Author Topic: [PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet  (Read 1347 times)

5er-Franzi

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #30 on: September 29, 2009, 03:33:12 PM »
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Original von Conducteur
Die Diskussion über den aktuellen Bauzustand der A5 ist ja interessant, auch die Bilder. Interessiert mich selbst sehr. Nur was hat das mit der Einstellung von Nebenbahnen zu tun? Neue Autobus-Wiesel-Strecke, die der Eisenbahn Konkurrenz machen wird?

Nichts. Es passiert halt immer wieder, dass man von einem Thema ins andere kommt. Und da mich das Thema Autobahn auch interessiert, bzw. ich in der Gegend wohne, war ich gleich mit dabei. Nun sollte ja alles geklärt sein. ;)

umweltretter

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Stern & Hafferl würde einstellungsgefährdete ÖBB-Strecken betreiben
« Reply #31 on: June 11, 2011, 08:49:45 PM »
*ausgrab und auf den Ursprungsbeitrag zurückkomm*

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Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/art467,646203
Stern & Hafferl: „Machen es billiger als ÖBB“
GMUNDEN. Das Gmundner Verkehrsunternehmen Stern & Hafferl wäre bereit, drei der vier möglichen neuen Landesbahnlinien in Oberösterreich zu betreiben.

 „Wenn das Land an einem dauerhaften Betrieb Interesse hat, kann man gerne darüber reden“, sagt Geschäftsführer Günter Neumann im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Wie berichtet, möchte das Land Oberösterreich den ÖBB vier Bahnlinien abkaufen: die Mühlkreisbahn, die Almtalbahn von Wels nach Grünau, die Bahn von Attnang nach Schärding und die Strecke Wels-Eferding-Aschach. Während bei der Mühlkreisbahn wohl eine Kooperation mit der Linz AG naheliegt, die dann eine Bahn vom Mühlviertel zum Hauptbahnhof führen würde, zeigt sich Stern & Hafferl für die drei anderen gesprächsbereit.

Einige Erfahrung

„Wels-Aschach ist seit zehn Jahren im Gespräch“, sagt Neumann und verweist auf die Vorteile der privaten Gesellschaft im Vergleich zu den ÖBB: „Wir machen es billiger, weil die Leute eine umfassende Ausbildung haben. Wo die ÖBB drei Leute brauchen, kommen wir mit einem aus.“

Erfahrung hat Stern & Hafferl jedenfalls. Der Betrieb der Linzer Lokalbahn gehört ebenso zum Aufgabenbereich wie jener der Attergaubahn, der Traunseebahn oder der Gmundner Straßenbahn. Die Strecke Vorchdorf bis zum Hauptbahnhof Gmunden mit einer Straßenbahn zu befahren, hat Stern & Hafferl nach wie vor im Auge. 15 Millionen Euro würde dieses Projekt wohl kosten, schätzt Neumann.

Neben dem Bahnbetrieb hat Stern & Hafferl auch zehn Buslinien in Betrieb. Inklusive Reisebüro Win-tereder, das vor fünf Jahren übernommen wurde, zählt der Fuhrpark nun 80 Busse. Und schließlich gehören zu Stern & Hafferl die Atterseeschifffahrt und seit kurzem auch die Schifffahrt auf dem Altausseer See. Dort wird das erste Solarschiff betrieben.

Bereits siebte Generation

Neumann führt mit Doris Schreckeneder den Verkehrsbereich von Stern & Hafferl. Er ist Familienmitglied in fünfter Generation, sie in siebter.

Die gesamte Gruppe ist nach wie vor ein Familienbetrieb, der auf Josef Stern zurückgeht. Dieser gab seine Anteile an seine drei Nichten weiter, deren Nachfahren mit den Namen Neumann oder Schreckeneder und Döderlein heute das 1883 gegründete Unternehmen führen.

Die Stern & Hafferl-Gruppe beschäftigt insgesamt 700 Mitarbeiter und setzt 82 Millionen Euro um. Neben dem Verkehr zählen der Bereich Bau (Gmundner Fertigteile) und Energie zu den Geschäftsschwerpunkten. Der Bereich von Wolfgang Neumann, des Erfinders des Energy Globes, wurde in eine eigene Firma ausgegliedert und gehört nicht mehr zur Gruppe.

umweltretter

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #32 on: September 18, 2011, 10:37:31 PM »
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Original von http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/art70,704939

Hausruckbahn: Investitionsbedarf als Bahn-Killer?

RIED/SCHÄRDING/ATTNANG. Der 67 Kilometer langen Hausruckbahn droht angesichts hohen Investitionsbedarfs in absehbarer Zeit das Aus. Vor allem für die Schulstadt Ried wäre das ein beträchtlicher Schaden.


Das Land lässt derzeit Zustand und Investitionsbedarf an der Hausruckbahnstrecke erheben.  Bild: sedi

Bereits „traditionelle“ Spekulationen könnten sich je nach Ausgang laufender Verhandlungen zum Nachteil des Innviertels bewahrheiten: Wie berichtet, wollen die ÖBB die Bahnstrecke Attnang–Ried–Schärding loswerden – die Verbindung sei sinngemäß ein Dauerverlustbringer, das Land solle die Strecke übernehmen.

Beim Land hält sich die Freude in Grenzen, da die Hausruckbahn offenbar stark sanierungsbedürftig ist. Es handelt sich vermutlich um Investitionen in einer Höhe, die für das Land ohne kräftige Zahlungen durch den Bund praktisch unleistbar seien, so ein Insider. Vom Bund gebe es aber negative Signale, so ein Insider.

Brisante Verhandlungen

Seitens des Landes heißt es, die Verhandlungen sollten im Lauf des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die Verträge mit den ÖBB laufen grundsätzlich bis 2017. Das Land werde jedenfalls vertragstreu bleiben. Im Gegenteil, es sei im Innviertel generell an eine Ausweitung des öffentlichen Netzes gedacht.

Kommt es jedoch zu keiner Einigung, dürfte das Ende der Hausruckbahn tatsächlich besiegelt sein. Im schlimmsten Fall droht ein Schienenersatzverkehr mit Bussen und langfristig großer Schaden vor allem für die Schulstadt Ried, die täglich von Dutzenden Jugendlichen via Bahn angesteuert wird. Werde die Anreise unattraktiver, drohe mittelfristig ein Rückgang an höheren Schülern, die andere Schulorte auswählen könnten.

Rund 700 Fahrgäste täglich an der Haltestelle Bad Ried beim Bundesschulzentrum zeigen die regionale Bedeutung der Strecke. Als ziemlich dürftig beschrieben werden hingegen die Fahrgastzahlen im Raum Schärding. Der Bund habe genügend Mittel für den öffentlichen Verkehr zur Verfügung, die allerdings zu großen Teilen in Wien eingesetzt werden, so der Insider.

„Einstellung wäre fatal“

Eine Schließung der Hausruckbahn wäre auch für Attnang fatal, so Attnangs Bürgermeister Peter Groiß Ende Juni zu den OÖN. Die Hausruckbahn sei ein wichtiger Zubringer für die Hauptverkehrsader Attnang. „Attraktivieren statt schließen“, so der Schärdinger Bundesrat Werner Stadler. „Im Raum Reichersberg/St. Martin zum Beispiel gibt es große Betriebe mit Hunderten Arbeitsplätzen – und bei entsprechendem Angebot Potenzial für den Umstieg vom Auto auf die Bahn.“

Falle die Hausruckbahn Einsparungen zum Opfer, sei damit auch langfristig die Strecke Neumarkt–Ried–Braunau gefährdet, so der Braunauer Grünen-Sprecher Manfred Hackl im Dezember in den OÖN.

Dass eine Umstellung auf Busse von Erfolg gekrönt sein könnte, ist zu bezweifeln. Mangels Andrang wurde das Innviertel im Vorjahr an Samstagen bereits weitgehend zur postbusfreien Zone gemacht.

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Original von http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/art71,712853

SP setzt sich für Hausruckbahn ein

ATTNANG-PUCHHEIM. Eine SP-Delegation aus den Bezirken Vöcklabruck und Ried wurde am Dienstag im Verkehrsministerium vorstellig, um die befürchtete Einstellung der Nebenbahn von Attnang-Puchheim über Ried nach Schärding zu verhindern. Bei dieser Besprechung konnten sich die Abgeordneten und Bürgermeister der betroffenen Region vergewissern, dass die Verhandlungen mit dem Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger und Landeshauptmann Josef Pühringer weit fortgeschritten seien. In den nächsten Wochen wird Einigung in der Form erwartet, dass das Land die Bahnstrecke übernimmt und damit der Fortbestand der Hausruckbahn garantiert sei.

bernhard222

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #33 on: September 18, 2011, 11:40:55 PM »
Zum Glück ist das ja nicht Niederösterreich, wo die Übernahme durch das Land in einer Katastrophe ausartet . . . oder doch?  8o

matboy

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #34 on: September 19, 2011, 06:35:17 PM »
Wenn eine Sanierung der Strecke notwendig, muss eben die Investitionen getätigt werden, so einfach ist das. Wenn man bei jeder Strecke so vorgeht, haben wie bald kein Sekndärnetz mehr und wirds auch nichts helfen, wenn der Züge auf der Westbahn dann mit 350 vorbeirauschen würden.
Leider wird der Straße nach wie vor Vorrang eingeräumt. Man stelle sich mal vor, die ASFINAG würde eine Straße würde für immer sperren, weil sie die Kosten für die Sanierung als zu  teuer empfindet. Auf den Aufruhr könnte man gespannt sein.

bernhard222

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #35 on: September 20, 2011, 10:07:56 AM »
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Original von matboy
Wenn eine Sanierung der Strecke notwendig, muss eben die Investitionen getätigt werden, so einfach ist das.
Der Witz ist ja: es werden wohl Investitionen getätigt! Das hindert aber überhaupt niemanden daran, die Strecken Monate später doch zu kübeln, das Ziel (Auftragszuschanzung an die Bauwirtschaft) wurde ja erreicht!

Vergleiche zB Schrambach - Markt St. Aegyd; Friedberg - Oberwart (ja, auf beiden Strecken gibts Güterverkehr, aber wer weiß, wie lange noch)

matboy

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #36 on: September 20, 2011, 12:32:41 PM »
Und nicht zu vergessen: Weißenbach - Hainfeld. Ein halbes Jahr vor der Einstellung wurde ein neues Gleis verlegt.

Floster

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #37 on: September 20, 2011, 10:33:37 PM »
Passen zum Thema "Einstellung von Nebenbahnen" das gestern präsentierte Zielnetz 2025+ der ÖBB:
http://www.oebb.at/zukunftbahn

umweltretter

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #38 on: September 26, 2011, 09:41:26 PM »
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Original von http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/art467,717346

Regionalbahnen fahren frühestens 2014 unter Kommando des Landes

LINZ. Die Verhandlungen des Landes Oberösterreich mit den ÖBB und dem Infrastrukturministerium über die Übernahme der Nebenbahnen in unserem Bundesland gehen Ende September richtig los.

Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger hat vor wenigen Tagen die Studie eines Grazer Verkehrsplanungsbüros erhalten. Dieses hatte den Zustand der gesamten Hausruckbahn, der Almtalbahn und der Aschacherbahn analysiert. Für die Mühlkreisbahn plant das Land eine Schmalspur-Variante.

„Wir haben ein sehr klares Bild darüber, in welchem Zustand die Bahnstrecken Meter für Meter sind“, sagt Kepplinger. Aus Insiderkreisen heißt es, zur Sanierung der Strecken seien Investitionen von 200 Millionen Euro notwendig. Allein zehn Millionen würde die Renovierung des Hausruckbahntunnels bei Eberschwang kosten.

Kepplinger nennt keine Zahlen. Er bestätigt, dass es vor allem bei der Zug-Leittechnik einen Investitionsrückstau gebe. Auch der Zustand der gesamten Infrastruktur wie der Bahnhöfe, der Bahnsteige oder des Oberbaus sei höchst unterschiedlich. „Manches ist in Ordnung, manches überhaupt nicht.“

Sein Zugang ist: Entweder die Bahn bringt die Strecken auf den Stand der Technik oder das Land erhält eine Kompensation für die Investitionen, die es später selbst beauftragen muss. Auch das Fahrgastpotenzial hat das Land inzwischen untersucht. Studien hätten gezeigt, sowohl die Hausruckbahn als auch die Almtalbahn rechtfertigen einen Bahnbetrieb. Das Land wolle nur übernehmen, um die Schienen weiter zu nutzen, Stilllegungen wie in Niederösterreich seien keine Option, sagt Kepplinger.

Er betont, dass die Verhandlungen „ergebnisoffen“ geführt würden. Bis zum Jahresende soll Klarheit bestehen, ob eine Übertragung komme. Die Detailverhandlungen veranschlagt der SP-Verkehrspolitiker für ein halbes Jahr. Ein Bahnbetrieb durch einen vom Land bestimmten Betreiber sei „theoretisch“ 2014 vorstellbar.

Die ÖBB wollen diese Strecken so rasch wie möglich los werden. Angeblich wird bahnintern evaluiert, wie schnell man aus den bestehenden Leistungsverträgen mit dem Land herauskäme. Selbst eine Reduktion des Angebots zum Fahrplanwechsel im Dezember werde geprüft.

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Original von http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/art70,717826

Zukunft der Hausruckbahn soll sich noch heuer entscheiden

RIED/SCHÄRDING/ATTNANG. Die ÖBB wollen die Hausruckbahn an das Land abgeben und drängen offenbar auf eine Grundsatzentscheidung, die noch heuer fallen soll. Laut einer Studie lasse sich die Strecke mittelfristig rentabel betreiben. Allerdings seien große Investitionen nötig. Geld, ohne das die Hausruckbahn auf das Abstellgleis rollen würde.

Im ÖBB-Strategiepapier „Zielnetz 2025+“ ist die Bahnstrecke Attnang-Ried-Schärding zwar als Linie eingezeichnet. Allerdings als Linie mit der Zuordnung „Kein Personenverkehr“. Wie berichtet, wollen die ÖBB die Hausruckbahn und zwei weitere Nebenbahnen an das Land abtreten. Letzteres hat eine Studie in Auftrag gegeben, die den Zustand und die Zukunftsaussichten der Strecken beurteilen soll. Offenbar wären insgesamt rund 200 Millionen Euro nötig, um die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Alleine beim Hausrucktunnel bei Eberschwang sei laut Insidern von rund zehn Millionen Euro die Rede.

Potenzial vorhanden

Die Zukunft der Hausruckbahn werde am Ende an der Höhe jener Mittel hängen, die der Bund für eine Übernahme durch das Land zuschießt. Laut Analyse sei das Potenzial für einen mittelfristig rentablen Betrieb der Strecke vorhanden – auch der derzeit schwach frequentierte Abschnitt Ried-Schärding: Wenn entsprechende Investitionen getätigt und Fahrplantakt sowie Geschwindigkeit verbessert würden.

Die ÖBB drängen offenbar auf eine Grundsatzentscheidung, die noch heuer fallen soll. Die Verträge zum Betrieb laufen zwar noch bis 2017, allerdings seien darin Ausstiegsszenarien enthalten. Das laut Insidern schlimmste Szenario wäre eine Angebotsreduktion bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Nach einem Besuch einer SP-Delegation der Bezirke Ried und Vöcklabruck im Verkehrsministerium wurde via SP-Bezirks-Internethomepage verlautbart, dass es „bereits in den nächsten Wochen voraussichtlich zu einer positiven Einigung betreffend Übernahme dieser Bahnstrecke durch das Land“ kommen werde.

Eine optimistische Einschätzung, die Eberschwangs Bürgermeister Josef Bleckenwegner auf OÖN-Anfrage relativiert. Konkretes sei in Wien nicht serviert worden. „Ich meine, es ist zu bald, zu sagen, das ist eine gemähte Wiese. Verhandlungen können so und so ausgehen. Was ist, wenn sich das Land am Ende finanziell nicht in der Lage sieht, die Hausruckbahn zu betreiben?“ Die Region werde für die Hausruckbahn kämpfen, so Bleckenwegner.

Kampfmaßnahmen im Raum

„Uns wäre es am liebsten, wenn die ÖBB die Strecke weiterbetreiben. Letztlich geht es aber um den Erhalt der Bahn. Ansonsten würden wir Kampfmaßnahmen setzen, die das herkömmliche Maß deutlich übersteigen“, sagt SP-Landtagsabgeordneter Christian Makor auf OÖN-Anfrage.

Und der Rieder SP-Vizebürgermeister Michael Steffan warnte bereits vor Wochen vor negativen Auswirkungen auf die Schulstadt Ried, die von Hunderten Schülern via Bahn besucht wird.

umweltretter

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Kritik vom Verein Fahrgast am ÖBB Zielnetz 2025
« Reply #39 on: September 28, 2011, 08:07:12 PM »
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Original von http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/art467,722429

Neue ÖBB-Pläne lassen ländlichen Raum auf das Abstellgleis rollen

LINZ. Vergangene Woche haben die ÖBB ihren Zielplan 2025 vorgestellt. Der Verein Fahrgast kritisiert die Herangehensweise: Der öffentliche Verkehr im ländlichen Raum werde unattraktiv gemacht, um Zugsstreichungen rechtfertigen zu können.

Heinrich Höbarth vom Verein Fahrgast sagt, die ÖBB steuere auf eine Zwei-Klassen-Bahn zu: In der Nähe von Ballungsräumen und entlang der Westbahn sei es einfach, ein gutes Angebot zu bieten und sich als Klimaschützer feiern zu lassen. Bahn-Chef Christian Kern hatte angekündigt, nur noch dort fahren zu wollen, wo es verantwortbar sei.

In Gebieten, die an Bahnlinien mit immer schlechteren Frequenzen liegen, bleibe einem nur das eigene Auto, sagt Höbarth. Hier verabschiede sich die Infrastruktur-Politik und damit die Bahn vom öffentlichen Verkehr. So werde die Pyhrnbahn – langfristig eine wichtige Nord-Süd-Achse – nicht adäquat ausgebaut.

„Es wird auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgebaut. Um gegen die Straße bestehen zu können, müsste man auf 160 km/h ausbauen.“ Dann sei eine Fahrzeit von Kremsmünster nach Selzthal von 30 Minuten möglich. Auf der parallelen Autobahn seien in diesem Bereich 10.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. „Da soll keiner sagen, da gäbe es kein Verlagerungspotenzial“, sagt der Verfechter des öffentlichen Verkehrs.

Aktuell sei der Zwei-Stunden-Takt, wie er zwischen Kirchdorf und Spital angeboten werde, viel zu unattraktiv. „Es muss zumutbar sein, mit dem Zug zu fahren“, so Höbarth. Das treffe beispielsweise ab dem Winterfahrplan von Linz nach Graz nicht mehr zu. Aufgrund der Reduktion der Schnellverbindungen zwischen Salzburg und Graz verschlechtere sich auch das Angebot von Linz nach Graz, da die Zusteigemöglichkeiten in Selzthal fehlen würden. Höbarth rechnet vor, dass Reisende in St. Michael und Bruck/Mur zusätzlich umsteigen müssten. Die Fahrzeit verlängere sich von 3,5 auf 4,5 Stunden. Bei den ÖBB heißt es, an den Ersatz-Fahrplänen werde noch gearbeitet, die Fahrdauer stehe noch nicht fest. (sib)

matboy

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #40 on: September 29, 2011, 07:42:33 PM »
Offensichtlich bedeuten Verbesserungen auf der Westbahn zugleich Verschlechterungen auf den übrigen Strecken. Wenn das so weitergeht, führt der schnellstmögliche Weg Von Linz nach Graz irgendwann über Wien.

29er

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #41 on: September 29, 2011, 07:52:12 PM »
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Original von matboy
Wenn das so weitergeht, führt der schnellstmögliche Weg Von Linz nach Graz irgendwann über Wien.
Wer braucht schon die Bahn, wenn diese Relation ab Dezember von WESTBUS bedient wird?

bernhard222

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #42 on: September 30, 2011, 05:53:03 PM »
Anläßlich der Nebenbahndiskussion ein Verweis auf meinen Beitrag in der DSO, wo ich Bilder aus dem Kursbuch 1987/88 gepostet habe, die die letzten veröffentlichten Fahrpläne auf vielen Weinviertler Strecken  vor Einstellung des Personenverkehrs 1988 zeigen. Da war die Nebenbahnwelt in Niederösterreich noch in Ordnung!  :(

matboy

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #43 on: September 30, 2011, 08:30:52 PM »
Der Hinweis "derzeit kein Schienenverkehr zwischen Poysdorf und Enzersdorf" klingt aus heutiger Sicht lachhaft.

38ger

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[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
« Reply #44 on: September 30, 2011, 09:09:03 PM »
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Original von bernhard222
Anläßlich der Nebenbahndiskussion ein Verweis auf meinen Beitrag in der DSO, wo ich Bilder aus dem Kursbuch 1987/88 gepostet habe, die die letzten veröffentlichten Fahrpläne auf vielen Weinviertler Strecken  vor Einstellung des Personenverkehrs 1988 zeigen. Da war die Nebenbahnwelt in Niederösterreich noch in Ordnung!  :(

Allerdings gab es nur sehr wenige Kurse, auf den meisten Strecken gerade mal 3 bis 5 Kurse pro Tag! Bei so einem unatraktiven Angebot ist es dann doch sinnvoller den Bus zumindest im 2h-Takt verkehren zu lassen!

Gerade die heutigen Paradestrecken mit den stündlichen Wiesel-Garnituren (Gänserndorf-Breclav und Retz-Hollabrunn) hatten ja auch einen wesentlich "dünneren" Fahrplan als heute!

Wenn die heute eingestellten Strecken, welche damals nur 5*/Tag oder seltener verkehrten, schon seit immer so selten fuhren, dann ist ja offen gestanden nicht soo viel verloren gegangen! Oder wurden diese Fahrplanbilder bereits auf ihre Einstellung "vorbereitet" und entsprechend ausgedünnt?