Straßenbahnlinie O

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28.10.2009, 18:57#41
RE: Unsinnige Diskussion?
Zitat
Original von Revisor
Nicht zu vergessen die Linien 50 und 51, die über die Rundlinie Gürtel ihre äußeren Radialäste Märzstraße bzw. Felberstraße erreichten, ebenso wie der 42er die Gürtellinie von der Währinger Straße zur Kreuzgasse befährt. Folglich sind auch der 70er ebenso wie der 62er trotz Benutzung der Gürtellinie echte Radiallinien. Überhaupt hat man das Linienbezeichnungssystem bei der Wiener Straßenbahn immer weit weniger dogmatisch gesehen, als das heute manche wahrhaben wollen.

Na gut, wozu dann noch die Diskussion? Jetzt weiß ich, warum ich eigentlich schon früher aufhören wollte - wird mir eine Lehre sein.
29.10.2009, 10:52#42
Dann möchte ich, um die Diskussion zu beleben ;), noch einwerfen, dass die Linie (1)57 als einzige der 50er-Linien nicht die Mariahilfer Straße befuhr! :D

@Erdberg: Die heutige Linie 26 oder 67 oder ... muss sich ja nicht mehr an das Linienschema von 1907 halten, da dieses schon lange nicht mehr "in Kraft" ist. Heute vergibt man halt das nächstpassende Signal oder verwendet ein altes Signal weiter, damit man keine Signalscheiben basteln muss oder legt sonstige ähnliche betriebliche Überlegungen zugrunde. Ich finde die neuen Linien 1 und 2 auch unpassend, aber gehe mehr und mehr dazu über, hier ein gewisses Wurschtigkeitsgefühl zu entwickeln, da man heute schon über die grundsätzliche Tatsache "neuer" Linien glücklich sein muss.

Im realen Betrieb kümmert es ohnehin keinen Fahrgast, ob der jetzt 2er oder J-Wagen oder X-Wagen oder 29/45 oder sonstwie heißt, sondern dass die Intervalle eingehalten werden, die Wägen nicht überfüllt sind und man gscheit von A nach B kommt.

Trotzdem freut's mich, dass D-Wagen D-Wagen bleibt :D :D
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 13er (29.10.2009, 10:58)
29.10.2009, 13:14#43
Zitat
Original von 13er
Dann möchte ich, um die Diskussion zu beleben ;), noch einwerfen, dass die Linie (1)57 als einzige der 50er-Linien nicht die Mariahilfer Straße befuhr! :D

Das hat historische Gründe, zeigt aber, daß man bei der Wiener Straßenbahn das Linienbezeichnungssystem keineswegs als Dogma empfand, dem alles unterzuordnen ist. Ergeben hat sich diese "Fehlbezeichnung" der Linien 58, 59 und 60 aus der Tatsache, daß die als Ersatz für die Dampftramwaylinien nach Unter St. Veit, Lainz und Mödling vorgesehenen Linien erst ab Hietzing verkehren sollten. Eine, wie sich zeigte, wenig zukunftsorientierte Einschätzung, da alle drei Linien schließlich über die Mariahilfer Straße verlängert wurden.

Eine weitere "Fehlbezeichnung" ergab sich bereits 1910 mit der Erbauung der Strecke durch die Erzherzog-Karl-Straße nach Stadlau, die bei Erstellung des Linienschemas 1907 noch gar nicht vorgesehen war und daher auch kein Liniensignal dafür freigehalten wurde. Glücklicherweise wurde die im Umzeichnungsplan berücksichtigte Anschlußlinie von Kagran nach Leopoldau, vorgesehenes Liniensignal 26, nicht gebaut, sodaß man dieses Signal, nicht ganz passend, für die Strecke nach Stadlau verwenden konnte. Denn richtig hätte die Reihenfolge lauten müssen:

24 - Kaisermühlen
25 - Stadlau
26 - Kagran.

Die "Fehlbezeichnung" der Linie 40 in neuerer Zeit hat also durchaus historische Vorläufer. Es zeigt aber eben auch sehr schön, wie wenig wichtig das Linienbezeichnungssystem auch früher schon in den heute von manchen Puristen geforderten letzten Einzelheiten genommen wurde.