U-Bahn-Wahn, ACHTUNG: langer Text

7 Beiträge
27.12.2004, 01:38#1
Liebe Fanpage-der-Wiener-Linien-Community-Mitglieder!

Ich möchte euch an etwas teilhaben lassen, das mir kürzlich passiert ist.

Die Poldi-Tant’ und die Hansi-Tant’ haben eine Informationsagentur. Die Poldi-Tant’ ist mit dem Fritz-Onkel verheiratet, der der Bruder von der Hansi-Tant’ ist. Die Agentur hat von der Gemeinde Wien einen Auftrag erhalten, die Straßenbahnlinien so unattraktiv zu machen, damit die Leute zur U-Bahn wechseln. Die 1.842.835 Euro Honorar sollte als Beratungsleistung U-Bahn verbucht werden (wo ja neben dubiosen Gutachten auch Straßenbaukosten landen und jeder freut sich über die wertvolle U-Bahn):

So sind die drei zum 40er gegangen und haben ihre Ideen von den Fahrern umsetzen lassen. Die Poldi-Tant’ ist mit der Stopp-Uhr in der Straßenbahn gesessen, während der :Fritz-Onkel bei einer Station gesessen ist und nach 40 Jahren Ehe schon im Gespür hat, ob die Poldi-Tant’ länger als bei der Vorrunde weg war. Hier die Vorschläge:

1. Jedes Mal, wenn die Straßenbahn am Beginn einer Grünphase in eine Station fährt, darf sie, auch wenn es möglich wäre, die Grünphase nicht nehmen.

Effekt: 0. Nach langem Überlegen sind die drei drauf gekommen, dass das ja jetzt schon der Fall ist.

2. Bis zur Vorortelinie nur 30 km/h fahren.

Effekt: 0, das passiert ja auch jetzt schon.

So waren die besten Vorschläge schon weg, weiter ging es mit dem weniger interessanten:

3. Bei jedem dritten Zug muss eine Tür kaputt sein

Effekt: 0, passiert ja auch jetzt schon.

4. Unter allen Umständen Tandemfahrten inszenieren. Am besten mit drei Zügen, damit auf den Außenästen sich die Wartezeiten auch verlängern.

Effekt: 0, passiert ja auch jetzt schon.

Nun war es an der Zeit, die Ergebnisse fest zu halten und mit der Honorarnote weg zu schicken. Vorher hatten sie es noch geschafft durch:

5. Vor jeder Ampel ohne Station eine Grünphase auslassen.

Effekt: 5 statt drei Minuten Fahrzeit von der Schwarzspanierstraße zum Schottentor.

Da das zu wenig für das Honorar ist, haben sie es mit folgenden Tipp doch noch geschafft, an das Geld zu kommen:

Sachverhalt:
- Wiener Linien müssen für den Erhalt der U-Bahnen sehr viel Geld zahlen
- Wiener Linien müssen für einen bestimmten Teil ihres Budget selbst aufkommen

Schlussfolgerung:

- je mehr U-Bahnen unnötig gebaut werden, desto stärker müssen die Tarife für die Nutzer erhöht werden. Denn dann sind sie ja wie immer die Idioten des Systems.

Ergebnis für 1.842.835 Euro Honorar: Dieser Schluss darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen, sonst könnten die Leute gegen die neuen U-Bahnen demonstrieren.

Am Schluss waren die Hansi-Tant', die Poldi-Tant' und der Fritz-Onkel zufrieden.
27.12.2004, 14:48#2
RE: U-Bahn-Wahn, ACHTUNG: langer Text
Soll das jetzt witzig sein? ?(
27.12.2004, 15:15#3
Nein, sarkastisch. Es erreicht aber nur mit Mühe die tatsächlichen Verhältnisse! Er hat aber einiges ganz gut dargestellt. Irgendwann sollte es allen reichen und sie müssten energische Schritte zur Verbeserung erzwingen. Also den derzeitigen Wahnsinn weiterhin aufzeigen, bevor er zur Methode wird (oder ist er's schon?).
27.12.2004, 17:26#4
Was heißt
Zitat
... das mir kürzlich passiert ist.


Álso keine erfundene Geschichte?
09.01.2005, 00:05#5
Gerade der 40er ist da ein schönes Beispiel. Bin gestern erst wieder mit ca. 25 km/h stadtauswärts zum Aumannplatz geschaukelt. Wozu betreiben die die Linie eigentlich mit E2 ?( Das Tempo dablast ein K ohne Schienenbremsen legal!
Im Jonasreindl ist ein 25er-Limit. Von der Ampel bis zur Schwarzspanierstraße lohnt sich angasen erst gar nicht. Ab der Schwarzspanierstraße kommt, so keine Lenkradakrobaten unterwegs sind und die Ampel bei der Sensengasse grün gibt die einzige echte Schnellfahrstrecke. Dort sehe ich regelmäßig 50 am Tacho. Von der Spitalgasse zur Volksoper wird die Tram dauernd von Autos blockiert. Volksoper bis Gersthof stehen parkende Autos so knapp an den Gleisen, mit dermaßen vielen Falschparkern, daß immer nur max. 30 gefahren wird. Ausnahme bildet das Teilstück Martinstr.-Aumannplatz spät in der Nacht. Da habe ich die Tachonadel schon am 60er kratzen gesehen. Stadteinwärts ist es noch schlimmer, da fallt auch die Schnellfahrstrecke innen weg da die Hst. Sensengasse im Weg ist.
09.01.2005, 09:25#6
Zwischen Gersthof und Endstelle wird auch flott gefahren.

mfg ulf67
09.01.2005, 15:05#7
Sag'ma es geht so. Da gibts weniger Behinderungen, aber über 40 km/h kommt auch kaum ein Fahrer raus. Stimmt schon, es ist eins der besten Streckenstücke, ab der Herbeckstraße. Vorher sind lauter hammerharte Bögen und die 9er-Ausweiche, da kommst auch nicht weiter.