WU-Professor Kummer kritisiert grüne Verkehrspolitik

33 Beiträge · Seite 1 von 2
26.02.2016, 21:12#1
Zitat
Logistik-Professor: "Wiener Verkehrspolitik problematisch"
veröffentlicht am 4. 2. 2016 von Anneliese Proissl

Sebastian Kummer, Institutsvorstand für Logistik und Transport an der WU Wien, kritisiert im Gespräch mit trend.at scharf die Verkehrspolitik der Grünen in Wien. Warum diese die
Stadt in Sachen Verkehr an die Grenzen des Erträglichen treibt und wo massive Probleme drohen.


Wenn es nach der Wiener Stadtregierung und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou geht, sollen in Wien bis 2030 nur halb so viele Autos fahren wie heute. Dazu soll der Individualverkehr massiv zurückgedrängt werden. Wien soll zwar eine "Smart City" werden, aber Elektroautos haben darin, wohl auch in Zukunft, nur einen geringen Platz. Denn die Wiener Grünen lehnen Elektro-Tankstellen strikt ab, weshalb diese an öffentlichen Plätzen verboten sind. Errichtung und Betrieb von Elektroladestationen werden damit Privaten überlassen. Andere Anreize, wie Gratis-Parken für Elektroautos oder die Freigabe der Busspuren für Ökofahrzeuge stehen nicht zur Diskussion. Die Folge: 2014 wurden in Wien nur 176 Elektroautos neu angemeldet, 2015 waren es erst 350 Stück. In Städten wie Oslo, Berlin oder Kopenhagen, wo öffentlich E-Tankstellen gibt und es zusätzliche Anreize gibt, ist die Zahl deutlich höher.

Sebastian Kummer, Vorstand des Institutes für Transportwirtschaft und Logistik, WU Wien, hält diese Verkehrspolitik der Wiener Grünen für äußerst bedenklich: "Gerade für die Stadt sind Elektro-Fahrzeuge die ideale Option. Und das obwohl wir zunehmend über die Technik verfügen, um die Verkehrsprobleme von Großstädten nachhaltig zu lösen." Lösungen den Individualverkehr zu verbessern, würden dagegen keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Öffentlicher Verkehr stößt bereits an seine Grenzen
Kummer vermutet: "Hinter dieser auf den öffentlichen Verkehrs fokussierten Politik stecken die Interessen der Wiener Linien, schließlich gehören diese der Stadt Wien. Dabei sollte sich die Politik dringend Gedanken machen, wie der Verkehr auch abseits des öffentlichen Verkehrs, effizienter gestaltet werden kann." Sein Fazit zur aktuellen Situation: "Die Stadt ist an den Grenzen ihrer Transport-Kapazitäten
angelangt."

Wien: Noch einmal so viele Einwohner wie in Graz an Zuwachs prognostiziert
Zusätzlich verschärft wird das Problem, dass die Stadt in den nächsten Jahren deutlich wachsen wird. Selbst Wiener Radfahr-Chefidologe Christoph Chorherr geht davon aus, dass sich Wien in der expansivsten Phase seiner Stadtgeschichte befindet und in den nächsten 15 Jahren noch einmal so viele Menschen dazukommen werden, wie Graz Einwohner hat. Sein Weg für die Zukunft: Weniger Autos, dafür mehr Fahrradwege und erhöhte Nutzung von Öffis. Auch das Thema Citymaut wird von den Grünen immer wieder als probates Mittel zur Verkehrseindämmung genannt.

Viel zu klein dimensionierte U-Bahn-Stationen machen riesige Investitionen nötig
Doch für diesen hohen Zuwachs an Menschen ist das öffentlichen Verkehrsnetz in Wien bei weitem nicht ausgelegt, auch trotz einzelner Neuerungen. Das größte Problem stellen nach Einschätzung von Kummer die viel zu klein dimensionierten U-Bahn-Stationen dar, wie jene Jugendstil-Bauten entlang der U4 oder U6. Die Bahnsteige sind zu schmal, die Treppen zu knapp bemessen. Jene, die kommen und jene die weg wollen, behindern sich. "Konzentriert man sich vor allem auf die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs werden riesige Investitionen nötig", warnt Kummer.

Auch Günther Schweizer, Landesgeschäftsführer des Arbö Wien greift die Grünen an. Er sieht den geringen E-Auto-Anteil in Wien vor allem als Resultat der Förderpolitik. Während es in Niederösterreich bis zu 3.000 Euro Kaufförderung und Zusatzleistungen wie Fahrertrainings, die Öbb-Vorteilscard oder ein 2-jähriges Ticket für die Öffis im Wert von bis zu 2.000 Euro gibt, gibt es für die Wiener, die keine Firma haben, keinen Zuschuss beim Kauf eines strombetriebenen Autos.

Quelle: www.trend.at
26.02.2016, 23:22#2
Wer in einer wachsenden Stadt den Individualverkehr -egal ob mit Verbrennungs- oder Elektromotor- attraktiver machen will (und diesen Eindruck bekommt man von Herrn Prof. Kummer sowohl in diesem Artikel als auch andernorts) löst kein Problem, sondern schafft neue.
27.02.2016, 03:34#3
Und deswegen wird Wien 2030 zwar einen tollen Modalsplit haben, aber keine Elektroautos.

Zitat
... sollen in Wien bis 2030 nur halb so viele Autos fahren wie heute ...

Das ist übrigens ein Blödsinn. Der Anteil der Fahrten soll sich halbieren. Da der Verkehr durch Zuzug und andere Faktoren aber zunehmen wird, wird die absolute Anzahl an Fahrten im besten Fall stagnieren.

Ich denke überhaupt, dass im Moment zu wenig in das Verkehrsnetz investiert wird. Es geht hier um 30000-40000 Menschen pro Jahr. Das sind pro Tag[/color] gerechnet mindestens 20 000 Fahrten mehr (jedes Jahr mehr).
Dann gibts halt noch die restliche Infrastruktur (Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Wasser, Strom, Wohnungen, Parks...). Insofern versteh ich schon wenn kein Geld da ist...
27.02.2016, 17:41#4
Man fragt sich schon was den Herrn Professor da geritten hat, Elektroautomobile in ihrer heutigen Form sind keine Lösung, sie sind Ökologisch und Ökonomisch (sogar noch ohne Berücksichtigung der tollen Forderungen nach Steuererlässen, Förderungen und auf Steuerzahlerkosten errichteter Stromtankstellen) schlechter als Pkw mit Verbrennungsmotoren (auch wenn das gerne "nicht aktiv kommuniziert" wird), wie damit auch nur der Individualverkehr verbessert werden soll bleibt schleierhaft.
02.03.2016, 21:54#5
Zitat
Wien plant flächendeckendes Netz an E-Tankstellen

Anzahl, Standorte und Betreiber aber noch offen – Grundversorgung an Ladestationen soll in zwei Jahren stehen

Wien – Wien will die Elektromobilität forcieren. Zu diesem Zweck plant die Stadt, in den kommenden zwei Jahren eine Art Grundversorgung an E-Tankstellen zu installieren, wie Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch einer Aussendung bekannt gab. Dort können strombetriebene Fahrzeuge dann ihre Akkus gegen Gebühr aufladen.

Wie viele Stationen kommen bzw. wo diese genau errichtet werden, steht allerdings noch nicht fest. Ob Wien Energie oder ein anderer Anbieter als Betreiber fungieren wird, sei ebenfalls noch offen. Die genaue Planung erfolge im Lauf dieses Jahres, hieß es. 2017 werde dann gebaut. Vorgesehen sei aber eine flächendeckende, also stadtweite Infrastruktur, sagte ein Sprecher auf APA-Nachfrage. Das Vorhaben versteht sich als Grundversorgung – denn: "Klar ist auch, dass das Basisnetz nicht den gesamten Bedarf an Lademöglichkeiten decken kann", wurde in der Aussendung betont.
http://derstandard.at/2000032135446/Wien-plant-flaechendeckendes-Netz-an-E-Tankstellen
03.03.2016, 09:45#6
Und wieder gibt der Kummer seinen Senf ab. Diesmal müssen mehr U-Bahn-Linien gebaut werden und der 13A ist für ihn ein Sorgenkind (es hat sich der NG 265-Einsatz anscheinend noch nicht zu ihm durchgeschlagen) und neue Straßenbahnlinien sind wohl auch völlig unwichtig:

Zitat

Für Sebastian Kummer vom Institut für Transportwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) sind neben der U6 die U3, der 43er und der 13A „Sorgenkinder“. Bei der U6 gibt es laut Kummer Drängereien am Bahnsteig und Verzögerungen. Dass zur Hauptzeit laut Kummer alle vier Minuten eine U6-Garnitur fährt, wurde von den Wiener Linien zurückgewiesen. „Wir haben im Oktober 2014 das Intervall von drei Minuten auf 2,5 Minuten umgestellt“, so Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien, gegenüber wien.ORF.at

„Jeder, der in der Spitzenzeit fährt sieht, dass die Stationen überlastet sind, dass einzelne Züge überlastet sind, dass es dadurch zu deutlichen Fahrzeitverzögerungen kommt, dass zum Beispiel Türen blockiert werden“, meinte dagegen Kummer. Durch volle Stationen und Züge und daraus resultierende Verzögerungen der Fahrzeiten können pro Stunde im Schnitt nur 20 statt 30 U-Bahngarnituren fahren, rechnet Kummer vor. Aktuell könne man nicht von einer Überlastung sprechen, heißt es dazu von den Wiener Linien.

Kummer sieht einen der Hauptgründe dafür in einer Fehlplanung der Wiener Linien: Die Netzplanung gehe bis zum Jahr 2030 von zwei Millionen Einwohnern aus. Realistisch geplant müsse aber mit 2,5 Millionen werden, so Kummer: „Die Wiener Linien werden Opfer ihres eigenen Erfolges und des starken Wachstums von Wien. Niemand hat damit gerechnet, dass Wien im letzten Jahr um 40.000 Einwohner gewachsen ist.“ Auch hätten viele nicht mit dem großen Erfolg der 365-Euro-Jahreskarte gerechnet. Bei den Wiener Linien sieht man das anders. Man arbeite mit der Verlängerung der U1 bzw. der U2 und dem Neubau der U5 an der „Infrastruktur der Zukunft“, so Sprecher Dominik Gries.


„Die Gesamtbelastung des Netzes – auch bei der U3 oder in den Innenstadtbereichen mit den zu kleinen historischen Stationen – wird dadurch nicht gelöst.“ Auch das sieht man bei den Wiener Linien anders: „Eine U-Bahn, die etwa Stationen bei der Neubaugasse und der Pilgramgasse hat, entlastet natürlich die U3“, so Gries. Laut Kummer brauche es mindestens zwei weitere U-Bahn-Linien, vor allem in die entlegenen Stadtbereiche.

Kummer glaubt aber nicht, dass die Wiener Linien auf Dauer in der Lage sein werden, den gesamten Individualverkehr in Wien abzudecken. Er hält Zukunftskonzepte für einen „ökologisch freundlichen Individualverkehr“ für sinnvoll, im Speziellen durch einen Fokus auf Elektromobilität. Dieser könnte das öffentliche Netz entlasten. Weitere Maßnahmen wären hier etwa das Forcieren von Carsharing, auch mit autonom fahrenden Fahrzeugen, und der Ausbau von Elektrotankstellen.

http://wien.orf.at/news/stories/2760800/

03.03.2016, 09:53#7
Straßenbahnlinien kennt der WU-Prof nicht. Wusste auch nicht, dass die U5 und U2 neu parallel zur U6 gebaut werden. Vielleicht sollte man nicht zuviel mit dem SUV fahren.

Und nun rächt sich der Fehler der 8er-Einstellung.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Bus (03.03.2016, 10:49)
03.03.2016, 13:28#8
Aber Fakt ist schon, dass man bei den Wiener Linien offenbar die Bevölkerungs- und insbesondere die Öffnutzerentwicklung falsch eingeschätzt hat und man hier mit dem Öffi-Ausbau hinterher hinkt.

Wieviele neuen U-Bahn- oder Straßenbahn-Linien man jetzt wirklich braucht kann man diskutieren, jedenfalls wird das derzeit geplante Ausbauprogramm nicht ausreichen.
03.03.2016, 14:41#9
Das mit dem „hinterher hinken“ ist aber kein exclusiv Wiener Problem.

Wenn im Bereich XY über einen gewissen Zeitraum verteilt Neuansiedlungen — sagen wir mal einfach von rund 10.000 Nasen — erfolgen, entsteht zwangsläufig auch ein neuer Bedarf an Verkehrsmitteln.
Nun kann und wird kein Verkehrsbetrieb einfach mal so eine neue Buslinie dort einsetzen bzw. eine vorhandene soweit aufstocken (Intervall, Fahrzeugtyp etc.), dass es reicht.

Es muss erst einmal eine Bedarsfeststellung und -prüfung erfolgen. Dann berät eine Handvoll meist gut bezahlter, aber oft nicht effizient arbeitender, angeblicher Fachleute über den Bedarf und darüber, wie dieser abgedeckt werden könnte oder sollte. Dann kommen die Bleistiftdompteure und rechnen die Kosten durch (und versuchen, diese so klein wie nur irgend möglich zu halten). Anschließend muss mit dem Verkehrsbetrieb und auch den Geldgebern (Stadt/Land/Bund) ein Konsens erzielt werden ....

.... und irgendwann erscheinen plötzlich ein paar größere Busse oder einfach mehr Busse je Stunde dort. Oder eben auch nicht.

Merke: Behördenmühlen und auch die Mühlen von politischen Entscheidungsorganen arbeiten nur dann schnell, wenn sie Geldeinnahmen wittern. Ansonsten dauert es eeeeeeeewig.
03.03.2016, 16:24#10
Aber Fakt ist schon, dass man bei den Wiener Linien offenbar die Bevölkerungs- und insbesondere die Öffnutzerentwicklung falsch eingeschätzt hat und man hier mit dem Öffi-Ausbau hinterher hinkt.
Die WL sind auch nicht dafür zuständig sondern die entsprechende Magistratsabteilung(en) der Stadt Wien.
04.03.2016, 07:17#11
Das Argument mit den zu klein geratenen U-Bahn-Stationen stimmt aber teilweise ; hier stechen die Stationen Längenfeldgasse und (vor allem) Hietzing hervor. Besonders die Station Hietzing ist problematisch, weil es sich um einen Knotenpunkt handelt, und es nur einen einzigen Ausgang gibt, der noch dazu viel zu eng gestaltet ist für die hohe Anzahl an Aus- und Einsteigenden.
04.03.2016, 08:38#12
Auch Karlsplatz bis Nestroyplatz sind zu eng bemessen auf der U1, dass war damals halt so gewünscht. Womöglich von seinen Vorgängern, den Planern, weil man nicht mit soviel "Andrang" rechnete... sprich autogerechte Stadt... die paar anderen Besitzlosen sollen halt mit der UBahn fahren.
04.03.2016, 09:58#14
Das Beste wäre, dieser sogenannte "Experte" schweigt ein wenig und wird nicht der 2te Niki Lauda.
04.03.2016, 11:26#15
Das Beste wäre, dieser sogenannte "Experte" schweigt ein wenig und wird nicht der 2te Niki Lauda.
Die uralten und offensichtlich veralteten Zahlen der Stadt sind auch kein guter Ansatz zu einer brauchbaren Planung. Die Ulli behauptet, die 2 Mio würden erst 2030 überschritten. Die Stadt (MA 23) war bereits vor einem Jahr anderer Meinung: Wien wächst schneller als gedacht: Zwei Millionen Einwohner schon 2029. In diesen Prognosen sind die Zuwächse bedingt durch Flüchtlinge bei weitem nicht in der jetzt bekannten Anzahl drinnen. Einzig die Krise in der Ukraine wurde für ein schnelleres Wachstum berücksichtigt. Die Grafik (entnommen aus: Bevölkerungsprognose - Statistiken) weist für 2016 eine Prognose von 1.8 Mio Einwohnern aus. Tatsächlich sind es zu Jahresbeginn schon 1.84 Mio Menschen: Bevölkerungsstand neu: 8,7 Millionen leben in Österreich. Die Zahlen der Stadt Wien sind damit für die Rundablage. Selbst wenn 2030 nur 2.2 Mio Menschen in Wien leben, ist das deutlich mehr als die Stadt jetzt wissen "will".

Dazu das Wachstum im Umland und der Fakt, dass der ÖPNV de facto an der Stadtgrenze gebrochen wird. Mehr als S- und Regionalbahn und ein paar Buslinien gibt's nicht zwischen Wien und NÖ. Damit verbunden ist ein Umsteigezwang für sehr viele Verbindungen, da grenzüberschreitende Busse und die Eisenbahn nur bedingt ins Wiener Zentrum fahren und so nur bedingt die Feinverteilung in Wien übernehmen können. Mögliche Auswege sind U-Bahnen & Straßenbahnen ins Umland und/oder eine S-Bahnstrecke in die Innenstadt. Für beide Wege sehe ich beim österreichischen Kirchturmdenken schwarz. :(

Inwiefern Prof. Kummers Zahlen stimmen, mag ich nicht bewerten. Ebensowenig ob die vorgeschlagenen U-Bahnen die Lösung der innerstädtischen Probleme sind.
Die Zahlen der Stadt stimmen ganz sicher nicht, was nicht zur Attraktivierung des ÖPNV im&um Wien beiträgt. Einige Verbindungen sind an der Kapazitätsgrenze - ein unumstößlicher Fakt. Die alleinige Verlängerung einer U6 nach Süden wird sicher keine Verkehrsprobleme lösen. Ebenso die angebliche Kapazitätserhöhung durch kürzere Takte. Die sind durch tagtägliche Verzögerungen ganz schnell hinfällig. Die 2.5 min sind nach meiner Beobachtung selten stabil. Zumindest in der Früh-HVZ kommt es öfter vor, dass der nächste Zug erst in 8 min kommt. Folgen sind bekannt: Randvoller Zug, noch längere Aufenthalte, noch mehr Verspätung, ... Da nützt der folgende Stapel fast leerer Züge nichts. Alle wollen mit dem ersten mit.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von kami (04.03.2016, 11:33)
04.03.2016, 11:39#16
... abgesehen von den Kosten und Zeitraum der Errichtung, will man von den Betriebskosten gar nicht sprechen. Ob das der "Experte auch berechnet hat. Fordern kann man viel wenn der Tag lang ist. Will er Politiker werden? Die fordern das ja auch immer in Vorwahlzeiten.
04.03.2016, 12:32#17
... abgesehen von den Kosten und Zeitraum der Errichtung, will man von den Betriebskosten gar nicht sprechen.
Genau deswegen (!) muss rechtzeitig über alle Varianten gesprochen werden. Das Thema totzuschweigen (siehe auch: Grüne fürchten um Teile des Wiener Straßenbahnpaket) ist ein bekannter österreichischer Ansatz, jedoch nicht zur Lösung der Aufgaben geeignet.

ÖPNV-Lösungen im Nachgang haben den klitzekleinen Nachteil, dass sich die Bevölkerung notgedrungen andere Wege und Verkehrsträger sucht. Ein Blick auf den Modal Split an der Wiener Stadtgrenze wirkt Wunder. 2010 hatte der MIV einen Anteil von ~ 80%. Ist seit dem der MIV sichtbar zurück gegangen? :rolleyes:

Ob das der "Experte auch berechnet hat.
Und die Stadt weiß schon, was es kosten wird, die Aufgaben in bekannter Manier auszusitzen?

Will er Politiker werden?
Finde den Fehler! Würde der Herr Politiker werden wollen, hätte er nichts berechnet. Zumindest zeigen die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung größeren Einfluss der aktuellen Entwicklung, als die von der Stadt genannten Zahlen, die die Stadt selbst bereits vor einem Jahr als veraltet bewertet hat.

Die fordern das ja auch immer in Vorwahlzeiten.
Dummerweise fordern die nicht nur. Die versprechen sogar etwas! Dann sitzen sie an den richtigen Stellen und der Wähler muss erneut erkenne, dass Wahlversprechen in Wahrheit Wahlversprecher sind.

Straßenbahnlinien kennt der WU-Prof nicht.
Das trifft auch auf die WL und die Stadt Wien zu. Wo gibt es in absehbarer Zeit eine nennenswerte Kapazitätssteigerung oder Ausbau/Verlängerung/Neuerschließung mit der Straßenbahn?

Und nun rächt sich der Fehler der 8er-Einstellung.
Vielleicht in kleinen Bereichen rund um den Gürtel. Das ist jedoch bei weitem nicht die einzige Schwachstelle. Ebenso ist es sinnlos, eine Straßenbahn aus den späten 1980ern zu reanimieren. Die wird die Verkehrsaufgaben 2020ff. nicht lösen. Abgesehen davon entstehen auch bei einer wiederbelebten Linie 8 Betriebskosten: Welche Fahrzeuge sollen dort mit welchem Personal fahren?
Dieser Beitrag wurde 2-mal editiert, zuletzt von kami (04.03.2016, 13:02)
04.03.2016, 12:50#18
Straßenbahnlinien kennt der WU-Prof nicht. Wusste auch nicht, dass die U5 und U2 neu parallel zur U6 gebaut werden. Vielleicht sollte man nicht zuviel mit dem SUV fahren.

Und nun rächt sich der Fehler der 8er-Einstellung.
Man kann von heute auf morgen nicht eine U-Bahn-Linie oder eine Straßenbahnlinie herzaubern. Gute Planung ist notwendig, und vor allem eines: ab sofort sollte berücksichtigt werden, dass man parallele oder annähernd parallele Linien nicht einstellen darf (das zur Linie 8, zur inneren Favoritenstraße, zur Praterstraße, zur Landstraßer Hauptstraße, aber auch zur inneren Mariahilfer Straße). Es gibt immer Fahrgäste, die wegen einer kleinen Anzahl von Stationen nicht unbedingt die U-Bahn benützen wollen.
04.03.2016, 13:31#19
Der Herr Professor hat grundsätzlich schon recht, dass man etwas tun muss. Nur ist seine vorgeschlagene Linie U7 in dieser Linienführung einfach schwachsinnig und damit wirkt seine gesamte Aussage unseriös. Andere Linien an anderer Stelle wären viel wichtiger.
04.03.2016, 13:39#20
... abgesehen von den Kosten und Zeitraum der Errichtung, will man von den Betriebskosten gar nicht sprechen.
Genau deswegen (!) muss rechtzeitig über alle Varianten gesprochen werden. Das Thema totzuschweigen (siehe auch: Grüne fürchten um Teile des Wiener Straßenbahnpaket) ist ein bekannter österreichischer Ansatz, jedoch nicht zur Lösung der Aufgaben geeignet.

ÖPNV-Lösungen im Nachgang haben den klitzekleinen Nachteil, dass sich die Bevölkerung notgedrungen andere Wege und Verkehrsträger sucht. Ein Blick auf den Modal Split an der Wiener Stadtgrenze wirkt Wunder. 2010 hatte der MIV einen Anteil von ~ 80%. Ist seit dem der MIV sichtbar zurück gegangen? :rolleyes:

Ob das der "Experte auch berechnet hat.
Und die Stadt weiß schon, was es kosten wird, die Aufgaben in bekannter Manier auszusitzen?

Will er Politiker werden?
Finde den Fehler! Würde der Herr Politiker werden wollen, hätte er nichts berechnet. Zumindest zeigen die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung größeren Einfluss der aktuellen Entwicklung, als die von der Stadt genannten Zahlen, die die Stadt selbst bereits vor einem Jahr als veraltet bewertet hat.

Die fordern das ja auch immer in Vorwahlzeiten.
Dummerweise fordern die nicht nur. Die versprechen sogar etwas! Dann sitzen sie an den richtigen Stellen und der Wähler muss erneut erkenne, dass Wahlversprechen in Wahrheit Wahlversprecher sind.

Straßenbahnlinien kennt der WU-Prof nicht.
Das trifft auch auf die WL und die Stadt Wien zu. Wo gibt es in absehbarer Zeit eine nennenswerte Kapazitätssteigerung oder Ausbau/Verlängerung/Neuerschließung mit der Straßenbahn?

Und nun rächt sich der Fehler der 8er-Einstellung.
Vielleicht in kleinen Bereichen rund um den Gürtel. Das ist jedoch bei weitem nicht die einzige Schwachstelle. Ebenso ist es sinnlos, eine Straßenbahn aus den späten 1980ern zu reanimieren. Die wird die Verkehrsaufgaben 2020ff. nicht lösen. Abgesehen davon entstehen auch bei einer wiederbelebten Linie 8 Betriebskosten: Welche Fahrzeuge sollen dort mit welchem Personal fahren?
Das Problem ist halt nur, dass das Reklamieren von neuen U-Bahnstrecken das Problem nicht lösen wird. Es braucht ein ganzheitliches System und Planung um soetwas anzugehen. Das sehe ich bei diesen Forderungen bei weitem nicht.