[ORF] 21.01.2013: Zugsunglück in Penzing
43 Beiträge · Seite 3 von 3
21.04.2015, 18:02#41
Zusammengefasst steht das im Detail auf den Seiten 44 bis 46 des Berichtes.Die Seiten 37 bis 46 sind aber nicht das Ergebnis der Untersuchung, sondern die persönliche Sichtweise des "Fahrdienstleiters Penzing" (betitelt als Beilage 3, Stellungnahme Fdl Bf Wien Penzing).
Auf der von der Unfallkommission formulierten Seite 30 steht zum Thema "Ursache" unter anderem:
"Durch den im Bf Wien Hütteldorf tätigen Fahrdienstleiter in Einschulung wurde auf dem Streckenblock ein Richtungswechsel in der Annahme durchgeführt, diesen für die Fahrt des Z 20592 aus Richtung Bf Wien Penzing zu speichern."
Das liest sich für mich: er hat eine falsche Annahme getroffen.
Meines Erachtens sieht es so aus:
Durch die Störung war die Anlage nicht im Automatischen Betrieb, das heißt anscheinend die Fahrstraßen werden nicht rot und die Speicherfunktion funktioniert nicht-dadurch wurde die Richtung sofort gewechselt statt gespeichert.
22.04.2015, 16:00#42
Meines Erachtens sieht es so aus:
Durch die Störung war die Anlage nicht im Automatischen Betrieb, das heißt anscheinend die Fahrstraßen werden nicht rot und die Speicherfunktion funktioniert nicht-dadurch wurde die Richtung sofort gewechselt statt gespeichert.
Die SUB hat aber festgestellt das die Automatik eben doch an war.
ZitatDer Richtungswechsel erfolgte vor einer Besetzung des betreffenden Gleisabschnittes durch den in Richtung
Bf Wien Penzing ausfahrenden Z 20595, so dass auf Grund des nicht deaktivierten Selbststellbetriebes im
Bf Wien Penzing das AS „R 6“ für Z 20592 in Richtung des durch Z 20595 besetzten Streckengleises 1 Vo
selbsttätig in Freistellung gelangte.
Ich denke das ist einfach recht unglücklich geschehen. Überalterte Technik, überforderter Fdl in Penzing, keine Warnmeldungen, Störung einer Weiche, etc... Wo Menschen arbeiten passieren Fehler. Ich würde da jetzt niemandem eine Fahrlässigkeit vorwerfen. Aber das wird sowieso bald alles am Hbf verlegt

22.04.2015, 17:08#43
OK, ich erweitere meine "Kurz-Kurz-Zusammenfassung": der "Fahrdienstleiter in Ausbildung" in Hütteldorf hat sich mit den Knopferln noch nicht so ganz ausgekannt und diese mit falschen Annahmen gedrückt und der "fertig ausgelernte Fahrdienstleiter" von Penzing hat im Stress vergessen, die Automatik zu deaktivieren. Zusätzlich hat der Programmierer der zwischenzeitlich veralteten Sicherheitstechnik übersehen, dass während einer Störung auch einmal zwei Leute gleichzeitig einen Fehler machen können und keinen Overrule für sich widersprechende Kommandos hineinprogrammiert.
Tatsächlich viele negative Zufälle geballt, erinnert mich aber irgendwie an das Flugzeugunglück von Überlingen (Schweiz).
Dort waren zwei Flugzeuge auf selber Höhe, das Anti-Kollisionssystem der beiden Flugzeuge wies - korrekt - eines an, zu steigen und das andere, zu sinken. Der Fluglotse forderte jedoch auch das zweite auf, zu sinken und beide trafen sich erst recht wieder. Auch hier eine Verkettung von Fehlern, wobei die Zusammenstoß-Wahrscheinlichkeit im dreidimensionalen Raum sogar noch viel, viel geringer ist als auf einem Gleis.
Dort ging es aber nicht nur für die Passagiere um ein Vielfaches schimmer aus als in Penzing, sondern auch für den Lotsen selbst. Aus Rache wurde er von einem Angehörigen zweier Passagiere ermordet. Die ganze Geschichte. Und - jetzt ganz OT, aber falls es jemanden interessiert - der komplette 120-Seiten-Unfallbericht.
Tatsächlich viele negative Zufälle geballt, erinnert mich aber irgendwie an das Flugzeugunglück von Überlingen (Schweiz).
Dort waren zwei Flugzeuge auf selber Höhe, das Anti-Kollisionssystem der beiden Flugzeuge wies - korrekt - eines an, zu steigen und das andere, zu sinken. Der Fluglotse forderte jedoch auch das zweite auf, zu sinken und beide trafen sich erst recht wieder. Auch hier eine Verkettung von Fehlern, wobei die Zusammenstoß-Wahrscheinlichkeit im dreidimensionalen Raum sogar noch viel, viel geringer ist als auf einem Gleis.
Dort ging es aber nicht nur für die Passagiere um ein Vielfaches schimmer aus als in Penzing, sondern auch für den Lotsen selbst. Aus Rache wurde er von einem Angehörigen zweier Passagiere ermordet. Die ganze Geschichte. Und - jetzt ganz OT, aber falls es jemanden interessiert - der komplette 120-Seiten-Unfallbericht.