Konkreter Vorschlag Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?

32 Beiträge · Seite 1 von 2
04.02.2010, 09:13#1
Mir ist aufgefallen, dass es in Wien kaum (wenn überhaupt) Ampelbeeinflussungsanlagen für die Straßenbahn gibt. Dabei wären solche Anlagen manchmal sogar ein Gewinn für Straßenbahn und Autos und Fußgänger.
Spontan fällt mir die Augartenbrücke (Linie 31) ein.
Für die paar Meter von der Hst. Obere Donaustraße zum Schottenring - genauso retour - muss der 31er bis zu drei Mal bei Ampeln warten (Schottenring, Maria-Theresien-Straße und Obere Donaustraße). Die Fahrzeit ist laut Fahrplan auf dem Teilstück mit 4 min. angegeben.

Wenn man von der Maria-Theresien-Straße in die Untere Augartenstraße mit dem Auto fahren möchte, steht man oft unnötigerweise bei der Ampel, da der Umlauf für die Straßenbahn freigehalten wird, auch wenn keine kommt. Die Straßenbahn wiederum steht oft bei derselben Ampel, weil sie den Umlauf knapp versäumt hat. Fußgänger dürfen die Rossauer Lände auch nicht überqueren, da sie genauso auf die Straßenbahn warten müssen, die gar nicht da ist. Genau in diesem Fall wäre eine Beeinflussungsanlage sinnvoll, da alle Verkehrsteilnehmer gewinnen würden.

Sowieso sollte die Straßenbahn nicht drei Mal zwischen zwei Haltestellen anhalten müssen! Gibts nicht dieses Programm "Halt nur bei Haltestellen"? Viel ist davon nicht zu bemerken.

Ich lade nun die p.t. Forengemeinschaft dazu ein, weitere Kreuzungen zu nennen, an denen eine Ampelbeeinflussungsanlage sinnvoll wäre, oder zu diskutieren, ob diese Anlagen überhaupt brauchbar sind. ;)

E: Fußgänger ergänzt und Tippfehler ausgebessert
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von moszkva tér (04.02.2010, 09:14)
04.02.2010, 09:17#2
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von moszkva tér
Iich lade nun die p.t. Forengemeinschaft dazu ein, weitere Kreuzungen zu nennen, an denen eine Ampelbeeinflussungsanlage sinnvoll wäre, oder zu diskutieren, ob diese Anlagen überhaupt brauchbar sind. ;)

Bei der Kreuzung Landesgerichts-/Auersbergstraße - Josefstädter Straße/Stadiongasse wird für den 2er eine Zwischenphase eingeschoben, wenn dafür Bedarf besteht. Bei dieser Phase bekommt nur die Straßenbahn, nicht aber der übrige Querverkehr freie Fahrt.

Bei der regulären Phase bekommt außerdem die Straßenbahn ca. 5 Sekunden vor dem übrigen Verkehr freie Fahrt.
04.02.2010, 09:41#3
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von Ferry
Zitat
Original von moszkva tér
Iich lade nun die p.t. Forengemeinschaft dazu ein, weitere Kreuzungen zu nennen, an denen eine Ampelbeeinflussungsanlage sinnvoll wäre, oder zu diskutieren, ob diese Anlagen überhaupt brauchbar sind. ;)

Bei der Kreuzung Landesgerichts-/Auersbergstraße - Josefstädter Straße/Stadiongasse wird für den 2er eine Zwischenphase eingeschoben, wenn dafür Bedarf besteht. Bei dieser Phase bekommt nur die Straßenbahn, nicht aber der übrige Querverkehr freie Fahrt.

Bei der regulären Phase bekommt außerdem die Straßenbahn ca. 5 Sekunden vor dem übrigen Verkehr freie Fahrt.


Ja, das ist da mittlerweile gut gelöst. Bei meinen letzten Fahrten klappte meist auch die Durchfahrt bei der sinnlosen Ampel Reichsratsstraße und die Null-Wartezeit beim Einbiegen in den Ring. Das ist dann eine schön zügige Fahrt.;)

Leider gibts aber noch immer viel zu viele Ampeln zwischen Haltestellen, bei denen die Frage "grün oder nicht grün" nur zufallsabhängig ist, obwohl eine Ampelbeeinflussung Sinn machen würde (um beim 2er zu bleiben, zB die Ampel bei der Lange Gasse).
04.02.2010, 10:08#4
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von moszkva tér
Mir ist aufgefallen, dass es in Wien kaum (wenn überhaupt) Ampelbeeinflussungsanlagen für die Straßenbahn gibt.

Es werden sogar recht viele VLSA von der Straßenbahn und auch vom Bus beeinflusst, es sollten mittlerweile mehr als 50% aller betroffenen VLSA sein. Allerdings bedeutet Beeinflussung in den meisten Fällen nur, dass eine Phase im normalen Umlauf geschaltet oder verlängert wird und nicht „Fahrt ohne Halt“.


Zitat
Spontan fällt mir die Augartenbrücke (Linie 31) ein.
Für die paar Meter von der Hst. Obere Donaustraße zum Schottenring - genauso retour - muss der 31er bis zu drei Mal bei Ampeln warten (Schottenring, Maria-Theresien-Straße und Obere Donaustraße).

Die Ampelkette zwischen diesen beiden Haltenstellen wird sehr wohl von der Straßenbahn gesteuert, allerdings muss der Zug genau zu Beginn seiner Freiphase wegkommen. Schafft er dies nicht, steht er an jeder Kreuzung. Schön zu beobachten ist dies in Fahrtrichtung Schottenring bei der letzten Ampel, also der Querung der Ringfahrbahnen. Wenn der 31er kommt, wird die Freiphase für den Ring verzögert.


Zitat
Gibts nicht dieses Programm "Halt nur bei Haltestellen"? Viel ist davon nicht zu bemerken.

Kein Wunder, so ein Programm gibt es auch nicht.


Zitat
Ich lade nun die p.t. Forengemeinschaft dazu ein, weitere Kreuzungen zu nennen, an denen eine Ampelbeeinflussungsanlage sinnvoll wäre,

Ganz einfach: Alle.


Zitat
oder zu diskutieren, ob diese Anlagen überhaupt brauchbar sind. ;)

In der derzeitigen Form nur bedingt, gutes Beispiel sind deine erwähnten Kreuzungen vom 31er.

Es gibt aber auch vorbildlich gesteuerte VLSA. Zum Beispiel Heiligenstädter Straße/Gunoldstraße (zumindest aus Sicht des D-Wagens), wo ein angemeldeter Zug bei Bedarf exklusiv eine kurze Zwischenphase bekommt. Oder die Kreuzung Engerthstraße/Stromstraße, wo die Busse die Grünphase bis zur Vorbeifahrt verlängern; ein Bus steht dort fast nie bei Rot.
04.02.2010, 11:40#5
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von schaffnerlos
[
Zitat
Gibts nicht dieses Programm "Halt nur bei Haltestellen"? Viel ist davon nicht zu bemerken.

Kein Wunder, so ein Programm gibt es auch nicht.


Doch: Siehe auch Masterplan Verkehr 2003 S. 44
Halt nur bei Haltestellen | Bevorrangung und Beschleunigung des ÖV auf Linienlänge

Ist wohl mehr ein frommer Wunsch in Wien. In vielen anderen Städten ist das durchaus Standard.
04.02.2010, 12:31#6
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von moszkva tér
Doch: Siehe auch Masterplan Verkehr 2003 S. 44

Der ist, kurz gesagt, das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben ist.
04.02.2010, 12:38#7
Bin letztens wieder mit dem 40er von der Schwarzspanierstraße zum Gürtel hinaus gefahren - 7 Minuten für eine Distanz von 1,5 km. Zum Vergleich: Für 1,25 km brauche ich mit 60A oder 66A nur 3 Minuten. Die Ampelschaltungen sind ganz ehrlich gesagt nur ein schlechter Scherz. Bei solchen Fahrzeiten wird einem klar, warum die Menschen in der Innenstadt so auf die U-Bahn stehen.
04.02.2010, 13:17#8
RE: Ampelbeeinflussung durch Straßenbahn?
Zitat
Original von 13er
Zitat
Original von moszkva tér
Doch: Siehe auch Masterplan Verkehr 2003 S. 44

Der ist, kurz gesagt, das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben ist.


Deswegen habe ich ihn nur als pdf verlinkt :D
Nein ernsthaft, diese Papiere sind an sich vernünftig, aber die Politik ignoriert sie scheinbar deswegen aus Prinzip :boese:

Zitat
Original von monolith
Bin letztens wieder mit dem 40er von der Schwarzspanierstraße zum Gürtel hinaus gefahren - 7 Minuten für eine Distanz von 1,5 km. Zum Vergleich: Für 1,25 km brauche ich mit 60A oder 66A nur 3 Minuten. Die Ampelschaltungen sind ganz ehrlich gesagt nur ein schlechter Scherz. Bei solchen Fahrzeiten wird einem klar, warum die Menschen in der Innenstadt so auf die U-Bahn stehen.

1,5 km zu Fuß: ca. 15-20 min.
Dass innerstädtische Linien - egal ob Bus oder Bim - Beschleunigungspotential haben, um es einmal nett auszudrücken, ist ja unbestritten. Deswegen habe ich ja diesen Thread begonnen. Ampeloptimierungen sind sicher ein Teil dieser Beschleunigungsmaßnahmen, aber nicht alles.
04.02.2010, 16:30#9
Zitat
Original von monolith
Bin letztens wieder mit dem 40er von der Schwarzspanierstraße zum Gürtel hinaus gefahren - 7 Minuten für eine Distanz von 1,5 km.

Fahr mal um 12 Uhr Mitternacht mit dem Auto vom Schottentor bis Gersthof. Wenn Du Dich an die StVO hältst, kommst Du bei jeder Ampel genau nach der Grünphase an.
Ich habe das nur exemplarisch gebracht als Beispiel, wie die Ampelschaltung so verkorkst sein kann, daß sie sogar bei null Verkehrsbehinderung und einem Fahrzeug ohne Behinderung durch Beförderungsfälle absolut nicht funktioniert. Tagsüber ist die Ampelschaltung sowieso eine Katastrophe. Stadteinwärts ist dank der Straßenverengung in der Währinger Straße vor der Station Spitalgasse in der Früh sowieso mit 7 Minuten Fahrzeit von der Volksoper bis zur Spitalgasse zu rechnen.
04.02.2010, 19:19#10
Am coolsten sind ja die Anlagen, wo sich die Straßenbahn per Beeinflussung die Signale vor der Nase auf "Halt" setzt! :rolleyes:
04.02.2010, 20:18#11
Zitat
Original von hema
Am coolsten sind ja die Anlagen, wo sich die Straßenbahn per Beeinflussung die Signale vor der Nase auf "Halt" setzt! :rolleyes:

Wo gibt's denn so was? 8o
04.02.2010, 20:26#12
Ein Beispiel wo das absichtlich passiert, fällt mir jetzt nicht ein, allerdings kommt es bei der Kreuzung Simonygasse/Währinger Straße oft dazu, daß sich der 9er die Freiphase zu früh stellt und dann nicht mehr hinkommt. Im allgemeinen sollten Freischaltkontakte erst NACH einer Haltestelle sein, bzw. Haltestellen möglichst NACH der Kreuzung. In Wien ist es ja zumeist leider umgekehrt.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von Linie 41 (04.02.2010, 20:27)
04.02.2010, 20:29#13
Zitat
Original von monolith
Bin letztens wieder mit dem 40er von der Schwarzspanierstraße zum Gürtel hinaus gefahren - 7 Minuten für eine Distanz von 1,5 km. (...) Die Ampelschaltungen sind ganz ehrlich gesagt nur ein schlechter Scherz.

Kommt dort immer wieder vor. Im Normalfall geht sich's aber in 4-5 Minuten aus.

Edit: Zitat gekürzt.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von umweltretter (04.02.2010, 20:31)
04.02.2010, 20:34#14
Zitat
Original von darkweasel
Zitat
Original von hema
Am coolsten sind ja die Anlagen, wo sich die Straßenbahn per Beeinflussung die Signale vor der Nase auf "Halt" setzt! :rolleyes:

Wo gibt's denn so was? 8o

Z.B. 5er, blaue (!) Haltestelle Nordwestbahnstraße Richtung Praterstern oder Haltestelle Neustiftgasse Richtung Westbahnhof, auch bei der Stollgasse Richtung Westbahnhof klappts ganz gut mit dem Abdrehen. Aber das gibt es auf vielen Linien (zumindest zeitweise), die Hochsatzengasse (52er) ist auch ein heißer Tip! 8-)



Zitat
Original von Linie41
. . . . kommt es bei der Kreuzung Simonygasse/Währinger Straße oft dazu, daß sich der 9er die Freiphase zu früh stellt und dann nicht mehr hinkommt.

Dort schaltet sich der 9er keine bedarfsgerechte Freiphase, sondern es wird im normalen Umlauf in die Freiphase der Währinger Straße eine ganz kurze Zwischenphase (ohne Fußgängergrün) für die Simonygasse eingefügt, sobald eine Straßenbahn in der Nähe ist. Auf das tatsächliche Verhalten der Straßenbahn wird da keine Rücksicht genommen, daher versäumt sie die Phase meist und fährt dann in der nächsten "normalen" Freiphase.


EDIT: zweites Zitat eingefügt!
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von hema (04.02.2010, 20:46)
04.02.2010, 21:38#15
Es gibt auch positive Beispiele bei der "Vorrangschaltung" für Öffis. Linie O/67 Kreuzung Laxenburger Straße / Troststraße. Vor einigen Wochen gab es nur eine Grünphase für die Bim (nach dem IV der Laxenburger Straße), jetzt immerhin zwei Phasen (zusätzlich nach der Grünphase der Troststraße). Nur sind dann leider die Ampelanlagen bei der Kreuzung Inzersdorfer Str. / Laxenburger Str. öfter nicht darauf abgestimmt.
04.02.2010, 22:32#16
Zitat
Original von darkweasel
Zitat
Original von hema
Am coolsten sind ja die Anlagen, wo sich die Straßenbahn per Beeinflussung die Signale vor der Nase auf "Halt" setzt! :rolleyes:

Wo gibt's denn so was? 8o

Einige Haltestellen entlang vom 49er außerhalb von Breitensee. Die Tramway nähert sich der Haltestelle, die Ampel springt auf Rot (d.h. Fußgänger können zur Straßenbahn zueilen) und wenn der Zug abgefertigt ist, ist die Ampel wieder grün. Blöd ist's nur, wenn kein oder nur ein kurzer Fahrgastwechsel stattfindet, dann muss die Straßenbahn trotzdem warten. Findige Fahrer umgehen dies (unerlaubterweise) durch Absenken des Bügels beim Schaltkontakt.
04.02.2010, 22:40#17
Zitat
Original von 13A-ler
Es gibt auch positive Beispiele bei der "Vorrangschaltung" für Öffis.


Auch ein positives Beispiel: Resselgasse, Querung der Wiedner Hauptstraße - wohl die Ampel, wo ich in einer Straßenbahn am seltensten vor einer roten Ampel unnötig gestanden bin.
04.02.2010, 22:56#18
Da sind ja ziemlich viele wirklich tolle Rückmeldungen gekommen! ;)

Zitat
Original von 4010-fan
Auch ein positives Beispiel: Resselgasse, Querung der Wiedner Hauptstraße - wohl die Ampel, wo ich in einer Straßenbahn am seltensten vor einer roten Ampel unnötig gestanden bin.


Ich fahre dort selten mit der Bim, aber wenn ich als Fußgänger die Wiedner Haupt an dieser Stelle überqueren muss, kommt es öfter vor, dass man auf die nicht kommende Straßenbahn warten muss - das finde ich auch schade.
Dabei wären Ampelschaltungen, die für alle Verkehrsteilnehmer Vorteile bringen, die ideale Variante.
Minimierung von Wartezeiten und Maximierung der Kapazität... Obwohl vielleicht öffnet man da die Büchse der Pandora - wenn dann die Autos noch besser fahren können.
05.02.2010, 09:28#19
Zitat
Original von darkweasel
Zitat
Original von hema
Am coolsten sind ja die Anlagen, wo sich die Straßenbahn per Beeinflussung die Signale vor der Nase auf "Halt" setzt! :rolleyes:

Wo gibt's denn so was? 8o

62 Sonnergasse zB.
05.02.2010, 09:55#20
Zitat
Original von schaffnerlos
... Findige Fahrer umgehen dies (unerlaubterweise) durch Absenken des Bügels beim Schaltkontakt.


Ist das dann, wenn plötzlich für eine Sekunde oder noch kürzer das Licht ausgeht? Oder ist das nur ein schäbiger Trenner, den man gerade passiert hat?