Kürzungsszenarien nach Wien-Wahl
120 Beiträge · Seite 4 von 6
20.05.2010, 15:03#61
RE: Intelligent sparen anstatt träumen
ZitatOriginal von highspeedtrain
DAS wären sinnvolle Sparvarianten; wie man an der völlig überzogenen Bestellung von kurzen A sieht (die zB am 44er zu viel zu dichten HVZ-Intervallen zwingen), gibts für sowas aber bei den WiLi bzw bei der Stadt Wien null Verständnis.
Inwiefern zwingen die A den 44er zu einem dichten HVZ-Intervall? Der 44er fährt in der Früh alle fünf Minuten.
Zum Vergleich: Im Jahr 2003 - als im März die ersten ULFe auf den 44er geschickt wurden, die ja mehr Kapazität bieten als die E1 - verkehrte diese Linie noch alle drei bis vier Minuten in der Früh.
Auch nachmittags hat man in den letzten Jahren das Intervall von vier auf sechs Minuten gestreckt.
20.05.2010, 15:44#62
RE: Intelligent sparen anstatt träumen
ZitatOriginal von 43er
Inwiefern zwingen die A den 44er zu einem dichten HVZ-Intervall? Der 44er fährt in der Früh alle fünf Minuten.
Zum Vergleich: Im Jahr 2003 - als im März die ersten ULFe auf den 44er geschickt wurden, die ja mehr Kapazität bieten als die E1 - verkehrte diese Linie noch alle drei bis vier Minuten in der Früh.
Auch nachmittags hat man in den letzten Jahren das Intervall von vier auf sechs Minuten gestreckt.
Ok, akzeptiert. Hatte noch die alten Intervalle im Kopf.
20.05.2010, 15:57#63
Von Einsparungen kann sowieso nicht die Rede sein, wenn man jetzt über die Einführung von Hybridbussen nachdenkt.
Wollte man wirklich einsparen, müßte man wie zB in Frankfurt/M die Leistungen des Busbetriebs ausschreiben, nur mehr die Tendenz auf Selbstbetrieb der Bim/Ubahn zu haben. Sinnvoll ist es meiner Meinung nach nicht.
Wollte man wirklich einsparen, müßte man wie zB in Frankfurt/M die Leistungen des Busbetriebs ausschreiben, nur mehr die Tendenz auf Selbstbetrieb der Bim/Ubahn zu haben. Sinnvoll ist es meiner Meinung nach nicht.
21.05.2010, 00:39#64
Gerüchteküchen anheizen ist so einfach.
Nach der Wahl wird sicher etwas kommen, das kann man jetzt schon sagen.
Ich denke, die ersten Maßnahmen werden allerdings heißen Parkegbührenerhöhung und Fahrpreiserhöhung.
Dann wird es ein paar Wochenendbetriebe treffen, je nach dem, wie kreativ die Wiener Linien sind werden die dort sein, wo es die wenigsten betrifft, z.B.
Manches davon kann auch Samstag Abend schon sein, manches vielleicht sonntags nur bis ca. 18 Uhr, manches umgekehrt (Ausflugsgebiete).
Planmäßige Kurzführungen auf ein paar Linien könnten das noch ergänzen, ein paar Intervalldehnungen noch dazu, damit muss man rechnen.
Die große Revolution im Verkehrsnetz wird allerdings mit ziemlicher Sicherheit ausbleiben, weil weder die SP noch ein allfälliger Koalitionspartner Interesse haben werden, sich mit sowas anzupatzen. Und im Gegensatz zu Gebührenerhöhungen würde man sich Netzausdünnungen länger merken.
Sonst ist nicht viel zu erwrten, gespart wird wo anders werden.
Ach ja, ein PS: die Liste oben sind keine Gerüchte sondern reine Spekulationen. Widersprüche und Ergänzungen sind willkommen.
Nach der Wahl wird sicher etwas kommen, das kann man jetzt schon sagen.
Ich denke, die ersten Maßnahmen werden allerdings heißen Parkegbührenerhöhung und Fahrpreiserhöhung.
Dann wird es ein paar Wochenendbetriebe treffen, je nach dem, wie kreativ die Wiener Linien sind werden die dort sein, wo es die wenigsten betrifft, z.B.
- 33 kein Betrieb mehr an Sonn- und Feiertagen, 31 wechselt währenddessen zw. Klosterneuburger Straße und Jägerstraße ab.
- 37 an Sonn- und Feiertagen zwischen Hohe Warte und Marsanogasse
- 40 an Sonn- und Feiertagen durch Linie 9 ersetzt
- 52 Baumgarten-Winkelmannstraße
- 71 abends und morgens einige Kurse nur bis Zentralfriedhof
Manches davon kann auch Samstag Abend schon sein, manches vielleicht sonntags nur bis ca. 18 Uhr, manches umgekehrt (Ausflugsgebiete).
Planmäßige Kurzführungen auf ein paar Linien könnten das noch ergänzen, ein paar Intervalldehnungen noch dazu, damit muss man rechnen.
Die große Revolution im Verkehrsnetz wird allerdings mit ziemlicher Sicherheit ausbleiben, weil weder die SP noch ein allfälliger Koalitionspartner Interesse haben werden, sich mit sowas anzupatzen. Und im Gegensatz zu Gebührenerhöhungen würde man sich Netzausdünnungen länger merken.
Sonst ist nicht viel zu erwrten, gespart wird wo anders werden.
Ach ja, ein PS: die Liste oben sind keine Gerüchte sondern reine Spekulationen. Widersprüche und Ergänzungen sind willkommen.
21.05.2010, 09:00#65
ZitatOriginal von ziptul
52 Baumgarten-Winkelmannstraße
Na Mahlzeit, das Chaos in der Äußeren Mariahilfer Straße bei einem Zehn-Minuten-Intervall schau' ich mir an . . .

Intervalldehnungen und Gebührenerhöhungen wirds ganz sicher geben, auch einige andere Deiner Vorschläge halte ich für durchaus plausibel. Wir werden sehen.
21.05.2010, 09:10#66
ZitatOriginal von bernhard222
ZitatOriginal von ziptul
52 Baumgarten-Winkelmannstraße
Na Mahlzeit, das Chaos in der Äußeren Mariahilfer Straße bei einem Zehn-Minuten-Intervall schau' ich mir an . . .
Fiktive Pressemeldung
Die Äußere Mariahilfer Straße ist mit U3 und U4 bestens versorgt. Für Personen mit speziellen Bedürfnissen steht die Linie 12A zur Verfügung, die zur Längenfeldgasse oder Johnstraße fährt, von wo aus Sie bequem in die U-Bahn umsteigen können. Diese Linie wird in Zukunft auf ein 20-Minuten-Intervall verdichtet.
Dies ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Angebots in Rudolfsheim-Fünfhaus
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21.05.2010, 09:50#67
ZitatOriginal von WeSt
Verkehrsexperte? Prohaska?
Von dem habe ich mittlerweile leider keine E-Mailadresse oder IP mehr, aber es spricht vieles dafür.
21.05.2010, 09:57#68
ZitatOriginal von ziptul
- 40 an Sonn- und Feiertagen durch Linie 9 ersetzt
Widersprüche und Ergänzungen sind willkommen.
Ich glaube, dass ein alle 10 Minuten verkehrender 41er auch am Sonntag aus allen Nähten platzen würde. Auf der Äußeren Währinger Straße kann man auf die Verstärkung durch den 40er nicht so einfach verzichten.
21.05.2010, 11:20#69
ZitatOriginal von bernhard222
ZitatOriginal von ziptul
52 Baumgarten-Winkelmannstraße
Na Mahlzeit, das Chaos in der Äußeren Mariahilfer Straße bei einem Zehn-Minuten-Intervall schau' ich mir an . . .
Vor allem sind die paar Stationen - noch dazu auf dem wichtigsten Abschnitt - zu Einsparungszwecken relativ sinnlos. Und die Fahrgastzahlen würden auf dem Restabschnitt ins Bodenlose sinken, wenn das wichtigste Ziel nicht mehr direkt erreichbar ist.
Außerdem ist mein Eindruck, dass der 52er wichtiger ist als der 58er. Aber da kann ich auch irren.
Ansonsten gibts aber bei den Ideen von ziptul sicher das eine oder andere überlegenswerte.
21.05.2010, 11:23#70
ZitatOriginal von ziptul
[*]33 kein Betrieb mehr an Sonn- und Feiertagen, 31 wechselt währenddessen zw. Klosterneuburger Straße und Jägerstraße ab.
Sorry, aber langsam reicht's: Bitte verbreitet hier nicht so sinnlose Gerüchte, die von manchen ernsthaft geglaubt werden könnten und dann zu noch sinnloseren Diskussionen führen. Deine Eingeweidelesübungen erinnern an einen Haruspex, aber nicht an einen ernsthaften ÖV-Interessierten.
21.05.2010, 12:39#71
Seltsames Diskussionsverständnis
Es ist schon merkwürdig, wie hier Leute, die nicht dem Mantra "alles bleibt, wie es ist, und das ist auch gut so" folgen wollen, verunglimpft werden. Ich dachte, man könne hier konstruktiv diskutieren. Nun ja, die Realität wird ja recht bald zeigen, dass vieles machbar ist, was sich die meisten hier offenbar nicht mal im Traume vorstellen können.
Erinnert Euch mal daran, dass sogar Bürgermeister Häupl in 2005 die Straßenbahn mit ihrem geringen Kostendeckungsgrad explizit angesprochen hat. Hier das Zitat aus "news.at":
"Aber über eines sind wir uns wohl im Klaren: Der Kostendeckungsgrad bei der Straßenbahn beträgt jetzt 27 Prozent. Man kann die Straßenbahn auch völlig kostenlos machen, aber irgendwer - und das wäre der Steuerzahler - muss sie bezahlen, sonst fährt keine. Das ist relativ einfach."
Die Straßenbahn fährt somit in den Worten von Hrn Häupl nur aus Gnade der Steuerzahler. Bei einer solchen Einstellung - und der bekannt geringen Lobby für dieses Verkehrsmittel in Wien - ist doch wohl klar, wo im ÖPNV als erstes gespart wird. Aber bitte: träumt schön weiter und lass Euch dann böse überraschen. Die Zeiten des "weiter so" sind vorbei.
Erinnert Euch mal daran, dass sogar Bürgermeister Häupl in 2005 die Straßenbahn mit ihrem geringen Kostendeckungsgrad explizit angesprochen hat. Hier das Zitat aus "news.at":
"Aber über eines sind wir uns wohl im Klaren: Der Kostendeckungsgrad bei der Straßenbahn beträgt jetzt 27 Prozent. Man kann die Straßenbahn auch völlig kostenlos machen, aber irgendwer - und das wäre der Steuerzahler - muss sie bezahlen, sonst fährt keine. Das ist relativ einfach."
Die Straßenbahn fährt somit in den Worten von Hrn Häupl nur aus Gnade der Steuerzahler. Bei einer solchen Einstellung - und der bekannt geringen Lobby für dieses Verkehrsmittel in Wien - ist doch wohl klar, wo im ÖPNV als erstes gespart wird. Aber bitte: träumt schön weiter und lass Euch dann böse überraschen. Die Zeiten des "weiter so" sind vorbei.
21.05.2010, 13:54#72
Na dann, hier ein Versuch einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema. Alle Zahlen zum Budget der Stadt Wien, die ich verwendet habe, finden sich hier: Budget der Stadt Wien. Ich habe die Zahlen des Voranschlages 2010 herangezogen.
Also zum ersten kann festgehalten werden, dass die Gesamtkosten für Straßen-, Wasserbau und Verkehr ca. 8% des gesamten Stadtbudgets der Stadt Wien ausmachen. Die größten Kostenfresser des Stadtbudgets sind dagegen die Verwaltung an sich mit 21,55% des gesamten Budgets, Dienstleistungen (das sind etwa Müllabfuhr, Krankenhäuser etc) machen 19,46% aus und soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung 16,6%. Allein diese Zahlen zeigen, dass das Hauptziel für Einsparungen wohl in erster Linie die Verwaltung sein wird gefolgt von den Dienstleistungen.
Zum Posten Verkehr: die Wiener Linien machen 77,38% der gesamten Kosten dieses Budgetpostens aus. Das sind aber nur 6,2% des gesamten Wiener Stadtbudgets. Von den für die Wiener Linien aufgewendeten Kosten entfallen 36,26% auf die Betriebskosten der WL und 39,17% auf den U-Bahnbau (Weitergabe des Bundeszuschusses eingerechnet - Rest sind andere Kosten). Das sind aber jeweils gerade mal etwas mehr als 2% des gesamten Wiener Budgets. (2,44% Anteil U-Bahnbau am gesamten Wiener Stadtbudget, 2,26% Anteil Betriebskosten WL am gesamten Stadtbudget)
Nachdem der öffentliche Verkehr als wichtiges Investment für die Bewältigung des gesamten Wiener Verkehrsaufkommens betrachtet wird, erscheint es auf den ersten Blick sehr unwahrscheinlich, dass dort überhaupt eingespart wird, nachdem wir über relativ geringe Anteile am Stadtbudget sprechen.
Die Betriebskosten der Straßenbahn in Wien machen sicher nicht mehr als 40% der Betriebskosten der Wiener Linien aus. Das heisst 5 Linien einzusparen ohne eine höherwertige Alternative bieten zu können (sprich eine U-Bahn) macht eigentlich keinen Sinn. Denn so teuer sind die angesprochenen Linien wohl kaum, bringen aber einen erheblichen Nutzen wenn man die Leistung im lokalen Verkehrsnetz betrachtet und die Wirkungen auf den modal split in diesen Bezirken, die ein etwas billiger Busbetrieb in diesen Fällen wohl nicht erbringen würde.
Nicht unwahrscheinlich könnte allerdings die Tatsache sein, dass sich vorallem die Realisierung des U2/U5 U-Bahnkreuzes um 2-3 Jahrzehnte verschiebt, da bei der Errichtung dieser Linie wohl erheblich hohe Kosten anfallen würden und der Bund wohl in den kommenden Jahren recht zurückhaltend sein wird bei der Finanzierungsbeteiligung.
Ich persönlich rechne eher mit einer Steigerung der Bedeutung der Tram in Wien, da sie in der Errichtung und beim Betrieb wesentlich billiger ist als die U-Bahn, aber erheblich leistungsfähiger als ein Bus. Das könnte dazu führen, dass in Stadtentwicklungsgebieten in den nächsten Jahrzehnten der Bau oder die Ertüchtigung der Tram einer Errichtung einer U-Bahn vorgezogen wird.
Meine Einschätzung...
Also zum ersten kann festgehalten werden, dass die Gesamtkosten für Straßen-, Wasserbau und Verkehr ca. 8% des gesamten Stadtbudgets der Stadt Wien ausmachen. Die größten Kostenfresser des Stadtbudgets sind dagegen die Verwaltung an sich mit 21,55% des gesamten Budgets, Dienstleistungen (das sind etwa Müllabfuhr, Krankenhäuser etc) machen 19,46% aus und soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung 16,6%. Allein diese Zahlen zeigen, dass das Hauptziel für Einsparungen wohl in erster Linie die Verwaltung sein wird gefolgt von den Dienstleistungen.
Zum Posten Verkehr: die Wiener Linien machen 77,38% der gesamten Kosten dieses Budgetpostens aus. Das sind aber nur 6,2% des gesamten Wiener Stadtbudgets. Von den für die Wiener Linien aufgewendeten Kosten entfallen 36,26% auf die Betriebskosten der WL und 39,17% auf den U-Bahnbau (Weitergabe des Bundeszuschusses eingerechnet - Rest sind andere Kosten). Das sind aber jeweils gerade mal etwas mehr als 2% des gesamten Wiener Budgets. (2,44% Anteil U-Bahnbau am gesamten Wiener Stadtbudget, 2,26% Anteil Betriebskosten WL am gesamten Stadtbudget)
Nachdem der öffentliche Verkehr als wichtiges Investment für die Bewältigung des gesamten Wiener Verkehrsaufkommens betrachtet wird, erscheint es auf den ersten Blick sehr unwahrscheinlich, dass dort überhaupt eingespart wird, nachdem wir über relativ geringe Anteile am Stadtbudget sprechen.
Die Betriebskosten der Straßenbahn in Wien machen sicher nicht mehr als 40% der Betriebskosten der Wiener Linien aus. Das heisst 5 Linien einzusparen ohne eine höherwertige Alternative bieten zu können (sprich eine U-Bahn) macht eigentlich keinen Sinn. Denn so teuer sind die angesprochenen Linien wohl kaum, bringen aber einen erheblichen Nutzen wenn man die Leistung im lokalen Verkehrsnetz betrachtet und die Wirkungen auf den modal split in diesen Bezirken, die ein etwas billiger Busbetrieb in diesen Fällen wohl nicht erbringen würde.
Nicht unwahrscheinlich könnte allerdings die Tatsache sein, dass sich vorallem die Realisierung des U2/U5 U-Bahnkreuzes um 2-3 Jahrzehnte verschiebt, da bei der Errichtung dieser Linie wohl erheblich hohe Kosten anfallen würden und der Bund wohl in den kommenden Jahren recht zurückhaltend sein wird bei der Finanzierungsbeteiligung.
Ich persönlich rechne eher mit einer Steigerung der Bedeutung der Tram in Wien, da sie in der Errichtung und beim Betrieb wesentlich billiger ist als die U-Bahn, aber erheblich leistungsfähiger als ein Bus. Das könnte dazu führen, dass in Stadtentwicklungsgebieten in den nächsten Jahrzehnten der Bau oder die Ertüchtigung der Tram einer Errichtung einer U-Bahn vorgezogen wird.
Meine Einschätzung...
Dieser Beitrag wurde 3-mal editiert, zuletzt von Leonardo (21.05.2010, 14:00)
21.05.2010, 14:06#73
ZitatOriginal von Leonardo
Meine Einschätzung...
Kurz gesagt: Wenn man in Wien Kosten sparen möchte, dann nicht mit abstrusen Ideen wie den 33er am Wochenende nicht fahren zu lassen

Ich erwarte dagegen sehr wohl eine Preiserhöhung bei den Jahreskarten (die 500 Euro sind so greifbar naheliegend, dass es nur mehr eine Frage von Monaten nach der Wahl, nicht eine grundsätzliche Frage ist) und natürlich auch bei den Einzeltickets (auch hier sind die 2 Euro sehr naheliegend).
21.05.2010, 15:56#74
Ja vielleicht sollte man mit diesem Statement von Leonardo den Thread abschließen und die Diskussion hiermit einem Ende zuführen. Viel mehr gibt es dazu einfach nicht zu sagen, abgesehen davon daß der Schreibstil von Trainexpert einfach sehr sehr ähnlich Verkehrsexperte und Prohaska ist.
25.05.2010, 02:16#75
RE: Seltsames Diskussionsverständnis
ZitatOriginal von Trainexpert
Erinnert Euch mal daran, dass sogar Bürgermeister Häupl in 2005 die Straßenbahn mit ihrem geringen Kostendeckungsgrad explizit angesprochen hat. Hier das Zitat aus "news.at":
"Aber über eines sind wir uns wohl im Klaren: Der Kostendeckungsgrad bei der Straßenbahn beträgt jetzt 27 Prozent. Man kann die Straßenbahn auch völlig kostenlos machen, aber irgendwer - und das wäre der Steuerzahler - muss sie bezahlen, sonst fährt keine. Das ist relativ einfach."
Die Straßenbahn fährt somit in den Worten von Hrn Häupl nur aus Gnade der Steuerzahler. Bei einer solchen Einstellung - und der bekannt geringen Lobby für dieses Verkehrsmittel in Wien - ist doch wohl klar, wo im ÖPNV als erstes gespart wird. Aber bitte: träumt schön weiter und lass Euch dann böse überraschen. Die Zeiten des "weiter so" sind vorbei.
Da meinte Häupl wohl die Wiener Linien insgesamt, das hast du glaube ich missverstanden...
25.05.2010, 02:21#76
ZitatOriginal von Leonardo
Allein diese Zahlen zeigen, dass das Hauptziel für Einsparungen wohl in erster Linie die Verwaltung sein wird gefolgt von den Dienstleistungen.
Auch wenn dein Posting ansonsten ganz realistisch klingt, hier täuscht du dich wohl gewaltig. Die Verwaltung ist die einzige treue Wählerschicht, die Häupl noch hat, die wird er sich so bald nicht vergrämen. Nicht ohne Zufall hat Wien z.B. das Beamtenpensionssystem noch immer nicht mit dem Bund harmonisiert. Die Landesbeamten sind wahrlich seine Hausmacht.
Was mit ziemlicher Sicherheit massiv eingespart werden wird, sind Sozialleistungen. Dazu werden Gebühren wohl ordentlich erhöht werden.
25.05.2010, 08:32#77
RE: Seltsames Diskussionsverständnis
das ist nicht merkwürdig, das ist normal. sag mal, dass du der meinung bist, der E2 wäre eine gelungene Weiterentwicklung des E/E1 - kriegst nen Maulkorb verpasst.ZitatOriginal von Trainexpert
Es ist schon merkwürdig, wie hier Leute, die nicht dem Mantra "alles bleibt, wie es ist, und das ist auch gut so" folgen wollen, verunglimpft werden.
Das Problem ist - jedes einzelne Posting in diesem Thread ist eigentlich Müll (da nehme ich meine nicht aus). Insgesamt ergeben sie aber durchaus Sinn - es darf sich nur jeder dann selbst überlegen, welche der verschiedenen Perspektiven die Oberhand haben wird, wenn es ernst wird.
??? Die Landesbeamten als Treue Wählerschicht oder die Verwaltung als größtes Einsparungspotential.
??? Die Straßenbahn als notwendige und (halbwegs) umweltfreundliche Infrastruktur oder der Prestigelieferant U-Bahn.
??? Minimale aber gut sichtbare Einsparungen zu Lasten der Fahrgäste in weniger roten Gegenden (siehe mein Posting) oder sinnvolle Rationalisierungsmaßnahmen (siehe garkein Posting).
25.05.2010, 08:53#78
RE: Seltsames Diskussionsverständnis
ZitatOriginal von ziptul
??? Minimale aber gut sichtbare Einsparungen zu Lasten der Fahrgäste in weniger roten Gegenden
Diesbezüglich kann man wohl beruhigt sein, nachdem die Schwarzen nach der Wahl mit ziemlicher Sicherheit wieder mitzureden haben werden.
25.05.2010, 11:44#79
RE: Seltsames Diskussionsverständnis
Hallo,
natürlich kann man darüber diskutieren, wo am ehesten eingespart werden könnte - da in Wien aber eher der bestimmt, der am lautesten schreit und weniger irgendwelche sachlichen Argumente zählen (siehe vor allem die blamable Aktion rund um die 71er-Verlängerung - da sieht man eh, wie in Wien Verkehrspolitik gemacht wird) - kann man nicht vorhersagen, ob und wo es zu "richtigen" Einschnitten kommt. Tatsache ist, dass die Betriebskosten der U-Bahn schwer zu stemmen sind und dass nun auch begonnen werden muss, das Bestandsnetz nach und nach von Grund auf zu sanieren (Sperre der U1 nach der Wahl). Hier kommen nun zu den Neubaukosten der eh umstrittenen Linien die Rekonstruktionskosten des Bestandes.
Ich habe mich bei "meinen Quellen" umgehört, es ist aber nichts spezielles an echten Stillegungen vorgesehen bzw bekannt - allerdings an vielen Ecken unauffällige Intervallverlängerungen und ähnliches. Der einfachsten Sparmethode, nämlich rigoroser Beschleunigung der Tram, wird weiterhin nicht nähergetreten...
natürlich kann man darüber diskutieren, wo am ehesten eingespart werden könnte - da in Wien aber eher der bestimmt, der am lautesten schreit und weniger irgendwelche sachlichen Argumente zählen (siehe vor allem die blamable Aktion rund um die 71er-Verlängerung - da sieht man eh, wie in Wien Verkehrspolitik gemacht wird) - kann man nicht vorhersagen, ob und wo es zu "richtigen" Einschnitten kommt. Tatsache ist, dass die Betriebskosten der U-Bahn schwer zu stemmen sind und dass nun auch begonnen werden muss, das Bestandsnetz nach und nach von Grund auf zu sanieren (Sperre der U1 nach der Wahl). Hier kommen nun zu den Neubaukosten der eh umstrittenen Linien die Rekonstruktionskosten des Bestandes.
Ich habe mich bei "meinen Quellen" umgehört, es ist aber nichts spezielles an echten Stillegungen vorgesehen bzw bekannt - allerdings an vielen Ecken unauffällige Intervallverlängerungen und ähnliches. Der einfachsten Sparmethode, nämlich rigoroser Beschleunigung der Tram, wird weiterhin nicht nähergetreten...
25.05.2010, 14:17#80
Da widersprechen sich Deine und meine Quellen, denn nach meinen Infos werden bereits 2011 2 Straßenbahnlinien daran glauben müssen (33 und 58, letztere immerhin mit Bus-Ersatz).
Die Umstellung auf ein Primär- und Sekundärnetz, letzteres mit eingeschränktem Verkehr und ab 22 Uhr mit (Nacht-)bussen, soll ebenfalls Ende 2011 (Fahrplanwechsel) kommen.
Letzter Streckenneubau auf absehbare Zeit soll 26 sein. 71er-Verlängerung, auch D-Verlängerung zum Hauptbahnhof sind passee. Stattdessen wird sogar überlegt, den D bis zum Schwarzenbergplatz oder Karlsplatz zurückzunehmen. In der jetzigen Form wäre er zu weit vom Hauptbahnhof weg, und die paar Meter Gleis zumindest bis hin zum Bahnhof sind anscheinend zu teuer. Die weitere Verlängerung (Gudrunstraße) ist komplett gestorben.
Die Umstellung auf ein Primär- und Sekundärnetz, letzteres mit eingeschränktem Verkehr und ab 22 Uhr mit (Nacht-)bussen, soll ebenfalls Ende 2011 (Fahrplanwechsel) kommen.
Letzter Streckenneubau auf absehbare Zeit soll 26 sein. 71er-Verlängerung, auch D-Verlängerung zum Hauptbahnhof sind passee. Stattdessen wird sogar überlegt, den D bis zum Schwarzenbergplatz oder Karlsplatz zurückzunehmen. In der jetzigen Form wäre er zu weit vom Hauptbahnhof weg, und die paar Meter Gleis zumindest bis hin zum Bahnhof sind anscheinend zu teuer. Die weitere Verlängerung (Gudrunstraße) ist komplett gestorben.