Bombardier bastelt an billigerer Niederflur-Bim
522 Beiträge · Seite 2 von 27
11.05.2013, 10:51#21
Da bau ich einfach alle Bahnsteige rund 2, 3 cm höher -> problem solved
Nix solved, denn jetzt gibt es den ULF ja in Wien schon - die Bahnsteige müssen ja mit beidem kompatibel sein.
11.05.2013, 12:51#22
Seit Jahren werden schrittweise alle Kanten umgebaut, mittlerweile sind es fast die Hälfte aller Haltestellen. Das Material ist schweineteuer, die Fahrgäste müssen mit Verlegungen rechnen etc.. Und du willst "einfach" ALLE nochmal umbauen? Viel Spaß...
11.05.2013, 15:16#23
Interessant ist ja die Länge der Bombardier-Bims. Das längere Modell ist mit 45 Meter ja zu lange für Wien. Wird es damit nur noch 1 Modell geben (das mit 34 Metern)? Oder gibts da noch eine kürzere Version?ZitatDie Wiener Variante mit einer Einstiegshöhe von 20 Zentimetern (ULF: 19 Zentimeter) sieht auf den zahlreichen Visualisierungen dem Porsche-Design der Siemens-ULFs zum Verwechseln ähnlich. Das kürzere Modell misst knapp 34 Meter und umfasst 145 Steh- und 66 Sitzplätze. Die Langversion (45,5 Meter) fasst sogar 198 Steh- und 89 Sitzplätze. Zum Vergleich: Der Kurz-ULF bietet derzeit knapp 140 Passagieren, die längere Variante etwas mehr als 200 Personen Platz.
Quelle: orf.at - http://wien.orf.at/news/stories/2583612/
Interessant![]()
MFG
11.05.2013, 18:46#24
Da bau ich einfach alle Bahnsteige rund 2, 3 cm höher -> problem solved
Nix solved, denn jetzt gibt es den ULF ja in Wien schon - die Bahnsteige müssen ja mit beidem kompatibel sein.
Und warum sollte jetzt ein (!) Zentimeter Höhenunterschied irgendeine Inkompatibilität hervorrufen? Da ist der ULF im Winterniveau vermutlich noch höher.
11.05.2013, 21:45#25
Und warum sollte jetzt ein (!) Zentimeter Höhenunterschied irgendeine Inkompatibilität hervorrufen?
Eh nicht. Aber die Höhe darf halt nicht beliebig groß sein, darauf wollte ich hinaus.
11.05.2013, 22:57#26
Solange diese Bim nicht noch niederfluriger ist, als ein ULF, sehe ich keinen Grund, da was zu ändern...Die niedrige Einstiegshöhe führt allerdings auch zu hohen Kosten bei der Anschaffung, erhöhter Wartungsanfälligkeit der Gleise und engen Platzverhältnissen im Fahrgastraum.
Wärs mir wert für den exrem niedrigen Einstieg.
Wobei, was die Platzverhältnisse im Fahrgastraum mit der Einstiegshöhe zu tun haben, ist mir nicht ganz klar...
Mir kommts in einem vollen Hochflurer immer enger vor als in einem vollen ULF. 11.05.2013, 23:12#27
Mir kommts in einem vollen Hochflurer immer enger vor als in einem vollen ULF.
Mir nicht. Ganz im Gegenteil. Im ULF habe ich, egal wo ich stehe, erstens das Gefühl, allen im Weg zu stehen, und wenn ich nicht im Portal stehe, kommt das Gefühl dazu, die Lichtschranken zu blockieren, weil ich hinten ja keine Augen habe und nicht einschätzen kann, ob ich schon halb aus dem ULF rausrage.
Wobei man auch zwischen E1 und E2 unterscheiden muss - in letzterem ist die Platzaufteilung wesentlich suboptimaler.
11.05.2013, 23:26#28
Hmmm... so scheinen die Empfindugen diesbezüglich bei jedem andes zu sein... Ich fühl mich in einem Niederflurfahrzeug immer wohler als in einem Hochflurer, erst recht wenn sie voll sind (und das nicht nur in Wien)...
12.05.2013, 20:39#29
Wärs mir wert für den exrem niedrigen Einstieg.
Ich verstehe nicht ganz: wieso würdest Du all die Nachteile eines Fahrzeugs mit möglichst niedrigem Einstieg in Kauf nehmen? Um möglichst allen Menschen einen möglichst bequemen Einstieg in eine Straßenbahn zu ermöglichen, muss das Fahrzeug ja nicht gleich am Boden kratzen; diesfalls wäre es übrigens keinesfalls barrierefrei, da der Ausstieg nur über eine Stufe (und zwar hinauf) erfolgen könnte!
Nachdem eh schon so lange daran gearbeitet wird, die Gehsteigkanten im Haltestellenbereich anzupassen und diese Arbeiten - wie von Wiener_nightLINE angemerkt - noch längst nicht abgeschlossen sind, wär's eh fast wurscht, ob man nun ein Fahrzeug mit einer Einstiegshöhe von ~20 cm oder ~30 cm anschafft; in der Zeit zwischen Auftragsvergabe und Lieferung des ersten Fahrzeugs könnte man zumindest entlang einer Linie die Gehsteigkanten im Haltestellenbereich geringfügig anheben. Bis dann wirklich alle Fahrzeuge ausgeliefert und im Einsatz sind, würde genug Zeit bleiben, um auch die allermeisten anderen Haltestellen zu adaptieren. Würde der ULF dann permanent im Winterniveau (24 cm) betrieben werden und würden die Neufahrzeuge eine Einstiegshöhe von 30 cm aufweisen, könnte die Höhe der Gehsteigkanten im Haltestellenbereich das Mittelmaß von 27 cm betragen - bei einer vernünftigen Konstruktion der Einstiege und einer entsprechend durchdachten Positionierung der Rollstuhlplätze fiele das Einsteigen in das Neufahrzeug auch Rollstuhlfahrern selbst ohne fremde Hilfe wesentlich (!) einfacher, als derzeit beim ULF, wo der für Rollstuhlfahrer gedachte Einstieg abgesehen von der durch den Fahrer ausklappbaren Rampe die meisten Barrieren im Vergleich zu den Türen der mittleren Module aufweist.
Freilich kostet das Geld und schränkt anfangs das Einsatzgebiet der Neufahrzeuge ein - doch gerade das sollte im Sinne der Qualität des öffentlichen Verkehrs viel eher Priorität haben. Sollte der Auftrag wirklich ausgeschrieben und zugunsten von Bombardiers neuem Flexity entschieden werden, ist die Diskussion um die Einstiegshöhe ohnehin überflüssig.
Nun bleibt aber auch zu hoffen, dass man bei den Neufahrzeugen - egal, ob von Bombardier, Siemens oder einem anderen Hersteller gebaut - auf ein vernünftiges Innenraumkonzept setzt und vor allem, wie international üblich (!), auf ordentliche Auffangräume und Mehrzweckbereiche im Türbereich setzt, die auf der Fensterseite des Fahrzeugs positioniert sind! Die beim ULF halbherzig eingerichteten Kinderwagenplätze in Verbindung mit dem Fehlen der gerade angesprochenen Mehrzweckbereiche sind gelinde gesagt eine Fehlplanung ersten Ranges. Wo man auch hinschaut: bei den allermeisten anderen Straßenbahnbetrieben hat (auch) die jüngste Fahrzeuggeneration im Türbereich niemals mehr, als eine Klapp- oder Einzelsitzreihe verbaut! Dies wird aber auch gekonnt "kompensiert": zwischen den mit meist zwei Türen ausgestatteten Modulen befindet je ein oft geringfügig kürzeres, türloses Modul - dort haben Doppelsitzreihen auf der Fensterseite durchaus ihre Daseinsberechtigung.
Das wäre mal einer der wichtigsten und auch am einfachsten umsetzbaren Punkte in Sachen Innenraumgestaltung. Dass hinsichtlich dessen bei den vorhandenen Fahrzeugen de facto keine Optimierung stattfindet (wie lange gibt es nun schon die beiden Testzüge, bei denen ein paar Sitzreihen ausgebaut wurden?), ist ein anderes Kapitel ...
12.05.2013, 23:09#30
Ich verstehe nicht ganz: wieso würdest Du all die Nachteile eines Fahrzeugs mit möglichst niedrigem Einstieg in Kauf nehmen? Um möglichst allen Menschen einen möglichst bequemen Einstieg in eine Straßenbahn zu ermöglichen, muss das Fahrzeug ja nicht gleich am Boden kratzen; diesfalls wäre es übrigens keinesfalls barrierefrei, da der Ausstieg nur über eine Stufe (und zwar hinauf) erfolgen könnte!
Weil mir der ULF halt extrem gut gefällt, allein schon der Umstand, dass er die niedrigste Einstiegshöhe hat.

13.05.2013, 00:17#31
@ Linie 38: vollste Zustimmung! Einzig der Punkt mit der "salomonischen" Lösung der Einstiegshöhe der Bahnsteigkanten auf 27cm wäre rechtlich nicht möglich, denn es wird in der StrabVO eindeutig angeführt, dass ein Hinabsteigen ins Fahrzeug nicht vorkommen darf. Man müsste also auf jeden Fall bei einem Wert =< 24 bleiben, um den ULF weiter einsetzen zu können. Und wenn man bedenkt, dass der WLB 400 trotz seiner Einstiegshöhe von jenseits der 30cm und der Standardbahnsteighöhe der WLB von 20cm als barrierefrei gilt, könnte man getrost auf die 19,7cm des ULF verzichten. Aber es handelt sich dabei einfach um ein Politikum. Ein Kriterium, dessen Einhaltung bis jetzt nur Siemens zugetraut wurde, um die Lieferung der Wiener Straßenbahnen an Siemens zu binden. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang der Kommentar eines Rollstuhlfahrers, der meinte, dass kein NF-Fahrzeug schlechter zu erreichen sei, als der ULF. Das stimmt zumindest mich nachdenklich, ob es die ganzen Millionen wert ist, die man in die Entwicklung, Produktion und die Anpassung der Infrastruktur, sowie die erhöhten Wartungskosten beim Oberbau gesteckt hat bzw. in den nächsten Jahren (Jahrzehnten) noch nvestieren wird müssen.
@Schienenfreak: dann müsste dir aber mittlerweile der Bombardier Flexity Wien mindestens genauso gut gefallen, denn nach der lektüre der letzten Seiten müsstest du herausgefunden haben, dass der Flexity diese Einstiegshöhe auch erreichen kann.
@Schienenfreak: dann müsste dir aber mittlerweile der Bombardier Flexity Wien mindestens genauso gut gefallen, denn nach der lektüre der letzten Seiten müsstest du herausgefunden haben, dass der Flexity diese Einstiegshöhe auch erreichen kann.
13.05.2013, 01:02#32
Einzig der Punkt mit der "salomonischen" Lösung der Einstiegshöhe der Bahnsteigkanten auf 27cm wäre rechtlich nicht möglich, denn es wird in der StrabVO eindeutig angeführt, dass ein Hinabsteigen ins Fahrzeug nicht vorkommen darf.
Danke für den Hinweis! Dass dieser Umstand von der StrabVO geregelt wird, war mir nicht bewusst.
ZitatMan müsste also auf jeden Fall bei einem Wert =< 24 bleiben, um den ULF weiter einsetzen zu können.
Oder man setzt auf (nur sehr leicht fallende) Rampen im Fahrzeuginneren, wie etwa auch beim ULF (AFAIR gibt es dort im Türbereich ein minimales Gefälle); dann darf der Boden des restlichen Fahrgastraumes ruhig auch etwa 28 cm über SOK "schweben", während die Einstiegsbereiche durch Absenkungen die 24 cm erreichen.
ZitatUnd wenn man bedenkt, dass der WLB 400 trotz seiner Einstiegshöhe von jenseits der 30cm und der Standardbahnsteighöhe der WLB von 20cm als barrierefrei gilt, könnte man getrost auf die 19,7cm des ULF verzichten.
Die Barrierefreiheit erreicht der 400er aber letztendlich auch nur durch seine Rollstuhllifte, oder? Laut Typenskizze hat er eine Einstiegshöhe von 40 cm - die Höhendifferenz von 20 cm wäre für einen Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe unüberwindbar.
ZitatInteressant erscheint in diesem Zusammenhang der Kommentar eines Rollstuhlfahrers, der meinte, dass kein NF-Fahrzeug schlechter zu erreichen sei, als der ULF.
Beziehst Du Dich auf den Rollstuhlfahrer, der vor rund drei Wochen bei Harald Jahns Vortrag in der VHS Alsergrund anwesend war?
Im übrigen kann ich ihm - nachdem ich mich im Rahmen eines universitären Projekts einen halben Tag lang selbst in einen Rollstuhl gesetzt habe und mit diesem öffentlich durch halb Wien gefahren bin - nur beipflichten. An den Türen 2 bis 6 eines B(1) habe ich (rückwärts fahrend!) noch relativ problemlos ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen können, doch die Tür 1, an der bekanntlich der einzige Platz für Rollstuhlfahrer im ganzen Fahrzeug liegt, ist ein Paradebeispiel schlecht bis gar nicht durchdachter Konzipierung: Will man als Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe einsteigen, schafft man dies zwar im "Rückwärtsgang" mit ein wenig Schwung noch recht gut; ein Aussteigen ist aber auch nur rückwärts fahrend zu empfehlen, da der Spalt hier noch größer ist, als an den anderen Einstiegen. Der Knackpunkt: das Umkehren ist im Bereich der Tür 1 äußerst mühsahm, da dieser Bereich für den erforderlichen und laut ÖNORM B 1600 sogar (für den Bereich des Bauens) vorgeschriebenen Wendekreisdurchmesser (*) von mindestens 150 cm einfach unterdimensioniert ist.
*) Die Bewegungsfläche für den Rollstuhl ist die mindesterforderliche Fläche zum Reversieren des Rollstuhls. Diese hat einen Durchmesser von mindestens 150 cm. Elektrorollstühle benötigen eine größere Bewegungsfläche mit einem Durchmesser von mindestens 180 cm.
Bei der Benützung der Klapprampe spielt all das zwar keine Rolle, aber bemerkenswert bleibt folgendes: technisch wäre ein Einstieg, der von einem Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe benützbar wäre, auf jeden Fall ohne großen Aufwand realisierbar (möglichst kleiner Spalt zwischen Fahrzeug und Gehsteigkante und ein Rollstuhlfahrer-Platz in der Nähe dieses Einstiegs mit genügend Platz zum Wenden); realisiert hat man jedoch einen Einstieg, der diese beiden genannten Kriterien nicht erfüllt und stattdessen über eine Klapprampe verfügt (die anfangs verbauten elektrischen Pendants dürften ziemlich störungsanfällig [gewesen] sein), die aber erst vom Fahrer betätigt werden muss (Zeitverlust!).
ZitatDas stimmt zumindest mich nachdenklich, ob es die ganzen Millionen wert ist, die man in die Entwicklung, Produktion und die Anpassung der Infrastruktur, sowie die erhöhten Wartungskosten beim Oberbau gesteckt hat bzw. in den nächsten Jahren (Jahrzehnten) noch nvestieren wird müssen.
Vollste Zustimmung!
Hinzu kämen übrigens auch noch etwa die hohe Zahl der schadhaften Fahrzeuge (2009 offensichtlich rund ein Viertel), die zahlreichen technischen Probleme, die damit verbundenen Abweichungen vom Fahrplan verschiedenster Ausmaße (von der einfachen Verspätung bis zu Kursausfällen bzw. Ersatz durch Altfahrzeuge), ...
13.05.2013, 12:28#33
Nachdem ich selbst zwar nicht im Rollstuhl sitze, aber als Begleitperson fungiere kann ich nur sagen: mir ist der ULF wesentlich lieber als andere Modelle. Ich bin auch schon in anderen Städten mit anderen Fahrzeugen gefahren und mein Fazit ist, dass das Ein- und Aussteigen nie leichter ist als beim ULF. Ja, es stimmt, dass der trapezförmige erste Teil für einen dreieckigen Spalt sorgt, aber selbst die manuellen Klapprampen funktionieren blitzschnell, wenn man sie mal braucht. (Natürlich nur, wenn man keinen "Grantler" als Fahrer hat.) Mit Ausnahme von wenigen Orten, wo die Haltestelle in der Kurve liegt (z.B. Schottentor) gibt es zu 99% einen ebenerdigen Einstieg durch die angepassten Gehsteigkanten. Glaubt mir, das ist die Realität! Ich erlebe sie jeden Tag. Es mag schon sein, dass manche Rollifahrer mit der aktuellen Situation nicht zurechtkommen, aber DAS wird immer so sein. Vor allem eine Tatsache bitte nie vergessen: bei der Tür 1 sieht dich der Fahrer und falls was schiefgeht, kann er sofort eingreifen!
@Linie 38: es macht schon einen großen Unterschied, ob man einen halben Tag lang zur Probe im Rollstuhl fährt (was ich persönlich sehr schätze!), oder ob man immer damit fährt. Ich habe selbst erst nach Monaten bessere Schiebe- und Aufklapptechniken etc. herausgefunden. Das dauert einfach seine Zeit. Aber fast alle Rollifahrer haben ihre eigenen Techniken. Außerdem möchte ich anmerken, dass es auch unter den diesen Leuten die "typischen Wiener" gibt, die über alles meckern. Die meisten Leute im Rollstuhl die ich kenne, sind sehr zu frieden!
Ich finde den ULF sehr gut konstruiert, das Design sehr ansprechend und die weltweit niedrigste Einstiegshöhe ist einfach genial. Ja, man kann das Konzept noch verbessern (Sitzplätze ausbauen) und eventuell könnte ich mich auch mit einem Bombardier-Modell anfreunden, aber ich würde die Einstiegshöhe nicht über 25 cm setzen, das wäre mMn ein Fehler. Es ist einfach mühsam, dauert lange und teuer, alle Haltestellenkanten nochmal umzubauen, geschweige denn die Fahrbahnaufdopplungen! Bei 20cm ist das kein großes Problem, weil es ca. der Gehsteighöhe entspricht, bei 30cm sehrwohl.
LG
@Linie 38: es macht schon einen großen Unterschied, ob man einen halben Tag lang zur Probe im Rollstuhl fährt (was ich persönlich sehr schätze!), oder ob man immer damit fährt. Ich habe selbst erst nach Monaten bessere Schiebe- und Aufklapptechniken etc. herausgefunden. Das dauert einfach seine Zeit. Aber fast alle Rollifahrer haben ihre eigenen Techniken. Außerdem möchte ich anmerken, dass es auch unter den diesen Leuten die "typischen Wiener" gibt, die über alles meckern. Die meisten Leute im Rollstuhl die ich kenne, sind sehr zu frieden!
Ich finde den ULF sehr gut konstruiert, das Design sehr ansprechend und die weltweit niedrigste Einstiegshöhe ist einfach genial. Ja, man kann das Konzept noch verbessern (Sitzplätze ausbauen) und eventuell könnte ich mich auch mit einem Bombardier-Modell anfreunden, aber ich würde die Einstiegshöhe nicht über 25 cm setzen, das wäre mMn ein Fehler. Es ist einfach mühsam, dauert lange und teuer, alle Haltestellenkanten nochmal umzubauen, geschweige denn die Fahrbahnaufdopplungen! Bei 20cm ist das kein großes Problem, weil es ca. der Gehsteighöhe entspricht, bei 30cm sehrwohl.
LG
13.05.2013, 12:57#34
Vor allem eine Tatsache bitte nie vergessen: bei der Tür 1 sieht dich der Fahrer und falls was schiefgeht, kann er sofort eingreifen!
Sollte das bei der Tür 2 nicht auch funktionieren können? Die steht zwar in leicht anderem Winkel zum Rückspiegel und ist auch etwas weiter weg davon, aber dafür ist der Bahnsteigspalt in den meisten Fällen überall gleich breit und direkt im Anschluß mehr Platz zum "Rangieren" da...
Beste Grüße
VT
13.05.2013, 17:47#35
Ja, du hast vollkommen recht. Ich spreche eher vom Gefühl der Sicherheit, wenn der Fahrer mir zuschaut ob ich gut vorankomme oder Hilfe brauche. Wenn ich weiter hinten einsteige, fehlt das.
Vor allem eine Tatsache bitte nie vergessen: bei der Tür 1 sieht dich der Fahrer und falls was schiefgeht, kann er sofort eingreifen!
Sollte das bei der Tür 2 nicht auch funktionieren können? Die steht zwar in leicht anderem Winkel zum Rückspiegel und ist auch etwas weiter weg davon, aber dafür ist der Bahnsteigspalt in den meisten Fällen überall gleich breit und direkt im Anschluß mehr Platz zum "Rangieren" da...
Beste Grüße
VT
13.05.2013, 21:25#36
[...] Ich spreche eher vom Gefühl der Sicherheit, wenn der Fahrer mir zuschaut ob ich gut vorankomme oder Hilfe brauche. Wenn ich weiter hinten einsteige, fehlt das.
Und wenn der ULF-Fahrer zu lang zuschaut und der Rollstuhlfahrer es zusammenbringt, an der "richtigen" Stelle zu "verunfallen", fällt ein Verlassen der Fahrerkabine zwecks Hilfeleistung flach oder wird zumindest erschwert... :-]
Spintisierende Grüße
VT
13.05.2013, 22:37#37
@Schienenfreak: dann müsste dir aber mittlerweile der Bombardier Flexity Wien mindestens genauso gut gefallen, denn nach der lektüre der letzten Seiten müsstest du herausgefunden haben, dass der Flexity diese Einstiegshöhe auch erreichen kann.
Ja. eh. Sag ja nix gegen das Modell. Aber dennoch ist und bleibt der ULF mein Favorit.
14.05.2013, 14:45#38
Mir ist eigentlich egal ob Siemens oder Bombardier zum Zug kommt, wichtig wäre das die unklimatisierten ULFs schnellstmöglich ausgemustert und weiterverscherbelt werden.
14.05.2013, 21:05#39
Mir ist eigentlich egal ob Siemens oder Bombardier zum Zug kommt, wichtig wäre das die unklimatisierten ULFs schnellstmöglich ausgemustert und weiterverscherbelt werden.Eine nachträgliche Klimatiserung sollte kein Ding der Unmöglichkeit sein.
15.05.2013, 00:13#40
Nachdem ich selbst zwar nicht im Rollstuhl sitze, aber als Begleitperson fungiere kann ich nur sagen: […] dass das Ein- und Aussteigen nie leichter ist als beim ULF.
Für Dich als Rollstuhl schiebende Begleitperson bestimmt. Aber für einen Rollstuhlfahrer ohne Begleitung? Ich habe in meinem vorigen Beitrag wohl recht klar erläutert, wieso gerade der ULF in diesem Punkt ziemlich suboptimal konzipiert ist (Ein-/Aussteigen nur jeweils rückwärts möglich, da zu großer Spalt - daher Wenden erforderlich; zu wenig Platz zum Wenden). Das sind nun mal Fakten, von denen ausgehend man leicht feststellen kann, wie ein barrierefreies Straßenbahnfahrzeug besser konzipierbar wäre.
Die "primitivste" Lösung wäre ja wohl der Ausbau von Doppelsitzen in zumindest je einem Modul aller ULFe und die Verlagerung des Rollstuhleinstiegs und -platzes dorthin - so könnten Rollstuhlfahrer wenigstens Gebrauch von einem der für sie am vergleichsweise einfachsten benützbaren Einstiege machen und dabei direkt zu "ihrem" Mehrzweckabteil kommen, wo sie mehr als genug Platz zum Wenden hätten (vorausgesetzt natürlich, die Fahrgäste würden ihm im Falle eines gut gefüllten Zuges auch Platz machen). Wenn man die Sache auch noch mit ein wenig Kreativität anginge, könnte man eine Haltegriff-Struktur entwerfen, die auch vom Rollstuhl aus bequem erreichbar wäre. Idealerweise würde man auch zumindest die erste Doppelsitzreihe bleiben lassen und an ihr einen Haltegriff anbringen (der in einem 90-Grad-Knick auch weiter gen Fahrzeugboden führen könnte, um den Sitzen mehr Stabilität zu verleihen).
ZitatJa, es stimmt, dass der trapezförmige erste Teil für einen dreieckigen Spalt sorgt
Allein das ist für mich auf jeden Fall ein K.O.-Kriterium, den Rollstuhlfahrer-Platz ausgerechnet dort anzusiedeln!
Und wenn es sich um einen elektrischen Rollstuhl handeln würde, mit dem man ohne Rampe wohl überhaupt nicht ins Fahrzeug käme, würde es nun auch nicht viel Unterschied machen, ob der Fahrer zur Tür 1 oder 2 muss, um die Rampe auszuklappen. Übrigens: Im U-Bahn-Bereich gibt es sie tatsächlich, die elektrische Klapprampe, die auch noch automatisch und mehr oder weniger zuverlässig funktioniert; weshalb das nicht auch beim ULF machbar ist, ist ein Kapitel für sich ...
Zitat[…] aber selbst die manuellen Klapprampen funktionieren blitzschnell, wenn man sie mal braucht. (Natürlich nur, wenn man keinen "Grantler" als Fahrer hat.)
Ganz ehrlich: hast Du jemals einen Fahrer erlebt, der blitzschnell aus seiner Kabine gesprungen ist, um die Rampe aus- und wieder einzuklappen, ohne dabei "seine" Ampelphase zu verlieren? (Das ist bitte nicht als Kritik am Fahrpersonal zu verstehen, sondern als Faktum: das Bedienen der Klapprampe beansprucht nun mal seine Zeit, die beim Erwischen der nächsten Frei-Phase mitunter fehlen kann.) Und, wie bereits oben geschrieben: wenn es auch anders, weniger umständlich geht, wieso macht man es nicht auch so?
ZitatMit Ausnahme von wenigen Orten, wo die Haltestelle in der Kurve liegt (z.B. Schottentor) gibt es zu 99% einen ebenerdigen Einstieg durch die angepassten Gehsteigkanten.
Ja, das behauptet man seitens der Wiener Linien auch. Tatsache ist aber: Sogar die aktuellen Randsteine im Wiener-Linien-Design sind eindeutig zu niedrig - und damit besteht zwischen Fahrzeug und Gehsteigkante nicht nur ein Spalt, sondern auch eine (kleine) Stufe! Für Menschen, die nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind, bestimmt kaum bemerkbar - doch genau dieser Umstand macht es für Rollstuhlfahrer quasi unmöglich, vorwärts rollend aus dem ULF auszusteigen, ohne dabei aus dem Rollstuhl zu fallen. Wäre der Randstein um schätzungsweise 4-5 cm höher, würde der (zwar immer noch relativ große) Spalt vermutlich kein unüberwindbares Hindernis für die kleinen, vorderen Rollen des Rollstuhls darstellen.
Was bringt mir ein Fahrzeug mit noch so niedrigem Einstieg, wenn die für dieses Fahrzeug "adaptierten" Gehsteigkanten noch niedriger sind?
Bei diesem Punkt wird man aber ohnehin nie auf einen grünen Zweig kommen (Stichworte Winterniveau sowie StrabVO) - ich wollte bloß diese Kontroverse mit der vermeintlich tollen niedrigen Einstiegshöhe darstellen.
Zitatbei der Tür 1 sieht dich der Fahrer und falls was schiefgeht, kann er sofort eingreifen!
Im Falle eines Sturzes wäre es sogar besser, wenn der Rollstuhlplatz sich im 2. Modul befände: die Fahrgäste würden den Vorfall bestimmt schneller bemerken und könnten auch direkt Hilfe leisten (der Fahrer müsste - sofern es ihm bei seiner Konzentration auf den Straßenverkehr überhaupt auffällt - auch erst das Fahrzeug ggf. zum Stillstand bringen, die Warnblinkanlage einschalten und aus seiner Kabine kommen).
Zitat@Linie 38: es macht schon einen großen Unterschied, ob man einen halben Tag lang zur Probe im Rollstuhl fährt (was ich persönlich sehr schätze!), oder ob man immer damit fährt. Ich habe selbst erst nach Monaten bessere Schiebe- und Aufklapptechniken etc. herausgefunden.
Klar. Aber sollte man sich deshalb bei der Gestaltung barrierefreien Raumes am geübten, sportlichen Rollstuhlfahrer orientierten, oder eher doch auch bedenken, dass es auch unter Menschen mit langer Rollstuhl-Erfahrung Geschickte/Geübte und weniger Geschickte/Geübte gibt?
ZitatAußerdem möchte ich anmerken, dass es auch unter den diesen Leuten die "typischen Wiener" gibt, die über alles meckern.
In diesem Fall ist das Meckern aber durchaus angebracht. Entweder weiß man, dass man es besser machen kann und unterlässt es, oder man weiß es nicht einmal, weil man es nicht oder schlecht durchdacht oder getestet hat. Wirklich optimal sind die Zustände derzeit jedenfalls nicht, und dabei gäbe es so viele verschiedene Lösungsansätze, von denen die meisten auch noch so einfach umzusetzen wären ...
ZitatDie meisten Leute im Rollstuhl die ich kenne, sind sehr zu frieden!
Ich erinnere dezent an Schienenchaos' Zitat eines Kommentars eines Rollstuhlfahrers über den ULF ...
Zitatdie weltweit niedrigste Einstiegshöhe ist einfach genial.
Bitte, was ist an einer niedrigen Einstiegshöhe genial, wenn es keine einzige (!) Haltestelle gibt, an der sie ihr volles Potential ausspielen kann?
ZitatEs ist einfach mühsam, dauert lange und teuer, alle Haltestellenkanten nochmal umzubauen
Abgesehen davon, dass die aktuellen Gehsteigkanten im HS-Bereich suboptimal sind, sollte die Barrierefreiheit der Öffis einer Stadt das Geld und die Mühen schon wert sein ...
Zitatgeschweige denn die Fahrbahnaufdopplungen! Bei 20cm ist das kein großes Problem, weil es ca. der Gehsteighöhe entspricht, bei 30cm sehrwohl.
MIV vor ÖV? Man könnte auch ganz auf die Fahrbahnaufdoppelungen verzichten und diese durch 'richtige' Haltestelleninseln ersetzen, wenn man nur wollte …
Ja, du hast vollkommen recht. Ich spreche eher vom Gefühl der Sicherheit, wenn der Fahrer mir zuschaut ob ich gut vorankomme oder Hilfe brauche. Wenn ich weiter hinten einsteige, fehlt das.
Der Fahrer wird Dir aber während der allermeisten Zeit Deiner Fahrt nicht zuschauen können …
Mir ist eigentlich egal ob Siemens oder Bombardier zum Zug kommt, wichtig wäre das die unklimatisierten ULFs schnellstmöglich ausgemustert und weiterverscherbelt werden.Eine nachträgliche Klimatiserung sollte kein Ding der Unmöglichkeit sein.
Offenbar schon - das Projekt wurde AFAIK schon vor längerer Zeit verworfen (Platzmangel am Dach?) …
