[PM] Salzburg: Vorwürfe gegen Obusfahrer
9 Beiträge
17.12.2013, 08:25#1
Klarerweise kann bei Familien-Ausfahrten auch einmal was schiefgehen und die Gruppe getrennt werden. Nur dürfte man früher eher auf vorbeugendes "Durchbesprechen" eines solchen Szenarios sowie auf erhöhte Aufmerksamkeit der Erziehungsberechtigten beim Ein- und Aussteigen gesetzt haben. Heutzutage streitet man indes lieber in den Medien herum... :-/
Beste Grüße
VT
Vorwürfe gegen Obusfahrer
Eine Familie aus Salzburg erhebt Vorwürfe gegen einen Obusfahrer. Er habe Mutter und Kinder beim Einsteigen in den Bus getrennt, dann deren Schreie und Bitten ignoriert und sei weitergefahren. Die Beschwerdestelle zeigt Verständnis für die Kritik.
Der Vorfall passierte am Montag gegen 13.45 Uhr an der Bushaltestelle Römergasse in der Stadt Salzburg. Asma Jaiz habe mit ihren neun und zehn Jahre alten Kindern auf den Bus der Linie 27 gewartet, schildert Ehemann Kehmaies Jaiz. Der Bus sei in die Haltestelle eingefahren, die beiden Kinder seien eingestiegen. Dann habe sich die automatische Türe geschlossen.
Die Mutter sei zurückgeschreckt, der Bus habe die Haltestelle verlassen. Die beiden Kinder hätten daraufhin geschrien und den Busfahrer gebeten, stehen zu bleiben. Doch dieser sei an der nächsten Haltestelle vorbeigefahren und erst an der übernächsten stehen geblieben, kritisiert Ehemann Kehmaies. Kinder und Ehefrau seien in Tränen ausgebrochen.
„Fahrer kann nicht wissen, wer zusammengehört“
Die Buslinie 27 werde von der Firma Albus geführt und nicht von der Salzburg AG, sagt Angelika Gasteiner von der Obus-Beschwerdestelle. Die Bustüren schließen sich über eine Lichtschranke, die aber relativ lange offen bleiben, beschreibt Gasteiner das System. Normalerweise bekomme der Fahrgast ausreichend Zeit zum Einsteigen. Außerdem könne ein Busfahrer nicht wissen, welche Fahrgäste zusammengehören. Sie verstehe aber die Aufregung der Familie und suche das Gespräch mit ihr, betont Gasteiner.
Beste Grüße
VT
17.12.2013, 11:30#2
Nur dürfte man früher eher auf vorbeugendes "Durchbesprechen" eines solchen Szenarios sowie auf erhöhte Aufmerksamkeit der Erziehungsberechtigten beim Ein- und Aussteigen gesetzt haben. Heutzutage streitet man indes lieber in den Medien herum... :-/
Mir ist in der Volksschule bei einem Ausflug einmal genau das passiert, da wurde ein Teil der Klasse (ohne Lehrer; ich war im zurückgebliebenen Teil) bei der U1 in Kagran vom Rest getrennt.
Komischerweise waren die abgetrennten Schüler damals ausreichend intelligent, in der Haltestelle Alte Donau auszusteigen und auf den Rest zu warten. Komischerweise hat sich unsere Lehrerin zwar aufgeregt, aber dass das in den Medien gelandet wäre, wäre mir nicht bekannt.
17.12.2013, 13:12#3
Fuß in die Tür rein und die Tür wäre wieder aufgegangen. Und im Übrigen denke ich, dass man sich auch mit Kindern in dem Alter ausmachen kann, im Falle des Falles einfach bei der nächsten Station auszusteigen und zusammenzuwarten.
Weiters ist die Linie 27 KEINE Obuslinie.
Weiters ist die Linie 27 KEINE Obuslinie.
17.12.2013, 15:00#4
Ich glaube nicht, dass ich mit 10 ,,in Tränen ausgebrochen" wäre, bei einem solchen Szenario 

17.12.2013, 15:02#5
Weiters ist die Linie 27 KEINE Obuslinie.
Na, da wurde ja wieder mal eine richtig gute Recherche betrieben.
17.12.2013, 22:00#6
@Unkenntnis der Zeitungen:
Tja, so ist es in Österreich:
In den (großen) Hauptstädten sind es die Städtischen Verkehrsbetriebe, wie z.B. Wiener Linien oder Innsbrucker Verkehrsbetriebe, und im Rest des Landes ist es dann der Postbus. Was weiß die Wiener-Krone o.ä. Zeitungen von einem Busbetrieb z.B. im Zillertal... Oder die Tiroler Tageszeitung davon, dass es in Salzburg keine Salzburger Verkehrsbetriebe, sondern nur die SLB mit dem O-Bus bzw. den Albus gibt?!?
Und ja, das mit den Fehler der TT habe ich schon mal gelesen. Da ging es darum, dass ein Bus von Albus eine Frau angefahren hatte, weil diese dem Bus nachgerannt ist und dabei gestolpert... -> Alles Qualitätsklopapier, wenn es nicht um die eigenen vier Wände geht.
Tja, so ist es in Österreich:
In den (großen) Hauptstädten sind es die Städtischen Verkehrsbetriebe, wie z.B. Wiener Linien oder Innsbrucker Verkehrsbetriebe, und im Rest des Landes ist es dann der Postbus. Was weiß die Wiener-Krone o.ä. Zeitungen von einem Busbetrieb z.B. im Zillertal... Oder die Tiroler Tageszeitung davon, dass es in Salzburg keine Salzburger Verkehrsbetriebe, sondern nur die SLB mit dem O-Bus bzw. den Albus gibt?!?
Und ja, das mit den Fehler der TT habe ich schon mal gelesen. Da ging es darum, dass ein Bus von Albus eine Frau angefahren hatte, weil diese dem Bus nachgerannt ist und dabei gestolpert... -> Alles Qualitätsklopapier, wenn es nicht um die eigenen vier Wände geht.
17.12.2013, 22:25#7
Für mich geht diese ganze Sache schlicht in RIchtung "umgefallener Reissack in China". 

20.12.2013, 11:35#8
Na, da wurde ja wieder mal eine richtig gute Recherche betrieben.
Interessanterweise schafft man es auch direkt vor Ort, ähnlich "hervorragende" Ergebnisse abzuliefern (und auch im Umland, sich über ähnliche Probleme zu beschweren):
Der Bus fuhr vorbei: Passagiere klagen über Schikanen
Von Stefan Veigl | 19.12.2013 - 11:56
Die Klagen von Passagieren über Buslenker in Salzburg häufen sich. Die Fahrgast-Initiative fordert nun eine zentrale, unabhängige Beschwerdestelle beim Salzburger Verkehrsverbund.
Die Kinder an der Haltestelle Obertrum-Staffl wurden Mittwoch früh nicht mehr übersehen. Bild: SN/hofer
Buslenker, die Passagiere übersehen, nicht auf Anschlüsse für Fahrgäste warten und sie auch noch beschimpfen: In mehreren Fällen haben sich Nutzer von öffentlichen Bussen in den vergangenen Tagen massiv geärgert - bisher jedoch mit wenig Erfolg:Hat Salzburg beim öffentlichen Verkehr ein Qualitätsproblem? "Nein", entgegnen die Vertreter der betroffenen Unternehmen ÖBB-Postbus und Albus Salzburg. Sie betonen, dass man sich umgehend bei allen Beschwerdeführern entschuldigt und die Fahrer zur Rede gestellt habe.
- Beim Bus 131, der von Berndorf über Obertrum und Seekirchen nach Salzburg fährt, kam es Montag früh zu einem Ärgernis, wie Karl Drechsler-Mörwald als betroffener Vater berichtet: "Sechs Kinder, darunter meine beiden Töchter, standen an der Haltestelle Obertrum-Staffl und wollten um 7.22 Uhr ins Gymnasium Seekirchen fahren. Der Postbus 131 fuhr im Schritttempo in die Haltestelle ein, der Fahrer grinste in Richtung der Kinder, blieb aber nicht stehen, sondern beschleunigte und fuhr wieder in Richtung Obertrumer Zentrum weiter." Kinder im Bus hätten den Fahrer auf die wartenden Kinder aufmerksam gemacht, der Fahrer habe aber gesagt, dass es jetzt zu spät sei stehen zu bleiben, berichtet der Vater. Auch das Einschreiten von Johanna Schaumburger, deren Sohn Lukas ebenfalls an der Haltestelle stand, hat nur wenig gefruchtet: "Ich bin dem Bus ins Ortszentrum nachgefahren, habe direkt vor dem Bus geparkt und den Fahrer zur Rede gestellt. Er hat sich damit gerechtfertigt, dass die Kinder nicht den Anschein gemacht hätten, als ob sie mitfahren wollten, sondern auf den nachfolgenden 120er-Bus gewartet hätten."
- Bei der neuen Buslinie 4A in der Landeshauptstadt, die seit Montag den von Bürgermeister Heinz Schaden eingestellten Schnellbus 24 nach Freilassing ersetzt, gibt es viele verärgerte Fahrgäste: Grund der Aufregung ist, dass laut Fahrgästen der Bus 4A, der bei der Station Forellenwegsiedlung wegfährt, vor seiner Abfahrt nicht immer die Ankunft des Busses 4 [sic!] abwartet. Dieser kommt aus dem Stadtzentrum und ist als Zubringerbus gedacht. Fahrgast Guus Krebs: "Der 4er bog am Dienstag um 18.37 Uhr in die Eugen-Müller-Straße ein. Der Fahrer sowie die Fahrgäste schrien auf, als sie sahen, wie der 4A abfahren wollte." Der Fahrer des Stadtbusses habe sogar das Fenster geöffnet und mit seinem Berufskollegen des Busses 4A, der von der Firma Albus betrieben werde, gesprochen, berichtet Krebs: "Das war zu viel für den Fahrer des Albus und er fing zu schimpfen an."
- Am Montagnachmittag kam es auf der Linie 27 in Salzburg-Maxglan, die ebenfalls von Albus bedient wird, zu einem Vorfall. Als ein Geschwisterpaar (9 und 10) eingestiegen war, schlossen sich die Türen - und sperrten die Mutter auf dem Gehsteig aus. Der Buschauffeur ließ die beiden Schüler aber erst an der übernächsten Haltestelle wieder aussteigen. Der Lenker habe sich damit gerechtfertigt, dass sich die Kinder nicht früher gemeldet hätten. Das sagt jedenfalls Albus-Prokurist Heinz Reischl.
Der Sprecher des Salzburger Verkehrsverbunds (SVV), Johannes Gfrerer, betont, dass die SVV-Partnerbetriebe pro Jahr 68 Millionen Kunden beförderten. Da sei ein gewisses Maß an Beschwerden normal. Dennoch räumt auch er ein, dass es gerade für die Buslenker nicht einfach sei: "Durch den Stau in der Stadt ist es sicher ein gewisser Stressfaktor, den Fahrplan einzuhalten." Selbstverständlich gebe es Schulungen. "Und wenn es mit einem Lenker öfter Probleme gab, sind auch Kündigungen vorgekommen." Bei einer Beschwerde empfiehlt er, eher das betroffene Verkehrsunternehmen direkt zu kontaktieren.
Genau darin sieht Peter Haibach von der Fahrgast-Initiative aber das Kernproblem: "Es gehört eine zentrale, unabhängige Beschwerdestelle beim Salzburger Verkehrsverbund her. Derzeit wird von den Verkehrsunternehmen eher beschwichtigt. Der SVV erfährt von den meisten Beschwerden gar nichts, obwohl er für die Qualitätssicherung zuständig ist. Und der SVV könnte aufgrund der vertraglich fixierten Qualitätskriterien Preisabzüge und Strafzahlungen vornehmen."
Gfrerer deutet Kompromissbereitschaft an: "Ein eigener Fahrgastbeirat für den SVV wäre durchaus denkbar."
Verkehrsreferent Mayr will klärendes Gespräch
Am Donnerstag reagierte Verkehrsreferent Hans Mayr (Team Stronach) auf die Kritik der Passagiere. "Die Beschwerden von Kunden des öffentlichen Verkehrs machen mir große Sorgen und ich werde diesbezüglich rasch Maßnahmen setzen", sagte Mayr. Bereits in der ersten Jännerhälfte soll es mit den Verantwortlichen der Verkehrsunternehmen und den anderen Beteiligten ein klärendes Gespräch geben. "Mir geht es darum, jetzt rasch diesen Vorfällen nachzugehen um ehestmöglich Verbesserungen zu erreichen. Auch die Idee einer Ombudsstelle, verbunden mit einem professionellen Beschwerdemanagement, wird in diesem Zusammenhang aufgegriffen werden", so der Verkehrsreferent.
Und hier hab' ich angesichts der Schlagzeile erst gedacht, es ginge um unsere "Mahü"... *fg*
Volksanwalt Dr. Fichtenbauer prüft Beschwerden über Linienbusse
Kinder dürfen nicht zu Objekten "übelwollender" Busfahrer werden
Wien (OTS) - Volksanwalt Dr. Peter Fichtenbauer leitet ein amtswegiges Prüfverfahren zu den sich häufenden Klagen über Buslenker in Salzburg ein. Wie die Tageszeitung Salzburger Nachrichten berichtete, haben Buslenker in mehreren Fällen wartende Passagiere übersehen oder nicht auf Anschlüsse für Fahrgäste gewartet. In Obertrum hat ein Postbuslenker sechs wartende Schulkinder nicht mitgenommen.
Im Rahmen des Prüfverfahrens wird sich Fichtenbauer an Landeshauptmann Haslauer und die Salzburger Schulverwaltung wenden. "Wir wollen wissen, was von Seiten der Schulverwaltung unternommen wird, um zu gewährleisten, dass Kinder sicher und ohne Verzögerung in die Schule kommen können", erläutert Fichtenbauer. "Das Land als Aufsichtsbehörde hat die Pflicht, den Transport zur Schule zu sichern", betont Fichtenbauer.
Sollte die Volksanwaltschaft Missstände feststellen, fordert Fichtenbauer Konsequenzen: "Das Land kann finanzielle Entschädigungen einfordern oder sogar den Vertrag mit dem Busbetreiber kündigen", sagt Fichtenbauer. Fichtenbauer spricht sich außerdem für eine unabhängige Fahrgast-Beschwerdestelle aus und fordert Entschädigungen für Benutzer von Linienbussen bei nichterbrachten Leistungen. "Es kann nicht sein, dass Fahrgäste oder gar Kinder, die am Weg in die Schule sind, zu Objekten von übelwollenden Busfahrern werden", schließt Fichtenbauer.
OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
Beste Grüße
VT
20.12.2013, 12:05#9
Wenn dem wirklich so ist, muss es natürlich Maßnahmen geben. Aber bekanntlich gibts meistens zwei Seiten.
