2010-11-30 | Stromstörung auf Linie U4

81 Beiträge · Seite 2 von 5
01.12.2010, 10:06#21
Zitat
Original von Bus
Was mich wundert, das keiner der Fahrgäste die Türen öffnete (wie damals bei der U6) mittels Türnottaste. Die Leute mussten ja eine Engelsgeduld haben. Ich hätts nicht solange ausgehalten. Ab durch den Tunnel...

Die Türnottaste macht aber eben den Unterschied zwischen U6 und U-Bahn aus. Bei der U6 konnte man (bei E6 und c6) die Türen ganz einfach durch Ziehen mit der Hand aufklappen, in der U-Bahn MUSST du hingegen die Türnottaste drücken, um die Tür überhaupt aufmachen zu können. Das schreckt die Fahrgäste halt ab, zumal beim Knopf auch "Missbrauch wird bestraft!" steht und es in Jedermanns eigenem Ermessen liegt zu beurteilen, ob die Situation denn tatsächlich ernst genug ist, um die Tür zu öffnen.

Zitat
Original von schaffnerlos
Ich bin mir nicht sicher, ob das Ganze nicht eher ein organisatorischen Problem war. Bei Störungen muss es genau einen geben, der für das Störungsmanagement verantwortlich ist. Der Fahrer ist das sicherlich nicht. Wenn der in Eigenregie den Zug evakuiert wenn ein Hilfszug angekündigt ist, könnte das böse ausgehen.

Bei 2 Stunden Wartezeit geht da garantiert nichts böse aus, denn der Fahrer würde nicht so lange zuwarten, ehe er evakuiert. :lampe:

Edit Floster: Zwei Beiträge aus Gründen der Übersichtlichkeit zu einem Posting zusammengefasst.
01.12.2010, 10:19#22
Zitat
Original von penner16
Bei 2 Stunden Wartezeit geht da garantiert nichts böse aus, denn der Fahrer würde nicht so lange zuwarten, ehe er evakuiert. :lampe:

Das hat nix mit zwei Stunden zu tun. Wenn dem Fahrer gesagt wird, ein Hilfszug kommt, dann schickt der sicherlich keine Fahrgäste eigenmächtig auf die Strecke. Dazu bedarf es die Zusicherung, dass 1. die Stromschiene frei geschalten ist, 2. die Tunnelbeleuchtung eingeschalten ist und 3. kein anderer Zug daher kommt. Punkt 1 und 2 kann meines Wissens der Fahrer vor Ort sicherstellen, aber nicht Punkt 3.

Edit Floster: Zitat eingefügt
01.12.2010, 10:37#23
Zitat
Original von schaffnerlos
Das hat nix mit zwei Stunden zu tun. Wenn dem Fahrer gesagt wird, ein Hilfszug kommt, dann schickt der sicherlich keine Fahrgäste eigenmächtig auf die Strecke. Dazu bedarf es die Zusicherung, dass 1. die Stromschiene frei geschalten ist, 2. die Tunnelbeleuchtung eingeschalten ist und 3. kein anderer Zug daher kommt. Punkt 1 und 2 kann meines Wissens der Fahrer vor Ort sicherstellen, aber nicht Punkt 3.

Aber wie soll denn ein anderer Zug daherkommen, wenn durch den Stromausfall sowieso alles stillsteht? :D Oder sprichst du von der Dieselhilfslok?
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von p16 (01.12.2010, 10:37)
01.12.2010, 11:10#24
Zitat
Original von schaffnerlos
Das hat nix mit zwei Stunden zu tun. Wenn dem Fahrer gesagt wird, ein Hilfszug kommt, dann schickt der sicherlich keine Fahrgäste eigenmächtig auf die Strecke. Dazu bedarf es die Zusicherung, dass 1. die Stromschiene frei geschalten ist, 2. die Tunnelbeleuchtung eingeschalten ist und 3. kein anderer Zug daher kommt. Punkt 1 und 2 kann meines Wissens der Fahrer vor Ort sicherstellen, aber nicht Punkt 3.


ad 1, 2 und 3: bei STROMAUSFALL??? ?(
01.12.2010, 11:17#25
Zitat
Original von penner16
Zitat
Original von schaffnerlos
Das hat nix mit zwei Stunden zu tun. Wenn dem Fahrer gesagt wird, ein Hilfszug kommt, dann schickt der sicherlich keine Fahrgäste eigenmächtig auf die Strecke. Dazu bedarf es die Zusicherung, dass 1. die Stromschiene frei geschalten ist, 2. die Tunnelbeleuchtung eingeschalten ist und 3. kein anderer Zug daher kommt. Punkt 1 und 2 kann meines Wissens der Fahrer vor Ort sicherstellen, aber nicht Punkt 3.

Aber wie soll denn ein anderer Zug daherkommen, wenn durch den Stromausfall sowieso alles stillsteht? :D Oder sprichst du von der Dieselhilfslok?


Wobei ich mir ja schon die ganze Zeit die Frage stelle, wie eben diese Hilfslok den Ort des Geschehens (überhaupt) erreichen konnte, wenn, so wie zumindest auf orf.at behauptet wird "die meisten Garnituren zum Glück gerade in einer Station waren". Durch mehrmaligen Gleiswechsel aus Richtung WLW bzw. kam sie überhaupt aus Erdberg?
01.12.2010, 11:19#26
Zitat
U-Bahn-Zug zwischen den Stationen: Kombination aus technischem Defekt und Fehlentscheidungen

Eine Verkettung mehrerer Umstände hat gestern dazu geführt, dass ein U-Bahn-Zug der Linie U4 mit rund 200 Fahrgästen zwei Stunden auf offener Strecke zwischen Rossauer Lände und Schottenring gestanden ist. Es handelt sich um eine Kombination von technischem Defekt und anschließenden Fehlentscheidungen. Die Wiener Linien bieten den betroffenen Fahrgästen eine Entschädigung an. Um einen derartigen Vorfall für die Zukunft auszuschließen, haben die Wiener Linien ein Maßnahmenpaket geschnürt.

Am gestrigen Nachmittag kam es zu einem Stromausfall auf der U4-Strecke zwischen Landstraße und Heiligenstadt. Grund dafür war ein technischer Defekt in einem so genannten Unterwerk, durch das die Stromschienen der U-Bahn mit Strom versorgt werden. Dieser Defekt hat dazu geführt, dass ein Zug zwischen den Stationen Roßauer Lände und Schottenring auf offener Strecke zu stehen kam.

Gleichzeitig kam es zur Störung an einer Informationsleitung, über die der Einsatzzentrale der Wiener Linien darüber Auskunft gegeben wird, ob tatsächlich der gesamte Abschnitt zwischen Schottenring und Roßauer Lände ohne Strom ist. Weil diese Information nun fehlte und hier Unklarheiten bestanden, wurde nicht sofort oder nach wenigen Minuten die Evakuierung des Zuges angeordnet. Ein Risiko für die
Fahrgäste sollte dadurch vermieden werden.

Der nominierte Einsatzleiter hat die Situation insgesamt falsch eingeschätzt, sich nicht vor Ort begeben, um das technische Personal zu unterstützen sondern gemeinsam mit der Einsatzzentrale die Entscheidung getroffen, eine Diesellok anzufordern, die den Zug in die nächste Station ziehen sollte. Das Herbeiholen der Diesellok und die anschließende Bergung des Zuges haben jedoch mehr als eineinhalb Stunden in Anspruch genommen. Im Störungsmanagement routniemäßig vorgesehen ist jedoch, dass alle Maßnahmen zu treffen sind, um die Fahrgäste nach längstens 15 Minuten sicher aus einem Zug zu evakuieren.

Die Wiener Linien bedauern außerordentlich, dass es dadurch für die rund 200 Fahrgäste im Zug zu einer äußerst unangenehmen Situation gekommen ist. Den betroffenen Personen wird als Entschädigung eine übertragbare 8-Tage-Klimakarte angeboten, die an acht voneinander unabhängigen Tagen als Fahrschein dient. Betroffene mögen sich unter 7909/43115 (zwischen 8 und 15 Uhr) oder kundendienst@wienerlinien.at melden.

Darüber hinaus haben die Wiener Linien ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um einen derartigen Vorfall in Zukunft auszuschließen:

1) Es wird eine zusätzliche Überprüfung eingeführt, ob der nominierte Einsatzleiter sich tatsächlich zum Ort der Störung begibt, um von dort das Störungsmanagement zu organisieren.
2) Die technischen Anzeigen in der Einsatzzentrale werden so überarbeitet, dass bei Zugstillstand auf der Strecke ein deutlicheres Alarmzeichen als bisher üblich bis zur Auflösung der Situation angezeigt wird.
3) Die bereits jetzt regelmäßig stattfindenden Wissenschecks der MitarbeiterInnen der Einsatzzentrale für die Behandlung von Störungsfällen werden verstärkt und intensiviert.
4) Einführung von Einsatztrainings des gesamten Apparates des Störungsmanagement, in denen die Maßnahmen beim Ausfall gleich mehrerer technische Systeme real geübt werden.
5) Analyse und Überarbeitung der internen Informations- und Kommunikationskette im Störungsfall.

Durch diese Maßnahmen soll das System des Störungsmanagement bei der U-Bahn, das bis zum gestrigen Tag seit nunmehr 30 Jahren gut funktioniert hat, optimiert werden und um Situationen wie die gestrige auszuschließen.



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01.12.2010, 11:23#27
Zitat
Original von BedrockInn
Zitat
Original von schaffnerlos
Das hat nix mit zwei Stunden zu tun. Wenn dem Fahrer gesagt wird, ein Hilfszug kommt, dann schickt der sicherlich keine Fahrgäste eigenmächtig auf die Strecke. Dazu bedarf es die Zusicherung, dass 1. die Stromschiene frei geschalten ist, 2. die Tunnelbeleuchtung eingeschalten ist und 3. kein anderer Zug daher kommt. Punkt 1 und 2 kann meines Wissens der Fahrer vor Ort sicherstellen, aber nicht Punkt 3.


ad 1, 2 und 3: bei STROMAUSFALL??? ?(


Wenn bei dir in der Wohnung plötzlich das Licht im Wohnzimmer ausgeht, ist zunächst auch nicht klar, ob es 1. eine defekte Glühbirne, 2. eine Sicherung (ein Stromkreis), der FI (ganze Wohnung), die Haussicherung (ganzes Haus) oder das Umspannwerk (ganzes Grätzl) war. Der Stromausfall kann sich auch nur auf die Stromschiene beziehen. Und als Fahrer kann ich mich nicht darauf verlassen, dass der Stromausfall so lange andauert, bis alle Personen den Gefahrenbereich verlassen haben. Und wie schon festgestellt wurde: Es gibt auch Fahrzeuge, welche ihre Energie nicht (nur) durch die Stromschiene beziehen können. Im konkreten Fall war von einer Diesellok die Rede.

EDIT zur Presseaussendung: Jetzt bin ich angesichts des Entschädigungsangebotes gespannt, ob der Weltrekord "Wieviele Fahrgäste passen in einen Zug" gebrochen wurde :D
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von schaffnerlos (01.12.2010, 11:26)
01.12.2010, 11:54#28
Mal 'ne Frage: Der Fahrer sitzt ja da vorne nicht in einer Blackbox, von der aus er nicht mit der Außenwelt kommunizieren kann. Deine drei Punkte wären mit einem einfachen Funkspruch, nach - von mir aus - einer Stunde Wartezeit, abzuhandeln gewesen: "Mir dauert das zu lange. Ich evakuiere den Zug. Geht das klar?" - Ich unterstelle dem Fahrer nicht, dass er da vorne eine Stunde lang Däumchen gedreht hat (obwohl ich mir das gut vorstellen kann). Ein bisschen Eigeninitiative und Druckausübung nach außen ist aber doch nicht zu viel verlangt... Der Einsatzleiter war ja offensichtlich nicht unfehlbar. Und es wäre doch als Antwort - schon nach von mir aus einer halben Stunde - nicht zu viel gewesen, wenn man gesagt hätte: "Ok. Bring die Leute, die das selbsttätig schaffen, raus. Wir schicken dir Unterstützung und sichern die Strecke bis zur Station XXX." - Dann hätten vielleicht 4-5 Leute im Zug bleiben müssen (Kinderwägen, Rollstuhlfahrer, o.ä.), aber man wäre das Risiko nicht eingegangen, dass 250(!) von denen eventuell irgendwas geschieht. Denkt mal drüber nach: Was wäre bei einem Brand geschehen? Was wenn ein Zuckerkranker sein Insulin nicht bekommen hätte und gestorben wäre? Was ist wenn jemand von denen durchgedreht wäre und einen Wagon massakriert hätte? - Und sagt nicht, dass das nicht unmöglich wäre. Man tat ja offensichtlich so, als wäre der Zug am anderen Ende der Welt und nur mit 'ner Diesellok (die von sonst wo herkam) erreichbar. Da hätte sich sofort ein Trupp aufmachen sollen, um die Leute da rauszubringen - von mir aus die Stationswarte der nächstgelegenen Stationen.
Diese Aktion war völlig verantwortungslos.
01.12.2010, 12:09#29
Außerdem:
Zitat
Aus den Beförderungsbedingungen - Seite 5. Kapitel N. Punkt 1b.
(...)
Wird außerhalb einer Haltestelle angehalten, dürfen die Fahrgäste nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Bediensteten des Verkehrsunternehmens aussteigen.

Dass man diese Anweisung aber geben hätte sollen, nachdem absehbar war, dass eine Diesellok niemals in 15 Minuten dort sein kann (sondern erst nach läppischen zwei Stunden), ist natürlich eine andere Geschichte.

PS: Das gehört eigentlich in einen anderen Thread...
01.12.2010, 12:24#30
Ich kann auch nicht ganz verstehen warum man die Leute nach einer gewissen Zeit nicht aussteigen hat lassen. Es kommt doch immer wieder mal vor, dass ein Zug auf offener Strecke liegen bleibt und die Leute zur nächsten Station gehen müssen.

Zitat
Original von 42er
Wobei ich mir ja schon die ganze Zeit die Frage stelle, wie eben diese Hilfslok den Ort des Geschehens (überhaupt) erreichen konnte, wenn, so wie zumindest auf orf.at behauptet wird "die meisten Garnituren zum Glück gerade in einer Station waren". Durch mehrmaligen Gleiswechsel aus Richtung WLW bzw. kam sie überhaupt aus Erdberg?

Vielleicht ist die Lok ja über Gleis 0 gekommen?
Zum Beispiel so: Bhf. Erdberg - Stadion - Schottentor - Gleis 20 - Gleis 0

Zitat
Original von ULF
Denkt mal drüber nach: Was wäre bei einem Brand geschehen? Was wenn ein Zuckerkranker sein Insulin nicht bekommen hätte und gestorben wäre? Was ist wenn jemand von denen durchgedreht wäre und einen Wagon massakriert hätte?

Oder was wäre gewesen, wenn nach zwei Stunden mal jemand aufs Klo gehen hätte müssen?

In den Kommentaren auf derstandard.at schreibt ein betroffener User:

Zitat
Ich habs erlebt ...
Ich bin die 2 1/2 Stunden im Zug gestanden, hab gefroren und musste pinkel.
Informiert wurden wir von Fahrer sehr selten und dann falsch. Eine Stunde wussten wir überhaupt nicht wirklich was los war. Nach einer halbe Stunde wurde Heizung abgedreht und Licht bis auf Notbeleuchtung reduziert. Über Maßnahmen im Notfall wurde nicht informiert. Zu Glück war der Zug nicht sehr voll und niemand kranker an bord - bei einem Ernstfall wäre er/sie jetzt unter Umst. tot.
Als wir dann endlich wieder bei Rossau waren standen dort zwei extrem unfreundliche grantige Polizisten aber niemand von den Wiener Linen. Keine Entschuldigung auch nicht über Lautsprechen, keine Frage wie es den Leuten geht und wie weiter.... eine echt miese (menschliche) Leistung!!!
01.12.2010, 12:28#31
Zitat
Original von penner16
Die Türnottaste macht aber eben den Unterschied zwischen U6 und U-Bahn aus. Bei der U6 konnte man (bei E6 und c6) die Türen ganz einfach durch Ziehen mit der Hand aufklappen, in der U-Bahn MUSST du hingegen die Türnottaste drücken, um die Tür überhaupt aufmachen zu können.


Bei den alten U6-Garnituren konnte man ganz genau sehen, dass die Türen kurz nach dem Anfahren mit einem Bolzen verriegelt wurden. Das "Klack"-Geräusch war auch gut hörbar.

Man korrigiere mich, aber ich glaube nicht, dass die Türen bei einem Halt außerhalb einer Station automatisch entriegelt wurden. Dann hätten die Passagiere auch bei der U6 die Tütnottaste betätigen müssen.
01.12.2010, 12:47#32
Zitat
Original von Dan
Bei den alten U6-Garnituren konnte man ganz genau sehen, dass die Türen kurz nach dem Anfahren mit einem Bolzen verriegelt wurden. Das "Klack"-Geräusch war auch gut hörbar.


Das war aber erst in den letzten Jahren so. Ursprünglich gab es keine Türnottaste und die Türen wurden nicht verriegelt.
01.12.2010, 13:06#33
Wer kommt überhaupt auf so eine Schwachsinnsidee, umständlich eine Diesellok loszuschicken, statt die Leute einfach durch den Tunnel zum nächstgelegenen Bahnsteig zu führen/schicken? Dass die "Lok-Aktion" auf jeden fall um Welten länger dauern wird als der Fußmarsch, müsste doch dem größten Naivling klar sein. Außerdem, was wäre gewesen, wenn dem Lokführer während seiner Zufahrt Leute im Tunnel entgegengekommen wären, die in Eigenregie bereits ausgestiegen sind? Chaos und Gefanr pur!

Hat da wieder einmal wer Modellbahn im Maßstab 1:1 gespielt? :rolleyes:
01.12.2010, 14:26#34
Zitat
Original von ULF
Dass man diese Anweisung aber geben hätte sollen, nachdem absehbar war, dass eine Diesellok niemals in 15 Minuten dort sein kann (sondern erst nach läppischen zwei Stunden), ist natürlich eine andere Geschichte.

Gerade das "absehbar" wird der wunde Punkt gewesen sein. Ich stelle mir die Situation etwa folgendermaßen vor:

Am Funk.

Leitstelle: Vier sechzehn für Zentrale kommen.
Zug: (krächz, schepper)
Leitstelle: Vier sechzehn, i vasteh ihna ned, kommen!
Zug: (blääp, pfeif, krach)
Leitstelle: Vier sechzehn, waun Se mi vastengan, bitte über Tedlefon kommen!

Einige Minuten später. Das Telefon läutet.

Leitstelle: Dleitstedle?
Zug: Jo, do vier sechzehn. Standort nahe Roßauer Lände. Mir haben keinen Fahrstrom nicht.
Leitstelle: Jo, vier sechzehn, des is uns bekannt. Es is ollas scho in Oarbeit, es geht glei weider. Maximal zehn Minutn!

Eine Viertelstunde später. Das Telefon läutet.

Leitstelle: Dleitstedle?
Zug: Vier sechzehn noamoi, es ist noch immer kein Fahrstrom nicht vorhanden.
Leitstelle: Jo, oiso... mir miassn no woatn, bis uns da Werkmaster Bescheid gibt, vurher kemma nix mochen. Eigentlich soit ma scho foahrn kennan, oba... najo, i gib Ihna Bescheid.

Noch eine Viertelstunde später. Das Telefon läutet.
Leitstelle: Dleitstedle?
Zug: Vier sechzehn wiederum, wia schau ma denn aus?
Leitstelle: Jo, oiso es wird no länger dauern, oba mir ziagn Ihna zruck mit an Hilfsfoahrzeug, es is ollas scho unterwegs. Waun S' des bitte aa denan Foahrgästn sogn. Wiederhörn.

Leitstelle ruft im Betriebsbahnhof an. Nach mehrmaligen Versuchen auf verschiedenen Klappen geht auch jemand zum Telefon.
Betriebsbahnhof: JO!?
Leitstelle: Serwas, Dleitstedle, Bresnitschek am Apparat. Du, mir brauchatn a Diesellok, doss ma von der Roßauer an Zug ausn stromlosen Däu zruckziagn.
Betriebsbahnhof: Zufoahrt is frei?
Leitstelle: Zufoahrt is frei, waun kenntsn do sei?
Betriebsbahnhof: I schau mi amoi um und gib eich glei Bescheid.

Zwanzig Minuten vergehen. Das Telefon läutet.
Leitstelle: Dleitstedle?
Betriebsbahnhof: Serwas, guade Nochricht. Mia haum an Foahra gfunden, er sitzt scho im Auto und is am Weg zu uns. Waun er do is, setzt er si glei eine und foahrt los.

Eine Viertelstunde später:
Betriebsbahnhof: Serwas, Seppl, daunk da schee, dossd da Zeid gnumma host. Foahrauftrog soit scho am Foahrzeug liegn, do host in Kodierer und in Wognpass... waunst wieda zruck bist, mödst di beim Diensteinteiler, i wea erm inzwischen sogn, er soi schaun, ob er da am 24. und am 31. frei gebn kau!
Fahrer: Nau, des is a leiwaunds Gegengschäft, do foahrt ma gern.
Beide: Jojo, dreißg Jahr bei da Partei zoin se scho aus...

Zehn Minuten später. Das Telefon läutet.
Betriebsbahnhof: JO!?
Fahrer: Seppl do. Heast, i find kan Foahrauftrog. Ohne kaun i ned foahrn.
Betriebsbahnhof: Jo, waaß i eh, i kimmer mi drum!

Zehn Minuten später wird der Fahrauftrag übergeben. Mit der noch dazuzuzählenden Fahrzeit sind also insgesamt locker zwei Stunden vergangen. Aber was sind schon läppische zwei Stunden bei jahrhundertelange Erfahrung in der Personenbeförderung? 8-)
01.12.2010, 15:17#35
@ 95B

I glaub du host vergessen das de Lok no immer in der HW steht!!! :P :D

-duckundrennweg-
Anhänge
U-Lok.jpg
01.12.2010, 17:54#36
7 Beiträge aus dem Thread Störung der U4 am 30.11.2010 (D) eingefügt.

2 obsolet gewordene Beiträge gelöscht.
01.12.2010, 18:22#37
Müsste in dem Fall nicht eigentlich die Staatsanwaltschaft ermitteln? Leute für 2 Stunden ohne nachvollziehbaren Grund in einer U-Bahn Garnitur festzuhalten sollte doch eigentlich eine Freiheitsentziehung sein.

Was ich aber nicht verstehen kann ist, dass hier über den Fahrer geschimpft wird. Wenn bei einer nicht angeordneten Evakuierung ein Fahrgast verletzt wird (was bei über 200 Fahrgästen in einem dunklen Tunnel durchaus wahrscheinlich ist) hat der Fahrer ein massives Problem.
01.12.2010, 18:44#38
Zitat
Original von Ezekiel
Müsste in dem Fall nicht eigentlich die Staatsanwaltschaft ermitteln? Leute für 2 Stunden ohne nachvollziehbaren Grund in einer U-Bahn Garnitur festzuhalten sollte doch eigentlich eine Freiheitsentziehung sein.

Geh bitte, übertreiben brauch mas auch wieder nicht. Wir sind ja nicht in einem Hollywood-Film... :rolleyes:
01.12.2010, 20:07#39
Zitat
Original von Ezekiel
Was ich aber nicht verstehen kann ist, dass hier über den Fahrer geschimpft wird. Wenn bei einer nicht angeordneten Evakuierung ein Fahrgast verletzt wird (was bei über 200 Fahrgästen in einem dunklen Tunnel durchaus wahrscheinlich ist) hat der Fahrer ein massives Problem.

Wir schimpfen hier auf den Fahrer weil der quasi die intermediäre Stelle zwischen Fahrgästen und Leitstelle ist! Der kann per Durchsagen die Fahrgäste beruhigen, der kann in der Leitstelle anfragen was los ist (siehe 95B), usw. - den bisherigen Meldungen zufolge scheint er es aber nicht einmal für notwendig gehalten zu haben den Fahrgästen mitzuteilen, daß man wegen einer Stromstörung festsitzt.