[BVG] Und sie rollt doch! Die Kanzler-U-Bahn ...

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01.08.2009, 23:23#21
Gewisse Parallelen zum Wien der 70er Jahre kann man nicht von der Hand weisen. :tongue:
02.08.2009, 22:21#22
Diese U-Bahn-Linie weist gewisse Parallelen zur Wiener U2 auf: Unter den Linden + Museumsinsel= Museumsquartier/Mariahilfer Straße; Hauptbahnhof ehschowissen; Rotes Rathaus will ich erst gar nicht erwähnen :rolleyes:
07.08.2009, 19:21#23
Es läuft gerade ein Beitrag auf Pro7 Galileo dazu!
07.08.2009, 22:39#24
Text aus "Der Tagesspiegel" vom 08.08.2009:

Kanzlerbahn
Hin und Her ohne Langeweile
U-Bahn-Fahrer Markus Weber freut sich auf Fahrgäste.
8.8.2009 0:00 Uhr

Langeweile im Tunnel, wenn die Fahrt jedes Mal nur knapp drei Minuten dauert und es immer nur auf dem gleichen Gleis hin- und hergeht? U-Bahn-Fahrer Markus Weber ist zwar sicher, dass er bald „jeden Stein“ hier unter der Erde kennen wird, aber genauso überzeugt ist der 30-Jährige, dass die neue Aufgabe interessant werden wird.

Er wäre zwar lieber Pilot geworden, aber nun steuert er seit dreieinhalb Jahren unter der Erde die Züge der U-Bahn. Beworben hat er sich zusammen mit vielen Interessenten für den Dienst auf der neuen Linie, weil ihn das Neue locke und der vom übrigen Netz isolierte Abschnitt ein „ganz besonderes Teil“ sei, wie Weber sagt. Und er freue sich auf den Kontakt mit Fahrgästen, den es auf anderen Linien nicht gebe. Im Hauptbahnhof und unter dem Brandenburger Tor müssen die Fahrer jeweils am Bahnsteig den Führerstand wechseln. Auf dem Weg dem Zug entlang können sie dann auch Auskünfte geben. Zum Beispiel auf die Frage, warum die Strecke so kurz ist und wie man weiterkommen kann.

Auf der Stummelstrecke kann man nicht nur lediglich hin- und herfahren. Am Brandenburger Tor ist eine Umsteigestation zur S-Bahn mit deren Nord- Süd-Linien entstanden. Wer aus dem Süden der Stadt mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof will, kann sich nun den umständlichen Umweg über die Friedrichstraße sparen. Im Bahnhof Brandenburger Tor sind die Umsteigewege wesentlich kürzer.

Weber, der sich schon als Kind für die an der elterlichen Wohnung vorbeifahrende U 2 in Pankow begeistert hat, kann auch ausländischen Touristen weiterhelfen. Er spricht Englisch und Französisch und auch etwas Russisch. Zur U 55 hat ihn übrigens auch jetzt wieder die Nähe zur derzeitigen Wohnung gelockt.

Insgesamt hat die BVG für die Stummellinie bisher 14 Fahrer ausgebildet. Sechs werden nun regelmäßig als Stammfahrer auf der U 55 unterwegs sein. Etwa viereinhalb Stunden könne er am Stück durchhalten, meint Weber. Die BVG sieht aber häufigere Pausen vor, weil der Dienst schnell doch sehr monoton werden kann. Abgelöst wird der Fahrer dann vorübergehend vom Bahnhofsmanager, der sich sonst um die drei neuen Stationen an der Strecke kümmert. Dessen Aufgabe übernimmt dann zum Teil der U-Bahn-Fahrer, bis er selbst wieder den Zug steuert. Ein solcher „Rollentausch“ ist bei der BVG neu.

Auf der kurzen Strecke ist nur ein Zug mit vier Wagen unterwegs. Vier weitere stehen als Reserve bereit. Weil es keine Verbindung zum übrigen Netz gibt, hat die BVG auch eine kleine Werkstatt im Tunnel eingerichtet. Doch darum immerhin muss sich Weber nicht kümmern. kt
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Text aus "Der Tagesspiegel" vom 08.08.2009:

VON TAG ZU TAG
Stresstour
Christoph Stollowsky wünscht sich möglichst lange U-Bahnstrecken
8.8.2009 0:00 Uhr

Das ist wahrlich kein Fortschritt für die Lesekultur in Berlins öffentlichen Verkehrsmitteln. Zeitung aufschlagen, ein paar Schlagzeilen und Absätze auf der ersten Seite lesen oder ein Buchkapitel gerade mal anfangen – und schon ist die neue U-Bahnlinie U55 binnen drei Minuten über ihre 1,8 Kilometer lange Strecke vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof gerauscht. Endstation. Aussteigen. Vorbei die schöne Zeit der Lektüre, die jeder gestresste Mensch zu schätzen weiß, der außer in der Bahn und Bus kaum Muse zum Lesen findet. Da sind die langen U-Bahnstrecken doch wesentlich erfreulicher. Aber knappe drei Minuten bringen die Fahrgäste der neuen Linie auch noch anders in Hektik. Am Mobiltelefon muss man so schnell reden wie Jerry Lewis als verrückter Professor, um alle Informationen während der Fahrt loszuwerden. Und man muss die Stulle schon herunterwürgen, bevor einen die BVG flugs hinauskomplimentiert. Selbst der Mann im Führerhäuschen der neuen U55 kann einem leid tun. Er muss ja permanent die Richtung und das Cockpit wechseln und den Kaffee aus der Thermoskanne im Becher mitschleppen.Drei Minuten, die reichen gerade mal zum Abkühlen aus.
08.08.2009, 12:08#25
Sind die bekloppt? Setzen manche Fahrer nur auf der einen Linie ein...
08.08.2009, 14:43#26
Zitat
Original von Linie 41
Sind die bekloppt? Setzen manche Fahrer nur auf der einen Linie ein...

Gibts doch bei uns auch... U6! :lampe:
08.08.2009, 15:31#27
Zitat
Original von 95B
Gibts doch bei uns auch... U6! :lampe:

Ja aber die U6 ist aber schon ein bissi länger. ;)
08.08.2009, 22:37#28
Zitat
Original von Linie 41
Zitat
Original von 95B
Gibts doch bei uns auch... U6! :lampe:

Ja aber die U6 ist aber schon ein bissi länger. ;)

Trotzdem... stell dir vor, du fährst dein ganzes Berufsleben nur zwischen Floridsdorf und Siebenhirten und die höchste Auflockerung ist eine Kurzführung nach Alterlaa. Da musst du ja wahnsinnig werden (oder ein extremer Phlegmatiker sein).
08.08.2009, 22:50#29
Zitat
Original von 95B
Trotzdem... stell dir vor, du fährst dein ganzes Berufsleben nur zwischen Floridsdorf und Siebenhirten und die höchste Auflockerung ist eine Kurzführung nach Alterlaa. Da musst du ja wahnsinnig werden (oder ein extremer Phlegmatiker sein).

Nun, die meisten "niederqualifizierten" Jobs sind im Prinzip ziemlich repetitive Arbeiten. Wie ist das erst am Bau, wenn man den ganzen Tag Zementsäcke hin und her trägt, im Gastgewerbe als Kellner, in einer Fabrik, usw. usf.

Nur die wenigsten haben den Luxus einer abwechslungsreichen Arbeit, die ihnen noch dazu Spaß macht. Und noch weniger dürfen sich zumindest teilweise selbst aussuchen, was sie in der Arbeit tun.
08.08.2009, 23:44#30
"Aufgelockert" wird der Betrieb dann nur durch nie gleichbleibende Alltagssituationen mit dem Kunden "Fahrgast". Falls man sich als Fahrer dafür interessiert. :)

Die U55 ist schon extrem monoton für den Fahrer. Zumal, wenn ich das bei http://www.berliner-untergrundbahn.de/ richtig gesehen habe, die Strecke noch dazu eingleisig ist, also kein Weichenwechsel stattfindet. Aber man kann alle 3-4 Minuten seine Beine vertreten.
09.08.2009, 08:47#31
Und xxxx mal hin und her fahren in so einer Schicht pfui!
09.08.2009, 11:04#32
Es war ja letztens ein Beitrag im Galileo, da sprach man davon, dass die Strecke nicht an das übrige Netz gebunden ist. Was macht man eigentlich wenn der Zug welcher auf der U55 fährt eine Störung hat, oder diesen Waschen will? Hebt man diesen dann mit dem Kran aus dem Tunnel, oder gibt es doch eine Verbindung zu einen Betriebshof?
09.08.2009, 12:02#33
Hast Du die Artikel in diesem Thread gelesen? Sichtlich nicht.
09.08.2009, 16:32#34
[SPIEGEL Online] SPIEGEL TV - Fr 07.08.09
[RBB] Abendschau - Sa 08.08.09 19:30
[RBB] Abendschau - Fr 07.08.09 19:30
[WZ] WZ TV - Fr 07.08.09
[BILD] Video - 08.08.2009 - 16:04 UHR

Die neuerliche Erweiterung ab 2010 soll 433 Millionen Euro kosten. Bereits jetzt kämpfen in den drei neu eröffneten U-Bahnhöfen spezielle Pumpen gegen den Grundwasserspiegel, der in Berlin außergewöhnlich hoch ist. Meiner Meinung nach ist es eine Illusion zu glauben, dass der Weiterbau der U5/U55 lediglich 433 Millionen Euro kosten wird. Ich bin überzeugt, dass der Bau mindestens das Doppelte bis Dreifache kosten wird - aber man wird ja sehen.

Hier noch eine Information zum Weiterbau der U5/U55 ab 2010:
Anschließend sollen die Bauarbeiten zum Weiterbau der Strecke Alexanderplatz–Hauptbahnhof beginnen. Die Bauarbeiten für den Tunnel zum Alexanderplatz müssen (laut Hauptstadtvertrag) spätestens ab 2010 fortgeführt werden. Der Berliner Senat gelangte zudem durch eine Entscheidung der Bundesregierung vom 4. Juli 2007, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen, unter Zugzwang, da die Verlängerung der U5/U55 unter dem Schloss hindurchlaufen und ein Eingang in das Gebäude integriert werden soll. Die Kosten der Fortführung der Kanzler-U-Bahn werden auf mindestens 400 Millionen Euro taxiert, von denen das Land Berlin 100 Millionen Euro tragen soll.

Baumfällarbeiten im Marx-Engels-Forum und Unter den Linden als erste Bauvorbereitungen für den Weiterbau begannen im April 2009. Gemäß aktueller Planungen soll die neue Station Berliner Rathaus am Ende des derzeit als Kehranlage genutzten und seit 1930 bestehenden Tunnels vom U-Bahnhof Alexanderplatz (U5) als erste erbaut und fertiggestellt werden und bereits Ende 2015 zur Eröffnung des Humboldt-Forums in Betrieb gehen. Daran anschließend wird die Tunnelstrecke Unter den Linden per Schildvortrieb aufgefahren. Die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke zum Hauptbahnhof ist für Ende 2017 vorgesehen.

Die Planungen sehen weiter vor, dass die Linie vom Hauptbahnhof über Turmstraße (U9) und Jungfernheide (U7) sowie ursprünglich bis zum Flughafen Tegel und von dort weiter Richtung Reinickendorf verlängert werden soll. Die beiden genannten Bahnhöfe sind dafür bereits zum Zeitpunkt ihres Baus in den frühen 1960er bzw. späten 1970er Jahren als zukünftige Kreuzungsbahnhöfe ausgelegt worden. In Jungfernheide sind die beiden ungenutzten Gleiströge für die Fahrgäste direkt sichtbar; im Bahnhof Turmstraße ragt der ungenutzte Bahnsteig ins Hallendach der U9 und wird als Treppenzugang genutzt. Die Realisierung der Verlängerungspläne ist angesichts der Haushaltslage Berlins ungewiss, zumal der Flughafen zu Gunsten des Großflughafens Berlin-Brandenburg International geschlossen werden soll.

Quelle/Text: wikipedia.org
09.08.2009, 18:24#35
Ach das Stadtschloß... naja wurscht, ich habe ihn noch gesehen: Den Palast der Republik. :D :D :D
09.08.2009, 18:47#36
Zitat
Original von Linie 41
Ach das Stadtschloß... naja wurscht, ich habe ihn noch gesehen: Den Palast der Republik. :D :D :D


Der sah ja von außen aus wie ein Baumarkt. :D

Palast
Dieser Beitrag wurde 2-mal editiert, zuletzt von 5er-Franzi (09.08.2009, 18:49)
09.08.2009, 18:48#37
Link geht nicht. Bitte korrigieren.
09.08.2009, 18:50#38
Zitat
Original von matboy
Link geht nicht. Bitte korrigieren.


Jaja, geht schon. Zauberer san im Zirkus. ;)
14.08.2009, 21:12#39
Text aus "Der Tagesspiegel" vom 14.08.2009:

U-Bahn
Erste Panne bei der neuen U55
Die neue sogenannte Kanzlerlinie U 55 zwischen Brandenburger Tor über die Station Bundestag zum Hauptbahnhof ist gerade eröffnet worden – gestern musste erstmals einer der beiden Züge aus dem Verkehr gezogen werden.
14.8.2009 8:21 Uhr

Wie die BVG-Leitstelle bestätigte, gab es am Hauptbahnhof in einem Wagon offenbar wegen einer defekten Klimaanlage eine große Hitzeentwicklung. Aus Sicherheitsgründen wurde der Ersatzzug eingesetzt und der Fahrzeugschaden repariert. Zwischen 10.55 Uhr und 11.45 Uhr fuhr kein Zug. Wie berichtet, war die 1,8 Kilometer lange und 320 Millionen Euro teure Strecke am Sonnabend frei gegeben worden.

Unterdessen gab es einen Anschlag auf die U5. Aus einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen heraus wurde am Donnerstag in Hellersdorf ein Stein auf eine U-Bahn der Linie geworfen. Dadurch wurde bei einem Waggon eine Seitenscheibe beschädigt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Vorfall ereignete sich an einer Brücke an der Hellersdorfer Straße, wo die U-Bahn oberirdisch verkehrt. Die Fahrgäste blieben unverletzt, die Täter flüchteten. Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
(kög/jg/ddp)
14.08.2009, 21:37#40
Zitat
Original von D Wagen
Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Da werden sie ein Problem haben! :D