Zukunftsvision Probleme für Blinde
14 Beiträge
19.06.2013, 20:07#1
Einerseits ist es die Kritik der Blindenverbände bezüglich der neuen Ansagen, anderseits eine Situation auf der Bellaria, die mir bereits mehrmals untergekommen ist:
An Haltestellen an denen mehrere Linien verkehren, können Blinde nicht erkennen, ob das ankommende Fahrzeug die Linie ist, die sie benötigen. Sie sind in dieser Situation absolut von der Hilfe anderer Fahrgäste angewiesen, aber kaum einer der Passagiere denkt an das Problem, ja viele ignorieren die Behinderten selbst wenn dieser aktiv wird und fragt . Mehrmals konnte ich einem Blinden auf der Bellaria diesbezüglich helfen, der sich auch sehr über diese Unterstützung freute (da er mir innerhalb einiger Wochen mehrmals begegnete, erkannte er mich schon beim dritten Mal - "Fein, daß Sie mir wieder helfen").
Wie könnte man dieses Problem lösen? Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel und in den Ulfen ist es auch schwieriger, den Fahrer zu fragen.
An Haltestellen an denen mehrere Linien verkehren, können Blinde nicht erkennen, ob das ankommende Fahrzeug die Linie ist, die sie benötigen. Sie sind in dieser Situation absolut von der Hilfe anderer Fahrgäste angewiesen, aber kaum einer der Passagiere denkt an das Problem, ja viele ignorieren die Behinderten selbst wenn dieser aktiv wird und fragt . Mehrmals konnte ich einem Blinden auf der Bellaria diesbezüglich helfen, der sich auch sehr über diese Unterstützung freute (da er mir innerhalb einiger Wochen mehrmals begegnete, erkannte er mich schon beim dritten Mal - "Fein, daß Sie mir wieder helfen").
Wie könnte man dieses Problem lösen? Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel und in den Ulfen ist es auch schwieriger, den Fahrer zu fragen.
19.06.2013, 20:25#2
Zumindest bei uns in Innsbruck gibt es an nahezu jeder Haltestelle an dem Bereich, an dem die Fahrzeuge mit der 1. Tür halten ein Aufmerksamkeitsfeld.
Steht auf diesem Aufmerksamkeitsfeld eine blinde Person so muss der Fahrer dort halten (auch wenn der Fahrgastwechsel in einer Doppelhst. eigentlich schon durchgeführt wurde) und den Fahrgast entweder direkt (Bus) oder über den Außenlautsprecher (Straßenbahn) mitteilen, um welche Linie es sich handelt.
Steht auf diesem Aufmerksamkeitsfeld eine blinde Person so muss der Fahrer dort halten (auch wenn der Fahrgastwechsel in einer Doppelhst. eigentlich schon durchgeführt wurde) und den Fahrgast entweder direkt (Bus) oder über den Außenlautsprecher (Straßenbahn) mitteilen, um welche Linie es sich handelt.
19.06.2013, 20:31#3
Zumindest bei uns in Innsbruck gibt es an nahezu jeder Haltestelle an dem Bereich, an dem die Fahrzeuge mit der 1. Tür halten ein Aufmerksamkeitsfeld.
Steht auf diesem Aufmerksamkeitsfeld eine blinde Person so muss der Fahrer dort halten (auch wenn der Fahrgastwechsel in einer Doppelhst. eigentlich schon durchgeführt wurde) und den Fahrgast entweder direkt (Bus) oder über den Außenlautsprecher (Straßenbahn) mitteilen, um welche Linie es sich handelt.
Das gleiche gibt es seit kurzem auch bei den Autobuslinien in Wien, zumindest steht es in der neuen Dienstvorschrift drinnen. Wäre interessant wie es in der Praxis aussieht und ob sich diese Änderung auch wirklich schon bei allen Fahrern herumgesprochen hat.
19.06.2013, 20:43#4
RE: Probleme für Blinde
Wie könnte man dieses Problem lösen? Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel und in den Ulfen ist es auch schwieriger, den Fahrer zu fragen.
In Augsburg hab' ich 2009 ein einziges Mal automatisierte Ansagen aus den Lautsprechern der dortigen FGI-Anzeigen gehört ("Es fährt ein: Linie X nach Y.") - allerdings war das auslösende Fahrzeug ein damals brandneuer Flexity auf einer Probefahrt... :-]
Beste Grüße
VT
EDIT: Jahreszahl korrigiert
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von VT 5081 (19.06.2013, 20:47)
19.06.2013, 20:45#5
In München gibt es etwas ähnliches ebenfalls, allerdings ist es mir beim Sendlinger Tor aufgefallen (vielleicht gibt es sowas auch am Stachus)?
Dort ertönt beim Aufenthalt eine automatische Ansage: "Linie 27, Richtung Schwanseestraße"
Dort ertönt beim Aufenthalt eine automatische Ansage: "Linie 27, Richtung Schwanseestraße"
19.06.2013, 20:52#6
Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel
Aber vielleicht im Fahrzeug.

20.06.2013, 23:38#7
Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel
Wieso unpraktikabel? Könnte mir das sogar gut vorstellen...
21.06.2013, 00:30#8
Lautsprecheransagen am Bahnsteig wie bei den ÖBB sind ja eher unpraktikabel
Wieso unpraktikabel? Könnte mir das sogar gut vorstellen...
Bei uns wären die dann wahrscheinlich nur zwischen 0800 und 2000 in Betrieb, damit Anrainer ruhig schlafen können... (Da fällt mir noch was ein: Anderswo soll's DFI-Anzeigen geben, die nach dem Drücken eines Tasters ihren momentanen Inhalt vorlesen - ähnlich dem "Multi-sensual Info Point" in der Hauptbahnhof-Passage, nur halt direkt am Bahnsteig.)
Beste Grüße
VT
21.06.2013, 11:08#9
Wenn schon Lautsprecher, dann würde ich Außenlautsprecher am Zug bevorzugen, wo bei der Einfahrt die Linie angesagt wird. Grund: Die derzeitigen Durchsagen an Haltestellen verstehe ich - obwohl nicht gehörgeschädigt - kaum, da die Akustik schlecht und der Störpegel des übrigen Verkehrs zu hoch sind. Das mit dem Aufmerksamkeitsfeld mag bei den Autobuslinien ok sein, aber was hilft das beim Ulf? Der Fahrer sitzt in einer Kabine. Soll er an der Haltestelle sein Türl aufreißen und hinaus schreien? Darum der Vorschlag Außenlautsprecher. Kann natürlich mit dem Aufmerksamkeitsfeld gekuppelt werden: Der Fahrer meldet die Linie nur, wenn dort ein Bilinder steht.
21.06.2013, 11:15#10
Kann natürlich mit dem Aufmerksamkeitsfeld gekuppelt werden: Der Fahrer meldet die Linie nur, wenn dort ein Bilinder steht.
Genau so wird es auch bei der Straßenbahn gehandhabt werden. Bei Doppelhaltestellen und einem blinden/sehbehinderten Fahrgast wird beim Aufmerksamkeitsfeld nochmals angehalten und die Durchsage gemacht.
21.06.2013, 16:18#11
Guter Vorschlag - und nachdem das Fahrpersonal der Wiener Linien angesichts der Automatisierungswut eh nix mehr zu reden hat, wäre das wahrscheinlich eine willkommene Abwechslung - solange bis die Automatisierung da auch funktioniert.
Einzig die Überschrift des Threads würde ich gerne ändern - Zukunftsvision: Probleme für Blinde ... klingt irgendwie kontraproduktiv.
Einzig die Überschrift des Threads würde ich gerne ändern - Zukunftsvision: Probleme für Blinde ... klingt irgendwie kontraproduktiv.
22.06.2013, 16:42#12
In München gibt es etwas ähnliches ebenfalls, allerdings ist es mir beim Sendlinger Tor aufgefallen (vielleicht gibt es sowas auch am Stachus)?
Das gibt's dort sicher noch, zumindest bei der U-Bahn: Nach der Türfreigabe heißt's (AFAIK via Innenlautsprecher) "U X Richtung Y."
22.06.2013, 18:09#13
Das gibt's dort sicher noch, zumindest bei der U-Bahn: Nach der Türfreigabe heißt's (AFAIK via Innenlautsprecher) "U X Richtung Y."
Auch bei den C-Wagen? In München soll es ja in den nächsten Jahren automatische Durchsagen am Bahnsteig geben, bei denen die Linie und das Fahrziel angesagt werden (wie bei der großen Bahn).
22.06.2013, 19:01#14
Das gibt's dort sicher noch, zumindest bei der U-Bahn: Nach der Türfreigabe heißt's (AFAIK via Innenlautsprecher) "U X Richtung Y."
Auch bei den C-Wagen?
Mir ist das damals (2006) eigentlich nur bei den C-Wagen bewusst aufgefallen.