St.Marx

52 Beiträge · Seite 3 von 3
30.04.2010, 02:09#41
Zitat
Original von 13er

Die Direktion der Gaswerke war Nr. 10-12, aber die Gaslaterne dort gibt's inzwischen gar nicht mehr . . . ..

Die Leuchte ist weg, nur der Wandarm ist noch dort!


Aber es gibt natürlich elektrische "Pseudo-Gasleuchten", z.B. rund um die Museen am Maria Theresien-Platz! ;)
30.04.2010, 09:05#42
Mit einem 12" Dobson siehst du das Trapez auch in der Stadt:-)
30.04.2010, 09:30#43
Zitat
Original von ncc1701c
Mit einem 12" Dobson siehst du das Trapez auch in der Stadt:-)

Es geht auch mit einem Meade 2120 :P
30.04.2010, 10:05#44
Zitat
Original von ustrab
Zitat
Original von ncc1701c
Mit einem 12" Dobson siehst du das Trapez auch in der Stadt:-)

Es geht auch mit einem Meade 2120 :P


Ist das jetzt ein Astronomologieforum???
30.04.2010, 12:32#45
Mit der Straßenbeleuchtung geht es in meine Richtung, hab ich doch über 25
Berufsjahre damit verbracht.
Mich als Insider verwundert, dass die feudalen "Bischofsstäbe" soweit draußen in der Vorstadt gestellt wurden. fängt doch am ende des Rennweges der Balkan an.

Dazu sei erwähnt, dass Leuchten und Kandelaber neben der Materialnummer auch einen Namen tragen, der mit der Form, dem ersten Aufstellungsort
oder dem entwerfenden Architekten in Verbindung steht.

Kandelaber Bischofsstab, Hängeleuchte Maiglöckchen

Aufsatzleuchte Rathauspark, Aufsatzleuchte Praterstern, Leuchte und Kandelaber
Waldmüllerpark

Aufsatzleuchte Lamprecht, Ansatzleuchte Krischanitz usw.

Die Regelabstände zwischen zwei Lichtpunkten beträgt 30 Meter.

Die Leuchten wurden in Serie geschalten, es gab die große und kleine Serie in Gleichstrom 110V und Wechselstrom 220V / 50 Hz.
Ging sich die Wechselstromserie nicht aus, hatte man die Möglichkeit, einen Auftrafo vorzuschalten.

Foto aus dem Werbematerial der MA 33
Anhänge
Scan10007.jpg
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von WIENTAL DONAUKANAL (30.04.2010, 12:34)
01.05.2010, 23:49#46
Gut, dann kann ich mir den Abstecher in die Josefstadt sparen ;)
Allerdings hat diese Seite definitiv noch mindestens zwei weitere "echte" Gaslaternen (also mit Gasbetrieb) angeführt, bloß weiß ich nicht mehr wo...
02.05.2010, 00:27#47
Zitat
Original von WeSt
Allerdings hat diese Seite definitiv noch mindestens zwei weitere "echte" Gaslaternen (also mit Gasbetrieb) angeführt, bloß weiß ich nicht mehr wo...

Es dürfte heute nur mehr eine geben, am Hietzinger Platz.
02.05.2010, 14:01#48
Mag aber auch sein, dass die Leuchte zur Restaurierung abgenommen wurde.
das Dach besteht nur aus dünnem Blech und könnt in den Jahren durchgerostet sein.

In Hietzing um Ober St Veit wurden die Gaslaternen elektrifiziert. Dazu wurde ein "Abtrafo" eingebaut um die damals noch häufigen Glühbirnen mit 45V / 200W betreiben zu können. Dabei sei erwähnt, dass die Gaslaternen elektrisch ferngezündet wurden. Die letzten originalen Leuchten aus Hietzing hatten noch immer ihre Zündosen.

Der zwingende Umbau aller Anlagen der ÖB auf Schutzklasse II beendete Mitte der 90er Jahre ihren Einsatz. Heute stehen dort historisierende Nachbauten. Leider hat beim Transport zum Lager kein einziger der mundgeblasenen Glaszylinder überlebt.
Anhänge
17906682.jpg
02.05.2010, 21:56#49
Mein Vater behauptet, die Laternen in Hietzing seien noch bis 1962 jeden Abend händisch gezündet worden...

Was war der Hintergedanke bei der zwingenden Umrüstung auf SKII? Gerade bei Stahlmasten bietet sich ja SK I eigentlich an - oder waren die SK 0?
03.05.2010, 00:16#50
Mein Vater war Hausdienstmonteur beim Wiener Gaswerk und wenn man da etwas ausgefressen hat, ist man befristet Strafversetzt zum Laternendienst oder Wassersack leeren, strafversetzt worden. Er hat die Laternen im 10. Bezirk rund um die Spinnerin am Kreuz auch händisch gezündet, weil die Fernzündung nicht mehr funktionierte. Dazu gab es eine Stange mit mit einem Haken zum Öffnen des Gashahnes und einer brennenden Wachsschnur als Lunte. War man nicht schnell genug mit dem Anzünden, hat sich die Leuchte mit Gas gefüllt und dann hat es geknallt.

Die Anlagen der ÖB waren bis ca Mitte der 90er Jahre einfach nur kriminell.
Anlass zum Umbau war wieder der Tod eines Hundes, der bei beim Heben des Haxerl an einem Kandelaber im 1. Bezirk sein Ende fand. Die Krone und der ORF hatten Saure-Gurken-Zeit und haben den Vorfall entsprechend ausgeschlachtet.

Dazu sei gesagt, dass die Aufführungen oft nur Ye Einzelleiter waren, dass die Verbindungen im Sockel und bei den Leuchten ordinäre Blockklemmen und die Anlagen mit grundsätzlich 25 A deutlich übersichert waren.
Ab 1981 war ich Störungsmonteur in der Abteilung B5 der Wiener E-Werke, die aus alter Tradition mit der Instandhaltung der ÖB betraut war. Im Winter hat man Störungen oft an den freigeschmolzenen Kreisen rund um die Kandelaber oder Schmauchspuren bei den Kandelabertürchen gefunden. Gottlob vorbei!

Foto Wojnar 1954
Zünddose im Lyra der Laterne. (Der Bauteil heißt genauso wie der Bügel am TW.)
Anhänge
ZÜNDDOSE.jpg
03.05.2010, 13:48#51
Zitat
Die Anlagen der ÖB waren bis ca Mitte der 90er Jahre einfach nur kriminell. Anlass zum Umbau war wieder der Tod eines Hundes, der bei beim Heben des Haxerl an einem Kandelaber im 1. Bezirk sein Ende fand. Die Krone und der ORF hatten Saure-Gurken-Zeit und haben den Vorfall entsprechend ausgeschlachtet. Dazu sei gesagt, dass die Aufführungen oft nur Ye Einzelleiter waren, dass die Verbindungen im Sockel und bei den Leuchten ordinäre Blockklemmen und die Anlagen mit grundsätzlich 25 A deutlich übersichert waren.

Also doch Schutzklasse 0? Deine Beschreibung klingt äußerst abenteuerlich! 25A vielleicht noch für 1,5mm2? Erinnert mich dann an gewisse Elektroinstallationsbetriebe und deren Bauprovisorien ;)

In einer Gemeindebausiedlung im 23. (Baujahr um 1990) ist einmal ein Mast einfach umgebrochen und dann einige Tage so herumgelegen... die Abdeckung über den Sicherungssockeln war auch offen.
04.05.2010, 04:38#52
Die Anlagen waren in einem unvorstellbaren Zustand. Kurz nach dem Vorfall mit dem Hund kam es in der alten Per Albin Hanson Siedlung zu einer Sicherheitsabschaltung. Der Isolationswiderstand der Erdkabel aus der Bauzeit der Siedlung war derart schlecht, dass eine sofortige Sanierung zwingend wurde.
Nun ist es so, dass die Bezirke ein Budget für Bau und Erhaltung diverser Stadtmöblierung haben. Im 10. Bezirk hatte man dieses anderweitig verbraten und
die Bezirksvertretung wollte die Kosten auf die MA 33 abwälzen. Dort hat man sich natürlich geweigert und die ÖB aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Die Anwohner wurden mittels genormter Baustellen-Informationstafeln vom Grund der Abschaltung informiert. Diese übten dann Druck auf die Bezirksvorstehung aus und wenige Tage später begann der Neubau der Anlage.

Dass Masten umfallen , ist gar nicht so selten. stark betroffen sind die Kandelaber Typ "Donaukanal" entlang der Donaukanal Begleitwege, die bei Tag und Nacht von Hunden umgepisst wurden.
Etwas höher oben in der Weißgerberlände stürzten nach rund 70 Jahren Standzeit die letzten Pressburger Bahn Masten um, ebenso betroffen die Höhenstraße vor der Sanierung.
Mir selbst wäre beinahe bei einer Störungsbehebung ein Kandelaber in die Stadtbahn Station Margaretengürtel abgestürzt.
Viele der Gußsockel haben kein Türchen und somit muß man den Sockel heben um zu den Klemmen zu kommen. Die Sockel sind nur Zierrat und sind in die Statik nicht einbezogen, stehen unbefestigt durch ihr hohes Eigengewicht. Bei dieser Leuchte war der durchgehende Mast abgerostet und wurde gerade noch so vom Sockel gehalten. Beim Anheben stürzte dann der Kandelaber um und gemeinsam mit meinem Kollegen konnte ich gerade noch die Fallrichtung beeinflussen.

Foto AEG Hängeleuchte mit Ersatzwiderstand für Serienanlagen.
Der Ersatzwiderstand hat eine gering höhere Ohmzahl als die Lampe. Brannte die Glühbirne durch, so übernahm der parallel dazu geschaltete Ersatzwiderstand die Durchleitung und der Rest der Anlage brannte weiter.
Anhänge
haengeleuchte1923-g.jpg