Schwere Tramway-Unfälle

38 Beiträge · Seite 1 von 2
27.01.2010, 16:12#1
Der Beitrag über den Straßenbahnunfall am Getreidemarkt hat mich dazu veranlaßt, diesen Beitrag zu eröffnen. Eine Zusammenfassung aller Unfälle der Wiener Linien, bei denen Fahrgäste ohne eigenes Verschulden bzw. Fahrpersonal ums Leben gekommen sind. Alle Fälle, wo Leute zu Schade n kamen, weil sie bereits schließende Türen geöffnet haben oder zwischen Trieb-und Beiwagen über die Kupplung geklettert sind sowie Insassen von beteiligten Autos sind also ausgeschlossen.
Auf die Schnelle fallen mir nur 2 weitere echte Katastrophen ein: Ein Auffahrunfall ca. 1957 auf der Reichsbrücke (da war mein Vater betroffen - gsd nur mit einer leichten Prellung) und das m.W. größte Unglück in der Wiener Tramgeschichte - der Crash von zwei 39ern auf der Billrothstraße/Döblinger Hauptstraße mit 20 Toten. Letztlich kommt noch der eher makabre Unfall in Simmering in Frage, bei dem ein 71er in eine Bankfiliale krachte und dabei einen Angestellten am Schalter der Bank tötete.
27.01.2010, 16:31#2
Ui, wenn so ein Thread auftaucht, muß ich mich mit meinem nächsten Rätsel beeilen... das sollte eigentlich ein "Unfall-Rätsel" werden. Ich sage daher noch nichts über weitere Unfälle... :)
27.01.2010, 16:32#3
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Ottakring
m.W. größte Unglück in der Wiener Tramgeschichte - der Crash von zwei 39ern auf der Billrothstraße/Döblinger Hauptstraße mit 20 Toten

Nicht nur in Wien, sondern die - je nach Zählung - wohl zweitgrößte Straßenbahnkatastrophe weltweit, wo keine externen Faktoren betroffen waren (also das Flugzeug in München zählt da z.B. nicht).

Eine Liste der größten Straßenbahnunfälle Wiens findest du im Sambs-Buch, das aber von der Richtigkeit der Fakten her mit größter Vorsicht und Skepsis zu betrachten ist und noch unterhalb der Finkbücher eingeordnet werden muss.

Unfälle mit mehreren Toten waren leider in den frühen Jahren der Straßenbahn auf der Tagesordnung. Es wurde eigentlich erst nach dem 2. Weltkrieg wesentlich besser, als man immer mehr auf die Stahlkastenwägen und Schienenbremsen umstellte. Holzkastenwägen waren fahrende Todeswerkzeuge (wenn ich mal so drastisch formulieren darf), denn schon ein leichter Zusammenstoß konnte dazu führen, dass das Holz splitterte und es ist sicher nicht sehr angenehm, so einen Splitter irgendwo reinzukriegen.
27.01.2010, 16:47#4
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von 13er
[...] (also das Flugzeug in München zählt da z.B. nicht).

Bitte das näher zu erläutern, da mir Google mangels brauchbarer Suchbegriffe keine große Hilfe ist. :-)

Neugierige Grüße
VT
27.01.2010, 17:58#6
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Ottakring
Auf die Schnelle fallen mir nur 2 weitere echte Katastrophen ein: Ein Auffahrunfall ca. 1957 auf der Reichsbrücke (da war mein Vater betroffen - gsd nur mit einer leichten Prellung) und das m.W. größte Unglück in der Wiener Tramgeschichte - der Crash von zwei 39ern auf der Billrothstraße/Döblinger Hauptstraße mit 20 Toten. Letztlich kommt noch der eher makabre Unfall in Simmering in Frage, bei dem ein 71er in eine Bankfiliale krachte und dabei einen Angestellten am Schalter der Bank tötete.

Gab es bei dem umgestürzten 4557 Verletzte? Wenn ja, wieviele?
27.01.2010, 17:59#7
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von VT 5081
Zitat
Original von 13er
[...] (also das Flugzeug in München zählt da z.B. nicht).

Bitte das näher zu erläutern, da mir Google mangels brauchbarer Suchbegriffe keine große Hilfe ist. :-)

Am 17. Dezember 1960 knapp nach 14 Uhr stürzt eine zweimotorige Convair 340 der USAF, besetzt mit 7 Besatzungsmitgliedern und 13 Passagieren sowie betankt mit 6000 l Treibstoff kurz nach dem Start von München-Riem auf die Kreuzung Bayerstraße/Martin-Greif-Straße in der Münchner Innenstadt. Dabei treffen Trümmer einen Zug der Linie 10, bestehend aus J2-731+i4-1596, heben den Beiwagen aus den Schienen und setzen ihn explosionsartig in Brand. 26 Fahrgäste und der Schaffner des Beiwagens können sich nicht mehr ins Freie retten und verbrennen. Der KSW-Triebwagen kann bereits vier Wochen nach dem Unglück wieder im Liniendiest eingesetzt werden, der Aufbaubeiwagen hingegen muß verschrottet werden. Insgesamt sterben bei diesem Unglück 52 Menschen.
27.01.2010, 18:05#8
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Ferry
Zitat
Original von Ottakring
Auf die Schnelle fallen mir nur 2 weitere echte Katastrophen ein: Ein Auffahrunfall ca. 1957 auf der Reichsbrücke (da war mein Vater betroffen - gsd nur mit einer leichten Prellung) und das m.W. größte Unglück in der Wiener Tramgeschichte - der Crash von zwei 39ern auf der Billrothstraße/Döblinger Hauptstraße mit 20 Toten. Letztlich kommt noch der eher makabre Unfall in Simmering in Frage, bei dem ein 71er in eine Bankfiliale krachte und dabei einen Angestellten am Schalter der Bank tötete.

Gab es bei dem umgestürzten 4557 Verletzte? Wenn ja, wieviele?

Ich glaube, du hast deinen "Sambs" nicht gelesen. :D User "Ottakring" dürfte sich auf den Unfall vom 16. Mai 1957 beziehen, als ein Zug der Linie 16 von der Reichsbrücke kommend einen in der Haltestelle Mexikoplatz stehenden Zug der Linie C rammte. Fazit: 3 Tote, 16 Schwer- und 41 Leichtverletzte.

Beim Unfall des 4557 gab es übrigens 15 Leichtverletzte.


Edit: Letzten Satz angefügt.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Revisor (27.01.2010, 18:18)
27.01.2010, 18:20#9
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Revisor
Ich glaube, du hast deinen "Sambs" nicht gelesen. :D User "Ottakring" dürfte sich auf den Unfall vom 16. Mai 1957 beziehen, als ein Zug der Linie 16 von der Reichsbrücke kommend einen in der Haltestelle Mexikoplatz stehenden Zug der Linie C rammte. Fazit: 3 Tote, 16 Schwer- und 41 Leichtverletzte.

Ich weiß, worauf sich User "Ottakring" bezog. Ich bezog mich auf den Unfall mit dem E1 4557, der in einer Kurve der Ersatz-Reichsbrücke infolge zu hoher Geschwindigkeit umstürzte.
Und bei der Werbung, die für den "Sambs" derzeit gerade gemacht wird:

Zitat
Original von 13er
Eine Liste der größten Straßenbahnunfälle Wiens findest du im Sambs-Buch, das aber von der Richtigkeit der Fakten her mit größter Vorsicht und Skepsis zu betrachten ist und noch unterhalb der Finkbücher eingeordnet werden muss.

darf es nicht verwundern, dass ich mir dieses Prachtexemplar Wienerischer Straßenbahnlektüre noch nicht einverleibt habe. :D
27.01.2010, 18:23#10
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Ferry
Zitat
Original von Revisor
Ich glaube, du hast deinen "Sambs" nicht gelesen. :D User "Ottakring" dürfte sich auf den Unfall vom 16. Mai 1957 beziehen, als ein Zug der Linie 16 von der Reichsbrücke kommend einen in der Haltestelle Mexikoplatz stehenden Zug der Linie C rammte. Fazit: 3 Tote, 16 Schwer- und 41 Leichtverletzte.

Ich weiß, worauf sich User "Ottakring" bezog. Ich bezog mich auf den Unfall mit dem E1 4557, der in einer Kurve der Ersatz-Reichsbrücke infolge zu hoher Geschwindigkeit umstürzte.
Und bei der Werbung, die für den "Sambs" derzeit gerade gemacht wird:

Zitat
Original von 13er
Eine Liste der größten Straßenbahnunfälle Wiens findest du im Sambs-Buch, das aber von der Richtigkeit der Fakten her mit größter Vorsicht und Skepsis zu betrachten ist und noch unterhalb der Finkbücher eingeordnet werden muss.

darf es nicht verwundern, dass ich mir dieses Prachtexemplar Wienerischer Straßenbahnlektüre noch nicht einverleibt habe. :D

Du hältst dich also lieber an "Finks Märchen?"
27.01.2010, 18:24#11
Nicht zu vergessen wäre der Unfall auf der Linie 10 in der Reinlgasse, wo das Fahrzeug wegen überhöhter Geschwindigkeit in die Linzerstrasse fuhr.Leider gab es bei dem Unfall auch Tote.
27.01.2010, 18:33#12
RE: Schwere Tramway-Unfälle
Zitat
Original von Revisor
Du hältst dich also lieber an "Finks Märchen?"


Ja, warum nicht? Die Bücher sind nicht schlecht, solange man sich beim Lesen vor Augen hält, dass es sich um Märchenbücher handelt... dadurch werden sie manchmal sogar ganz amüsant.

Aber der "Sambs" kommt auch noch!
28.01.2010, 06:56#13
Zählt der Unfall am Bahnhof Floridsdorf auch dazu, wo eine strassenbahn der Linie 26 in einen Shuttlebus des SCN fuhr. Auch hier gab es tote
28.01.2010, 17:09#14
Zitat
Original von 62/8
Zählt der Unfall am Bahnhof Floridsdorf auch dazu, wo eine strassenbahn der Linie 26 in einen Shuttlebus des SCN fuhr. Auch hier gab es tote

Sicher zählt der, fällt aber wohl noch nicht unter "Historisches".
28.01.2010, 17:23#15
Zitat
Original von 13er
Zitat
Original von 62/8
Zählt der Unfall am Bahnhof Floridsdorf auch dazu, wo eine strassenbahn der Linie 26 in einen Shuttlebus des SCN fuhr. Auch hier gab es tote

Sicher zählt der, fällt aber wohl noch nicht unter "Historisches".

Äh, unter Gegenwärtiges und Zukünftiges aber auch nicht, also was dann?
29.01.2010, 01:28#16
Zitat
Original von schaffnerlos
Zitat
Original von 13er
Zitat
Original von 62/8
Zählt der Unfall am Bahnhof Floridsdorf auch dazu, wo eine strassenbahn der Linie 26 in einen Shuttlebus des SCN fuhr. Auch hier gab es tote

Sicher zählt der, fällt aber wohl noch nicht unter "Historisches".

Äh, unter Gegenwärtiges und Zukünftiges aber auch nicht, also was dann?

Historisch ist nicht alles, was vergangen ist. Sonst wäre auch eine gestrige Sichtung unter "Historisches" einzuordnen ;)
29.01.2010, 06:09#17
Zitat
Original von 13er
Zitat
Original von schaffnerlos
Zitat
Original von 13er
Zitat
Original von 62/8
Zählt der Unfall am Bahnhof Floridsdorf auch dazu, wo eine strassenbahn der Linie 26 in einen Shuttlebus des SCN fuhr. Auch hier gab es tote

Sicher zählt der, fällt aber wohl noch nicht unter "Historisches".

Äh, unter Gegenwärtiges und Zukünftiges aber auch nicht, also was dann?

Historisch ist nicht alles, was vergangen ist. Sonst wäre auch eine gestrige Sichtung unter "Historisches" einzuordnen ;)


Angesprochener Unfall war lt. Stadtverkehrswiki am 5. März 2005, also vor fünf Jahren. Wie lange muss etwas zurückliegen, um "historisch" zu sein? ;)
29.01.2010, 09:21#18
Zitat
Original von moszkva tér
Wie lange muss etwas zurückliegen, um "historisch" zu sein? ;)

Eine schwierige Definition! Auf den ersten Moment assoziiert man "historisch" natürlich gern mit Dingen aus der Vergangenheit, die es heute in dieser Form nicht mehr gibt, also zum Beispiel Holzkastenwagen, Stockbusse etc. Je ähnlicher diese Sachen heute vorhandenen Dingen sind, um so geringer ist die Wahrscheinlichkeit, diese Sachen als "historisch" zu betrachten. Ja, ein E ist historisch, ein Schaffner-E1 auch - aber ein spiegelloser Brose-E1 mit alter Prellschiene und ohne IBIS ebenfalls?

Und was ist mit einem spiegellosen Gummihund ohne Spitzenlicht? Historisch? Nicht historisch?

Da auf einen grünen Zweig zu kommen, halte ich für Schwerstarbeit.
29.01.2010, 09:56#19
Deine Definition gefällt mir eh: "Etwas, was es heute (in dieser Form) nicht mehr gibt, ist historisch". Wenn also gestern eine Linie zum letzten Mal gefahren wäre, wäre sie heute schon historisch. Somit ist alles, was du aufgezählt hast, historisch. Nicht historisch ist natürlich ein E1 im Linienbetrieb oder ein ULF generell – sehr wohl aber bestimmte Zustände dieser Typen wie eben spiegellos.
29.01.2010, 10:37#20
Zitat
Original von schaffnerlos
Deine Definition gefällt mir eh: "Etwas, was es heute (in dieser Form) nicht mehr gibt, ist historisch". Wenn also gestern eine Linie zum letzten Mal gefahren wäre, wäre sie heute schon historisch. Somit ist alles, was du aufgezählt hast, historisch. Nicht historisch ist natürlich ein E1 im Linienbetrieb oder ein ULF generell – sehr wohl aber bestimmte Zustände dieser Typen wie eben spiegellos.

DAS ist mit Sicherheit NICHT historisch :boese: