[PM] Einstellung von Nebenbahnen befürchtet

176 Beiträge · Seite 3 von 9
29.09.2011, 19:42#41
Offensichtlich bedeuten Verbesserungen auf der Westbahn zugleich Verschlechterungen auf den übrigen Strecken. Wenn das so weitergeht, führt der schnellstmögliche Weg Von Linz nach Graz irgendwann über Wien.
29.09.2011, 19:52#42
Zitat
Original von matboy
Wenn das so weitergeht, führt der schnellstmögliche Weg Von Linz nach Graz irgendwann über Wien.

Wer braucht schon die Bahn, wenn diese Relation ab Dezember von WESTBUS bedient wird?
30.09.2011, 17:53#43
Anläßlich der Nebenbahndiskussion ein Verweis auf meinen Beitrag in der DSO, wo ich Bilder aus dem Kursbuch 1987/88 gepostet habe, die die letzten veröffentlichten Fahrpläne auf vielen Weinviertler Strecken vor Einstellung des Personenverkehrs 1988 zeigen. Da war die Nebenbahnwelt in Niederösterreich noch in Ordnung! :(
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von bernhard222 (30.09.2011, 17:58)
30.09.2011, 20:30#44
Der Hinweis "derzeit kein Schienenverkehr zwischen Poysdorf und Enzersdorf" klingt aus heutiger Sicht lachhaft.
30.09.2011, 21:09#45
Zitat
Original von bernhard222
Anläßlich der Nebenbahndiskussion ein Verweis auf meinen Beitrag in der DSO, wo ich Bilder aus dem Kursbuch 1987/88 gepostet habe, die die letzten veröffentlichten Fahrpläne auf vielen Weinviertler Strecken vor Einstellung des Personenverkehrs 1988 zeigen. Da war die Nebenbahnwelt in Niederösterreich noch in Ordnung! :(


Allerdings gab es nur sehr wenige Kurse, auf den meisten Strecken gerade mal 3 bis 5 Kurse pro Tag! Bei so einem unatraktiven Angebot ist es dann doch sinnvoller den Bus zumindest im 2h-Takt verkehren zu lassen!

Gerade die heutigen Paradestrecken mit den stündlichen Wiesel-Garnituren (Gänserndorf-Breclav und Retz-Hollabrunn) hatten ja auch einen wesentlich "dünneren" Fahrplan als heute!

Wenn die heute eingestellten Strecken, welche damals nur 5*/Tag oder seltener verkehrten, schon seit immer so selten fuhren, dann ist ja offen gestanden nicht soo viel verloren gegangen! Oder wurden diese Fahrplanbilder bereits auf ihre Einstellung "vorbereitet" und entsprechend ausgedünnt?
30.09.2011, 21:11#46
Zitat
Original von 38ger
Oder wurden diese Fahrplanbilder bereits auf ihre Einstellung "vorbereitet" und entsprechend ausgedünnt?

War schon vor 35 Jahren so ausgedünnt und kundenfeindlich.
01.10.2011, 11:16#47
Zitat
Original von 38ger
Wenn die heute eingestellten Strecken, welche damals nur 5*/Tag oder seltener verkehrten, schon seit immer so selten fuhren, dann ist ja offen gestanden nicht soo viel verloren gegangen! Oder wurden diese Fahrplanbilder bereits auf ihre Einstellung "vorbereitet" und entsprechend ausgedünnt?

Mir ist das auch aufgefallen. Von Taktverkehr keine Rede, ewig lange Fahrzeiten (man schaue sich einmal die 111 Minuten für die 66 km-Strecke Stammersdorf - Dobermannsdorf an 8o ) und an einer Hand abzählbare Kurse pro Tag, Rollmaterial nur Wagenzüge und Bahnhöfe teils weitab von den Ortschaften (Pulkau ~ 3 km, obwohl dort alles flach ist). Bei einer solchen Betriebsführung kann ja nichts herauskommen - man merkt, daß bei den ÖBB im Regionalbereich bis 1990 einfach nichts getan wurde. :traurig:
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von bernhard222 (01.10.2011, 11:18)
01.10.2011, 11:22#48
Zitat
Original von bernhard222
Mir ist das auch aufgefallen. Von Taktverkehr keine Rede, ewig lange Fahrzeiten (man schaue sich einmal die 111 Minuten für die 66 km-Strecke Stammersdorf - Dobermannsdorf an 8o ) und an einer Hand abzählbare Kurse pro Tag, Rollmaterial nur Wagenzüge und Bahnhöfe teils weitab von den Ortschaften (Pulkau ~ 3 km, obwohl dort alles flach ist). Bei einer solchen Betriebsführung kann ja nichts herauskommen - man merkt, daß bei den ÖBB im Regionalbereich bis 1990 einfach nichts getan wurde. :traurig:


Wahrscheinlich hatte man das auch so im Sinn, um einen Grund zu haben, die Strecke auf Busbetrieb umzustellen.
01.10.2011, 11:26#49
Ich glaube gar nicht einmal, daß das so strukturiert und geplant war. Bei den ÖBB weiß, überspitzt formuliert, die linke Hand ja oft nicht, was die rechte tut. Es hat sich wohl einfach keiner darum gekümmert und die Strecken wurden betriebsfähig erhalten, mehr aber nicht. Bis halt irgendwann einem eingefallen ist, daß man auch Busse statt der Züge einsetzen könnte - und weg waren sie. Das ist heute zumindest teilweise anders - möchte man meinen, bis man das Zielnetz 2025 erblickt.
01.10.2011, 11:30#50
Naja, gerade in letzter Zeit steht die Profitmaximierung viel stärker im Vordergrund, und ein Betrieb mit Bussen ist ja bekanntlich nicht so kostenintensiv wie ein Bahnbetrieb, erst recht auf den schwächer frequentierten Strecken, wo die Bahn nicht "zwingend notwendig" ist. Daher überrascht mich diese Strategie ehrlich gesagt nicht wirklich, auch wenn das ziemlich schade um die Bahnstrecken ist.
01.10.2011, 13:13#51
Habe da vor einigen Tagen in den Nachrichten gehört dass der Rechnungshof die ÖBB stark kritisiert dass sie bei den Nebenbahneinstellungen zu lasch und langsam vorgehen. Lt. Rechnungshof-Erkenntnis sei der Busbetreib weitaus kostengünstiger und die ÖBB-Züge des Nebenbahnpersonenbetriebs haben nur einen Deckungsgrad von 5% der Kosten. Die Güterzüge auf diesen Srecken eben auch nur höchstens 15%. Nach Meinung des Rechnungshofes sollten sofort eben diese Strecken und Verbindungen aufgelassen werden.

@38ger Du übersiehst jedoch auch die Tatsache dass diese Wiesel-Garnituren gerade im Bereich Gänserndorf-Breclav und Hollabrunn-Retz zu manchen Zeiten nur die Luft transportieren, was eben auch der Rechnungshof ebenfalls bemängelt

Sogesehen wird irgendwann überhaupt nur mehr der Verkehr in den Ballungsgebieten mit wenigen Fernverkehrsverbindungen übrigbleiben.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von lachkater (01.10.2011, 13:15)
01.10.2011, 15:07#52
Zitat
Original von lachkater
Habe da vor einigen Tagen in den Nachrichten gehört dass der Rechnungshof die ÖBB stark kritisiert dass sie bei den Nebenbahneinstellungen zu lasch und langsam vorgehen. Lt. Rechnungshof-Erkenntnis sei der Busbetreib weitaus kostengünstiger und die ÖBB-Züge des Nebenbahnpersonenbetriebs haben nur einen Deckungsgrad von 5% der Kosten. Die Güterzüge auf diesen Srecken eben auch nur höchstens 15%. Nach Meinung des Rechnungshofes sollten sofort eben diese Strecken und Verbindungen aufgelassen werden.

@38ger Du übersiehst jedoch auch die Tatsache dass diese Wiesel-Garnituren gerade im Bereich Gänserndorf-Breclav und Hollabrunn-Retz zu manchen Zeiten nur die Luft transportieren, was eben auch der Rechnungshof ebenfalls bemängelt

Sogesehen wird irgendwann überhaupt nur mehr der Verkehr in den Ballungsgebieten mit wenigen Fernverkehrsverbindungen übrigbleiben.


Züge (bzw. Öffis) müssen auch dann fahren, wenn man sie nur selten verwendet, sonst verwendet man sie nicht!
Warum sollte ich täglich mit dem Zug (oder Bus) zur Arbeit und nach Hause fahren, wenn ich mir dann für den nächtlichen Kinobesuch ab 20h15 erst Recht ein Auto kaufen und erhalten muss?
Die einzige Alternative zu einem dichten Taktverkehr und einem Netz , welches zumindest vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen rund um die Uhr betrieben wird (im Brgenland geht's ja auch!) ist der Individualverkehr!
Und wenn eine Bahnstrecke keinen werktäglichen 2h-Takt zusammenbringt, dann ist der Bus unter der Vorgabe des lückenlosen (!) 2h-Taktes doch attraktiver! Gilt natürlich auch am Wochenende, mitunter kann es auch sinnvoll sein eine Bahnstrecke nur werktags zu bedienen und am Wochenende mit dem Bus zu fahren, aber dann muss der Bus in den Fahrplan integriert sein und der Übergang muss leicht merkbar sein (zB immer ab 20h und am Wochenende Bus, sonst Bahn).
Wenn es nach mir ginge wäre der ÖV ohnehin kostenlos, der Staat bekommt die Steuern nicht um nichts zu steuern! Wenn sich riesige Bankenkonzerne retten lassen und mittlerweile sogar Staaten, dann kann der Verzicht auf Ticketeinnahmen ja keine gröberen Probleme bereiten! Womöglich würde es sogar den ländlicheren Regionen helfen, da es zum einen den Tourismus an sich fördern würde, wenn man Öffis in Österreich gratis benutzen könnte und für Städter die Hemmschwelle die Kernzone zu verlassen sinken würde, sodass auch abgelegenere Gebiete öfter aufgesucht werden würden!
01.10.2011, 16:31#53
Umfrage: Obus in Wien (22 Stimmen)
Auf keinen Fall – 13 (32 %)
Zweifle an Sinnvolligkeit – 12 (30 %)
Ja, auf den Linien 35A und 48A – 2 (5 %)
Auf dem 62A – 2 (5 %)
Ja, 7A und 15A – 3 (8 %)
Auf noch mehr Linien – 8 (20 %)
Zitat
Original von 38ger
Wenn es nach mir ginge wäre der ÖV ohnehin kostenlos, der Staat bekommt die Steuern nicht um nichts zu steuern! Wenn sich riesige Bankenkonzerne retten lassen und mittlerweile sogar Staaten, dann kann der Verzicht auf Ticketeinnahmen ja keine gröberen Probleme bereiten! Womöglich würde es sogar den ländlicheren Regionen helfen, da es zum einen den Tourismus an sich fördern würde, wenn man Öffis in Österreich gratis benutzen könnte und für Städter die Hemmschwelle die Kernzone zu verlassen sinken würde, sodass auch abgelegenere Gebiete öfter aufgesucht werden würden!

Weiters würde man sich Personalkosten für Fahrscheinprüfer und -verkäufer genauso sparen wie Anschaffungs- und Wartungskosten für Automaten und Entwerter.
02.10.2011, 21:44#54
Zitat
Original von bernhard222
Anläßlich der Nebenbahndiskussion ein Verweis auf meinen Beitrag in der DSO, wo ich Bilder aus dem Kursbuch 1987/88 gepostet habe, die die letzten veröffentlichten Fahrpläne auf vielen Weinviertler Strecken vor Einstellung des Personenverkehrs 1988 zeigen. Da war die Nebenbahnwelt in Niederösterreich noch in Ordnung! :(

Bei einigen Strecken war die Einstellung zweifellos bedenklich, bei anderen (gerade einige im Weinviertel) wäre eine Attraktivierung aus meiner Sicht aber kaum möglich gewesen, weil die Streckenführung bzw. die Lage der Stationen derart schlecht und unattraktiv war.

Zitat
Original von matboy
Der Hinweis "derzeit kein Schienenverkehr zwischen Poysdorf und Enzersdorf" klingt aus heutiger Sicht lachhaft.

Heutzutage ist man da direkter und umschreibt nichts mehr:
Fußnote im aktuellen Kursbuchfahrplan 912: Der Streckenabschnitt Groß Schweinbarth - Bad Pirawarth ist derzeit zur Einstellung vorgesehen. Aktuelle Informationen zur Bedienung erhalten Sie in der Fahrplanauskunft unter www.oebb.at bzw. beim Callcenter unter 05-1717.
11.10.2011, 21:28#55
17 Bahnen in NÖ droht das „Aus“
Zitat
Original von http://www.noen.at/news/verkehr/17-Bahnen-in-…s-Aus;art3892,350713

17 Bahnen in NÖ droht das „Aus“

Bild

Die ÖBB wollen nach 620 Schienen- Kilometern zum Jahreswechsel jetzt neuerlich rund 260 Kilometer in NÖ verkaufen. Das Land ziert sich.

Geht es nach den ÖBB, soll das gut frequentierte Bahn-Kernnetz weiter kräftig ausgebaut werden. Im Gegenzug sollen aber alle „nicht systemadäquaten“ schwer defizitären Bahnen in Randlagen verkauft oder zugesperrt werden.

Das geht aus dem „Zielnetz 2025+“-Konzept der ÖBB hervor, das nach knapp fünf Jahren Arbeit im September dieses Jahres finalisiert wurde. So sollen bundesweit 706 Streckenkilometer abgegeben werden. 263 Kilometer davon – also mehr als ein Drittel – liegen in NÖ (Infobox).

„Das soll in den nächsten Jahren passieren – spätestens jedenfalls bis 2025“, sagt ÖBB-Sprecher Herbert Ofner zur geplanten Erreichung der Zielnetz-Vorgabe. Sollte man für die insgesamt 17 betroffenen Bahnlinien in NÖ keinen neuen Betreiber finden, würden sie zugesperrt.

Dass Käufer nicht gerade Schlange stehen, liegt auf der Hand. Erst in zwei Fällen – Paasdorf-Mistelbach und Freiland-Markt St. Aegyd – steckt man derzeit in Verhandlung. Erstere soll von der Gruppe Straße der Landesregierung wegen des dortigen Baus einer Umfahrungsstraße übernommen werden. Zweitere könnte von einem regionalen Trägerverein zur Aufrechterhaltung des Güterverkehrs aufgefangen werden.

Land NÖ will keine weiteren Strecken von ÖBB kaufen

Das Land NÖ, das ja erst zum Jahreswechsel 28 großteils stillgelegte Nebenbahnen von den ÖBB gekauft hat, winkt jedenfalls ab. „Wir wollen keine weiteren Strecken einfach so übernehmen – die ÖBB können sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen“, heißt es aus dem Büro von NÖ-Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP). Nachsatz: „Es sei denn, dass wir vom Bund dafür auch das gleiche Budget bekommen wie die ÖBB.“

Was die betroffenen Strecken im Personenverkehr angehe, sei zumindest bis 2019 eine Einstellung auszuschließen, heißt es aus dem Büro des Landesrates. Grund sei ein Verkehrsdienste-vertrag mit den ÖBB, der im November unterschrieben werden solle. Allein die Aufrechterhaltung des Personenverkehrs auf der Strecke Pernitz-Gutenstein wäre hier noch strittig.

Rückendeckung beim Vorgehen bei den Nebenbahnen reklamieren die ÖBB aus einem aktuellen Bericht des Rechnungshofs. Dieser stellte fest, dass diese Strecken überproportional hohe Kosten verursachen würden. Zur erfolgten Abgabe der 28 Strecken an das Land kommt aber Kritik der Prüfinstitution, da es „keine qualifizierten Grundlagen zur Beurteilung der Angemessenheit des Kaufpreises“ gegeben habe.

Den Sparstift setzen die ÖBB übrigens auch bei den Bahnhöfen an. In NÖ wird heuer etwa der Bahnhof Melk zur Haltestelle degradiert. Auch Unter Purkersdorf soll wegen zu schwacher Nachfrage rückgebaut werden. Weitere Redimensionierungen in den nächsten Jahren sollen folgen, so die ÖBB.

Bild
14.10.2011, 23:32#56
Interessantes Dokument der Schienen-Control aus dem Jahr 2010, das zeigt, wie die ÖBB Infrastruktur gewisse Strecken schon vor ihrer Einstellung widerrechtlich aus dem Angebot gestrichen hat:
----> http://www.schienencontrol.gv.at/files/sck-wa-10-030-31-34.pdf
28.10.2011, 20:06#57
Schweinbarther Kreuz
Zitat
Original von http://www.noen.at/lokales/noe-uebersicht/gae…chert;art2633,353108

25.10.2011 | 00:00

Nebenbahnen im Bezirk sind bis 2019 gesichert!

ÖBB / Fix: Die beiden Linien Gänserndorf-Groß Schweinbarth bzw. Groß Schweinbarth-Bad Pirawarth bleiben vorerst erhalten. VP-Landesrat Wilfing: „Bis zum Jahr 2019 ist der Betrieb auf jeden Fall gesichert.“

VON T. SCHINDLER UND E. WESSELY

BEZIRK GÄNSERNDORF / Nach der Einstellung der ÖBB-Strecke zwischen Bad Pirawarth und Niedersulz geht unter den Bahnpendlern jetzt die Angst um, dass auch die Linien Gänserndorf-Groß Schweinbarth bzw. Groß Schweinbarth-Bad Pirawarth dem Sparstift zum Opfer fallen. ÖBB und Land beruhigen nun im NÖN-Gespräch: Beide Strecken bleiben auf jeden Fall bis 2019 erhalten.

Im neuen ÖBB-Fahrplan, der am 11. Dezember in Kraft tritt, sollten die zwei betroffenen Linien aufscheinen. Die Frage ist nur: Wie lange noch? ÖBB-Sprecher Christopher Seif betont: „Dass die beiden Strecken in naher Zukunft aufgelassen werden, kann ich keinesfalls bestätigen. Wir verhandeln derzeit mit dem Land aus, welche Linien finanzierbar sind und welche nicht. Dieser so genannte Verkehrsdienstevertrag soll im November unterschrieben werden.“

„Die beiden Strecken haben die Zustimmung erhalten“

VP-Verkehrslandesrat Karl Wilfing präzisiert im NÖN-Gespräch: „Die beiden Strecken haben von den ÖBB die Zustimmung erhalten. Bis zum Jahr 2019 ist ihr Betrieb auf jeden Fall gesichert.“ Seif pflichtet bei: „Wenn das Land dazu bereit ist, sind wir es auch.“

Und was passiert nach 2019? Könnte sich das Land vorstellen, die beiden Linien zu übernehmen, sollte sich die ÖBB zurückziehen? Wilfing: „Das wird man dann sehen. Eines ist aber klar: Das Land kann schon Regionalstrecken betreiben, die Infrastruktur muss aber der Bund zahlen.“

Übrigens: Eine Verbesserung gibt es jetzt schon im neuen ÖBB-Fahrplan. Der bisher laut ÖBB betrieblich notwendige Zehn-Minuten-Halt in Hohenau entfällt. Die Züge auf der Nordbahnstrecke werden also wieder schneller. Hohenaus Bürgermeister Robert Freitag (SPÖ) gegenüber der NÖN: „Wenn es jetzt mit dem neuen Fahrplan ein bisschen besser wird, freut mich das natürlich. Bis jetzt gab es doch jedes Jahr nur Verschlechterungen, etwa den Wegfall des Eurocity-Zuges in Hohenau.“

Mehr Details zum neuen Fahrplan dürfte es nach dem 27. Oktober geben: Da findet in Gänserndorf ein Fahrplandialog mit den ÖBB statt.
08.11.2011, 22:07#58
Niederösterreich
Zitat
Original von http://noe.orf.at/news/stories/2508343/
Wilfing: Republik soll für Bahnlinien zuständig sein

Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) will, dass die Republik künftig für die Bahnlinien zuständig ist. Das Land wäre durchaus bereit für einen Bahnbetrieb zu sorgen, aber nur, wenn sich der Bund um die Schieneninfrastruktur kümmert.

Die ÖBB habe vor kurzem ein Konzept für das Jahr 2025 präsentiert und darin seien - im Vergleich zu heute 102 Nebenbahnkilometer für den Güterverkehr in Niederösterreich nicht mehr vorgesehen, sagt der für Verkehrsangelegenheiten zuständige Landesrat Karl Wilfing. Er fordert, dass so wie in Deutschland und der Schweiz, die Schieneninfrastruktur von der Republik zur Verfügung gestellt und bezahlt werde, sagt er am Montag. Wenn das erreicht werde, „dann können gewisse Nebenbahnen in der Erhaltung im Betrieb natürlich über Regionalbahnen erfolgreich wirtschaftlich gestaltet werden“.

Im Bereich Personenverkehr stehe man unmittelbar vor dem Abschluss der Verhandlungen zum so genannten Verkehrsdienstevertrag. Hier zeigt sich Wilfing zufrieden. Von sechs diskutierten Linien seien alle bis 2019 garantiert, außer die Linie Pernitz-Gutenstein.

Publiziert am 07.11.2011
26.12.2011, 18:29#59
Original von: http://www.kleinezeitung.at/kaernten/voelkermarkt/bleiburg/2902121/oebb-will-bahnlinie-nach-prevalje-ganz-einstellen.story;jsessionid=BC3639C4C34708BB14E2CC9C1F7F6708.p1
Zitat
ÖBB will Bahnlinie nach Prevalje ganz einstellen
Sanierung der Anlagen zwischen Bleiburg und Prevalje wäre zu teuer, heißt es. Land verhandelt mit Slowenien und Betreibern über Erhaltung der alten Fernverkehrsstrecke von Budapest nach Innichen.
Ende vergangener Woche wurde auf der Bahnlinie Bleiburg-Prevalje bereits der Güterverkehr eingestellt. Geht es nach der Zielnetzstrategie der ÖBB, soll auch der Personenverkehr in absehbarer Zeit eingestellt werden. Denn die Strecke müsste total erneuert werden - vom Unterbau bis zu Gleisanlagen und Signaltechnik, was für die rund fünf Kilometer auf österreichischer Seite einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen würde.

BildÖBB-Pressesprecher Christoph Posch: "Wir sehen uns außerstande zu investieren, weil das in keiner Relation zum Verkehrsaufkommen steht." Er bestätigt Gespräche zwischen den Ländern und Bahnbetreibern darüber, ob es Zukunftsperspektiven gebe - "und wenn ja, wie diese aussehen könnten".
Derzeit verkehren zwischen Montag und Freitag täglich zwei Personenzüge in beide Richtungen. Im Winter sind es etwa 40 Fahrgäste pro Woche, in der warmen Jahreszeit - bedingt durch Fahrradtouristen auf dem Drauradweg nach Marburg - etwa doppelt so viele.
Fernverkehrsnetz
Das Land Kärnten will in dieser Frage allerdings nicht klein begeben: Die Abteilung 7, Wirtschaftsrecht und Infrastruktur, hat eine österreichisch-slowenische Kommission auf Beamtenebene mit Vertretern der Landesregierung, Infrastrukturministerium sowie den Eisenbahnbetreibern beider Staaten eingerichtet. Abteilungsleiter Albert Kreiner: "Wir bemühen uns darum, die Strecke Bleiburg-Prevalje, die seit 1863 Teil des Fernverkehrsnetzes zwischen Bu-dapest und Paris ist, zu erhalten." Bis Ende Jänner, Anfang Februar 2012 will man einen Verkehrsplaner damit beauftragen, die räumliche und touristische Entwicklung sowie die gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Grundlagen zu untersuchen. "Dabei wird auch der Fahrradtourismus ein Thema sein", kündigt Kreiner an.
Dass diese Verbindung eine Fernverkehrsstrecke ist, steht außer Streit. Der Bau der Drautalbahn ab Marburg als Ost-West-Verbindung zwischen der alten Südbahn und der Pustertalbahn wurde 1857 genehmigt, 1859 in Bleiburg mit dem Bau begonnen. Sie war nach der Eröffnung 1864 die erste durchgehende Eisenbahnverbindung von Wien nach Klagenfurt, von wo in der Folge bis 1871 in weiteren Etappen die Lücke bis Innichen zur Pustertalbahn geschlossen wurde.
Korridorverkehr
Doch nach dem Ersten Weltkrieg verloren die vorübergehend privatisierten Staatsbahnen durch die neuen Grenzziehungen ihre historische Einheit und wurden aufgeteilt. So musste für die Lavanttalbahn, die in Dravograd zur Drautalbahn stieß, ein Korridorverkehr eingerichtet werden. Bis zur Eröffnung der Jauntalbahn von Bleiburg nach St. Paul (1964) fand der Personenverkehr zwischen Bleiburg und Lavamünd über Prevalje und Dravograd durch jugoslawisches Gebiet in verschlossenen Zügen statt. Die Strecke Bleiburg-Prevalje steht auch im Österreichischen Staatsvertrag. Das heißt, die Bahnlinie kann nicht einseitig aufgelassen werden.
Der Bahnhof Bleiburg war auch Übergabebahnhof und Zollamtsplatz. Der jetzige Fahrdienstleiter Valentin Tschernko erinnert sich noch an die Zeiten von Jugoslawien: "Der Zug nach Prevalje war immer gefüllt. Zwei Zöllner mussten täglich um die 50 Leute nach ihren Einkäufen bei Spar und Zadruga abfertigen."
29.02.2012, 20:09#60
OBERÖSTERREICH

Zitat
Quelle: http://ooe.orf.at/news/stories/2523020/

Weiter Politdebatte um Nebenbahnen

Wie geht es weiter mit den Nebenbahnen in OÖ? Das Infrastrukturministerium möchte, dass diese Bahnen das Land übernimmt. Die Grünen stellen jetzt dafür Bedingungen. Das Verkehrsressort hat inzwischen eine Bestandsaufnahme der Strecken durchgeführt.

Anfang März befasst sich der Verkehrsausschuss des Landtags mit dem heißen Eisen Nebenbahnen. Dabei geht es unter anderem um die Almtalbahn, die Mühlkreisbahn oder die Hausruckbahn.
Zusage des Landes für weiteren Betrieb gefordert

Für die Grünen ist klar, dass eine Übernahme dieser Bahnen durch das Land an Bedingungen geknüpft ist, erklärt Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz: erstens eine Zusage des Landes, dass die Strecken weiterbetrieben werden. Ohne öffentlichen Verkehr und einem Ausbau des Angebots werde man die Zunahme des Pendlerverkehrs in Zukunft nicht bewältigen können, so Schwarz. Und auch nicht das Ziel erreichen, dass der Anteil jener Pendler, die Bus oder Bahn nutzen, von 17 auf 30 Prozent steige.

Dies seien Bedingungen an den Bund und die ÖBB. Die Bahnstrecken müssen auch in einem vernünftigen Zustand sein oder gebracht werden. Und dafür fordern die Grünen Geld von Bund und Bundesbahnen. Ebenso für den weiteren Betrieb der Strecken.
Noch kein Termin für Verhandlungen

Mit diesen Vorgaben sollte das Land auch die Verhandlungen mit Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) führen. Einen Termin für Verhandlungen gibt es noch nicht, bestätigt Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger (SPÖ). Sehr wohl wurden aber schon auf Ebene der Experten bei Bund, Land und ÖBB Gespräche geführt. Und das Land hat die Nebenbahnen unter die Lupe nehmen lassen.

Ein Gutachten sieht einen Investitionsbedarf im hohen zweitstelligen Millionenbereich, so Kepplinger - alleine für die Hausruck- und Almtalbahn ohne der Mühlkreisbahn. Eine Übernahme der Nebenbahnen unter bestimmten Bedingungen kann sich auch Kepplinger vorstellen, denn sonst drohe über kurz oder lang die Einstellung. Realistisch ist für Kepplinger aber frühestens das Jahr 2014.
Freiheitliche für Erhalt der Regionalbahnen

Die Freiheitlichen sprechen sich neuerlich für den Erhalt der Regionalbahnen in Oberösterreich aus. Dass jahrelang von den Verantwortlichen nicht agiert worden sei, zeige nun Folgen, sagt FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner. Für ihn sind desolate Gleisanlagen mit ein Grund für die zahlreichen Langsamfahrstellen, welche letztlich die Bahnkunden vergrault hätten.


Zitat
Quelle: http://www.heute.at/news/oesterreich/ooe/art23653,666362

Hermann Kepplinger
OÖ-Verkehrslandesrat tritt zurück


Oberösterreichs Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger gab Dienstagabend seinen Rücktritt bekannt (© SPÖ Braunau)

Der oberösterreichische Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger (SPÖ) tritt zurück. Er werde wieder seine frühere Funktion als Finanzdirektor bei der Stadt Linz antreten. Zu seinen Beweggründen wollte er sich nicht äußern.

Auch zu seiner Nachfolge sagte Kepplinger nichts, dies werde erst zum Wochenende bekanntgegeben. Als Hintergrund vermuteten die Salzburger Nachrichten die sogenannte Swap-Affäre, in der die Stadt Linz mit der Bawag in einem Millionen-Rechtsstreit liegt. Als möglicher Nachfolger wurde der FSG-Landesvorsitzende Reinhold Entholzer genannt.

APA/red.