Wiener Öffis stehen kurz vor dem Kollaps

13 Beiträge
16.05.2013, 10:53#1
Die Zeitung Österreich berichtet HIER darüber, daß die Öffis am Limit sind. Renate Brauner will weismachen, daß dem nicht so ist. Fährt die Madame auch regelmäßig U-Bahn, daß sie das so sagen kann? Tatsache ist, daß es stimmt, daß bald nichts mehr geht.

LG Taxiorange
16.05.2013, 11:35#2
Natürlich kommt es im wiener Öffi-Netz regelmäßig zu Störungen & Co., sodass es zu längeren Wartezeiten kommt, Schuld daran sind jedoch oftmals nicht die WL direkt. Aber dass das Netz kurz vor dem Kollaps steht, halte ich jetzt doch für etwas überzogen... Zumal ich jetzt auch nicht wirklich seriös und nachvollziehbar finde, wenn im angeführten "Artikel" (falls man den verlinkten Textfetzen überhaupt so schimpfen kann), keineswegs steht, wie man zu den magischen 41% kommt, ab welchen unser öffentliches Verkehrssystem auf einmal einfach so zusammenklappen wird... :rolleyes:

Ich lege meine Wege innerhalb Wiens eigentlich ausschließlich mit Öffis zurück, und ich kann diese Meinung schlichtweg nicht teilen! Klar, zur HVZ sind die Fahrzeuge oftmals besser gefüllt, aber hier gleich von einem drohenden Chaos zu sprechen halte ich schon wieder für sinnlose Panikmache. In meinen Augen ein klarer weiterer Fall des berühmt berüchtigten Sommerloch im Journalismus, das man jetzt irgendwie zu stopfen versucht...

Edit: Die angehängte Abstimmung ist übrigens auch ein Scherz: Wenn ich nach den Antwortmöglichkeiten gehe, dann zählt das öffentliche Verkehrsnetz als kollapsgefährdet, sobald man nicht jedes Mal einen Sitzplatz bekommt?? :D
16.05.2013, 13:48#3
Also, vorweg einmal: "Österreich" ist einmal ein Schmierblatt erster Güte (die schlagen mMn sogar die verblichene "Alles täglich").

Dann den "Artikel" durchgelesen, fällt mir eines auf:zitiert wird jemand, der unserer lieben Vizebürgermeisterin nahe steht.
Bekanntermaßen ist den Grünen das Fahrred als einziges Verkehrsmittel genehm(steht ja auch im Artikel, daß man mit den FAHRRAD statt mit Öffis fahren soll), also kann man den Artikel sicher in die Spalte "politische Propaganda" ablegen. :O
Außerdem:was ist mit den 41% gemeint(von was?), und warum bricht dann das Öffi-Netz zusammen(gibt es soviel übergewichtige Beförderungsfälle, die alle zu gleichen Zeit fahren wollen :D )
Ich würde auch sagen, daß in den 1950er/1960er Jahren (vor Beginn der Massenmotorisierung) MEHR Menschen in Wien öffentlich unterwegs waren, vielleicht auch sogar noch in den 1970ern (wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, aber das ist vllt. subjektiv).

Fazit: Ein sinnbefreiter Artikel in einer ebensolchen, stark Pressegeförderten "Zeitung", erschienen in einer "sauren Gurkenzeit".

Edit: Schreibfehler ausgebessert
16.05.2013, 18:53#4
Nachdem die Damen und Herren von jenem untauglichen Medienerzeugnis nicht ordentlich zitieren, hier ein Originalzitat:

Zitat
wieninternational.at: Wie ist die Ausgangssituation für mehr Radverkehr in Wien aus Ihrer Sicht?
Wolfgang Dvorak: Die Ausgangssituation ist in Wien eine besondere und unterscheidet sich von anderen Städten weltweit. Wir legen jetzt schon 75 % aller Wege im Umweltverbund zurück. Das heißt, wir haben 40 % Anteil an öffentlichem Verkehr, 7 % Radanteil, 28 % Fußgängeranteil und 25 % Individualverkehr, wobei in den 25 % der notwendige Wirtschaftsverkehr enthalten ist. Der öffentliche Verkehr funktioniert in Wien bis ca. 40 % Marktanteil an der Gesamtbewegung. Bei 41 % kollabiert das System. Stichworte: Wagenpark, Personaleinsatz, Intervalle etc. Die Verkehrsbetriebe wären also gut beraten, wenn sie mit uns in die Werbung zum Radfahren einsteigen. Wenn von deren 40 % zwei Prozent zum Rad wechseln, dann wäre das toll. Zumal wir ja die 40 % bei einer wachsenden Stadt (+25.000 Einwohner/Jahr) halten müssen.

Quelle

(+1% sind dann Pi mal Daumen ein paar 10.000 Fahrten pro Tag. Ich halte die Aussage dennoch für Mist.)
16.05.2013, 23:54#5
Weder ich, noch mein Vorposter haben irgendetwas zitiert.
Und sorry, ich bin der Ansicht, daß es Zeiten gab in Wien, wo sicherlich mehr Leute wie heute Öffentliche Verkehrsmittel benutzt haben (sowohl in Prozenten, als auch absolut).
Und ich halte die Aussage, daß bei 41% "Beförderungsfälle" das Öffi-Netz zusammenbricht, einfach für . . sagen wir halbwegs höflich für Schwachsinn.
Außerdem:ich kann mich noch so dunkel an die Zeit erinnern bevor es einen VOR und einen Gemeinschaftstarif gab; mit einen "Tramwayfahrschein" konnte man zwar die Schnellbahn benutzen zwischen Floridsdorf und Meidling, nicht aber einen Regionalzug innerhalb Wiens (dafür mußte man den normalen ÖBB-Tarif zahlen), und die U-Bahn gab es auch noch nicht d.h. die Fahrgäste waren auch ungleichmäßiger verteilt als heute.
Beispiel: Mitte der 1970er-Jahre sind sicher mehr Leute von Floridsdorf, Donaufeld, Kagran mit der Straßenbahn stadteinwärts gefahren (damals Linien 132,331 und in der HVZ 31/5), als heute, wo sich die Leute neben der Straßenbahn noch auf Schnellbahnen, Regionalzüge, U1 und U6 aufteilen.
Ich besuchte zu jener Zeit die Volksschule, und in unserer Klasse hatten weniger als die Hälfte der Schüler Eltern, die ein Auto besaßen (heutzutage gibt es sogar viele Haushalte, die über 2Kfz verfügen).
17.05.2013, 00:13#6
Also, vorweg einmal: "Österreich" ist einmal ein Schmierblatt erster Güte (die schlagen mMn sogar die verblichene "Alles täglich").
Bingo! :daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:
17.05.2013, 12:06#7
Weder ich, noch mein Vorposter haben irgendetwas zitiert.
Ihr wart ja auch nicht gemeint. "ÖSTERREICH" hat nicht ordentlich zitiert.
17.05.2013, 15:31#8
Weder ich, noch mein Vorposter haben irgendetwas zitiert.
Ihr wart ja auch nicht gemeint. "ÖSTERREICH" hat nicht ordentlich zitiert.
In deinem Zitat steckt schon einmal gut der doppelte Informationsgehalt wie in dem Österreich-Artikel, aber ganz schlüssig scheint mir die "Berechnung" mit den 41% als Grenze des Verkraftbaren dennoch nicht ganz... Zumal das leere Zahlen sind. Denn es kommt wieder darauf an, wie sich dieser 1 zusätzliche Prozent über den Tag verteilen würde... Denn ich glaube in verkehrsschwächeren Zeiten hätte das keinerlei Auswirkungen, es wäre allerdings wohl auch unrealistisch, dass ausschließlich zur Rush Hour Zuwächse verzeichnet werden. ?(

Mir ist diese Statistik mehr als nur suspekt.
17.05.2013, 19:34#9
(...) aber ganz schlüssig scheint mir die "Berechnung" mit den 41% als Grenze des Verkraftbaren dennoch nicht ganz... Zumal das leere Zahlen sind. Denn es kommt wieder darauf an, wie sich dieser 1 zusätzliche Prozent über den Tag verteilen würde...

Davon mal abgesehen sind die Öffifahrgäste keine hirnlosen Roboter, die darauf programmiert sind, auf jeden Fall mit den Öffis zu fahren, egal, wie voll sie sind oder wie unregelmäßig sie fahren. Je häufiger in den Öffis Sardinendosenfeeling herrscht, desto mehr Leute werden von sich aus auf das Fahrrad, das Auto oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen. No na.... ;-)
19.05.2013, 11:45#10
(die schlagen mMn sogar die verblichene "Alles täglich").
Täglich alles hieß die Zeitung, sie begann Anfang der 90er zum Preis von 3 Schilling, 1998 waren's dann schon 7 Schilling.
http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4glich_Alles

Bild
19.05.2013, 12:02#11
Täglich alles hieß die Zeitung, sie begann Anfang der 90er zum Preis von 3 Schilling, 1998 waren's dann schon 7 Schilling.
Die Brennesseln machten daraus ein herrliches Kabaretprogramm: "Kläglich Alles" ;)
19.05.2013, 16:33#12
Da werden Erinnerungen wach an die 1990er-Jahre . . An meinen damaligen Arbeitsplatz hatte ich einen Kollegen, der hatte dieses . . sagen wir "Printprodukt" sogar abonniert und hat Sie immer ins Geschäft mitgenommen. Ich habe fallweise damals auch Zeitungen gelesen und mitgebracht (meistens den Kurier, fallweise auch den Standard, oder die Presse). Er hat dann gemeint, ich habe wohl zuviel Geld, und ich habe bei meinen Zeitungen (damals) nicht einmal Farbbilder. Meine Antwort war immer:"Ich lese halt eine Zeitung, und Du ein MickyMaus-Heft für Erwachsene".
Zu besagten Abo gab es als Werbegeschenk einmal auch einen Satz Kaffee-Häferln, die der Kollege spendete (bei uns in der Firma wurde sehr viel Kaffee konsumiert), und die zeigten neben den Schriftzug auch das Maskottchen dieser Zeitung:eine Giraffe, deren Felll-Flecken verschieden bunt eingefärbt waren(und wenn man sich damals auskannte, sah man anhand der Farben, das besagte Giraffe nicht mit Photoshop, sondern offensichtlich mit MS Paint eingefärbt wurde)(das damalige MS Paint-zu Windows 98 Zeiten-hatte nur ganz wenige,fix voreingestellte Farben, die allesamt grauslich-schrill waren).
20.05.2013, 19:15#13

Meine Antwort war immer:"Ich lese halt eine Zeitung, und Du ein MickyMaus-Heft für Erwachsene".
Dieser Vergleich wurde auch - ohne direkt darauf Bezug zu nehmen - in einer Werbung eines Konkurrenzproduktes verwendet.