Rot-Grün in Wien: Vassilakou bekommt Verkehrs- und Planungsressort mit Energieagenden

290 Beiträge · Seite 4 von 15
16.11.2010, 12:46#61
@ 95B: Naja im Endeffekt läuft es sich darauf hinaus....
@ Leonardo: Die U2 ist für mich am anderem Ende der Stadt ;)
16.11.2010, 13:19#62
Zitat
Original von marsupialeater
Zitat
Original von 38ger
U1 nur bis Alaudagasse wäre ja mal ein Anfang

Das war eh schon vor der Wahl beschlossene Sache... was soll man auch den Acker dort unten anschließen? So grotesk denkt nicht mal die SPÖ Wien. Und das Christkind wird der Stadt heuer auch nicht gerade Geldsäcke bringen.


das würde allerdings wahrscheinlich dazu führen, dass ein - noch dazu relativ langes - Stück Straßenbahn ersatzlos aufgelassen wird. etwas, das die Grünen an anderen Orten scharf kritisiert haben.
ich bin gespannt, ob man hier eine vernünftige Lösung findet. wäre jedenfalls ein gutes Zeichen für das, was man in den nächsten Jahren erwarten kann...

Zitat
Original von 38ger
Und bezüglich Anrainer der Südosttangente: [...]wer dort freiwillig hinzieht bzw. seit Bestand der Autobahn dorthin gezogen ist, der ist wirklich selber schuld!

dieses Argument könnte man allerdings gegen so gut wie alle Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs (und gegen vieles andere mehr) in der Stadt verwenden ;-)
16.11.2010, 14:20#63
Zitat
Original von greg
das würde allerdings wahrscheinlich dazu führen, dass ein - noch dazu relativ langes - Stück Straßenbahn ersatzlos aufgelassen wird. etwas, das die Grünen an anderen Orten scharf kritisiert haben.
ich bin gespannt, ob man hier eine vernünftige Lösung findet. wäre jedenfalls ein gutes Zeichen für das, was man in den nächsten Jahren erwarten kann...


Ja das wäre wohl so, ob es statt dessen doch zu einer kreativen Lösung kommen könnte (z.B. Weiterführung 67er über Monte Laa oder Richtung Raxstraße, wo auch schon länger eine Tangente angedacht wird), darf abgewartet werden.
16.11.2010, 21:32#64
Zitat
Original von martin8721
Naja.
Diese Vorher-Nachher-Bilder sind aber nicht besonders gut - ich erkenne da genau gar nix wieder. :rolleyes:

Dieses Bild habe ich noch gefunden -- es ist zwar klein, verdeutlicht aber hoffentlich besser, was da gemacht wurde. Ach ja, ein kleines Andenken an die Autobahn hat man noch stehen gelassen.
16.11.2010, 23:34#65
Und schon zittert die (unheimlich arme) Autofahrerlobby wie Espenlaub... :rolleyes:
Ich frag mich da schon, ob man nicht vollkommen den Anschluss an die Realität verloren hat...
Sachen wie...
Zitat
Wenn die Regierung den motorisierten Verkehr reduzieren will, muss sie auch Alternativen beim öffentlichen Verkehr bieten, um die Senkung auszugleichen.
...lassen bei mir nur Gedanken übrig, wie: Homma jetzt kane fünf U-Bahn-, 28 Bim- und 43 Bus-Linien mehr in Wien, oda wos? Nicht zu vergessen den Nachtbus und die Nacht-U-Bahn und die gefühlten 100 Park-and-Ride-Anlagen und und und...
Vielleicht brauchen die Leute in ihren SUVs mit Wiener Kennzeichen - je allein darin sitzend - es einfach jeden Tag im Stau beispielsweise am Getreidemarkt zu stehen und über den Benzinpreis zu schimpfen. Aber in einer Gesellschaft, in der das Auto als Statussymbol angesehen wird, ist es wohl nicht anders möglich...
17.11.2010, 03:14#66
Zitat
Original von ULF
Und schon zittert die (unheimlich arme) Autofahrerlobby wie Espenlaub... :rolleyes:
Ich frag mich da schon, ob man nicht vollkommen den Anschluss an die Realität verloren hat...
Sachen wie...
Zitat
Wenn die Regierung den motorisierten Verkehr reduzieren will, muss sie auch Alternativen beim öffentlichen Verkehr bieten, um die Senkung auszugleichen.
...lassen bei mir nur Gedanken übrig, wie: Homma jetzt kane fünf U-Bahn-, 28 Bim- und 43 Bus-Linien mehr in Wien, oda wos? Nicht zu vergessen den Nachtbus und die Nacht-U-Bahn und die gefühlten 100 Park-and-Ride-Anlagen und und und...
Vielleicht brauchen die Leute in ihren SUVs mit Wiener Kennzeichen - je allein darin sitzend - es einfach jeden Tag im Stau beispielsweise am Getreidemarkt zu stehen und über den Benzinpreis zu schimpfen. Aber in einer Gesellschaft, in der das Auto als Statussymbol angesehen wird, ist es wohl nicht anders möglich...


Naja in der HVZ sind die meisten Linien schon sehr stark ausgelastet, viele Tramlininen werden durch MIV behindert (sage nur: D, 1, 43,... da sind Ansagen bzgl. Verzögerungen Standard in der HVZ) und die U-Bahnen quellen über. Also man wird definitiv etwas zur Verbesserung tun müssen. (Intervalle, Bevorrangung, Ampelschaltungen, neue Tramlinien,...) Aber genau das beabsichtigt Vassilakou ja.
17.11.2010, 08:54#67
Zitat
Original von ULF
...lassen bei mir nur Gedanken übrig, wie: Homma jetzt kane fünf U-Bahn-, 28 Bim- und 43 Bus-Linien mehr in Wien, oda wos? Nicht zu vergessen den Nachtbus und die Nacht-U-Bahn und die gefühlten 100 Park-and-Ride-Anlagen und und und...


Stimmt einerseits. Andererseits fehlt tatsächlich noch das gewisse Etwas, um die Leute wirklich zum Umsteigen zu bewegen. Nehmen wir zur Kenntnis, dass man als Autofahrer auch verwöhnt ist. Trotz Stau, Stress usw. empfindet man viele Vorteile: Man sitzt im Warmen/Kühlen, muss sich nicht bewegen, hat ein kleines Wohnzimmer um sich usw. Das Erfordernis, hier gezielt Anreize zu schaffen, kann man ebensowenig wegreden wie die real vorhandenen nachbarschaftlichen Probleme, die hie und da mit Ausländern im Gemeindebau auftreten. Hier wie da brauchts gezielte, intelligente(!) Maßnahmen, um die Leute dort abzuholen, wo sie sind. Sonst erreicht man sie nicht.

Meine Vorschläge:
* Den ÖV attraktiver machen. Für uns ein alter Hut, aber noch nicht richtig zu den Entscheidungsträgern durchgedrungen: Es braucht dringend eine Reduktion der Umsteigezwänge. Jedes Mal 10 Minuten wo in der Herbstkälte warten, ist Gift für die guten ÖV-Vorsätze. Plus: Klimaanlage muss Standard sein. Ampelbevorrangung ebenfalls. Wir kennen alle diese Maßnahmen.

* Nicht nur muss der ÖV praktisch sein, er sollte auch schick sein und Spaß machen. Wie das geht, hat Harald Jahn am Beispiel Frankreich hervorragend dokumentiert.

* Auch hat er dokumentiert, wie man nach französischem Vorbild die maroden P&R-Anlagen beleben könnte: Mit günstigen Umsteigtickets. Momentan sind die Preise dieser Anlagen vielleicht betriwbswirtschaftlich realistisch kalkuliert, aber sie zielen trotzdem an den Erwartungen der Autopendler vorbei. Die Tarife sind uneinheitlich und idR recht teuer. Aus einer Gesamtperspektive betrachtet, wäre es, denke ich, besser, hier die Preise zu subventionieren und dafür Mehreinnahmen bei den ÖV zu lukrieren.

* Und letztlich muss man unerwünschtes Verhalten mit Schmackes verbieten. Ein Futzel Öffentlichkeitsarbeitbudget muss für Informationen und Begründungen in den Medien schon zur Verfügung gestellt werden können. Schmackes ist zB, wenn man die Einfahrt für Nichtanrainer in einen Stadtteil verbietet. Weicheierei hingegen ist es, wenn man dort wieder nur eine Tempo-30-Zone aufstellt. Das empfinden die Autofahrer als Quälerei, und der Nutzen ist mE gering. Das Stadtbild wird davon auch nicht schöner. Ebenso die Citymaut: Hier sorgt man dafür, dass nur mehr Wohlhabende in die Stadt fahren können, dieselben, die heute alle Tempolimits ignorieren, weil sie sich die Strafen eh leisten können ("das ist es mir wert"). Die Citymaut finde ich strukturell sozial unverträglich. Alternative: Einfach die Innenstadt sperren (ausgenommen Anrainer, evtl Garagenzufahrten, und keine Parkplätze mehr anbieten - es gibt eh den Gruenschen Garagenring). Solche Maßnahmen haben eine Chance, bei der Wahl honoriert zu werden, wenn die Leute eine Gesamtverbesserung erkennen können. Das Gewurschtel und Dahingequäle mit halbgaren Maßnahmen honoriert hingegen keiner.

Insofern meine ich, es fehlt nicht mehr viel, um die Autofahrer dort abzuholen, wie sie stehen, aber "die letzte Meile" ist bekanntlich die schwierigste.
17.11.2010, 11:31#68
Es gibt durchaus leute, die Strafmandate wegen Geschwindigkeitsüberschreitung wörtlich als "Mitgliedsbeitrag für den Club der Schnellfahrer" bezeichnen... *facepalm*
17.11.2010, 12:05#69
In der Wiener Zeitung wird zumindest heute schon erwähnt, das man Alternativen zum "teuren" U-Bahnbau sucht und auf die Straßenbahn setzen möchte. Man darf gespannt sein...
17.11.2010, 14:14#70
Um eine gewisse Weiterentwicklung der städtischen Mobilität zu fördern, muss sich aber auch die Gesellschaft mitentwickeln.
Es sind oft die nur wenige Dinge, die es verleiden, vom Auto wegzukommen.

Dusche in der Firma? Fehlanzeige (hamma ned, gehd ned, woar no nia do!)
Fahrrad - Garagen an den U-Bahn-Stationen? Fehlanzeige (warum kann man in Wien nicht so etwas bauen: Fahrrad Parking Lot Japan)

Auch ich bin jemand, der seinen Arbeitsplatz nur unter in-Kauf-Nahme von gewaltigen Einschnitten der persönlichen Freizeit machen könnte - Fahrzeit PKW ca. 45 Minuten, Fahrzeit öffentlich ca. 2 Stunden.

Solange außerhalb Wiens die Schnellbahnen Takte von 30-60 Minuten (z.B. Thermenlinie) haben, werden auch die Pendler nicht gerne umsteigen.

Park & Ride für 3 Euro - naja, eigentlich kostet es letztendlich selbst im besten Fall (Jahreskarte P+R, Jahreskarte WL, ca. 260 Tage/Jahr benutzt) immer noch rund 3,50€.
Warum fällt es in Wien so schwer, P+R vernünftig zu subventionieren.
Natürlich ist es auf lange Sicht günstige P+R zu nutzen - der durchschnittliche Autofahrer sieht aber nicht die Kosteneinsparungen am Auto (Benzin, KM-Leistung,...), sondern im schlechtesten Fall, dass er pro Tag 6,60€ pro Tag hinlegen muss...

EDIT: Rechtschreibung
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Dispatcher (17.11.2010, 14:15)
17.11.2010, 15:10#71
Ich darf in dieser Causa auch einen Ausschnitt aus der gestrigen Ausgabe "der Presse" zitieren:

Zitat
Die Presse
• Ausbau der „Öffentlichen“. Ein Ausbauprogramm für die Straßenbahn wird initiiert. Das betrifft z. B. die Verlängerung von Kagran über Hirschstetten ins Stadtentwicklungsgebiet Aspern. Innerstädtisch sollen Straßenbahnlinien überlastete Buslinien ersetzen. Gleichzeitig will man Straßenbahn und Bus beschleunigen, indem der Vorrang bei Ampeln ausgebaut wird.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Schienenchaos (17.11.2010, 15:10)
17.11.2010, 15:22#72
Zitat
Original von Dispatcher
Fahrrad - Garagen an den U-Bahn-Stationen? Fehlanzeige (warum kann man in Wien nicht so etwas bauen: Fahrrad Parking Lot Japan)

In etwas kleineren Dimensionen müßte sowas schon am Praterstern und irgendwo entlang der letzten U1-Verlängerung hingestellt worden sein. Wie sich das mögliche Auftreten von Vandalen, "Ersatzteil-Aasgeiern" und Bolzenschneider-Besitzern mit auf die Inanspruchnahme auswirkt, ist aber wohl eine andere Geschichte... ;-) (Ein diesbezüglicher Vergleich mit dem Land der aufgehenden Sonne wär' recht interessant.)

Beste Grüße
VT
17.11.2010, 15:37#73
Bei der U4-Station Hietzing gibt es seit Anfang Oktober eine Fahrradgarage.
siehe http://derstandard.at/1285199764530/Rad-in-Wi…-Parken-am-Wienfluss
17.11.2010, 15:45#74
Zitat
Original von Schienenchaos
Ich darf in dieser Causa auch einen Ausschnitt aus der gestrigen Ausgabe "der Presse" zitieren:

Zitat
Die Presse
• Ausbau der „Öffentlichen“. Ein Ausbauprogramm für die Straßenbahn wird initiiert. Das betrifft z. B. die Verlängerung von Kagran über Hirschstetten ins Stadtentwicklungsgebiet Aspern. Innerstädtisch sollen Straßenbahnlinien überlastete Buslinien ersetzen. Gleichzeitig will man Straßenbahn und Bus beschleunigen, indem der Vorrang bei Ampeln ausgebaut wird.

Man darf ja gespannt sein. :)
17.11.2010, 16:35#75
Zitat
Original von Dispatcher
Um eine gewisse Weiterentwicklung der städtischen Mobilität zu fördern, muss sich aber auch die Gesellschaft mitentwickeln.
Es sind oft die nur wenige Dinge, die es verleiden, vom Auto wegzukommen.

Dusche in der Firma? Fehlanzeige (hamma ned, gehd ned, woar no nia do!)


Sehe ich seitens der Firma völlig ein: Energiekosten, bauliche Gegebenheiten, Reinigungsaufwand ...

Zitat

Auch ich bin jemand, der seinen Arbeitsplatz nur unter in-Kauf-Nahme von gewaltigen Einschnitten der persönlichen Freizeit machen könnte - Fahrzeit PKW ca. 45 Minuten, Fahrzeit öffentlich ca. 2 Stunden.


Falscher Ansatz: Wenn ich in Wien leben und in London arbeiten will, wird mir auch niemand 2 Flugtickets täglich zahlen. Das gleiche gilt für Wien und Hintertupfing/NÖ. Man hat in der Nähe seines Arbeitsplatzes zu wohnen, wenn man das nicht tut, ist es Privatvergnügen.
Die lieben Pendler haben eigentlich keinerlei Anspruch auf öffentliche Subventionierung ihres Häuselbauertraums in der Thujenhölle, ein ÖV-Netz sollte wirklich das allerhöchste der Gefühle sein, die Belästigung der Vernünftigen (=Stadtbewohner) durch Pendler-IV gehört durch Zwang (=Citymaut in Luxusurlaubshöhe) unterbunden.
17.11.2010, 17:15#76
Zitat
Original von Floster
Bei der U4-Station Hietzing gibt es seit Anfang Oktober eine Fahrradgarage.
siehe http://derstandard.at/1285199764530/Rad-in-Wi…-Parken-am-Wienfluss


Zitat
Original von derstandard.at
Der Glasbau mit 100 Abstellplätzen gilt als Pilotprojekt.


Hui, gleich ganze 100...
Aber es ist zumindest mal ein Anfang...

Zitat
Original von 68er
Man hat in der Nähe seines Arbeitsplatzes zu wohnen, wenn man das nicht tut, ist es Privatvergnügen.


Willkommen in der heutigen Arbeitswelt...

Zitat
Original von 68er
Die lieben Pendler haben eigentlich keinerlei Anspruch auf öffentliche Subventionierung ihres Häuselbauertraums in der Thujenhölle, ein ÖV-Netz sollte wirklich das allerhöchste der Gefühle sein, die Belästigung der Vernünftigen (=Stadtbewohner) durch Pendler-IV gehört durch Zwang (=Citymaut in Luxusurlaubshöhe) unterbunden.


Die heutige Arbeitswelt bietet schon lange weit mehr als den klassischen "vom-Land-in-die-Stadt"-Pendler - vernünftige Alternativlösungen müssen jeden Bewohner eines Ballungsraumes ansprechen.
17.11.2010, 17:39#77
Zitat
Original von Dispatcher

Zitat
Original von derstandard.at
Der Glasbau mit 100 Abstellplätzen gilt als Pilotprojekt.


Hui, gleich ganze 100...
Aber es ist zumindest mal ein Anfang...

Ja. Und es sind auch schon einmal gleichzeitig zwei Räder drinnen gestanden! 8-)
18.11.2010, 13:58#78
Zitat
Original von 68er
Man hat in der Nähe seines Arbeitsplatzes zu wohnen, wenn man das nicht tut, ist es Privatvergnügen.

Arbeitest du schon?
18.11.2010, 14:05#79
Zitat
Original von Ferry
Zitat
Original von 68er
Man hat in der Nähe seines Arbeitsplatzes zu wohnen, wenn man das nicht tut, ist es Privatvergnügen.

Arbeitest du schon?


Aber ja, ich arbeite, studiere und bin dazwischen in Wien genauso lang unterwegs, wie der durchschnittliche Pendler durch halb Niederösterreich. Nur dass der dafür soviel Pendlerpauschale bekommt, dass er stolz erzählen kann "mein Auto verdient Geld für mich".
Natürlich verursacht das Auto auch Kosten, aber ein Auto hätte jeder Pendler sowieso und etwas anderes als Autofahren käme auch ohne öffentliche Mittel nie in Frage.
Ich bekomme natürlich nichts für meine WiLi-Jahreskarte.
18.11.2010, 17:39#80
Und nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen ...

... "Man bringe den Spritzwein" (OT: Bgm. M. Häupl)