Turmwagenvorschrift
25 Beiträge · Seite 1 von 2
28.06.2010, 00:17#1
ZitatOriginal von 95B
... Turmwagenvorschrift...
Was besagt diese? Abbügeln, Ausrollen und nach der Gefahrenstelle wieder aufbügeln, so wie es in der Vergangenheit in der unmittelbaren Nähe diverser Gaslecks praktiziert wurde?
Ansonsten bitte um Aufklärung - dankeschön!

28.06.2010, 14:58#2
Hallo,
Würde auch gerne wissen, was eine Turmwagenvorschrift denn sein soll. Nicht mal Google weiß das:
"turmwagenvorschrift" 2 Ergebnisse, eines davon diese Seite
Keine Ergebnisse für "turmwagen vorschrift" gefunden
Ich habe nur das hir gefunden:
http://www.sehr.org/verkehr/linien/linie.php?linie=4
gehtjanx
Würde auch gerne wissen, was eine Turmwagenvorschrift denn sein soll. Nicht mal Google weiß das:
"turmwagenvorschrift" 2 Ergebnisse, eines davon diese Seite
Keine Ergebnisse für "turmwagen vorschrift" gefunden
Ich habe nur das hir gefunden:
http://www.sehr.org/verkehr/linien/linie.php?linie=4
gehtjanx
28.06.2010, 15:17#3
ZitatOriginal von gehtjanx
Würde auch gerne wissen, was eine Turmwagenvorschrift denn sein soll. Nicht mal Google weiß das:
"turmwagenvorschrift" 2 Ergebnisse, eines davon diese Seite
Keine Ergebnisse für "turmwagen vorschrift" gefunden
Schlecht gesucht:
ZitatOriginal von 95B
ZitatOriginal von Linie 41
Die besagt was?
Dass der Zug mit Schwung und abgezogenem Stromabnehmer unter dem Turmwagen durchfährt bzw. im übertragenen Sinn einen gewissen Bereich mit Schwung stromlos passiert. Das war bisweilen bei Gasgebrechen zu beobachten, wo derart gefahren wurde, um keine Gefahr durch Funkenbildung entstehen zu lassen. Bald wird es aber nicht mehr möglich sein, diese Vorschrift auszuführen, da man bei den Joghurthunden den Stromabnehmer zwar während der Fahrt abziehen, sinnvollerweise dann aber nicht mehr anlegen kann.
Interessante historische Störung
28.06.2010, 20:12#4
ZitatOriginal von gehtjanx
Würde auch gerne wissen, was eine Turmwagenvorschrift denn sein soll. Nicht mal Google weiß das: (...)
Ich habe nur das hir gefunden:
http://www.sehr.org/verkehr/linien/linie.php?linie=4
Du findest es und liest es nicht?
Der Triebwagen unterfährt die beiden Turmwagenbühnen mit Schwung auf Grund der sogenannten Turmwagenvorschrift, die besagt, daß der Zugführer nach Verständigung durch den Fahrer auf dessen Signal (zwei Schläge mit der Dachglocke) hin, den Lyrabügel abzuziehen habe. (Quelle siehe oben)
29.06.2010, 00:45#5
Klar habe ich es gelesen.
Das beantwortet aber nicht:
- Was ist ein Lyrabügel?
- Was haben Luftballone damit zu tun. Straßenbahn hat Angst davon? Entleisung? Die zerplatzen ja sowieso. Oder wäre das Sachbeschädigung mit Anzeige als Folge?
- Geht das bei modernen fahrzeugen überhaupt, den Strom (falls ich es richtig verstanden habe) auf größere Distanz einfach weg zu lassen (und moderne Straßenbahnen haben auch keinen Zugbegleiter) usw.
gehtjanx
Das beantwortet aber nicht:
- Was ist ein Lyrabügel?
- Was haben Luftballone damit zu tun. Straßenbahn hat Angst davon? Entleisung? Die zerplatzen ja sowieso. Oder wäre das Sachbeschädigung mit Anzeige als Folge?
- Geht das bei modernen fahrzeugen überhaupt, den Strom (falls ich es richtig verstanden habe) auf größere Distanz einfach weg zu lassen (und moderne Straßenbahnen haben auch keinen Zugbegleiter) usw.
gehtjanx
29.06.2010, 00:49#6
29.06.2010, 00:55#7
ZitatOriginal von gehtjanx
Klar habe ich es gelesen.
Das beantwortet aber nicht:
- Was ist ein Lyrabügel?
- Was haben Luftballone damit zu tun. Straßenbahn hat Angst davon? Entleisung? Die zerplatzen ja sowieso. Oder wäre das Sachbeschädigung mit Anzeige als Folge?
- Geht das bei modernen fahrzeugen überhaupt, den Strom (falls ich es richtig verstanden habe) auf größere Distanz einfach weg zu lassen (und moderne Straßenbahnen haben auch keinen Zugbegleiter) usw.
gehtjanx
Ja sicher das muss ein Fahrzeug der Wiener Linien können, aber die größen Distanzen sind wenn überhaupt 100 Meter.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 4693 (29.06.2010, 00:56)
29.06.2010, 09:24#8
ZitatOriginal von bernhard222
ZitatOriginal von gehtjanx
- Was ist ein Lyrabügel?
Wikipedia: Lyrabügel beantwortet die Frage!
Ergänzung: in Wien waren Lyrabügel bis 1978 (bis zur Ausmusterung der Type M) im Einsatz; die letzten Wagen, die noch Lyrabügel erhielten, waren ab 1944 einige A (später erhielten diese Scherenstromabnehmer). Auf Museumswagen kann man sie heute noch sehen und - soferne der Wagen auf bestimmten Strecken fährt - auch einen ihrer größten Nachteile: wird der Bügel durch die Feder nicht ausreichend fest gegen den Fahrdraht gedrückt, oder schwankt die Fahrdrahthöhe auf kurzer Strecke stark, gerät der Bügel in Schwingung und es kann zu verstärkter Funken-, unter besonders ungünstigen Umständen sogar kurzzeitig zur Lichtbogenbildung kommen, was weder für den Stromabnehmer noch für den Fahrdraht besonders günstig ist. In diesem Fall muss der Zugführer dann etwas nachhelfen, indem er durch Ziehen der vorderen Bügelleine den Druck auf den Fahrdraht erhöht, wodurch das Schwingen reduziert wird.
29.06.2010, 11:14#9
ZitatOriginal von Ferry
oder schwankt die Fahrdrahthöhe auf kurzer Strecke stark, gerät der Bügel in Schwingung und es kann zu verstärkter Funken-, unter besonders ungünstigen Umständen sogar kurzzeitig zur Lichtbogenbildung kommen,
... oder der Fahrdraht ist zu hoch montiert und der Bügel hat über eine kleinere Strecke überhaupt keinen Kontakt mehr und fährt im erzwungenen Turmwagenmodus

29.06.2010, 12:07#10
ZitatOriginal von gehtjanx
Das beantwortet aber nicht:
[...]Was haben Luftballone damit zu tun. Straßenbahn hat Angst davor? Entgleisung?[...]
Ich behaupte mal,das in Folge der Luftballons weitere Gefahren möglich wären,
(z.B.: Abreißen oder ein Beschädigen von Fahrtdrähten oder deren Befestigung einerseits, sowie Schäden am Stromabnehmer durch mitziehen des Fremdkörpers andererseits)
z.B.: Funkensprung oder Stromfluß (Kurzschluß), die mittels diesem Fremdkörper mMn unter unglücklichen Umständen sicher durchaus möglich wären, vermieden werden sollen.
ZitatOriginal von gehtjanx
[...]Die zerplatzen ja sowieso.[...]
... sicher???
ZitatOriginal von gehtjanx
[...] Oder wäre das Sachbeschädigung mit Anzeige als Folge?[...]
Möglich...aber eher unglaubwürdig

29.06.2010, 14:13#11
Der größte Nachteil des Lyra-Bügels war IMHO an den stumpfen Endstellen, bei denen dieser durchgedrückt werden musste, d.h. bei der Rückwärtsfahrt hat der Zugführer die Leine am dabei hinteren Führerstand ziehen müssen bis der Bügel unter Hochdrücken des Fahrdrahtes umgeklappt ist. Das in diesem Bereich die mechanische Spannung des FAhrdrahtes etwas geringer sein musste, scheint klar.
Hannes
Hannes
29.06.2010, 15:46#12
ZitatOriginal von haidi
Der größte Nachteil des Lyra-Bügels war IMHO an den stumpfen Endstellen, bei denen dieser durchgedrückt werden musste, d.h. bei der Rückwärtsfahrt hat der Zugführer die Leine am dabei hinteren Führerstand ziehen müssen bis der Bügel unter Hochdrücken des Fahrdrahtes umgeklappt ist.
Ganz genau. Das war zweifellos der zweite, große Nachteil.
ZitatDass in diesem Bereich die mechanische Spannung des Fahrdrahtes etwas geringer sein musste, scheint klar.
M.W. waren diese Bereiche mit Erinnerungssignalen - außergewöhnliche örtliche Bestimmung - gekennzeichnet. Zumindest hängt ein solches bei der HW-Einfahrt in jenem Bereich, in dem an den Tramwaytagen die Lyrabügel der Oldtimer-Zubringer umgelegt werden. Es kann aber auch sein, dass das Signal nicht damit in Zusammenhang zu bringen ist und sich auf etwas ganz anderes bezieht. Diesfalls wäre es interessant, ob es eine entsprechende Markierung gegeben hat.
29.06.2010, 19:00#13
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von haidi
ZitatDass in diesem Bereich die mechanische Spannung des Fahrdrahtes etwas geringer sein musste, scheint klar.
Jawoll Herr Lehrer, ich werd's mir merken.
Übrigens: Der Beistrich in deinem 2. Satz ist falsch.
Hannes
Edit: REchtschreibfehler ausgebessert
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von haidi (29.06.2010, 19:01)
29.06.2010, 19:11#14
ZitatOriginal von haidi
Übrigens: Der Beistrich in deinem 2. Satz ist falsch.
Bei dir schon im 1. Satz

Das Umreißen des Bügels war sicher auch ein Grund, warum man schließlich auf (Halb-)Scherenbügel umgestiegen ist (v.a. eben in den von dir genannten Endstellen, aber auch an Parallelweichen auf der Strecke sollte man denken).
29.06.2010, 20:33#15
ZitatOriginal von 13er[/]
Das Umreißen des Bügels war sicher auch ein Grund, warum man schließlich auf (Halb-)Scherenbügel umgestiegen ist (v.a. eben in den von dir genannten Endstellen, aber auch an Parallelweichen auf der Strecke sollte man denken).
Das Umlegen des Bügels war aber auch wieder nicht so ein Problem. Sicher ging gelegentlich, eher selten, einmal einer zu Bruch, aber auch Scherenstromabnehmer waren davor nicht gefeit. Jedenfalls hat ein Scherenstromabnehmer das Leben keines einzigen Wagens verlängert.
29.06.2010, 20:34#16
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von haidi
ZitatDass in diesem Bereich die mechanische Spannung des Fahrdrahtes etwas geringer sein musste, scheint klar.
M.W. waren diese Bereiche mit Erinnerungssignalen - außergewöhnliche örtliche Bestimmung - gekennzeichnet. Zumindest hängt ein solches bei der HW-Einfahrt in jenem Bereich, in dem an den Tramwaytagen die Lyrabügel der Oldtimer-Zubringer umgelegt werden. Es kann aber auch sein, dass das Signal nicht damit in Zusammenhang zu bringen ist und sich auf etwas ganz anderes bezieht. Diesfalls wäre es interessant, ob es eine entsprechende Markierung gegeben hat.
Ich kenne da tafeln "Bügel hier umlegen", zu finden bei der HW, im Museum und bei diversen Betriebsbahnhöfen, u.a. der Abstellhalle Gürtel.
Soweit ich weiß war nicht die mechanische Spannung geringer, sondern die Fahrdrahthöhe größer, so daß beim Umlegen des Bügels die Leitung nicht so stark nach oben gedrückt und damit gedehnt wurde.
In Budapest tut man sich da bei Museumswagen offenbar nichts an, benkda01 hat mir erzählt, daß letzens fröhlich mit Lyrabügel in die falsche Richtung gefahren wurde, ein Wunder, daß das ohne Bügelbruch abgegangen ist.
29.06.2010, 20:46#17
ZitatOriginal von WeSt
Soweit ich weiß war nicht die mechanische Spannung geringer, sondern die Fahrdrahthöhe größer, so daß beim Umlegen des Bügels die Leitung nicht so stark nach oben gedrückt und damit gedehnt wurde.
Genauso war es.
ZitatIn Budapest tut man sich da bei Museumswagen offenbar nichts an, benkda01 hat mir erzählt, daß letzens fröhlich mit Lyrabügel in die falsche Richtung gefahren wurde, ein Wunder, daß das ohne Bügelbruch abgegangen ist.
So etwas habe ich vor vielen Jahren auch in Wien einmal gesehen. Ein offenbar als Einschub aus dem Bahnhof Favoriten kommender Zug der Linie 66 fuhr in der Laxenburger Straße mit verkehrtem Lyrabügel Richtung Stadt. Da ich leider nur zu Fuß unterwegs war, weiß ich nicht, wie die Sache ausgegangen ist.
29.06.2010, 21:13#18
Als Beweis, daß auch Scherenbügelwagen das Umkuppeln nicht immer unbeschadet überstanden haben, das angehängte Foto aus einer alten "Eisenbahn".
29.06.2010, 21:51#19
THEMA 
Dafür gibt´s doch z.B.: Historische Fotos. Oder einfach Thread über die Stromabnehmer z.B.:HIER beginnen.
Edit: Recherche
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von wiener1974 (29.06.2010, 22:04)
29.06.2010, 21:55#20
ZitatOriginal von wiener1974
THEMA
lol, wer bist du bitte, dass du das irgendjemandem hier vorschreiben könntest... du hast übrigens meine PN noch nicht beantwortet; was ein bißchen unhöflich ist, da du damit begonnen hast. Ich bin weiterhin höchst interessiert daran, wie du das mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft siehst!



