[PM] Wiener Linien: Gürtel-Bim kein Thema
13 Beiträge
06.09.2016, 11:09#1
ZitatWiener Linien: Gürtel-Bim kein Thema
Bezirkschefs entlang des Gürtels können sich die Wiedereinführung der alten Straßenbahnlinie 8 vorstellen, denn die U-Bahnlinie U6 habe ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Die Wiener Linien sprechen von „Nostalgie“.
Von Meidling bis zum Liechtenwerder Platz nach Döbling: Zwischen 1907 und 1989 war der „8er“ entlang des Gürtels unterwegs. An 27 Stationen hielt die Straßenbahn. Die Strecke verlief großteils parallel zur alten Stadtbahn und späteren U6. Der 8er erfüllte damit die Bedürfnisse der Kurzstreckenfahrgäste räumlich besser, aber deutlich langsamer als die heutige U6.
Aufgekommen sind die Pläne zur Wiedereinführung des 8ers, weil die Plattform „Wien anders“ im Sommer in Ottakring und Rudolfsheim-Fünfhaus Anträge zur Wiedereinführung einbrachte, bestätigt der Wien-anders-Bezirksrat in Rudolfsheim-Fünfhaus Didi Zach Medienberichte. „Die Linie 8 soll die U-Bahnlinie U6 entlasten“, sagt Zach als Grund für die Anträge.
Die Linie 8 bei der Stadtbahnstation Josefstädter Straße
Wieder Thema in Rudolfsheim-Fünfhaus
Im 15. Bezirk wurde der Antrag wegen Stimmengleichheit abgelehnt, im 16. Bezirk angenommen. Dennoch soll die Sache in Rudolfsheim-Fünfhaus noch einmal besprochen werden, bei der kommenden Bezirksvertretungssitzung am 15. September. Der dortige SPÖ-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal kann sich vorstellen, dass der 8er von der Wienzeile bis zum Liechtenwerder Platz fährt. Die U6 sei „wirklich am Limit“.
„Wir werden jetzt noch einmal mit dem Kollegen Zach sprechen, ob er sich vorstellen kann, einen Antrag einzubringen, wo die Linie 8 im Bereich des Gürtels wieder eingeführt wird. Wenn dem so ist, glaube ich schon, dass eine Mehrheit für diesen Antrag zustande kommen wird“, sagte Zatlokal.
Die Linie fuhr von Meidling bis zum Liechtenwerder Platz
In Ottakring prüft Bezirkskommission
Im Nachbarbezirk Ottakring prüft aufgrund des angenommen Antrages derzeit die Bezirkskommission für Mobilität und Entwicklung die Möglichkeiten der Wiedereinführung. Ein Ergebnis soll es in knapp drei Wochen geben, heißt es aus der Bezirksvorstehung. Auch Adi Tiller, ÖVP-Bezirksvorsteher in Döbling hat Interesse signalisiert. „Die Idee ist gut, wenn die Nachbarbezirke mittun. In Döbling liegen ja alle Gleisanlagen noch“, sagt Tiller.
Wiener Linien: „Haben keine Pläne“
Doch die Stadt - die für die Kosten aufkäme - winkt ab. Die Wiener Linien bezeichnen die Pläne - mit Verweis auf bestehende Radwege und eine etablierte Lokalmeile entlang des Gürtels - als „nostalgisch“. „Eine Reaktivierung des 8er ist aus unserer Sicht nicht notwendig und daher nicht in Planung“, heißt es von den Wiener Linien. Es gebe ja bereits die U6 und das Netz müsse gesamtheitlich betrachtet werden. Denn der Ausbau der U2 und die Errichtung der U5 würde innerstädtische Linien wie die U6, die U3 oder den 43er entlasten, heißt es weiter.
Quelle: http://wien.orf.at/news/stories/2794965/
06.09.2016, 12:12#2
Abwarten... Früher oder später wird kein Weg daran vorbeiführen.
06.09.2016, 12:51#3
Dein Wort in Gottes Ohr! Und besser früher, als später ... Seine Daseinsberechtigung hätte der 8er mMn schon seit vielen Jahren (bzw. hätte er gar nicht erst eingestellt werden dürfen – allerdings maße ich mir nicht an, dies zu beurteilen, zumal sich das vor meiner Zeit abgespielt hat).
06.09.2016, 13:15#4
Seine Daseinsberechtigung hätte der 8er mMn schon seit vielen Jahren (bzw. hätte er gar nicht erst eingestellt werden dürfen – allerdings maße ich mir nicht an, dies zu beurteilen, zumal sich das vor meiner Zeit abgespielt hat).Geht mir ähnlich. Ich wundere mich (v.a. weil ich die Stadtbahn nicht miterlebt habe), wieso der 8er parallel zu Stadtbahn am Gürtel fahren konnte, aber parallel zur U6 nicht mehr. Außer einer Aufrüstung und neuerer Fahrzeuge hat sich doch nicht viel verändert, oder?
Wie auch immer, irgendwann wird man trotz U2/U5 vor der Alternative stehen, entweder 8er oder Totalumbau der U6 auf automatischen Betrieb a la U5. Und das stelle ich mir bei der historischen Gürtelstrecke als etem aufwändig und teuer vor. Spätestens dann wird man wohl am 8er nicht mehr vorbeikommen.
07.09.2016, 18:48#5
Geht mir ähnlich. Ich wundere mich (v.a. weil ich die Stadtbahn nicht miterlebt habe), wieso der 8er parallel zu Stadtbahn am Gürtel fahren konnte, aber parallel zur U6 nicht mehr. Außer einer Aufrüstung und neuerer Fahrzeuge hat sich doch nicht viel verändert, oder?Hab die Stadtbahn leider nur mehr die letzten 6 Jahre miterlebt. Gab es da nicht 2 verschiedene Fahrscheine?
08.09.2016, 09:09#6
Geht mir ähnlich. Ich wundere mich (v.a. weil ich die Stadtbahn nicht miterlebt habe), wieso der 8er parallel zu Stadtbahn am Gürtel fahren konnte, aber parallel zur U6 nicht mehr. Außer einer Aufrüstung und neuerer Fahrzeuge hat sich doch nicht viel verändert, oder?Doch, nämlich die mit der Einführung der U6 einhergehende Verlängerung bis Meidling. Die Gürtelstadtbahn kam ja nie soweit südlich, die endete immer in der Station Meidling Hauptstraße.
Die zusätzliche "Parallelführung" des 8ers und der U6 zwischen Gumpendorfer Straße und Meidling war der konkrete Anlass für dessen Einstellung.
Schmarrn. Auch du solltest schön langsam zur Kenntnis nehmen, dass in Wien immer der U-Bahn der Vorzug gegeben wird, egal was es kostet. Und sollte irgendwann einmal ein Umbau der U6 notwendig werden, dann wird er eben durchgeführt, Ende. Zahlt letzten Endes ohnehin der Steuerzahler. Ein Umbau einer U-Bahn-Linie ist in Wien bestimmt kein Argument für die Wiedererrichtung einer Straßenbahnstrecke.Zitat von SchienefreakUnd das stelle ich mir bei der historischen Gürtelstrecke als etem aufwändig und teuer vor. Spätestens dann wird man wohl am 8er nicht mehr vorbeikommen.
08.09.2016, 09:52#7
Die zusätzliche "Parallelführung" des 8ers und der U6 zwischen Gumpendorfer Straße und Meidling war der konkrete Anlass für dessen Einstellung.
Das ist doch Wahnsinn, da würde ja eigentlich eine Kürzung bis Westbahnhof reichen, wenn man schon darauf besteht.
Schmarrn. Auch du solltest schön langsam zur Kenntnis nehmen, dass in Wien immer der U-Bahn der Vorzug gegeben wird, egal was es kostet. Und sollte irgendwann einmal ein Umbau der U6 notwendig werden, dann wird er eben durchgeführt, Ende. Zahlt letzten Endes ohnehin der Steuerzahler. Ein Umbau einer U-Bahn-Linie ist in Wien bestimmt kein Argument für die Wiedererrichtung einer Straßenbahnstrecke.
Schmarrn zurück. Auch du solltest langsam in Erwägung ziehen, dass sich Einstellungen ändern können. Auch in Wien. Wir sind mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen. Und es gibt sogar schon kleine Anzeichen dafür, auch wenn das Hardcore-Schwarzmaler nicht wahrhaben wollen, weil das ja ihrem Weltbild widerspricht. Bestes Beispiel dafür ist die Linienführung der U5, die doch nicht stur über die Alser Straße geführt wird nur um den 43er zu killen. Schon deshalb bin ich sehr guter Dinge, dass falls man wirklich an dem Punkt angelangt ist, wo mur noch ein Totalumbau der historischen U6 helfen würde, die günstigere Straßenbahn vorziehen wird.
08.09.2016, 10:59#8
Ich stelle mir ja eine 2-3-jährige Totalsperre der U6 wegen Umbaues ja total lustig vor.
08.09.2016, 12:22#9
Für einen Automatikbetrieb ist kein extremer Umbau erforderlich. Bei einem System mit Sensoren statt Bahnsteigtüren lässt sich das in vertretbarer Zeit und auch ohne extreme optische Änderungen an den Stationen durchführen.
09.09.2016, 23:17#10
Hardcore-Schwarzmaler
Mittlerweile kennen wir Deine diesbezügliche Einstellung – wähle daher bitte in Zukunft Deine Worte mit etwas mehr Bedacht.
Im Übrigen machen jene, die Du pauschal so bezeichnest, oft nichts anderes, als aus der Vergangenheit bereits hinreichend bekannte Vorgangsweisen in der Verkehrsplanung zu "interpolieren".
15.09.2016, 02:28#11
Der 8er wird nciht zurück kommen. Das würde auch keinen Sinn machen.
Die Kapazitätserweiterung wäre irgendwo um die 10% bis 15% anzusiedeln. Dafür wird keine Straßenbahn gebaut für die eine Menge bestehende Strukturen wieder beseitigt werden müssen. Sinvoller wäre eine Neubaustrecke innerhalb oder außerhalb des Gürtels. Und selbst da stellt sich die Frage wiekKonkurenzfähig die aufgrund der Straßenbahngeschwindigkeit sein wird.
Die Kapazitätserweiterung wäre irgendwo um die 10% bis 15% anzusiedeln. Dafür wird keine Straßenbahn gebaut für die eine Menge bestehende Strukturen wieder beseitigt werden müssen. Sinvoller wäre eine Neubaustrecke innerhalb oder außerhalb des Gürtels. Und selbst da stellt sich die Frage wiekKonkurenzfähig die aufgrund der Straßenbahngeschwindigkeit sein wird.
15.09.2016, 13:21#12
Die Kapazitätserweiterung wäre irgendwo um die 10% bis 15% anzusiedeln. Dafür wird keine Straßenbahn gebaut für die eine Menge bestehende Strukturen wieder beseitigt werden müssen.Gerade im Vergleich zu anderen Strecken wäre diese hier nicht allzu aufwändig. Zwischen Glatzgasse und Gaudenzdorfer Gürtel sind über 60 Prozent der Strecke nach wie vor erhalten. Es fehlt nur zwischen Michelbeuern und Uhlplatz und zwischen Neulerchenfelder Straße und Kandlgasse die Strecke, auf diesen zwei Kilometern müsste man die gegenwärtige Platzverteilung umplanen. Es muss kein 8er sein, mit dem Erwähnten könnte man zB den 6er oder den 18er zur Nußdorfer Straße verlängern. Später könnte man sich überlegen, ob man auch zwischen Gumpendorf und Meidling eine direkte Strecke (wieder)errichten will (in welcher Form auch immer).
Sinvoller wäre eine Neubaustrecke innerhalb oder außerhalb des Gürtels. Und selbst da stellt sich die Frage wiekKonkurenzfähig die aufgrund der Straßenbahngeschwindigkeit sein wird.Selbst direkt am Gürtel: Für Kurzstrecken, für Leute die sich den Fußweg zur Station ersparen wollen, für Zwischenstationen - es gibt Nachfrage dafür und die Gesamtnachfrage am Gürtel wird weiter zunehmen.
Außerdem gewänne man für bestehende Linien zusätzliche Umleitungsstrecken.
16.09.2016, 13:48#13
Im Übrigen machen jene, die Du pauschal so bezeichnest, oft nichts anderes, als aus der Vergangenheit bereits hinreichend bekannte Vorgangsweisen in der Verkehrsplanung zu "interpolieren".Und genau das prangere ich an. Nur weil es früher so gemacht wurde, heißt es längst nicht, dass sich das nicht ändern kann und wird!

