Zukunftsvision Idee zu einer Tarifreform

20 Beiträge
18.01.2011, 17:45#1
Bekanntlich ist ja eine Reform des Tarifsystems der WL in Planung, durch die angeblich - und zumindestens für "bedürftige" Bevölkerungsgruppen - eine Verbilligung der Fahrpreise erfolgen soll.
Meiner Ansicht wäre vor allem eine "gerechtere" Tarifgestaltung in Abhängigkeit von der Länge der Fahrt wünschenswert. Es gibt zwar den "Kurzstrecken-Tarif", der mir aber eher in der jetzigen Form sinnlos erscheint, zumindestens auf machen Strecken (bevor ich mich z.B.nach fast 10 Minuten Wartezeit in einen bumvollen 13A quetsche um 3 Haltestellen fahren zu dürfen (Lerchenfelder Str - Mariahilfer Straße) geh ich diese Strecke zu Fuß und zahl nicht 90 Cent dafür. Bei der Einführung der Kurzstrecken war auch die Relation Kurstr.: Vollpreis bei 1:3!
Ich könnte mir vorstellen, die "Kernzone" in mehrere Teilzonen zu unterteilen (Grenzen z.B. Gürtel/Donaukanal/Wiental und außerhalb des Gürtels Vorortelinie/Wiental/Grünbergstraße/Hetzendorfer Str/Wienerberg-Laaerberg/Simmering/Donau und als Teilung jenseits der Donau die Wagramer Straße. Für diese Teilzonen könnten dann Streifen-und Monatskarten mit den Preisvorstelluingen der Grünen (Streifen 1€, Monatskarte 10€) aufgelegt werden und wer über diese Grenzen fährt, zahlt den gleichen Preis wie bisher.
18.01.2011, 18:57#2
RE: Idee zu einer Tarifreform
Zitat
Original von Ottakring
Ich könnte mir vorstellen, die "Kernzone" in mehrere Teilzonen zu unterteilen (Grenzen z.B. Gürtel/Donaukanal/Wiental und außerhalb des Gürtels Vorortelinie/Wiental/Grünbergstraße/Hetzendorfer Str/Wienerberg-Laaerberg/Simmering/Donau und als Teilung jenseits der Donau die Wagramer Straße. Für diese Teilzonen könnten dann Streifen-und Monatskarten mit den Preisvorstelluingen der Grünen (Streifen 1€, Monatskarte 10€) aufgelegt werden und wer über diese Grenzen fährt, zahlt den gleichen Preis wie bisher.

Da hat man erst wieder das Problem mit fix festgelegten Zonengrenzen. Wenn jemand etwa zwei Stationen fahren will und da zufällig der Gürtel dazwischen liegt, hat er erst wieder nichts davon, ähnlich den heutigen Kurzstrecken. Fair wäre lediglich, eine maximale Fahrtstrecke (in Kilometern) anzugeben. Rein von der Theorie her.
Generell stehe ich all diesen Systemen, egal ob Zonen oder Kurzstrecken, aber skeptisch gegenüber, da sich Durchschnittsfahrgäste wegen der Komplexität wohl kaum damit befassen würden und das System somit kaum angenommen würde.
Eine günstige Tageskarte für die ganze Zone 100 (1€) wäre ideal, leider fehlt dafür aber derzeit (offiziell) das Geld. :traurig:
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von umweltretter (18.01.2011, 18:58)
18.01.2011, 21:01#3
Wenn Kurzstrecken, dann einfach; 10 Einheiten, eine Bus- oder Bim-Station "kostet" eine, eine U-Bahn-Station zwei und eine Station mit der Schnellbahn drei oder vier. Umsteigen beliebig, keine Fahrtunterbrechung.
19.01.2011, 08:11#4
Zitat
Original von Zug fährt ab!
Wenn Kurzstrecken, dann einfach; 10 Einheiten, eine Bus- oder Bim-Station "kostet" eine, eine U-Bahn-Station zwei und eine Station mit der Schnellbahn drei oder vier. Umsteigen beliebig, keine Fahrtunterbrechung.

Nicht umsetzbar, da die Einstieghaltestelle aus der Entwertermarkierung nicht ablesbar ist (ausgenommen Schnellbahn und U-Bahn). Da müssten erst sämtliche Entwerter und Fahrscheinautomaten umgerüstet werden - was das kostet, will ich mir gar nicht vorstellen. Am selben Grund scheitert auch meine Vorstellung eines zeitgebundenen Kurzstreckentarifs: 15 Minuten, egal ob mit oder ohne Umsteigen, egal, welches Verkehrsmittel, egal, welche Fahrtrichtung.
19.01.2011, 10:51#5
Zitat
Original von 95B
Nicht umsetzbar, da die Einstieghaltestelle aus der Entwertermarkierung nicht ablesbar ist (ausgenommen Schnellbahn und U-Bahn). Da müssten erst sämtliche Entwerter und Fahrscheinautomaten umgerüstet werden - was das kostet, will ich mir gar nicht vorstellen. Am selben Grund scheitert auch meine Vorstellung eines zeitgebundenen Kurzstreckentarifs: 15 Minuten, egal ob mit oder ohne Umsteigen, egal, welches Verkehrsmittel, egal, welche Fahrtrichtung.

Ja, leider! Da muss ich immer an London und die dort sehr beliebte "Oyster-Card" denken: an X Stationen in London aufladbar, checkt man beim Ein- und Aussteigen in/aus Bussen und beim Betreten und Verlassen von U-Bahn-Stationen berührungslos ein und aus; der verfahrene Betrag wird dann vom Guthaben abgebucht. Wenn der Wert der Karte unter einen bestimmten Betrag sinkt, bekommt der Besitzer, so er das wollte, automatisch eine SMS. Die Karte ist auch übertragbar.

Was mir bei diesem System so gut gefällt, ist, dass ich nur das bezahle, was ich tatsächlich verfahren habe. Wenn ich in Wien eine Monatskarte kaufe und dann drei Wochen krankheitsbedingt zu Hause bleiben muss, habe ich Pech gehabt. In London würde dann eben drei Wochen lang nichts abgebucht werden, ich hätte keinen Verlust. Aber Wien ist eben anders... :rolleyes:

Edit: Zwei Tippfehler korrigiert.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Ferry (19.01.2011, 12:34)
19.01.2011, 12:32#6
Zitat
Original von 95B
Nicht umsetzbar, da die Einstieghaltestelle aus der Entwertermarkierung nicht ablesbar ist (ausgenommen Schnellbahn und U-Bahn). Da müssten erst sämtliche Entwerter und Fahrscheinautomaten umgerüstet werden - was das kostet, will ich mir gar nicht vorstellen.


Nur die Ansteuerung müsste geändert werden, sodass anstatt Fahrtrichtung und Kurzstrecke eine laufende Nummer markiert wird.
19.01.2011, 12:38#7
Zitat
Original von Zug fährt ab!
Nur die Ansteuerung müsste geändert werden, sodass anstatt Fahrtrichtung und Kurzstrecke eine laufende Nummer markiert wird.

Dann müssen aber noch die Typenräder für die Fahrtrichtung getauscht werden, außerdem: Wie sollen die Fahrscheinprüfer mit einer Unzahl an laufenden Nummern korrekt umgehen (umsteigen!)?
19.01.2011, 13:00#8
RE: Idee zu einer Tarifreform
Zitat
Original von umweltretter
Eine günstige Tageskarte für die ganze Zone 100 (1€) wäre ideal, leider fehlt dafür aber derzeit (offiziell) das Geld. :traurig:

Bei einer 1 € Tageskarte müßten aber die anderen Karten auch billiger werden. Weil 365 mal 1 € ist wesentlich billiger als die Jahreskarte!

Man könnte ja auch Fahrten mit dem Bus und der Straßenbahn billiger machen als mit der U-Bahn. Das wäre auch sozialer für Leute mit weniger Geld und es wären weniger Leute in der U-Bahn.
19.01.2011, 13:08#9
Zitat
Original von 95B
Am selben Grund scheitert auch meine Vorstellung eines zeitgebundenen Kurzstreckentarifs: 15 Minuten, egal ob mit oder ohne Umsteigen, egal, welches Verkehrsmittel, egal, welche Fahrtrichtung.

Damit ergäbe sich eine Ungleichbehandlung der Fahrgäste je nach Intervall und Geschwindigkeit der Verkehrsmittel, die sie benutzen. Von Fahrtbehinderungen und unregelmäßigen Zugsfolgen ganz zu schweigen.
19.01.2011, 13:48#10
Zitat
Original von 95B
Dann müssen aber noch die Typenräder für die Fahrtrichtung getauscht werden,


Warum? Auf dem Abdruck kann ja ruhig "II6" statt "26" oder "=3" statt "43" stehen.

Zitat
Wie sollen die Fahrscheinprüfer mit einer Unzahl an laufenden Nummern korrekt umgehen (umsteigen!)?


Wo siehst du konkret das Problem? Jedem Fahrscheinprüfer ein kleines Heft mit den Nummern mitzugeben, sollte kein Problem sein - und die Kontrollen konzentrieren sich wie die Umsteigefahrgäste mit Kurzstreckenfahrschein eher auf die Innenbezirke, wo die Kontrollore zumindest die ungefähren Lagen der Nummern bald kennen werden.
19.01.2011, 14:58#11
Zitat
Original von N1_2888
Zitat
Original von 95B
Am selben Grund scheitert auch meine Vorstellung eines zeitgebundenen Kurzstreckentarifs: 15 Minuten, egal ob mit oder ohne Umsteigen, egal, welches Verkehrsmittel, egal, welche Fahrtrichtung.

Damit ergäbe sich eine Ungleichbehandlung der Fahrgäste je nach Intervall und Geschwindigkeit der Verkehrsmittel, die sie benutzen. Von Fahrtbehinderungen und unregelmäßigen Zugsfolgen ganz zu schweigen.

Na, genau das geht aber 50 km östlich von Wien sehr gut (10-Minuten-Karte in Bratislava) und sogar innerhalb der rot-weiß-roten Grenze in erweiterter Form ("Stundenkarte" in Graz). Eine Kurzzeit-Netzkarte wäre übrigens m.M. auch eine brauchbare Alternative zum Zonen/Kurzstrecken-Tarif.
19.01.2011, 15:12#12
RE: Idee zu einer Tarifreform
Teil A - Theoretische Überlegungen

Ein wirklich "gerechtes" Tarifsystem ist kaum möglich, außer man schafft eine kilometergenaue Abrechnung unter Einbeziehung der Reisezeit (je schneller, desto teurer). Und selbst dann ist es noch ungerecht, denn während Herr A eine nahezu direkte Verbindung wählen kann, muss Frau B in Ermangelung dessen Umwege fahren. Eine Kilometrierung von Start zum Ziel auf Basis der Luftlinie ist jedoch praktisch nicht möglich, da so "mutwillige" Umwegfahrer (Route A - B - C) nicht erfasst werden können.

Um Tarifzonen (und dazu zähle ich auch die Kilometerstaffelung der ÖBB oder die Kurzstrecken in Wien) kommt man also kaum herum und daher wird es auch immer Zonengrenzen geben, welche die einen bevorzugen, die anderen aber benachteiligen. Macht man die Zonen möglichst klein, wird die Anwendung kompliziert und daher fehleranfällig und missbrauchbar. Macht man sie möglichst groß, werden auch die Ungerechtigkeiten größer.

Gar nicht berücksichtigt sind noch andere, zum Teil sehr subjektive, Faktoren wie Sauberkeit, Bequemlichkeit, Service usw.


Teil B - Prkatische Überlegungen am Beispiel Wien und VOR

Eine richtige Tarifreform kann nicht Wien alleine betreffen sondern gleich jene im Zuge der längst fälligen geplanten Vereinigung von VOR und VVNB, wobei ja ein Wabensystem eingeführt werden soll. Die Wiener Grünen können daher vorerst nur "kosmetische" Änderungen vornehmen, ohne das VOR-Tarifsystem auf den Kopf zu stellen. Ich nehme an, es wird darauf hinauslaufen, dass bestimmte Personengruppen eine billigere Kernzonennetzkarte erwerben können und aus. Wie das Ganze mehr oder weniger kostenneutral passieren soll ohne die "Vollpreiszahler" noch mehr zu belasten, muss die Tarifkommission uns erst vorhüpfen.

Worin ich mit User Ottakring völlig übereinstimme, ist der Umstand der reformbedürftigen Kurzstrecken in Wien bzw. der viel zu großen Kernzone. Dazu habe ich mich schon mehrmals geäußert und auch jedesmal dafür verbale Prügel bezogen. Ich stelle immer wieder fest, dass viele Leute oft nur kurze Strecken fahren und über die dafür hohen Preise, die für die ganze riesige Kernzone gelten, was für diese Leute aber völlig unnütz ist. Warum muss man für eine Fahrt von der Westbahnstraße in die Märzstraße genauso viel zahlen wie von Rodaun nach Stammersdorf? Und das noch dazu Tag für Tag. Für viele ein Grund, gerade kurze Strecken mit dem Auto zu fahren.

Eine Unterteilung der Kernzone in etwa fünf Teilzonen könnte dem Abhilfe schaffen. Somit könnte man mit einer billigeren "Teilzonen"-Karte (egal ob Zeitkarte oder Einzelfahrschein) zwei der fünf Teilzonen befahren (zwei deshalb, um die Problematik der Teilzonengrenzen zu entschärfen). Die bestehende Kernzone soll samt ihrem Tarifangebot beibehalten werden - das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Ich habe auch schon Vorschläge vernommen, analog zur Zone 111 eine Zonenkarte 112 bzw. 113, welche nur für die U-Bahn bzw. nur für Straßenbahn und Bus gelten soll, einzuführen. Das wäre zwar leichter verständlich als die Teilzonen, aber vermutlich weniger praxistauglich und auch weniger gerecht, denn sein Verkehrsmittel kann man sich selten so frei aussuchen.

Am besten wäre es natülich, wenn diese Überlegungen beim neuen Wabensystem berücksichtigt werden - so dieses überhaupt einmal kommt.
19.01.2011, 20:29#13
RE: Idee zu einer Tarifreform
Zitat
Original von MAN
Man könnte ja auch Fahrten mit dem Bus und der Straßenbahn billiger machen als mit der U-Bahn. Das wäre auch sozialer für Leute mit weniger Geld und es wären weniger Leute in der U-Bahn.

In vielen Fällen gibt es zur U-Bahn aber keine Alternativen mehr, da paralelle Oberflächenverkehrsmittel eingestellt wurden.
19.01.2011, 22:33#14
Zitat
Original von Ottakring
Na, genau das geht aber 50 km östlich von Wien sehr gut (10-Minuten-Karte in Bratislava)

Die Umgebung der stationären Entwerter bei U- und S-Bahn müsste dafür zumindest flächendeckend mit Informationsdisplays über die Wartezeit bis zum nächsten Zug versehen werden. Weil sonst zwickst du den Fahrschein, wandelst durch die oft endlosen Zugangwege, und siehst dann letztlich am Bahnsteig, dass die nächste U-Bahn - sagen wir mal, es ist die bekannt zuverlässige U4 - in zehn Minuten kommt. Eine andere Möglichkeit wäre die Verlegung der Entwerter hin zu den Bahnsteigen.

Damit wäre es aber nicht getan, denn es könnte immer noch passieren, dass das 15-Minuten-Ticket genau dann abläuft, wenn du gerade in der U-Bahn sitzst. Um solche Situationen zu vermeiden, müsste die Montage von Entwertern in den Garnituren erfolgen.
Zitat
und sogar innerhalb der rot-weiß-roten Grenze in erweiterter Form ("Stundenkarte" in Graz).

Je länger die Zeitspanne, umso weniger fallen die von mir weiter oben angeführten Einwände ins Gewicht.
22.01.2011, 16:07#15
Liegt es an meinem Sturschädel, an meiner Unflexibilität, an meiner eingefleischten Skepsis gegenüber Veränderungen oder liegt es viel mehr an dem reichhaltigen Angebot der Wiener Linien? Ich glaube jedenfalls, dass eine großartige Tarifreform eigentlich nicht notwendig ist, da das derzeitige Tarifsystem schon jetzt auf sehr viele Lebensumstände der Fahrgäste abgestimmt ist.

Dass vielleicht noch heuer, spätestens aber 2012 eine Tariferhöhung (zuletzt 7/2009: durchschnittlich 5,9 %, Jahreskarte 0 %; davor 6/2007 [nach 5jähriger Preisstabilität]: durchschnittlich 9,9 %, Jahreskarte 9,8 %) vorgenommen wird, würde mich weniger überraschen. Und dass sich Preiserhöhungen im Rahmen eines Wechsels des Produktsortiments besser verkaufen lassen, ist ja auch kein Geheimnis. Nun aber genug der – vielleicht bösartig wirkenden aber wirklich nicht so gemeinten – Unterstellungen, bevor überhaupt noch Fakten am Tisch liegen.

Man kann ja nie wissen, aber vielleicht greift die mit der Umsetzung der Tarifreform betraute Arbeitsgruppe sogar auch auf einige der von uns genannten Ideen zurück, analysiert diese genauer, stimmt sie mit betriebsinternen Daten und Kennzahlen ab, berücksichtigt sie in einer Machbarkeitsstudie und überprüft die Finanzierbarkeit. Sei es wie es sei, jedenfalls habe auch ich mir einige Gedanken über zusätzliche Angebote gemacht, die ich an dieser Stelle nun aufliste:

Treuerabatt für Jahreskartenbenutzer
Voraussetzung ist Beständigkeit. Belohnt werden soll die Treue mit einem Rabatt, dessen prozentuelle Höhe der Anzahl der Jahre, die man bereits ohne Unterbrechung mit einer Jahreskarte unterwegs ist, entspricht.

Treuebonus für Jahreskartenbenutzer
Falls der Treuerabatt für Jahreskartenbenutzer nicht umsetzbar ist, finde ich ein "Draufgabe-Angebot" überlegenswert. Dabei verlängert sich nach kontinuierlichem Erwerb einer Jahreskarte die Gültigkeit dieser bei jedem 10. Kauf um jeweils 1 Monat. Sprich: Nach 10 Jahren ununterbrochener Treue sind die nächsten 10 aufeinanderfolgenden Jahreskarten jeweils 13 Monate gültig, danach jeweils 14 Monate usw.

Stammstreckenkarte für Berufstätige
Diese ein Jahr lang – an zuvor vereinbarten 5 Wochentagen – gültige Stammstreckenkarte berechtigt Berufstätige innerhalb der Zone 100 zu beliebig vielen Hin- und Retourfahrten auf der festgelegten Strecke zwischen dem in Wien gelegenen Hauptwohnsitz (bzw. für Pendler ab der Stadtgrenze) und der Arbeitsstätte (bzw. für Pendler bis zur Stadtgrenze). Wie bei der Schülerstreckenkarte gilt natürlich auch bei dieser Variante die Lösung, dass im Falle einer Betriebsstörung entsprechende Ersatzlinien benutzt werden können. Preis: 65 % des Jahreskartentarifs für die Zone 100. Preisnachlässe sind nicht möglich. Änderungen (Strecke bei Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsel bzw. Gültigkeit der Wochentage) sind gebührenpflichtig.

Jahreskarte, die nur an 5 bzw. an 6 Werktagen gültig ist
Interessant könnten eventuell auch Jahreskarten sein, die auf sämtlichen Linien innerhalb des Stadtgebietes lediglich an 5 bzw. an 6 Werktagen gültig sind. Der Preis ergibt sich aus der Aliquotierung des Jahreskartentarifs für die Zone 100. 71,4 % für jeweils 5 Werktage (die vor Ausstellung der Jahreskarte zu vereinbaren sind) in der Woche bzw. 85,7 % für jeweils 6 Werktage in der Woche. Weitere Preisnachlässe (Treuerabatt bzw. Treuebonus) würde ich nicht gewähren. Auch für dieses Angebot gilt, dass ein Änderungswunsch der Werktage-Gültigkeit mit einer Gebühr zur Abdeckung der Administrationskosten verbunden ist.

Wochenend- und Feiertags-Jahreskarte
Das Gegenangebot zur Jahreskarte, die nur an 5 Werktagen gültig ist: Die Wochenend- und Feiertags-Jahreskarte. Wochenend-Unternehmungslustige könnten mit dieser speziellen Jahreskarte vielleicht sogar schon an Freitagen bzw. am Werktag vor einem Feiertag ab ca. 18.00 Uhr rund um die Uhr bis Montag ca. 07.00 Uhr bzw. bis ca. 07.00 Uhr des auf den Feiertag folgenden Werktages mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien unterwegs sein. Den Preis würde ich mit 30 % des Jahreskartentarifs für die Zone 100 ansetzen. Treuerabatt bzw. Treuebonus schließe ich bei diesem Offert ebenfalls aus.
24.01.2011, 10:15#16
Die ganzen Tarife müssen auf jeden Fall einfacher werden. Weg von den vielen Einzeltickets und hin zu Netzkarten. Wie das @67er schon überlegt hat. :daumenhoch: Das ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Das fahren zwischen Arbeitsort und Wohnort würde ich gratis anbieten damit die Leute das Auto nicht verwenden.
24.01.2011, 16:34#17
@67er: Sehr gute Vorschläge. Vor allem die Stammstreckenkarte und die Wochenendkarte finde ich toll :daumenhoch:
24.01.2011, 16:47#18
Ich würde ebenso alle von 67er genannten Vorschläge für gut befinden, insbesondere einen Treuebonus für Jahreskartenbesitzer. Schon aus Umweltschutzgründen sollten Leute, die viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, belohnt werden.
Darüber hinaus bringe ich noch zwei weitere Vorschläge:
1. eine Halbjahreskarte: Diese soll von Oktober bis März gelten und wäre ein Angebot an jene Fahrgäste, die in den Wintermonaten die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, in den Sommermonaten hingegen das Fahrrad bevorzugen.
2. Statt Einzel- und Kurzstreckenfahrscheinen würde ich für Zeitkarten plädieren:
30 Minuten für 1 €, 60 Minuten für €1,5 und 120 Minuten für € 2. Gültig für beliebig viele Fahrten in der Kernzone Wien ab Entwertung für den gewählten Zeitraum.
24.01.2011, 21:31#19
Zitat
Original von matboy
Halbjahreskarte: Diese soll von Oktober bis März gelten und wäre ein Angebot an jene Fahrgäste, die in den Wintermonaten die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, in den Sommermonaten hingegen das Fahrrad bevorzugen.

:daumenhoch: Ja, dass diese "Herbst-Winter-Karte" eine vernünftige Option ist und großen Anklang findet, kann auch ich mir sehr gut vorstellen.
24.01.2011, 22:53#20
Je komplizierter, desto besser! :daumenhoch: