[ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
426 Beiträge · Seite 1 von 22
15.01.2010, 11:40#1
Tabubruch: Land kauft Defizitbahnen
Das Land kauft 600 Kilometer Gleise von den ÖBB und wird den Bahnbetrieb selbst führen. Die Bahn saniert die Strecken – und bekommt mehr Geld vom Staat.
Wien (gr).Fast 30 Jahre lang haben das Land Niederösterreich, der Bund und die ÖBB darüber gestritten, wer denn nun wie viel für den Betrieb der wenig frequentierten Bahnstrecken an der Peripherie des größten Bundeslandes bezahlen soll. Gestern, Donnerstag, haben Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) und Bahn-Vorstandssprecher Peter Klugar einen Kompromiss zu den „Nebenbahnen“ präsentiert.
Mit 1. Jänner kommenden Jahres wird das Land Niederösterreich rund 600 Kilometer an Gleisen sowie die dazugehörigen Bahnhöfe und Grundstücke von den ÖBB übernehmen. Darunter fallen etwa die Mariazeller-, die Ybbstal- und die Donauuferbahn von Krems bis zur Landesgrenze – insgesamt 28Strecken (siehe Grafik).
Ob und in welchem Ausmaß diese Strecken weiter befahren werden, kann das Land ab 2011 damit selbstständig entscheiden. Bisher wurden sie von den ÖBB betrieben, das Land subventionierte die ÖBB jährlich mit rund 18 Millionen Euro. Zufriedenstellend war dieser Zustand aber für beide Seiten nicht: Das Land klagte regelmäßig über den schlechten Zustand der Züge, ungenügende Verbindungen und häufige Verspätungen, die ÖBB forderten mehr Geld für den Betrieb der unrentablen Nebenbahnen.
ÖBB legen 50 Mio. Euro drauf
Diese Zahlungen zwischen Land, Bund und Verkehrsbetrieb werden im Rahmen des Geschäftes neu geregelt: Zwar kauft Niederösterreich die Anlagen um 15 Millionen Euro von den ÖBB, im Gegenzug investieren diese aber noch einmal 65Millionen Euro in die Infrastruktur auf diesen Strecken. Kurzfristig versüßt die Bahn dem Land das Geschäft also mit einer Draufgabe von 50 Millionen Euro. Auch Bund und Land investieren jeweils 45 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung der übergebenen Strecken.
Allerdings erhöhen Land und Bund im Rahmen des Verkehrspakets ihre jährlichen Zahlungen an die ÖBB für den Betrieb der übrigen Strecken in Niederösterreich: Der Beitrag des Bundes steigt bis 2013 um 4,5 Millionen pro Jahr auf 178Millionen Euro, jener des Landes um 8,8 Millionen auf 26,8 Millionen Euro. Ebenfalls Teil der Vereinbarung ist die Sanierung von Traisen- und Erlauftalbahn durch die ÖBB, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Darüber hinaus haben sich die ÖBB dazu verpflichtet, ab 2013 all ihre Strecken in Niederösterreich mit einem „völlig modernisierten Wagenpark“ zu befahren.
Bis 2011 will das Land jetzt, nachdem die Vereinbarung fix ist, ein neues Nahverkehrskonzept ausarbeiten. Darin soll dann entschieden werden, welche der Bahnstrecken weitergeführt, welche eventuell stillgelegt werden. Unter anderem prüft man auch, inwieweit bestimmte bisher stillgelegte Strecken für touristische Zwecke wiederbelebt werden sollen. Bisher existierte ein solcher Verkehr etwa bereits auf den Strecken der Waldviertler Schmalspurbahn und der „Reblaus-Express“-Strecke von Retz nach Drosendorf, die ebenfalls vollständig vom Land Niederösterreich übernommen werden.
Bei der Planung des neuen Verkehrskonzeptes des Landes sollen auch die Gemeinden an den Strecken miteinbezogen werden. Sie werden, wenn weiterhin Züge fahren sollen, auch ihren finanziellen Beitrag dazu leisten müssen. Betreiber der niederösterreichischen Strecken soll eine eigens eingerichtete Eisenbahngesellschaft des Landes werden.
In den vergangenen Monaten hat die niederösterreichische ÖVP, die das Land mit absoluter Mehrheit regiert, die ÖBB immer wieder wegen schlechten Services auf den Strecken angegriffen. Ab 2011 wird das Land beweisen müssen, dass es als Bahnbetreiber besser in der Lage ist, den Schienenverkehr in den abgelegenen Regionen effizient und effektiv zu führen.
Wenn sich das System bewährt, könnte das Modell des Bahnbetriebes durch ein Bundesland in ganz Österreich Schule machen. Infrastrukturministerin Bures zeigt sich angetan von der Idee: „Auch in der Schweiz sind die Kantone für die Nebenbahnen zuständig. Das hat sich bewährt.“
Quelle: diepresse.com
Anbei eine Grafik der übernommenen Strecken: (Q) - die falsche Schreibweise einiger Orte (Gstaad, Kirchberg-Gaming... soll nicht ablenken
)

Betroffen sind also folgende Strecken:
1. Siebenbrunn-Leopoldsdorf - Engelhartstetten
2. Breitstetten - Orth/Donau
3. Bruck/Leitha (West) - Petronell-Carnuntum
4. Bad Pirawarth - Mistelbach Lokalbahnhof
5. Ernstbrunn - Mistelbach Lokalbahnhof
6. Sulz-Nexing - Dobermannsdorf
7. Dobermannsdorf - Enzersdorf/Staatz
8. Retz - Drosendorf
9. Sigmundsherberg - Zellerndorf
10. Göpfritz - Raabs
11a. Schwarzenau - Waidhofen/Thaya
11b. Waidhofen/Thaya - Fratres
12. Gmünd NÖ - Gross Gerungs
13. Gmünd NÖ - Litschau
14. Alt Nagelberg - Heidenreichstein
15. Krems/Donau - Sarmingstein
16. St.Pölten - Mariazell
17a. Ober Grafendorf - Mank
17b. Mank - Wieselburg
18. Kienberg-Gaming - Lunz am See
19. Weißenbach-Neuhaus - Hainfeld
20. Markt St. Äegyd - Kernhof
21. Freiland - Türnitz
22. Puchberg/Schneeberg - Hochschneeberg
23. Waidhofen/Ybbs - Lunz/See
24. Gstadt - Ybbsitz
Von diesen 24 übernommenen Strecken, die zusammen laut Artikel 600 km ausmachen, sind fast alle unbefahrbar bzw. gesperrt (Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 11b, tw. 15, 17b, 19, 20, 21), einige Strecken wurden auch abgetragen (zB Poysdorf-Enzersdorf/Staatz). Die "Übernahme der Strecken" ist diesbezüglich wohl mehr ein ziemlicher Pflanz.
Ich bin wirklich neugierig, ob eine dieser unbefahrbaren / gesperrten Strecken reaktiviert wird. Meine Vermutung: Vielmehr wird die Infrastruktur des von den Gemeinden billig erworbenen Bahngrunds demontiert und für andere Zwecke (Radweg, Straße?) verwendet werden. Bahnverkehr kann jedenfalls auf dem Großteil der Bahnstrecken (die oft nicht mehr als Bahnstrecken erkennbar sind) nur mit verhältnismäßig großem Aufwand wieder eingeführt werden, der wohl von allen Beteiligten tunlichst vermieden werden wird.
Der Vergleich mit der Schweiz hinkt auch gewaltig. Dafür fehlt wohl mehr als ein Eckhaus an politischer Willenskraft.
Man darf gespannt bleiben, wie es in dieser Causa weitergeht.
Das Land kauft 600 Kilometer Gleise von den ÖBB und wird den Bahnbetrieb selbst führen. Die Bahn saniert die Strecken – und bekommt mehr Geld vom Staat.
Wien (gr).Fast 30 Jahre lang haben das Land Niederösterreich, der Bund und die ÖBB darüber gestritten, wer denn nun wie viel für den Betrieb der wenig frequentierten Bahnstrecken an der Peripherie des größten Bundeslandes bezahlen soll. Gestern, Donnerstag, haben Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) und Bahn-Vorstandssprecher Peter Klugar einen Kompromiss zu den „Nebenbahnen“ präsentiert.
Mit 1. Jänner kommenden Jahres wird das Land Niederösterreich rund 600 Kilometer an Gleisen sowie die dazugehörigen Bahnhöfe und Grundstücke von den ÖBB übernehmen. Darunter fallen etwa die Mariazeller-, die Ybbstal- und die Donauuferbahn von Krems bis zur Landesgrenze – insgesamt 28Strecken (siehe Grafik).
Ob und in welchem Ausmaß diese Strecken weiter befahren werden, kann das Land ab 2011 damit selbstständig entscheiden. Bisher wurden sie von den ÖBB betrieben, das Land subventionierte die ÖBB jährlich mit rund 18 Millionen Euro. Zufriedenstellend war dieser Zustand aber für beide Seiten nicht: Das Land klagte regelmäßig über den schlechten Zustand der Züge, ungenügende Verbindungen und häufige Verspätungen, die ÖBB forderten mehr Geld für den Betrieb der unrentablen Nebenbahnen.
ÖBB legen 50 Mio. Euro drauf
Diese Zahlungen zwischen Land, Bund und Verkehrsbetrieb werden im Rahmen des Geschäftes neu geregelt: Zwar kauft Niederösterreich die Anlagen um 15 Millionen Euro von den ÖBB, im Gegenzug investieren diese aber noch einmal 65Millionen Euro in die Infrastruktur auf diesen Strecken. Kurzfristig versüßt die Bahn dem Land das Geschäft also mit einer Draufgabe von 50 Millionen Euro. Auch Bund und Land investieren jeweils 45 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung der übergebenen Strecken.
Allerdings erhöhen Land und Bund im Rahmen des Verkehrspakets ihre jährlichen Zahlungen an die ÖBB für den Betrieb der übrigen Strecken in Niederösterreich: Der Beitrag des Bundes steigt bis 2013 um 4,5 Millionen pro Jahr auf 178Millionen Euro, jener des Landes um 8,8 Millionen auf 26,8 Millionen Euro. Ebenfalls Teil der Vereinbarung ist die Sanierung von Traisen- und Erlauftalbahn durch die ÖBB, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Darüber hinaus haben sich die ÖBB dazu verpflichtet, ab 2013 all ihre Strecken in Niederösterreich mit einem „völlig modernisierten Wagenpark“ zu befahren.
Bis 2011 will das Land jetzt, nachdem die Vereinbarung fix ist, ein neues Nahverkehrskonzept ausarbeiten. Darin soll dann entschieden werden, welche der Bahnstrecken weitergeführt, welche eventuell stillgelegt werden. Unter anderem prüft man auch, inwieweit bestimmte bisher stillgelegte Strecken für touristische Zwecke wiederbelebt werden sollen. Bisher existierte ein solcher Verkehr etwa bereits auf den Strecken der Waldviertler Schmalspurbahn und der „Reblaus-Express“-Strecke von Retz nach Drosendorf, die ebenfalls vollständig vom Land Niederösterreich übernommen werden.
Bei der Planung des neuen Verkehrskonzeptes des Landes sollen auch die Gemeinden an den Strecken miteinbezogen werden. Sie werden, wenn weiterhin Züge fahren sollen, auch ihren finanziellen Beitrag dazu leisten müssen. Betreiber der niederösterreichischen Strecken soll eine eigens eingerichtete Eisenbahngesellschaft des Landes werden.
In den vergangenen Monaten hat die niederösterreichische ÖVP, die das Land mit absoluter Mehrheit regiert, die ÖBB immer wieder wegen schlechten Services auf den Strecken angegriffen. Ab 2011 wird das Land beweisen müssen, dass es als Bahnbetreiber besser in der Lage ist, den Schienenverkehr in den abgelegenen Regionen effizient und effektiv zu führen.
Wenn sich das System bewährt, könnte das Modell des Bahnbetriebes durch ein Bundesland in ganz Österreich Schule machen. Infrastrukturministerin Bures zeigt sich angetan von der Idee: „Auch in der Schweiz sind die Kantone für die Nebenbahnen zuständig. Das hat sich bewährt.“
Quelle: diepresse.com
Anbei eine Grafik der übernommenen Strecken: (Q) - die falsche Schreibweise einiger Orte (Gstaad, Kirchberg-Gaming... soll nicht ablenken
)
Betroffen sind also folgende Strecken:
1. Siebenbrunn-Leopoldsdorf - Engelhartstetten
2. Breitstetten - Orth/Donau
3. Bruck/Leitha (West) - Petronell-Carnuntum
4. Bad Pirawarth - Mistelbach Lokalbahnhof
5. Ernstbrunn - Mistelbach Lokalbahnhof
6. Sulz-Nexing - Dobermannsdorf
7. Dobermannsdorf - Enzersdorf/Staatz
8. Retz - Drosendorf
9. Sigmundsherberg - Zellerndorf
10. Göpfritz - Raabs
11a. Schwarzenau - Waidhofen/Thaya
11b. Waidhofen/Thaya - Fratres
12. Gmünd NÖ - Gross Gerungs
13. Gmünd NÖ - Litschau
14. Alt Nagelberg - Heidenreichstein
15. Krems/Donau - Sarmingstein
16. St.Pölten - Mariazell
17a. Ober Grafendorf - Mank
17b. Mank - Wieselburg
18. Kienberg-Gaming - Lunz am See
19. Weißenbach-Neuhaus - Hainfeld
20. Markt St. Äegyd - Kernhof
21. Freiland - Türnitz
22. Puchberg/Schneeberg - Hochschneeberg
23. Waidhofen/Ybbs - Lunz/See
24. Gstadt - Ybbsitz
Von diesen 24 übernommenen Strecken, die zusammen laut Artikel 600 km ausmachen, sind fast alle unbefahrbar bzw. gesperrt (Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 11b, tw. 15, 17b, 19, 20, 21), einige Strecken wurden auch abgetragen (zB Poysdorf-Enzersdorf/Staatz). Die "Übernahme der Strecken" ist diesbezüglich wohl mehr ein ziemlicher Pflanz.
Ich bin wirklich neugierig, ob eine dieser unbefahrbaren / gesperrten Strecken reaktiviert wird. Meine Vermutung: Vielmehr wird die Infrastruktur des von den Gemeinden billig erworbenen Bahngrunds demontiert und für andere Zwecke (Radweg, Straße?) verwendet werden. Bahnverkehr kann jedenfalls auf dem Großteil der Bahnstrecken (die oft nicht mehr als Bahnstrecken erkennbar sind) nur mit verhältnismäßig großem Aufwand wieder eingeführt werden, der wohl von allen Beteiligten tunlichst vermieden werden wird.
Der Vergleich mit der Schweiz hinkt auch gewaltig. Dafür fehlt wohl mehr als ein Eckhaus an politischer Willenskraft.
Man darf gespannt bleiben, wie es in dieser Causa weitergeht.
15.01.2010, 12:00#2
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von bernhard222
Anbei eine Grafik der übernommenen Strecken: (Q) - die falsche Schreibweise einiger Orte (Gstaad, Kirchberg-Gaming... soll nicht ablenken)
Da ist ja die Strecke Obersdorf-Stammersdorf auch eingezeichnet.

Zitat
Vielmehr wird die Infrastruktur des von den Gemeinden billig erworbenen Bahngrunds demontiert und für andere Zwecke (Radweg, Straße?) verwendet werden.
Der Poysdorfer Bürgermeister will eh schon länger das Areal beim Bahnhof von den ÖBB haben um dort einen großen Parkplatz zu errichten.
Bekommt das Land eigentlich den Fuhrpark von den ÖBB? Oder kaufen die eigene Fahrzeuge an?
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von 5er-Franzi (15.01.2010, 12:01)
15.01.2010, 15:00#3
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von 5er-Franzi
Bekommt das Land eigentlich den Fuhrpark von den ÖBB? Oder kaufen die eigene Fahrzeuge an?
Wozu? Auf den meisten übernommenen Strecken ist der Personenverkehr eh eingestellt, reaktiviert wird wohl keine von den Strecken, der Güterverkehr wird wahrscheinlich auch abgedreht. Das Land Niederösterreich hat ja schließlich letztes Jahr 890 Millionen € in Umfahrungen gesteckt, die sollen gefälligst auch genutzt werden.

15.01.2010, 15:27#4
Also wer glaubt, daß da irgendetwas besser wird, der ist ein Träumer. Allenfalls gibt es für die Schmalspurbahnen so noch eine kleine Überlebenschance. Reaktiviert wird aber sicher nichts.
15.01.2010, 15:49#5
Ihr verkennt die Situation: Das sind doch bloß Vorleistungen für künftige U-Bahn-Verlängerungen ins Umland!


15.01.2010, 16:50#6
ZitatOriginal von Linie 41
Also wer glaubt, daß da irgendetwas besser wird, der ist ein Träumer. Allenfalls gibt es für die Schmalspurbahnen so noch eine kleine Überlebenschance. Reaktiviert wird aber sicher nichts.
Das sehe ich auch so. Fraglich bleibt auch, inwieweit die kolportierten Summen eher mehr Bestandteil der Beruhigungs- und Propagandataktik sind als tatsächlich ernst gemeinte Förderungen des niederösterreichischen Bahnnetzes.
Die nächsten Generationen werden Pröll seine eisenbahnfeindliche Taktik unter bewußter Ablehnung jeglicher Nachhaltigkeit noch gewaltig übel nehmen. Genau mit diesem Kauf hat er den noch existenten Nebenbahntrassen den endgültigen Todesstoß gegeben.
15.01.2010, 17:31#7
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von bernhard222
Von diesen 24 übernommenen Strecken, die zusammen laut Artikel 600 km ausmachen, sind fast alle unbefahrbar bzw. gesperrt (Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 11b, tw. 15, 17b, 19, 20, 21), einige Strecken wurden auch abgetragen (zB Poysdorf-Enzersdorf/Staatz).
Zumindest Bruck/Leitha - Rohrau (3) wird noch vom GV befahren und Markt St.Aegyd/Neuwalde - Kernhof wird nie wieder reaktiviert werden weil dort jetzt ein hübscher Radweg verläuft.
ZitatBekommt das Land eigentlich den Fuhrpark von den ÖBB? Oder kaufen die eigene Fahrzeuge an?
Die Fahrzeuge bleiben bei der Produktion GmbH und wenn das Land neue Fahrzeuge kauft dann sollten sie lieber mit einem anderen EVU auf den Strecken fahren.
15.01.2010, 20:57#8
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von 4010-fan
Wozu? Auf den meisten übernommenen Strecken ist der Personenverkehr eh eingestellt, reaktiviert wird wohl keine von den Strecken, der Güterverkehr wird wahrscheinlich auch abgedreht. Das Land Niederösterreich hat ja schließlich letztes Jahr 890 Millionen € in Umfahrungen gesteckt, die sollen gefälligst auch genutzt werden.
Alle Strecken sind nicht eingestellt. Die Mariazellerbahn zB und die wird sicher nicht stillgelegt.
15.01.2010, 21:01#9
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von 5er-Franzi
Alle Strecken sind nicht eingestellt. Die Mariazellerbahn zB und die wird sicher nicht stillgelegt.
Wieso? Wer sagt das? Vor ein paar Jahren gabs dazu ja sogar konkrete Pläne.
Die Mariazellerbahn ist eine Schmalspurbahn, die mit überaltetem Wagenmaterial (auch die 5090 sind nicht mehr die Jüngsten, die 1099 sowieso
) vergleichsweise langsam unterwegs ist. Das sind genug Gründe, um sie einzustellen. Die Ybbstalbahn wurde ja auch aus ungefähr denselben Gründen eingestellt. 15.01.2010, 21:24#10
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von bernhard222
Wieso? Wer sagt das? Vor ein paar Jahren gabs dazu ja sogar konkrete Pläne.
Die Mariazellerbahn ist eine Schmalspurbahn, die mit überaltetem Wagenmaterial (auch die 5090 sind nicht mehr die Jüngsten, die 1099 sowieso) vergleichsweise langsam unterwegs ist. Das sind genug Gründe, um sie einzustellen. Die Ybbstalbahn wurde ja auch aus ungefähr denselben Gründen eingestellt.
Die Mariazellerbahn ist eine Art "Wahrzeichen" von NÖ, die lassen sie nicht so einfach sterben. Das wäre als würde man das Riesenrad in Wien abmontieren.

Schon im Zuge der Diskussionen um die Ybbstalbahn wurde vom Land klargestellt das die MZB sicher nicht eingestellt wird.
15.01.2010, 21:43#11
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von 5er-Franzi
Alle Strecken sind nicht eingestellt. Die Mariazellerbahn zB und die wird sicher nicht stillgelegt.
Ja, einige der Strecken sind nicht eingestellt, werden aber auch nicht mehr von Personenzügen befahren. Aber regulären Personenverkehr findet man nur mehr auf der Mariazellerbahn, der Donauuferbahn, der Ybbstalbahn zwischen Waidhofen/Ybbs und Gstadt sowie zwischen Schwarzenau und Waidhofen/Thaya. Nostalgiebetrieb gibt es noch am Schneeberg, auf den Waldviertler Schmalspurbahnen und auf der Strecke Retz - Drosendorf. Die meisten abgegebenen Strecken sind gänzlich eingestellt, teils sogar abgebaut, auf manchen Strecke gibt es noch vereinzelte Güterzüge, die mit der Übernahme durch das Land NÖ verschwinden werden. (Wobei die Grafik im Standard anders ausschaut: nach der bleiben die von den Güterzügen bedienten Strecken wie Retz - Weitersfeld oder Schwarzenau - Waidhofen/Thaya doch noch bei der ÖBB und es kommen nur die wirklich eingestellten Strecken (ausgenommen Mariazellerbahn, Ybbstalbahn und Nostalgieverkehre) an das Land NÖ)
Und mit der Aussage, die Mariazellerbahn wird sicher nicht stillgelegt, wäre ich vorsichtig: So wie sich das Bahnwesen in Niederösterreich entwickelt kann man eher davon ausgehen, dass sie stillgelegt wird, vielleicht auch in Teilstücken. Gußwerk - Mariazell und Mank - Gresten sind ja schon eingestellt bzw. umgespurt.
16.01.2010, 12:52#12
@4010-fan: Am Schneeberg ist aber mehrheitlich Planverkehr zu sehen und nicht Nostalgieverkehr und Gußwerk–Mariazell liegt in der Steiermark.
Nichtsdestotrotz: Erzherzog Erwin ist ein Eisenbahnfeind und wird der Bahn den Todesstoß geben und stattdessen weitere Wieselbusse einsetzen. Das gibt ihm auch die Chance das Netz, welches momentan auf Wien zentriert ist in Zukunft auf St. Erwin ob der Traisen zu zentrieren.
Nichtsdestotrotz: Erzherzog Erwin ist ein Eisenbahnfeind und wird der Bahn den Todesstoß geben und stattdessen weitere Wieselbusse einsetzen. Das gibt ihm auch die Chance das Netz, welches momentan auf Wien zentriert ist in Zukunft auf St. Erwin ob der Traisen zu zentrieren.
16.01.2010, 15:45#13
ZitatOriginal von Linie 41
@4010-fan: Am Schneeberg ist aber mehrheitlich Planverkehr zu sehen und nicht Nostalgieverkehr...
Nenne es meinetwegen Ausflugsverkehr, es ist definitv ein touristisches Angebot.
16.01.2010, 16:15#14
ZitatOriginal von 4010-fan
. . . . es ist definitv ein touristisches Angebot.
Das ist auch der ganze (Bahn-)Fernverkehr. Oder glaubst du, dass der Großteil der Reisenden aus Geschäftsreisenden und Arbeitspendlern besteht?

16.01.2010, 16:59#15
RE: [ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis
ZitatOriginal von 4010-fan
Und mit der Aussage, die Mariazellerbahn wird sicher nicht stillgelegt, wäre ich vorsichtig: So wie sich das Bahnwesen in Niederösterreich entwickelt kann man eher davon ausgehen, dass sie stillgelegt wird, vielleicht auch in Teilstücken. Gußwerk - Mariazell und Mank - Gresten sind ja schon eingestellt bzw. umgespurt.
Ober Grafendorf - Mank ist eh wieder ein heißer Einstellungskandidat denn dort fährt man jetzt schon planmäßig teilweise im SEV weil es sich von den Umläufen nicht ausgeht.
Aber es war schon ein Fehler den Verkehr nach Wieselburg einzustellen, denn so klein sind die Gemeinden Mank und St.Leonhard nicht einmal.
16.01.2010, 18:56#16
ZitatOriginal von hema
ZitatOriginal von 4010-fan
. . . . es ist definitv ein touristisches Angebot.
Das ist auch der ganze (Bahn-)Fernverkehr. Oder glaubst du, dass der Großteil der Reisenden aus Geschäftsreisenden und Arbeitspendlern besteht?
Ich weiß worauf du hinaus willst, aber ganz Recht hast du mit deiner Aussage nicht: In Österreich sind auf vielen Relationen die FV-Züge gstopft mit Pendlern - vor allem auf Strecken wie Wien - St. Pölten, Wien - Wiener Neustadt, Linz - Wels, Bruck/Mur bzw. Leoben - Graz, das ganze Unterinntal, Ennstal usw.
16.01.2010, 20:07#17
Das ganze ist lediglich eine Alibiaktion. Es haben sich 2 getroffen, die beide dasselbe wollen: nämlich diese Strecken ein für allemal zu eliminieren, damit nur ja niemand mal auf die Idee kommen könnte, hier wieder einen Zugsverkehr einführen zu wollen.
Die meisten der genannten Strecken sind in einem Zustand, bei dem die Reaktivierung einem Neubau gleichkäme.
Letztendlich wird es für die Benützer des öffentlichen Verkehrsnetzes keinerlei Verbsserungen geben. In Österreich tut man leider immer so, als ob Straßenbau und -erhaltung gratis wäre und die Erhaltung und Betrieb von Bahnstrecken unerschwinglich wäre.
Die meisten der genannten Strecken sind in einem Zustand, bei dem die Reaktivierung einem Neubau gleichkäme.
Letztendlich wird es für die Benützer des öffentlichen Verkehrsnetzes keinerlei Verbsserungen geben. In Österreich tut man leider immer so, als ob Straßenbau und -erhaltung gratis wäre und die Erhaltung und Betrieb von Bahnstrecken unerschwinglich wäre.
16.01.2010, 20:49#18
Also ich kann die pessimistische Haltung vieler hier eigentlich nicht nachvollziehen.
Klar, bereits eingestellte Bahnen werden nicht mehr reaktiviert. Aber die noch in Betrieb befindlichen sollten attraktiviert werden, so liest man in sämtlichen Medien. Bei den ÖBB wären sie wohl sicher eingestellt worden.
Klar, bereits eingestellte Bahnen werden nicht mehr reaktiviert. Aber die noch in Betrieb befindlichen sollten attraktiviert werden, so liest man in sämtlichen Medien. Bei den ÖBB wären sie wohl sicher eingestellt worden.
16.01.2010, 22:09#19
ZitatOriginal von 5er-Franzi
Bei den ÖBB wären sie wohl sicher eingestellt worden.
Wie meinen? Die ÖBB stellt die Bahn sicher nicht grundlos ein sondern deswegen weil das geizige Land zu wenig zahlt. Die anderen Bundesländern die brav und viel zahlen haben auch das bessere Angebot, aber Niederösterreich ist halt anders denn die verpulvern ihr Geld für den Straßenausbau und hirnrissige Ortsumfahrungen.
16.01.2010, 22:11#20
ZitatOriginal von 29er
Wie meinen? Die ÖBB stellt die Bahn sicher nicht grundlos ein sondern deswegen weil das geizige Land zu wenig zahlt. Die anderen Bundesländern die brav und viel zahlen haben auch das bessere Angebot, aber Niederösterreich ist halt anders denn die verpulvern ihr Geld für den Straßenausbau und hirnrissige Ortsumfahrungen.
Blöndsinn, Straßen werden überall gebaut.
Außerdem ist das sowieso ein sehr seltsamer Zustand, dass das Land bezahlen soll. Normal sollte ein Verkehrsunternehmen selbst in der Lage sein konstendeckend zu fahren. Nur weil die ÖBB-Manager alles verspekulieren sollen nun die Länder dafür aufkommen?