[PM] Deutsche Bahnfahrer streiken
27 Beiträge · Seite 2 von 2
06.11.2014, 20:51#21
Die gesetzlichen Regelungen sind nicht immer so klar, wie man sich erhoffen sollte. Allerdings habe da schon etliche Muster- und Grundsatzurteile aufgeräumt und Klarheit geschaffen.
Die Basis des Streikrechts ist die verfassungmäßige Koalitions- und Vereinsfreiheit nach Art. 9 GG.
Grundsätzlich kann nicht einfach eine Gewerkschaftsführung einen Streik ausrufen, sondern es muss eine Urabstimmung der Mitglieder vorangehen. Erst wenn diese zu dem Ergebnis einer mehrheitlichen Befürwortung des Streiks führt, kann er legal ausgerufen und durchgeführt werden.
Die Basis des Streikrechts ist die verfassungmäßige Koalitions- und Vereinsfreiheit nach Art. 9 GG.
Grundsätzlich kann nicht einfach eine Gewerkschaftsführung einen Streik ausrufen, sondern es muss eine Urabstimmung der Mitglieder vorangehen. Erst wenn diese zu dem Ergebnis einer mehrheitlichen Befürwortung des Streiks führt, kann er legal ausgerufen und durchgeführt werden.
06.11.2014, 21:54#22
Grundrecht, Schön und Gut, aber die GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokführer) treibt es eindeutig zu weit, nochmal, das ist ein viertägiger Streik! Dann wundern sich alle warum die letzten Fahrgäste aufs Auto umsteigen.
06.11.2014, 22:29#23
Ohne jetzt hier weiter ins Detail zu gehen, das mit dem "zu weit treiben" wurde auch beim Streik der Flugsicherungs-Kräfte immer wieder skandiert.
Auch wenn ich sehr "pro Öffis" eingestellt bin (was man ja von einem Busfahrer auch erwarten sollte), sollte man nicht die sicher wenigstens zu einem weiten Teilbereich berechtigten Forderungen der Beschäftigten vergessen.
Und es ist für mich unvertretbar, eine Abwägung "Öffi" versus "Streik" einfach so mit schwarz/weiß durchzuführen. Dem Streik sind lange Verhandlungen und auch bereits kurze Arbeitsniederlegungen (Warnstreiks) vorausgegangen. Die Deutsche Bahn und auch die Privatbahnen in Deutschland versuchen immer aus der Position "wir haben den längeren Atem" zu agieren und alle Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und auch besser Vergütung abzuschmettern.
Diejenigen, die jetzt aufs Auto umsteigen oder auf andere Verkehrsmittel, werden es überleben. Und warum fahren sie (sonst) mit der Bahn? Als Pendler wohl deshalb, weil die Kostenrechnung für sich selbst zugunsten der Bahn (bei Monats-/Jahreskarten) ausfällt. Und was werden die nach dem Streik machen? Richtig, wieder Bahn fahren.
EDIT: Ich hab mal in Dein Profil geschaut.
Wenn Du erst mal selbst im Arbeitsleben stehst, siehst Du sicher einige Dinge anders als jetzt.
Auch wenn ich sehr "pro Öffis" eingestellt bin (was man ja von einem Busfahrer auch erwarten sollte), sollte man nicht die sicher wenigstens zu einem weiten Teilbereich berechtigten Forderungen der Beschäftigten vergessen.
Und es ist für mich unvertretbar, eine Abwägung "Öffi" versus "Streik" einfach so mit schwarz/weiß durchzuführen. Dem Streik sind lange Verhandlungen und auch bereits kurze Arbeitsniederlegungen (Warnstreiks) vorausgegangen. Die Deutsche Bahn und auch die Privatbahnen in Deutschland versuchen immer aus der Position "wir haben den längeren Atem" zu agieren und alle Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und auch besser Vergütung abzuschmettern.
Diejenigen, die jetzt aufs Auto umsteigen oder auf andere Verkehrsmittel, werden es überleben. Und warum fahren sie (sonst) mit der Bahn? Als Pendler wohl deshalb, weil die Kostenrechnung für sich selbst zugunsten der Bahn (bei Monats-/Jahreskarten) ausfällt. Und was werden die nach dem Streik machen? Richtig, wieder Bahn fahren.
EDIT: Ich hab mal in Dein Profil geschaut.
Wenn Du erst mal selbst im Arbeitsleben stehst, siehst Du sicher einige Dinge anders als jetzt. 07.11.2014, 07:12#24
Eigentlich denke ich, dass ein Streik die letzte Option ist, etwas durchzusetzten. Wenn man nun diese Option verbrät, kann die Wirkung für die Zukunft geschwächt werden, v. A. wenn die Fahrgäste dadurch zu sehr ignoriert/genervt werden.
Im Fall von GDL finde ich den Streik einfach übertrieben. Es sind ja nicht mehr die Lokführer, sondern nur noch der Anführer, der den Streik fordert. Gut dargestellt wird das hier
Im Fall von GDL finde ich den Streik einfach übertrieben. Es sind ja nicht mehr die Lokführer, sondern nur noch der Anführer, der den Streik fordert. Gut dargestellt wird das hier
07.11.2014, 19:00#25
Ohne jetzt hier weiter ins Detail zu gehen, das mit dem "zu weit treiben" wurde auch beim Streik der Flugsicherungs-Kräfte immer wieder skandiert.Wieso sollte ich einige Dinge anders sehen? Wenn ihr Erwachsene schon Streiken dürft, streik ich eben als Schüler, weil ich übermorgen eine Mathe Schularbeit hab und die für mich zu schwer ist. Außerdem verdiene ich nichts und das ist ganz klar eine Frechheit! Aber noch eine weitere Frage: Wieso gehen die Fernbusfahrer nicht streiken? Diese müssen genau so vieviel machen.
Auch wenn ich sehr "pro Öffis" eingestellt bin (was man ja von einem Busfahrer auch erwarten sollte), sollte man nicht die sicher wenigstens zu einem weiten Teilbereich berechtigten Forderungen der Beschäftigten vergessen.
Und es ist für mich unvertretbar, eine Abwägung "Öffi" versus "Streik" einfach so mit schwarz/weiß durchzuführen. Dem Streik sind lange Verhandlungen und auch bereits kurze Arbeitsniederlegungen (Warnstreiks) vorausgegangen. Die Deutsche Bahn und auch die Privatbahnen in Deutschland versuchen immer aus der Position "wir haben den längeren Atem" zu agieren und alle Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und auch besser Vergütung abzuschmettern.
Diejenigen, die jetzt aufs Auto umsteigen oder auf andere Verkehrsmittel, werden es überleben. Und warum fahren sie (sonst) mit der Bahn? Als Pendler wohl deshalb, weil die Kostenrechnung für sich selbst zugunsten der Bahn (bei Monats-/Jahreskarten) ausfällt. Und was werden die nach dem Streik machen? Richtig, wieder Bahn fahren.
EDIT: Ich hab mal in Dein Profil geschaut.Wenn Du erst mal selbst im Arbeitsleben stehst, siehst Du sicher einige Dinge anders als jetzt.
08.11.2014, 03:20#26
Dieser Vergleich hinkt dann doch sehr und ist wohl nicht ganz ernst gemeint, oder?
08.11.2014, 15:11#27
Wieso sollte ich einige Dinge anders sehen? Wenn ihr Erwachsene schon Streiken dürft, streik ich eben als Schüler, weil ich übermorgen eine Mathe Schularbeit hab und die für mich zu schwer ist. Außerdem verdiene ich nichts und das ist ganz klar eine Frechheit! Aber noch eine weitere Frage: Wieso gehen die Fernbusfahrer nicht streiken? Diese müssen genau so vieviel machen.So wie @Busfreund schon geschrieben hat hinkt das schon mal. Es ging um ganz andere Verhandlungen als die, die über die Medien (vor allem durch die Bild, etc. ...) in ein falsches Licht gerückt worden sind. Du als Schüler hast im Grunde genommen gar keine Streikrechte. Als Arbeiter oder Angestellter hast du dieses Grundrecht
. An diesem sollte man auch nicht rütteln. Ich arbeite zwar bei einem österr. EVU und hatte einen "Stop" in Deutschland. Trotzdem ging ich zu den Kollegen der DB und wollte mir dies einmal anhören um was es geht. Und wenn man dieses mal mitbekommt, ist dies etwas anders!!!