64er
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12.10.2010, 11:10#81
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von penner16
Die Stationen Tscherttegasse, Am Schöpfwerk, Erlaaer Straße und Perfektastraße wurden dabei neu gebaut
Tscherttegasse wurde nicht neu gebaut, sondern nur adaptiert (nach Süden verlängert).
D'accord! Allerdings kann ich mich nicht mehr erinnern, wie der Zugang beim 64er war. Der jetztige Zugang wurde erst mit der U6 errichtet, ging man vorher zum westlichen Bahnsteig nicht über die Gleise?
12.10.2010, 11:20#82
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von ULF
Ich muss diesen Thread mal entstauben, um eine kleine Frage zu stellen, die mich beschäftigt, nachdem ich jetzt ein bisschen über den 64er gelesen habe: Wurde diese Straßenbahnlinie per se als U-Bahn-Vorleistung erbaut?
Ja, was auch die für Straßenbahnverhältnisse eigenartige Situation der Station Alterlaa erklärt - viel logischer wäre es ja gewesen, beide Gleise nebeneinander über eine Rampe über die Anton-Baumgartner-Straße zu führen. Das geschau aber nicht, weil angedacht war, im Zuge der Umstellung auf U-Bahn-Betrieb die Station mit Mittelbahnsteig auszurüsten. Dass es letztlich dazu doch nicht kam, ist eine andere Geschichte.
Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass bereits bei der Eröffnung des 64ers im September 1979 von einer späteren Umstellung auf U-Bahn die Rede war.
Ok, danke. Das erklärt auch gleich diese speraten Rampen. Ich verstehe aber nicht, wieso man es gerade so angestellt hat (Straßenbahn, dann Vollumbau auf U-Bahn). Wäre es nicht günstiger (nicht nur kostenmäßig) gewesen gleich die Strecke per erweiterter (Gürtel-)Stadtbahn zu bedienen? Oder war es einfach 1978 noch zu "früh"? Hatte man kein Geld? Oder war Anfangs geplant, gar nicht so viel umzubauen und das ganze wirklich einfach über die Gleise des 64ers zu führen? Ich mein, es muss doch einen Grund für eine derartige "Zwischenlösung" gegeben haben. Heute baut man auch zum Beispiel keinen 26er in Pampa und pflastert erst dann die U2 drüber.

ZitatOriginal von Ferry
Na, alles wurde ja nicht in Hochlage ausgeführt, gerademal das Stück zwischen Schöpfwerk und Alterlaa (die Station Schöpfwerk lag ja ursprünglich - genauso wie die Alterlaa folgende Station Rößlergasse - schon wieder auf Straßenniveau).
Na, da habe ich mich ein wenig Missverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass diese Überlegungen erst im Zuge des Umbaues zur U6 gemacht wurden. Also die Idee einer vollständigen Hochstrecke erst dann aufkam. Ich habe gelesen, dass davor ja geplant war die U6 teilweise auf Straßenniveau zu führen, ehe man sich anders entschied.
ZitatOriginal von 317
(...) Allerdings kann ich mich nicht mehr erinnern, wie der Zugang beim 64er war. Der jetztige Zugang wurde erst mit der U6 errichtet, ging man vorher zum westlichen Bahnsteig nicht über die Gleise?
Vielleicht kann dir dieses Bild von tramway.at helfen.

Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von ULF (12.10.2010, 11:22)
12.10.2010, 11:38#83
ZitatOriginal von Ferry
ZitatOriginal von penner16
Die Stationen Tscherttegasse, Am Schöpfwerk, Erlaaer Straße und Perfektastraße wurden dabei neu gebaut
Tscherttegasse wurde nicht neu gebaut, sondern nur adaptiert (nach Süden verlängert).
Habe mir jetzt das Bild auf von tramway.at angeschaut. Wirklich viel hat sich dort nicht verändert. Den Zugang rechts im Bild am Ende des stadteinwärtigen Bahnsteigs gibt es beispielweise auch heute noch.
ZitatOriginal von Ferry
ZitatDiese Gleisverbindung wurde mit der U6-Eröffnung aufgelassen, wenngleich die U6 die Schleife natürlich genauso benützen hätte können und die Errichtung einer neuen Station inkl. Wendegleise nicht notwendig gewesen wäre!
Eine U-Bahn, die statt eines "modernen" Wendegleises eine altmodische Schleife benützt??? Des hamma doch noch nie...
Ganz so einfach wär's außerdem nicht gewesen, denn auch der Stationsbereich der Schleifenanlage hätte entsprechend adaptiert bzw. verlängert werden müssen.
Nun ja, bei der U6 gehört ja schon das Wort "U-Bahn" selbst unter Anführungszeichen gesetzt, wenn wir uns ehrlich sind.

Statt einer komplett neuen Endstation hätte man um wenig Geld die Schleife aufpeppen und adaptieren können. Man hätte so dann auch den gesamten Stationsvorplatz nicht umbauen müssen und die Regionalbusse würden heute direkt von der U6-Schleife wegfahren, wie z.B. der 259er bis 2005 in Rodaun!
12.10.2010, 11:48#84
ZitatOriginal von ULF
[...]
Ok, danke. Das erklärt auch gleich diese speraten Rampen. Ich verstehe aber nicht, wieso man es gerade so angestellt hat (Straßenbahn, dann Vollumbau auf U-Bahn). Wäre es nicht günstiger (nicht nur kostenmäßig) gewesen gleich die Strecke per erweiterter (Gürtel-)Stadtbahn zu bedienen? Oder war es einfach 1978 noch zu "früh"? Hatte man kein Geld? Oder war Anfangs geplant, gar nicht so viel umzubauen und das ganze wirklich einfach über die Gleise des 64ers zu führen? Ich mein, es muss doch einen Grund für eine derartige "Zwischenlösung" gegeben haben. Heute baut man auch zum Beispiel keinen 26er in Pampa und pflastert erst dann die U2 drüber.
Als die Straßenbahn eröffnet wurde (1979) wurde noch an der 1.Ausbaustufe der U-Bahn gewerkt, die U6 erreichte erst 1989 überhaupt die Philadelphiabrücke. Solange wollte man offensichtlich mit dem Öffi-Anschluss von Schöpfwerk, Alterlaa und dergleichen nicht warten.
ZitatOriginal von ULF
ZitatOriginal von Ferry
Na, alles wurde ja nicht in Hochlage ausgeführt, gerademal das Stück zwischen Schöpfwerk und Alterlaa (die Station Schöpfwerk lag ja ursprünglich - genauso wie die Alterlaa folgende Station Rößlergasse - schon wieder auf Straßenniveau).
Na, da habe ich mich ein wenig Missverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass diese Überlegungen erst im Zuge des Umbaues zur U6 gemacht wurden. Also die Idee einer vollständigen Hochstrecke erst dann aufkam. Ich habe gelesen, dass davor ja geplant war die U6 teilweise auf Straßenniveau zu führen, ehe man sich anders entschied.
Das kann ich bestätigen, leider aber nicht recht belegen. Jedenfalls kann ich mich an die Diskussion erinnern, die U6 ab der Rößlergasse ebenerdig, eben auf der damaligen Straßenbahntrasse, fahren zu lassen, und mittels Ampeln, Lichtzeichenanlagen und derlei Schnickschnack zu sichern. Aber dann wär's ja keine richtige U-Bahn geworden...

ZitatOriginal von ULF
ZitatOriginal von 317
(...) Allerdings kann ich mich nicht mehr erinnern, wie der Zugang beim 64er war. Der jetztige Zugang wurde erst mit der U6 errichtet, ging man vorher zum westlichen Bahnsteig nicht über die Gleise?
Vielleicht kann dir dieses Bild von tramway.at helfen.
Oops! Da hätte ich natürlich beim ersten Mal genauer hinschauen müssen!

Edit: Schnickschnackschnick...
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 317 (12.10.2010, 11:50)
12.10.2010, 11:56#85
ZitatOriginal von 317
Das kann ich bestätigen, leider aber nicht recht belegen. Jedenfalls kann ich mich an die Diskussion erinnern, die U6 ab der Rößlergasse ebenerdig, eben auf der damaligen Straßenbahntrasse, fahren zu lassen, und mittels Ampeln, Lichtzeichenanlagen und derlei Schnickschnack zu sichern. Aber dann wär's ja keine richtige U-Bahn geworden...
Das wird sie so oder so nie.

12.10.2010, 12:05#86
ZitatOriginal von penner16
ZitatOriginal von 317
Das kann ich bestätigen, leider aber nicht recht belegen. Jedenfalls kann ich mich an die Diskussion erinnern, die U6 ab der Rößlergasse ebenerdig, eben auf der damaligen Straßenbahntrasse, fahren zu lassen, und mittels Ampeln, Lichtzeichenanlagen und derlei Schnickschnack zu sichern. Aber dann wär's ja keine richtige U-Bahn geworden...
Das wird sie so oder so nie.
Prä-Mätro

Aber das Argument für den dann erfolgten Ausbau war in der Tat, dass eine U-Bahn doch nicht ebenerdig mit dem schnöden Straßenverkehr kreuzen dürfe!
12.10.2010, 12:15#87
ZitatOriginal von 317
ZitatOriginal von penner16
ZitatOriginal von 317
Das kann ich bestätigen, leider aber nicht recht belegen. Jedenfalls kann ich mich an die Diskussion erinnern, die U6 ab der Rößlergasse ebenerdig, eben auf der damaligen Straßenbahntrasse, fahren zu lassen, und mittels Ampeln, Lichtzeichenanlagen und derlei Schnickschnack zu sichern. Aber dann wär's ja keine richtige U-Bahn geworden...
Das wird sie so oder so nie.
Prä-Mätro
Aber das Argument für den dann erfolgten Ausbau war in der Tat, dass eine U-Bahn doch nicht ebenerdig mit dem schnöden Straßenverkehr kreuzen dürfe!
Das würde sie in Siebenhirten doch eh nicht tun. Gut, die Porschestraße wäre zu überqueren gewesen, aber die hätte man umlegen können und schon wäre das Problem gelöst gewesen. Wo ein Wille, da ein Weg!

12.10.2010, 12:26#88
Nein, es ging um die niveaugleichen Kreuzungen mit Erlaaer Straße und Perfektastraße. Zumindest bei letzterer gab es eine von der Straßenbahn beeinflusste Ampel.
Straßenbahn und Porschestraße verliefen ohnehin parallel und getrennt.
(im 64A wurde übrigens mit "Perfektastraße, Straßenbahn" angesagt
)
Straßenbahn und Porschestraße verliefen ohnehin parallel und getrennt.
(im 64A wurde übrigens mit "Perfektastraße, Straßenbahn" angesagt
) 12.10.2010, 13:44#89
ZitatOriginal von 317
[Prä-Mätro
Ich hatte in den Siebziger Jahren Bekannte aus Frankreich zu Besuch. Die haben von der damaligen Stadtbahn immer nur als Semi-Métro (d.h. UStrab) gesprochen. Zumindest während der E6-Area hätte das auf die U6 sicher eher zugetroffen als der Begriff "U-Bahn".
12.10.2010, 20:24#90
Nun ja, wenn ich Daniel Riechers in seinem Buch über die Metros Europas Glauben schenken darf, dann ist und war die Definition des Begriffes U-Bahn nicht so leicht, wie man auf den ersten Blick denkt.
Jedenfalls bezeichnete er die U6 als Pre-Metro, was aber wohl begriffsähnlich mit Semi-Metro ist.
Jedenfalls bezeichnete er die U6 als Pre-Metro, was aber wohl begriffsähnlich mit Semi-Metro ist.

12.10.2010, 20:29#91
ZitatOriginal von 317
Jedenfalls bezeichnete er die U6 als Pre-Metro, was aber wohl begriffsähnlich mit Semi-Metro ist.
Natürlich kann man über kleine Definitionsvariationen streiten, aber ich lese das U in U-Bahn immer wie in "unabhängig" und das ist die U6 zweifelsohne: Unabhängig vom restlichen Verkehr, keine Kreuzungspunkte, auch und insbesondere nicht mit anderen Schienensystemen (und jetzt bitte nicht mit Michelbeuern kommen
).Eine Pre-Metro ist für mich eher so was wie eine Teil-U-Bahn, die ins Umland auf einer anderen Trasse mitfährt. Also so was wie die Badner Bahn, nur im Stadtbereich als U-Bahn geführt.
12.10.2010, 20:51#92
Die Bezeichnung Pre-Metro bei der U6 wurde meistens mit den ursprünglich verwendeten Wagenmaterial argumentiert, insofern wurde sie mit den T-Triebwägen u-bahnähnlicher.
Andererseits besitze ich ein Buch über U-Bahnen der Welt aus dem Jahr 1968 (hoffentlich finde ich das wieder...), darin ist Wien bzw. die damalige Stadtbahn als U-Bahn aufgenommen.
Daher trägt die U6 durchaus korrekt die Bezeichnung U-Bahn.
Andererseits besitze ich ein Buch über U-Bahnen der Welt aus dem Jahr 1968 (hoffentlich finde ich das wieder...), darin ist Wien bzw. die damalige Stadtbahn als U-Bahn aufgenommen.
Daher trägt die U6 durchaus korrekt die Bezeichnung U-Bahn.
12.10.2010, 21:38#93
Natürlich hat auch die Zeitschift "24 Stunden für Wien" die Eröffnung der Straßenbahnlinie 64 (27.9.1979) entsprechend angekündigt und darauf hingewiesen, daß es sich bei dieser Linie bereits um einen "Vorgriff" auf die U6 handelt.
Ein Download des Artikels steht hier zur Verfügung.

Edit am 2.9.2012: Aktualisierung des Links (Downloadbereich)
Ein Download des Artikels steht hier zur Verfügung.
Edit am 2.9.2012: Aktualisierung des Links (Downloadbereich)
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 67er (02.09.2012, 09:36)
12.10.2010, 23:15#94
ZitatOriginal von 67er
Natürlich hat auch die Zeitschift "24 Stunden für Wien" die Eröffnung der Straßenbahnlinie 64 (27.9.1979) entsprechend angekündigt und darauf hingewiesen, daß es sich bei dieser Linie bereits um einen "Vorgriff" auf die U6 handelt.
(...)
Dankeschön. Genauso eine Ausformulierung hatte ich gesucht.
- Ich finde es außerdem immer sehr interessant, solche Artikel zu lesen, wo die heute schon gefühlte Ewigkeiten diensttuenden Gerätschaften noch als das Neueste vom Neusten präsentiert werden. Trittstufen... Herrrlich. 
Übrigens eure U6 vs. Pro-Metro-Diskussion hat wiedereinmal nur noch sehr wenig mit dem Thema zu tun.
13.10.2010, 07:49#95
ZitatOriginal von ULF
Übrigens eure U6 vs. Pro-Metro-Diskussion hat wiedereinmal nur noch sehr wenig mit dem Thema zu tun.
Das ist da normal... die Altuser stürzen sich gerne auf vermeindliche Form- oder Rechtschreibfehler und zerfleischen diese wie hungrige Löwen.

13.10.2010, 08:07#96
In der Diskussion ging es ja gar nicht um vermeidliche (Meidling?
) Rechtschreibfehler...
Wenn über den 64er diskutiert wird, ist halt die U6 nicht weit.
Aber gut, ich gehe in mich, und erkläre die ehemalige Straßenbahnlinie 64 zur Pre-Metro! 
) Rechtschreibfehler...Wenn über den 64er diskutiert wird, ist halt die U6 nicht weit.
Aber gut, ich gehe in mich, und erkläre die ehemalige Straßenbahnlinie 64 zur Pre-Metro! 
13.10.2010, 09:56#97
Zur Frage, ob der 64-er von Anfang an als U-Bahn-Vorleistung geplant war, gibt es ein WVB-Dokument aus dem Jahr 1979 (meine Datierung), das hinten in der Informationsbroschüre zu den neuen Fahrzeugen E6/c6+E2/c5 enthalten war. Ich habe es als PDF in die Datenbank hochgeladen (ID 25356) und hier angehängt.
Anhänge
📎 WVB Linie 64.pdf (1,6 MB)
13.10.2010, 13:20#98
ZitatOriginal von 317
In der Diskussion ging es ja gar nicht um vermeidbare (Meidling?) Rechtschreibfehler...

E: Meintest du vermeidbar oder vermeintlich?

Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 13er (13.10.2010, 13:22)
13.10.2010, 13:27#99
ZitatOriginal von 13er
ZitatOriginal von 317
In der Diskussion ging es ja gar nicht um vermeidbare (Meidling?) Rechtschreibfehler...
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E: Meintest du vermeidbar oder vermeintlich?
Nein, nein - vermeidlich war schon richtig !

Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 317 (13.10.2010, 13:29)
13.10.2010, 19:28#100
ZitatOriginal von matto
Zur Frage, ob der 64-er von Anfang an als U-Bahn-Vorleistung geplant war, gibt es ein WVB-Dokument aus dem Jahr 1979 (meine Datierung), das hinten in der Informationsbroschüre zu den neuen Fahrzeugen E6/c6+E2/c5 enthalten war. Ich habe es als PDF in die Datenbank hochgeladen (ID 25356) und hier angehängt.
Danke! Das Dokument erklärt nun eindeutig, dass die 64er-Hochstrecke schon speziell für den späteren U-Bahnbetrieb konzipiert wurde. Auch zeigt es eine der Rampen zur Hochstrecke samt Straßenübergang ("Am Schöpfwerk"). Interessanterweise wird hier noch als (südliche) Kreuzungsstation der (geplanten) U6 zur U4 "Meidling Hauptstraße" genannt. Interessante Lektüre.
