Author Topic: Jahreskarte für Österreich  (Read 780 times)

darkweasel

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #15 on: February 10, 2010, 04:08:59 PM »
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Original von moszkva tér
Von politisch rechts: "Dann kommen alle Auslender, um bei uns gratis mit der Bann zu fahren. Freifart nuhr mit Verpflichtende Deutschkurse!"
Von den Pensionisten: "Dann gibts ja keine Pensionistenermäßigungen mehr"
Von der Autolobby: "Wir werden eh schon drei mal abgezockt, und jetzt sollen wir auch noch das alles finanzieren?!"
Von Niki Lauda: "Ich habe mich schon bei der EU-Wettbewerbskommission beschwert, weil die ÖBB auf der Strecke VIE-INN mit staatlichen Förderungen ein massives Preisdumping betreibt!"
Was sagen eigentlich Richie Lugner und der Dichand dazu? :D
Lehrergewerkschaft: "Wir werden nicht zwei Stunden mehr eine Stunde mehr Bahn fahren! Stattdessen streichen wir die Urlaubstage für Straßenbahnfahrer." (Warum gibt's den Code hier nicht?)
Geschäftsleute: "Dann muss ja der ÖV ausgebaut werden und es gehen ganze 100 Parkplätze in ganz Wien verloren, da können wir gleich zusperren!"
FPÖ: "Die Fahrkarten sind ein elementarer Bestandteil unserer österreichischen Kultur! Die Grünen haben offenbar nichts dagegen, wenn nigerianische Drogendealer (danke an tramway.at für diese Idee) mit der Bahn fahren und ..."
ÖVP: "Die Fahrkarten müssen aus Wiener Tradition erhalten werden! Es kann nicht sein, dass man irgendwas einfach so ändert!"
Kirche: "Dann müssen die Straßenbahnfahrer sonntags noch mehr arbeiten, der Sonntag muss aber ein Ruhetag sein!"
BI-Reichsratsstraße: "Das geht nicht, denn erstens ist der ÖV dann meistens gar nicht benutzbar und zweitens kostet das viel zu viel und drittens stört das die Anrainer an den Bahnhöfen, wenn da so viele Leute sind und viertens, also äh, das Weltkulturerbe muss erhalten bleiben und fünftens gibt es eine gewisse Anzahl an Alternativen, nämlich - null. Null ist auch eine gewisse Anzahl!"

Zurück zum Ernsten: Natürlich ist diese Idee gut, aber deren Umsetzung wird wohl nicht kommen. Wir können davon nur träumen.

5er-Franzi

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #16 on: February 10, 2010, 05:13:45 PM »
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Original von moszkva tér
Quote
Original von Kristal
Für mich persönlich sind auch 2000 Euro jährlich viel zu viel. Der Preis sollte meiner Meinung nach nicht so hoch sein, damit andere von PKW auf Öffis aussteigen.

2000 Euro jährlich sind viel Geld. Man sollte aber gegenrechnen, was die Erhaltung eines PKW so kostet. Ich z.B. zahle im Jahr ca. 900 Euro alleine für Steuer+Versicherung, dann noch ca. 160 Euro Parkpickerl und 75 Euro Vignette (letztere beiden sind optional 8-))
Pickerl, Service, Reifenwechsel usw. sind ja auch nicht zu vernachlässigen.

Da ist man schnell in ähnlichen Sphären, ohne noch einen Meter mit dem Wagen gefahren zu sein

Das wichtigste und teuerste hast du vergessen. 8-)
----> SPRIT

moszkva tér

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #17 on: February 10, 2010, 05:27:39 PM »
[
Quote
Original von 5er-Franzi
Das wichtigste und teuerste hast du vergessen. 8-)
----> SPRIT

eben nicht...

Quote
Original von moszkva tér
Da ist man schnell in ähnlichen Sphären, ohne noch einen Meter mit dem Wagen gefahren zu sein

Ich habe nur die Fixkosten betrachtet, keine variablen Kosten. Spritkosten sind variabel, je nachdem, wieviel man fährt.

Ferry

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #18 on: February 10, 2010, 05:42:14 PM »
Quote
Original von moszkva tér
Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
Und das findest du sozial gerecht?

Quote
(wenn auch politisch derzeit nicht umsetzbar).
Nicht derzeit. Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?

matboy

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #19 on: February 10, 2010, 05:47:52 PM »
Ich würde deutlich weiter gehen. Warum nur eine gemeinsame Jahreskarte ? Warum nicht gleich ein österreichweiter Verkehrsverbund ? Schluss mit übertriebenen Föderalismus und Tarifdschungel !

Zug fährt ab!

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #20 on: February 10, 2010, 05:49:52 PM »
Die Zitate sind von mir, nicht von "moszkva tér".

Quote
Original von Ferry
Und das findest du sozial gerecht?

Ja. Genau so, wie ich es sozial gerecht finde, dass jemand mit 1.000 Euro Einkommen weniger Lohnsteuer, SV-Abgaben usw. als jemand mit 5.000 Euro Einkommen zahlt.

Gegenfrage: Findest du Halbpreis-, Schüler- und Studententickets sozial gerecht?

Quote
Nicht derzeit. Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?

Beschwerst du dich auch darüber, dass du Arbeitslosenversicherung zahlen musst, obwohl du nicht arbeitslos bist? Dass du Krankenversicherung zahlen musst, obwohl du nicht krank bist? Dass du Unfallversicherung zahlen musst, obwohl du keinen Unfall hattest? Dass du Pensionsversicherung zahlen musst, obwohl du nicht Pensionist bist?

moszkva tér

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #21 on: February 10, 2010, 08:43:57 PM »
Quote
Original von Ferry
Quote
Original von moszkva tér
Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt:
- Keine Notwendigkeit für Sozial-, Schüler- oder Studententickets: wer nichts oder wenig verdient, zahlt auch nichts oder wenig.
dieses Zitat ist nicht von mir, ich habe es selbst nur in meinen Postings zitiert! Das Original ist von Zug fährt ab! Auch wenn ich diese Meinung unterstütze, s. unten

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Original von Ferry
Und das findest du sozial gerecht?
Das ist sozial sicher gerecht. Und auch argumentierbar. Wenn man sagt, Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein Grundrecht und notwendig, dann sollte es auch allen ermöglicht werden. Und der Preis sollte dann sozial gestaffelt sein. Das wäre dann wie die Sozialversicherung - jemand der mehr verdient zahlt auch mehr SV, obwohl er vielleicht genauso oft oder noch weniger krank ist, wie jemand, der weniger verdient. Aber wir lassen halt unsere Ärmsten (noch) nicht vor die Hunde gehen.

Ist denn das jetzige System sozial gerecht? Jemand der mit seinem Hilfshacklerjob auf nicht einmal 1000 Euro im Monat kommt, zahlt dasselbe, um in die Arbeit zu fahren, wie der Abteilungsleiter, der 4500 verdient. Der Pensionist mit 2500 Euro Pension (die gibts auch) kriegt eine Pensionistenermäßigung, aber der Hackler aus vorigem Beispiel zahlt den vollen Preis. Ist das deiner Meinung nach sozial gerecht?

Quote
Original von Ferry
Das wird nie umsetzbar sein, weil es viel zu unsozial ist (Wie komme ich dazu, dafür zu  mitzuzahlen, dass Arbeitslose umsonst mit den Öffis fahren dürfen)?
Glaube mir, 99 % aller Arbeitslosen würden liebend gerne auf die Gratisfahrscheine verzichten, wenn sie dafür eine Arbeit hätten.
Abgesehen davon: Arbeitslosenunterstützung ist eine Versicherungsleistung, die man im Faller der Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen kann, wenn man vorher die Beiträge bezahlt hat. Es ist keine Gnade des Staates, und es ist auch kein Schmarotzen, wenn diese Unterstützung regelkonform ausbezahlt wird. Es ist etwas, was einem unter bestimmten Voraussetzungen einfach zusteht!

darkweasel

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #22 on: February 10, 2010, 08:54:42 PM »
"Sozial gerecht" ist eine Sache, über die man lang diskutieren kann. Ich denke aber, dass es einen anderen Grund gibt, und zwar den Umweltschutz. Wenn die Leute den ÖV nutzen statt dem Auto, geht es der Umwelt besser, und im Sinne der Zukunft unseres Planeten mache ich mir daher nicht einmal wirklich große Gedanken, was sozial gerechter ist.

Ferry

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #23 on: February 11, 2010, 11:33:33 AM »
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Original von darkweasel
"Sozial gerecht" ist eine Sache, über die man lang diskutieren kann. Ich denke aber, dass es einen anderen Grund gibt, und zwar den Umweltschutz. Wenn die Leute den ÖV nutzen statt dem Auto, geht es der Umwelt besser, und im Sinne der Zukunft unseres Planeten mache ich mir daher nicht einmal wirklich große Gedanken, was sozial gerechter ist.
Da hast du recht. Der in den vorigen Postings angesprochene Personenkreis dürfte allerdings nicht zu den typischen Autofahrern zählen.

Damit wir uns richtig verstehen: ich finde es in Ordnung, wenn Schüler, Studenten udgl. Leistungen günstiger oder sogar unentgeltlich bekommen, denn sie sind die Zukunft unseres Landes (und dessen künftige Steuerzahler, die - hoffentlich - einst unserer Pension mitfinanzieren werden). Probleme habe ich mit Typen, die mit Mitte 30 arbeitslos sind. Und ich denke mir, dass die Bereitschaft, diesen Zustand zu ändern, umso geringer sein wird, je mehr Leistungen umsonst zu bekommen sind, solange man kein Einkommen hat.

Außerdem beleuchten die von "moszkva tér" und "Zug fährt ab!" vorgebrachten Argumente die Sachlage zu einseitig - seht es doch einmal andersherum: Ihr betreibt ein kleines Busunternehmen. Wer mit euch fahren möchte, muss dafür einen Fahrpreis zahlen - er nimmt eine Leistung in Anspruch, die von euch angeboten wird. Das Unternehme wirft gerade soviel Gewinn ab, dass ihr davon einigermaßen leben könnt.

Und eines Tages kommen zehn erwachsene Personen, erklären, sie sind arbeitslos und haben leider kein Einkommen und wollen daher ab jetzt täglich unentgeltlich hin- und herbefördert werden, denn Mobilität sei ja schließlich eines der Grundrechte unserer Gesellschaft.

Na, was würdet ihr als kleiner Unternehmer jetzt tun? Denkt mal nach!

moszkva tér

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #24 on: February 11, 2010, 12:33:44 PM »
Quote
Original von Ferry


Außerdem beleuchten die von "moszkva tér" und "Zug fährt ab!" vorgebrachten Argumente die Sachlage zu einseitig - seht es doch einmal andersherum: Ihr betreibt ein kleines Busunternehmen. Wer mit euch fahren möchte, muss dafür einen Fahrpreis zahlen - er nimmt eine Leistung in Anspruch, die von euch angeboten wird. Das Unternehme wirft gerade soviel Gewinn ab, dass ihr davon einigermaßen leben könnt.

Und eines Tages kommen zehn erwachsene Personen, erklären, sie sind arbeitslos und haben leider kein Einkommen und wollen daher ab jetzt täglich unentgeltlich hin- und herbefördert werden, denn Mobilität sei ja schließlich eines der Grundrechte unserer Gesellschaft.

Na, was würdet ihr als kleiner Unternehmer jetzt tun? Denkt mal nach!

Das wäre ja im Falle des diskutierten Modelles "Freifahrt" egal, weil das Busunternehmen ohnehin von woanders das Geld bekommt. Der ÖV würde ja dann über Steuern finanziert werden, die jeder bezahlt, und zwar anteilsmäßig vom Einkommen, analog zur Sozialversicherung.

Und ja, Mobilität ist eine der Grundpflichten unserer Gesellschaft, da man von den Leuten immer mehr Flexibilität erwartet und auch die Bereitschaft erwartet, immer weitere Distanzen zu immer schlechteren Arbeitsplätzen zurückzulegen. Und dafür müssen die Leute selbst bezahlen! Mit diesem vorgeschlagenen Modell würden Leute mehr für Mobilität zahlen, die auch mehr davon profitieren, ich würde das gar nicht so schlecht finden.
Zumindest würde ich es nett finden, hier keinen Neid und keine Missgunst hineinzubringen, wie z.B. da finanziere ich irgendwem eine Fahrt ins Kaffeehaus. Tatsache ist, dass wir alle die Spekulationsverluste der ÖBB&Co finanzieren, und da gehts um ganz andere Summen! Wir sollten eher erkennen, wer die "Bösen" sind und uns nicht untereinander zerfleischen, weil das hilft nur der herrschenden Klasse
(so, jetzt wurde es etwas marxistisch, aber was solls...)

Und diese Aussage, dass Arbeitslose Mitte 30 sowieso nicht arbeiten wollen... ich wünsche Ferry, dass er das Glück hat, nie arbeitslos zu sein. Alternativ kann er sich auch einmal bei den Leuten umhören, die beim AMS warten, wie lustig die das so finden... :rolleyes:
PS: Ich war glücklicherweise noch nie arbeitslos, und ich bin ca. Mitte 30, für mich wäre das, mit oder ohne Freifahrt, sicher keine attraktive Option, meinen Lebensunterhalt zu verdienen!

Das ganze ist aber eine utopische Diskussion, ursprünglich ging es ja um eine Netzkarte für Österreich, und nicht um einen innovativen Zugang, um Mobilität für alle zu leistbaren Preisen zu gewährleisten.

Ferry

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #25 on: February 11, 2010, 01:43:20 PM »
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Original von moszkva tér
Das wäre ja im Falle des diskutierten Modelles "Freifahrt" egal, weil das Busunternehmen ohnehin von woanders das Geld bekommt. Der ÖV würde ja dann über Steuern finanziert werden, die jeder bezahlt, und zwar anteilsmäßig vom Einkommen, analog zur Sozialversicherung.
Nun ja, aber soweit sind wir eben noch nicht.

Ich habe eben den - vielleicht antiquierten - Standpunkt, dass für eine bestimmte Leistung auch eine Gegenleistung zu erbringen ist, und zwar zunächst von dem, der die Leistung in Anspruch nimmt.

Ich kann heute als Arbeitsloser auch nicht in ein Kleiderhaus gehen und dort einkaufen und behaupten, dass ich alles Gewand umsonst zu bekommen habe, weil ich keine Arbeit und kein Einkommen habe, weil aber das Recht auf Bekleidung eines der Grundrechte jedes Menschen ist (Wer hat eigentlich definiert, dass Mobilität darunterfällt?). Und selbst in den Vinzi-Märkten, die ja genau für jene sozialen Randgruppen gedacht sind, um die es hier (primär) geht, muss für Ware bezahlt werden. Zwar weniger, aber immerhin doch etwas. Weil es eben in unserem Sozialsystem  nicht anders geht.

Quote
Das ganze ist aber eine utopische Diskussion, ursprünglich ging es ja um eine Netzkarte für Österreich, und nicht um einen innovativen Zugang, um Mobilität für alle zu leistbaren Preisen zu gewährleisten.
Richtig, und da ich sichtlich andere Ansichten über dieses Thema habe als die meisten hier, gibt's jetzt von meiner Seite EOT.

5er-Franzi

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #26 on: February 11, 2010, 04:05:27 PM »
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Original von Ferry
Probleme habe ich mit Typen, die mit Mitte 30 arbeitslos sind. Und ich denke mir, dass die Bereitschaft, diesen Zustand zu ändern, umso geringer sein wird, je mehr Leistungen umsonst zu bekommen sind, solange man kein Einkommen hat.

Du unterstellst allen Arbeitslosen Mitte 30 dass sie zu wenig Bereitschaft zeigen einen Job zu finden? Noch dazu in der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt? Dann wünsche ich dir, dass du mal arbeitslos wirst und siehst wie "einfach" es ist heutzutage einen Job zu finden. X(

Linie 41

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #27 on: February 11, 2010, 11:14:30 PM »
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Original von 5er-Franzi
Dann wünsche ich dir, dass du mal arbeitslos wirst und siehst wie "einfach" es ist heutzutage einen Job zu finden. X(
Ja ohne abgeschlossene Ausbildung ist das nun einmal schwer einen Job zu finden. Und von der Sorte rennen leider genug Leute herum.

Ottakring

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #28 on: February 12, 2010, 11:22:05 AM »
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Original von Linie 41

Ja ohne abgeschlossene Ausbildung ist das nun einmal schwer einen Job zu finden. Und von der Sorte rennen leider genug Leute herum.
Und mit Ausbildung ist man womöglich "überqualifiziert"  ;(
Die wichtigste Qualifikation ist immer noch "Vitamin P" :boese: das durfte ich als HAK-Absolvent (denen man angeblich die gutbezahlten Jobs nachschmeissen würde) schon vor 40 Jahren erfahren... :boese: :boese:

Linie 41

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Jahreskarte für Österreich
« Reply #29 on: February 12, 2010, 02:25:52 PM »
Na das ist eh klar, daß nur der, der wen kennt, was reißt. Denn Netzwerken ist ja bekanntlich wichtiger als Qualifikation. *kotz*