Sonntagsrätsel Eisenbahn (gelöst)

27 Beiträge · Seite 2 von 2
25.10.2009, 21:01#21
Und hier nochmals der Blick auf das Haus und die Stelle, wo die Gleise einstmals die O'Briengasse kreuzten.

Ja nochmals die Frage: wohin führten diese Gleise?
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Bild010z.jpg
30.10.2009, 00:37#22
Nachdem sich an diesem Rätsel schon einige Tage nichts mehr getan hat, einen kleinen Hinweis zur Lösung für diejenigen, die die Lösung noch nicht kennen, aber ein wenig Hilfe benötigen:

Im Nahbereich von Floridsdorf gab es einstmals neben den Bahnhöfen und Streckengleisen 3 wichtige eisenbahntechnische Einrichtungen. Eine davon existiert heute noch. Es ist die HW Floridsdorf der Nordbahn / ÖBB an der Brünner Straße. Die andere war die bereits genannte LOFAK. Die dritte Einrichtung ist die gesuchte Einrichtung, zu der die abgebildeten Gleise einstmals führten.

Anders gesehen, zu einer Einrichtung, nämlich zur LOFAK, sowie zum Bahnhof Peitlgasse der Dampftramway gelangte man von der Ostseite des Bahnhofs Jedlesee. Zur gesuchten Einrichtung gelangte man über die abgebildeten Gleise von der Westseite des Bahnhofs Jedlesee.

Welches ist also die gesuchte Einrichtung, zu der diese Gleise führten?
30.10.2009, 00:54#23
Sollten die Gleise wirklich dereinst zum Bahnhof der Dampftramway in Floridsdorf geführt haben? Daß diese Verbindung einst bestand, ist mir schon klar, aber daß Reste dieser in den Zwanziger Jahren aufgelassenen Verbindung noch existierten, war mir nicht bewußt.
30.10.2009, 01:04#24
Zitat
Original von Revisor
Sollten die Gleise wirklich dereinst zum Bahnhof der Dampftramway in Floridsdorf geführt haben? Daß diese Verbindung einst bestand, ist mir schon klar, aber daß Reste dieser in den Zwanziger Jahren aufgelassenen Verbindung noch existierten, war mir nicht bewußt.


Nein, zur Dampftramway ging es ja auf der Ostseite, ebenso wie zur LOFAK. Die Gleise liegen aber auf der Westseite, und die gesuchte Einrichtung befand sich auch auf der Westseite. Den Bahnhof der Dampftramway habe ich nicht bei den 3 eisenbahntechnischen Einrichtungen mitgezählt (Bahnhöfe und Streckengleise generell nicht).

Übrigens erinnert heute, bei aufmerksamer Vorbeifahrt oder Besichtigung, noch einiges an die einstmalige, gesuchte Einrichtung. Eine Deiner Feststellungen trifft aber auf die gesuchten Gleise zu: Zum Photozeitpunkt (Februar 1984) existierte die gesuchte Einrichtung bereits einige Jahrzehnte nicht mehr, die Zufahrtsgleise gab es aber noch, da diese für andere Zwecke benützt wurden.
30.10.2009, 09:08#25
Mich hat die O' Briengasse ein wenig irretiert da die Gasse früher nur bis zur Brünner Straße ging und das Straßenstück wo das Hinweisfoto vier Postings weiter oben eigentlich damals die Bahnsteggasse war. Deswegen würde ich mal auf folgendes tippen:

----> Werkstätten der Nordwestbahn
30.10.2009, 11:06#26
Zitat
Original von 29er
Mich hat die O' Briengasse ein wenig irretiert da die Gasse früher nur bis zur Brünner Straße ging und das Straßenstück wo das Hinweisfoto vier Postings weiter oben eigentlich damals die Bahnsteggasse war. Deswegen würde ich mal auf folgendes tippen:

----> Werkstätten der Nordwestbahn


Bingo :daumenhoch:

Vollständig eigentlich "Hauptwerkstätte Jedlesee der k.k. priv. Österreichischen Nordwestbahn".

Du meinst wohl "Prager Straße" statt "Brünner Straße". Dein Hinweis mit "Bahnsteggasse" ist auch richtig. Heute heißt der westlich der ehm. Nordwestbahn gelegene Teil "O'Briengasse" (Verlängerung der westlichen O'Briengasse nach Osten). Den Bahnsteg, der die beiden Straßenteile einstmals verband, gibt es ja heute auch nicht mehr. Noch 1984, erinnere ich mich, war es ein Genuß, auf einem idyllischen Wegerl die Bahn zu queren. Dafür kann man heute nach ebenerdiger Querung einer Verkehrshölle und Passieren zahlreicher Ampeln, bei denen der Fußgänger immer der Schwächere ist und sich unterordnen muß, die Katsushikastraße und den Einkaufstempel am Gelände der ehm. LOFAK erreichen. Wieder ein Beweis, daß eine Eisenbahnstrecke etwas Verbindendes war, eine Autostraße jedoch etwas Trennendes ist.

Eine sehr gute und übersichtliche Abhandlung über die HW Jedlesee von Ing. Peter Gaider und Ernst Sladek aus dem Jänner 2008 findet sich in http://www.bahn-austria.at/report_bahnwst.jedlesee.htm.

Die HW Jedlesee der ÖNWB bestand vom 1.9.1872 bis 31.12.1927. Nicht zuletzt sind es die zur HW gehörenden Arbeiterwohnhäuser, die heute noch entlang der Koloniestraße stehen und "Nordwestbahn - Colonie" genannt wurden, die der Koloniestraße ihren Namen gaben. Auch das oben gepostete Photo war ein Bauwerk der ehm. HW (ehm. Büro- und Wohngebäude des Materialmagazinsdienstes) und wird heute als Wohnhaus genutzt.

Nach der Schließung 1928 und der Abrtragung der Gleise und Werkstätten 1935 bzw. 1938 muß wohl noch ein kleiner Rest übriggeblieben sein, denn im Februar 1984, als das Photo entstand, sahen die Zufahrtsgleise noch fast benutzt aus. Jedoch endeten damals diese Gleise bereits bei der O'Briengasse. Nördlich der O'Briengasse war 1984 bereits alles planiert. Das dürfte 1982, wie auf den Bildern im Artikel von Ing. Peter Gaider und Ernst Sladek zu erkennen ist, noch nicht ganz so gewesen sein. Die eine an das ehm. Büro- und Wohngebäude des Materialmagazinsdienstes anschließende Halle (der verbleibende Rest des Materialmagazins), die heute von einem Autohändler genutzt wird, dürfte damals noch Gleisanschluß gehabt haben. Mehr weiß ich über diese Zeit leider auch nicht zu berichten. Wäre interessant, ob es über die Verwendung dieser Gleisanlagen zwischen 1935 und 1984 irgenwelche Unterlagen oder Erinnerungen gibt. Lachkater berichtete mir, daß die Lagerhalle Anfang der 70er Jahre von der Fa. Teppichland verwendet worden sein soll.

Jedenfalls dürfte ab etwa 1984 das Nachwachsen des Grünbewuchses der Gleisanlagen nicht mehr gestoppt worden sein, sodaß der ehm. Gleisbereich der Zufahrtsgleise sich heute als Gstättn präsentiert. Irgendwann müssen in diesem Bereich auch die Gleisanlagen abgetragen worden sein, denn heute ist als einziger Rest der Wasserstutzen vor der O'Briengasse erkennbar (siehe Photo weiter oben).

Hier der Gleisplan von 1892 der ehm. HW aus dem Artikel von Ing. Peter Gaider und Ernst Sladek. Man sieht deutlich, daß man auf einem schienengleichen Bahnübergang zuerst die Zufahrtsgleise zur HW queren mußte, wenn man von der Prager Straße zum Bahnhofsgebäude Jedlesee gelangen wollte. 1984 gab es auch noch die Andreaskreuze bei der Zufahrtsstraße, die man auf späteren Photos nicht mehr findet.
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HW Jedlesee Gleisplan 1892.jpg
30.10.2009, 11:54#27
Zitat
Original von Conducteur
Du meinst wohl "Prager Straße" statt "Brünner Straße".

Selbstverständlich! :(

Zitat
Original von Conducteur
Den Bahnsteg, der die beiden Straßenteile einstmals verband, gibt es ja heute auch nicht mehr.

Ganz weg ist er nicht, denn er hat im "Eisenbahnmuseum" Strasshof einen neuen Platz gefunden.

Zitat
Original von Conducteur
Nach der Schließung 1928 und der Abrtragung der Gleise und Werkstätten 1935 bzw. 1938 muß wohl noch ein kleiner Rest übriggeblieben sein, denn im Februar 1984, als das Photo entstand, sahen die Zufahrtsgleise noch fast benutzt aus. Jedoch endeten damals diese Gleise bereits bei der O'Briengasse. Nördlich der O'Briengasse war 1984 bereits alles planiert.

Im Stadtplan von 1972 sind die Gleise noch bis zur Höhe vom Sportplatz eingezeichnet, was aber natürlich nicht unbedingt heißt dass sie noch tatsächlich exisitierten.