Tramway im Loch?
19 Beiträge
01.11.2010, 13:33#1
Vor einiger Zeit ist mir eine äußerst vage Geschichte zu Ohren gekommen, zu der ich gerne mehr Details herausfinden würde.
Was ich konkret weiß: eine sehr entfernte Verwandte von mir war während des 2. Weltkrieges Straßenbahnfahrerin in Wien. Diesen Job wurde sie allerdings im Endeffekt los, weil sie es schaffte, auf dem Gelände eines Betriebsbahnhofes (angeblich) einen ganzen Triebwagen in einem großen Loch zu versenken.
Leider weiß ich weder wann sich das abgespielt haben soll, noch in welchem Bahnhof, ich würde die Zeit aber auf ca. 1940-44 eingrenzen.
Sollte sich die Geschichte nicht mehr eruieren lassen ist sie zumindest eine heitere Anekdote
Was ich konkret weiß: eine sehr entfernte Verwandte von mir war während des 2. Weltkrieges Straßenbahnfahrerin in Wien. Diesen Job wurde sie allerdings im Endeffekt los, weil sie es schaffte, auf dem Gelände eines Betriebsbahnhofes (angeblich) einen ganzen Triebwagen in einem großen Loch zu versenken.
Leider weiß ich weder wann sich das abgespielt haben soll, noch in welchem Bahnhof, ich würde die Zeit aber auf ca. 1940-44 eingrenzen.
Sollte sich die Geschichte nicht mehr eruieren lassen ist sie zumindest eine heitere Anekdote

01.11.2010, 14:56#2
Das könnte wohl nur in Favoriten im Bereich der Schiebebühne gewesen sein? Keine Ahnung, wann und wie lange es die gab. 

01.11.2010, 16:26#3
Meine Überlegung war etwas anders... es könnte sein (wenn man der Originalgeschichte einiges an Übertriebung und "Stille Post" attestiert), daß es irgendwo in einem Bahnhof bzw. auf dessen Freigelände einen mehr oder weniger großen Bombentrichter gab den die gute Damebeim Einziehen schlicht und ergreifend übersehen, ignoriert oder was auch immer hat, worauf die erste Achse plötzlich unsanft etwas tiefer saß.
Fragen kann man sie leider nicht mehr, sie ist vor Jahrzehnten verstorben, und sonst scheint die Geschichte außer meinem Vater (von dem ich diese Fragmente habe) niemand zu kennen.
Fragen kann man sie leider nicht mehr, sie ist vor Jahrzehnten verstorben, und sonst scheint die Geschichte außer meinem Vater (von dem ich diese Fragmente habe) niemand zu kennen.
01.11.2010, 16:26#4
ZitatOriginal von hema
Das könnte wohl nur in Favoriten im Bereich der Schiebebühne gewesen sein? Keine Ahnung, wann und wie lange es die gab.
Erinnerungsschalter ein:
In den 70er Jahren hat es sie noch gegeben. Benützt wurde sie wenig bis gar nicht mehr.
Erinnerungsschalter wieder aus:
01.11.2010, 17:51#5
Was mich an dieser Geschichte etwas stutzig macht, ist die Existenz einer Straßenbahnfahrerin im Zweiten Weltkrieg. So weit ich weiß (ich kann freilich auch falsch informiert sein), gab es weibliches Fahrpersonal nur gegen Ende des Ersten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg wurde mWn dem Personalmangel hingegen zuletzt durch die Verwendung von (männlichen) Mittelschülern im Schaffnerdienst begegnet.
01.11.2010, 19:18#6
ZitatOriginal von N1_2888
Was mich an dieser Geschichte etwas stutzig macht, ist die Existenz einer Straßenbahnfahrerin im Zweiten Weltkrieg. So weit ich weiß (ich kann freilich auch falsch informiert sein), gab es weibliches Fahrpersonal nur gegen Ende des Ersten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg wurde mWn dem Personalmangel hingegen zuletzt durch die Verwendung von (männlichen) Mittelschülern im Schaffnerdienst begegnet.
Hmmm, interesanter Einwand!
Wenn ich mir überlege, daß diese legendäre Tante spätestens in den frühen 1970ern gestorben sein dürfte (mein Vater ist momentan nicht da, sonst könnte ich den nach genaueren Daten fragen) dann könnte sich die Geschichte theoretisch auch ein paar Jahrzehnte früher abgespielt haben. Aber warten wir erst einmal die Meinung der Experten ab!
01.11.2010, 19:27#7
Genau so sind auch meine Informationen, keine Fahrerinnen im Zweiten Weltkrieg, aber Studenten, BdM-Mädchen und dienstverpflichtete Frauen als Schaffner bzw. Schaffnerinnen. Daher dürfte der Geschichte von "WeSt" so ziemlich jede Grundlage fehlen.
Den genauen Zeitpunkt des Ausbaus der Schiebebühne in FAV konnte ich nicht eruieren, aber dieser dürfte erst Anfang der Achtziger Jahre erfolgt sein.
Den genauen Zeitpunkt des Ausbaus der Schiebebühne in FAV konnte ich nicht eruieren, aber dieser dürfte erst Anfang der Achtziger Jahre erfolgt sein.
02.11.2010, 02:44#8
Frage: Ist die Tramway IN ein Loch, oder DURCH ein Loch gefallen?
Wenn es nur während des 1.Weltkrieges weibliche Fahrerinnen gab, kann der Zug nicht in einen Bombentrichter gefallen sein - Wien wurde während des 1.WK nicht bombardiert(die Reichweite der damaligen Flugzeuge ließ das nicht zu).
Aber vielleicht ist die Tramway durch eine Mauer irgendwo durchgebrochen (so wie vor einiger Zeit die U-Bahn in Kagran).
Wenn es nur während des 1.Weltkrieges weibliche Fahrerinnen gab, kann der Zug nicht in einen Bombentrichter gefallen sein - Wien wurde während des 1.WK nicht bombardiert(die Reichweite der damaligen Flugzeuge ließ das nicht zu).
Aber vielleicht ist die Tramway durch eine Mauer irgendwo durchgebrochen (so wie vor einiger Zeit die U-Bahn in Kagran).
02.11.2010, 08:49#9
ZitatOriginal von SchienenWolf
weibliche Fahrerinnen
Gibt es auch männliche Fahrerinnen?

02.11.2010, 11:18#10
ZitatOriginal von darkweasel
ZitatOriginal von SchienenWolf
weibliche Fahrerinnen
Gibt es auch männliche Fahrerinnen?
Sehr gehaltvoll, finsteres Wiesel.

Wie wörtlich muss man denn das nehmen, dass während des 2. WK keine Frauen als Straßenbahnfahrer eingesetzt wurden? Damals ist es ja drunter und drüber gegangen, wäre es nicht möglich, dass beispielsweise, wenn "Not am Manne" war (
), Damen zumindest Verschubdienst geleistet haben? 02.11.2010, 14:49#11
Hm, wirkt so als ob die Geschichte eine schöne Anekdote wäre 

02.11.2010, 15:45#12
Tramway im Loch
Habe gestern (eigentlich heute
) noch nachgesehen in "Ring - Rund"(Slezak), und siehe da - auf Seite 133 wird von einen Vorfall aus dem Jahre 1958 aus dem Bahnhof Währing Kreuzgasse berichtet, wo eine Strassebahn am hinteren Ende der Wagenhalle durch die Wand durchgebrochen ist. Vielleicht ist so etwas schon früher passiert.
Oder, wenn sich der Vorfall während des 1.WK ereignet haben soll; Wäre es möglich das zu dieser Zeit in irgendeinen Bahnhof Um-/dazu-/Neugebaut wurde, und die Fahrerin einen Gleisabschluss überfahren hat und vielleicht dahinter gleich eine Baugrube war ?
) noch nachgesehen in "Ring - Rund"(Slezak), und siehe da - auf Seite 133 wird von einen Vorfall aus dem Jahre 1958 aus dem Bahnhof Währing Kreuzgasse berichtet, wo eine Strassebahn am hinteren Ende der Wagenhalle durch die Wand durchgebrochen ist. Vielleicht ist so etwas schon früher passiert.Oder, wenn sich der Vorfall während des 1.WK ereignet haben soll; Wäre es möglich das zu dieser Zeit in irgendeinen Bahnhof Um-/dazu-/Neugebaut wurde, und die Fahrerin einen Gleisabschluss überfahren hat und vielleicht dahinter gleich eine Baugrube war ?
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von SchienenWolf (02.11.2010, 15:47)
02.11.2010, 15:46#13
RE: Tramway im Loch
ZitatOriginal von SchienenWolf
Habe gestern (eigentlich heute) noch nachgesehen in "Ring - Rund"(Slezak), und siehe da - auf Seite 133 wird von einen Vorfall aus dem Jahre 1958 aus dem Bahnhof Währing Kreuzgasse berichtet, wo eine Strassebahn am hinteren Ende die Halle der Wagenhalle durchgebrochen ist. Vielleicht ist so etwas schon früher passiert.
So was ist später auch noch ein paar Mal passiert, dass der Fahrer das Streckenende nicht respektiert

02.11.2010, 18:08#14
Gibt es eigentlich auch Bilder der besagten Einrichtung in FAV? 

03.11.2010, 02:31#15
ZitatOriginal von darkweasel
ZitatOriginal von SchienenWolf
weibliche Fahrerinnen
Gibt es auch männliche Fahrerinnen?
Einmannfahrerinnen!
06.11.2010, 12:58#16
Ich habe meinen vater noch einmal ausgequetscht. Besagte Tante Gerti dürfte um Jahrgang 1890-1895 gewesen sein, somit kann sich die Geschichte problemlos im 1. Weltkrieg abgespielt haben.
Es handelte sich nicht um einen Bombentrichter oder ein geheimnisvolles Loch, sondern sie soll es geschafft haben, den Wagen in der Halle in eine Montagegrube zu setzen (Entgleisung?).
Es handelte sich nicht um einen Bombentrichter oder ein geheimnisvolles Loch, sondern sie soll es geschafft haben, den Wagen in der Halle in eine Montagegrube zu setzen (Entgleisung?).
06.11.2010, 13:11#17
Könnte auch bei einer der damals noch zahlreicher vorhandenen Schiebebühnen passiert sein.
06.11.2010, 14:42#18
ZitatOriginal von WeSt
Ich habe meinen vater noch einmal ausgequetscht. Besagte Tante Gerti dürfte um Jahrgang 1890-1895 gewesen sein, somit kann sich die Geschichte problemlos im 1. Weltkrieg abgespielt haben.
Hast du eigentlich schon einmal versucht, an den Personalakt zu kommen, falls es den noch gibt?
06.11.2010, 15:42#19
ZitatOriginal von 13er
ZitatOriginal von WeSt
Ich habe meinen vater noch einmal ausgequetscht. Besagte Tante Gerti dürfte um Jahrgang 1890-1895 gewesen sein, somit kann sich die Geschichte problemlos im 1. Weltkrieg abgespielt haben.
Hast du eigentlich schon einmal versucht, an den Personalakt zu kommen, falls es den noch gibt?
Interessante Idee... ich muß eventuell sowieso demnächst unibedingt die WL ausquetschen ob sie Daten aus dem Firmenarchiv hergeben. Hoffentlich weiß mein Vater noch den vollen Namen samt Schreibweise...