Bus statt Bahn im Ybbstal & Umgebung

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14.01.2014, 11:31#101
Man gibt nicht auf...

... allerdings vergeblich:

Firma baut Schienen ab und verkauft die Geleise als Alteisen
WAIDHOFEN, LUNZ AM SEE. Für die Bahnfreunde, die die Ybbstalbahn als Tourismusattraktion erhalten wollen, sollen auf Biegen und Brechen vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Der Trupp einer deutschen Baufirma hat damit begonnen, die Schrauben der Gleisanlagen bei Göstling zu lockern, bald sollen die Bagger kommen und Kräne die Schienen auf Lastwagen verfrachten. Was die Bahnbefürworter an eine Nacht-und-Nebel-Aktion denken lässt: Für den Radwegebau sind noch lange nicht alle Behördenbescheide eingetroffen, trotzdem wird an der Trasse im Winter heftig gewerkt.

Nach Vorschlag der Landespolitik soll auf der Trasse der Ybbstalbahn ein Radweg durch das Tal gebaut werden. Die Finanzierungszusage des Landes über zehn Millionen Euro haben die Bürgermeister der Talschaft in der Tasche. Die Trasse hat die Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG, die die Ybbstalbahn von den ÖBB übernommen hat, für einen symbolischen Euro dem Radwegverein überlassen, dem nahezu alle Gemeinden des Oberen Ybbstals angehören. Bis auf eine Ausnahme: Für die Gemeinde Hollenstein, deren Bürgermeister Manfred Gruber (SP) für die Wiederinbetriebnahme der Bahn eintritt, wurde der Dorferneuerungsverein in den Verband kooptiert.

Der Obmann des Radwegeverbandes, der Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer (VP), bestreitet vehement, dass der Abriss übereilt erfolge: "Wir haben die Entscheidung zwei Jahre lang diskutiert und vorbereitet." Den Zuschlag habe eine Firma aus Deutschland erhalten, die mit dem Verkauf der Schienen als Alteisen die Abrisskosten selbst finanziere. Am 10. März würden Fachleute nochmals die Radwegtrasse begutachten. Nach den letzten Genehmigungen könnte dann heuer noch Baubeginn sein.

nachrichten.at
14.01.2014, 12:48#102
Ybbstalbahn: Proteste gegen Abriss

Auf der Trasse der ehemaligen Ybbstalbahn hat nun der Abriss des ersten Schienenabschnitts begonnen. Auf der ehemaligen Trasse soll ein Radweg entstehen. Der Beginn dieser Arbeiten war von Protesten der Abrissgegner begleitet.


Auf der Strecke zwischen Göstling an der Ybbs (Bezirk Scheibbs) und Kogelsbach in der Gemeinde St. Georgen am Reith (Bezirk Amstetten) werden seit dem Wochenende die Schrauben auf den Gleiskörpern gelockert. Für die Befürworter der Ybbstalbahn ist das der Anfang vom Ende, sagen sie-mehr dazu in: Ybbsitz:Tauziehen um alten Bahnhof. Die Schienen auf den ersten fünf Kilometern sollen innerhalb der nächsten Wochen entfernt werden, sagte Martin Ploderer, Obmann des Vereins Ybbstalradweg. Auch auf dem anderen Teilstück der ehemaligen Ybbstalbahn bis Gstadt sollen die Schienen noch heuer abgetragen werden.

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Die ersten Schienen werden abgetragen (Verein pro Ybbstalbahn)

Ein Teil der Gleise und Metallschwellen wird zur Sanierung anderer Bahnstrecken verwendet. Am Ende soll dann ein etwa 50 Kilometer langer Radweg von Lunz bis Waidhofen entstehen, die Hälfte davon auf der ehemaligen Bahntrasse. Das wollen die Mitglieder des Vereins Pro Ybbstalbahn sowie des „Club 598 Freunde der Ybbstalbahn“ nicht hinnehmen. Mit Transparenten haben sie am Dienstag ihren Unmut kundgetan. Siegfried Nykodem, Obmann der Freunde der Ybbstalbahn sagte, er können sich sogar vorstellen, den Abtransport der Schienen aktiv zu verhindern.

Beste Grüße
VT
30.01.2014, 17:07#103
28.01.2014 | 23:59 |

Bauer schlägt Alarm: Hochwasser droht!
Radweg | Um den Bahndamm als Hochwasserschutzwall macht sich Josef Löbersorg Sorgen. Wie der Schienenabbau läuft, ärgert ihn.




ST. GEORGEN/REITH / Einen völlig neuen Aspekt in die Diskussion um die Stilllegung der Ybbstalbahn und die Errichtung eines Radweges bringt Josef Löbersorg, Bauer auf dem Hof Brandstatt in St. Georgen am Reith, ein. „Wenn ich mir ansehe, wie derzeit die Bahngleise entfernt werden, frage ich mich, ob der Schotterwall künftig Hochwässern genauso gut standhalten wird wie der Bahndamm.“

Bahndamm als Schutz vor Fluten

Tatsächlich hat der Bahndamm seinen Hof bisher bei den vergangenen Fluten geschützt. „Ich bin seit 30 Jahren auf dem Hof und habe viele Hochwässer gesehen. Immer war der Damm der entscheidende Schutz“, sagt er. Denn rund ein Kilometer lang verläuft sein Grund entlang der Ybbs und damit der Ybbstalbahn.Bei der Bezirkshauptmannschaft hat er angefragt, ob solche Baumaßnahmen ohne Ankündigung den Anrainern gegenüber überhaupt rechtens sind. „Sind sie, wurde mir gesagt, es ist nur eine Bauanzeige notwendig“, hat er erfahren. Dass Baumaschinen ohne Fragen seinen Weg entlang des Bahndammes nützen, ärgert ihn. Was ihn aber noch mehr ärgert, ist der Umstand, dass der Bahndamm nun an Stabilität verliert. „Bei Hochwasser würde es den Schotter wegspülen“, fürchtet er. „Und ich habe dann das Wasser in meinen Wiesen.“

Von Politik im Stich gelassen

Dem Radweg steht er skeptisch gegenüber. „Welche rechtliche Grundlage habe ich, wenn ich mit meinen Traktoren und Maschinen künftig die Radtrasse queren muss“, fragt Löbersorg. 22 Hektar seines Grünlands liegen jenseits der geplanten Radspur. „Darf ich den Weg für den Viehtrieb sperren? Gilt für mich beim Queren die Straßenverkehrsordnung oder nicht, wenn ich vom Berg das Holz oder das Jungvieh bringe?“

Völlig im Stich gelassen fühlt sich Löbersorg von den Politikern gleich welcher Couleur, ob Helmut Schagerl (SPÖ) oder Martin Ploderer (ÖVP). „Seitens der Politik herrscht Stillschweigen. Man erfährt zuerst nichts. Dann fahren ohne Vorwarnung die Baumaschinen auf“, ärgert sich Löbersorg. „Mein Traum wäre, dass ich den Radweg verhindere“, sagt Löbersorg.
04.02.2014, 16:00#104
Der "liebe Erwin" soll die Ybbstalbahn retten
3. Februar 2014, 17:57

Auf der Ybbstalbahn im Mostviertel sitzen schon viele Schrauben locker. Wieder verschwindet eine Strecke, die von der ÖBB ans Land Niederösterreich übertragen wurde. Doch der Protest dagegen nimmt zu.

Waidhofen/Wien – Karl Piaty darf zu Erwin Pröll Erwin sagen. Der pensionierte Zuckerbäcker kennt den Landeshauptmann von Niederösterreich schon seit er, Piaty, Innungsmeister war, und Pröll Referent beim Bauernbund. Doch sämtliche Versuche, mit "Lieber Erwin" Kontakt aufzunehmen, sind bisher im Vorhof der blaugelben Macht hängengeblieben. Lange sollte sich die Landesregierung nicht mehr taub stellen, denn was Piaty vorbringen will, hat mittlerweile einige tausend Unterstützer im Mostviertel: Die Rettung der Ybbstalbahn.

In den vergangenen Monaten hat die Bewegung für die Wiederbelebung der Schmalspurbahn zwischen Waidhofen/Ybbs und Kienberg rapide zugenommen. Trotz garstiger Winterkälte kamen am vergangenen Wochenende hunderte Menschen zu einer Pro-Ybbstalbahn-Kundgebung in Ybbsitz. Kommenden Sonntag geht es in Opponitz weiter, am 16. Februar ist eine Menschenkette in Waidhofen geplant.

Die Ybbstalbahn wurde wie viele Nebenbahnen in Niederösterreich vor drei Jahren von der ÖBB an die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (Növog) übertragen. Die Aufgabe der Strecke folgte postwendend. Nur der kurze Abschnitt zwischen Waidhofen und Gstadt ist noch als Citybahn im Regelbtrieb. Zwischen Göstling und Kienberg ist der Ötscherland-Express für Touristen unterwegs.

Schienen fürs Waldviertel

Der Abschnitt zwischen Hollenstein und Göstling war bei Növog-Übernahme schon stark renovierungsbedürftig. Doch statt Erneuerung läuft nun seit Jahresbeginn der Abbau der alten Schienen. Was noch zu gebrauchen ist, wird in die Waldviertlerbahn im Norden des Landes gesteckt. Seit die ersten Schrauben der Ybbstalbahngleise gelockert wurden, hat sich der Protest dagegegen vervielfacht. Die Növog plant, einen Teil der Trasse in einen Fahrradweg umzuwandeln. Dieser ist zwar in der Region willkommen, doch die Bahnbefürworter, darunter mittlerweile alle Parteien außer der ÖVP, wollen ein Sowohl-als-auch.

Elektrische Schienenfahrzeuge

Hauptargumente für die Ybbstalbahn sind "sanfter Tourismus" und "E-Mobilität". Karl Piaty hat die Vision von elektrischen Schienenfahzeugen, die bei Bergabfahrten Strom erzeugen und diesen in Akkus für Fahrten bergauf zwischenspeichern; technisch längst möglich. Auch Kleinstkraftwerke im Ybbstal könnten die Bahn energieautark machen, meint Piaty. Ob sein lieber Erwin dafür Geld hat, ist fraglich. Die Növog kann aber immerhin noch über 9 Millionen Quadratmeter an Immobilien, die 2010 von der ÖBB übernommen wurden, flüssig machen. (Michael Simoner, DER STANDARD, 4.2.2014)

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foto: piaty

Trotz heftigen Widerstandes aus der Region …

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foto: piaty

… wird die Ybbstalbahn im Mostviertel seit Anfang des Jahres abmontiert.

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foto: der standard

Früher ging die Ybbstalbahn von Waidhofen/Ybbs bis Kienberg.
07.02.2014, 16:20#105
7. Februar 2014 - Streit um Ybbstalbahn eskaliert.

Mitten in die Konsensbestrebungen zum Erhalt der Ybbstalbahn als Tourismushighlight von Hollenstein bis Gstadt zündeten die beiden Hauptverantwortlichen des "Radwegvereines", Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl (St. Georgen am Reith) und Bürgermeister Martin Ploderer aus Lunz, die "Abrissbombe".

Um 6 Uhr früh begannen deutsche Arbeiter aus Baden-Würtemberg mit der Totalzerstörung der historischen Gleisanlage Bahnhof Hollenstein.

Der Bürgermeister von Hollenstein, Manfred Gruber, hatte noch am Vortag mit dem Fimenchef der Abbruchfirma (Fa. Meisner oder Meisser?) in gutem Einvernehmen besprochen, dass im Gemeindegebiet von Hollenstein nur bis zum Hollensteiner Bahnhofareal abgerissen werden soll. Dies wurde sowohl dem Bürgermeister als auch dem für eine demokratische Vorgangsweise bemühten Bahnaktivist Karl Piaty sen. vor Zeugen am Vortag (6. Februar 2014) zugesagt. Der Chef wirkte ehrlich.

Aber es kam alles anders. Die Baumaschinen wurden in der Nacht zum ca. 4 km entfernten Bahnhof Hollenstein umdirigiert, eine Nacht- und Nebel-Aktion stellte die Gleisanlagen vor dem Bahnhof kurzerhand auf den Kopf und zerstörte sie in kurzer Zeit völlig. Der Hollensteiner Bahnaktivist Eckehard Buder wurde von aufgebrachten Anrainern verständigt, kam persönlich sofort zur "Baustelle" und besetzte sie, um die Arbeiten zu stoppen, bis weitere Bahnfreunde zum Bahnhof zur Verstärkung kamen.
In einem Gespräch wurde daraufhin von der deutschen Firma zugesagt, doch wieder zu ihrer Baustelle ca. 4 km vom Bahnhof Richtung St. Georgen am Reith zurückzukehren. "Good will" schien gesichert.

Doch plötzlich erschien Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl (auch Bürgermeister der Nachbargemeinde St. Georgen) und vereitelte diesen friedlichen Konsens.

Die Abbrucharbeiten müssen weitergeführt werden, sonst werden privatrechtliche Schritte gegen Buder und Nykodem eingeleitet. Nun war guter Rat teuer.
Doch die Bahnfreunde wissen, jetzt hat Schagerl den Bogen weit überspannt.

Nach einer kurzen Besprechung gaben die immer auf Konsens gerichteten Aktivisten die Baustelle frei, denn zu retten war sowieso nichts mehr. Die deutschen Arbeiter haben ganze Arbeit geleistet, die Gleisanlagen total zerstört (siehe Bild)

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Das wichtigste Detail: Dieses Bahnhofsareal und viele andere Teile der Gleisanlagen werden für den Radweg gar nicht gebraucht, längst gibt es dort einen Radweg neben der Bahn. Doch der Radwegverein gibt einen Abrissbefehl, viel dümmer kann man nicht mehr beweisen, dass es bei der Angelegenheit schon lange nicht mehr um den Bau eines Radweges geht, sondern nur mehr um eine kurzsichtige Zerstörungswut von unwiederbringlichem österreichischem Kulturgut.

Noch wurden die Umstände der Versteigerung der Schienen, die Vergaben, usw. nicht öffentlich vorgezeigt. Wieso wurde eine Firma aus Baden-Württemberg genommen, wenn es um einfache Abrissarbeiten eines Gleiskörpers geht?
Übrigens: Die holen sich nur die Schienen, was mit den Schwellen und dem Schotter geschieht, wäre auch gut zu wissen.

Warum macht ein Verein so etwas? Kann er das rechtlich überhaupt?

Wie können Bürgermeister (Schagerl und Ploderer) auf dem Gemeindegebiet eines Bgm.-Kollegen (Gruber, SPÖ) eine solche Aktion gegen seinen Willen durchboxen?

Warum reißt man überfallsartig Schienen auf einem Gebiet weg, wo der geplante Radweg gar nicht verläuft?

Warum müssen Arbeiter aus Baden-Württemberg diese einfachen Abrissarbeiten durchführen, hat das obere Ybbstal nicht genug Möglichkeiten, solche simple Abrissarbeiten in der Region zu vergeben?

Haben wir selbst keine Schrottverwerter?

Diese Fragen stellten sich die friedlichen, aber von der Politik schwer enttäuschten Bahnfreunde während der Besetzung. Der Pressesprecher des Vereins CLUB 598 hat sie aufgeschrieben, um sie auch an Andere stellen zu können. Es sind nicht seine persönlichen Fragen, aber auch er findet sie sehr allgemein gültig.

Damit bekommt auch die Demonstration am Sonntag, dem 9. Februar in Opponitz um 14 Uhr eine völlig neue Dimension.

Neben der "Gutwilltour" mit Gratis-Wuchteln und Heißgetränken haben Schagerl und Ploderer nun den "Kampfesmut der Bahnfreunde" erst so richtig herausgefordert. Näheres am Sonntag in Opponitz, bitte zahlreich kommen, denn nun haben die Bahnfreunde eindeutig die besseren Argumente für sich. Wer das, was hier jetzt ein mittelloser Verein (möglicherweise im Auftrag von politischen "Hintermännern und Hinterfrauen) noch für gut hält, wird wohl nur mehr mit der Lupe zu finden sein.

Es gibt seit einigen Tagen angeblich mehrere Angebote von Privat, die Bahnstrecke zu kaufen. Obmann Martin Ploderer müsste davon wissen?
War das der Grund der "Überreaktion" des Radwegvereines?

Wissen die anderen Vorstandsmitglieder (Kasser, Hanger, Heigl, Hofmarcher, Hofbauer) überhaupt, was das "Führungsduo" da in einer lauen Winternacht im oberen Ybbstal gegen den Hollensteiner Bürgermeister "ausschnapst"? Wann wurden diese von der provokannten Hollensteiner Abrissorgie verständigt?
Fragen über Fragen!

Beste Grüße
VT

EDIT: "Tipp-Ex"
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von VT 5081 (07.02.2014, 17:14)
07.02.2014, 16:31#106
Sind wir hier im infantilsten Kindergarten der Welt, oder was soll das ? Ich hoffe, dass da ein paar Köpfe rollen :!: .
07.02.2014, 17:37#107
Sind wir hier im infantilsten Kindergarten der Welt, oder was soll das ? Ich hoffe, dass da ein paar Köpfe rollen :!: .


Die Hoffnung stirbt zuletzt ... ;-(
07.02.2014, 17:49#108
Man kann's auch übertreiben.
08.02.2014, 16:02#109
12.02.2014, 18:21#110
Aktivisten gegen Bagger

Ybbstalbahn | Bahnfreunde behindern Abriss der Gleise. Schagerl holt Polizei. Über 250 bei Demo in Opponitz.

Von Andreas Kössl

YBBSTAL / „Wir wollen wieder, wir wollen wieder, wir wollen wieder Ybbstalbahn“, skandierten die Bahnfreunde vergangenen Sonntag beim Bahnhof Opponitz. Nach Hollenstein und Ybbsitz hatte man zu einer weiteren Demonstration für den Erhalt der Ybbstalbahn aufgerufen. Über 200 Bahnbefürworter waren trotz Regenwetter auf den Bahnhofsvorplatz gekommen. Auch zahlreiche Regionalpolitiker von SPÖ, FPÖ und Grünen sowie den Waidhofner Bürgerlisten UWG und Liste FUFU fanden sich wieder ein. Lediglich ÖVP-Politiker war einmal mehr keiner gekommen.

Die Kundgebung selbst verlegte man dann aber aufgrund des Wetters in die Räumlichkeiten des Gasthauses Bruckwirt.

Hauptgesprächsthema unter den Bahnfreunden war der Schienenabriss am Bahnhof Großhollenstein, der am Freitag vergangener Woche über die Bühne gegangen war.

„In einer Nacht- und Nebelaktion wurden sämtliche Gleise herausgerissen“, entrüstete sich Pro-Ybbstalbahn-Obmann Thomas Vielhaber. „Was da passiert ist, ist unglaublich. Leider ist es kein Märchen“, stieß der Obmann des Clubs 598, Siegfried Nykodem, ins selbe Horn.

Was war passiert? Am Freitag, 7. Februar, gegen 6 Uhr morgens fuhren zwei Bagger beim Bahnhof Hollenstein auf und begannen damit, die Schienen herauszureißen – und das, obwohl Hollensteins Bürgermeister Manfred Gruber noch am Vortag vom Chef der Abrissfirma zugesichert worden war, dass die Schienen im Gemeindegebiet nur bis zum Hollensteiner Bahnhofareal abgerissen werden würden.

Polizei schreitet in Hollenstein ein

Der Hollensteiner Bahnaktivist Eckehard Buder wurde von den Anrainern verständigt. Er eilte zur Baustelle und stellte sich den Baggern in den Weg, um die Arbeiten zu stoppen. Weitere Bahnfreunde trudelten ein.Mittlerweile war auch SPÖ-Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl, der gleichzeitig stellvertretender Sprecher des Radwegvereins Ybbstal ist, von der Abrissfirma verständigt worden und zum Bahnhof gekommen. Auch die von Schagerl verständigte Polizei war bereits vor Ort. Der Landtagsabgeordnete veranlasste schließlich, dass die Abrissarbeiten fortgeführt wurden. Da es in der vergangenen Woche im Zuge der Gleisabrissarbeiten immer wieder Störaktionen und Pöbeleien der Bahnaktivisten gegeben habe, habe man seitens des Radwegvereins veranlasst, die Arbeiten vom Bahnhof Hollenstein aus Richtung St. Georgen/Reith weiterzuführen, so Schagerl. „Es ging darum, dass diese Störaktionen endlich aufhören. Das Ganze ist ja auch ein Sicherheitsrisiko.“

Die Polizei habe er informiert, um zu verhindern, dass die Sache eskaliere. „Ich habe Herrn Nykodem und Herrn Buder unmissverständlich klar gemacht, dass sie für die Kosten aufkommen müssen, wenn die Firma Stehzeiten hat.“ Nach einer kurzen Besprechung gaben die Aktivisten die Baustelle schließlich frei und die Arbeiten wurden fortgeführt. Es sei nichts mehr zu retten gewesen, so deren Begründung.

Ob gegen die Bahnaktivisten Nykodem und Buder Anzeige erstattet wird, steht derzeit noch nicht fest. Seitens der Polizei hat man einen Bericht über die Vorgänge an die Bezirkshauptmannschaft Amstetten übermittelt, mit der Frage, ob, und wenn ja nach welchen Bestimmungen, Anzeige erstattet werden solle. Stehzeiten werde der Radwegverband, laut Schagerl, jedenfalls keine weiterverrechnen.

Zerstörungswut von unwiederbringlichem Kulturgut

Die Bahnfreunde sind über die Abrissaktion am Bahnhof Hollenstein mehr als entrüstet. Dieses Bahnhofsareal würde für den Radweg gar nicht gebraucht, da es dort längst einen Radweg neben der Bahn gebe. Bei der Angelegenheit gehe es schon lange nicht mehr um den Bau eines Radweges, sondern nur mehr um eine kurzsichtige Zerstörungswut von unwiederbringlichem österreichischen Kulturgut, so der Vorwurf.

Den Bahnbefürwortern geht es nun darum, zumindest die Strecke zwischen Gstadt und Hollenstein zu erhalten. Hier seien schließlich 20 Millionen investiert worden, die könne man doch nicht einfach so rausreißen, ist Pro-Ybbstalbahn-Obmann Vielhaber überzeugt.

Laut Landtagsabgeordnetem Schagerl sollen die Abrissarbeiten in diesem Bereich, so es die Witterung zulässt, aber Anfang März starten. Eine Bahnbaufirma, die die Gleise in etwa neun Meter langen Feldern abtragen soll, werde damit beauftragt. Diese Gleisfelder sollen dann bei der Mariazellerbahn und im Waldviertel wieder zum Einsatz kommen. Die derzeit abgetragenen Gleise werden verschrottet, die Stahlschwellen teilweise beim Ötscherlandexpress wiederverwendet.

Protestaktionen gehen weiter

Die Bahnfreunde denken jedoch nicht daran, aufzugeben. „Wir werden weiterkämpfen“, lautete der Tenor bei der Demonstration am Sonntag. Es gebe auch die Chance auf einen Stopp der Abrissarbeiten, so der Waidhofner FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll. Wenn sich 46 Opponitzer finden, dann könne ein Initiativantrag im dortigen Gemeinderat eingebracht werden. Im Waidhofner Gemeinderat werde man jedenfalls gemeinsam mit allen bei der Demo anwesenden Fraktionen einen derartigen Antrag in der nächsten Sitzung einbringen.

Am Donnerstag, 13. Februar, gehen die Proteste dann wieder weiter. Da fahren die Bahnfreunde nach Wien, um vor dem Verkehrs- und dem Wirtschaftsministerium zu demonstrieren. Am Sonntag, 16. Februar, ist eine Menschenkette beim Waidhofner Lokalbahnhof geplant.



Ein Kampf gegen Windmühlen

KOMMENTAR | Andreas Kössl über die Bestrebungen, die Ybbstalbahn zu erhalten.

Es war im September 2011, da stattete der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler der Gemeinde Opponitz einen Besuch ab, um bei einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Ybbstals in Zusammenhang mit der Ybbstalbahn zu diskutieren. Es gehe nicht darum, die bestehende Ybbstalbahn zu erhalten, so Fischler damals, sondern darum, ein Konzept für die Zukunft unter Einbindung der Bahn zu entwickeln. Viel ist seitdem passiert, leider jedoch nicht im Sinne Fischlers. Die Ybbstalbahn wurde aufgelassen, sie soll einem Radweg weichen.

Vergangenen Sonntag fanden sich die Bahnfreunde abermals in Opponitz ein. Diesmal wurde aber nicht diskutiert, sondern protestiert. Seitdem im Jänner mit dem Abriss der Schienen begonnen wurde, wird wöchentlich demonstriert – mit stetigem Zulauf. Dennoch: Alle Bemühungen erscheinen derzeit wie ein Kampf gegen Windmühlen. Die Gegenseite scheint derzeit nämlich bestrebt, das Kapitel Ybbstalbahn ganz zu beenden. Das Herausreißen der Gleise am Bahnhof Hollenstein am Freitag deutet darauf hin. Für den neuen Radweg kann es nämlich nicht gewesen sein, der wäre hier schon vorhanden.


Demonstration in Wien:
Donnerstag 13. Feb. 2014 Treffpunkt 10 Uhr 30 vor dem Verkehrsministerium - Wien Stubenring 3 - Petitionsabgabe
18.02.2014, 16:31#111
400 Bürger nahmen sich für Rettung der Ybbstalbahn an den Händen

WAIDHOFEN. Mit einer Menschenkette in Waidhofen forderten Bahnfreunde wenigstens den Tourismusbetrieb.


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400 Bürger bildeten eine Kette für den Weiterbetrieb der Ybbstalbahn. Bild: OÖN


Es tröpfelte auf das Stadtpflaster, im Regen stehen gelassen fühlten sich 400 Kundgebungsteilnehmer am Sonntagnachmittag nur von den Landespolitikern: Während bereits der Abriss der Geleise veranlasst wurde, forderte die Hundertschaft zunächst den Weiterbetrieb der Ybbstalbahn für den Tourismus.

"Wir sind ja zu Kompromissen bereit", sagt die Organisatorin der Bürgerinitiative Ybbstalbahn, Elsa Zierlinger. Die Bahnfreunde können sich einen Tourismusbetrieb von Waidhofen nach Ybbsitz und auf dem anderen Ast der Schmalspurstrecke bis Hollenstein vorstellen. In fernerer Zukunft könnte eine nach Fahrplan im Regeltakt fahrende Elektrobahn mit Akkus sogar ein Vorzeigefall für neuen,
modernen öffentlichen Verkehr sein, sagt Aktivist Karl Piaty, der die Anliegen um eine Weiterführung der Nebenbahn längst schon weit über die Grenzen des Tales hinausgetragen hat. Mitstreiter in ihren gelben Alarmjacken und den aufgedruckten Buchstaben für die "Ybbstalbahn" hat man wenige Tage zuvor auch schon an der Rampe des Parlaments gesehen. Empfangen hat man die Bahnaktivisten aus dem Ybbstal auch bereits in der Präsidentschaftskanzlei in Wien. Bruno Aigner, langjährige rechte Hand des Bundespräsidenten Heinz Fischer, hat sich die Mappen mit den
Konzepten für eine neu aufgestellte Ybbstalbahn geben lassen.

Bei den Landespolitikern haben die Befürworter für eine Weiterführung der Ybbstalbahn bisher dagegen kein Glück gehabt. Erwin Krexhammer von "probahn Österreich", einer anerkannten Plattform für den Schienenverkehr, ist es leid, von der nö. Landesregierung in St.Pölten nur im Kreis geschickt zu werden. Nicht nur einen Termin, sondern die Entgegennahme von im Internet gesammelten Unterstützungserklärungen für eine Petition für die Ybbstalbahn würden von Landeshauptmann Erwin Pröll und den zuständigen Landesräten beziehungsweise deren Vorzimmerleute beharrlich verweigert.

Politikerfreie Zone war die Menschenkette am Sonntag dennoch keine. Alle Waidhofner Gemeinderatsfraktionen schickten Vertreter, nur die VP blieb geschlossen fern. Bei der VP ist es seit
langer Zeit Parteilinie, dass die Schmalspurbahn ein Millionengrab, nicht zu vertretbaren Kosten weiterzuführen und daher ein Radweg auf der Bahntrasse die beste Lösung für das Tal sei, die sogar einen frischen Impuls für Einheimische und Gäste bringe.

Für die Bahnfreunde ist ein bloßer Radweg ohne Zubringer durch eine Eisenbahn eine touristische Totgeburt. Zierlinger verlas ein Manifest, in dem ein "Stopp des Gleisabbaus und die
Wiederinbetriebnahme der Ybbstalbahn" gefordert wurde.

Auch für Karl Piaty ist der Käse noch nicht gegessen: "Die Ybbstalbahn ist bereits im Blickfeld auch internationaler Medien gerückt." Der pensionierte Zuckerbäcker plant schon eine Kundgebung, bei der die Bahnfreunde ihre grellen Jacken in Brüssel anziehen werden.

Pro: Martin Ploderer, Bürgermeister Lunz am See, VP, Obmann Radwegverband

Zukunftsprojekt

Der Lunzer Bürgermeister und Radwegverbandsobmann tat seine Meinung wiederholt kund: Die Ybbstalbahn hätte bis auf jenen Teil, der als Waidhofner City-Bahn blieb, keine Zukunft gehabt. Der
öffentliche Verkehr ließe sich kostengünstiger mit dem Mostviertler Bussesystem abwickeln. Der Radweg von Gstadt bis nach Lunz am See bringe eine neue Lebensqualität für Einheimische und Gäste. Das Land Niederösterreich fördere dieses regionale Projekt mit zehn Millionen Euro, nachdem die Debatte um die Ybbstalbahn ausführlich genug gewesen sei.

Contra: Karl Piaty, pensionierter Zuckerbäcker aus Waidhofen und Bahnaktivist

Zerstöraktion

Seit Jahren seien innovative Pläne für die Ybbstalbahn abgeschmettert und den Bahnbefürwortern Gespräche verweigert worden, sagt Karl Piaty. Mit Interessenten für die Bahn sei nie ernsthaft verhandelt worden. Ein Radweg auf der Bahntrasse sei reine Geldverschwendung und zerstöre nur altes Kulturgut, ohne Nutzen zu bringen. Konzepte für eine Tourismusbahn lägen ebenso auf dem Tisch wie für einen alternativen öffentlichen Verkehr auf den Schienen. Wie einst in der Wachau müssten sich Bürger gegen die Kurzsichtigkeit von Politikern durchsetzen.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Bimigel (18.02.2014, 16:35)
18.02.2014, 22:24#112
Die Ybbstalbahn war wunderschön und eigentlich für mich im Sommer auch hin- und wieder ein Besuch wert. Meine 2 Stammwirten werde ich dann halt eben nicht mehr besuchen, denn mit dem Bus kann ich in Wien auch fahren, der 38A tuts auch :rolleyes:
09.03.2014, 18:15#113

04.03.2014 | 23:59 |
Fackelzug und Kaufangebot

Ybbstalbahn | 150 Teilnehmer nahmen an Protestzug in Waidhofen teil. Bahnfreunde wollen Reststrecke kaufen.


Von Andreas Kössl

YBBSTAL / „Wir wollen wieder, wir wollen wieder, wir wollen wieder Ybbstalbahn!“, hieß es auch wieder vergangenen Freitag. Rund 150 Bahnfreunde hatten sich am Waidhofner Lokalbahnhof zusammengefunden, um ein Zeichen für den Erhalt der Lokalbahn zu setzen und gegen den Abbau der Schienen zwischen Gstadt und Hollenstein zu demonstrieren. Nach Kundgebungen in Hollenstein, Ybbsitz, Opponitz und Waidhofen sowie einem Ausflug nach Wien wurde nun ein Fackelzug durch die Waidhofner Innenstadt abgehalten.

Bahnfreunde wollen Kampf nicht aufgeben

Dabei wurde die Route über die Hintergasse auf den Oberen Stadtplatz gewählt, um vor der Haustür von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka „eine Minute der Stille“ für das „Kulturerbe Ybbstalbahn“ einzulegen. Danach fand eine kurze Abschlusskundgebung bei der Mariensäule statt, bei der die Redner einmal mehr den Abriss der Gleise zwischen Göstling und Hollenstein beklagten und wissen liesen, dass sie nicht daran denken würden, ihren Kampf für die Ybbstalbahn aufzugeben.

Kaufangebot vorgelegt

Wie die NÖN kurz vor Redaktionsschluss erfuhr, hat eine Bietergemeinschaft aus Bahnfreunden (ein Proponent ist der Redaktion bekannt) bereits am 5. Februar ein Angebot gelegt, die noch bestehenden Reste der aufgelassenen Ybbstalbahn zwischen Gstadt und Ybbsitz sowie zwischen Gstadt und Hollenstein samt Bahnhöfen und Gleisanlagen zu kaufen. Die Bahnfreunde möchten diese Teilstücke für eine Tourismusbahn sowie für E-Mobilitätsversuche nutzen. Der angebotene Kaufpreis liegt zwischen 500.000 und einer Million Euro.

Bis jetzt hat die Bietergemeinschaft jedoch noch keine Rückmeldung erhalten.

04.03.2014 | 23:59 |
Bahndiskussion: Alle gegen die Volkspartei

Gemeinderat | Dringlichkeitsantrag von SPÖ, UWG, FUFU, FPÖ und Grünen zur Ybbstalbahn mit Gegenstimmen der WVP abgelehnt.


Von Andreas Kössl

WAIDHOFEN / Die Zuschauerränge im Waidhofner Rathaus waren am Montag vergangener Woche gut gefüllt. Rund 25 Bahnfreunde hatten Platz genommen, schließlich sollte das Thema Ybbstalbahn im Gemeinderat behandelt werden. SPÖ, UWG, Liste FUFU, Grüne und FPÖ brachten aus diesem Grund einen Dringlichkeitsantrag ein. Dieser wurde mit den Stimmen der WVP auch einstimmig auf die Tagesordnung gesetzt, beschlossen wurde er jedoch nicht. Die 20 Mandatare der WVP stimmten einstimmig dagegen.

"Mutwillige Zerstörung eines Kulturgutes"

Verlesen wurde der Dringlichkeitsantrag von FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll. Gefordert wurde, dass sich der Gemeinderat für einen Stopp des Gleisabbaus der aufgelassenen Ybbstalbahn aussprechen möge. Da der geplante Radweg auf Teilen der Trasse sowohl rechtlich als auch finanziell noch nicht abgesichert sei, würde die Schienendemontage auf dem Abschnitt Gstadt – Hollenstein eine mutwillige Zerstörung eines Kulturgutes bedeuten. Emotional gab sich UWG-Gemeinderat und Club-598-Obmann Siegfried Nykodem: „Man kann doch die Gleise nicht einfach blindwütig wegreißen“, so Nykodem. Abgesehen davon, dass man die Strecke zwischen Gstadt und Hollenstein vor nicht allzu langer Zeit um 20 Millionen Euro revitalisiert habe, gehe es hier auch um ein Stück Heimat, das zerstört werde.

Schienenabbau-Stopp: WVP stimmt nicht zu

Ins selbe Horn stießen auch Grün-Mandatar Erich Abfalter, der ein Umdenken einforderte, und FUFU-Gemeinderat Martin Dowalil. Dieser sprach von einer „parteipolitischen Machtdemonstration“ und bemängelte, dass es für den Radweg weder Konzept noch Finanzierung gebe. SPÖ-Stadtrat Alfred Beyer meinte, von den Radwegbefürwortern werde immer das wirtschaftliche Argument gebracht. Dieses zu widerlegen sei aber schwierig, man solle jedoch auch mal an die Nachhaltigkeit denken.

In einer Aussendung spricht sich die SPÖ für ein Ja zum Radweg, allerdings in Kombination mit der Bahn, aus.

Die WVP blieb jedoch bei ihrem Nein zur Ybbstalbahn. Diese sei vor einigen Jahren wegen zu wenigen Fahrgästen und zu hohen Kosten von den ÖBB geschlossen worden, so WVP-Stadtrat Franz Sommer. Das an die Stelle der Bahn getretene Buskonzept sei bei weit geringeren Kosten wesentlich flexibler. Eine Parallelführung von Bahn und Radweg sei nicht möglich, ein Abweichen des Radwegs von der Strecke entlang der Ybbs aber unattraktiv.

10 Millionen "vom Landeshauptmann zugesagt"

Dass es kein Konzept und keine Finanzierung für den Radweg gebe, wollte die WVP so nicht stehen lassen. Die zehn Millionen vom Land NÖ für den Radweg seien vom Landeshauptmann zugesagt worden, so Bürgermeister Wolfgang Mair. „Wenn der Landeshauptmann das sagt, dann hält das“, so der Stadtchef.

Und WVP-Gemeinderat Erwin Reichenvater zitierte Aussagen von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, in welchen von „zumindest zehn Millionen Euro“ für den Ybbstalradweg die Rede ist.
13.03.2014, 00:16#114
Vieles funktioniert mit Fernsteuerung
Die Weichenstellung für den Radweg auf der Ybbstalbahntrasse erfolgt nicht in der Region.

Bezüglich der Ybbstalbahn gab es tatsächlich ein Anliegen, das den Bürgermeistern unter den Nägeln brannte: Die Schüler mussten in aller Herrgottsfrühe aufstehen und noch mitten in der Nacht zu den Bahnhöfen marschieren, um zu Unterrichtsbeginn in Waidhofen in den Klassen zu sein. Die Personenbeförderung der ÖBB war eine Zumutung, bis sich die Fahrgäste damals in einer Winternacht vor 15 Jahren wehrten: Die Schüler blockierten bei einer Protestaktion die Geleise, die Bürgermeister unterstützten die Taljugend. Vielleicht rührt auch vom damaligen Versagen der Bahn bei manchen Gemeindeoberhäuptern ihre Gleichgültigkeit nach der Stilllegung der Schmalspurstrecke.

Bis auf Hollensteins Manfred Gruber (SP) wehrt sich auch kein Bürgermeister dagegen, dass dem Bähnle jetzt endgültig der Garaus gemacht wird. Worauf man sich die Schmalspurtrasse in einem schnell gegründeten Radwegeverein vom Land NÖ als Zwischeneigentümer vermachen ließ. Dieser Tage werden die Schienen von den Schwellen gerissen, als stünde man in einem Wettlauf mit der Zeit. Für den Radwegebau allerdings liegen noch lange nicht alle Genehmigungen vor. Auch zehn Millionen Euro Fördersumme für den Radweg auf der Bahntrasse sind erst mündlich zugesagt und nicht per Landtagsbeschluss freigegeben.

Dass das Tal dringend den Radweg braucht, ist eine späte Erkenntnis, in den Zukunftskonzepten des Regionalverbandes und in den Parteiprogrammen vor Wahlen fehlte sie. Der Gedanke, wie gut ein Radweg täte, kam erst mit der Auflassung der Ybbstalbahn. Währenddessen versuchten gestern Eisenbahnfreunde bei einem Sitzstreik vor dem nö. Landhaus doch noch eine Kehrtwende. Die Hoffnungen richten sich aber auch hier nach außen: Als Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP) und Landeshauptmann Erwin Pröll Gespräche zusagten, war das ein Teilerfolg.

Denn nach wie vor mutmaßen die Demonstranten, dass ein anderer Mächtiger, Landesvize Wolfgang Sobotka (VP), die Ybbstalbahn vom Erdboden tilgen will. Warum, weiß keiner. Tatsächlich haftet dem Radwegverein Fernsteuerung an. Bei der Vereinsanmeldung wurde der Ybbsitzer Nationalrat Andreas Hanger (VP) als Bürgermeister eingetragen. Der Fehler passiert schon mal in einem Landesbüro, wo man die Leute nicht kennt, aber nicht in einer Gemeindestube.

Beständig wird man den Eindruck nicht los, dass es vornehmlich VP-Politiker pressiert, dass die Bahn verschwindet, ehe sie dann beim Radweg weitersehen. Ein großes Fragezeichen ist, wie man den Radweg am Steinschlag beim Ofenloch in Opponitz vorbeiführt. Vielleicht mag ein Grund der Eile sein, dass die neuen Mostviertler Buslinien nur mäßig frequentiert sind. Dass ihn die leeren Busse ärgern, gab Sobotka an einem Bürgerstammtisch zu. Eine attraktivierte Bahn kann aber keine Alternative sein, so ganz ohne Schienen.


Derzeit besetzen Demonstranten die Abrissarbeiten im Ofenloch: ----> http://kubus.soup.io/ -> 12. März 2014
13.03.2014, 22:52#115
Gemeinden halten trotz Blockaden an Radweg fest

Genehmigte Demonstration führte zu Blockade von Bautrupps, Kämpfer für die Ybbstalbahn geben nicht auf und wollen heute wieder auf die Baustelle.


"Wir haben uns klar festgelegt. Daran wird sich nichts ändern." Der Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer, zugleich Obmann des von sechs Gemeinden getragenen Ybbstalradwegvereins, zeigte sich gestern auch über neuerliche Blockaden gegen die Demontage der Ybbstalbahn unbeeindruckt. Zuerst friedliche Bahnfreunde hinderten Bautrupps der Firma Swietelsky an Abrissarbeiten. Radvereinschef Ploderer behielt sich vor, entstandene Mehrkosten bei den Protestierern einzuklagen.

Sechs Bürgermeister des Ybbstales dokumentierten Dienstagabend bei einer aktuellen Projektpräsentation zum 50 km langen geplanten Radler-Highway zwischen Waidhofen und Lunz Geschlossenheit. Die 2012 aufgelassene Ybbstalbahn als Museumsbahn zu aktivieren und erhalten und gleichzeitig den Radweg zu erreichten, sei wirtschaftlich und technisch nicht möglich, behauptete Eisenstraßenobmann Andreas Hanger. Über ein EU-Leaderprojekt werden dem Radweg neben den landschaftlichen Reizen auch touristische Attraktionen eingehaucht. Für den 25. April kündigte Radweg-Vizechef Helmut Schagerl ein konzentriertes Bauverfahren mit allen Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften an. Bei der Wasserrechtsverhandlung vor Wochen seien geringe Nachbesserungen verlangt worden, ansonsten erhoffe man positive Bescheide. Damit könnten nach ersten Ausschreibungen im August mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Wegtrasse

Die Radwegtrasse, die zu rund 50 Prozent am Damm der Bahn verläuft, nennen die Bürgermeister als gesichert. Und die Finanzierung des Wegs von rund 8,5 Mio. Euro habe das Land NÖ auf zwei Jahre gesichert. 2016 sollte der Weg fertig sein.

Wie der Opponitzer Ortschef Leopold Hofbauer sehen seine Kollegen durch die Bikerstrecke eine touristische Chance, aber auch eine Steigerung der Lebensqualität für die eigenen Leute. Schätzungen lassen auf rund 50.000 Radler per anno auf dem Weg hoffen. Göstlings Bürgermeister Franz Heigl lobte das Projekt aus Sicherheitsgründen: "Bei uns ist sicheres Radfahren und Spazierengehen sonst nirgends mehr möglich."

Dienstag anwesende Bahnfreunde überzeugte die Radwegpräsentation nicht. Sie bezweifeln die Abrissgenehmigungen für die Gleise. Bei Opponitz sind für heute neue Demonstrationen bei der Exekutive angemeldet.
(kurier) Erstellt am 13.03.2014, 07:01


Ybbstalbahn: Blockade gegen weiteren Gleisabbau
WAIDHOFEN, OPPONITZ. Radwegverband will im August mit den Bauarbeiten auf Trasse der Ybbstalbahn beginnen.
Bahnfreunde setzten sich vor die Bagger Blockade gegen weiteren Gleisabbau


Eigentlich hätte es nur eine Kundgebung für eine Reaktivierung der Ybbstalbahn von Waidhofen bis Hollenstein als Bummelzug für Touristen werden sollen. Als aber ein Bagger beim Taleinschnitt des Ofenloches in Opponitz bereits die Schienen aus den Bahnschwellen riss, mutierte die bei den Behörden angemeldete Veranstaltung gestern zum Sitzstreik. Die Eisenbahnfreunde setzten sich auf die Geleise, worauf der Bautrupp die Demontage einstellte.

Für den Sprecher der Bürgerinitiative, Karl Piaty, fehlt dem Abbruch die rechtliche Grundlage: "Wir haben bei der Bezirkshautpmannschaft nachgefragt und nach unserem Wissensstand ist die Vorgangsweise nicht gedeckt". Einmal öfter trifft den Radwegeverband des Ybbstales, dem alle Gemeinden bis auf Hollenstein angehören, der Verdacht, auf eigene Faust gehandelt zu haben. Erst am Dienstagabend hatte der Vorstand des Verbandes im Waidhofner Rothschildschloss seine Pläne verlautbart. Nationalrat Andreas Hanger (VP) aus Ybbsitz erklärte, dass man nun auf der Trasse der stillgelegten Schmalspurstrecke als Regionalprojekt den Radweg baue. Die Wunschlösung eines Radstreifens neben einer Tourismusbahn sei an der Verfügbarkeit von Grundflächen in der Talenge gescheitert. Hanger: "Ich sage wirklich leider." Die anderen Bürgermeister brachten Sicherheitsargumente vor: Bisher könnten Kinder und Familien nicht vom Autoverkehr ungefährdet auf den Fahrrädern durchs Tal strampeln.

Für den Obmann des Radwegeverbandes, dem Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer (VP), stehen die Termine fest. Nachdem im April alle Bauverhandlungen abgeschlossen sein sollen, werde noch im Frühjahr die Ausschreibung erfolgen und dann im August Baubeginn sein. 2016 sollen bei der Eröffnung des Radweges die Bänder durchschnitten werden.

Die Finanzierung des Großprojektes – jetzt ist von 8,5 Millionen Euro die Rede – sei schon lange gesichert, verwiesen Ploderer und sein Stellvertreter, der Bürgermeister von St. Georgen/Reith und Landtagsabgeordnete Helmut Schagerl (SP), auf "einen Beschluss der nö. Landesregierung". Die Eisenbahnfreunde haben dem entgegen immer behauptet, dass es für die Finanzierung bestenfalls mündliche Zusagen gegeben habe. Worauf es sehr gewagt gewesen sei, trotzdem Baufirmen mit dem Gleisabbau zu beauftragen.

Von einem Beschluss der Landesregierung wusste jedenfalls Finanzreferent LH-Stv. Wolfgang Sobotka (VP) in einer Anfragebeantwortung vom 10. Dezember 2013 nichts. Kein Wort von einem Beschluss, Sobotka wortwörtlich: "Ich habe, zumal es sich um ein Projekt handelt, das von der gesamten Region getragen wird, bestmögliche finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt".

Radweg auf der Trasse der Ybbstalbahn

1 Betreiber ÖBB: Die Bundesbahnen dünnten als Betreiber der Ybbstalbahn die Fahrpläne aus, die Fahrtzeiten wurden immer länger und unzumutbar.

2 Übernahme: In einem Paket von Nebenbahnen übernahm das Land NÖ. auch die Ybbstalbahn von den ÖBB. Während die Mariazellerbahn von der Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG modernisiert wurde, wird die Ybbstalbahn nur noch als Waidhofner Stadtbahn weiterbetrieben. Der Rest der Strecke nach Göstling/Ybbs wurde dem „Radwegverband Ybbstal“ um einen Euro überlassen.

3 Radweg: Derzeit werden die Schienen von der Trasse entfernt, auf der der Verband der Talgemeinden (bis auf Hollenstein) einen Radweg errichten will. Von Landespolitikern gibt es Finanzierungszusagen, aber offenbar noch keinen Beschluss.
14.03.2014, 12:33#116
Verspätung für Gleisabriss
OPPONITZ. Die Bagger des Gleisbautrupps der Firma Swietelsky vor einem Bahnübergang in der Einöde ratterten gestern nicht mehr los. Auf Campingstühlen ließ sich ein Grüppchen von mehrheitlich Pensionisten die Frühlingssonne ins Gesicht scheinen und trank aus der Thermoskanne Kaffee.

Neben den Leuten lehnte ein Transparent von der "Zug-Kunft für das Ybbstal" an einem Holzstapel. Wenn sich auf der Baustelle etwas getan hätte, wären die älteren Herren und Damen von ihren Sesseln aufgesprungen und auf die Gleise geeilt.

Es ist der zweite Tag der Blockade der Ybbstalbahn-Freunde gegen den Abriss der Schienen. Zu Mittag sperrten die Arbeiter die Maschinen ab und gingen. Mit den Demonstranten plauderten sie zuvor gemütlich. "Ich habe vor wenigen Jahren die Gleise repariert", erzählte einer der Männer. Eigentlich sei es ein Wahnsinn, eine Strecke, die so gut in Schuss ist, abzuwracken, schüttelte ein anderer den Kopf. Aber Auftrag sei Auftrag.

Elsa Zierlinger war vor ihrer Pensionierung Bankangestellte in Waidhofen. Noch nie hat sie in ihrem Leben Transparente gemalt und bei Protestkundgebungen geschwenkt. Jetzt ist sie die Sprecherin der Bahnfreunde, die die Demontage der Gleise für einen Radweg auf der Trasse noch verhindern will. "Es gibt konkrete Pläne für eine Tourismusbahn nach Hollenstein", sagt sie, "das würde viele Gäste ins Tal bringen wie bei anderen Museumsbahnen." Landschaftlich würde der Bummelzug durch eine der schönsten Schluchten und über wildromantische Brücken führen. Auch mit den zwei Polizisten, die im Laufe des Vormittags nach dem Rechten sehen, wechselte Zierlinger ein paar freundliche Worte. Amtshandlung gab es vorerst keine.

Das aber bleibt laut dem Lunzer Bürgermeister und Obmann des Radwegeverbandes Martin Ploderer (VP) nicht so: "Da kann nicht jeder tun, was er will, und wir sollen zahlen dafür." Er hat den Polier angewiesen, jede Stunde Zeitverzug aufzuschreiben, der dann den Demonstranten auf die Rechnung gesetzt werde. Die Bürgerinitiative hat sich indes für heute die nächste Kundgebung behördlich bewilligen lassen.


Radwegprojekt durch das Ybbstal

1. Hälfte der Bahntrasse: Das Land NÖ hat die Ybbstalbahn als neuer Eigentümer nach der Übernahme von den ÖBB umgehend stillgelegt. Nur auf 5,5 Kilometern Länge betreibt die Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG einen Streckenteil als Waidhofner Stadtbahn, wo man einst 70 Prozent der Fahrgäste hatte.

2. Keine Tourismusbahn: Projekte zur Weiterführung von Waidhofen bis Hollenstein als Tourismusbahn wie etwa die Steyrtalbahn in Oberösterreich hat die Landespolitik abgelehnt. Stattdessen wurden zehn Millionen Euro für einen Radweg auf der aufgelassenen Trasse versprochen.

3. Verhandlungen:
Am 25. März erfolgen die Bauverhandlungen für den Radweg. Bereits zuvor wurde mit dem Gleisabriss begonnen, gegen den sich Elsa Zierlinger wehrt.
14.03.2014, 21:35#117
Millionen für Bahnhöfe, kein Cent für Ybbstalbahn

Bund und Land machen in Niederösterreich rund 140 Millionen Euro locker, um Bahnhöfe zu verschönern und mehr Park-and-ride-Plätze zu schaffen. Für die Erhaltung von Nebenbahnen wie der Ybbstalbahn gibt es keinen Cent.

St.Pölten – Im niederösterreichischen Regionalverkehr ist alles auf Schiene. Sagen zumindest die, die auf höchster Ebene die Weichen stellen – also Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ),
Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), sein zuständiger Landesrat Karl Wilfing und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Christian Kern. Rund 140 Millionen Euro werden in den weiteren Ausbau der Bahn-Infrastruktur in Niederösterreich investiert. Der Großteil davon in die Renovierung von 18 Bahnhöfen, darunter Hollabrunn, Klosterneuburg-Kierling, Amstetten, Gmünd und Scheibbs.
Im Bereich der Park- and Ride-Anlagen gibt es derzeit rund 30.000 Pkw-Stellplätze in Niederösterreich, bis 2025 sollen an 29 Bahnhöfen 50.000 neue dazukommen. Allein die Kosten dafür betragen rund 36 Millionen Euro, mehr als ein Drittel davon übernimmt das Land.

Von der Finanzspritze sollen ausdrücklich auch die noch vorhandenen Regionalbahnen profitieren. Wie berichtet, hat die ÖBB vor drei Jahren dem Land fast allen Nebenbahnen übertragen, vier Fünftel davon sind mittlerweile eingestellt. Erlauftal-, Kamptal-, Puchberger- und Traisentalbahn gibt es noch, eine "Attraktivierung" ist versprochen.

Wie blanker Hohn
Das gemeinsame Ziel sei, „noch mehr Menschen auf die Bahn zu bringen und sie sicher und umweltfreundlich zu transportieren", sagte Ministerin Bures am Donnerstag im Landhaus in St. Pölten.

Rund 90 Kilometer westlich klangen diese Worte wie blanker Hohn. Seit Monaten versuchen im Mostviertel hunderte Aktivisten, die Ybbstalbahn zu retten. Bisher erfolglos.

Wie berichtet, wurde vor drei Jahren auch die Ybbstalbahn von der ÖBB an die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (Növog) übertragen. Die Aufgabe der Gesamtstrecke folgte postwendend. Nur der kurze Abschnitt zwischen Waidhofen und Gstadt ist noch als Citybahn im Regelbtrieb. Zwischen Göstling und Kienberg ist der Ötscherland-Express für Touristen unterwegs. Der Rest (und Großteil) wird seit Jahresbeginn bereits abgetragen.

12.000 Unterschriften

Seit die Abbrucharbeiten auch die erst vor wenigen Jahren um zwanzig Millionen Euro erneuerten Gleise zwischen Gstadt und Hollenstein erreichten, steitg die Bürgerinitiative Ybbstalbahn auf die Barrikaden, also auf die Geleise. Auch in den vergangenen Tagen waren „Baustellenbesichtigung" so intensiv, dass die Bagger der Firma Swietelsky pausieren mussten. Doch Donnerstagnachmittag war in der "Ofenloch" gennanten Steilschlucht bei Opponitz – einer der schönsten Abschnitte der Ybbstalbahn – wieder der Abbruchdiesel zu hören, obwohl es mittlerweile mehr als 12.000 Unterschriften pro Ybbstalbahn gibt.

Für Tourismus erhalten
Mehrere Bürgerinitiativen wollen auch diesen Abschnitt für den Tourismus erhalten. "Wenn die Schienen einmal herausgerissen sind, ist es aus", sagt Karl Piaty, Sprecher der Bürgerinitiative. Für ihn geht es auch um historisches Kulturgut, das von "verantwortungslosen" Poltikern zerstört werde.

Im Hintergrund schwelt ein Machtkampf zwischen Bürgermeistern um die Frage, ob ein Fahrradweg die Gleise ersetzen oder ergänzen soll. Das Land will sich nicht mehr einmischen. Viele Ybbstaler haben jedenfalls noch Ex-EU-Kommissar Franz Fischler im Ohr, der 2011 bei einer Probahn-Veranstaltung gesagt hatte: "Wenn Sie die Ybbstalbahn wollen, müssen Sie darum kämpfen."
14.03.2014, 21:47#118
Da fragt man sich, wer so eine Wut auf die Bahn hat. Oder kann man wirklich so deppert sein und einfach aus Jux und Hohn eine Bahn abreißen?
15.03.2014, 21:19#119
Klare Absage für Ybbstalbahn-Aktivisten

Bahnaktivisten kämpfen weiter um die Nutzung von Teilen der Ybbstalbahn, deren Trasse abgerissen und zu einem Radweg umgebaut werden soll. Sie fordern die Erhaltung der Strecke. Eine klare Absage kommt nun von LH Erwin Pröll (ÖVP).

Den so genannten „Bahnfreunden“ wurde angeboten, die aufgelassene Strecke kostengünstig zu kaufen, sagt Landeshauptmann Erwin Pröll, eine Einigung sei jedoch an der dauerhaften Finanzierung gescheitert: „Die Bahnfreunde müssen auch wissen, dass es nicht nur um die Übernahme der Strecke geht, sondern auch um die Führung des gesamten Projekts. Und dazu waren sie absolut nicht bereit.“

BildKarl Piaty
Bahnaktivisten besetzten die Baustelle in Opponitz

Schließlich sprachen sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden mehrheitlich für einen Radweg aus. „Die Bürgermeister sind ja nicht irgendjemand, sondern sind die demokratisch Legitimierten als Sprecher der Bevölkerung dieser Region. Das war für uns natürlich Auftrag, dem Wunsch der Bürgermeister zu folgen und dieses Konzept
umzusetzen, das bereits in Umsetzung ist“, so der Landeshauptmann.

Zwischen Göstling (Bezirk Scheibbs) und Hollenstein an der Ybbs (Bezirk Amstetten) wurden die Schienen der Ybbstalbahn bereits abgetragen, im Sommer soll dann der erste Teil des Radweges eröffnet werden. Zuletzt besetzten Bahnaktivisten allerdings die Baustelle in Opponitz (Bezirk Amstetten) und behinderten die Arbeiten.
16.03.2014, 21:05#120
Ybbstal-Radweg auf Bahntrasse im Entstehen

Waidhofen/Ybbs/Lunz am See (APA) - Mitte August sollen die Bauarbeiten für das touristische Projekt Ybbstalradweg auf der vormaligen Bahntrasse zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz am See starten. Laut dem Ybbstalradwegverband soll die rund 50 Kilometer lange Strecke im Jahr 2016 fertiggestellt sein, das Land Niederösterreich werde in zwei Tranchen 8,5 Millionen Euro investieren.

Im Bereich Hollenstein - Waidhofen / Gstadt werden die Schienen bereits abgetragen. Das Inszenierungskonzept für den Radweg sehe die Einbeziehung der Badeplätze und Aussichtspunkte, aber auch der spektakulären Brücken und Übergänge in dem alpinen Tal vor, hieß es in der Aussendung des Vereins, hinter dem sechs Gemeinden stehen.

Zur nach wie vor anhaltenden Kritik von Bahninitiativen an der Stilllegung der Ybbstalbahn wurde festgestellt, dass es „nach jahrelangen Diskussionen und Prüfungen“ nun an der
Zeit sei, das Radwegprojekt konkret anzugehen. Radwege auf aufgelassenen Bahntrassen hätten sich in den Nachbarländern erfolgreich etabliert. In punkto Sicherheit sei es wichtig, den Radverkehr von der Bundesstraße wegzubekommen. „Mit dem Ötscherland-Express zwischen Kienberg und Göstling gibt es nach wie vor eine attraktive Tourismusbahn“, betonte Vereinsobmann Martin Ploderer, Bürgermeister von Lunz am See.

Die Ybbstalbahn als öffentliches Verkehrsmittel ist bereits seit längerem Geschichte. Bahnaktivisten kämpfen aber weiter für einen Erhalt der Strecke, es gab Demonstrationen, dieser Tage wurden die Abrissarbeiten bei Opponitz blockiert. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) erteilte nun den „Bahnfreunden“ gegenüber dem ORF Niederösterreich eine Absage. Er erinnerte an das Angebot, die aufgelassene Strecke kostengünstig zu kaufen - eine Einigung sei jedoch an der dauerhaften Finanzierung gescheitert. Pröll verwies in dem Bericht weiters darauf, dass sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden mehrheitlich für einen Radweg ausgesprochen hatten.