Author Topic: Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim  (Read 453 times)

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« on: December 12, 2003, 09:54:06 PM »
Ich finde es höchst sonderbar, dass Wien immer noch so stark in die U-Bahn investiert! In der ganzen Welt werden neue Strassenbahnstrecken und Betriebe eingerichtet und Wien? Wien stellt Strassenbahnlinien ein!!! Eine U-Bahn ist sünd-teuer und kann in der Fläche überhaupt nicht besser Gebiete erschliessen als die Strassenbahn!! Wenn eine neue U-Bahn gebaut wird, ersetzt sie einige Strassenbahnlinien, so die Wiener Linien. Nein! Mit einstellen vieler Strassenbahnlinien werden direkte Verbindungen aufgelassen und ich kapiere nicht, warum die Wiener immer jubeln, wenn eine neue U-Bahn eröffnet wird, da es ja langsam klar ist, dass mit der U-Bahn teure, umständliche, nicht betriebtechnisch befriedigende und schlecht angenommene Anschluss(bus)linien hergestellt werden müssen! Die Strassenbahn kann mit einem aus zum beispiel zwei Ulfen bestehendem Zug mehr als 350 Passagiere befördern. Wenn die Strecke mit modernen Gesichtspunkten und moderner Streckentechnik gebaut wird, können die Züge in einem 2-Minutenintervall die Passagiere bedienen (in Budapest fahren die Linien 4 und 6 in der Hauptverkehrszeit in einem 45 SEKUNDENintervall ohne moderne Streckentechnik). Jemand könnte jetzt meinen:"Ha, der spinnt ja, in einer U-Bahn fahren ja in der Hauptverkehrszeit so um die 500-600 leute!" Ja das ist schon klar, aber eine Strassenbahn ist DRASTISCH billiger und wenn man mit den Milliarden der U-Bahn zwei (350+350=700) Strassenbahnstrecken bauen würde, die nun zu zweit die Fläche der U-Bahn UND die Fläche der Anschlussbuslinien bedienen würden, würde aber immer noch nicht das gleiche Geld ausgegeben worden wie für die U-Bahn, und als Gratis-geschenk direkte Verbindungen, lebhafte Strassen, ein dichteres Strassenbahnnetz (damit können bei Störungen schnell einfache und für die Fahrgäste weniger schädliche Umleitungen eingerichtet werden, aber wenn die Strassenbahn auf eigenem Bahnkörper fährt, kann sowieso nichts passieren), in den Abendstunden und stilleren Verkehrszeiten ein erheblich dichteres Zugfolgeintervall weil sogar der Betrieb einer Strassenbahn erheblich günstiger ist als der der U-Bahn, die lästigen herumkletterein in den Treppen und kleinen Gängen zu den U-Bahnsteigen fallen weg und somit spart man viel VIEL Zeit und als finale sieht man die schönen roten Strassenbahnwagen als bereicherung auf den Strassen der Weltstadt Wien.

Zsolt Szilvay
Helsinki, Finnland

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #1 on: December 12, 2003, 09:54:21 PM »
Ja, ja... Wien ist anders...

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #2 on: December 12, 2003, 09:54:35 PM »
Du hast ja so recht!

Nur leider kapieren es die Verantwortlichen nicht!

Wenn ich daran denke, wieviele Kilometer Straßenbahn in Wien eingestellt wurden, blutet mir das Herz!

Schönen Tag auch noch!

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #3 on: December 12, 2003, 09:54:48 PM »
Hallo

also, ich komme aus München, und im direkten Vergleich liegt das Nahverkehrsnetz in Wien etwa 100 Millionen Stufen höher als das hier. Das betrifft besonders die Strassen und Busverbindungen. Mir kommt vor, als würde in Wien jede Strasse mit öffentl. Mitteln erreicht werden können. Und dazu noch der dichte Takt. Da können sich bei uns die Verantwortlichen mal eine dicke SCheibe abschneiden!!

Grüsse

Christoph

Gast

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« Reply #4 on: December 12, 2003, 09:55:02 PM »
Hallo!

Aber ich bin nicht euerer Meinung wenn jetzt keine U-Bahn gebaut wird dann hat man in ein paar Jahren die gleichen Probleme wie jetzt bei der Linie 67 totale Ãœberlastung!

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #5 on: December 12, 2003, 09:55:20 PM »
Es gibt auch soetwas wie Strassenbahnbeschleunigung. Die Strassenbahn in Linz ist hier eigentlich sehr vorbildlich. Aus Wien hört man immer wieder, dass dunmengen von Geld in eine Strassenbahnbeschleunugung gesteckt wird, aber die Wagen werden keine Minute schneller! Da hilft nur eine "extreme" Beschleunigung, und dann geht es schon VIEL besser..

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #6 on: December 12, 2003, 09:55:33 PM »
Alle Verkehrsmittel haben ihre Berechtigung dort, wo sie am Besten dem Fahrgast dienen. U-Bahnen wurden als Entlastung der Oberflächenverkehrsmittel erfunden, sie sollten also nur als Bus und Straßenbahn übergeordnetes System gebaut werden, wenn die überlastet sind. Leider werden aber U-Bahnen oft als Straßenbahnersatz gebaut, dienen als Prestigeobjekte der Stadtväter und machen die Straßen für noch mehr Autos frei. Und auch die Tiefbauindustrie ist ja sehr interessiert, unabhängig davon, ob die Tunnelstrecke sinnvoll ist oder nicht. Die wiener U2 ist ja ein gutes Beispiel, wie man es nicht machen sollte! Und man hat nichts gelernt: auch die Verlängerung nach Stadlau fällt m.E. in diese Kategorie!
Entschuldigung, das ich als Berliner die Wiener Verkehrspolitik, aber was könnte man mit dem unnötig in den Boden verbauten Geld alles für Straßenbahnen bauen!
Gruß aus Berlin nach Wien!

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #7 on: December 12, 2003, 09:55:48 PM »
Ich muss meinen Vorrednern leider rechtgeben:
In Wien wird der Großteil des Etats für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in U-Bahnen investiert, da diese vom Staat mitfinanziert werden und modern erscheinen.
Allerdings sieht man an der Linie U2 - wie oben schon bemerkt - das beste Beispiel für eine Fehlplanung nach Strich und Faden.
Der Abschnitt Karlsplatz-Schottentor könnte problemlos auch mit den 3 USTRAB Linien bewältigt werden, vom Schottentor zum Schottenring sind die Züge praktisch immer relativ leer, diesen Abschnitt können die Ringlinien auch alleine bewältigen.
Der Neubau der Strecke Schottenring-Praterstern-Stadion-Aspern ist überhaupt ein Skandal par Excellence: Der Stadionverkehr wird seit Jahrzehnten von den Linien 21,29,43,45 und wie sie alle lauten bewältigt. Weiters hätte es die Möglichkeit der Verlegung eines U-Bahnzubringers vom Praterstern zum Stadion ohne großen Aufwand gegeben (Anbindung an U1, das Gleis war bis vor ein paar Monaten am Praterstern vorhanden).
Vom Abschnitt Stadion-Aspern brauche ich wohl nicht reden, jeder, der Aspern kennt, weiß, dass dort eine Straßenbahn bei weitem reichen würde (warum nicht zB Verlängerung des 21ers über die Donaustadtbrücke, die Linie 21 fähr derzeit absolut nicht mit höchstmöglichem Intervall, obwohl rund um das Messegelände alles ziemlich dicht verbaut ist).
Mit der U2-Verlängerung verliert der 2. Bezirk große Teile seiner Schieneninfrastruktur (Taborstraße-Nordbahnstraße und Praterstern-Praterkai).
Dass U-Bahnen zweifellos notwendig sind, bestreitet niemand, allerdings werden sie in Wien leider immer am falschen Fleck gebaut und bei jeder U-Bahneröffnung muss mindestens eine Straßenbahnlinie dran glauben (U1: 66, U2: E2, G2, H2, U3: T, U4=Stadtbahnumbau, U6: 8, 32), um wildgewordenen Autofahrern Platz zu machen.

Gast

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« Reply #8 on: December 12, 2003, 09:56:01 PM »
Bedauerlicherweise ist das Massenverkehrsmittel Wiener U-Bahn nicht als eine den Oberflächenverkehr ergänzende Schnellverbindung konzipiert worden.

Die wirren Vorstellung, unbedingt jeden Bezirk irgendwie an eine U-Bahnlinie zwangsanschließen zu müssen, hat bekanntlich in vielen Bezirken nicht nur zu einer grotesken Zerstückelung des Oberflächenverkehrs geführt.

Auch dem in Wien so beliebten Dogma "Umsteigen von A nach B um jeden Preis", wurden bei einigen der sogenannten "Umsteigeknoten" durch entsprechende Entfernungen vom blauen Würfel bis zum U-Bahn Bahnsteig neue ungeahnte Dimensionen verliehen.

Gast

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« Reply #9 on: December 12, 2003, 09:56:15 PM »
die frage nach der alternative u6 weiterbau nach stammersdorf oder "schnell"strassenbahn ist hier ein gutes beispiel, die u-bahnfraktion kontra strassenbahnfraktion.
der faktor kostenersparnis bei der strassenbahn gilt aber nur bedingt - wenn man an die baukosten denkt. in der erhaltung ist eine teilweise oberirdische trasse der u-bahn (ist in wien, berlin, usw. üblich) mit einer schnellstrassenbahntrasse (vergleichbar mit der ehem. 67trasse nach alterlaa (vor der u6 verlängerung) wohl gleich.
der öffentliche verkehr hat seine notwendigkeit, strassenbahnen sicher auch, aber als ergänzung zu übergeordnetem verkehr (s-bahn, u-bahn). für fremde und touristen ist auf einen blick interessant, was sie per u-bahn erreichen können, nicht per strassenbahn oder autobus. und die steigenden fahrgastzahlen der wiener linien rekrutieren sich hauptsächlich aus u-bahnverkehr, nicht auf tollen frequenzen im autobus- und strassenbahnverkehr...

Gast

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Wiener Linien ignorieren Vorteile der Bim
« Reply #10 on: December 12, 2003, 09:56:29 PM »
Meiner Meinung nach du hast Recht. Ich komme aus Griechenland (deshalb , entschuldigen sie bitte meine Fehler) und bei uns denkt man dass Wien die Strassenbahn Metropole ist ; und sie ist wirklich! Deshalb , tut es mir Leid , dass vielen Strassenbahnlinien eingestellt werden. Bim ist viel billiger als die U-Bahn und hat auch mehr Haltesstellen (ich meine dass die Zug halltet ofter). Trotzdem , hat die U-Bahn auch Vorteile. Ein Super-Bim (wie U6) wuerde vielleicht eine gute Loesung. Trotzdem: entweder Bim , oder U-Bahn es ist sehr gut dass Wien fuer die Oeffis sorgt.