
Quote from: 'Schienenfreak',index.php?page=Thread&postID=305940#post305940
Abgesehen davon, dass ich die Öffis an die erste Stelle stellen würde und die Autos an die letzte, geb ich dir Recht!
Nein, die Fußgänger waren als erstes da, bei vor es noch andere Verkehrsmittel gab. Theoretisch müsste man Pferde noch auf Platz 2 einschieben. :D Und Öffi's sind zwar umweltfreundlicher als Autos aber sie schaden trotzdem auch der Umwelt. Also Fußgänger gehören schon auf den ersten Platz.

nonscio

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Strategieplan 2050
« Reply #18 on: May 19, 2014, 03:54:59 PM »
Quote from: '5er-Franzi',index.php?page=Thread&postID=305930#post305930
Das Problem bei Fahrrädern ist auch, dass sie eine eigene Verkehrsfläche benötigen. Gehsteige und Straßen gibt es überall, aber Radwege muss man erst bauen.
Nicht das Problem, sondern die Lösung: eigene breite Fahrstreifen für Radfahrer, so wie in Kopenhagen (auf denen auch kein Gegenverkehr ist entlang der wichtigen Achsen): das senkt die Emissionen, sowohl duftmäßig als auch lärmmäßig, benötigt pro bewegter Person weniger Raum und ist mit gutem Willen machbar.
Guter Wille beinhaltet: weniger Autoabstellflächen, konsequentes Handeln und wie bei Autostraßen gilt: je attraktiver das Angebot desto mehr fahren drauf.

5er-Franzi

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Strategieplan 2050
« Reply #19 on: May 19, 2014, 04:01:18 PM »
Quote from: 'nonscio',index.php?page=Thread&postID=305942#post305942
weniger Autoabstellflächen
Na wart nur, du kommst schon noch in meine Gasse. :boese:

Dungeon

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Strategieplan 2050
« Reply #20 on: May 19, 2014, 04:35:51 PM »
Ui... Entspannt euch mal alle wieder...

Im Übrigen bin ich auch eher dafür die Öffis auszubauen. Überall wo ich bis jetzt war und es sehr viele Radfahrer gibt (Münster/Amsterdam), waren die Öffis eher unterdurchschnittlich. Radfahren geht also eher auf Kosten des Öffi als des Autoverkehrs. Abgesehen davon kommt Radfahren für viele nicht in Frage (Länge der Strecke, Alter, Gesundheit, etc...). Grad in Wien bin ich froh, dass ich nicht Radfahren MUSS um in einer angemessen Zeit irgendwo hinzukommen.

SchienenWolf

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Strategieplan 2050
« Reply #21 on: May 19, 2014, 05:26:20 PM »
Dieser Thread hat das Zeug zum emotional werden & zum polemisieren . . .
Folgende Einwürfe von mir:
Das Beispiel Kopenhagen:Kopenhagen ist eine Stadt, die seinerzeit ihr Straßenbahnnetz komplett stillgelegt hat (die damals dort eingesetzten Düwag Züge, die erst wenige Jahre alt waren, wurden meines Wissens nach Alexndria verkauft), wer dort ohne Auto unterwegs sein will, wird natürlich eher aufs Rad ausweichen (zumal auch die Kopenhagener Topographie eher flach ist).
Dann:wenn man mit Autofahrern spricht, werden viele zugeben, daß Autofahren in Wien nicht lustig ist, viele Autofahrer gerne auf "Öffis" umsteigen würden. Nur-es gibt Leute die auf ihre Benzindroschke angewiesen sind, Bsp. Handelsvertreter der in kurzer Zeit möglichst viele Kunden abklappern muß(vielleicht mit noch 2Koffer . . ), Handwerker mit Equipment (Installateur mit Werkzeug & einer Klomuschel am Gepäckträger . .?), Familienvater/Mutter die für die Family einkauft (Mineralwasserkiste & Fressalien . .),Leute von außerhalb, etc. . .
Wenn man also den Anteil an Radfahrern erhöhen will, wird man das nur können, wenn man vom öffentlichen Verkehr Anteil abzieht, und da werden wohl viele dann wieder auf KFZ (zurück-)umsteigen, weil das Fahrrad kein richtiges Verkehrsmittel ist (man denke an Mütter mit Kindern, Schwangere, Ältere,oder daß es in Wien fallweise regnet . . .).
Also finde ich als Anhänger des öffentlichen Verkehres den ganzen "Fahrrad-über-alles"Hype eher kontraproduktiv.
Und außerdem, unsere tolle Vizebürgermeisterin, die große Radfahrerin, kommt "standesgemäß" mit den Klapprad zu diverse polit.Veranstaltungen.
Leider steht 2 Ecken weiter der Dienstwagen mit laufenden Motor und Chauffeur, der nach der Veranstaltung dann auf seine Chefin wartet & das Klapprad dann im Kofferraum verstaut(davon gibts Aufnahmen im Internet).

5er-Franzi

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Strategieplan 2050
« Reply #22 on: May 19, 2014, 07:16:22 PM »
Inszenierung :lampe: War mir immer schon klar, dass die Vassilakuh eine Heuchlerin ist. Wasser predigen und Wein trinken.

24A

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Strategieplan 2050
« Reply #23 on: May 19, 2014, 08:18:19 PM »
Quote from: '5er-Franzi',index.php?page=Thread&postID=305957#post305957
Vassilakuh
:D  :D

mad

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Strategieplan 2050
« Reply #24 on: May 19, 2014, 08:27:01 PM »
Ich bin wirklich überrascht wie sehr Radfahrer separiert und angefeindet werden. Selbst betrachte ich mich als "intelligent mobilen" Menschen, der bedarfsbezogen auf das passende Verkehrsmittel zurückgreift und dabei ressourcenschonend kein eigenes Kraftfahrzeug besitzt. Das macht mich in Wien zum Fußgänger, Radfahrer, Öffi-Fahrer und auch Autofahrer, je nach Situation. Darüberhinaus finde ich es auch sehr legitim, verschiedene Verkehrsträger zu kombinieren - sei es Fuß-Öffi, Rad-Öffi, Rad-Auto.
Wichtig ist, dass ein umweltverträgliches und nachhaltiges Verkehrsangebot vorhanden ist, welches Menschen die Option gibt, intelligente Mobilität zu leben. Dazu sind natürlich Akzente zu setzen. Das sind beispielsweise Kurzparkzonen, wobei mein Schwerpunkt auf Beschränkung der Parkzeit liegt und nicht auf der Gebührenpflicht - alternativ eine "Parkmaut". Verpflichtung zum privaten Stellplatznachweis - und ja, es geht auch in den Innenbezirken, wenn die Rahmenbedingungen geschaffen sind. Vor allem aber ein attraktiver öffentlicher Verkehr und attraktive Radfahrmöglichkeiten. Radfahren auf der Fahrbahn oder am Geh- und Radweg gehört für mich genauso dazu wie Begegnungszonen. Jede Form von Gemeinschaft kann nur mit Rücksicht funktionieren. Im Straßenverkehr ist diese leider nicht immer ausgeprägt - das zeigt sich dann an Stresslevels, Unfallzahlen und schlägt sich natürlich auch im Modal Split nieder.
Persönlich schätze ich das Rad als Alltagsfahrzeug sehr - in Verbindung mit einem Anhänger sogar für größere Einkäufe. Die brauche ich dann nicht bis zur Wohnung tragen, weil sie mit dem Anhänger bis vor die Türe kommen. Das hat aber natürlich auch mit der intelligenten baulichen Konzeption des Wohnhauses zu tun, in dem ich lebe.
Ergo: Es gibt noch viel zu tun - baulich sowie in der Bewusstseinsbildung der Menschen. Dann sind 15% Radfahranteil genauso möglich wie 30% weniger Privat-KFZ, ohne dass jemand schwerst leidet. Und die Frage wird dann nicht mehr lauten "was ist DAS Verkehrsmittel", sondern "was unterstützt meinen Kalender heute bestmöglich". Für den Möbelhauslieferanten wird das täglich der Kleinbus sein. Weniger Privat-KFZ heißt, er kann leichter parken. Für den Einkauf kann das ein Lastenrad oder Gemeinschaftsanhänger sein. Für den Weg ins Büro das Faltrad, das bei überraschendem Regen in Bus, Bim und U-Bahn nicht größer ist als ein kleiner Koffer.
Und dass im Winter die Öffis voller sind, weil das Wetter nicht so fesch ist, wird vielleicht einmal zu einem saisonal optimierten Öffi-Angebot führen, in dem rücksichtsvolle Menschen gemeinsam darauf schauen, dass die Nutzung auch Freude macht.
In diesem Sinne: Es ist noch viel möglich in dieser schönen Stadt, und gemeinsam am allermeisten!

piefke53

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Strategieplan 2050
« Reply #25 on: May 19, 2014, 08:31:24 PM »
Es ist nicht wirklich überraschend, dass Radfahrer außerhalb ihrer eigenen Reihen einen eher überschaubaren Fanclub haben.

  • Fahr einfach mal an Tagen mit schönem Wetter etliche km (mit dem Auto) über diverse Landstraßen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du keine nebeneinander fahrenden - und damit den übrigen Verkehr behindernden - Radfahrer siehst, ist eher gering.
  • Wenn Du in Berlin Radfahrer erlebt hättest, würdest Du Dir wahrscheinlich am PKW einen Kuhfänger wünschen. Rote Ampeln? Uninteressant. Fußgänger auf gemeinsam genutzten Verkehrsflächen? Uninteressant. Vorfahrt? Was ist das? Rücksicht? Fremsdprachen-Begriff.

mad

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Strategieplan 2050
« Reply #26 on: May 19, 2014, 08:45:35 PM »
Quote from: 'piefke53','index.php?page=Thread&postID=305964#post305964'
Was ist das? Rücksicht? Fremsdprachen-Begriff.
Und darin liegt für mich ein Haupt-Knackpunkt. Gemeinschaft kann nur mit Rücksicht funktionieren. Rücksichtslosigkeit habe ich bisher schon von allen Seiten erlebt, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger - am seltensten noch vom Fahrpersonal von Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mehr Rücksicht und es ist für alle leichter. Ob diese "Umwegrentabilität" in die Köpfe der Menschen findet, das wird sich noch zeigen.

Dungeon

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Strategieplan 2050
« Reply #27 on: May 19, 2014, 08:50:16 PM »
Ich denke es ist auch ein Problem, dass es einem Teil der Radfahrer wirklich darum geht andere einzuschränken und ihnen ihren Lebensstil aufs Aug zu drücken. Das schafft dann Abneigung unter der die restlichen, pragmatischen Radfahrer auch leiden. Das gilt übrigens auch umgekehrt für Autofahrer, Öffibenutzer, etc...

Ich finde Wien zeichnet sich gerade dadurch aus, dass doch immer ein Kompromiss gefunden wird mit dem alle gleich gut/schlecht leben können. In Kopenhagen gibts vielleicht mehr Radfahrer, aber dort leben will ich so oder so nicht.

Und ja... Es geht hauptsächlich um Rücksichtnahme. Manche Zeitgenossen machens einem da aber echt schwer. Heute vor meiner Nase in der Gußhausstraße: Radfahrerin fährt telefonierend und ohne zu schauen, bei rot über die Radfahrüberfahrt. Is übrigens ein Auto gekommen... Zum Glück ging es sich knapp aus. Genau solche Dämlichkeiten sind es die das Zusammenleben erschweren.

Bimigel

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Strategieplan 2050
« Reply #28 on: May 19, 2014, 09:56:09 PM »
Quote from: 'piefke53',index.php?page=Thread&postID=305964#post305964
  • Wenn Du in Berlin Radfahrer erlebt hättest, würdest Du Dir wahrscheinlich am PKW einen Kuhfänger wünschen. Rote Ampeln? Uninteressant. Fußgänger auf gemeinsam genutzten Verkehrsflächen? Uninteressant. Vorfahrt? Was ist das? Rücksicht? Fremsdprachen-Begriff.
Und Du glaubst in Wien ist das anders?

Bei der Konvertierung dieses Beitrags aus dem alten fpdwl-Forum sind folgende Probleme aufgetreten:
  • Listen werden evtl. nicht korrekt dargestellt.

5er-Franzi

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Strategieplan 2050
« Reply #29 on: May 19, 2014, 10:01:21 PM »
Es stimmt schon, dass es unter allen Verkehrsteilnehmern "schwarze Schafe" gibt. Bei den Radfahrern ist es aber ausgeprägter. Während ein böser Autofahrer zB "nur" nicht blinkt beim Spurwechsel so ist es für viele Radfahrer ein Kavaliersdelikt über die rote Ampel zu fahren. Bei manchen Fußgängern ist es noch schlimmer, die laufen einfach ohne zu schauen auf die Straße.