Glossar: "Fachbegriffe"
68 Beiträge · Seite 2 von 4
17.09.2009, 08:56#21
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von Revisor
Alle Wagen der Typen M, M1 und PX wurden als "Steher" geliefert, der Umbau auf "Sitzer" begann bei den M 1941, bei den anderen Typen erst nach dem Krieg. Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurden Wagen mit Fahrersitzen geliefert, nämlich die Typen A und G4.
Ah, ich dachte, 4142-4150 wären bereits mit Sitz geliefert worden.
Zitat
Dann fehlt auch der
- Steher -> Wagen, bei dem der Fahrer den Dienst stehend verrichten mußte.
Ja, das logische Gegenteil. Allerdings ist dieser Begriff m.M.n. nicht so gebräuchlich wie "Sitzer". Das kann aber natürlich zur aktiven Zeit dieser Wagen ganz anders gewesen sein.
17.09.2009, 10:14#22
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von Ferry
Ah, ich dachte, 4142-4150 wären bereits mit Sitz geliefert worden.
Das wäre rechtlich gar nicht möglich gewesen, da das damals gültige Eisenbahngesetz für Triebfahrzeugführer die stehende Ausübung ihrer Tätigkeit vorschrieb. Erst ab 1932 durften auf der Eisenbahn und damit auch auf der Stadtbahn die Lokführer bzw. Stadtbahnfahrer sitzen, was den Einbau von Fahrersitzen in die N-Triebwagen bewirkte. In der Straßenbahn wurde das Verbot erst mit dem Anschluß an das Dritte Reich und der damit auch bei uns gültigen BOStrab aufgehoben.
17.09.2009, 10:16#23
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von Revisor
da das damals gültige Eisenbahngesetz für Triebfahrzeugführer die stehende Ausübung ihrer Tätigkeit vorschrieb
Wurde das im Gesetz begründet? (Wenn ja, wodurch?)
17.09.2009, 10:18#24
ZitatOriginal von lachkater
Ergänzung zum Begriff Schlitten:
Infolge des Rädergleitens hat ein mitgeführter Beiwagen keine Bremswirkung weil das Solenoid nicht anspricht, Der Beiwagen schiebt sozusagen ungebremst nach.. Ist beim Bergabfahren sehr unfallsträchtig.
Edit: Vergessenes Wort eingefügt
Durch das Rädergleiten bleibt die generatorische Wirkung der Motoren aus und die Solenoide der Beiwagen werden nicht mehr mit elektrischer Energie versorgt, daher sprechen sie nicht an. In so einem Fall hilft dann nur mehr Sanden und ggf. der Einsatz der Schienenbremse.
17.09.2009, 10:42#25
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von 95B
Wurde das im Gesetz begründet? (Wenn ja, wodurch?)
Wann gibt es in Gesetzen schon Begründungen? Vermutlich hatte man Sorge, daß bei einem sitzenden Triebfahrzeugführer die Aufmerksamkeit nachlassen könnte. Schließlich hatte man aus dem gleichen Grund in den ersten Jahrzehnten den Dampflokomotivführern Führerstandshäuser verweigert und verlangt, daß sie ihren Dienst völlig ungeschützt verrichten mußten. Immerhin lief die im angehängten Bild gezeigte Lokomotive an die 100 km/h.
17.09.2009, 12:26#26
- Nuschelmikro - Nahbesprechungsmikrophon des Schaffners in geschlossenen Wagen
17.09.2009, 22:08#27
ZitatWurde das im Gesetz begründet? (Wenn ja, wodurch?)
Eine Ergänzung: Auch eine allfällige Plattformverglasung der Straßenbahntriebwagen wurde anfangs als Hindernis in der Kommunikation des Motorführers mit den anderen Verkehrsteilnehmern betrachtet. Daher war eine solche Verglasung aus Sicherheitsgründen anfangs gar nicht gewollt.
17.09.2009, 22:35#28
ZitatOriginal von Conducteur
Eine Ergänzung: Auch eine allfällige Plattformverglasung der Straßenbahntriebwagen wurde anfangs als Hindernis in der Kommunikation des Motorführers mit den anderen Verkehrsteilnehmern betrachtet. Daher war eine solche Verglasung aus Sicherheitsgründen anfangs gar nicht gewollt.
Das war aber gottlob bereits 1910 überwunden. Bis allerdings alle Personentriebwagen verglaste Plattformen hatten, dauerte es noch weitere 20 Jahre. Die letzten Arbeitstriebwagen erhielten ihre Verglasung gar erst 1975. Offen blieben damals nur noch die beiden Kranwagen, bei denen eine Verglasung technisch nicht möglich war
17.09.2009, 23:25#29
ZitatOriginal von Revisor
Offen blieben damals nur noch die beiden Kranwagen, bei denen eine Verglasung technisch nicht möglich war
Die erhielten aber "immerhin" eine aufsteckbare Plexiglasscheibe.
18.09.2009, 00:12#30
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von Revisor
Dann fehlt auch der
- Steher -> Wagen, bei dem der Fahrer den Dienst stehend verrichten mußte.
Ja, das logische Gegenteil. Allerdings ist dieser Begriff m.M.n. nicht so gebräuchlich wie "Sitzer". Das kann aber natürlich zur aktiven Zeit dieser Wagen ganz anders gewesen sein.
Gerade "Sitzer" war (früher) ein ganz unüblicher Begriff. als Gegenteil von Steher wurde immer Boogie verwendet! Sitzer wurde eigentlich nur zu Zeiten der "Halbstarken" von den Schaffnern für den Beiwagen verwendet, weil kaum einer den ganzen Dienst am Triebwagen leisten wollte, sondern mit dem Kollegen am "Sitzer" nach ein Paar Touren Platz wechseln ("Nach der näxten lasst aba mi für zwa Rund'n am Sitzer!").

18.09.2009, 01:33#31
ZitatOriginal von N1_2888
"Silberpfeil" ist ein Marketing-Begriff, den man abseits von WL-Publiikationen o.ä. kaum findet. Der wird wohl weder intern verwendet, noch hat er Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden.
Den "Silberpfeil" würde ich auch nicht anführen, aus eben diesen Gründen!
Zitat
Jonasreindl -> Unterirdische Schleife beim Schottentor der Linien 37, 38, 40, 41 und 42 sowie einst auch der Linie 39.
Zitat
Nasentröpferl
Rote Schuhschachteln
Solche Diktionen, spezifisch aus dem Kreis der organisierten Eisenbahnfreunde, würde ich weglassen. Wir sollten uns beschränken, auf im Sprachschatz der Wiener vorkommende Begriffe und auf solche aus der Arbeitswelt! Ich habe noch nie einen gestandenen Tramwayer oder wen aus der Bevölkerung gehört, der "Nasentröpferl" oder "Schuhschachtel" in diesem Zusammenhang gesagt oder verstanden hätte!
Zitat
Proletenschlauch
Auch das würde ich eher weglassen. Den Ausdruck Schlauch bzw. Proletenschlauch habe ich bisher nur von Sandlern und echten Prolos vernommen und noch nie von "normalen" Leuten, allerdings war da die U-Bahn gemeint ("I foahr min näxt'n Schlauch!").

18.09.2009, 08:42#32
Zitat
Proletenschlauch
Auch die Begriffe Gemeindeporsche und Glasnudel zu Beginn des ULF-Einsatzes waren ein eher weniger verwendeter Ausdruck.
Der Begriff Schuhschachtel für die Lärmschutzabdeckungen der Drehgestelle wird auch nur in einer Fachzeitschrift, die sich mit Schienenverkehr befasst verwendet.
20.09.2009, 10:42#33
Nicht vergessen werden sollte ein Begriff, der auch schon einmal Gegenstand eines Rätsels war.
Edit: Layout
- Da Wühde -> Der Wilde. Bei Linien, die von zwei oder mehreren Bahnhöfen betrieben wurden, die Züge - und in gewisser Weise auch das Personal derselben - des jeweils anderen Bahnhofs bzw. der anderen Bahnhöfe.
Edit: Layout
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Revisor (20.09.2009, 10:44)
01.10.2009, 13:23#34
- Angsthäuferl -> Sandhaufen, der im Zuge einer Schnellbremsung oder Notbremsung entsteht, wenn der Fahrer "in der Angst" den Sandstreuhebel so lang betätigt, dass der Sand bei Stillstand des Zuges auch noch rieselt. Beim Anfahren merkt man dann, dass das Drehgestell richtig über den Haufen klettert.
12.01.2010, 11:02#35
RE: "Fachbegriffe"
Lieb find ich die Roßknödelweiche (Quelle Stadtverkehrs-Wiki) für die Weiche Innenring - Bellariaschleife. Der Spitzname soll daher stammen, daß diese Anlage öfters durch den Pferdemist der Fiaker funktionsunfähig ist.
12.01.2010, 11:51#36
RE: "Fachbegriffe"
ZitatOriginal von Ottakring
Der Spitzname soll daher stammen, daß diese Anlage öfters durch den Pferdemist der Fiaker funktionsunfähig ist.
Richtig, aber die Verunreinigungen sind mittlerweile Vergangenheit - den Pooh Bags sei Dank.
12.01.2010, 20:45#37
Wo steht das denn im Wiki? 
Die in Sichtungen von falscher/fehlender Fahrgastinformation aufgelisteten "Fachbegriffe" könnte man noch hinzufügen.

Die in Sichtungen von falscher/fehlender Fahrgastinformation aufgelisteten "Fachbegriffe" könnte man noch hinzufügen.
12.01.2010, 21:18#38
ZitatOriginal von darkweasel
Wo steht das denn im Wiki?
http://xover.mud.at/~tramway/stvkr-a-wiki/index.php/FachbegriffeIch weiß, zum Suchen ganz ohne Anhaltspunkt ist ein Wiki nicht die ideale Software...
16.04.2010, 12:05#39
Nachtrag
Tramwaywi..er,
Pufferküsser,
Ferrose...lle = sogennante Straßenbahnfreunde, die übertrieben agieren.

Pufferküsser,
Ferrose...lle = sogennante Straßenbahnfreunde, die übertrieben agieren.

16.04.2010, 12:07#40
RE: Nachtrag
ZitatOriginal von ustrab
Pufferküsser,
Ferrose...lle = sogennante Straßenbahnfreunde, die übertrieben agieren.
Diese beiden Ausdrücke definieren aber nicht nur Straßenbahnfreunde, sondern alle Liebhaber des schienengebundenen Verkehrs, mWn.
