Author Topic: LH in der Ustrab und...  (Read 314 times)

ulf67

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LH in der Ustrab und...
« on: June 30, 2005, 12:29:33 PM »
Anlage 1 am Matzleinsdorfer Platz gibt den Geist auf. Kommt das Ding wirklich nur mit E1+c3/4, E2+c5, A, B und WLB Doppeltraktionen aus?

mfg ulf67

95B

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RE: LH in der Ustrab und...
« Reply #1 on: June 30, 2005, 01:19:53 PM »
Nein, sie sollte mit anderen Fahrzeugen auch funktionieren: LH und diverse Oldtimerzüge von WL/VEF/WTM/WLB schaffen es im Normalfall auch, den Matzleinsdorfer Platz zu passieren, ohne die Anlage 1 außer Gefecht zu setzen. Eventuell hat aber der Fahrer des LH vergessen, seinen Richtungswunsch per VETAG anzumelden, wodurch die Anlage 1 ein wenig "überfordert" war. Abgesehen davon passiert es täglich mehrmals, dass die Anlage 1 aussetzt - das Zeug ist einfach total veraltet, darf aber nicht umgebaut werden, weil sonst die gesamte Signalanlage erneuert werden müsste. Dann könnte es keine Nachrücksignale mehr geben, sondern nur mehr eine StrabVO-gemäße, bei der alle Signale auch den Rotbegriff hätten. Durch die Blocksignalisierung wären dann auch keine Doppelhaltestellen im Tunnelbereich mehr möglich, was den täglichen Verkehrszusammenbruch im Gürteltunnel zur Folge hätte.

ulf67

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LH in der Ustrab und...
« Reply #2 on: June 30, 2005, 02:36:05 PM »
Das mit den Signalen wusste ich, aber warum darfs dann keine Doppelhaltestellen mehr geben? Wie müssten eigentlich neue Signale aussehen?

mfg ulf67

95B

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LH in der Ustrab und...
« Reply #3 on: June 30, 2005, 03:22:21 PM »
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Original von ulf67
Das mit den Signalen wusste ich, aber warum darfs dann keine Doppelhaltestellen mehr geben?
Wegen des notwendigen Sicherheitsabstandes zum Vorderzug. Der unmittelbar hinter einem Zug befindliche Abschnitt muss aus Sicherheitsgründen gesperrt sein, um ein Auffahren auf den Vorderzug auszuschließen. Durch das Verbot, an den Vorderzug aufzuschließen, können auch keine Doppelhaltestellen mehr eingehalten werden.

Die neuen Signale müssten zumindest Lampen für Rot und Grün haben, eventuell auch Gelb für den Begriff "Grün-Gelb" (frei mit Geschwindigkeitsbeschränkung). Die Vorsignale ähneln denen der ÓBB stark. Die Linzer UStrab hat so was!

hema

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LH in der Ustrab und...
« Reply #4 on: July 01, 2005, 03:25:08 AM »
Und alle Triebwagen (ausgenommen die nicht tunneltauglichen ULFs ab 12, bzw. 639) müssten mit Sifa und Notbremsüberbrückung ausgerüstet werden! Wobei aber gerade die eben zitierten Oberflächen-ULFs bereits über eine Notbremsüberbrückung verfügen. Verkehrte Welt? ?(

95B

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LH in der Ustrab und...
« Reply #5 on: July 01, 2005, 08:51:18 AM »
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Original von hema
Und alle Triebwagen (ausgenommen die nicht tunneltauglichen ULFs ab 12, bzw. 639) müssten mit Sifa und Notbremsüberbrückung ausgerüstet werden!
Haben die Linzer Straßenbahnen Sifa und NBÜ?

schaffnerlos

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LH in der Ustrab und...
« Reply #6 on: July 01, 2005, 09:04:55 AM »
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Original von 95B
Haben die Linzer Straßenbahnen Sifa und NBÜ?
Ja.

95B

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LH in der Ustrab und...
« Reply #7 on: July 01, 2005, 09:16:25 AM »
Quote
Original von schaffnerlos
Quote
Original von 95B
Haben die Linzer Straßenbahnen Sifa und NBÜ?
Ja.
Danke!

Clemens

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LH in der Ustrab und...
« Reply #8 on: July 01, 2005, 03:24:46 PM »
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Original von ulf67
Das mit den Signalen wusste ich, aber warum darfs dann keine Doppelhaltestellen mehr geben? Wie müssten eigentlich neue Signale aussehen?
Wer denkt sich solche vertrottelten Gesetze aus X(

64/8

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LH in der Ustrab und...
« Reply #9 on: July 01, 2005, 04:12:16 PM »
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Original von Clemens
Wer denkt sich solche vertrottelten Gesetze aus X(
Unsere Regierung und das auch erst seit dem Unfall in Kaprun. Die Linzer Linien wollten auch eine Doppelhaltestelle am Hauptbahnhof bauen (darum ist die Station auch so groß), aber da der Baubeginn erst nach 1999 war, mussten Signale eingebaut werden, damit man mit Sicherheitsabstand fährt und nicht auf Sicht, so wie bei uns. Kurz und gut, alles was ab jetzt unterirdisch gebaut wird, muss mit Lihtsignalen technisch abgesichert sein (natürlich nur bei Schienenfahrzeugen).

Grüße
64/8

WeSt

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LH in der Ustrab und...
« Reply #10 on: July 01, 2005, 05:20:30 PM »
Nur... wurscht wie veraltete Technik das ist, ich frag mich ob es nicht möglich wäre mit vertretbarem Aufwand die alte Signalanlage halbwegs herzurichten. Ich weiß, daß es bei den WiLi beim kleinen Persönal ein sagenhaftes Improvisationstalent gibt (ist bei den heutigen Sparmaßnahmen auch bitter notwendig) und ich weiß von meiner Ausbildung her, daß gerade Anlagen dieses Alters noch verhältnismäßig gut wartbar sein sollten. Die Ustrab-Signalanlage muß ja aus den späten 60erjahren stammen, damals wurde viel mit simpler Elektronik und elektromechanischen Teilen gearbeitet, nicht so hochintegriert wie heute, wo meistens eigentlich nur mehr ganze Baugruppen getauscht werden können.

Tatsache: So kann es nicht weitergehen! Ich kann mich in den letzten Monaten an keine Fahrt erinnern, bei der in beiden Kreuzungsstationen Anlage 1 in Betrieb war! Und nachdem eine Erneurung der Signalanlage durch die Folgen ja nahezu unmöglich ist, sollte man IMHO schon überlegen, wie wiet man die alte Signalanlage retten kann.

95B

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LH in der Ustrab und...
« Reply #11 on: July 01, 2005, 09:27:14 PM »
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Original von WeSt
Nur... wurscht wie veraltete Technik das ist, ich frag mich ob es nicht möglich wäre mit vertretbarem Aufwand die alte Signalanlage halbwegs herzurichten.
Möglich schon, aber vor der Behörde geht das nicht mehr als Reparatur durch, da müsste einfach zu viel getauscht oder geflickt werden!

Quote
Original von WeSt
Ich weiß, daß es bei den WiLi beim kleinen Persönal ein sagenhaftes Improvisationstalent gibt
... weshalb die Anlage 1 überhaupt noch funktioniert!

Quote
Original von WeSt
Ich kann mich in den letzten Monaten an keine Fahrt erinnern, bei der in beiden Kreuzungsstationen Anlage 1 in Betrieb war!
Da ich täglich durch die UStrab fahre, kann ich dir sagen: So schlimm ist es nicht. Es gibt genügend Situationen, in denen beiden 1er-Anlagen in Betrieb sind. Und in der Früh-HVZ, wenn's brenzlig werden könnte, ist sowieso eine Gelbjacke am Matz als Platzdienst vorhanden.

WeSt

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LH in der Ustrab und...
« Reply #12 on: July 01, 2005, 09:47:48 PM »
Ok, das ist schlecht. Aber wie schaut dann eine endgültige Lösung aus? Auflassung der Doppelhaltestellen ist ja wohl unmöglich. Zuschütten des Tunnels und Rückverlegung an die Oberfläche würd ich zwar einerseits begrüßen, aber erstens wärs ein ökonomischer Unfug und zweitens fänd ichs schon irgendwie schade... in einem c3 mit einem satten 50er durch die Tunnels brettern, die alten Stationen mit ihrem Ostblock-Charme... das hat schon alles seinen eigenen Reiz!

Ich fahr nur alle paar Wochen einmal durch die UStrab und da habe ich bis jetzt selten beide in Betrieb gesehen. War außerdem nie in der HVZ.

95B

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LH in der Ustrab und...
« Reply #13 on: July 01, 2005, 09:52:43 PM »
Quote
Original von WeSt
Ok, das ist schlecht. Aber wie schaut dann eine endgültige Lösung aus?
Neue StrabVO, hochoffizielle Ausnahme von der StrabVO für die WL oder ewiges Weiterbasteln am Dauerprovisorium Anlage 1. Aber in punkto Dauerprovisorien sind wir ja eh Spitzenreiter! ;)

hema

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LH in der Ustrab und...
« Reply #14 on: July 02, 2005, 02:39:50 AM »
Das Problem der Signalanlagen ist sicher nicht primär bei Steuerung und Schaltung zu suchen, da wurde erst vor einigen Jahren alles gründlich modernisiert und von Relaistechnik auf Elektronik umgebaut. Der "Hund" ist die Achszählerei! Garantiert gehen 99% der Störungen auf Fehler der Achszählanlagen zurück. Dabei wäre das Ein- und Auszählen der Fahrzeugachsen ganz unnötig, der Besetzt-Zustand der Weichenanlagen lässt sich auch anders erkennen - was ja auch (gewissermaßen parallel) gemacht wird: mittels VETAG für die Weichen und durch gegeneinander isolierte Schienen (und Gleisabschnitte) für die Funktion der Gelb/gelb-Grün/grün-Signale.

Aber die Gefahr, dass ein abgerissener Beiwagen mitten auf der Kreuzung Matzleinsdorfer Platz liegen bleibt, über die Gleisbesetzt-Meldung zufällig nicht erkannt wird und daraufhin von einem anderen Zug gerammt wird, schien doch zu groß, also musste auch noch die Achszählung "drübergelegt" werden. Gürtel und Hosenträger gewissermaßen. Weil es kann bei gänzlichem Ausfall der Technik unmöglich erwartet werden, dass bei der riesigen Ausdehnung der Weichenstraßen, der großen Distanz zum nächsten Blockabschnitt und bei den hohen Geschwindigkeiten beim Ausfahren aus den Haltestellen die Fahrer so ein Hindernis mitten im Gleisdreieck visuell rechtzeitig wahrnehmen und entsprechend reagieren.  ;( :D

Gilt natürlich nur für Anlage 1. Bei Anlage 2 ist so ein Fahrzeug durchaus sichtbar.  ;)

Leider ist es den Ausheckern dieses Machwerks über viele Jahre gelungen vernünftige Verbesserungen hintanzuhalten - auch ihr Abgang in die Pension konnte nichts ändern, denn inzwischen kam die StrabVO99, weitere Details, siehe Beiträge von 95B.