Konkreter Vorschlag Strategieplan 2050

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21.05.2014, 03:09#41
Ich würde einen Ausbau eigenständiger Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen, schnellere und deutlich mehr Lückenschließungen zwischen den zerstückelt wirkenden Radverkehrsflächen sowie deren einheitlichere Gestaltung begrüßen.
Mit München ist Wien meines Erachtens vorallem deswegen eher schwierig, wenn auch nicht unmöglich, zu vergleichen, weil das Wiener Netz an Radverkehrsflächen optisch weniger einheitlich wirkt, gerade zwischen den Bezirken viel mehr Lücken bestehen und Radhighways in Wien mit wenigen Ausnahmen nicht so geradlinig verlaufen wie in München, wenn sie denn in Wien überhaupt vorhanden sind, denn entlang wichtiger Straßen gibt es beispielsweise im Süden Wiens deutlich weniger durchgängige Radwege als im Süden Münchens.
21.05.2014, 05:52#42
Was aber vor allem daran liegt, dass es Wien „Bezirks-Kaiser(innen)“ gibt, die für ihren jeweiligen Bezirk immer wieder das Rad neu erfinden wollen oder Extrawürschtln haben wollen.
21.05.2014, 06:26#43
Das Problem in Wien ist auch das die Öffis nicht schnell genug sind, denn für viele ist die Zeit auch ausschlaggebend. Die Öffis stehen bei jeder Ampel anstatt diese zu bevorzugen. Mein Beispiel immer die Brünnerstraße, ein Wahnsinn wie die Straßenbahn dort behindert wird.
Gerade im innerstädtischen Bereich ist man mit dem Fahrrad ganz gut versorgt, z.B mit den Citybikes, finde die Idee wirklich gut, einziges Problem, die Fahrräder sind leider nur für wirkliche Kurzstrecken gebaut, sind als unkaputtbar eingestuft, daher zum fahren eher, naja, nicht sehr einladend. Aber gut, das Angebot gibt es zumindest. War vor kurzem in Hamburg, die haben dort auch Fahrräder zum ausborgen, sehen etwas komfortabler aus, wird dort auch sehr viel genutzt.
Ich fahre des öfteren auch mit dem Rad in die Arbeit, ( Stammersdorf-Innere Stadt) das lustige, ich fahre mit dem Rad oft kürzer als mit dem Bus und mit der U Bahn, wenn ich mit der Straßenbahn diese Strecke fahren würde dann wäre ich auf jedenfall mit dem Rad schneller, da sieht man dann erst wie langsam der ÖV erst ist, denn die Strecke sind mit dem Rad 14km, da sollten die Öffis dann schon schneller sein!
In Wien denkt man leider noch immer etwas falsch, das Auto hat noch immer einen sehr großen Stellenwert, was ich immer wieder für gut finden würde, P&R für Jahreskartenbesitzer für die ersten 24h kostenlos, jeder weitere Tag wäre dann kostenpflichtig. Der Vorteil, ich habe die Autos dort wo ich sie haben will, im Parkhaus und weg von der. Straße, die Anrainer könnten wieder parken, die Kosten dafür würde ich über die Werbung die an den Fahrzeugen der Öffis klebt teilweise wieder herein spielen. Doch dafür müsste man die Öffis mal für die Werbung attraktivieren, warum werden eigentlich so wenige Öffis beklebt, sind die Preise zu hoch, oder die Auflagen zu streng? Die Einnahmen der. Werbung sollte dann natürlich nicht der Gewista in den Rachen gespült werden ist ja eh klar!
Der Netzausbau sollte natürlich auch sinnvoll weitergehen, denn wenn da nichts sinnvolles passiert werden viele auch weiterhin mit dem Auto fahren.
Das die ULF A/B natürlich gerade in den Sommermonten nicht sehr einladend sind ist auch klar, es gibt viele Leute die sagen, nein mit sowas fahr ich nicht, da fahr ich lieber mit dem Auto. Das gleiche gilt auch für die zum Teil völlig überlastete U Bahn in gewissen Abschnitten. Gerade im Sommer bei enormer Hitze ist es für viele Personen eher abstoßend in einem völlig überfüllten Zug zu stehen zwischen den anderen verschwitzten Leuten, noch dazu keine Klimaanlage, keine anständigen Fenster wo noch etwas Zugluft entstehen könnte. Kenne einige Leute die gerade über die Sommermonate dann nicht öffentlich sondern mit dem Auto in die Arbeit fahren. Auch en Vorteil, weniger Verkehr weil viele auf Urlaub sind, Klimaanlage im Auto, kein Gedränge.
Es gibt hier noch viel zu tun, nur befürchte ich, in Wien wird es wie so vieles zwar versucht den Autoverkehr zu reduzieren, doch mit den Wischiwaschi Maßnahmen die wir ja kennen wird das nichts gescheites. ;-(
21.05.2014, 08:51#44
Du kannst ganz einfach Städte wie Berlin / München / Hamburg (beliebig fortsetzbar) nicht mit Wien vergleichen.

„Wien ist anders“ schlägt sich auch im um mindestens ein halbes Jahrhundert verschlafenen Beginn des U-Bahn-Baus nieder. Und genau das zieht sich wie ein roter Faden weiter durch alle Verkehrsplanungen und deren Umsetzungen. Außerdem spielte zuviel Politik vs. vernünftige Verkehrs- und Bedarfsplanung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%…_St%C3%A4dte_Europas

21.05.2014, 09:29#45
Naja 40% ist defintiv noch nicht der Plafond. Wenn man sich Städte wie NYC oder Tokio ansieht, dann erkennt man, dass mehr als 50% gut machbar sind. Aber auch z.B. London bietet mit 44% auch einen ausgezeichneten Wert. Da ist also durchaus noch etwas drin.

Was haben die von dir erwähnten Städte gemeinsam, was auf Wien nicht zutrifft? So gut wie keine Lanterndlparkplätze. Nonaned ist der ÖV-Anteil dann höher.
23.05.2014, 11:15#46
Gemeinschaft kann nur mit Rücksicht funktionieren. Rücksichtslosigkeit habe ich bisher schon von allen Seiten erlebt, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger - am seltensten noch vom Fahrpersonal von Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mehr Rücksicht und es ist für alle leichter. Ob diese "Umwegrentabilität" in die Köpfe der Menschen findet, das wird sich noch zeigen.
:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:

Ich bin wirklich überrascht wie sehr Radfahrer separiert und angefeindet werden. Selbst betrachte ich mich als "intelligent mobilen" Menschen, der bedarfsbezogen auf das passende Verkehrsmittel zurückgreift und dabei ressourcenschonend kein eigenes Kraftfahrzeug besitzt. Das macht mich in Wien zum Fußgänger, Radfahrer, Öffi-Fahrer und auch Autofahrer, je nach Situation. Darüberhinaus finde ich es auch sehr legitim, verschiedene Verkehrsträger zu kombinieren - sei es Fuß-Öffi, Rad-Öffi, Rad-Auto.
:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:
30.05.2014, 10:26#47
Es geht nicht darum, Radfahrer anzufeinden. Das Rad hat durchaus seine Berechtigung und es würde Wien nicht schaden, mehr Radwege zu haben.

Allerdings kann das Fahrrad nicht die Öffis ersetzen (vielleicht in kleinen Städtchen möglich, aber sicher nicht in einer Großstadt). In Anbetracht der Größe von Wien und des zu erwartenden weiteren Wachstums muss ein rascher Ausbau der Öffis oberste Priorität haben.
02.06.2014, 10:21#48
Jetzt ein Gedanke von mir jenseits von Pro/Contra Radfahren: Wenn man die Umwelt schonen möchte, wäre ein Strategieplan schon gut, wenn er durchdacht wäre. Was meine Ich damit? Viele Wege, die heute auf verschiedene Art zurückgelegt werden, müßten gar nicht zurückgelegt werden, wenn man intellegente Stadtplanung betreiben würde. Beispiel: auf wievielen Straßen gab es früher eine Vielfalt an Geschäften, vom Feinkost & Fleischerladen angefangen, wo es heute nur mehr Wettcafé, Handygeschäfte und orientalische Lebensmittelläden gibt (neben vielen leerstehenden Geschäftslokalen). Es schießen die Einkaufstempel auf der "grünen Wiese" wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus den Boden, während Nahversorgung immer weniger wird. Typischer Fall ist der "Einkaufsspitz" in Floridsdorf:ein kleines Einkaufszentrum im Zentrum von Floridsdorf gelegen, erreichbar mit :sbahn: , :ubahn: , und mehreren Straßenbahn- & Autobuslinien, in einen Gebiet wo auch viele Menschen wohnen, ist zugesperrt worden. Die Geschäfte, die da drinnen waren sind zum Großteil ins G3 nach Gerasdorf gezogen. Es gibt zwar den Shuttle-Bus, aber zum Einkaufsspitz konnte ich zu Fuß gehen . . .
Anderer Fall: Ich habe einmal in Ottakring gearbeitet-dort kannte ich jemanden, der beim "Manner" gearbeitet hat. Der ist zur/von der Arbeit zu Fuß gegangen. Dann hat Manner einen Teil der Produktion nach Niederösterreich (ich glaube Wolkersdorf) verlagert, auch den Arbeitsplatz des Bekannten. Wenn er nun Frühschicht hatte, gab es keine Möglichkeit für ihm, seinen Arbeitsplatz mit Öffis zu erreichen (und von
Wien 16 nach Niederösterreich radeln, naja . . ), also mußte derjenige mit 40 in die Fahrschule & sich Führerschein & Auto zulegen. Und Manner ist nicht die einzige Firma, die ihre Produktion von Wien weg verlagert hat.
Und genau da wäre ein Strategieplan schon sinnvoll, wo ich schon bei der Stadtplanung darauf achte, daß für alltägliche Wege (einkaufen, Arbeit, Ärzte, etc.) möglichst kurze Wege zurückgelegt werden müssen, Einkaufstempel "in der Pampa" würden nur eine Baugenehmigung bekommen, wenn Sie über einen brauchbaren Anschluß an den öffentlichen Verkehr verfügen, ansonsten Bevorzugung von Einzelhandel, auch sollten große Firmen, bzw. Industrie/Gewerbegebiete eine Anbindung an öffentlichen Verkehr haben.
. . So ein paar Gedanken von mir . .
Grüße-SchienenWolf
02.06.2014, 17:04#49
@SchienenWolf: Volle Zustimmung :daumenhoch: - auch in dieser Hinsicht sind Straßenbahn-Projekte in Kombination mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zielführend, weil sie für Belebung an der Oberfläche sorgen.
03.06.2014, 14:35#50
Ich stimme zu 100%, dass man das G3 in der Form und an dem Ort niemals bauen hätte dürfen. Zu verantworten hat das aber die Regierung in St. Pölten...
03.06.2014, 15:04#51
Das Problem des Geschäftesterbens ist ja nicht nur das G3, wenn man sich ansieht wieviele Shoppingtempel in den letzten Jahren entstanden sind dann braucht man sich nicht wundern wenn die Geschäfte dann wo anders zu sperren.
Was ich mich immer wieder frage, glauben die Leute bei der Wirtschaft denn wirklich das alle diese Shoppingtempel super laufen werden? Man vergisst ja leider, die Leute haben ihr monatliches Geld das sie verbrauchen können, es können noch so viele Geschäfte aufsperren, die Leute können sich deswegen auch nicht mehr kaufen! Das einzige was dadurch entsteht, die kleinen Geschäfte in den Straßen sperren zu, denn die Leute gehen dann dort hin wo mehrere Geschäfte auf einem Fleck sind.
Wenn man sich jetzt mal her nimmt, Einkaufcitx Wien Westbahnhof, Wien Mitte und am Hauptbahnhof entstehen auch noch einmal über 100 Geschäfte!!!! Da werden genug andere Geschäfte wieder zu sperren!
Weil die FuZo in der Mariahilferstraße für einige Geschäfte zur Verantwortung gezogen wurde, ich sag mal das da eher die Einkaufcity beim Westbahnhof schuld daran ist, denn mal ganz ehrlich, glaube kaum das der größte Teil der Leute auf die Mariahilferstraße mit dem Auto zum shoppen kam!
04.06.2014, 15:46#52
Ich mag das G3, wohne aber auch eine Ortschaft weiter :-D
06.06.2014, 19:32#53
Das Problem ist, wie bei allen derartigen Diskussionen, dass Verkehrsmittel gegeneinander ausgespielt werden. Auf allen Ebenen bedarf es der notwendigen und zeitgemäßen Verbesserungen, das gilt für den öffentlichen Verkehr, für den Radverkehr und für KFZ-Verkehr ohne Unterschied.
Mir erscheinen die Ziele des Planes eher unambitioniert und unkreativ - das Dokument hat mehr etwas von einer optimistischen Hochrechnung als von aktiver Verkehrspolitik.
Es scheitert daran, dass viel Bewusstseinsbildung erforderlich ist, und das nicht nur in der "normalen" Bevölkerung. Das beginnt meiner Meinung nach schon bei der Straßenverkehrsordnung, wo das Fahrrad immer noch wie ein untermotorisiertes Moped behandelt wird und das Moped immer noch wie ein zu schmal geratenes Auto - und das Auto ist das Maß aller Dinge. Das geht weiter bei der Verkehrssteuerung, wo schlichtweg ein eigenes Süppchen gekocht wird und eine Einbindung in die Verkehrspolitik zwar möglicherweise auf dem Papier existiert, aber nur dort. (Wie kann es sein, dass so einfache und logische Maßnahmen wie Verbesserung der Stadtausfahrten scheinbar unmöglich sind - und wenn, dann nur nach der typischen überheblichen Logik aus dem real existierenden Sozialismus "Wenn ich A attraktiver machen will, dann verschlechtere ich einfach B")? Und solange eines der größten Verkehrsunternehmen im Sektor des öffentlichen Verkehrs immer noch Bedarfsplanung anhand von Fahrgastzahlen betreibt, wird sich auch sicherlich nichts ändern. Von der Tatsache, dass öffentlicher Verkehr im ländlichen Raum sowieso nur mehr Versorgungs-Feigenblatt-Funktion hat und jegliche Strategie nur mehr der Verwaltung - bestenfalls der Verzögerung - des Untergangs dient, darf man ja garnicht erst anfangen.
Es gibt jede Menge zu tun, Vieles davon geht nur auf Bundesebene - aber es macht halt niemand etwas sinnvolles, weil man sich nicht traut, radikale Maßnahmen zu setzen und konsequent Ziele zu verfolgen.