Haltestellentafel

13 Beiträge
24.07.2013, 21:56#1
Weiß jemand, wann diese Schreibweise auf Haltestellentafeln aktuell war?
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26_467_4 Kopie.jpg
24.07.2013, 22:02#2
Früher war das ß einmal ein sz ;)
24.07.2013, 22:07#3
Das ist mir schon klar :) , ich wollte wissen, in welcher Zeit die Haltestellentafeln so beschriftet wurden!
24.07.2013, 22:20#4
RE: Haltestellentafel

Weiß jemand, wann diese Schreibweise auf Haltestellentafeln aktuell war?

Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs konnte man solche Tafeln jedenfalls auch finden - am farbigen Titelfoto der zweiteiligen Slezak-Buchreihe "Wiener Straßenbahnwagen" (aufgenommen IIRC 1941) läßt sich eine erkennen.

Beste Grüße
VT
24.07.2013, 22:32#5
Im Buch "Auf Schienen duech Wien" von H. Marincig ist eine abgebildtet. Ich denke es muss vor 1938 gewesen sein da es noch einen 10 Groschen Tarif gab.
Nur finde ich die Bestückung mit den Liniensignalen eigenartig und kann mir eigentlich nicht erklären wo diese am Matzleinsdorfer Platz gestanden sein soll.
Linie 6 Richtung Gudrunstr., Simmering
Linie 15 Gellertplatz
Linie 62 Hetzendorf, Lainz
Linie 65 Troststrasse
25.07.2013, 11:07#6
Irgendwie paßt diese Anordnung wirklich nicht zusammen - auch wenn man bedenkt, daß es vor 1938 noch Linksverkehr gab. Das Foto mit dem Badner-Bahn-Wagen deutet allerdings auf Rechtsverkehr hin, muß also nach der Okkupation aufgenommen worden sein. Außerdem wurden die Tafeln offenbar nur sukzessive getauscht; ich kann mich noch dunkel an Tafeln mit dem SZ erinnern (z.B. bei der Römergasse/Wilhelminenstraße) was bedingt, daß diese Tafel noch zu einer Zeit stand, als ich schon lesen konnte (also nach 1955).
31.07.2013, 12:16#7
Wenn man das Bild betrachtet-die beiden Männer im Vordergrund (also der mit den Rücken zur Kamera und der, der von der Stange der Haltestellentafel verdeckt ist) tragen am Kopf ein "Schifferl" und der Mantel ist glaube ich auch ist ein Uniformmantel.
Ich würde sagen, daß das Wehrmachtsuniformen sind(dann wäre der Zeitraum klar) allerdings bin ich nicht gerade der große Uniform-Experte.
Frage an die Militaristen in den Forum: wie sah eigentlich die Uniform der B-Gendarmerie bzw. Bundesheeres am Anfang aus?

Edit:Tippfehler ausgebessert.
01.08.2013, 15:59#8
wie sah eigentlich die Uniform der B-Gendarmerie bzw. Bundesheeres am Anfang aus?
Bin zwar kein Militarist, aber habe einige Fotos aus der "Gründerzeit" des Bundesheers 1956 während des Ungarnaufstands gesehen. Da war die Ausrüstung meiner Meinung nach komplett US-amerikanisch. Über die Vorgängerin des Heeres, die B-Gendarmerie kann ich nichts sagen. Gruß Öffi Freund
01.08.2013, 19:18#9
Also, was ich so sehe im Bildarchiv Austria (vgl. z.B. hier: http://www.bildarchivaustria.at/Bildarchiv/1/B1144928T1144933.jpg) schaut das mehr nach den Landser /Flakhelfer-Kapperln der Wehrmacht aus... Schifferl haben die keine gehabt, also kannst du das Bild meiner Meinung nach schon auf 1938 - 45 eingrenzen.

Auch sehr interessant zur Uniformierung der B-Gendarmerie ist der Aufsatz "Die Uniformierung der B-Gendarmerie (2002)" von Oberleutnant dRes OFR Dipl.-Ing. Hermann Hinterstoisser: http://www.bmlv.gv.at/facts/geschichte/pdfs/bgend015.pdf
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 37er-Wagen (01.08.2013, 19:21)
02.08.2013, 11:32#10
Das Bild dürfte wirklich aus der Zeit des 2ten Weltkrieges stammen.
Mir ist gestern wieder ein altes Foto in die Hände gefallen, das 1941 oder 1942 in Russland entstanden ist. Mein Großvater, der im Zivilberuf Buslenker war, diente in der Wehrmacht als Lastwagenfahrer. Auf diesen Bild sieht man ihm, wie er an einen Lastwagen hantiert-und seine Uniform einschließlich Kopfbedeckung ist die gleiche, wie bei den 2 Männern bei der Haltestellentafel.
(das Bild habe ich nicht eingescannt-ist glaube ich auch nicht relevant).
Dann ist mir noch etwas auf den Bild aufgefallen: das Schlußlicht auf den Beiwagen-trägt das nicht eine Verdunkelungsmaske? Wenn ja, dann ließe sich der Zeitraum noch näher einengen, da meines Wissens die Verdunkelung von Fahrzeugen nicht bei Kriegsbeginn, sondern erst etwas später eingeführt wurde (mit fortschreiten des Luftkrieges)?
Werde aber versuchen, mehr zu erfahren.
LG SchienenWolf
10.08.2013, 12:30#11
Zwischen 1942 und 1945 hatte die Wiener Lokalbahn ihre Endstelle im Remisengelände Wolfganggasse mit Namen: "Wien Margaretengürtel".

Der Beiwagen hat noch die ursprüngliche Tellerkupplung. Ich habe mir einige Pötschner Fotos angesehen, bis 1939/1941 ist diese Kupplungsform noch gut dokumentiert. Ein zur Abfahrt bereitstehender Triebwagen im Bahnhof Wien Margaretengürtel, AufnahmeJahr 1942 zeigt bereits die Klauenkupplung. Ich würde daher das Foto also zwischen Einführung der Rechtsfahrordnung und Einstellung des Verkehrs zur Oper datieren.

Übrigens als Kuriosität: Die Strecke zwischen Eichenstraße und Matzleinsdorfer Platz gehörte der WLB und wurden von der Wiener Straßenbahn sowie einer echten Stadtbahnlinie 18G mitbenutzt.
17.08.2013, 13:12#12
ß-SZ-Schreibung
Früher war das ß einmal ein sz ;)

Ganz so einfach kann man das auch nicht sagen.

Das ß enstand aus der Frakturschrift und einer alten Antiqua-Schrift, als es zwei Formen von s gab, das End-s (langes s) in einem Wort schaute so aus: s, das Innen-s (langes s) sah wie ein f ohne Querbalken aus. Am Wortende mußte also ein "langes" s geschrieben werden, gefolgt von einem "runden" s.

Und im 20. Jahrhundert war es Norm, bei Schreibung in Blockbuchstaben das ß durch SZ zu ersetzen, um einen Unterschied zu haben zwischen ss (SS) und ß (SZ). Im Wikipedia-Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F wird angedeutet, daß nicht bekannt ist, wann sich die Umschreibung mit SS durchsetzte, auch wenn ß ersetzt wurde. Allerdings kann ich mich erinnern, in der Volksschule (1960er-Jahre) die Regelung mit SZ gelernt zu haben. Später wurde nur mehr bei Verwechslungsmöglichkeiten SZ-Schreibung empfohlen (ich erinnere mich an die Briefmarke vom Weißsee (WEISZSEE). Denn Weiss-See hätte man Weissee geschrieben, also WEISSEE. Gemäß damaliger Regelung.

Ich habe solche Straßenbahntafeln mit STRASZENBAHNHALTESTELLE jedenfalls sicherlich in den 1960er-Jahren noch gesehen, vermutlich auch in den 1970ern.
17.08.2013, 14:42#13
Ich habe solche Straßenbahntafeln mit STRASZENBAHNHALTESTELLE jedenfalls sicherlich in den 1960er-Jahren noch gesehen,
Du hast völlig recht. Auch ich kenne diese Tafeln mit SZ noch aus meiner Kindheit und Jugend. Und in der Volksschule (1953 - 1957) wurde mir das genau so beigebracht, wie du es beschrieben hast. Wann die Tafeln wirklich verschwunden sind, kann ich nicht sagen. Ich nehme an, es geschah nicht mit einem Schlag, sondern nach und nach.