[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet
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29.05.2012, 16:44#81
Da hat sich die Reaktivierung 2004 alles andere als ausgezahlt. Ist die Strecke so desolat, dass man nicht einmal während der Landesausstellung Züge in Verkehr setzen kann ?Der ÖBB Infrastruktur ist die Landesausstellung egal. Sofern sich kein Käufer findet, wird die Strecke Anfang 2013 abgebaut.
Im übrigen wären alle Orte der Landesausstellung sehr wohl per Bahn erreichbar gewesen, hätte man nicht so viele Strecken eingestellt.

29.05.2012, 22:49#82
Abgebaut auch noch ? Warum lässt man die Gleise nicht einfach liegen ?
29.05.2012, 23:59#83
Warum lässt man die Gleise nicht einfach liegen ?
Einerseits kann man das Altmetall zu Geld machen, andererseits lassen sich mit dem Abbauen gleichzeitig vollendete Tatsachen schaffen. (Nicht daß da noch plötzlich ein alternativer Betreiber die Bühne betritt... :-/ )
Beste Grüße
VT
30.05.2012, 08:22#84
Da hat sich die Reaktivierung 2004 alles andere als ausgezahlt. Ist die Strecke so desolat, dass man nicht einmal während der Landesausstellung Züge in Verkehr setzen kann ?Der ÖBB Infrastruktur ist die Landesausstellung egal. Sofern sich kein Käufer findet, wird die Strecke Anfang 2013 abgebaut.
Im übrigen wären alle Orte der Landesausstellung sehr wohl per Bahn erreichbar gewesen, hätte man nicht so viele Strecken eingestellt.
Der Streckenabschnitt nördlich Bad Pirawarth gehört seit einiger Zeit dem Land Niederösterreich.

30.05.2012, 08:51#85
Der Streckenabschnitt nördlich Bad Pirawarth gehört seit einiger Zeit dem Land Niederösterreich.
Das stimmt nicht ganz! Der NÖVOG gehört die Strecke erst ab Sulz Museumsdorf. Die Strecke beginnt erst 800 m nach dem Bahnhof Sulz. von Km 9,00 bis Zistersdorf gehört das dann der NÖVOG. Das war damals NICHT im Linienbündel mit dabei! Somit sind der Ast Bad Pirawarth - Gaweinstal und Bad Pirwarth - Sulz gehören bis Dato noch immer der ÖBB.
Ich weiss das so genau da ich gerade dabei bin einen Verein mit Politik der Region und einigen Bewohnern aufbaue und wir in den nächsten beiden Monaten eine Entschiedung bekommen. Fix ist aber das die Strecke bis Ende 2013 liegenbleibt! Wie das ganze ausgeht kann man noch nicht sagen. Wir sind aber mit Juhás und Markgraf in verbindung und Produzieren etwas gemeinsam! Wie das aussieht und umgesetzt wird weiss ich selbst noch nicht!!!
Beste Grüße
Ps.: Facebookgruppe: Mein Herz sagt ja zur Museumsbahn
30.05.2012, 10:04#86
Oops, tatsächlich, du hast recht! Mein Letztstand war die Abtrennung in Bad Pirawarth, tatsächlich wurde aber (vor)erst ab Sulz-Nexing an Niederösterreich abgegeben.Der Streckenabschnitt nördlich Bad Pirawarth gehört seit einiger Zeit dem Land Niederösterreich.
Das stimmt nicht ganz! Der NÖVOG gehört die Strecke erst ab Sulz Museumsdorf. Die Strecke beginnt erst 800 m nach dem Bahnhof Sulz. von Km 9,00 bis Zistersdorf gehört das dann der NÖVOG. Das war damals NICHT im Linienbündel mit dabei! Somit sind der Ast Bad Pirawarth - Gaweinstal und Bad Pirwarth - Sulz gehören bis Dato noch immer der ÖBB.
Ändert aber nichts daran, dass die NÖVOG offensichtlich niemanden (=EVU) findet, der dorthin fahren will bzw. zu wenig dafür zahlen kann/will. Museumsbetrieb ist recht nett, aber nicht Aufgabe der ÖBB (weder Infrastruktur noch Personenverkehr oder Güterverkehr).
30.05.2012, 11:13#87
Museumsbetrieb ist recht nett, aber nicht Aufgabe der ÖBB (weder Infrastruktur noch Personenverkehr oder Güterverkehr).
Nicht zu vergessen die

30.05.2012, 22:47#88
Somit sind der Ast Bad Pirawarth - Gaweinstal und Bad Pirwarth - Sulz gehören bis Dato noch immer der ÖBB.
Bid Pirwarth - Sulz gehört sicher noch den ÖBB. Aber der Teil nach Gaweinstal wurde doch vollständig der NÖVOG übergeben, oder?
31.05.2012, 09:40#89
Bad Pirawarth - Sulz-Nexing gehört noch der ÖBB (war mein Irrtum, ursprünglich sollte bereits nach Bad Pirawarth übergeben werden), von Sulz-Nexing bis Dobermannsdorf (exklusive Bf. Zistersdorf) der NÖVOG; Bad Pirawarth - Gaweinstal Brünner Straße bzw. Gaweinstal Brünner Straße - Paasdorf Lokalbahn gehört ebenfalls der NÖVOG. Übergabetag war der 01.10.2010.Somit sind der Ast Bad Pirawarth - Gaweinstal und Bad Pirwarth - Sulz gehören bis Dato noch immer der ÖBB.Bad Pirwarth - Sulz gehört sicher noch den ÖBB. Aber der Teil nach Gaweinstal wurde doch vollständig der NÖVOG übergeben, oder?
31.05.2012, 20:04#90
ZitatQuelle: http://www.gruene.at/index.php?id=1244&articleid=84009
31.05.2012 12:11
Bures muss weitere ÖBB-Kahlschlagpläne in Ostregion verhindern
"Die ÖBB wollen den Kahlschlag bei Österreichs Regionalbahnen auf die Spitze treiben: Nun wurde die komplette Stilllegung zweier Bahnstrecken im Burgenland beantragt. Auch populäre Strecken in Niederösterreich, wie die Bahn nach Puchberg am Schneeberg, stehen auf der weiteren Abschussliste“, erklärt unsere Umweltsprecherin, Christiane Brunner.
„Der Güterverkehr soll künftig mit allen zusätzlichen Risken über die Landstraßen rollen. Skurrilerweise ist in Oberwart auch das Erfolgsunternehmen betroffen, das gerade das Dach für den neuen Wiener Hauptbahnhof liefert. Der Bahnanschluss für dieses Unternehmen würde damit auch abgeschnitten werden. Das bedeutet, dass der Transport von Stahlteilen für die Bahn künftig auf der Straße erfolgen muss“, kritisiert Brunner diesen neuen Höhepunkt an verkehrspolitischer Absurdität.
"Bahn-Kahlschlag endlich stoppen!"
"Wenn Ministerin Bures die verkehrs- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung ernst nimmt, muss sie den Bahn-Kahlschlag in der Ostregion endlich stoppen. Wer beim Thema Eisenbahn nur Großbauprojekte und Renommierstrecken wie die Westbahn vor Augen hat, aber auf die realen Bedürfnisse von Fahrgästen und verladender Wirtschaft in den Regionen vergisst, ist fehl am Platz", meint Brunner.
"Wir Grüne vermissen auch einen Aufschrei von Umweltminister Berlakovich, der selbst aus einer jetzt betroffenen Region kommt. ÖBB und Regierungskollegin Bures torpedieren die Schadstoff-, Energie- und Klimaziele Österreichs. Aber nicht einmal das kann den Umweltminister aus seinem seligen Tiefschlaf wecken. Eine Verkehrspolitik, die die Bahn und nicht die Baulobby fördert, ist für die Reduktion des Energieverbrauchs und des Schadstoff- und CO2-Ausstoßes in Österreich unerlässlich. Die Regierung muss dem endlich mit konkreten Maßnahmen Rechnung tragen und das zusperrwütige ÖBB-Management in die Schranken weisen", fordert Brunner.
31.05.2012, 21:54#91
Ja, es ist zum Verzweifeln! Im Bürgerforum erklärte die Bures wie wichtig die Tunnels sind, damit man endlich den GV von der Straße auf die Schiene verlagern kann - das dauert noch Jahrzehnte, bis die fertig sind (wenn überhaupt). In der Zwischenzeit wird jedoch permanent GV von der Schiene auf die Straße verlagert - und das noch dazu unter dem Aspekt des Sparens und damit RCA endlich in die schwarzen Zahlen kommt. Aber kein Mensch fragt sich, auf wessen Kosten das eigentlich passiert.
29.08.2012, 21:11#92
Übernahme: OÖLandesbahn statt ÖBB?
LINZ. Übernimmt das Land die Regionalbahnen, müssten dafür erst Strukturen geschaffen werden.
Fast alle Verkehrsexperten sind sich einig: Das Potenzial der oberösterreichischen Regionalbahnen liegt brach. „Das jahrelange Kaputtsparen der Strecken muss ein Ende haben“, sagt die Verkehrssprecherin der Grünen, Ulrike Schwarz. Die Verhandlungen mit dem Bund über die Übernahme der Bahnen durch das Land waren Anfang des Jahres vorerst auf Eis gelegt worden. „Der Landeshauptmann wollte den finanziellen Spielraum austesten“, sagt Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SP). Seitens des Landes wäre man nun wieder für Verhandlungen bereit. Vorgespräche mit dem Ministerium habe es bereits gegeben. Im Herbst sollen erneut Verhandlungsrunden stattfinden. Verkehrsministerin Doris Bures möchte die Landesbahnen schnellstmöglich abtreten. Anfang des Jahres bezeichnet sie die von Tausenden Pendlern genutzten Strecken gar als „Nostalgie- und Tourismusbahnen“.
Sollte das Land zum neuen Eigentümer der Mühlkreis-, Almtal- Hausruck- und Aschacher Bahn werden, müssten zuallererst Verwaltungstrukturen für diese OÖLandesbahn geschaffen werden. Entholzer: „Es ist denkbar, dass die Bahnen ein Teil der Verkehrsholding des Landes werden.“
In anderen Bundesländern wurden die Regionalbahnen bereits „verländert“. „Niederösterreich hat gezeigt, wie es nicht geht. Dort wurden auf 27 von 28 Strecken der Regelbetrieb eingestellt“, sagt Schwarz. Darüber, dass es in Oberösterreich keine Schließungen geben soll, sind sich Politiker aller Landtags-Parteien in Oberösterreich momentan einig.
Bis zum Jahr 2020 sollen 30 Prozent aller Pendler in den oberösterreichischen Zentralraum mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. Ein Ziel, das laut Schwarz nur „mit dem wichtigen Zubringer Regionalbahnen“ erreicht werden kann. Das Ziel der Grünen wäre ein S-Bahnnetz für Oberösterreich, wie es beispielsweise in der Steiermark eingeführt wurde.
Um die Gelder dafür aufzutreiben, schlägt Schwarz vor, 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr aus dem Straßenbau abzuziehen und für die Regionalbahnen auszugeben.
„Woher der Landeshauptmann die Mittel nimmt, ist Verhandlungssache“, sagt Entholzer. Nachsatz: „Das Geld nehmen wir aber gerne.“
Das würden OÖLandesbahnen kosten
60 Millionen Euro müssten laut den Grünen bis zum Jahr 2020 in die Hausruckbahn investiert werden, um die Zugfrequenz zu senken und die Bahnübergänge zu sichern.
80 Millionen Euro würde es nach Expertenschätzungen kosten, die Mühlkreisbahn so weit zu modernisieren, dass die Fahrzeit nach Aigen-Schlägl auf eine Stunde reduziert wird.
50:50-Schlüssel: Verkehrslandesrat Entholzer fordert, dass sich der Bund mit 50 Prozent an den Kosten beteiligt. Den Rest würde des Land tragen.
15.000 Fahrgäste pro Tag könnte nach einer Erhebung der Grünen die Mühlkreisbahn pro Tag haben. Derzeit sind es etwa 4500. Bei der Almtalbahn könnte die Zahl von 1030 auf 3600 pro Tag gesteigert werden.
30.08.2012, 07:26#93
Interessant: die Zugfrequenz auf der Hausruckbahn soll gesenkt werden.
30.08.2012, 20:02#94
Wohl soll die Fahrzeit gesenkt werden, nicht die Zugfrequenz (letzteres würde man auch bei den ÖBB zusammenbringen)
19.09.2012, 21:07#95
„Mitgift“ für Hausruckbahn gefordert
ATTNANG-PUCHHEIM. 60 Millionen Euro sind für die Modernisierung der Bahnlinie Attnang-Ried-Schärding erforderlich.
In den nächsten Wochen erfolgt die Weichenstellung für die weitere Zukunft der Hausruckbahn: Bei den für Herbst anberaumten Verhandlungen will der Bund die Regionalbahnen ans Land abtreten. Gegen eine mögliche Einstellung der Bahnlinie von Attnang-Puchheim nach Ried im Innkreis und Schärding hat sich eine breite politische Allianz gebildet.
Wichtige Angelegenheit
„Die Hausruckbahn nicht zu erhalten, wäre ein schwerer Fehler“, betont Hermann Krenn, der mit seinen SP-Kollegen Unterschriften für die Bahn gesammelt hat. Öffentliche Gelder seien dort gut angelegt, wo es den Menschen hilft. Krenn ist zuversichtlich, dass eine gute Lösung für die Region gefunden wird: „Bund und Land ist bewusst, wie wichtig diese Angelegenheit ist.“ Der zuständige Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer führe mit dem Ministerium gute Gespräche.
Für eine Übernahme der Bahn zwischen Attnang-Puchheim und dem Innviertel spricht sich auch Anton Hüttmayr aus – „wenn es finanziell machbar ist“, schränkt der VP-Abgeordnete im Gespräch mit den OÖNachrichten ein. „Zum Zusperren brauchen wir die Bahn aber nicht übernehmen.“
Die Grüne Verkehrssprecherin Ulrike Schwarz hat sich in der Vorwoche zu Wort gemeldet: „Die Grünen haben sich schon immer vehement für eine Attraktivierung und Modernisierung der oö. Regionalbahnen ausgesprochen.“ Für sie ist auch klar: „Jetzt muss in die Regionalbahnen investiert werden.“ Schwarz zitiert aus einer Potenzialanalyse der Hausruckbahn, wonach große Fahrgaststeigerungen möglich seien.
Im Oktober 2011 wurden auf der Linie Attnang–Ried–Schärding an Werktagen 1297 Fahrgäste gezählt. Die Experten gehen von einem Potenzial von bis zu 1600 Bahnreisenden aus, bei einer Attraktivierung wäre eine Steigerung auf 2700 Wege/Tag möglich.
Das Land hat von einem Grazer Ingenieurbüro erheben lassen, wie hoch der Investitionsbedarf bei der Hausruckbahn ist. Die Rede ist von knapp 60 Millionen Euro, die bis 2020 für die Instandhaltung und Modernisierung notwendig sind.
Grüne fordern eine „Mitgift“
„Wir werden in den nächsten Wochen in allen Verhandlungen ganz vehement auf den Ausbau der Hausruckbahn beharren“, erklärt Schwarz.
Die 60 Millionen Euro für die Modernisierung und Attraktivierung fordern die Grünen als „Mitgift“ ein, „wenn wir im Herbst vom Bund die Hausruckbahn zur Übernahme angeboten bekommen.“ Die Grüne Verkehrssprecherin betont: „Denn eines kann nicht sein: Dass der Bund die wichtigen Regionalbahnen zuerst fahrlässig kaputtspart und sich dann am liebsten heute als morgen aus ihrer Verantwortung entlässt.“
Die Forderung einer „Mitgift“ hält Anton Hüttmayr für eine mögliche gute Verhandlungsstrategie. Auch er ist überzeugt: Man werde verschiedene Attraktivierungen und Modernisierungen vornehmen müssen.
Politik zur Hausruckbahn
"Eine Übernahme durch das Land hat nur Sinn, wenn die Bahn auch weiter betrieben wird.“
Anton Hüttmayr, VP-Labg.
„Die Hausruckbahn nicht zu erhalten, wäre meiner Meinung nach ein schwerer Fehler. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich Bund und Land bewusst sind, dass es sich dabei um eine wichtige Angelegenheit handelt.“
Hermann Krenn, SP-LAbg.
08.10.2012, 20:56#96
„Die Hausruckbahn wird mit System zu Tode gespart!“
ATTNANG-PUCHHEIM. Testfahrt: Nicht einmal Tickets gab’s noch für die Strecke Schärding– Ried–Attnang.
Die Zukunft der von Schärding über Ried nach Attnang-Puchheim führenden Hausruckbahn ist ungewiss. Es stehen Übernahmeverhandlungen zwischen Bund, ÖBB und Land an. Grund genug, mit dem Grünen-Gemeindepolitiker Ernst Sperl aus Riedau einen Ausflug zu unternehmen, der gleich zu Beginn mit einem „Stolperstein“ begann.
Treffpunkt Bahnhof Schärding: Ein zerknirschter Ernst Sperl steht vor dem Fahrkartenautomat. „Das Gerät kennt die Strecke über Ried nicht und will uns über den wesentlich längeren Weg über Wels nach Attnang schicken“, sagt er schulterzuckend. Der Schalter am Bahnhof ist geschlossen. So eine Karte käme ohnedies nicht in Frage, sie wäre mit einem Aufpreis verbunden. Auch der Fahrdienstleiter schafft es nicht, die entsprechende Karte dem Automaten zu entlocken, er beginnt zu telefonieren und rät davon ab, ohne Ticket in den Zug zu steigen. Zwischenzeitlich fährt dieser ein. Wir versuchen unser Glück beim Ticketautomaten im Zug – ohne Glück: Der Bildschirm streikt nach einem Versuch und stellt auf „Außer Betrieb“ um.
„Das fängt ja gut an“, sagt Sperl. „Offenbar gehen auch die Programmierer davon aus, dass niemand mehr über Ried nach Attnang fährt.“ Wir lassen uns im leeren Abteil nieder und sind auch schon beim Thema, das so vielen unter den Nägeln brennt: der Erhalt der Hausruckbahn. 60 Millionen Euro würde die Sanierung der längst zur „Nostalgiebahn“ gealterten Strecke kosten. Sperl zieht einen Vergleich mit dem Neubau des Bahnhofs Schärding, der sich auf 40 Millionen Euro beziffern lässt. Er ist sich sicher: „Fahren die Züge im Stundentakt, wird das Angebot angenommen. Zum Beispiel wird die Vinschgaubahn so stark frequentiert, dass neben dem Stundentakt auch noch Schnellzüge angeboten werden.“
Der Schulterschluss in Braunau, wo sich Politiker aller Coleurs für die Ertüchtigung der Mattigtalbahn einsetzen, sagt Sperl zu. Auch der Vorschlag aus Bayern, eine zwölf Kilometer lange Verbindung von Geinberg nach Antiesenhofen zu schaffen. „Doch das ist eine Vision, wir wollen uns auf den Erhalt vorhandener Strukturen beschränken.“
In Ried steigen Schüler und ein Schaffner zu. Wir erklären dem Mann, warum wir keinen Fahrschein haben. Er will uns helfen, scheitert aber auch beim mittlerweile wieder in Betrieb gegangenen Automaten kläglich. Letztendlich bekommen wir einen manuell ausgestellten Fahrschein.
Angenehm ruhig bewegt sich die Garnitur durchs Land. Ein Besuch beim Lokführer verdeutlicht, wie alt diese Strecke ist und dass schon lange nichts mehr investiert wurde: Eine der letzten Schrankenwärterinnen grüßt freundlich und setzt schon wieder zum Kurbeln an. Es gibt auch noch Signale, die per kilometerlangem Seilzug betätigt werden. Der Zug wird langsamer, ein Stückerl muss im Schneckentempo bewältigt werden. Warum? „Weil die Gleise defekt sind“, erklärt der Lokführer. Seit wann? „Schon seit Jahren.“
In Attnang angekommen befinden wir uns mitten in einer Baustelle. Am Rückweg gesellt sich ein Herr zu uns, er hört gespannt zu und bringt sich ins Gespräch ein: „Die Hausruckbahn wird mit System zu Tode gespart, man hat erst das Angebot ausgedünnt, damit sanken die Nachfrage und die Fahrgastzahlen. Jetzt will man damit argumentieren, dass die Strecke nicht relevant sei und sie einstellen.“ Mit der Salzburger Lokalbahn würde der Beweis angetreten, dass mit einem Stundentakt und adäquaten Anschlussverbindungen vieles zu machen ist und das Regional-Bahnfahren durchaus wieder salonfähig gemacht werden kann. Auch in der Hausruckbahn sieht er genug Potenzial. „Die würde mit relativ wenig Aufwand, sechs, sieben Garnituren wieder laufen.“ Der Herr erzählt von unzähligen anderen Beispielen, wo Strecken brutal eingestellt wurden – etwa in der Wachau breche deshalb auch der Radtourismus zusammen. Warum er sich so gut in der Branche auskennt: „Ich bin Lokführer“, sagt er schulterzuckend.
Unsere Wege trennen sich in Ried, dort haben wir 40 Minuten auf den Anschlusszug nach Schärding zu warten. Auf dem Rest der Strecke fällt das Reizwort „Regionalverkehrskonzept“. Sperl fordert die Offenlegung des unter Verschluss gehaltenen Papiers. Ein Regionalverkehrskonzept ohne Hausruckbahn wäre kein Konzept. Deshalb fordern die Grünen den Stundentakt und auch einen Abendbetrieb, sodass auch eine Kassierin noch nach Hause kommt, wenn das Geschäft erst um 19 Uhr schließt. „Wir sollten ohne Zweitauto auskommen.“
Zitat von (WKZ, GK, Quelle ORF, 09.10.12)Grundsatzvereinbarung zu Regionalbahnen in Oberösterreich
Nach einem Gespräch zwischen Verkehrsministerin Dors Bures (SPÖ) und den Landespolitikern Josef Pühringer, Franz Hiesl (beide ÖVP) und Reinhold Entholzer (SPÖ) ist man nach Angaben des ORF zu dem Ergebnis gekommen, noch dieses Jahr eine Grundsatzvereinbarung zur Übernahme von ÖBB-Regionalstrecken durch das Land Oberösterreich zu vereinbaren.
Das Land sei bereit, nach Aktualisierung der Kostenschätzungen fünf Strecken schrittweise zu übernehmen. Genannt werden die Mühlkreisbahn, die Aschacher Bahn, die Hausruckbahn, die Almtalbahn und die bereits 2009 stillgelegte Haager Lies .
09.10.2012, 00:23#97
Normalerweise kann man bei "Über" einen alternativen Reiseweg angeben.Ein zerknirschter Ernst Sperl steht vor dem Fahrkartenautomat. „Das Gerät kennt die Strecke über Ried nicht und will uns über den wesentlich längeren Weg über Wels nach Attnang schicken“, sagt er schulterzuckend.
09.10.2012, 18:28#98
Und was wäre mit einer Stückelung Schärding - Reid und Ried - Attnang ?
Ansonsten muss man leider sagen, dass dieses Nebenbahnkonzept und seine negativen Folgen aus NÖ hinlänglich bekannt sind.
Ansonsten muss man leider sagen, dass dieses Nebenbahnkonzept und seine negativen Folgen aus NÖ hinlänglich bekannt sind.
09.10.2012, 20:48#99
Und was wäre mit einer Stückelung Schärding - Reid und Ried - Attnang ?
Das kostet dann allerdings wegen der jeweils teureren Anfangskilometer etwas mehr...
Beste Grüße
VT
02.11.2012, 23:44#100
Nun kommt in die Zug-Pläne Bewegung reinDetaillierter Bericht einer Diskussionsveranstaltung rund um die Pläne zur Umspurung der Mühlkreisbahn auf eine Regiotram:
Optimismus macht sich nach der BezirksRundschau-Diskussion über die neue Mühlkreisbahn breit.
(...)
http://www.meinbezirk.at/rohrbach-in-oberoesterreich/politik/nun-kommt-in-die-zug-plaene-bewegung-rein-d384478.html