Fix:Linzer Donaubrücke verliert den Denkmalschutz und kommt weg

30 Beiträge · Seite 1 von 2
09.08.2013, 12:49#1
Die historische Donaubrücke in Linz wurde lt.Zeitungsbericht aus den Denkmalschutz entlassen und soll durch eine Betonbrücke ersetzt werden.
Diese "Jubelmerldung" habe ich soeben auf Standard.at gefunden: http://derstandard.at/1375626074027/Linzer-Do…-unter-Denkmalschutz
Auch nicht uninteressant: http://www.linz.at/presse/2012/201205_63024.asp
Es wird auf die hohen Kosten der Sanierung hingewiesen-nur kann ich mich erinnern, daß die Brücke schon in den 1980er-Jahren marod war(es wurden z.Bsp. 2043er auf Straßenrollern nach Urfahr zur Mühlkreisbahn transferiert),dann erfolgte eine halbherzige Sanierung(naja, vllt. hat man Sie damals "zu Tode" saniert, ein Schelm der da böses dabei denkt).
Jedendalls jubeln Politiker schon, daß der Denkmalschutzweg ist.
Im 2ten Artikel ist auch eine Visualisierung der geplanten neuen Brücke zu sehen-wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, dann wird die neue Brücke eine reine Straßenbrücke sein.
09.08.2013, 23:07#2
Suche nach Schuldigen

Seit Donnerstag ist es so gut wie fix: Nachdem das Bundesdenkmalamt den Schutz der Linzer Eisenbahnbrücke aufgehoben hat, wird sie wohl abgerissen werden. ÖBB und Stadt Linz wollten das, die ÖVP war dagegen und verlangt jetzt rechtliche Schritte gegen die ÖBB.


Wenn der Zustand tatsächlich so katastrophal sei, dann hätten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als Eigentümer ihre Pflicht zur Instandhaltung vernachlässigt, so die Linzer ÖVP in einer Aussendung. Wer ein denkmalgeschütztes Gebäude nicht ordentlich pflege, der verstoße gegen das Denkmalschutzgesetz.

ÖVP fordert Klage gegen ÖBB und Stadt Linz
Es müsse eine Klage gegen die ÖBB geben, so die Linzer ÖVP, die auch dem Linzer Bürgermeister Franz Dobusch und dem Verkehrsreferenten Klaus Luger, beide SPÖ, Versäumnisse vorwirft. Denn: Aufgrund eines Nutzungsvertrages zwischen den ÖBB und Stadt Linz seien auch die beiden SPÖ-Politiker für die nötige Instandhaltung verantwortlich gewesen.

Bild
(ORF/Sophie Obermeyr)

Kein Schutz wegen des schlechten Zustandes
Das Bundesdenkmalamt begründet die Aufhebung des Denkmalschutzes der Linzer Eisenbahnbrücke mit dem überaus schlechten Zustand des Bauwerks. Nur mit sehr viel Geld wäre eine Sanierung möglich und selbst dann sei nicht sicher, ob eine so genannte „risikofreie Bestandssicherheit“ erlangt werden könne. Dazu kommt, dass bei einer Generalsanierung so weitreichende Eingriffe in das Bauwerk nötig wären, dass das mit den Kriterien des Denkmalschutzes nicht vereinbar sei.

SPÖ
Der Verkehrssprecher der Linzer SPÖ Manfred Fadl bezeichnet das Verhalten der ÖVP - ebenfalls in einer Aussendung - als „beleidigte Überreaktion“. Die sichere Überfahrt über die Donau müsse wichtiger sein als „dogmatische Objektliebhaberei“. Auf die Vorwürfe der ÖVP, die verantwortlichen SPÖ-Stadtpolitiker hätten sich jahrelang nicht um die Instandhaltung der Eisenbahnbrücke gekümmert, geht er nicht ein.

Zwei Wochen Zeit zur Berufung
Nach der gestrigen Entscheidung, den Denkmalschutz aufzuheben, haben nun alle Beteiligten zwei Wochen Zeit, zu berufen. Die Initiative Denkmalschutz fordert Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) - ebenfalls in einer Aussendung - auf, genau das zu tun und beklagt, dass neben Stadt und ÖBB nur der Landeshauptmann Parteienstatus - also Mitspracherechte - hat, andere Interessenvertreter wie die Inititive selbst aber nicht.

Bild
(ORF/Sophie Obermeyr)

FPÖ
In der Diskussion um die Frage, wer am Zustand der Linzer Eisenbahnbrücke schuld sei, äußert sich nun auch die FPÖ. Die ÖBB als Eigentümer hätten ihre Erhaltungspflicht nicht erfüllt, so Klubobmann Günther Steinkellner (FPÖ). Da die ÖBB wiederum dem Staat gehört, müsse der Bund mitzahlen, wenn eine neue Brücke gebaut werde, so Steinkellner. Außerdem fordert die FPÖ die sofortige Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Bund über die Zukunft der Regionalbahnen, die wegen der ungewissen Zukunft der Eisenbahnbrücke gestoppt worden waren.

Beste Grüße
VT
10.08.2013, 19:18#3
Ohne jetzt auf Kosten und Nutzen einer Erhaltung oder eines Neubaus einzugehen möchte ich nur festhalten, dass die Begründung des Bundesdenkmalamts für die Entlassung der Brücke aus dem Denkmalschutz, nämlich "schlechter Bauzustand" in meinen Augen ein von der Politik verlangter Willkürakt ist. Ich erinnere an die abgebrannten (vermutlich "warm abgetragenen") Sofiensäle in Wien, wo sich das Denkmalamt beharrlich weigerte, den Denkmalschutz für die Brandruine aufzuheben, obwohl da so gut wie nichts mehr Brauchbares vorhanden war. Wo war denn da der "schlechte Bauzustand"?
12.08.2013, 09:37#4
Ohne jetzt auf Kosten und Nutzen einer Erhaltung oder eines Neubaus einzugehen möchte ich nur festhalten, dass die Begründung des Bundesdenkmalamts für die Entlassung der Brücke aus dem Denkmalschutz, nämlich "schlechter Bauzustand" in meinen Augen ein von der Politik verlangter Willkürakt ist. Ich erinnere an die abgebrannten (vermutlich "warm abgetragenen") Sofiensäle in Wien, wo sich das Denkmalamt beharrlich weigerte, den Denkmalschutz für die Brandruine aufzuheben, obwohl da so gut wie nichts mehr Brauchbares vorhanden war. Wo war denn da der "schlechte Bauzustand"?
Bei den Sofiensälen war - dem Vernehmen nach - aber auch Politik im Spiel.
12.08.2013, 12:54#5
Wenn ich mir so ein paar Bilder von der Brücke so ansehe finde ich es sehr schade, dass sie aufgegeben wird ;-(
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Linie 255 (12.08.2013, 13:08)
12.08.2013, 13:43#6
Bei den Sofiensälen war - dem Vernehmen nach - aber auch Politik im Spiel.
Durchaus möglich. Ich wollte ja damit nur festhalten, dass bei den Entscheidungen des Bubdesdenkmalamts der Willkür Tür und Tor geöffnet ist. Kann das auch aus eigener Berufserfahrung sagen. Da gab es ein Wahnsinnsprojekt eines "Architekten" bei dem im Waldviertel rund drei Viertel einer historischen Bausubstanz (geht zurück bis auf eine Kuenringerburg) mit Einverständnis des Denkmalamts (das Objekt steht unter vollständigem Denkmalschutz) kassiert und durch Neubauten ersetzt werden sollten. Ich habe das Projekt zu Fall gebracht und dann in Zusammenarbeit mit einer neuen Sachbearbeiterin des Denkmalamts (die welche den Abbruchbescheid heraus gegeben hatte war inzwischen in der Versenkung verschwunden) ein neues Projekt durchgezogen, bei dem lediglich eine Scheune aus 1891 abgetragen werden musste und auch so die vorgesehene Nutzung erreicht. Da sieht man wie das Denken verschiedener Bearbeiter diametral von einander abweicht.
24.09.2014, 18:36#7
Gestern gab es wieder einen Bericht über die Linzer Eisenbahnbrücke im "Standard" :
http://derstandard.at/2000005915285/Abschied-…bahnbruecke?_slide=1

Etwas älter folgender Beitrag, in dem es um die neue Brücke geht :
http://derstandard.at/2000005759510/Viel-Stah…er-die-Donau-in-Linz

Interressant auch die "Politiker-Logik":die Alte Brücke sanieren ist zu teuer, weil das 27,5 Mill. € kostet, die Neue kostet nur 60 Mill.€ . . .
( :rolleyes: wobei eh klar, die neue muß unbedingt her, weil Sie ja eine reine Straßenbrücke sein wird, und da kann man dann wunderbar die Muhlkreisbahn mitentsorgen, ein Schelm, der da wieder Böses denkt . . )
24.09.2014, 18:43#8
Interressant auch die "Politiker-Logik":die Alte Brücke sanieren ist zu teuer, weil das 27,5 Mill. € kostet, die Neue kostet nur 60 Mill.€ . . .
( :rolleyes: wobei eh klar, die neue muß unbedingt her, weil Sie ja eine reine Straßenbrücke sein wird, und da kann man dann wunderbar die Muhlkreisbahn mitentsorgen, ein Schelm, der da wieder Böses denkt . . )

Reine Straßenbrücke? Da sind auch 2 Straßenbahngleise und großzügige Rad- und Fußgängerwege vorgesehen. Wenn man die alte Brücke behalten würde müsste man trotzdem noch eine zusätzliche bauen wenn man die 2. Straßenbahnachse umsetzen will.
24.09.2014, 18:56#9
Okay, ich präzisiere es: die neue Brücke hat keine Eisenbahngleise-also würde die Mühlkreisbahn ein Inselbetrieb werden (außer die Straßenbahngleise würden als Dreischienengleise eingerichtet sein-das wird wohl kaum passieren).
Grüsse-SchienenWolf
24.09.2014, 19:03#10
Okay, ich präzisiere es: die neue Brücke hat keine Eisenbahngleise-also würde die Mühlkreisbahn ein Inselbetrieb werden (außer die Straßenbahngleise würden als Dreischienengleise eingerichtet sein-das wird wohl kaum passieren).
Grüsse-SchienenWolf


Das häng aber nicht nur mit der Brücks, sondern auch mit der 2. Straßenbahnachse und der damit zusammenhängenden geplanten Umspurung der 1-2/3-Mühlkreisbahn zusammen ... rückblickend muss man sich ja wirklich fragen, warum man nicht das gesamte Netz auf Normalspur umgebaut hat, (sondern mit dem Umbau der Pöstlingbergbahn die 900mm für immer in Beton meißeln musste), denn dann hätte man es in Zukunft auch leichter bei Fahrzeugbestellungen ... und man müsste auch nicht darüber nachdenken eine Normalspur (!) auf Schmalspur umzubauen!
14.06.2015, 20:18#11
Eisenbahnbrücke: Linzer entscheiden am 27. September
LINZ. Bei einem Gipfelgespräch heute Nachmittag, einigten sich die „Brückenretter“ und die Befürworter eines Abrisses des Bauwerkes auf die weitere Vorgehensweise.

Nachdem das Landesverwaltungsgericht, wie berichtet, entschieden hatte, dass eine Volksbefragung über die Zukunft der Linzer Eisenbahnbrücke rechtens ist, steht nun fest, dass diese am Wahlsonntag, 27. September, stattfinden wird. Dieses Datum hatten sowohl die „Brückenretter“ als auch Bürgermeister Klaus Luger (SP), der heute Nachmittag zu einer Gesprächsrunde geladen hatte, favorisiert.

Festgelegt wurde bei dem rund zweistündigen Gipfel, bei dem Vertreter der SP, VP, FP und Grünen sowie Mitglieder der Plattformen „Eisenbahnbrücke retten!“ und „Brücke für Linz“ anwesend waren, auch die genaue Fragestellung. Diese lautet: Wofür soll sich die Stadt Linz im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten einsetzen?

a) Errichtung einer neuen Brücke für Straßenbahn, Autobusse Kraftfahrzeuge, Fahrräder und FußgängerInnen anstelle der bestehenden Eisenbahnbrücke

oder

b) Sanierung der bestehenden Eisenbahnbrücke für FußgängerInnen und Fahrräder sowie Errichtung einer Begleitbrücke für Straßenbahn, Autobusse und Kraftfahrzeuge

Nicht durchgesetzt haben sich die Mitglieder der Plattform hingegen mit ihrem Wunsch eine Volkabstimmung, bei der das Ergebnis im Gegensatz zu dem einer Volksbefragung bindend wäre, abzuhalten. Bürgermeister Luger kündigte aber an, dass das Ergebnis der Befragung für ihn verbindlich sei. Am 2. Juli soll der Gemeinderat das Vorhaben, die Bürger miteinzubeziehen, beschließen.

nachrichten.at/cb 03. Juni 2015 - 17:45 Uhr
15.06.2015, 14:37#12
Immer das selbe gesuder, wir befragen euch und für uns ist das bindend. Aber offiziell nicht...!?
Und warum man nicht auch die Mühlkreisbahn über die Donau führt weiß auch niemand. Heute schon kommt man als Österreichcard-Inhaber nicht zur Mühlkreisbahn. Eigentlich eine Frechheit.
15.09.2015, 20:05#13
Auf "Presse.at" wieder ein Bericht über die Linzer Eisenbahnbrücke:
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreic…klink=/home/index.do

Grüsse-SchienenWolf
15.09.2015, 21:54#14
Ich hoffe da doch sehr, dass die Abstimmung für einen Neubau ausgeht, schon allein deshalb, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Sanierung + zweite Brücke günstiger sein soll, als ein Neubau. Und vom krampfhaften Festahlten an der alten Brücke halte ich sowieso nix. ;)
28.09.2015, 09:15#15
Sorry wegen Doppelpost, aber:

http://ooe.orf.at/news/stories/2733932/

:daumenhoch:

Mich freuts, dass man sich für den Neubau entschieden hat. Endlich ein Zeichen, dass man nicht überall krampfhaft am Alten festhält.
28.09.2015, 11:44#16
Sorry wegen Doppelpost, aber:
Mich freuts, dass man sich für den Neubau entschieden hat. Endlich ein Zeichen, dass man nicht überall krampfhaft am Alten festhält.
Wieso?
28.09.2015, 12:34#17
Schau bitte wer die Meldung abgegeben hat und überlege dann nochmal ob es sinnvoll ist auf eine vernünftige Antwort mit nachvollziehbaren Argumenten zu warten. 8-)
28.09.2015, 13:36#18
Die Eisenbahn würde so oder so verschwinden, ob man jetzt 2 Brücken baut oder eine ist auch schon egal, das eine kostet halt mehr. Ich finde die Brücke nicht schöner als andere, von Wahrzeichen würde ich gar nicht erst sprechen wollen. Die Brücke ist außerdem in einem desolaten Zustand, man ist sich nichtmal einig ob die Brücke überhaupt saniert werden kann. Das einzige was meiner Meinung einen Denkmalschutz rechtfertigen würde wäre eben das Bahngleis und wie ich schon gesagt habe, es wäre sowieso verschwunden.
28.09.2015, 18:57#19
Wieso?

Siehe einen Post weiter oben... Ich kann mir nicht vorstellen, dass es günstiger wäre, die alte Brücke zu sanieren, nur um sie krampfhaft zu halten UND ohnehin eine neue zu bauen. Da erscheints mir x-mal sinnvoller die alte abzureißen und eine zeitgemäße Brücke zu errichten.
29.09.2015, 11:06#20
Wieso?

Siehe einen Post weiter oben... Ich kann mir nicht vorstellen, dass es günstiger wäre, die alte Brücke zu sanieren, nur um sie krampfhaft zu halten UND ohnehin eine neue zu bauen. Da erscheints mir x-mal sinnvoller die alte abzureißen und eine zeitgemäße Brücke zu errichten.
Siehst du, jetzt hast du selbst genau das geschrieben, worauf ich hinauswollte: Man "hält also nicht krampfhaft am Alten fest", sondern für einen Abbruch und Neubau sprechen ganz nüchtern wirtschaftliche Überlegungen. Und genauso wird es Fälle geben, wo das "krampfhaft am Alten festhalten" einfach günstiger ist als eine Neuerrichtung. Das wollte ich dir, der ja immer so vehement für das Neue eintritt, damit einmal vor Augen führen. Ich hoffe, es ist mir gelungen. ;) :lampe: