[PM] Wiener Linien: "Das Gehirn des Wiener Untergrunds"

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02.05.2014, 16:22#1
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Wiener Linien: "Das Gehirn des Wiener Untergrunds"

Utl.: Diesmal macht die wien.at-Serie stadtUNbekannt Station in der zentralen U-Bahn-Leitstelle der Wiener Linien in Erdberg.

Wien (OTS) - Schmale, rote Blöcke schieben sich wie durch Zauberhand über das raumfüllende, bunte Liniengitter. Es ist das ausgeklügelte Überwachungssystem der Wiener Linien. In der zentralen Leitstelle in Erdberg werden alle fünf U-Bahn-Linien über eine sechs Meter lange Übersichtstafel, die über zwei Stockwerke reicht, beobachtet und gesteuert. Jede U-Bahn-Linie wird von zwei StellwerksleiterInnen betreut. In der Nacht übernimmt das jeweils eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter. Permanent haben sie die roten Blöcke im Blick, die in Echtzeit anzeigen, wo die U-Bahn-Züge gerade unterwegs sind.

Alle U-Bahn-Züge sind mit dem zentralen Rechner verbunden. So können die relevanten Daten gesammelt und dargestellt werden. Zusätzlich werden auf den Monitoren Kamerabilder stark frequentierter Stationen eingeblendet.

Zwtl.: Rund hundert Züge fahren gleichzeitig

"Die moderne Leit- und Sicherheitszentrale in Erdberg ist das Gehirn des Wiener Untergrundes", bringt es Herbert Hartenthaler auf den Punkt. Er ist bei den Wiener Linien für Großveranstaltungen wie Marathon oder Stadtsilvester zuständig. Für solche Events ist der Bedarf an U-Bahn-Zügen höher, weil die Intervalle verkürzt werden. Im Durchschnitt sind 20 bis 25 Züge pro U-Bahn-Linie gleichzeitig unterwegs. Das macht insgesamt rund hundert bis 125 Züge. Sie zu überwachen bedarf hoher Konzentration und ist die Kernaufgabe der StellwerksleiterInnen in Erdberg. Der Fahrplan auf Papier gibt ihnen Gewissheit, wo welcher Zug tatsächlich fährt. Überwacht werden auch die Stromschiene, das Tunnellicht und die Lüftungsanlage. "Fahren die Züge planmäßig, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Linienbetrieb über die Monitore nur beobachten. Tritt aber eine Störung auf, greifen sie aktiv ein", so Hartenthaler. Mit den U-Bahn-FahrerInnen sind die StellwerkerInnen ständig in Kontakt.

Nur wer schon einmal selbst eine U-Bahn gesteuert hat, darf in der Leitzentrale arbeiten. "Nur so bekommen sie das richtige Gefühl für den Betrieb", weiß Hartenthaler. Der Arbeitstag wird in drei Schichten bewältigt. Rund 50 MitarbeiterInnen versehen rund um die Uhr in der Leitstelle ihren Dienst. Alle Züge sind mit dem Rechner in der Zentrale verbunden. Dieses System der Linienzugsbeeinflussung (LZB) ermöglicht die moderne Fernüberwachung. Die FahrerInnen der Linien U1 bis U4 erhalten die Signale für fahren, bremsen und anhalten über die Anzeigen in der FahrerInnen-Kabine. Die MitarbeiterInnen der Linie U6 fahren auf Sicht. Das heißt, sie passieren auf ihrer Strecke Ampeln, die auf rot oder grün stehen.

Zwtl: Relaisstellwerk wird digitalisiert

Die "Leit- und Sicherheitszentrale als Herzstück des Wiener U-Bahn-Systems" wurde um 46,5 Millionen Euro errichtet und vor sieben Jahren eröffnet. Konzipiert wurde sie so, dass auch in Zukunft die Fernüberwachung auf hohem Niveau möglich ist. Denn schon damals war klar: das Wiener U-Bahn-Netz wächst. Neben dem Ausbau der Linie U2 bis Aspern und der U1 bis Oberlaa müssen manche Strecken auch saniert werden, wie derzeit die U6 und seit heuer auch die U4. "Die grüne Linie fährt dort, wo vor mehr als hundert Jahren die Stadtbahn fuhr. Nun muss das Stellwerk auf den neuesten Stand gebracht werden", sagt Herbert Hartenthaler. Zum Beispiel wird das sogenannte Relaisstellwerk digitalisiert. Die gesamte Modernisierung soll bis 2020 abgeschlossen sein. Außerdem werden zusätzliche Weichen eingebaut, um künftig eine allfällige Störung besser umfahren zu können.

Zwtl.: Ein "Staubsauger" für die Gleise

Vor allem in den Nachtstunden unzählige Sonderfahrzeuge im Einsatz. Diese bringen Maschinen oder Baumaterial an die richtigen Stellen. Und das muss möglichst schnell gehen. Denn aufgrund der langen Fahrzeiten der U-Bahnen stehen von Sonntag bis Donnerstagnacht nur jeweils drei Stunden für Gleisarbeiten zur Verfügung. Dann werden Diesel- und Batterieloks für Verschubarbeiten eingesetzt oder die "Gleisstopfmaschine". Auch der "Staubsauger" ist bei Nacht unterwegs: ein herkömmlicher Waggon, der über die gesamte Breite mit einem Spezialsauger ausgestattet ist. Mit "Supersaugkraft" wird von den Gleisen gefahrlos Abfall aufgesammelt. Auch Handys waren schon dabei. Hierbei mahnt Hartenthaler aber: "Wem etwas auf Gleise fällt, soll sich entweder an den Stationswart wenden oder mit der Notrufeinrichtung am Bahnsteig mit der U-Bahn-Leitstelle Kontakt aufnehmen." Keinesfalls sollte versucht werden, den Gegenstand selbst zu holen.

Pressebilder: www.wien.gv.at/pressebilder

Weitere Artikel aus der Reihe stadtUNbekannt im Internet: www.wien.gv.at/kultur/chronik/stadtunbekannt.html
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