Alter Artikel

12 Beiträge
19.07.2008, 17:57#1
Ein alter Artikel aus der Aushangzeitung Tramway-Spiegel, einem Vorgänger des VOR-Journals.


Damit es auch gleich was zum Nachdenken gibt, eine Frage. Was hat es mit den im Artikel genannten "tunesischen Schaffnern" auf sich? :?:
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Artikel.jpg
20.07.2008, 16:44#2
Hat es was damit zu tun, dass "Inschallah" die lautmalerische Wiedergabe einer Schaffnerdurchsage ist - ähnlich wie das "Segfedeb"? ?(
21.07.2008, 20:47#3
Nein, das "Inschallah" hat damit überhaupt nichts zu tun, das ist nur literarische Ausschmückung.
22.07.2008, 09:53#4
Hat der Begriff "tunesische Schaffner" etwas mit dem Fahrgastfluss oder den Schaffnerkanzeln zu tun?
22.07.2008, 09:55#5
Ist das jetzt ein Rätsel? 8-)
22.07.2008, 18:02#6
Zitat
Original von Webmaster Gerardo
Ist das jetzt ein Rätsel? 8-)

Naja, so ein bissi halt! ;)



Zitat
Original von 95B

Hat der Begriff "tunesische Schaffner" etwas mit dem Fahrgastfluss oder den Schaffnerkanzeln zu tun?

Nein, aber mit Tunesien und einer Absicht der Wiener Verkehrsbetriebe!
22.07.2008, 18:40#7
Zitat
Original von hema
Nein, aber mit Tunesien und einer Absicht der Wiener Verkehrsbetriebe!


Wurden Tunesier als Gastarbeiter angeworben (bzw. sollte dies geschehen)?

EDIT: Quote repariert, "sollte"-Klausel hinzugefügt.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Zug fährt ab! (22.07.2008, 18:42)
22.07.2008, 19:34#8
Von 100 untersuchten Völkern konnten ein Tunesier "Endstelle" am besten im Wiener Dialekt ("Inschälläh!") aussprechen. Zweiter Platz gehörte der Türkei mit Erkan Kaidan und "Sügfährdäb". Dritter Platz ging an die Tschechoslowakei mit Frantisek Nodvendiha.
22.07.2008, 21:09#9
Welcher Wiener sagt denn schon "Endstelle"? :rolleyes:
23.07.2008, 00:29#10
Zitat
Original von Zug fährt ab!

Wurden Tunesier als Gastarbeiter angeworben (bzw. sollte dies geschehen)?

Ah, wir kommen der Sache schon sehr nahe! :daumenhoch:


Eigentlich ist es richtig, den Rest kann man nicht erraten, den muss man wissen. Ungefähr 1970 (eher früher, bitte mich nicht aufs genaue Jahr festnageln!) machten Abgesandte der Wiener Verkehrsbetriebe in Tunesien eine Anwerbeaktion und köderten ca. 100 junge Männer um sie mit nach Wien zu bringen. Man versprach ihnen einen Job als Straßenbahnschaffner oder Zugsbegleiter bei der Stadtbahn., den sie nach einer Eingewöhnungszeit antreten sollten. Man teilte sie (vermeintlich) vorerst den Wagenrevisionen als Helfer zu, um ihnen die Aklimatisierung in Wien zu ermöglichen.

Doch leider hatten die "Strategen", wie leider so oft, danebengehaut und sich die Sache zu einfach vorgestellt. Erstens legte man damals, im Gegensatz zu heute, größten Wert auf gute Sprach- und Platzkenntnisse des Personals und zweitens wäre für den Betriebsdienst die österreichische Staatsbürgerschaft Voraussetzung gewesen.

So stellte man sich auf eine länbgere "Übergangszeit" ein und beließ sie vorläufig in den Werkstätten. Da währenddessen die Umstellung auf schaffnerlosen Betrieb voranschritt und auch die Umstellung der Stadtbahn auf U-Bahn und E6 begann, wurden Schaffner und Zugsbegleiter nach und nach unnötig und das Tunesier-Projekt verlief im Sand. Einige traten im Lauf der Zeit die Heimreise an, viele suchten sich andere Jobs, aber etliche blieben bei den Verkehrsbetrieben als Werkstatthelfer oder Verschubfahrer. Heute genießen sie (vermutlich) alle schon ihre Pension.
25.07.2008, 15:08#11
Zitat
Original von N1_2888
Welcher Wiener sagt denn schon "Endstelle"? :rolleyes:

Da ich kein Wiener bin, weiß ich das nicht. Ich weiß aber, dass ich das z.b. in der U-Bahn schon öfters vom Fahrer gehört hab. Z.B. erst am Mittwoch wieder am Karlsplatz die Durchsage "Endstelle. Bitte alle aussteigen."
25.07.2008, 16:21#12
Aber "Endstelle" im Wiener Dialekt? "Endschtöö"? :D Nein, das gibt's nicht.
Sofern er/sie nicht versucht, krampfhaft hochdeutsch zu sprechen ("Endstelle" mit Meidlinger "L" :tongue: ), heißt das einfach "Endstation". ;)