(PM) Geschlechterunterschied bei Öffi-Ermäßigungen
55 Beiträge · Seite 3 von 3
23.04.2009, 15:34#41
ZitatOriginal von WeSt
Mittlerweile ist das (zumindest in meiner ehemaligen Schule) eh selbstverständlich so, allerdings semesterweise (bleibt nicht sonderlich viel Zeit für die einzelnen Werkstücke).
Das war bei mir in der Volks- und Hauptschule schon so. Mir hat beides nicht wirklich gefallen.
ZitatOriginal von marsupialeater
aber spätestens im Kindergarten kann man es sich nicht mehr aussuchen, wenn die Mädchen die rosa Sachen kriegen und mit Puppen spielen müssen und die Buben die blauen Sachen und die Bausteine bekommen.
Das konnte man sich bei uns aussuchen, wobei da natürlich schon eher die Mädchen mit Puppen gespielt haben. Aber mit Bausteinen haben alle gespielt.
mfg ulf67
23.04.2009, 22:13#42
Volksschul-Werklehrerinnen sind anscheinend ein generelles Trauma... ich glaube nach unserem Werkunterricht hat auch von den Mädchen niemand mehr freiwillig eine Stricknadel, Häkelnadel oder was auch immer in die Hand genommen. "Geh Pipihendi, was maaachst denn daaa?!?" *aaaaaarrrrrgh*
Bezüglich Werken in der AHS gab es bei uns folgende seltsame Begebenheit: in meinen beiden Parallelklassen konnte man sich zu Beginn der 1. Klasse entscheiden, ob man für die nächsten 2 oder 4 Jahre (je nach Zweig) technisches oder textiles Werken wollte. Im Endeffekt hat sich ein ganzer Pulk Mädchen für technisches Werken entschieden und 2 oder 3 Burschen für textiles Werken. In meiner Klasse dagegen wurde ohne jede Begründung fix eingeteilt - Burschen technisch, Mädchen textil (zum nicht geringen Maulen diverser Mädchen). Ich glaube, mit den Geschlechterverhältnissen hatte man in dieser (ehemaligen Mädchenschule) immer Probleme...
Bezüglich Werken in der AHS gab es bei uns folgende seltsame Begebenheit: in meinen beiden Parallelklassen konnte man sich zu Beginn der 1. Klasse entscheiden, ob man für die nächsten 2 oder 4 Jahre (je nach Zweig) technisches oder textiles Werken wollte. Im Endeffekt hat sich ein ganzer Pulk Mädchen für technisches Werken entschieden und 2 oder 3 Burschen für textiles Werken. In meiner Klasse dagegen wurde ohne jede Begründung fix eingeteilt - Burschen technisch, Mädchen textil (zum nicht geringen Maulen diverser Mädchen). Ich glaube, mit den Geschlechterverhältnissen hatte man in dieser (ehemaligen Mädchenschule) immer Probleme...
24.04.2009, 01:28#43
ZitatOriginal von WeSt
Bezüglich Werken in der AHS gab es bei uns folgende seltsame Begebenheit: in meinen beiden Parallelklassen konnte man sich zu Beginn der 1. Klasse entscheiden, ob man für die nächsten 2 oder 4 Jahre (je nach Zweig) technisches oder textiles Werken wollte.
So sollte es (nach dem Gesetz) auch sein.
ZitatOriginal von WeSt
Im Endeffekt hat sich ein ganzer Pulk Mädchen für technisches Werken entschieden und 2 oder 3 Burschen für textiles Werken.
Ganz schön viel ...
Wann war das?
ZitatOriginal von WeSt
In meiner Klasse dagegen wurde ohne jede Begründung fix eingeteilt - Burschen technisch, Mädchen textil (zum nicht geringen Maulen diverser Mädchen). Ich glaube, mit den Geschlechterverhältnissen hatte man in dieser (ehemaligen Mädchenschule) immer Probleme...
Mit dem Gesetz anscheinend auch ...
Legal war das jedenfalls nicht, schon seit Kreisky nicht mehr.
Edit: Tippfehler
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von ibi (24.04.2009, 01:28)
24.04.2009, 07:00#44
Bei mir in der Mittelschule lief es so ab: Familienname A-M 1. Gruppe, Familienname N-Z 2. Gruppe. Es gab immer wöchentlich abwechselnd textiles Werken/technisches Werken und Informatik/Hauswirtschaft.
24.04.2009, 08:06#45
Bei mir war es in der Volksschule abwechselnd so: Zwei Gruppen, die eine hatte das erste Semester Textil, die andere technisches Werken. Im zweiten Semester wurde gewechselt.
In der Hauptschule konnte man sich es am anfang der ersten Klasse aussuchen ob man textiles oder technisches Werken wollte und blieb dann für die 4 Jahre dort. In meiner Klasse machten aber so weit ich mich erinnere alle technisches Werken, auch die Mädls.
In der Hauptschule konnte man sich es am anfang der ersten Klasse aussuchen ob man textiles oder technisches Werken wollte und blieb dann für die 4 Jahre dort. In meiner Klasse machten aber so weit ich mich erinnere alle technisches Werken, auch die Mädls.
24.04.2009, 15:56#46
ZitatOriginal von ibi
ZitatOriginal von WeSt
Bezüglich Werken in der AHS gab es bei uns folgende seltsame Begebenheit: in meinen beiden Parallelklassen konnte man sich zu Beginn der 1. Klasse entscheiden, ob man für die nächsten 2 oder 4 Jahre (je nach Zweig) technisches oder textiles Werken wollte.
So sollte es (nach dem Gesetz) auch sein.
Ok, das wußte ich damals noch nicht - hat mich persönlich ja auch nicht betroffen (und die Kommunikation zwischen den Parallelklassen war so minimal, daß ich überhaupt erst fast 2 Jahre später erfahren habe, daß in den anderen Klassen gewählt werden konnte).
ZitatOriginal von ibi
ZitatOriginal von WeSt
Im Endeffekt hat sich ein ganzer Pulk Mädchen für technisches Werken entschieden und 2 oder 3 Burschen für textiles Werken.
Ganz schön viel ...
Wann war das?
1995 und die haben dann auch den wirtschaftskundlichen Zweig genommen, wo sie das textile Werken bis in die 4. Klasse durchgezogen haben.
ZitatOriginal von ibi
ZitatOriginal von WeSt
In meiner Klasse dagegen wurde ohne jede Begründung fix eingeteilt - Burschen technisch, Mädchen textil (zum nicht geringen Maulen diverser Mädchen). Ich glaube, mit den Geschlechterverhältnissen hatte man in dieser (ehemaligen Mädchenschule) immer Probleme...
Mit dem Gesetz anscheinend auch ...
Legal war das jedenfalls nicht, schon seit Kreisky nicht mehr.
Interessant zu wissen... einige Jahre später kam dann sowieso der allgemeine gemischte Werkunterricht.
ZitatÜber die Qualität der pädagogischen Akademien will ich mich jetzt nicht auslassen...
Für die Kindergärten sind meines Wissens immer noch die BAKIP zuständig und über deren Qualität will ich nach ein paar recht persönlichen Einblicken noch weniger sagen... nur so viel: die wenigsten, die diese Ausbildung mit 14 beginnen können sich nach der Matura vorstellen, im erlernten Beruf zu arbeiten.
Übrigens gibt es keine Pädaks mehr, die heißen jetzt PH (Pädagogische Hochschulen).
20.01.2011, 20:31#47
Senioren-Fahrpreise: Wiener Linien kündigten Änderung an
ZitatOriginal von http://derstandard.at/1293371155703/Senioren-…ndigten-Aenderung-an
Senioren-Fahrpreise: Wiener Linien kündigten Änderung an
20. Jänner 2011, 16:25
Sprecher: Problem wird im Zuge der Tarifreform gelöst
Nach der Aufhebung einer Verordnung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH), welche die unterschiedlichen Altersgrenzen für Frauen und Männer bei Senioren-Fahrpreisermäßigungen betrifft (siehe Bericht auf dieStandard.at), haben die Wiener Linien entsprechende Änderungen angekündigt. Das Problem werde im Zuge der neuen Tarifstruktur, die bis Sommer ausgearbeitet werden soll, gelöst werden, versicherte Answer Lang, Sprecher der Verkehrsbetriebe, am Donnerstag.
"Das wird im Rahmen der Tarifreform eingearbeitet", so Lang. Derzeit arbeitet eine von der rot-grünen Stadtregierung eingesetzte Arbeitsgruppe gerade an einem neuen Ticketsystem. Bis Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen. Man gehe davon aus, dass diese dann bis zum Jahresende umgesetzt würden, so Lang. Die Reparaturfrist der aufgehobenen Verordnung des Verkehrsministeriums läuft ebenfalls Ende 2011 aus.
"Wir sind zuversichtlich, dass wir zu einer guten Lösung kommen", sagte der Sprecher. In der Frage, wie diese konkret aussehen könnte, wollte er der Arbeitsgruppe nicht vorgreifen. Lang betonte, dass sich die Wiener Linien bei ihren Ticketermäßigungen für Senioren am gesetzlichen Pensionsalter orientiert hätten. Folglich erhalten derzeit Frauen ab 60 und Männer ab 65 Jahren vergünstigte Tickets.
Auch andere Verkehrsbetriebe betroffen
Das Erkenntnis des VfGH betrifft nicht nur die Wiener Linien, sondern alle, die unter das Kraftfahrliniengesetz fallen. Das sind auch die Verkehrsbetriebe bzw. -verbünde in anderen Bundesländern, Postbus und ÖBB-Bus, betonte der Sprecher der Wiener Linien, Answer Lang.
So bieten z.B. die steirischen Verbundlinien und die Graz-Linien ermäßigte Tarife für Frauen ab 60 und Männer ab 65, andere Verkehrsverbünde - wie jene in Salzburg, Oberösterreich oder Niederösterreich/Burgenland - gewähren Reduktionen bei Vorweis einer ÖBB-Vorteils-Card Senior oder Österreich-Card Senior. Diese Vorteilskarten stellen die ÖBB Frauen ab 60 und Männern ab 65 Jahren aus. (APA)
24.01.2011, 11:50#48
ZitatLang betonte, dass sich die Wiener Linien bei ihren Ticketermäßigungen für Senioren am gesetzlichen Pensionsalter orientiert hätten. Folglich erhalten derzeit Frauen ab 60 und Männer ab 65 Jahren vergünstigte Tickets.
Tja, das ist ja der Punkt. Auch das unterschiedliche gesetzliche Pensionsalter ist natürlich verfassungswidrig, aber da lässt man Jahrzehnte Zeit, um das zu reparieren.
24.01.2011, 14:36#49
Und gleich der nächste Punkt ist: wie repariert man es? Alle schon ab 60 oder alle ab 65 in die Ermässigung?
24.01.2011, 15:23#50
ZitatOriginal von Rainer1988
Und gleich der nächste Punkt ist: wie repariert man es? Alle schon ab 60 oder alle ab 65 in die Ermässigung?
Ich würde die altersabhängige Ermäßigung sowieso abschaffen und durch eine einkommensabhängige (Stichwort Mobilpass) ersetzen.
24.01.2011, 16:40#51
Das würde ich auch für gerechter halten. Schließlich gibt es einerseits Senioren mit Hofratspensionen, die zum Halbpreis fahren dürfen, andererseits gibt es Personen, die mit 800 € im Monat auskommen müssen und keinerlei Ermäßigung bekommen.
Z.B. wäre es möglich, die Vergünstigung an andere soziale Vergünstigungen (GIS- oder Rezeptgebührenbefreiung) zu koppeln.
Z.B. wäre es möglich, die Vergünstigung an andere soziale Vergünstigungen (GIS- oder Rezeptgebührenbefreiung) zu koppeln.
13.11.2012, 11:42#52
Frisch im Download-Bereich...
Wiener Linien müssen wieder zahlen
Senioren-Ticket: Geld für Rentner
...und ein wenig "abgelegen" vom ORF:
Beste Grüße
VT
EDIT: Beitrag ergänzt
Wiener Linien müssen wieder zahlen
Senioren-Ticket: Geld für Rentner
...und ein wenig "abgelegen" vom ORF:
„Öffi“-Seniorenkarten: Frist für Schadenersatz läuft
Die Wiener Linien haben erneut einen Prozess wegen Altersdiskriminierung verloren. Ein Mann klagte, weil die Altersgrenzen bei Seniorenjahreskarten für Frauen (ab 60) und Männern (ab 65) unterschiedlich waren. Er bekam 1.500 Euro Schadenersatz. Doch für Betroffene läuft die Zeit.
In Wien war erneut ein Pensionist mit einer Klage erfolgreich, die er gegen die Wiener Linien angestrengt hatte. Grund der Beschwerde waren die unterschiedlichen Preise für Seniorenkarten. Sie wurden für Frauen zum Halbpreis angeboten. Im Dezember 2010 hat der Verfassungsgerichtshof diese Art der Diskriminierung von Männern für gleichheitswidrig erklärt.
Das Bezirksgericht Innere Stadt gab dem Mann recht und mit dem Urteil vom 8. November 2012 wurde ihm der Betrag zugesprochen, den er mehr bezahlen musste als gleichaltrige Frauen (EUR 440), sowie die verlangte Entschädigung für die Diskriminierung in der Höhe von 1.500 Euro. Insgesamt müssen die Wiener Linien in diesem Fall laut Anwalt Helmut Graupner für Schadenersatz und Verfahrenskosten über 3.000 Euro bezahlen. Graupner sei jedenfalls zuversichtlich, dass das Urteil auch im Falle einer Berufung halten wird.
Erst im Juli bekam ein Mann rund 1.000 Euro Schadenersatz zugesprochen.
Anwalt:"Die Uhr tickt für die Wiener Linien"
Die Wiener Linien sehen laut Sprecher Dominik Gries die Angelegenheit gelassen. Er verwies auf andere Verfahren, in denen zu Gunsten der Wiener Linien entschieden worden sei. Allerdings „steht es jedem frei die Wiener Linien zu klagen“, sagte Gries.
Dabei „tickt aber die Uhr zugunsten der Wiener Linien. Denn erfolgte Zahlungen können nur bis zu drei Jahre rückgefordert werden. Schadenersatz für die Diskriminierung kann bis zum 1. Jänner 2015 gefordert werden“, sagte Graupner. Er empfehle Betroffenen deshalb „möglichst rasch Klage einzubringen“.
Seit 1. Jänner dieses Jahres stellt sich das Problem der Altersdiskriminierung bei den Seniorenkarten der Wiener Linien aber nicht mehr: Denn mit Jahresbeginn 2012 wurde die Regelung angeglichen, für Männer und Frauen gilt nun dasselbe Anspruchsalter. Die Möglichkeit zur Klage hätten auch Männer die sich eine „ÖBB-Vorteilscard senior“ gekauft haben, so Graupner. Aber auch „andere Verkehrsunternehmen, die Männer und Frauen ungleich behandeln oder behandelt haben“, könnten laut dem Anwalt verklagt werden. [...]
Beste Grüße
VT
EDIT: Beitrag ergänzt
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von VT 5081 (13.11.2012, 11:48)
18.02.2013, 14:42#53
Seniorenticket: Urteil rechtskräftig
Wegen der Diskriminierung bei Preisunterschieden für Senioren ist ein Urteil gegen die Wiener Linien nun rechtskräftig. Der Anwalt des Kläger kritisiert allerdings die 500 Euro an Entschädigungskosten als „reichlich absurd“.
Das Bezirksgericht Innere Stadt hatte dem Pensionisten in der ersten Instanz eine Entschädigung von 1.500 Euro zugesprochen - mehr dazu in „Öffi“-Seniorenkarten: Frist für Schadenersatz läuft.
Durch das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen ist der Schadenersatz zwar nun rechtskräftig,, statt 1.500 Euro erhält der Kläger aber nun lediglich 500 Euro an Entschädigungskosten. Helmut Graupner, Anwalt des Pensionisten, nannte das „reichlich absurd“, da das Berufungsgericht bestätigt habe, „dass das EU-Recht verlange, dass der Schadenersatzbetrag abschreckend sein muss“. 500 Euro bezahle ein „Milliardenkonzern“ aber aus der Portokassa. Dieser Betrag sei ja fast eine „Einladung, weiter zu diskriminieren“, ärgerte sich der Verteidiger.
Altersgrenze wird auf 65 Jahre erhöht
In der Klage ging es um die Diskriminierung beim Seniorenpreis der Jahreskarte. Der Verfassungsgerichtshof hatte Ende 2010 eine Regelung gekippt, wonach Frauen eine ermäßigte Jahreskarte bereits ab 60 Jahren bekommen, Männer allerdings erst ab 65 Jahren. Der 1948 geborene Pensionist war von dieser Ungleichbehandlung betroffen und klagte.
Das Bezirksgericht sprach ihm neben dem im Vergleich zu Frauen zu viel bezahltem Betrag von 440 Euro auch einen Schadenersatz von 1.500 Euro zu. Die Wiener Linien gingen daraufhin in Berufung. In der zweiten Instanz setzte das Landesgericht nun eben die Höhe des Schadenersatzes herab. Inklusive der 440 Euro Differenz bekommt der Mann nun also 940 Euro ausbezahlt.
Die Wiener Linien haben bereits mit Beginn 2012 auf die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs - davon waren auch andere Verkehrsunternehmen wie die ÖBB betroffen - reagiert und bieten nun die Seniorenkarte für Männer wie Frauen ab 60 Jahre an. In den kommenden Jahren wird die Altersgrenze allerdings schrittweise auf 65 Jahre erhöht.
Beste Grüße
VT
25.03.2013, 16:54#54
„Öffi“-Seniorenkarten: Viele Klagen laufen
Weil die Wiener Linien ihre Seniorenkarten Frauen bereits ab 60 Jahren, Männern aber erst ab 65 Jahren verkauft hatten, sehen sich die Verkehrsbetriebe derzeit mit Klagen wegen Diskriminierung konfrontiert. Ein Dutzend seien derzeit anhängig, hieß es.
Während das Gericht im Februar einem Mann, der infolge von Ungleichbehandlung Geld einforderte, recht gegeben hatte, fiel das Urteil in einer so gut wie identen Sache nun zugunsten der Verkehrsbetriebe aus. Ob Senioren eine Entschädigung zusteht, ist juristisch allerdings umstritten.
Urteil: Wiener Linien handelten „gesetzeskonform“
Jüngst hatte ein Wiener Pensionist mit Verweis auf die VfGH-Entscheidung ebenfalls wegen Diskriminierung geklagt und wollte neben der Rückerstattung der aus seiner Sicht im Vergleich zu Frauen zu viel bezahlten Summe in den Jahren 2009, 2010 und 2011 (687 Euro, Anm.) zusätzlich 500 Euro Schadenersatz erwirken - ohne Erfolg.
Die Wiener Linien hätten sich nämlich in den drei betreffenden Jahren, in dem der Mann sein Jahresticket gekauft hatte, rechtlich korrekt verhalten, da bis zur Reparaturfrist Ende 2011 die zuvor vom VfGH gekippte Bestimmung weiterhin anzuwenden war. „Die beklagte Partei hat im fraglichen Zeitraum gesetzeskonform gehandelt, somit kann ihr kein Verschulden vorgeworfen werden“, heißt es im Urteil.
Wiener Linien glauben „an bessere Karten“
Die Wiener Linien sehen sich in der nunmehrigen Entscheidung bestätigt. „Es kann nicht sein, dass wir einen Vermögensschaden haben, nur weil wir uns an damals existierende Rechtsvorschriften gehalten haben“, argumentierte ein Öffi-Sprecher. Laut Verkehrsbetriebe, die inzwischen das Anspruchsalter für Senioren-Jahreskarten vereinheitlicht haben, ist rund ein Dutzend weiterer Klagen anhängig.
Für die Wiener Linien sei die derzeitige Situation unbefriedigend. „Wir würden die Sache gern beim Obersten Gerichtshof ausjudizieren lassen“. Dafür sei der jeweilige Streitwert allerdings zu gering, wird bedauert - denn: „Wir glauben, dass wir die besseren Karten hätten.“
Zum Hintergrund: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte Ende 2010 eine Regelung gekippt, wonach Frauen eine ermäßigte Jahreskarte bereits ab 60 Jahren bekommen, Männer allerdings erst ab 65 Jahren. Davon waren nicht nur die Wiener Linien, sondern etwa auch die ÖBB betroffen. Dem Gesetzgeber - also dem Verkehrsministerium - wurde eine Reparaturfrist bis Ende 2011 zugestanden.
Beste Grüße
VT
27.11.2013, 16:31#55
Nun setzt man auf eine IMO typisch österreichische Lösung (mit Anleihen am Paradoxon von Achilles und der Schildkröte):
Beste Grüße
VT
Wiener Linien heben Alter für Seniorenrabatt
Ab 1. Jänner 2014 steigt bei den Wiener Linien das Anspruchsalter für Senioren-Ermäßigungen von 60 auf 61 Jahre an - einheitlich für Männer und Frauen. Schrittweise soll es bis 2022 auf 65 Jahre erhöht werden.
In der Vergangenheit gab es oftmals unterschiedliche Altersgrenzen für Senioren, sie orientierten sich laut Wiener Linien am gesetzlichen Pensionsalter. Diese Regelung wurde aber vom Verfassungsgerichtshof im Jahr 2011 aufgehoben, ein Altersunterschied nach Geschlecht ist nicht mehr zulässig. Auch andere Verkehrsbetriebe ändern ihre Tarife, unter anderem die ÖBB, die Linz Linien, sowie die Vorarlberger und Grazer Verkehrsbetriebe.
Der Großteil der österreichischen Verkehrsbünde hat sich in weiterer Folge dazu entschieden, das Anspruchsalter auf 60 Jahre festzulegen und es dann schrittweise auf 65 Jahre anzuheben. Alle zwei Jahre soll die Steigerung erfolgen, ab 1. Jänner 2014 eben auf 61 Jahre, ab Anfang 2016 muss man dann 62 Jahre sein, um eine Seniorenkarte kaufen zu können. Bis 2022 soll die Umstellung erfolgt sein, informierten die Wiener Linien.
Beste Grüße
VT