2010-03-14: Informelles Radio
35 Beiträge · Seite 1 von 2
15.03.2010, 23:30#2
2010-03-14: Informelles Radio
Am späten Abend des 14.03. verließ B 672 den Bahnhof Hernals für eine nächtliche Stadtrundfahrt der besonderen Art: Studenten der Universität der angewandten Kunst hatten den ULF mit verschiedensten Installationen zum Thema "Bewegung" in Beschlag genommen. Für die Daheimgebliebenen wurden Klangeindrücke aus dem Wageninneren live auf Ö1, FM4 und diversen freien Radioprogrammen übertragen.

Ich hatte mich am Schottentor postiert, um mir (in mehrfacher Hinsicht) mein eigenes Bild von der Sache zu machen. Der Radio-Teil meines MP3-Players verkürzte die Wartezeit und half, die Verspätung der Fuhre in etwa abzuschätzen. - Um ca. 2327 war es schließlich soweit:

Interessanterweise wurde nicht direkt auf den inneren Ring abgebogen, sondern zunächst das "Jonas-Reindl" einmal umrundet.


A 43 ließ dem rollenden Kunstprojekt netterweise ein wenig Platz.

Bug-, heck- und türseitig wurden Außenstehende durch kreative Beschilderung erfreut (Beispiele vom Schottentor, Schwedenplatz und Südbahnhof). Fensterseitig gab's nur das WL-Logo zu sehen, innen bestenfalls "Wagen hält".



Probefahrt- und HVZ-Atmosphäre vermischten sich im Wageninneren.

Ein Hauch von Kinderspielplatz kam stellenweise auch hinzu. (Um relativ ungehindertes Schaukeln zu ermöglichen, waren einige Doppelsitze entfernt worden. Sportliche Probanden kamen so mit ihren Füßen problemlos bis zur Deckenverkleidung.)

Vergleichsweise introvertiert gab sich der "Radio-Mat", welcher Rundfunksignale und optisch abgetasteten Input in bunte Skalenbeleuchtung und Bildschirm-Output à la Meßwagen umsetzte.


Zwanglos herumhängende Lautsprecher...

...und ganze Kofferradios lieferten (teilweise manipulierbare) Klangteppiche.


Die im Hintergrund zu erahnenden luftgefüllten Plastikteile wurden per "Crowd-Surfing" an Stellen transportiert, wo sie am wenigsten im Weg waren. Der "Monolog einer Straßenbahnreisenden" galt zum Aufnahmezeitpunkt des folgenden Bildes wohl als "Kollateralschaden": Die zugehörige Schauspielerin hatte angesichts der Aufblasfigur-Übermacht offenbar das Weite gesucht, und der von ihr stumm zu halten gewesene Cassettenrecorder mußte das Selbstgespräch allein vortragen.

Ein "Abfluß-Telefon"...

...verband das vordere Wagendrittel mit dem Heckmodul nahe der Tür 7, wo zusätzlich ein recht respektables Mischpult untergebracht war.


Etwas rustikaler präsentierte sich der Rollstuhlplatz nahe dem Führerstand: Ein Radio und zwei Mikrofone erzeugten Rückkopplungen, die unter Zuhilfenahme von etwas Elektronik verzerrt wurden.

Eher enttäuschend fand ich dieses "verwanzte" Küchenkastl. (Die Vorankündigung hatte in mir wohl zuviele Erwartungen hinsichtlich der Projektgestaltung geweckt.)


Wenigstens blieb sein Inhalt heil...

Am Schwarzenbergplatz verließ ich das bunte Treiben, um einem Burgerbrater und der heimischen Bettstatt zuzustreben.


Da zunächst dem Verlauf des D-Wagens gefolgt wurde, vermute ich eine Heimfahrt über Börseschleife, Schottentor U und die Strecke der Linie 43.

Zur Diskussion geht's hier.
Beste Grüße
VT
EDITS: Tipp-Ex, Betreff an neue Datums-Konvention angepaßt
Ich hatte mich am Schottentor postiert, um mir (in mehrfacher Hinsicht) mein eigenes Bild von der Sache zu machen. Der Radio-Teil meines MP3-Players verkürzte die Wartezeit und half, die Verspätung der Fuhre in etwa abzuschätzen. - Um ca. 2327 war es schließlich soweit:
Interessanterweise wurde nicht direkt auf den inneren Ring abgebogen, sondern zunächst das "Jonas-Reindl" einmal umrundet.
A 43 ließ dem rollenden Kunstprojekt netterweise ein wenig Platz.
Bug-, heck- und türseitig wurden Außenstehende durch kreative Beschilderung erfreut (Beispiele vom Schottentor, Schwedenplatz und Südbahnhof). Fensterseitig gab's nur das WL-Logo zu sehen, innen bestenfalls "Wagen hält".
Probefahrt- und HVZ-Atmosphäre vermischten sich im Wageninneren.
Ein Hauch von Kinderspielplatz kam stellenweise auch hinzu. (Um relativ ungehindertes Schaukeln zu ermöglichen, waren einige Doppelsitze entfernt worden. Sportliche Probanden kamen so mit ihren Füßen problemlos bis zur Deckenverkleidung.)
Vergleichsweise introvertiert gab sich der "Radio-Mat", welcher Rundfunksignale und optisch abgetasteten Input in bunte Skalenbeleuchtung und Bildschirm-Output à la Meßwagen umsetzte.
Zwanglos herumhängende Lautsprecher...
...und ganze Kofferradios lieferten (teilweise manipulierbare) Klangteppiche.
Die im Hintergrund zu erahnenden luftgefüllten Plastikteile wurden per "Crowd-Surfing" an Stellen transportiert, wo sie am wenigsten im Weg waren. Der "Monolog einer Straßenbahnreisenden" galt zum Aufnahmezeitpunkt des folgenden Bildes wohl als "Kollateralschaden": Die zugehörige Schauspielerin hatte angesichts der Aufblasfigur-Übermacht offenbar das Weite gesucht, und der von ihr stumm zu halten gewesene Cassettenrecorder mußte das Selbstgespräch allein vortragen.
Ein "Abfluß-Telefon"...
...verband das vordere Wagendrittel mit dem Heckmodul nahe der Tür 7, wo zusätzlich ein recht respektables Mischpult untergebracht war.
Etwas rustikaler präsentierte sich der Rollstuhlplatz nahe dem Führerstand: Ein Radio und zwei Mikrofone erzeugten Rückkopplungen, die unter Zuhilfenahme von etwas Elektronik verzerrt wurden.
Eher enttäuschend fand ich dieses "verwanzte" Küchenkastl. (Die Vorankündigung hatte in mir wohl zuviele Erwartungen hinsichtlich der Projektgestaltung geweckt.)
Wenigstens blieb sein Inhalt heil...
Am Schwarzenbergplatz verließ ich das bunte Treiben, um einem Burgerbrater und der heimischen Bettstatt zuzustreben.
Da zunächst dem Verlauf des D-Wagens gefolgt wurde, vermute ich eine Heimfahrt über Börseschleife, Schottentor U und die Strecke der Linie 43.
Zur Diskussion geht's hier.
Beste Grüße
VT
EDITS: Tipp-Ex, Betreff an neue Datums-Konvention angepaßt
Dieser Beitrag wurde 3-mal editiert, zuletzt von VT 5081 (21.02.2012, 00:54)
15.03.2010, 23:37#3
Sehr schönes Projekt, danke fürs Dokumentieren! Vor allem die Zielanzeigen sind viel informativer als sonst manchmal 

15.03.2010, 23:54#4
Nette Idee, aber wer hat das Geld dafür bezahlt?!
15.03.2010, 23:58#5
ZitatOriginal von Ezekiel
Nette Idee, aber wer hat das Geld dafür bezahlt?!
Die Studenten, die Uni, die beteiligten Sender, Sponsoren, ...?
16.03.2010, 06:23#6
Hihi - a wüde Partie, und qualitativ gute Nachtaufnahmen! 
Mich wundert nur, dass in Zeiten des NF-Wagenmangels für so etwas ein Zug zur Verfügung gestellt wird.

Mich wundert nur, dass in Zeiten des NF-Wagenmangels für so etwas ein Zug zur Verfügung gestellt wird.

16.03.2010, 07:49#7
Find ich eine kreative Idee, so etwas in einer Straßenbahn zu veranstalten.
Interessant übrigens am letzten Bild: Die linken Wechselblinker auf dem B dürften gegenläufig blinken.
lg Alex
Interessant übrigens am letzten Bild: Die linken Wechselblinker auf dem B dürften gegenläufig blinken.
lg Alex
16.03.2010, 12:12#8
ZitatOriginal von Wattman
Hihi - a wüde Partie, und qualitativ gute Nachtaufnahmen!
Mich wundert nur, dass in Zeiten des NF-Wagenmangels für so etwas ein Zug zur Verfügung gestellt wird.
Weil ja am späten Abend der volle Auslauf unterwegs ist...

Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Linie 41 (16.03.2010, 12:12)
16.03.2010, 14:20#9
RE: Informelles Radio
Du lieber Himmel, welche kranken Gehirne haben sich denn so etwas ausgedacht? Ist ja echt schräg.
Hoffentlich hat's die Allgemeinheit nicht zuviel gekostet.
Hoffentlich hat's die Allgemeinheit nicht zuviel gekostet.

16.03.2010, 15:36#10
RE: Informelles Radio
ZitatOriginal von Ferry
Du lieber Himmel, welche kranken Gehirne haben sich denn so etwas ausgedacht? Ist ja echt schräg.
Ich find's ganz nett und die Frage der Kosten dürfte in dem Fall unerheblich sein. Was kostet schon die Miete eines B für ein paar Stunden und sonstige Spesen - da schmeißt jede Uni für PR, Consulter, Logo- und Schriften-Designer, CI, und sonstige WU-Absolventen-Versorgungsposten viel mehr Geld unnötig beim Fenster raus. Hier hat's wenigstens den Studenten selbst was gebracht und Spaß gemacht.
Schräg wär vielleicht eine potenzielle Aktion mit der Secession, wenn es den H2 noch gäbe

16.03.2010, 18:38#11
Gute Fotos, aber selten so einen Schwachsinn gesehen.
16.03.2010, 19:05#12
Mir persönlich gefällt das Projekt nicht wirklich, aber Kunst ist wohl sehr subjektiv.
17.03.2010, 06:24#13
ZitatOriginal von Linie 41
ZitatOriginal von Wattman
Hihi - a wüde Partie, und qualitativ gute Nachtaufnahmen!
Mich wundert nur, dass in Zeiten des NF-Wagenmangels für so etwas ein Zug zur Verfügung gestellt wird.
Weil ja am späten Abend der volle Auslauf unterwegs ist...
Das "Herrichten" und Abräumen der Innendekoration erfolgte sicher nicht, während der Zug auf Linie fuhr...:rolleyes:
17.03.2010, 07:32#14
Die Fotos sind gut.
Das Projekt totaler Schwachsinn.
Das Projekt totaler Schwachsinn.
24.03.2010, 17:01#15
ZitatOriginal von Aquarius
Das Projekt totaler Schwachsinn.
Meiner Meinung nach gibt es eine andere Projekt Idee die viel besser wäre : eine solche Stadtrundfahrt mit einem E2 (oder E1), nur für die fpdwl Mitglieder. Der Triebwagen und der Beiwagen wären ja überfüllt, das würde aber Sinn machen, oder?
Viele Grüsse aus Paris !
24.03.2010, 18:00#16
ZitatOriginal von philippe
ZitatOriginal von Aquarius
Das Projekt totaler Schwachsinn.
Meiner Meinung nach gibt es eine andere Projekt Idee die viel besser wäre : eine solche Stadtrundfahrt mit einem E2 (oder E1), nur für die fpdwl Mitglieder. Der Triebwagen und der Beiwagen wären ja überfüllt, das würde aber Sinn machen, oder?
Viele Grüsse aus Paris !
Also für den "harten Kern" würde ein drei Zug (TW+BW) Convoy mMn gerade mal reichen!

24.03.2010, 18:03#17
ZitatOriginal von philippe
Meiner Meinung nach gibt es eine andere Projekt Idee die viel besser wäre : eine solche Stadtrundfahrt mit einem E2 (oder E1), nur für die fpdwl Mitglieder. Der Triebwagen und der Beiwagen wären ja überfüllt, das würde aber Sinn machen, oder?
Sowas in der Art hat man bei der letztjährigen "Nacht der Wiener Jugend" entlang des 67ers aufgeboten.
Beste Grüße
VT
24.03.2010, 18:54#18
Danke VT 5081. Eigentlich wäre aber ein ULF noch besser. Sein Zielanzeiger könnte "fpdwl Sonderfahrt" schauen !
Viele Grüsse aus Paris !
Viele Grüsse aus Paris !
24.03.2010, 19:08#19
24.03.2010, 20:39#20
Und zwar sogar fast gratis wenn ein Fahrtmitglied das Schild aus Papier bastelt... für die Programmierung der ULF- oder E2-Anzeige bezahlt man, gar nicht so wenig.