[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet

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13.02.2014, 23:27#121

Wo steht das, das hier noch etwas fährt (siehe Anhang)? Und auch wenn diese eingestellt wurden, kann man Übernahmegespräche führen.

Man sollte halt nicht mit prähistorischen Listen hantieren. Trofaiach - Vordernberg wurde am 21. September 2011 bescheidmäßig eingestellt und hat somit nichts mehr mit der ÖBB-Infra zu tun.

Freiland - St. Aegyd ist ja keine Bahnstrecke an sich mehr sondern nur noch eine Anschlussbahn. Zwischen Deutschkreutz und Oberloisdorf gibt es keinen GV mehr, ebenso nach Engelhof.
13.02.2014, 23:41#122
Diese Liste ist vom September 2011! Ich habe dies hier schon geschrieben. Es ging ja nur darum das diese Liste die "Planungsfortschritte" aufzeigen soll. Das sich etwas zwischen den Jahren 2011 und 2014 ändern kann/könnte, ist ganz normal. Großteils ist diese Liste aber noch korrekt und ist auch weiterhin im Internet so abrufbar.
14.02.2014, 02:23#123
Na, wenn man nichts anbietet, wundert mich nicht, wenn "nix los" ist. X( :rolleyes:

Zumindest die Strecke zwischen Sigmundsherberg und Zellerndorf kann man wirklich vergessen - da sind die Bahnhöfe mitten im Nirgendwo, sodass ein sinnvoller PV nicht wirklich möglich wäre.

Wenn man will, findet man auch dafür Lösungen (z.B. Zubringerbusse,...) ;)
Genau das sind aber dann die Fälle wo es sinnvoller ist gleich Busse anstatt der Bahn zu verwenden...
14.02.2014, 06:51#124
Man sollte halt nicht mit prähistorischen Listen hantieren.
@29er: Wäre nett, wenn du einfach eine aktuelle Liste zur Verfügung stellst. Ich nehme ja an, dass du zu so einer kommen kannst, oder?
14.02.2014, 07:57#125

Großteils ist diese Liste aber noch korrekt und ist auch weiterhin im Internet so abrufbar.

Nona, wenn keine aktualisierte Version irgendwo raufgeladen wird ist natürlich die alte im Internet so abrufbar was aber nicht heißt, dass sie noch aktuell ist. So kann man sich natürlich auch herausreden. :rolleyes:


@29er: Wäre nett, wenn du einfach eine aktuelle Liste zur Verfügung stellst. Ich nehme ja an, dass du zu so einer kommen kannst, oder?

Da es keine neue Liste gibt kann man auch nichts zur Verfügung stellen.
14.02.2014, 12:06#126
Großteils ist diese Liste aber noch korrekt und ist auch weiterhin im Internet so abrufbar.
Das Problem ist eben nur, dass man nicht immer genau weiß, was von diesem "Großteils" noch aktuell ist und was schon nicht mehr. Und eine über zwei Jahre alte Liste würde ich generell nicht mehr als "aktuell" ansehen. Ebenso misstraue ich jeglicher Form von Daten aus dem Internet, bei denen die Zeitangabe der Erstellung fehlt. Da kann man ziemlich einfahren; ich habe mir vor Jahren einmal eine Preisliste eines Handlers von Musikartikeln heruntergeladen und fleißig bestellt. Ergebnis: die Liste war nicht aktuell (hatte keine Zeitangabe) und die Bestellung somit um rund 20% teurer als erwartet. X(
14.02.2014, 14:29#127
Innovative Lösungen sind gefragt
Ob Liste her oder hin ist Angesicht der Tatsache, dass immer mehr unlukrative Neben- und Anschlussbahnen eingestellt, aufgelassen, verkauft und "verschrottet" werden eigentlich nebensächlich. Fakt ist vielmehr, dass es einerseits weltweit einen Bahnboom gibt, dieser aber Österreich, wenn überhaupt, nur marginal erreicht hat. Hier ist sofortiges und großzügiges Umdenken quer durch die Bevölkerung angesagt. Natürlich wird kein Mensch mit einem Zug fahren, wenn dieser a.) zu einer unmöglichen Zeit, b.) an einem unmöglichen Ort und c.) in einem nicht zumutbaren Zustand fährt. Damit meine ich, dass die Bedürfnisse an den Fahrgästen angepasst gehören und nicht umgekehrt. Als Beispiel sei hier einmal mehr die Salzburger Landesbahn im Pinzgau angeführt. Wenn man eine Bahn attraktiv gestaltet, dann fahren auch Menschen und Güter damit. Geschieht das Gegenteil, so darf sich niemand wundern, dass dann eingestellt wird. Allerdings sei hier auch noch angemerkt, dass die oft abschätzig zitierten Nebenbahnen auch die Zubringer für die Hauptbahnen sind. Es fahren ja nicht nur Menschen zwischen den Hauptstädten hin und her ( Landes- und Bezirkshauptstädte darf ich hier gar nicht mehr anführen, denn da ist bei einigen der letzte Zug schon vor einiger zeit abgefahren). Fällt die Nebenbahn weg, so spürt dies auch die Hauptbahn, denn wer einmal im geliebten vierrädrigen Vehikel sitzt, steigt nur mehr mittels sehr attraktiven Angebotes um.
Was wären nun die innovativen Lösungen?
Nun sicher einmal bei den noch bestehenden Strecken die Fahrpläne mehr an den Kunden zu orientieren, Umsteige- und Verbindungsmöglichkeiten auszubauen und/oder zu schaffen. Den Gütertransport auch für kleine Lösungen attraktiv machen.
Dort wo die Schienenstränge anno Dazumal im Nichts verlegt wurden, weil sich die Gemeinden vor dem feuerspeienden Ungetümen gefürchtet haben, müssen diese eben den heutigen Gegebenheiten und Möglichkeiten angepasst werden. Das Alles brächte ein gutes Beschäftigungsprogramm und würde eine Menge an Arbeitplätzen für die nächsten Jahrzehnte schaffen und sichern.
Wer soll das bezahlen?
Das ist die immer wieder auftauchende leidige Frage. Allerdings kurbeln derartige Infrastrukturprogramme gehörig die Wirtschaft an. Und nur mal überlegen wieviel Bau- und Baunebengewerbe hier am Werk sind? Dann kämen noch verschiedenste Dienstleister dazu, die die neuen Haltestellen und Streckenknoten mit ihren Angeboten versehen könnten. ( Beispiel: Ströck etc. - denn wer hätte nicht gerne dann und wann ein kleines Frühstück auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit?)
Und nicht zuletzt fördert die EU eigentlich solche Programm, was dann bedeuten würde, dass ein Teil jenes Geldes, dass wir nach irgenwo überweisen müssen, nun im Land bleiben würde und unserer Bevölkerung zugute kommt.
Und wer will das?
Eigentlich wir alle, da im Großen und Ganzen gesehen, wir schlussendlich alle von einer gut ausgeabuten und gewarteten Infrastruktur profitieren. Damit bliebe nur, dies immer wieder auch unseren gewählten Volksvertretern nachdrücklich klar zu machen. Je mehr der öffentliche Druck wächst, umso eher werden Dinge Realität. Vom Jammern allein, wird sich allerdings nichts ändern.
14.02.2014, 15:08#128
RE: Innovative Lösungen sind gefragt
Ob Liste her oder hin ist Angesicht der Tatsache, dass immer mehr unlukrative Neben- und Anschlussbahnen eingestellt, aufgelassen, verkauft und "verschrottet" werden eigentlich nebensächlich. Fakt ist vielmehr, dass es einerseits weltweit einen Bahnboom gibt, dieser aber Österreich, wenn überhaupt, nur marginal erreicht hat. Hier ist sofortiges und großzügiges Umdenken quer durch die Bevölkerung angesagt.
Du hast die Frage nach der Finanzierung deiner Idee sehr nobel auf die Seite geschoben, aber genau die ist der Knackpunkt. Und es ist nunmal ein Fakt, dass der Betrieb einer Buslinie, die die vorhandene ÖV-Infrastruktur mitbenutzen und bei der Linienführung leicht den örtlichen Gegebenheiten und Erfordernissen je nach Bedarf angepasst werden kann, wirtschaftlicher ist als der Betrieb einer Bahnlinie, wo der Betreiber für sämtliche Kosten aufzukommen hat.

Es sollte auch bedacht werden, dass vielen Bahnlinien zu einer Zeit errichtet wurden, wo Busse noch etwas ziemlich Exotisches waren und es sonst daher kaum ÖV im ländlichen Raum gab. Damals war die Errichtung von Bahnstrecken auch in abgelegenere Gebiete mangelns Alternativen "State of the Art", aber viele dieser Bahnstreckenn - speziell kleinere Nebenbahnstrecken - wären nie errichtet worden, wenn es damals bereits die Alternative Bus gegeben hätte. Und genau diese kleine Bahnstrecken sind es, die heute auf Busbetrieb umgestellt werden, weil ein Betrieb - im Gegensazu zu früher - eben wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist.
14.02.2014, 20:29#129
RE: Innovative Lösungen sind gefragt
Als Beispiel sei hier einmal mehr die Salzburger Landesbahn im Pinzgau angeführt. Wenn man eine Bahn attraktiv gestaltet, dann fahren auch Menschen und Güter damit.
Das Beispiel kann man aber z.b. auf die NÖ-Nebenbahnen schwer umlegen, denn im Pinzgau befinden die Siedlungen aufgrund der Tallage recht nah an der Bahn, es gab vor der "Reaktivierung" ein gut ausgelastetes Busnetz und auf der Bundesstraße ist man auch nicht viel schneller unterwegs.

Und selbst wenn man ein gutes Angebot hat, heißt es nicht dass es auch wirtschaftlich ist wenn man sich z.b. die Zillertalbahn anschaut der es finanziell nicht unbedingt gut geht - wenn es schon dort trotz des hohen Fahrgastpotenzials schwierig ist wie soll das dann im dünnbesiedelten Weinviertel oder Waldviertel funktionieren?!
14.02.2014, 23:47#130
Natürlich wird kein Mensch mit einem Zug fahren, wenn dieser a.) zu einer unmöglichen Zeit, b.) an einem unmöglichen Ort und c.) in einem nicht zumutbaren Zustand fährt.
Was das Wagenmaterial auf dieselbetriebenen Regionalbahnen betrifft, ist die Situation in Ostösterreich leider miserabel: Während im Jahr 2009 vom Land NÖ noch verkündet wurde, dass man für die verbliebenen ÖBB-Dieselstrecken, insbesondere Traisen- und Erlauftal moderne Garnituren bis 2013 anschaffen werde, hat sich das bis heute erstens nicht erfüllt und zweitens, noch viel schlimmer, ist es für die nahe Zukunft offenbar nicht einmal mehr vorgesehen. Auf Kamptalbahn, Innerer Aspangbahn, im Weinviertel, im Triestingtal, nach Puchberg und im Traisental sollen also offenbar jetzt bis zum Jahr 2019 die mehr als antiquierten 5047-Triebwagen den Gewinn neuer Fahrgäste verhindern, sodass man den Personenverkehr dann einstellen kann. Weder ÖBB PV noch das Land NÖ scheinen Interesse zu haben, daran etwas zu ändern. Hauptsache, wir bauen unzählige weitere Ortsumfahrungen und bahnparallele Schnellstraßen. :rolleyes:
14.02.2014, 23:59#131
Das Problem liegt eher daran, dass das Land NÖ solche versprochen hat, es aber bis jetzt noch kein Abkommen gibt. Wer zahlt was, wird es eine 50/50 Partie wie bei den DoSto? Ich erinnere nur daran als die DoSto zwar nach Marchegg fuhren, die Bahnsteige für solche aber nur bis Wien Hausfeldstraße ausgelegt waren. So etwas hat das Land NÖ bestellt, die ÖBB ist auch gefahren, nur sind die Beschwerden zu viel geworden, weil du keinem zumuten kannst ein solches hindernis zu überwinden. Siehe das Beispiel Wien Penzing Bstg. 1 und 2. wegen dem Höhenunterschied.
15.02.2014, 00:50#132
Ich glaub nicht, dass im Traisental die alten Triebwagen das Problem sind (die wären mir persönlich sehr egal). Ich schätze es ist viel mehr der unattraktive Takt. Eigentlich ist alles unter 15 min uninteressant. Aber das wirds bei der Fahrgastfrequenz dort nicht spielen.
15.02.2014, 09:00#133
Was das Wagenmaterial auf dieselbetriebenen Regionalbahnen betrifft, ist die Situation in Ostösterreich leider miserabel: Während im Jahr 2009 vom Land NÖ noch verkündet wurde, dass man für die verbliebenen ÖBB-Dieselstrecken, insbesondere Traisen- und Erlauftal moderne Garnituren bis 2013 anschaffen werde, hat sich das bis heute erstens nicht erfüllt und zweitens, noch viel schlimmer, ist es für die nahe Zukunft offenbar nicht einmal mehr vorgesehen. Auf Kamptalbahn, Innerer Aspangbahn, im Weinviertel, im Triestingtal, nach Puchberg und im Traisental sollen also offenbar jetzt bis zum Jahr 2019 die mehr als antiquierten 5047-Triebwagen den Gewinn neuer Fahrgäste verhindern, sodass man den Personenverkehr dann einstellen kann. Weder ÖBB PV noch das Land NÖ scheinen Interesse zu haben, daran etwas zu ändern. Hauptsache, wir bauen unzählige weitere Ortsumfahrungen und bahnparallele Schnellstraßen. :rolleyes:


Wer soll das bezahlen? Neue Garnituren rechnen sich doch überhaupt nicht für die Anzahl der Fahrgäste in diesem Bereich. Wenn dort neue Garnituren kämen und auf der Stammstrecke noch 4020 fahren, fände ich das Verschwendung von Geldern. Wie Dungeon auch schon gesagt hat, ich glaube nicht, dass die Garnituren das Problem sind, sondern viel mehr der Takt. Aber auch das wird schwierig, bei dem Fahrgastpotential in den Bereichen.
15.02.2014, 09:55#134

Weder ÖBB PV noch das Land NÖ scheinen Interesse zu haben, daran etwas zu ändern.

In erster Linie scheitert es auf jeden Fall am Land NÖ, wie man es bei den übernommenen Bahnstrecken sieht. Da wurde seit der Übernahme, bis auf die Mariazellerbahn, nichts verbessert sondern eigentlich nur verschlimmert wie man es gut am Beispiel der Wachaubahn sehen kann.


Auf Kamptalbahn, Innerer Aspangbahn, im Weinviertel, im Triestingtal, nach Puchberg und im Traisental sollen also offenbar jetzt bis zum Jahr 2019 die mehr als antiquierten 5047-Triebwagen den Gewinn neuer Fahrgäste verhindern, sodass man den Personenverkehr dann einstellen kann.

Nach Puchberg fahren eh 5022, dafür hat man den Desiro-Einsatz nach Sopron zurückgenommen. Und nach Weißenbach-Neuhaus gibt es neben den 5047ern auch eine Wendezuggarnitur mit einer 2016.
15.02.2014, 15:15#135
Ich glaub nicht, dass im Traisental die alten Triebwagen das Problem sind (die wären mir persönlich sehr egal). Ich schätze es ist viel mehr der unattraktive Takt. Eigentlich ist alles unter 15 min uninteressant. Aber das wirds bei der Fahrgastfrequenz dort nicht spielen.

Die steigt mir dem Angebot! Ein regelmäßiger S-Bahn-Betrieb auf solchen Strecken kann Wunder wirken! ;)
15.02.2014, 23:06#136
Was das Wagenmaterial auf dieselbetriebenen Regionalbahnen betrifft, ist die Situation in Ostösterreich leider miserabel: Während im Jahr 2009 vom Land NÖ noch verkündet wurde, dass man für die verbliebenen ÖBB-Dieselstrecken, insbesondere Traisen- und Erlauftal moderne Garnituren bis 2013 anschaffen werde, hat sich das bis heute erstens nicht erfüllt und zweitens, noch viel schlimmer, ist es für die nahe Zukunft offenbar nicht einmal mehr vorgesehen. Auf Kamptalbahn, Innerer Aspangbahn, im Weinviertel, im Triestingtal, nach Puchberg und im Traisental sollen also offenbar jetzt bis zum Jahr 2019 die mehr als antiquierten 5047-Triebwagen den Gewinn neuer Fahrgäste verhindern, sodass man den Personenverkehr dann einstellen kann. Weder ÖBB PV noch das Land NÖ scheinen Interesse zu haben, daran etwas zu ändern. Hauptsache, wir bauen unzählige weitere Ortsumfahrungen und bahnparallele Schnellstraßen. :rolleyes:


Wer soll das bezahlen? Neue Garnituren rechnen sich doch überhaupt nicht für die Anzahl der Fahrgäste in diesem Bereich. Wenn dort neue Garnituren kämen und auf der Stammstrecke noch 4020 fahren, fände ich das Verschwendung von Geldern. Wie Dungeon auch schon gesagt hat, ich glaube nicht, dass die Garnituren das Problem sind, sondern viel mehr der Takt. Aber auch das wird schwierig, bei dem Fahrgastpotential in den Bereichen.
Geld ist ja offenbar genug da, wenn man sich u.a. eine bahnparallele Traisentalschnellstraße leisten will - anstatt dieser könnte man das Geld ja mehr zukunftsweisend einsetzen und neue Garnituren auf der Traisentalbahn und eine Taktverdichtung auf dieser (und gleichzeitig auf weiteren Strecken) finanzieren. Es ginge hier bloß um eine Umschichtung. Und neue Fahrgäste lassen sich heutzutage mit den 5047-Triebwagen einfach nicht mehr gewinnen - praktisch niemand wird freiwillig vom Auto umsteigen, wenn er solche antiquierten, unklimatisierten, hochflurigen Fahrzeuge als Alternative zu sehen bekommt. Abgesehen davon, dass die Mitnahme von Gepäck und Kinderwägen erschwert wird.
16.02.2014, 00:07#137
Tja, aber eine Schnellstraße lässt sich nun mal der breiten Masse viel besser verkaufen, als Taktverdichtungen und neue Zugsgarnituren. Fakt ist aber, dass nur neue Garnituren kaum bis gar keine neuen Fahrgäste bringen werden. Da müsste schon ein viel umfangreicheres Maßnahmenpaket geschnürt werden und dafür fehlt leider das Geld und der Wille des Landes.
19.02.2014, 17:46#138
Interessant, dass da jemand die Strecke nach Sulz kaufen will... ?(

Bahngleise im Abverkauf

BEZIRK. Die ÖBB trennen sich Stück für Stück von unrentablen Bahnabschnitten. Seit vergangener Woche ist die Strecke Hohenau - Mistelbach zum Verkauf ausgeschrieben. Laut ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif sucht man einen Eisenbahninfrastrukturbetreiber. "Da ist die Auswahl mehr als begrenzt. Das klingt danach, einen Schuldigen zu finden, der nicht kauft", zweifelt Mistelbachs Bürgermeister Alfred Pohl reale Chancen auf einen Investor an. Dass ein Gemeindeverband in der Lage ist, die Strecke zu kaufen, ist für Pohl ebenfalls illusorisch. Zwar geben die ÖBB nicht die Kaufsumme bekannt, es handelt sich bei der 30 Kilometer langen Strecke jedenfalls um einen siebenstelligen Betrag.
Hohenaus Bürgermeister Robert Freitag ist ebenfalls verstimmt: "Die ÖBB haben immer kommunziert, die Anlage als Ausweichstrecke bei Ausfällen an der Nordbahn erhalten zu wollen."
Von Seiten des Landes winkt man ab: "Wir werden kein Angebot stellen", sagt Landesrat Karl Wilfing. Er geht davon aus, dass sich kein Käufer finden und die Strecke stillgelegt wird. Seif: "Die Gleise abzureißen, ist die letzte Option."
Für Wilfing gibt es nur eine realistische Lösung, um die Strecke zu erhalten: Die ÖBB verkaufen die Anlage um einen symbolischen Betrag an einen Gemeindeverband, der diese gemeinsam mit einem Verein für touristische Nutzung aufrechterhält.
Derzeit fahren die Nostalgiezüge des Vereins Neue Landesbahn zwischen Mistelbach und Hohenau, das Angebot soll eigentlich erweitert werden. "Für diese Strecke wird gerade eine touristische Machbarkeitsstudie erstellt, deren Ergebnis im Mai präsentiert wird", zeigt sich Vereinsobmann Gerhard Ullram enttäuscht von der Entscheidung der ÖBB.
Und er weist darauf hin, dass immer noch 150.000 Tonnen Güter pro Jahr auf dieser Strecke transportiert werden. "Die Zuckertransporte, das Lagerhaus Mistelbach und die Zöchling-Mülldeponie können wie bisher Transporte auf der Schiene durchführen, dann eben über die Strecke Wien-Laa", erklärt Seif.

Zur Sache
Auf der Bahnstrecke Bad Pirawarth – Sulz Nexing, die ebenfalls zum Verkauf steht, laufen finale Übernahmeverhandlungen mit einem Interessenten, der die Strecke demnächst als schienengebundene Nachnutzung übernehmen möchte.
Die Strecken Sulz Nexing – Zisterdorf Stadt, Bad Pirawarth – Gaweinstal Brünnerstraße und Gaweinstal Brünnerstraße – Paasdorf sowie Zistersdorf – Dobermannsdorf und Dobermannsdorf – Poysdorf wurden im Jahre 2010/2011 an das Land NÖ – NÖVOG verkauft und übergeben. Die Grundflächen wurden zum Teil privat verkauft und die Schienen weggerissen.
Zwei Beispiele für den Verkauf von Bahnstrecken: Seit 01.04.2012 betreibt die Traisen-Gölsental Regionalentwicklungs GmbH eine Anschlussbahn auf der ehemalige ÖBB-Strecke von Freiland nach Markt St. Aegyd.
Die Strecke Deutschkreutz – Oberloisdorf wurde am 30.9.2013 an die Firma Sonnenland Railtour GmbH übertragen. Die Strecke soll für Draisinenfahrten genutzt werden.
20.02.2014, 13:49#139
Und er weist darauf hin, dass immer noch 150.000 Tonnen Güter pro Jahr auf dieser Strecke transportiert werden. "Die Zuckertransporte, das Lagerhaus Mistelbach und die Zöchling-Mülldeponie können wie bisher Transporte auf der Schiene durchführen, dann eben über die Strecke Wien-Laa", erklärt Seif.
Das scheint mir Fantasie zu sein. Auf dem Anschlussgleis zum Paasdorfer Rübenplatz steht seit einiger Zeit eine Gleissperre. Dieser Bahnanschluss ist der bereits in Bau befindlichen Ortsumfahrung Mistelbach im Weg (würde sie kreuzen) und daher als tot zu betrachten. Das Lagerhaus Mistelbach verfügt über 2 Anschlussgleise: Eines von der S-Bahn Strecke in den oberen Bereich, eines vom Landesbahnhof (parallel zum Verbindungsgleis) in den unteren Bereich. Auf keinem der Gleise habe ich mindestens in den letzten 5 Jahren (wenn nicht länger) je einen Waggon oder irgend einen Fahrverschub entdecken können. Und was den Zöchling betrifft (der übrigends kein Müllplatz sondern ein Recycling Werk ist): Der liegt nicht einmal an der Bahnstrecke. Es wurde zwar einmal über ein Anschlussgleis zu dem Werk herum fantasiert, das war aber nur um die Bürgerinitiative gegen den LKW-Schwerverkehr vor der Landtagswahl zum schweigen zu bringen. Ein Anschlussgleis müsste einen Höhenunterschied von 10-15m überwinden (in Hanglage!) und die B40 kreuzen.
28.07.2014, 07:52#140
Entstaubter Thread:
Zitat von »umweltretter« Und er weist darauf hin, dass immer noch 150.000 Tonnen Güter pro Jahr auf dieser Strecke transportiert werden. "Die Zuckertransporte, das Lagerhaus Mistelbach und die Zöchling-Mülldeponie können wie bisher Transporte auf der Schiene durchführen, dann eben über die Strecke Wien-Laa", erklärt Seif.
Das scheint mir Fantasie zu sein. Auf dem Anschlussgleis zum Paasdorfer Rübenplatz steht seit einiger Zeit eine Gleissperre. Dieser Bahnanschluss ist der bereits in Bau befindlichen Ortsumfahrung Mistelbach im Weg (würde sie kreuzen) und daher als tot zu betrachten. Das Lagerhaus Mistelbach verfügt über 2 Anschlussgleise: Eines von der S-Bahn Strecke in den oberen Bereich, eines vom Landesbahnhof (parallel zum Verbindungsgleis) in den unteren Bereich. Auf keinem der Gleise habe ich mindestens in den letzten 5 Jahren (wenn nicht länger) je einen Waggon oder irgend einen Fahrverschub entdecken können. Und was den Zöchling betrifft (der übrigends kein Müllplatz sondern ein Recycling Werk ist): Der liegt nicht einmal an der Bahnstrecke. Es wurde zwar einmal über ein Anschlussgleis zu dem Werk herum fantasiert, das war aber nur um die Bürgerinitiative gegen den LKW-Schwerverkehr vor der Landtagswahl zum schweigen zu bringen. Ein Anschlussgleis müsste einen Höhenunterschied von 10-15m überwinden (in Hanglage!) und die B40 kreuzen.
Vor einigen Wochen wurde das Bahngleis zum Rübenplatz Paasdorf, welches bis dato nur gesperrt war, hinter der Kreuzung mit der Ernstbrunner Straße (nach dem Landesbahnhof) abgerissen. Damit hat die Zayatalbahn ihre letzten Transporte verloren.