Ausschreibung von Straßenbahnen
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30.06.2014, 11:49#21
Bei Ausschreibungen sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, dass die Entlohnung und Arbeitszeit gleich wie bei den WiLi ist. Einen billigeren Preis auf Kosten des Personals wäre nicht akzeptabel.
Sorry, das ist weltfremd. Es gibt einen KV und aus. Natürlich können die WL bestimmte Bedingungen vorschreiben, welche über den gesetzlichen Minimalanforderungen liegen, aber bei einer völligen Angleichung könnten sie ja gleich selbst fahren.
30.06.2014, 12:18#22
Bei Ausschreibungen sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, dass die Entlohnung und Arbeitszeit gleich wie bei den WiLi ist. Einen billigeren Preis auf Kosten des Personals wäre nicht akzeptabel.
Sorry, das ist weltfremd. Es gibt einen KV und aus. Natürlich können die WL bestimmte Bedingungen vorschreiben, welche über den gesetzlichen Minimalanforderungen liegen, aber bei einer völligen Angleichung könnten sie ja gleich selbst fahren.
Wenn es eh einen Kollektivvertrag gibt... Verdienen Busfahrer/Straßenbahnfahrer bei den WiLi so viel?
Sollte der Kollektivvertrag und die Bezahlung der WiLi wirklich so "super" sein, fände ich es merkwürdig eine Ausschreibung zu starten nur um diesen zu umgehen. Sollte es noch Luxusprivilegien geben gehören diese natürlich abgeschafft.
Keine Ahnung was daran weltfremd ist. Ich fordere eine faire Bezahlung und halte einen Preiskampf der nur auf Lohnkosten basiert nicht für erstrebenswert.
30.06.2014, 12:22#23
Sollte der Kollektivvertrag und die Bezahlung der WiLi wirklich so "super" sein, fände ich es merkwürdig eine Ausschreibung zu starten nur um diesen zu umgehen.
Das ist doch Standard. Wird immer wieder anderswo gemacht, nicht nur mit Ausschreibungen. So hat die AUA früher ihre Tochter Tyrolean Flüge durchführen lassen, weil deren Personal weniger verdient.
Keine Ahnung was daran weltfremd ist. Ich fordere eine faire Bezahlung und halte einen Preiskampf der nur auf Lohnkosten basiert nicht für erstrebenswert.
Fair ist dehnbar. Und die Personalkosten sind nun mal ein bedeutender Faktor, woanders kann man weit weniger optimieren.
30.06.2014, 12:31#24
Würde nicht davn halten, es reicht mir schon, wenn bei den Bussen so wüst ausgeschrienben wird.
Nein, die Strabenbahnen sollen gefälligst in städtischer Hand bleiben! 
Nein, die Strabenbahnen sollen gefälligst in städtischer Hand bleiben! 
30.06.2014, 12:32#25
Weil ist so?
30.06.2014, 12:43#26
Eine andere Frage:
Bei Buslinien *wollen* die WL teilweise sogar eine Ausschreibung an Subunternehmen. Wieso bei Straßenbahnlinien nicht?
Beispiele wurden schon genannt. Eine Straßenbahn zu betreiben ist eben aufwendiger als eine Buslinie. Dadurch steigen auch die Risiken.
Ein großes Problem ist die Fahrzeugbeschaffung. Die Bestellzeiten sind viel höher. Die erstmaligen Investitionskosten sind höher. Wie lange wählt man die Vertragsdauer? Gebrauchte Straßenbahnen wird man um einiges schwerer los als Buse. Im Vergleich zum Busführerschein ist Straßenbahnfahrer quasi eine Spezialausbildung (die wohl weiterhin die WiLi übernehmen würde?).
Man könnte seitens der WiLi natürlich auch die Fahrzeuge vermieten. Dann kann man aber fast nur mehr von Leiharbeitsfirma und nicht von Straßenbahnbetreiber reden.
Das ist klar. Deshalb rede ich ja davon, dass man sich genau anschauen muss ob es Sinn macht. Somit läuft aber alles auf die Frage hinaus: Verdienen WiLi Mitarbeiter zu viel?Zitat
Fair ist dehnbar. Und die Personalkosten sind nun mal ein bedeutender Faktor, woanders kann man weit weniger optimieren.
Ich bin ja nicht für einen Einheitslohn. Kollektivverträge sollten so verhandelbar sein, dass so etwas nicht notwendig ist.ZitatDas ist doch Standard. Wird immer wieder anderswo gemacht, nicht nur mit Ausschreibungen. So hat die AUA früher ihre Tochter Tyrolean Flüge durchführen lassen, weil deren Personal weniger verdient.
30.06.2014, 12:46#27
@ibi: Weil ich persönlich den öffentlichen Verkehr einfach in den Händen des Staats/der Stadt sehen will und nicht in denen eines gewinnorientierten privaten Unternehmens.
Ist einfach persönilche politische Überzeugung. Und wenn ich an diverse Bahn-Privatisierungen in Europa denke, vor allem z.B. England, dann sehe ich mich darin bestätigt. 
Ist einfach persönilche politische Überzeugung. Und wenn ich an diverse Bahn-Privatisierungen in Europa denke, vor allem z.B. England, dann sehe ich mich darin bestätigt. 
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Schienenfreak (30.06.2014, 12:55): Erwähnung hinzugefügt
30.06.2014, 12:53#28
Beispiele wurden schon genannt. Eine Straßenbahn zu betreiben ist eben aufwendiger als eine Buslinie. Dadurch steigen auch die Risiken.
Ja, schön. Das sind Argumente sich nicht zu bewerben, aber den WL kann das ja egal sein. Die wollen aber gar keine Ausschreibung.
War nicht ein Argument gegen Verlängerungen von Straßenbahnlinien nach Niederösterreich, daß man dann EU-weit ausschreiben müßte? Wenn sich den Betrieb laut euch eh kein anderer antun will, dann kann das ja den WL völlig egal sein.
@Schienenfreak:
In England war eher das Problem, daß die Infrastruktur ebenfalls privatisiert wurde.
30.06.2014, 13:02#29
@Schienenfreak:Ok. Dennoch schauderts mir bei dem Gedanken...
In England war eher das Problem, daß die Infrastruktur ebenfalls privatisiert wurde.
30.06.2014, 13:13#30
Haut's doch bitte nicht verschiedene Sachen in einen Topf!
Ob ein Betrieb privat oder im Besitz einer Gebietskörperschaft ist, ist heute egal. Wirtschaftlich und effizient müssen beide Formen geführt werden. Das Problem sind heute eher die "Altlasten" vorallem beim Personal, womit ich nicht nur die Verträge, sondern auch die Mentalität in den Köpfen meine. Eine Gebietskörperschaft (in diesem Fall Wien) muss sich im Klaren sein, dass ÖPNV niemals kostendeckend geführt werden kann und daher je nach gewünschter Leistung gewisse Zahlungen erforderlich sind. Qualität kostet halt Geld, egal ob bei den städtischen oder privaten Unternehmen. Wenn man meint, dass man durch Ausgliederungen, Liberalisierungen und Privatisierungen mehr Leistung um weniger Geld bekommt, bekommt man die Rechnung irgendwann präsentiert. Der größte Vorteil der Liberalisierung ist halt, dass sich auch die staatlichen und städtischen Betriebe dem Wettbewerb stellen und für mehr Wirtschaftlichkeit und Qualität sorgen müssen. Die Politik kann sich aber nicht so einfach aus der Verantwortung ziehen und muss natürlich die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, welche durchaus etwas kosten werden. Und das ist der springende Punkt.
Ob ein Betrieb privat oder im Besitz einer Gebietskörperschaft ist, ist heute egal. Wirtschaftlich und effizient müssen beide Formen geführt werden. Das Problem sind heute eher die "Altlasten" vorallem beim Personal, womit ich nicht nur die Verträge, sondern auch die Mentalität in den Köpfen meine. Eine Gebietskörperschaft (in diesem Fall Wien) muss sich im Klaren sein, dass ÖPNV niemals kostendeckend geführt werden kann und daher je nach gewünschter Leistung gewisse Zahlungen erforderlich sind. Qualität kostet halt Geld, egal ob bei den städtischen oder privaten Unternehmen. Wenn man meint, dass man durch Ausgliederungen, Liberalisierungen und Privatisierungen mehr Leistung um weniger Geld bekommt, bekommt man die Rechnung irgendwann präsentiert. Der größte Vorteil der Liberalisierung ist halt, dass sich auch die staatlichen und städtischen Betriebe dem Wettbewerb stellen und für mehr Wirtschaftlichkeit und Qualität sorgen müssen. Die Politik kann sich aber nicht so einfach aus der Verantwortung ziehen und muss natürlich die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, welche durchaus etwas kosten werden. Und das ist der springende Punkt.
30.06.2014, 13:15#31
@Schienenfreak: Deine Einstellung zum Thema Ausschreibung kennen wir ja und da muss ich sagen schauderts mir. Wenn der Betrieb durch private Firmen wesentlich günstiger durchgeführt werden kann und man dieses "gewonnene" Geld sinnvoll einsetzt ist mir persönlich das tausend mal lieber. Und die Beispiele der ausgeschriebenen Buslinien in Wien sprechen für sich. Bessere Standards egal wohin man schaut. Die ältesten Subbusse in Wien sind Baujahr 2009 (und diese Linien wurden bereits erneut ausgeschrieben). Bis am Freitag führen die Wiener Linien mit Bussen des Baujahrs 1999/2000. Darüber hinaus verführen alle Subbusse über eine Klimaanlange, bei den Wiener Linien sind rund die Hälfte der Gelenksbusse immer noch ohne Klima unterwegs.
30.06.2014, 13:18#32
Das Problem sind heute eher die "Altlasten" vorallem beim Personal, womit ich nicht nur die Verträge, sondern auch die Mentalität in den Köpfen meine.
Gerade diese "Altlasten" sorgen aber dafür, daß Private derzeit einiges billiger anbieten können. Die müssen halt nicht das unkündbare unproduktive Personal mitschleppen.
@Busfreund: Volle Zustimmung.
Als regelmäßiger Nutzer von DR-Bussen fiel mir schon früh der Qualitätsunterschied auf. Das erste war die Umstellung der gesamten Flotte auf Niederflur, die bei den WL erst etliche Jahre später kam. Dann die von Dir genannten Klimaanlagen.
Pünktlicher sind sie gefühlt auch viel mehr als die Wiener Linien.
Edit:
Ich meide WL-Busse immer noch wie die Pest, wenn es nur irgendwie möglich ist. Deren Komfort läßt einfach zu wünschen übrig.
Dieser Beitrag wurde 2-mal editiert, zuletzt von ibi (30.06.2014, 13:27)
30.06.2014, 13:36#33
@Schienenfreak: Deine Einstellung zum Thema Ausschreibung kennen wir ja und da muss ich sagen schauderts mir. Wenn der Betrieb durch private Firmen wesentlich günstiger durchgeführt werden kann und man dieses "gewonnene" Geld sinnvoll einsetzt ist mir persönlich das tausend mal lieber. Und die Beispiele der ausgeschriebenen Buslinien in Wien sprechen für sich. Bessere Standards egal wohin man schaut. Die ältesten Subbusse in Wien sind Baujahr 2009 (und diese Linien wurden bereits erneut ausgeschrieben). Bis am Freitag führen die Wiener Linien mit Bussen des Baujahrs 1999/2000. Darüber hinaus verführen alle Subbusse über eine Klimaanlange, bei den Wiener Linien sind rund die Hälfte der Gelenksbusse immer noch ohne Klima unterwegs.Ja, jedem das Seine.
Ich will Dr. Richard und co. nicht absprechen, dass sie ihre Sachen in Wien grundsätzlich gut machen, aber ich bin aber nunmal überzeugter Sozialist mit leicht kommunistischem Einschlag und steh dazu. Für mich ist der öffentliche Verkehr ein Bereich den ich unter keinen Umständen aus den Staatlichen Händen geben möchte. Auch nicht durch Auschreibungen. 30.06.2014, 13:40#34
Na dann. Manche stehn halt auf die Kraxn, die im ehemaligen Ostblock herumgegondelt sind (oder dort immer noch gondeln). 
Mich würde aber immer noch interessieren, was dann mit dem Ausschreibungs-Hindernis bei Verlängerungen nach z.B. Groß-Enzersdorf gemeint ist.

Mich würde aber immer noch interessieren, was dann mit dem Ausschreibungs-Hindernis bei Verlängerungen nach z.B. Groß-Enzersdorf gemeint ist.
30.06.2014, 14:01#35
30.06.2014, 14:09#36
Na dann. Manche stehn halt auf die Kraxn, die im ehemaligen Ostblock herumgegondelt sind (oder dort immer noch gondeln).Ich steh nicht auf die alten Kraxen (bin ja selbst z.B. für ein rasches Ersetzen der E1/E2 samt Beiwagen durch Niederflurfahrzeuge), sondern auf den Umstand, dass der Verkehr in staatlichen Händen ist.
Bzw. gibts ja nun neue MB- Busse und Volvo Hybridbusse.
30.06.2014, 14:25#37
Die Straßenbahnen in Wien (E1 und E2) sind nicht mehr zeitgemäß. Bis vor kurzem waren es die Busse (NL 205 und NG 235) auch nicht mehr. Man darf bei Ausschreibungen nicht immer gleich Panik verbreiten und den Teufel an die Wand malen. Wenn es soweit kommt, dass die Grünen für die Wiener Linien zuständig werden und alles in der Hand der Stadt bleibt, können wir bald wieder wie die Feuersteins mit den Füßen treten.
30.06.2014, 14:31#38
Wenn es soweit kommt, dass die Grünen für die Wiener Linien zuständig werden und alles in der Hand der Stadt bleibt, können wir bald wieder wie die Feuersteins mit den Füßen treten.
Ähm, wieso das? Ich sehe die Grünen da nicht rückschrittlicher als die SPÖ, eher im Gegenteil.
Ansonsten verweise ich auf die Vorteile, die die Liberalisierung in anderen Bereichen gebracht hat, auch im Schienenverkehr. Durch die WESTbahn hat z.B. die ÖBB ihre Preispolitik überdacht und sorgt auch für mehr Komfort wie WLAN im Zug.
Im Bestattungsbereich hat sich dank Liberalisierung auch einiges zur besseren Seite gewendet.
Klar, ich bin auch dafür, daß gewisse Kernaufgaben vom Staat besorgt werden, aber das soll 1. nicht allumfassend sein und 2. keinen daran hindern, ein zusätzliches Angebot zu schaffen. Selbst im kommunistischen Ungarn hat es zusätzlich zur MÁV eine Privatbahn, nämlich die GySEV gegeben (die es immer noch gibt und die expandiert, und die nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Infrastruktur betreibt).
(Die NSB hat und hatte auch Infrastruktur in Ungarn, aber die fällt aufgrund ihrer kurzen ungarischen Strecke kaum ins Gewicht.)
30.06.2014, 14:56#39
Selbst im kommunistischen Ungarn hat es zusätzlich zur MÁV eine Privatbahn, nämlich die GySEV gegeben
Achtung, die meisten als Privatbahn bezeichneten Unternehmen sind im Besitz von Gebietskörperschaften, also in öffentlicher Hand. So gehört auch die GySEV den Staaten Ungarn und Österreich. Echte Privatbahnen wie zum Teil Stern & Hafferl waren in dieser Zeit eher selten.
30.06.2014, 15:10#40
So gehört auch die GySEV den Staaten Ungarn und Österreich.
... und der STRABAG. Aber auch die Anteile Österreichs (aus Sicht Ungarns also Ausland) würde ich nicht als staatlich für Ungarn sehen.
