Author Topic: Strategieplan 2050  (Read 448 times)

Öffi Freund

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Strategieplan 2050
« Reply #45 on: May 23, 2014, 11:15:25 AM »
Quote from: 'mad','index.php?page=Thread&postID=305968#post305968'
Gemeinschaft kann nur mit Rücksicht funktionieren. Rücksichtslosigkeit habe ich bisher schon von allen Seiten erlebt, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger - am seltensten noch vom Fahrpersonal von Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mehr Rücksicht und es ist für alle leichter. Ob diese "Umwegrentabilität" in die Köpfe der Menschen findet, das wird sich noch zeigen.
:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:

Quote from: 'mad','index.php?page=Thread&postID=305963#post305963'
Ich bin wirklich überrascht wie sehr Radfahrer separiert und angefeindet werden. Selbst betrachte ich mich als "intelligent mobilen" Menschen, der bedarfsbezogen auf das passende Verkehrsmittel zurückgreift und dabei ressourcenschonend kein eigenes Kraftfahrzeug besitzt. Das macht mich in Wien zum Fußgänger, Radfahrer, Öffi-Fahrer und auch Autofahrer, je nach Situation. Darüberhinaus finde ich es auch sehr legitim, verschiedene Verkehrsträger zu kombinieren - sei es Fuß-Öffi, Rad-Öffi, Rad-Auto.
:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:

Berni229

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Strategieplan 2050
« Reply #46 on: May 30, 2014, 10:26:30 AM »
Es geht nicht darum, Radfahrer anzufeinden. Das Rad hat durchaus seine Berechtigung und es würde Wien nicht schaden, mehr Radwege zu haben.

Allerdings kann das Fahrrad nicht die Öffis ersetzen (vielleicht in kleinen Städtchen möglich, aber sicher nicht in einer Großstadt). In Anbetracht der Größe von Wien und des zu erwartenden weiteren Wachstums muss ein rascher Ausbau der Öffis oberste Priorität haben.

SchienenWolf

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Strategieplan 2050
« Reply #47 on: June 02, 2014, 10:21:15 AM »
Jetzt ein Gedanke von mir jenseits von Pro/Contra Radfahren: Wenn man die Umwelt schonen möchte, wäre ein Strategieplan schon gut, wenn er durchdacht wäre. Was meine Ich damit? Viele Wege, die heute auf verschiedene Art zurückgelegt werden, müßten gar nicht zurückgelegt werden, wenn man intellegente Stadtplanung betreiben würde. Beispiel: auf wievielen Straßen gab es früher eine Vielfalt an Geschäften, vom Feinkost & Fleischerladen angefangen, wo es heute nur mehr Wettcafé, Handygeschäfte und orientalische Lebensmittelläden gibt (neben vielen leerstehenden Geschäftslokalen). Es schießen die Einkaufstempel auf der "grünen Wiese" wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus den Boden, während Nahversorgung immer weniger wird. Typischer Fall ist der "Einkaufsspitz" in Floridsdorf:ein kleines Einkaufszentrum im Zentrum von Floridsdorf gelegen, erreichbar mit :sbahn: , :ubahn: , und mehreren Straßenbahn- & Autobuslinien, in einen Gebiet wo auch viele Menschen wohnen, ist zugesperrt worden. Die Geschäfte, die da drinnen waren sind zum Großteil ins G3 nach Gerasdorf gezogen. Es gibt zwar den Shuttle-Bus, aber zum Einkaufsspitz konnte ich zu Fuß gehen . . .
Anderer Fall: Ich habe einmal in Ottakring gearbeitet-dort kannte ich jemanden, der beim "Manner" gearbeitet hat. Der ist zur/von der Arbeit zu Fuß gegangen. Dann hat Manner einen Teil der Produktion nach Niederösterreich (ich glaube Wolkersdorf) verlagert, auch den Arbeitsplatz des Bekannten. Wenn er nun Frühschicht hatte, gab es keine Möglichkeit für ihm, seinen Arbeitsplatz mit Öffis zu erreichen (und von
Wien 16 nach Niederösterreich radeln, naja . . ), also mußte derjenige mit 40 in die Fahrschule & sich Führerschein & Auto zulegen. Und Manner ist nicht die einzige Firma, die ihre Produktion von Wien weg verlagert hat.
Und genau da wäre ein Strategieplan schon sinnvoll, wo ich schon bei der Stadtplanung darauf achte, daß für alltägliche Wege (einkaufen, Arbeit, Ärzte, etc.) möglichst kurze Wege zurückgelegt werden müssen, Einkaufstempel "in der Pampa" würden nur eine Baugenehmigung bekommen, wenn Sie über einen brauchbaren Anschluß an den öffentlichen Verkehr verfügen, ansonsten Bevorzugung von Einzelhandel, auch sollten große Firmen, bzw. Industrie/Gewerbegebiete eine Anbindung an öffentlichen Verkehr haben.
 . . So ein paar Gedanken von mir . .
Grüße-SchienenWolf

umweltretter

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Strategieplan 2050
« Reply #48 on: June 02, 2014, 05:04:04 PM »
@SchienenWolf: Volle Zustimmung  :daumenhoch:  - auch in dieser Hinsicht sind Straßenbahn-Projekte in Kombination mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zielführend, weil sie für Belebung an der Oberfläche sorgen.

Berni229

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Strategieplan 2050
« Reply #49 on: June 03, 2014, 02:35:12 PM »
Ich stimme zu 100%, dass man das G3 in der Form und an dem Ort niemals bauen hätte dürfen. Zu verantworten hat das aber die Regierung in St. Pölten...

normalbuerger

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Strategieplan 2050
« Reply #50 on: June 03, 2014, 03:04:02 PM »
Das Problem des Geschäftesterbens ist ja nicht nur das G3, wenn man sich ansieht wieviele Shoppingtempel in den letzten Jahren entstanden sind dann braucht man sich nicht wundern wenn die Geschäfte dann wo anders zu sperren.
Was ich mich immer wieder frage, glauben die Leute bei der Wirtschaft denn wirklich das alle diese Shoppingtempel super laufen werden? Man vergisst ja leider, die Leute haben ihr monatliches Geld das sie verbrauchen können, es können noch so viele Geschäfte aufsperren, die Leute können sich deswegen auch nicht mehr kaufen! Das einzige was dadurch entsteht, die kleinen Geschäfte in den Straßen sperren zu, denn die Leute gehen dann dort hin wo mehrere Geschäfte auf einem Fleck sind.
Wenn man sich jetzt mal her nimmt, Einkaufcitx Wien Westbahnhof, Wien Mitte und am Hauptbahnhof entstehen auch noch einmal über 100 Geschäfte!!!! Da werden genug andere Geschäfte wieder zu sperren!
Weil die FuZo in der Mariahilferstraße für einige Geschäfte zur Verantwortung gezogen wurde, ich sag mal das da eher die Einkaufcity beim Westbahnhof schuld daran ist, denn mal ganz ehrlich, glaube kaum das der größte Teil der Leute auf die Mariahilferstraße mit dem Auto zum shoppen kam!

Unfaced

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Strategieplan 2050
« Reply #51 on: June 04, 2014, 03:46:30 PM »
Ich mag das G3, wohne aber auch eine Ortschaft weiter :-D

ziptul

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Strategieplan 2050
« Reply #52 on: June 06, 2014, 07:32:04 PM »
Das Problem ist, wie bei allen derartigen Diskussionen, dass Verkehrsmittel gegeneinander ausgespielt werden. Auf allen Ebenen bedarf es der notwendigen und zeitgemäßen Verbesserungen, das gilt für den öffentlichen Verkehr, für den Radverkehr und für KFZ-Verkehr ohne Unterschied.
Mir erscheinen die Ziele des Planes eher unambitioniert und unkreativ - das Dokument hat mehr etwas von einer optimistischen Hochrechnung als von aktiver Verkehrspolitik.
Es scheitert daran, dass viel Bewusstseinsbildung erforderlich ist, und das nicht nur in der "normalen" Bevölkerung. Das beginnt meiner Meinung nach schon bei der Straßenverkehrsordnung, wo das Fahrrad immer noch wie ein untermotorisiertes Moped behandelt wird und das Moped immer noch wie ein zu schmal geratenes Auto - und das Auto ist das Maß aller Dinge. Das geht weiter bei der Verkehrssteuerung, wo schlichtweg ein eigenes Süppchen gekocht wird und eine Einbindung in die Verkehrspolitik zwar möglicherweise auf dem Papier existiert, aber nur dort. (Wie kann es sein, dass so einfache und logische Maßnahmen wie Verbesserung der Stadtausfahrten scheinbar unmöglich sind - und wenn, dann nur nach der typischen überheblichen Logik aus dem real existierenden Sozialismus "Wenn ich A attraktiver machen will, dann verschlechtere ich einfach B")? Und solange eines der größten Verkehrsunternehmen im Sektor des öffentlichen Verkehrs immer noch Bedarfsplanung anhand von Fahrgastzahlen betreibt, wird sich auch sicherlich nichts ändern. Von der Tatsache, dass öffentlicher Verkehr im ländlichen Raum sowieso nur mehr Versorgungs-Feigenblatt-Funktion hat und jegliche Strategie nur mehr der Verwaltung - bestenfalls der Verzögerung - des Untergangs dient, darf man ja garnicht erst anfangen.
Es gibt jede Menge zu tun, Vieles davon geht nur auf Bundesebene - aber es macht halt niemand etwas sinnvolles, weil man sich nicht traut, radikale Maßnahmen zu setzen und konsequent Ziele zu verfolgen.